Das Tübinger Lykien-Projekt

 

Wilhelmstr. 20, 72074 Tübingen, Tel. 07071 / 29 76986

Herzlich Willkommen

In den Jahren 1989-2001 wurden im Südwesten der Türkei, in unmittelbarer Nähe des beliebten Touristenortes Kas, unter der Leitung des Historikers Prof. Dr. Frank Kolb (Tübingen) in Zusammenarbeit mit der FH Karlsruhe und anderen Institutionen im In- und Ausland interdisziplinäre Feldforschungen auf dem Territorium der antiken Stadt Kyaneai durchgeführt, deren Ziel die komplette Erschließung der antiken ländlichenBesiedlung war. In diesem einzigartigen archäologischen Projekt wurde sowohl hinsichtlich der angewandten Methoden als auch in Bezug auf den Erkenntniszuwachs im Bereich der Siedlungsarchäologie Pionierarbeitgeleistet.

An diesem Projekt nahmen Mitarbeiter/-innen aus Dänemark, Deutschland, Österreich, Spanien, der Türkei und den USA teil, von denen viele ein Hochschulstudium abgeschlossen hatten, einige promoviert oder habilitiert waren.


Untersucht wurden Befunde und Gelände in Hinblick auf:

Für jeden der einzelnen Arbeitsbereiche des Projektes wurde stets eine optimale Verbindung dieser Wissenschaftsdisziplinen angestrebt. Im Vordergrund des Projektes stand die systematische Sammlung und Auswertung aller verfügbaren Informationen über die Siedlungsgeschichtedes betreffenden Gebietes. Geforscht wurde zu diesem Zweck nahezu ausschließlich auf der Grundlage von Oberflächen befunden. Hierzu zählen beispielsweise zahlreiche, z.T. noch sehr hochanstehende Gebäude, Mauern, typischlykische Sarkophage (s. Bild) usw., alle ohne größere Freilegungsarbeiten sichtbaren Inschriften, Keramikfragmente und andere Kleinfunde an der Oberfläche und die gesamte Umgebung mit ihren klimatischen, geologischen und topographischen Eigenheiten. Das Territorium von Kyaneai bietet dafür gute Voraussetzungen. Es ist nur sehr dünn besiedelt, die meisten antiken Reste sind seit dem Ende der byzantinischen Herrschaft um 1200 n. Chr. nahezu unberührt. So konnten auf den intensiv begangenen 106 Quadratkilometern des 130 Quadratkilometer großen Gebietes und den selektiv erforschten ca. 20 Quadratkilometer etwa 3300 antike Siedlungsreste festgestellt werden.

Dieses 1987 initiierte Projekt wurde 1989 von der Gerda-Henkel-und der Fritz-Thyssen-Stiftung, von 1990 bis 2003 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. In fachwissenschaftlichen Kreisen wird es übereinstimmend als Modell hinsichtlich Methode und Anspruch bewertet. Es schafft die Grundlagefür sozial-, wirtschafts- und kulturgeschichtliche Untersuchungenin bisher unbekannter Intensität und mit einem großen Detailreichtum. Wegen der immer stärkeren Kürzungen der öffentlichen Mittelgestalten sich die Abschlußarbeiten schwierig. Wir erlauben uns deshalb an dieser Stelle den Hinweis auf unser Spendenkonto für steuerlich voll abzugsfähige Unterstützung.

Projektpublikationen sind in erster Linie die Lykischen Studien, hrsg. v. Frank Kolb, als regelmäßiges Publikationsorgan für Einzelergebnisse der jeweiligen Kampagnen. Außerdem sind bisher 18 Monographien und ca. 60 Zeitschriftenbeiträge erschienen. Darüber hinaus ist am 16. 9. 1998 im Süddeutschen Rundfunk ein Dokumentarfilm über unser Projekt in der Reihe "Länder, Menschen, Abenteuer" ausgestrahlt worden, der seither immer wieder in den Dritten Programmen der ARD und andernorts, z.B. bei Phoenix, lief.

Vom 05. 05. bis zum 03. 10. 1999 wurde im Museum Schloß Hohentübingen die Ausstellung "Lykien - Entdeckung einer antiken Kulturlandschaft" gezeigt.


Nachfolgeprojekte:

Für weitere allgemeine Informationen per e-mail: lykien-projektspam prevention@uni-tuebingen.de.