Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters

Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters

Bachelor/Master-Studiengänge

In den neuen B.A.-Studiengang "Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters" ist die Archäologie des Mittelalters als eines von mehreren Teilgebieten der nach prähistorischen Methoden arbeitenden Archäologien integriert. Es ist möglich, sich im Rahmen des Studienschwerpunkts darüber hinaus intensiver mit der Mittelalterarchäologie zu befassen. Gleiches gilt für den mit WS 2009/10 eingeführten M.A.-Studiengang "Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie".

Eine Spezialisierung im engeren Sinne bietet der ebenfalls zum WS 2009/10 eingeführte Masterstudiengang "Archäologie des Mittelalters". Mittelfristig ist auch eine Tübinger Beteiligung an einem europäischen M.A.-Studiengang "Historische Archäologie" denkbar.

Ziel

Ziel der Mittelalterarchäologie ist es, die Lebensrealität der mittelalterlichen Menschen zu rekonstruieren und dabei übergreifende Fragestellungen zu entwickeln, aufzugreifen und weiterzuführen. Dies geschieht auf der Basis der archäologischen Quellen, d.h. den im Boden überlieferten Hinterlassenschaften, seien es mobile Realien oder aber immobile Strukturen, die von der Kathedrale bis zur Fäkaliengrube viele gesellschaftliche und funktionale Bereiche abdecken. Mit kultur- und naturwissenschaftlichen Methoden und in Zusammenarbeit mit anderen, sich auf das Mittelalter beziehenden Disziplinen wird versucht, die archäologischen Quellen auszuwerten. Dass dies sehr vielfältige Ansätze, Arbeits- und Denkweisen erfordert, versteht sich von selbst und macht einen der Reize der Disziplin Archäologie des Mittelalters aus.

Obgleich (noch) nicht im Namen des Fachs integriert, hat sich die Tübinger Mittelalterarchäologie seit langem schon Fragestellungen der Neuzeitarchäologie angenommen. Die Epochengrenze zwischen Mittelalter und Neuzeit ist für die mit materiellen Quellen befasste Archäologie weit weniger selbstverständlich als für die an Schriftquellen orientierte Geschichtswissenschaft. Dies heißt nicht, dass die Veränderungen der Zeit um 1500 für die Archäologie ganz ohne Bedeutung wären, wobei vor allem auf die in allen historischen Quellengattungen qualitativ und quantitativ deutlich zunehmende Überlieferungdichte hinzuweisen wäre: Die große, von der Abteilung Archäologie des Mittelalters in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit veranstaltete Fachtagung "Das 15. und 16. Jahrhundert: Archäologie einer Wendezeit" (Schloss Hohentübingen, Februar 2007), hat dieses Spannungsfeld erst jüngst detaillert auszuleuchten vermocht.

Studienberatung

Für die Archäologie des Mittelalters ist Christoph Fahrion, M.A als Studienfachberater ansprechbar - und auch die Fachschaftsvertreter stehen für Fragen gerne zur Verfügung.

Scheuen Sie sich aber auch nicht, schon vor dem Studium einen Blick in einschlägige Bücher zu werfen. Um einen Eindruck oder ersten Überblick über die Archäologie des Mittelalters zu gewinnen, empfehlen wir:

Günter P. Fehring, Die Archäologie des Mittelalters. 3. Aufl. (Stuttgart bzw. Darmstadt 2000).
Barbara Scholkmann, Das Mittelalter im Fokus der Archäologie. Sonderheft Archäologie in Deutschland (Stuttgart 2009).
Stadtluft, Hirsebrei und Bettelmönch. Die Stadt um 1300 (Stuttgart 1992).

Sie finden die Bücher möglicherweise in der nächsten Stadtbibliothek, sicher aber bei der nächsten regionalen Bibliothek (in Baden-Württemberg neben den Universitätsbibliotheken die Württembergische Landesbibliothek in Stuttgart und die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe) oder im Buchhandel.