Institut für Klassische Archäologie

Forschungskolloquium

Mittwochs, 18:15 Uhr im Ernst von Sieglin Hörsaal, Schloss Hohentübingen

08.05.2019 Dr. Kornelia Kressirer (Bonn)

Fremdländischer Bordellbesitzer oder Durchschnittsbürger? Die Bedeutung der Darstellungstraditionen für die Bildinterpretation

Die Beschäftigung mit der Ikonographie griechischer Vasenbilder besitzt in der Klassischen Archäologie schon eine sehr lange Tradition. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich nicht lohnen würde, bereits gedeutete Bilder neu zu betrachten. Durch sorgfältige Analyse, durch den Vergleich mit thematisch passenden Schriftquellen und vor allem durch die Beachtung der Darstellungstraditionen können gelegentlich etablierte Interpretationen hinterfragt und neue Erklärungen gefunden werden.

 

22.05.2019 Prof. Dr. Umberto Pappalardo (Neapel)

Der Kopf Astarita in Neapel. Ein Gigant aus dem Pergamon-Altar ?

29.05.2019 Dr. Clarissa Blume-Jung (Bochum)

Bestattung nach Wunsch? Zur Vielfalt des römischen Bestattungswesens in Rom im 1. und 2. Jh. n. Chr.

Hatte man eine Wahl, wo und wie man nach seinem Tod in Rom im 1. und 2. Jh. n. Chr. bestattet wurde und, wenn ja, wie gestaltete sich das Spektrum an Möglichkeiten? Bestattungen an Gräberstraßen, in Monumentalgräbern oder großen Columbarien, das sind die Orte und Varianten, die gemeinhin im Fokus unserer Disziplin stehen. Was jedoch bislang vernachlässigt wurde, ist die schiere Vielfalt an Bestattungsorten und Grabarten in Rom in den ersten beiden nachchristlichen Jahrhunderten. Der Vortrag wird einen Einblick in verschiedene Bestattungsareale geben, also nicht nur in Gräberstraßen, sondern auch in stadtähnliche Nekropolen und Gräberfelder, sowie in die Palette der Grabarten, die von einfachsten Bestattungen im Boden über Gräber mit Kleinstmonumenten und kleine begehbare Architekturen bis hin zu den gut bekannten Monumentalbauten reichten.

05.06.2019 Dr. Simone Killen (Wien)

Ansichtssache? Beobachtungen zu Stadtansichten auf antiken Münzen

Bei der Beschäftigung mit Architekturdarstellungen auf antiken Münzen wird schnell deutlich, dass die Kategorie der Stadtansichten als Sammelbegriff für verschiedene Reverstypen herhalten muss. Der Vortrag wird einen Einblick in diese unterschiedlichen Arten von Stadtansichten geben und deren Charakteristika vorstellen. Dabei lässt sich nicht nur ein chronologischer Schwerpunkt im 2. und 3. Jh. n. Chr. konstatieren, sondern es können auch regionale Cluster beobachtet werden. Anhand von Fallbeispielen – unter Berücksichtigung der literarischen Überlieferung – wird zudem der Frage nachgegangen, welche Monumente und Besonderheiten geeignet waren, symbolisch für eine ganze Stadt zu stehen.

19.06.2019 Dr. Taylor Lauritsen (Kiel)

Painted Decoration on Campanian House Facades

Over the course of the last decade, studies of streets and their associated material features have offered important new insights into urban life in Pompeii and Herculaneum. Various aspects of the streetscape—from tabernae to traffic systems—have been explored in detail, transforming our interpretation of the street from a passive liminal zone into a space of action and activity. The decorative elements that once adorned the facades and footpaths of these cities, however, remain largely absent from these discussions. Domestic facade painting, in particular, has suffered from a dearth of scholarly interest—when compared with the lavish frescoes discovered inside houses, paintings applied to facades have often been described as “staid” and “austere.” This paper will re-examine this traditional reading of exterior decoration and offer some new thoughts on the art and architecture of Campanian domūs.

ZUSAMMEN MIT DEM INSTITUT FÜR DIE KULTUREN DES ALTEN ORIENTS (IANES)

26.06.2019 Prof. Dr. David Wengrow (London)

The Origins of Monsters: Image & Cognition in the First Age of Mechanical Reproduction

 

03.07.2019 PD Dr. Birgit Bergmann (Regensburg)

Tropaia, Gräber und Weihgeschenke – Die Kommemoration militärischer Konflikte durch griechische Poleis bis zum Ende des Peloponnesischen Krieges

Kriege – und damit auch Siege und Niederlagen – gehörten zum Alltag jeder griechischen Polis. Im Zentrum des Interesses stehen im Rahmen des Vortrages allerdings nicht die Schlachten selbst, sondern die anschließend ergriffenen Maßnahmen, die geeignet waren, an den vorausgegangenen Konflikt zu erinnern. Diese werden für die Zeit bis zum Ende des Peloponnesischen Krieges schlaglichtartig beleuchtet. Dabei liegt der Schwerpunkt einerseits auf verschiedenen Kommemorationstypen, andererseits aber auch auf der diesbezüglichen Bandbreite sowie ihrer Entwicklung im Laufe der Zeit.

10.07.2019 Prof. Dr. Eva Winter (Jena)

Siphnos and Beyond

 

17.07.2019 Dr. Julia Daum (Hamburg)

Trajanischer Hafenbau an der Tyrrhenischen Küste und seine Auswirkungen

Trajans Bemühen um das italische Kernland ist wohl bekannt, denn kaum ein anderer Kaiser förderte so stark den Ausbau der italischen Infrastruktur wie dieser Kaiser. Zu den Investitionen gehörte auch der Ausbau der Häfen Ancona, Terracina, Portus und Centumcellae. Aber in welcher Form führten die Förderungen unter Trajan zur Verbesserung der lokalen Infrastrukturen und setzten somit einen Prozess von Veränderungen auch in anderen Häfen in Gang, um diese wirtschaftlich (oder auch politisch) konkurrenzfähig bleiben oder werden zu lassen? Im Mittelpunkt dieses Projektes stehen daher Untersuchungen zum Ausbau der beiden Häfen Centumcellae und Terracina, ihre Konnektivität untereinander und zum Hinterland.

24.07.2019 Dipl.-Ing. Miriam Knechtel (München)

Die Summe der einzelnen Teile – Zur hellenistischen Grabarchitektur Siziliens

Wie zahlreiche Funde bezeugen, waren weitläufige Nekropolen integraler Bestandteil hellenistischer Städte und Siedlungen auf Sizilien. Die überaus facettenreiche Grabarchitektur kann heute jedoch selten in ihrer ganzen Komplexität rekonstruiert werden, da der oft schlechte Erhaltungszustand der Nekropolen nur in den wenigsten Fällen eine umfassende Bewertung der architektonischen Überreste zulässt. Die detaillierte Untersuchung einzelner Bauteile ermöglicht es dennoch, die ursprüngliche Gestalt der zugehörigen Monumente zu rekonstruieren und so ein Gesamtbild der hellenistischen Grabmonumente Siziliens zu skizzieren. Im Rahmen des Vortrags wird anhand einiger Beispiele gezeigt, dass es weit mehr monumentale Grabbauten gegeben haben muss als bislang angenommen.