Sinologie

Förderung eines vollständig englischsprachigen Schwerpunktes innerhalb des MA-Studiengangs „Chinese Studies: China and the Dynamics of Globalisation“ (ab WS 2019/20) durch das ESIT-ICPL-Programm der Universität Tübingen

Die Abteilung für Sinologie wird für den Zeitraum des SS 2018 und WS 2019/20 durch das Programm "Erfolgreich studieren in Tübingen - Entwicklung innovativer Curricula und praxisorientierter Lehrmodule fördern" (ESIT – ICPL II) unterstützt. Die Förderung erstreckt sich auf die Entwicklung einer vollständig englischsprachigen Vertiefungsrichtung innerhalb des neu strukturierten, für das WS 2019/20 angebotenen „MA Sinologie/Chinese Studies: China and the Dynamics of Globalisation“. Sie besteht in der Bereitstellung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterstelle zur Entlastung der beiden Antragsteller, Prof. Dr. Hans Ulrich Vogel (Geschichte und Gesellschaft Chinas) und Prof. Dr. Achim Mittag (Chinesische Sprache, Literatur und Philosophie). Flankiert wird dies zudem durch Workshops und persönliche Beratungen von Seiten des ESIT-ICPL-Teams sowie den für Evaluation und Qualitätsmanagement, Studiengangsplanung und –entwicklung, Hochschuldidaktik, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Internationale Angelegenheiten zuständigen Dezernenten, Referenten und Mitarbeitern.

Export painting showing port of Canton around 1852; Peabody Essex Museum, Salem, Massachusetts

Inhaltlich beschäftigt sich die englischsprachige Vertiefungsrichtung dieses sinologischen Masters mit dem Zeitalter, in dem die Welt mit den Entdeckungen und Entwicklungen von neuen Transatlantik- und Transpazifikrouten in eine neue historische Phase eintrat, charakterisiert durch den nachhaltigen und irreversiblen Prozess der Globalisierung. China – bereits einflussreich als die politisch, ökonomisch und kulturell historisch dominante Macht in Ostasien – wurde ein wichtiger Teil dieses weltweiten Prozesses, der nicht nur zu einer Intensivierung der Handelstätigkeit, sondern auch des kulturellen Austausches führte. Diese neuen interzivilisatorischen Begegnungen trugen entscheidend zu fundamentalen Transformationen von Staat und Gesellschaft im spätkaiserlichen China bei.

Den theoretischen Rahmen für dieses englischsprachige Curriculum mit dem Querschnittsthema der Globalisierung bietet die innere Dynamik der Welterzeugung (Worldmaking), welche die vier Komponenten Macht (power), Reichtum (wealth), Wissen (knowledge) und Sinngebung (meaning) beinhaltet. Dieses in der historischen Soziologie gründende Konzept liefert die theoretischen und
analytischen Werkzeuge für ein umfassendes Verständnis der konstituierenden Elemente von „Zivilisationen“ und „Gesellschaften“ und ermöglicht damit produktive interzivilisatorische Vergleiche.
Das Curriculum erlaubt die Fokussierung auf eine entscheidende und prägende Phase in der chinesischen Geschichte, die weitreichende Konsequenzen für das heutige China hat. Es soll den Studierenden ermöglichen, auf der Grundlage einer soliden theoretischen und methodischen Herangehensweise Chinas Vergangenheit und seine Rolle im Globalisierungsprozess zu verstehen, um Entwicklungen dieser politischen Großmacht in Gegenwart und Zukunft adäquat interpretieren zu können.
Charakteristiken und Zielsetzungen dieses MA-Programms sind wie folgt:

  • Schaffung eines für Studierende attraktiven englischsprachigen Zuges innerhalb des sinologischen MA-Programms mit Schwerpunkt auf dem spätkaiserlichen und neuzeitlichen China, mit enger Verbindung zwischen Forschung und Lehre
  • Integration von Studierenden verschiedener nationaler Herkunft in eine Lehr- und Lerngemeinschaft
  • Förderung der Kommunikationsfähigkeit der Studierenden in der global als lingua franca dienenden englischen Schrift und Sprache
  • Exzellente Vertiefung des Sprachunterrichts im modernen und klassischen Chinesisch
  • Angebot von spezifischen Veranstaltungen mit Blick auf das thematische, theoretische und methodische Gesamtziel des Studiengangs
  • Konkrete und systematische Einbeziehung von digitalen Medien in die Lehre
  • Möglichkeit eines optionalen, für das Studium anrechenbaren ein- bis zweisemestrigen Chinaaufenthalts
  • Zusammenarbeit insbesondere mit dem China Centrum Tübingen (CCT), Erich-Paulun-Institut (EPI), eScience-Center (Digital Humanities), Career Service und der Wirtschaftswissenschaft der Universität Tübingen, um praxisbezogene Elemente teils fakultativ, teils optional mit ins Studium zu integrieren