Osteuropäische Geschichte und Landeskunde

Dr. Anna Ananieva

Habilitandin

Kontakt

Hegelbau (Erdgeschoss), Wilhelmstr. 36, D-72074 Tübingen
  +49 7071 29-72388 (Sekr.)
anna.ananievaspam prevention@uni-tuebingen.de


Aktuelles Forschungsprojekt

Kulturgeschichte der Eleganz: Ästhetisierung des Lebens im langen 19. Jahrhundert (Habilitationsprojekt)

Unter dem Vorzeichen des Eleganten formiert sich im Verlauf des langen 19. Jahrhunderts ein Phänomen, das eine Steigerung des Lebens durch Ästhetisierung verspricht. Die sozialen und ästhetischen Effekte der Eleganz kommen in der Verwirklichung eines Lebensstils zum Vorschein, der sich durch Urbanität und Modernität auszeichnet. Die äußeren Merkmale einer eleganten Erscheinung entfalten sich in der Präsentation einer Person (Sprache, Kleidung, Habitus) und in der Gestaltung der privaten und öffentlichen Lebensräume (Interieur, Architektur). Unter den Bedingungen von kommunikativer Rückerstattung und performativer Umsetzung verdichten sie sich zu einem lebensstilbildenden Konzept und werden im sozialen Handeln durch die Beteiligung an spezifischen kulturellen Praktiken, insbesondere der Geselligkeit, Unterhaltung und Freizeit, realisiert.

Das Forschungsvorhaben geht den sozialen und medialen Konstellationen sowie den kulturhistorischen Szenarien der Eleganz nach. Die vielfältigen Strategien von Ästhetisierung des Lebens werden in ihrer jeweils markanten historischen Form erfasst und analytisch rekonstruiert. Den Ansätzen einer transnationalen Geschichtsschreibung verpflichtet, kartiert das Vorhaben eine europäische Topografie der ‚eleganten Welt’. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen zirkulierende Medien, allen voran Zeitungen und Zeitschriften. Sie berichten ausführlich über die urbanen Lebenswelten in europäischen Metropolen und sind maßgeblich, so die These des Vorhabens, an der Erzeugung von Inszenierungswerten einer neuen eleganten Gemeinschaft beteiligt. Insbesondere trägt der neue Typus der belletristischen Zeitung zu einer Ästhetisierung des Lebens bei, indem er den kulturellen Konsum - von der materiellen Kultur über gesellige Praktiken bis hin zu Musik, Dichtung und Philosophie - in den Mittelpunkt eigener medialer Praktiken stellt. Das Potenzial solcher vermittelter Konzepte der Eleganz und ihrer Inszenierungswerte wird über die Printmedien hinaus anhand von Bildmedien und Sachkultur ausgelotet.

Siehe auch: Aktuelle Forschung


2016 bis 2018
Research Fellow

an der Queen Mary University (Department of Russian) im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen des EU-Programms "Horizont 2020"

2013 bis 2015
Projektleiterin

des BKM-Projekts "Zirkulation von Nachrichten und Waren" am Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde und dem Ludwig Uhland Institut für Empirische Kulturwissenschaft

2013 bis 2015
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

am Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Universität Mainz

2011 bis 2015
Akademische Mitarbeiterin

am Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde der Universität Tübingen

2009
Promotion

Erschienen als: Russisch Grün. Eine Kulturpoetik des Gartens im Russland des langen 18. Jahrhunderts. Bielefeld 2010.

2007 bis 2010
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

am Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft der Universität Bonn

2003 bis 2008
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

am SFB 434 "Erinnerungskulturen" der Universität Gießen

1992 bis 1998
Studium

Slavistik und Germanistik an der Staatlichen Universität Kazan' und der Universität Gießen

Ämter, Mitgliedschaften, Fellowships

2014 - 2015 Fachberaterin der Sendereihe von MDR und ARTE "Diesseits von Eden - Osteuropas Gartenträume im 18. und 19. Jahrhundert"
Seit 2011 Mitglied der Modern Language Association New York, des Deutschen Slavistenverbandes und des Forums Vormärz Forschung e.V. Bielefeld
Seit 2010 Mitglied der Pückler Gesellschaft - Verein für die Erhaltung und Erforschung historischer Gärter e.V. Berlin und der Bücherei des Deutschen Gartenbaus e.V. Potsdam
2010 - 2012 Koordinatorin der Doktorand*innengruppe "Raum und Herrschaft: stadt und Garten als Kommunikations-, Disziplinierungs-, und Wissensraum in Europa" der Universität Mainz
2010 - 2011 Postdoc-Stipendiatin im Rahmen der Initiative "Pro Geistes- und Sozialwissenschaften" an der Universität Mainz

Forschungsschwerpunkte

  • Russische und deutsche Kultur- und Literaturgeschichte im europäischen Kontext
  • Theorie und Praxis der gestalteten Räume (Interieur, Garten, Stadt)
  • Dinge und kulturelle Praktiken
  • Intermediale und interkulturelle Transfers
  • Historische Semantik und Kulturgeschichte der Eleganz
  • Erinnerungskulturen
  • Historische Presse