Sinologie

Chinesisch studieren in Tübingen

Liebe Studieninteressierte,

wie schön, dass ihr euch für Sinologie interessiert!
Wir hoffen, euch im Folgenden weiter für diese Fachrichtung und den Studienstandort Tübingen begeistern zu können. Und natürlich würden wir uns freuen, euch in Zukunft als Teil der Tübinger Sinologie und unserer Fachschaft begrüßen zu können!

Eure Fachschaft Sinologie Tübingen

Warum Sinologie studieren?

Die Sinologie oder "Chinese Studies" ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem vergangenen und gegenwärtigen China in all seinen politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten auf der Grundlage der chinesischen Sprache. Entsprechend breit ist das Sinologiestudium angelegt. Hier beispielhaft die Zusammensetzung des Hauptfachs in einem der Tübinger Bachelorstudiengänge:

Zusätzlich zum Hauptfach wird stets auch ein Nebenfach (bzw. ein Zweitfach) studiert, das nach eigenen Vorlieben oder Interessen gewählt werden kann. (Achtung: Für einige Neben- bzw. Zweitfächer gibt es fachspezifische Studienvoraussetzungen und Zulassungsbeschränkungen.)

Am Puls der Zeit: Berufs- und Karrierechancen

Die Berufsfelder, auf die ein Sinologiestudium vorbereitet, umfassen eine große Bandbreite von Tätigkeiten in der Wirtschaft, den Medien, im Bereich Kultur, Tourismus, Übersetzung, Betreuung von "Expats", bei Stiftungen, in Museen, in der Politikberatung, im Auswärtigen Dienst, in der schulischen und außerschulischen Bildung und Fortbildung. Der Zugang zu einem der Berufsfelder kann durch die Nebenfachwahl bestimmt werden, aber auch durch individuelles Interesse und selbstständiges Engagement zum Beispiel mittels Praktika. Nutzen Sie Ihren Chinaaufenthalt im B.A.-Studium, um vor Ort Kontakte zu knüpfen. Insbesondere unser 4-jähriger B.A.-Studiengang ist als Sprungbrett ins Berufsleben angelegt, sei es auf dem chinesischen Arbeitsmarkt, sei es auf dem China-orientierten Arbeitsmarkt hierzulande.
Schließlich ist Tübingen einer der wenigen Standorte, wo man Chinesisch auf Lehramt studieren kann. Der Lehramtsstudiengang bietet die klare Perspektive einer Anstellung in der Schule, und zwar deutschlandweit.
Nach einer Berufsphase oder gleich im Anschluss an den B.A. gibt es die Möglichkeit, ein M.A.-Studium aufzunehmen. Der Master kann die Qualifikation für bestimmte Berufsfelder verbessern und die Optionen erweitern. Wer nach abgeschlossenem Masterstudium in der Wissenschaft tätig sein will, sollte eine Promotion in Erwägung ziehen.

Warum Sinologie in Tübingen studieren?

Hervorragendes Betreuungsverhältnis

Wer eine familiäre Atmosphäre sucht, die auf gegenseitigem Respekt und Verständnis aufbaut, ist an der Tübinger Sinologie genau richtig. Keiner muss anonym bleiben, und niemand wird übersehen, der sich nicht unsichtbar macht. Man kennt sich schnell, ältere Studierende helfen gerne, die Fachschaft Sinologie ist ein Meister darin, Partys zu organisieren, und auch die Dozent*innen sind stets bereit, den Studierenden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Das Institutsgebäude hat mit dem Hölderlinturm, dem Wahrzeichen Tübingens, gemeinsam, dass es genauso lieblich senfkorngelb angestrichen ist.

