Ethnologie

Umwelt und Gesellschaft in Zentralasien

Nachwuchsforschungsgruppe, gefördert von der Exzellenzinitative der Universität Tübingen

1. Leitung: Dr. Jeanne Féaux de la Croix

2. Laufzeit: 2018-2020

3. Projektmitarbeiterinnen: Dr. Flora Roberts, Nurzat Sultanalieva, M.A., Xeniya Prilutskaya (M.A.)

4. Forschungsort: Zentralasien

5. Zusammenfassung: Weltweit haben Menschen sehr ungleiche Zugangsmöglichkeiten zu sauberem Wasser, eine Situation, die durch Klimawandel voraussichtlich verschärft wird. In diese Forschungsgruppe haben sich Ethnologen und Archäologen zum Ziel gesetzt, unterschiedliche Einstellungen zu Wasser und daraus resultierendes Verhalten in Zentralasien zu ergründen. Wir verfolgen historisch-vergleichende Projekte zur ‚moralischen Ökonomie‘ von Wasser in einer Region weit ab der Weltmeere, in der Ackerbau hauptsächlich mit Bewässerungssystemen betrieben wird. Wir fragen, in welchen Kontexten Wasser in Zentralasien als heilig behandelt wird, als Variante einer öffentlichen oder privaten Ressource, oder dazu genutzt wird, andere Ressourcen wie Elektrizität oder Baumwolle herzustellen. Das Dissertationsprojekt von Elżbieta Strachocińska beschäftigt sich mit der Frühgeschichte nomadischen Umgangsformen mit Wasser. Jeanne Féaux de la Croix untersucht in den neu angelegten kirgisischen Staudämmen moderne Arten der Wasserverwertung, während das Dissertationsprojekt von Nurzat Sultanalieva die Entwicklung von sowjetischen Kurorten und Tourismus am heiligen See Issyk-Kul behandelt. Die Nachwuchsforschungsgruppe findet sich in der Abteilung Ethnologie. Wir arbeiten besonders eng mit dem Sonderforschungsbereich ‚RessourcenKulturen‘ zusammen.

Die Gruppe kooperiert eng mit verschiedenen Tübinger Projekten (Überblick):

Die Büros befinden sich in der Abteilung für Ethnologie auf dem Tübinger Schloss und in der Gartenstraße 19.


Bridge blown up between Kyrgyzstan and Uzbekistan. © Gulzat Baialieva.

This is a cartoon from the Tajik language satirical magazine Khorpushtak ("Hedgehog"), from the April 1956 issue. The fish living in the Vakhsh river, in the south of the country, where a large dam project was then underway, place a telephone call to those living in the Kairakkum reservoir, artificially created by a dam inaugurated that month (April 1956) on the Syr Darya river. The text accompanying the cartoon reads: 'In the Vakhsh: [fish speaking] "The river has become very noisy and busy. Could we move over to your place?" In Kairakkum: [other fish speaking, sarcastically] “Welcome, light of my life, at your service!”

Khorpushtak, Issue 3, 1961 (front cover).
Caption: AT THE CONSTRUCTION SITE OF THE NUREK HYDROPOWER PLANT
[Bear speaking]: “What is this horror, that has woken us from our thousand-year sleep?”