Neuere Geschichte

Ulrich Stober

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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Fachbereich Geschichtswissenschaft der Universität Tübingen
Seminar für Neuere Geschichte
Wilhelmstr. 36
72074 Tübingen
07071 29-78505
ulrich-samuel.stoberspam prevention@uni-tuebingen.de

Sprechstunde im Wintersemester 2018/19:

Nach Vereinbarung.


Vita

seit 04/2019
Promotionsstipendiat

der Gerda Henkel Stiftung

seit 04/2019
Promotionsstipendium

der Gerda Henkel Stiftung

05/2018 - 03/2019
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

am Historischen Seminar, Abteilung für Neuere Geschichte, Universität Tübingen

seit 05/2018
Doktorand

der Geschichtswissenschaft an der Universität Tübingen (betreut durch Prof. Dr. Renate Dürr, Seminar für Neuere Geschichte)

04/2018
Erstes Staatsexamen

für das Lehramt an Gymnasien im Fach Deutsch

10/2017
Erstes Staatsexamen

für das Lehramt an Gymnasien im Fach Geschichte

07/2015 - 04/2018
Studentische Hilfskraft

am Seminar für Neuere Geschichte, Universität Tübingen (LS Prof. Dürr)

11/2014 - 06/2015
Studentische Hilfskraft

im SFB 923 „Bedrohte Ordnungen“, Teilprojekt A02 (Prof. Ridder)

04/2014 - 03/2015
Deutschlandstipendium

der Universität Tübingen

03/2014 - 12/2017
Studentische Hilfskraft

im Projekt „Edition und Kommentierung der deutschen Versnovellistik des 13. und 14. Jahrhunderts“ am Deutschen Seminar, Abteilung Germanistische Mediävistik, Universität Tübingen (LS Prof. Ridder)

10/2012 - 09/2014
Tutor

für das Proseminar I am Deutschen Seminar, Abteilung Germanistische Mediävistik, Universität Tübingen

2011-2018
Studium der Geschichte und Germanistik

an der Eberhard Karls Universität Tübingen

2010
Abitur

am Gymnasium am Romäusring Villingen-Schwenningen


Forschung

Schwerpunkte

  • Sprache und Kommunikation

  • Historische Praxeologie

  • Wissens- und Wissenschaftsgeschichte

  • Geschichte der Deutschen Literatur (bes. Literatur und Wissen)

Forschungsprojekt

Hin und Her. Sprachliche und kulturelle Übersetzungsprozesse in Spanischamerika und in Europa bei Florian Paucke SJ (1719-1780)

Im Zentrum der Untersuchung steht der handschriftliche, 1146 Seiten umfassende Bericht des Jesuiten Florian Paucke. Durch seinen beinahe zwanzigjährigen Aufenthalt bei den Mocobiern im nördlichen Teil des heutigen Argentiniens, stellt der Bericht für die Untersuchung interkultureller Übersetzungsprozesse in der Missionspraxis der Frühen Neuzeit eine außerordentlich aufschlussreiche und bis dato nur als Steinbruch genutzte Quelle dar. Bei der Analyse von Pauckes Bericht ist zwischen verschiedenen Phasen der Niederschrift zu unterscheiden, die – so die Ausgangsthese des Projekts – unterschiedliche Phasen des interkulturellen Kontakts widerspiegeln. Untersucht werden sprachliche und kulturelle Übersetzungsprozesse zwischen Europäer*innen und der lokalen Bevölkerung am Gran Chaco sowie zwischen Jesuiten und Nicht-Jesuiten in Europa. Damit möchte das Projekt einen Beitrag zur Frage, wie Kommunikation und damit wechselseitige Verständigung und wechselseitiges Verstehen von kulturell verschieden geprägten Menschen möglich ist, zu leisten

Übersetzung wird in der Arbeit als grundlegendes Element jeglicher Kommunikation, insbesondere in sprachlich und kulturell differenten Situationen verstanden. Gemäß der methodischen Verbindung von philologischen und historischen Forschungsansätzen stehen die wechselseitigen Verschränkungen dieser Übersetzungsprozesse im Fokus des Projektes. Sie werden in der Doktorarbeit vierfach untergliedert. Über die Untersuchung der in Pauckes Bericht aufscheinenden ‚sprachlichen Übersetzungsprozesse‘ (A) wird Spracherwerb und Übersetzung praxeologisch interpretiert. Damit werden auch die indigenen Akteure in den Blick genommen, die Sprache vermittelten und inhaltlich (um)prägten. Über die Interpretation der ‚kulturellen Übersetzungsprozesse‘ (B), wird das Gebiet der Mocobier als eine vielschichtig gegliederte ‚Kontaktzone‘ rekonstruiert, in der sich einfache Gegenüberstellungen von Spaniern und Indigenen im Sinne postkolonialer Studien auflösen. Weil im Zusammenhang mit der Mission ‚religiöse Übersetzungsprozesse‘ (C) auf einer besonders expliziten Verschränkung von sprachlichen und kulturellen Übersetzungsprozessen und einem beinahe unlösbaren hermeneutischen Zirkel beruhen, werden sie gesondert betrachtet. Dies impliziert auch die Untersuchung von tradierten und überformten Wissensbeständen in dieser Kommunikation. Schließlich werden ‚mediale Übersetzungsprozesse‘ (D) in den Blick genommen. Ein zentraler Bestandteil des Forschungsprojektes besteht darin, die über hundert aquarellierten Handzeichnungen Pauckes nach deren inneren Logik zu untersuchen und den jeweiligen Text-Bild-Zusammenhang zu interpretieren. Dies verknüpft sich auch mit der Frage, in welche (Bilder)Sprache Paucke die Kultur und Religion der Mocobier übersetzte, um sie den Europäer*innen in seinem Bericht verständlich zu machen.

 

Ulrich Stober wird von der Gerda Henkel Stiftung gefödert.


Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2018/19

Übung

Hin und Her. Sprachliche und kulturelle Übersetzungsprozesse im Reisebericht des Jesuiten Florian Paucke.

Archiv

  • WiSe 2012-SoSe2014: Tutorium zum Proseminar I der Germanistischen Mediävistik.
  • SoSe 2018: Übung Instauratio Magna. Eine Einführung in die neuere Wissensgeschichte der Frühen Neuzeit.