Chinakompetenz

Chinakompetenz heißt, den eigenen kulturellen Horizont zu überschreiten und die Augen für China, für Land und Menschen, zu öffnen – Augen, die eines Tages auch Peking, Shanghai, den Yangzi oder den Pfirsichblütenquell in unsere Stuben "hereinsehen" können. Dafür muss man aber China nicht nur virtuell, sondern mit Haut und Haaren erleben. In Tübingen erfolgt dies durch den Auslandsaufenthalt im 4. Semester, der integraler Bestandteil des Hauptfachstudiums ist; für Studierende des berufsorientierten Bachelorstudiengangs ist sogar ein ganzes Auslandsjahr im 4. und 5. Semester inklusive Auslandspraktikum vorgesehen. Der Auslandsaufenthalt findet an der Peking-Universität statt, am von der Tübinger Sinologie mit Partneruniversitäten gegründeten European Centre for Chinese Studies at Peking University (ECCS). Es handelt sich um einen studiumsintegrierten und betreuten Auslandsaufenthalt für alle unsere Hauptfachstudierenden, der die hohe Qualität der Sprachausbildung verbürgt. Die Gewinnung von Chinakompetenz wird durch das Lehrangebot vor Ort in Tübingen abgerundet.

ECCS-Aufenthalt in Peking − links: Vorbereitung auf die Klassisch-II-Klausur; rechts: Auschillen danach.

Vielfältiges Studienangebot

Hier die Tübinger Menükarte an Sino-Studiengängen:

B. A. Sinologie/Chinese Studies (3-jährig)
Der Studiengang ist darauf angelegt, das moderne und das klassische Chinesisch in Wort und Schrift zu erlernen, ein solides Grundwissen zur Geschichte des alten und des modernen China sowie zur Politik und Gesellschaft in der Region Greater China zu erwerben und die eigenen chinabezogenen Wissensinteressen auf den verschiedensten Themengebieten zu vertiefen. Die hierfür notwendige Sprachausbildung wird durch eine hohe Anzahl an Semesterwochenstunden in den Anfangssemestern, vor allem aber durch den in das Curriculum integrierten einsemestrigen China-Aufenthalt am ECCS erzielt.

B.A. Sinologie/Chinese Studies mit berufspraktischem Schwerpunkt (4-jährig)
Das Ziel dieses Studiengangs ist es, eine praxisorientierte Ausbildung zu vermitteln, die den Erwerb fließender Sprachkenntnisse mit der Aneignung interkultureller und fachsprachlicher Kompetenzen in den drei Bereichen Wirtschaft, Medien und Energie- und Umweltmanagement verbindet und konkrete Einblicke in das Berufsleben in China durch studiumsintegrierte Praktika bietet. Auch hier legt eine intensive Sprachausbildung den entscheidenden Grundstein. Vom dreijährigen Bachelor unterscheidet sich dieser Studiengang vornehmlich durch den Praxisbezug und konkret durch den einjährigen China-Aufenthalt am ECCS.

B.Ed. Chinesisch (3-jährig) / M.Ed. Chinesisch (2-jährig)
Der Studiengang dient der Ausbildung für den Lehrerberuf, wofür nach dem Bachelorabschluss das erfolgreiche Studium des Master of Education sowie die Absolvierung des anderthalbjährigen Referendariats am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) Tübingen erforderlich ist. Ebenso wie in den beiden anderen Bachelorstudiengänge gehen die Bachelor-Lehramtsstudierenden im 4. Fachsemester zum studiumsintegrierten Auslandsaufenthalt für ein Semester ans ECCS in Peking.

M.A. Sinologie/Chinese Studies: China and the Dynamics of Globalization
Ab WS 2019/20 wird es möglich sein, den Masterstudiengang mit Fokus auf das vor- und frühmoderne China (16.-19. Jh.) komplett auf Englisch zu absolvieren. Diese Vertiefungsausrichtung kombiniert ein methodisches und inhaltliches Lehrangebot, das die Globalisierungsprozesse und die innere Dynamik der Weltgestaltung (worldmaking) durch Macht (power), Reichtum (wealth), Wissen (knowledge) und Sinngebung (meaning) umfasst, mit einer Vertiefung des Sprachunterrichts im modernen und klassischen Chinesisch. Studierende können die Hälfte des Studiums in China bzw. im Ausland verbringen und von dort Studien- und Prüfungsleistungen importieren. Zudem bietet dieser Master eine eng an der Forschung ausgerichtete Betreuung von Abschlussarbeiten.
Die moderne Vertiefungsrichtung (hauptsächlich in deutscher Sprache) legt ihren Schwerpunkt auf die Globalisierungsprozesse im chinesischen Kulturraum des 20. und 21. Jahrhunderts. Dies schließt sozial-, kultur- und geschichtswissenschaftliche Zugänge ein. Inhaltlich konzentrieren sich Studierende auf die Fragen von Kooperation und Konflikt in der Region Greater China und nehmen Institutionen und Akteure in diesem Kräftefeld in den Blick. Besonders interessant und einzigartig ist die Möglichkeit, sich im Laufe des Studiums neben Festlandchina auch mit Taiwan (in jeweils eigenen Modulen) zu beschäftigen. Flankiert wird dies durch eine erstklassige Sprachausbildung, Seminare zu Theorien und Methoden, eine intensive Betreuung der Abschlussarbeit und vielfachen Möglichkeiten zum Auslandsstudium.

