Sinologie

Persons

Director

Prof. Dr. Hans Ulrich Vogel 傅漢思

Professor, Lehrstuhl für Geschichte und Gesellschaft Chinas an der Abteilung für Sinologie, Universität Tübingen

Akademischer Werdegang

  • Seit 1994 Professor, Lehrstuhl für Geschichte und Gesellschaft Chinas, Abteilung für Sinologie, Universität Tübingen
  • 1989 Habilitation Sinologie, Fakultät für Ostasienwissenschaften, Ruhr-Universität Bochum
  • 1987-1994 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschuldozent, Sinologisches Seminar, Universität Heidelberg
  • 1983 Ph.D. Sinologie, Philosophische Fakultät, Universität Zürich
  • 1979 M.A. Sinologie, Ethnologie und Japanologie, Freie Universität Berlin

Forschungsschwerpunkte
Prof. Vogels Forschung konzentriert sich auf die Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie die Geschichte von Technik und Naturwissenschaften im vormodernen China. Er hat ausführliche Arbeiten über die lokale Verwaltung und Bodenpolitik der Taiping-Rebellen (1850-1864), zur Geschichte der Salzproduktion, des Bergbau- und Hüttenwesens, des Geldwesens und der Metrologie wie auch der Geschichte des Fußballs im vormodernen China veröffentlicht. Neuere Interessen erstrecken sich auf die Marco-Polo-Forschung, die Mandschuristik und die Rolle Chinas im Prozess der frühen Globalisierung. Gegenwärtig leitet er das Forschungsprojekt „Die Übertragung westlicher Naturwissenschaft, Technologie und Medizin ins China der späten Ming-Zeit: Konvergenzen und Divergenzen im Lichte des Kunyu gezhi 坤輿格致 (Untersuchungen des Erdinneren; 1640) und des Taixi shuifa 泰西水法 (Hydromethoden des Großen Westens; 1612)", welches von 2018 bis 2021 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt wird.

Research Project Collaborators

Dr. CAO Jin 曹晉

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin an der Abteilung für Sinologie, Universität Tübingen

Akademischer Werdegang

  • Seit 2018 Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin, Universität Tübingen
  • 2016 Visiting Fellow am Institute for Humanities and Social Sciences (IHSS) der Peking-Universität
  • 2014-2017 Academic Director am European Centre for Chinese Studies (ECCS), Beijing
  • 2012 Dr. phil Sinologie an der Universität Tübingen
  • 2007 M.A. Ältere Chinesische Geschichte an der Peking University
  • 2004 B.A. Geschichte und Wirtschaftswissenschaft an der Peking University

Forschungsschwerpunkte
Die hauptsächlichen Forschungsinteressen von Cao Jin liegen in den Bereichen der chinesischen Wirtschafts-, Wissenschafts-, und Technikgeschichte. Nach Arbeiten über die Handhabung von neu entstehendem Schwemmland und den Kupfer-Salz-Austausch zwischen Yunnan und Guangdong im qingzeitlichen China während ihres B.A.- und M.A-Studiums, widmete sie sich in ihrer Dissertation dem Thema "Bergbau und Münzproduktion in der Provinz Sichuan vom 17.-19. Jahrhundert". Diese Studie fand im Rahmen der DFG-Forschergruppe Monies, Markets, and Finance in China and East Asia, 1600-1900 statt. Nach dem Abschluss ihrer Promotion befasste sich Cao Jin mit der Metrologie und Metrosophie der Songzeit, ehe sie nach der Wiederentdeckung des verschollen geglaubten Manuskriptes des Buches Kunyu gezhi, einer chinesischen Übertragung von Georg Agricolas De re Metallica und anderer westlicher Werke aus dem 17. Jahrhundert, mit dessen Untersuchung begann. Seit 2018 sind diese Arbeiten Teil des DFG-Projektes "Die Übertragung westlicher Naturwissenschaft, Technologie und Medizin ins China der späten Ming-Zeit: Konvergenzen und Divergenzen im Lichte des Kunyu gezhi 坤輿格致 (Untersuchungen des Erdinneren; 1640) und des Taixi shuifa 泰西水法 (Hydromethoden des Großen Westens; 1612)".

