Sinologie

Junior-Professorin Dr. HUANG Fei 黄菲

Junior-Professorin für Geschichte und Gesellschaft Chinas an der Abteilung für Sinologie, Universität Tübingen

Akademischer Werdegang

  • 2014- Junior-Professur für Geschichte und Gesellschaft Chinas, Abteilung für Sinologie, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • 2012-2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, School of Humanities and Social Science, University of Science and Technology, Hong Kong
  • 2012 PhD in Sinologie, Universität Leiden
  • 2005 BA in Geschichte, Sun Yat-sen Universität, Guangzhou

Forschungsschwerpunkte
Jun.-Prof. Huangs Forschungsinteressen sind interdisziplinär und kombinieren Landschaftskunde, Kulturgeografie, Historische Anthropologie, Kunstgeschichte und Studien materieller Kultur im spätkaiserlichen China mit besonderem Fokus auf das Grenzgebiet Südwestchina. Sie ist überzeugt, dass es bei der Erforschung von Geschichte immer um die Menschen geht – wie Menschen sich erinnern oder Geschichten erzählen, die das Verständnis ihrer inneren und äußeren Welt widerspiegeln – sowie die Art und Weise, mit der menschliche Vorstellungen die Umwelt um sie herum formen. Indem Jun.-Prof. Huang Landschaft als objektive Natur und subjektive Kultur heranzieht, ist sie bestrebt, die Kluft zwischen "Realität" und "Vorstellung" im Prozess gegenseitiger Einflussnahme zwischen Landschaft und menschlichem Handeln zu überbrücken. Diese Herangehensweise soll weiter erkundet werden, indem die Verortung von Landschaft im täglichen sozialen Leben ins Auge gefasst wird.

Publikationen
Jun.-Prof. Huangs neueste Publikation ist Reshaping the Frontier Landscape: Dongchuan in Eighteenth-century Southwest China (Brill 2018). Dieses Werk stellt den Prozess der Erbauung der neuen umwallten Stadt Dongchuan 東川 im südwestlichen Grenzgebiet dar, der wichtigsten Kupferminenregion des Qing-Reiches im 18. Jahrhundert. Dabei wird auf der Basis von umfangreichen Archivrecherchen und ethnografischer Feldforschung analysiert, wie eine kaiserliche Landschaft unter der Federführung von Beamten konstruiert und so eine "Barbarenhöhle" in "wunderschönen Brokat" verwandelt wurde. Dies war Teil des enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels, den das Qing-Reich im Zuge seiner Expansion in die neuen Grenzgebiete brachte. Des Weiteren wurden neue Räume und Landschaften nicht nur durch die Architekten des Staates geschaffen, sondern auch durch verschiedene lokale Bevölkerungsgruppen, die in ihrem täglichen Leben auf unzählige Weisen miteinander interagierten. Dies kann durch die Analyse von Zeugnissen und Erinnerungen an "alte Zeiten" dargestellt werden. Das Buch gibt einen detaillierten Bericht über diesen intensiven historischen Prozess gegenseitiger Reflexion und wettstreitender Interaktion zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und zeigt die Einwirkung dieser Dispute auf die Landschaft in der südwestlichen Grenzregion des Qing-Imperiums auf. Außerdem hat Fei Huang Artikel in den Fachzeitschriften Late Imperial China, New History Journal und Journal of History and Anthropology veröffentlicht.