M.A. Politik und Gesellschaft Ostasiens
Dieser interfakultäre Studiengang richtet sich an Studierende, die eine sozialwissenschaftliche Erforschung der Dynamik Ostasiens auf der Höhe der aktuellen Methoden- und Theoriebildung mit einer erstklassigen sprachlichen Ausbildung im modernen Japanisch oder Chinesisch verbinden möchten und ein ausgeprägtes Interesse an den gegenwärtigen Entwicklungen im ostasiatischen Raum haben, vor allem mit Blick auf Japan, Korea und Greater China, also die VR China, Taiwan, Hongkong, Macao und Singapur.

Exzellenter Sprachunterricht

Modernes Chinesisch: Lektorin Frau Wu in ihrem Element

Will man sich China tiefergehend annähern, so ist das Erlernen der chinesischen Sprache unabdingbar. Umso mehr gilt das für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit China, mit der chinesischen Geschichte oder Literatur, mit der chinesischen Gesellschaft oder Politik etc. Daher legen wir in Tübingen sehr viel Wert auf eine profunde Sprachausbildung und wenden zur Erreichung dieses Ziels viel Mühe und Energie auf.
So geht das Hauptfach im Bachelor mit einem Pensum von 12 Semesterwochenstunden Chinesisch an den Start, was für das 2. Semester beibehalten wird. Unterrichtet wird dabei nach einer ganzheitlichen Konzeption unterrichtet, bei der nicht künstlich getrennt wird, was zusammengehört: Hören, Lesen, Sprechen, Schreiben, neben Kurzzeichen auch Langzeichen, neben modernem Chinesisch auch das Klassische. Dieses Unterrichtskonzept basiert auf Achtung, im alten China mit dem Wort jing 敬 umschrieben: Achtung des Anderen in seinem Anderssein, aber auch Selbstachtung, denn nur wer Achtung und Respekt in seiner Ganzheit begreift, kann mutig und damit kreativ und innovativ sein.

Im Zusammenspiel bringen diese Ansätze einen Unterricht hervor, der unseren Studierenden im deutschlandweiten Vergleich den einen oder anderen Vorsprung verschafft.

Medienecho

(Bitte beachten: Diese beiden Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.)

Auf den Punkt gebracht

Zwar kann auch ein Sinologiestudium in Tübingen es nicht ermöglichen, dass Sie, liebe Studieninteressierte, Konfuzius jemals persönlich begegnen. Aber eines können wir Ihnen doch versichern: Wenn es so wäre, wären Sie in der Lage, sich mit ihm über Himmel, Erde, Mensch zu unterhalten, und der Meister wäre beeindruckt von Ihrem tiefen Verständnis der chinesischen Kultur.
Chinesisch zu lernen und Sinologie zu studieren ist nirgends leicht, doch in Tübingen bekommen Sie eine wundervolle Chance, Ihre ureigenen Fähigkeiten zu entfalten, Chinakompetenz zu entwickeln und damit gut gerüstet ins Berufsleben einzusteigen.

Einschreibung

Zögern Sie nicht, noch mehr Informationen anzufordern, etwa bei Ihren Studienberatern, oder sich am besten gleich einzuschreiben. Denn es wäre uns eine große Freude, Sie bald als Studentin oder Student bei uns begrüßen zu dürfen.