Wichtige Publikationen
Neben ihrer Dissertation "Mining and Minting in Sichuan Province, Seventeenth to Nineteenth Centuries: Effects on the Regional Economy and Society" verfasste Cao Jin gemeinsam mit Hans Ulrich Vogel und Sabine Kink basierend auf einem spektakulären Kriminalfall ein in Kürze erscheinendes deutschsprachiges Lehrbuch zur Chinesischen Dokumentensprache der Qingzeit mit dem Titel Die Falschmünzerbande vom Alten Rabenhorst in Guizhou (1794) in Texten und Kontexten: Ein Lehrbuch zur chinesischen Dokumentensprache der Qing-Zeit (1644-1911). Gemeinsam mit Ulrich Theobald ist sie Herausgeberin des Sammelbandes Southwest China in Regional and Global Perspectives (c. 1600 - 1911): Metals, Transport, Trade and Society (Leiden: Brill 2018). Weitere Veröffentlichungen in englischer und chinesischer Sprache beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit der Geschichte der Münzherstellung in China, aber auch mit verschiedenen Fragen von historischer Metrologie und Metrosophie.

Sabine Kink, M.A. 金霞筆

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin und Doktorandin an der Abteilung für Sinologie, Universität Tübingen

Akademischer Werdegang

  • Seit 2018 Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin, Universität Tübingen
  • Seit 2014 Doktorandin in der Abteilung für Sinologie der Universität Tübingen
  • 2013 M.A. in Sinologie, Universität Tübingen
  • 2008 B.A. in Sinologie und Volkswirtschaftslehre, Universität Tübingen
  • 1983 Zweites Staatsexamen Pharmazie, Universität Regensburg
Project and Translation Collaborators
Associated Researchers

Dr. Alexander Jost 曹大龍

Akademischer Rat und Managing Director am European Centre for Chinese Studies at Peking University (ECCS)
Akademischer Werdegang

  • 2014- Managing Director, European Centre for Chinese Studies at Peking University
  • 2014 Promotion im Fach Sinologie, Universität Tübingen
  • 2011 Master im Fach Sinologie, Universität Tübingen
  • 2007 Magister in den Fächern Islamkunde und Allgemeine Rhetorik, Universität Tübingen

Forschungsschwerpunkte
Der Schwerpunkt der Forschungen von Dr. Jost liegt auf Themen mit Bezug zu China und der Islamischen Welt, wie z.B. die Rolle von Muslimen in der Chinesischen Gesellschaft oder die Geschichte des Austausches zwischen China und dem Nahen Osten. Ein weiteres Interessengebiet ist die Chinesische Wissenschafts- und Technikgeschichte, besonders Aspekte wie Erfindung, Innovation und Wissenstransfer.

Wichtigste Publikationen
Dr. Jost ist der Autor von From Secret Knowledge to Mass Production: The Wet Copper Industry of Song China (960-1279) (Brill, forthcoming), einer umfassenden Untersuchung des Aufstiegs und Falles der hydrometallurgischen Kupferproduktion im kaiserzeitlichen China. Darüber hinaus hat er eine Deutsche und eine Englische Übersetzung des Daye Fu, der "Rhapsodie vom Großen Schmelzen", eines epischen Prosagedichtes über Münzguss und Metallurgie aus der Songzeit veröffentlicht. Sein Artikel "'He Did not Kiss the Earth between his Hands' – Arabic Sources on the Arrivals of the Zheng He Fleet in Aden and Mecca (1419-1432)" wird gegenwärtig ins Chinesische übersetzt.

Anna Strob, M.A. 萬婷

Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Abteilung für Sinologie, Universität Tübingen

Akademischer Werdegang

  • 2016- Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Tübingen
  • 2016 MA in Sinologie, Universität Tübingen
  • 2012-2013 Lektorin an der Fremdsprachenabteilung der Universität Lanzhou, China
  • 2012 BA in Sinologie, Freie Universität Berlin

Forschungsschwerpunkte
Mit ihrem Hintergrund als Sinologin und ihrer Lehrerfahrung im Bereich Deutsch als Fremdsprache liegt der Forschungsschwerpunkt von Anna Strob auf der Vielschichtigkeit des Sprachgebrauchs in interkulturellen Kontexten. Der Wissens- und Kulturtransfer zur Zeit der jesuitischen Mission im frühen 17. Jahrhundert stand im Zentrum ihrer Masterarbeit "Aristotle's Four Elements versus the Chinese Five Phases". Auf der Grundlage einer kommentierten Übersetzung von Alfonso Vagnone's Kongji gezhi 空際格致 "Investigation into the Phenomena in the Atmosphere" untersuchte sie die Einführung aristotelischer Wissenschaftstradition ins China der späten Ming Zeit. Mit ihrer Dissertation vertieft sie die Analyse der historischen, kulturellen und sprachlichen Voraussetzungen und Bedingungen von Wissenstransfer im Kontext der frühen Globalisierung.