Osteuropäische Geschichte und Landeskunde

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2022

Vorlesungen & Repetitorien

Das große Experiment. Die Geschichte der Sowjetunion, 1917-1945 (Maike Lehmann)

Veranstaltungsform:

Vorlesung

Dozentin: Dr. Maike Lehmann
Termin: 2 st., Mi 10-12 Uhr
Beginn: 20.04.2022
Ort:

Geographisches Institut, Hörsaal Geowissenschaften S320, Hölderlinstraße 12.

Voraussetzungen: Für Teilnehmende aller Semester. Keine Anmeldung erforderlich.
 
Inhalt

Als die Bolschewiki nach 1917 ihre Macht etablierten, ging es nicht nur darum, einen imperialen Staatsapparat komplett umzukrempeln oder die Wirtschaft eines agrarischen Landes auf ganz neue Grundlagen zu stellen. Es ging um die radikale Neuformierung von Mensch, Natur und Gesellschaft im ersten sozialistischen Staat der Welt. Um diesem Experiment mit seinen Visionen, seinen fatalen Folgen und seiner nachhaltigen Wirkung für eine multiethnische Gesellschaft habhaft zu werden, beleuchtet die Vorlesung Kernelemente der sowjetischen Geschichte von der Revolution bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Neben der Herausbildung der Herrschaftsstrukturen, der staatlichen Propaganda und Konflikten in der Führungselite wird der Fokus vor allem auf der Entwicklung von Kultur und Gesellschaft im Zentrum wie an der nationalen Peripherie liegen.

Einführende Literatur

Ronald Suny, The Soviet Experiment. Russia, the USSR, and the Successor States. New York/Oxford 2010²; Sheila Fitzpatrick, Everyday Stalinism. Ordinary Life in Extraordinary Times. Soviet Russia in the 1930s, Oxford 1999; Dietmar Neutatz, Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert, München 2013.

Zwischen Reform und Revolution: Das Russische Reich im 19. Jahrhundert (Ingrid Schierle)

Veranstaltungsform: Repetitorium
Dozentin: Ingrid Schierle
Termin 2 st., Mo 10-12 Uhr
Beginn: 25.04.2022
Ort: Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (Raum 29)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal
Bemerkungen: Keine Russischkenntnisse notwendig
 
Inhalt

Das Repetitorium gibt anhand ausgewählter Quellentexte und der neuesten Forschungsliteratur einen Überblick über zentrale Ereignisse, Strukturen und Entwicklungen in der Geschichte des Russischen Reichs vom Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Einführende Literatur

Manfred Hildermeier, Geschichte Russlands: vom Mittelalter bis zur Oktoberrevolution, München 2013; Andreas Kappeler, Russland als Vielvölkerreich. Entstehung, Geschichte, Zerfall, München 2008; Dominic Lieven (Hrsg.), The Cambridge History of Russia. Vol. 2: Imperial Russia, 1689-1917, Cambridge 2006; Helmut Altrichter et al. (Hrsg.), Deutschland-Russland. Bd. 2: Das 19. Jahrhundert, Berlin/Boston 2020.

Hauptseminare

Sozialistische Subjekte. Individuum, Staat und Gesellschaft in der Sowjetunion, 1917-1991 (Maike Lehmann)

Veranstaltungsform: Hauptseminar
Dozentin: Dr. Maike Lehmann
Termin 3 st., Di 10-13 Uhr
Beginn: 26.04.2022
Ort: Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (R. 29)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal
Bemerkungen: Aktive Teilnahme auf Grundlage von ca. 40 Seiten Sitzungslektüre in deutscher und englischer Sprache. Die Kenntnis von Sprachen der Sowjetunion ist keine Voraussetzung, wenn auch von Vorteil. Studienleistung: 3 Exzerpte zur Sekundärliteratur; ‚Adoption‘ einer Quelle. Hausarbeit 20-25 Seiten.
 
Inhalt

Einen ‚Neuen Menschen‘ zu schaffen war ein Projekt der Moderne, das sich nicht allein auf die Sowjetunion beschränkte. Aber im Unterschied zu vergleichbaren Ambitionen etwa im Dritten Reich oder dem faschistischen Italien hat sich dieser Anspruch im ersten sozialistischen Staat über drei Generationen sowie ethnische Trennlinien hinweg im Zuge umwälzender gesellschaftlicher Brüche von Bürger-, Welt- und Kaltem Krieg über forcierte Industrialisierung und Staatsterror bis hin zum Aufbruch in eine sozialistische Konsumgesellschaft und den Reformversuchen der Perestroika fortgeschrieben. Was bedeutete dieses politische Projekt für Subjektivierungsprozesse in einer heterogenen Gesellschaft? Wie wirkt es sich auf die Selbstentwürfe einzelner aus? Und inwiefern ist dies mit anderen modernen Gesellschaften (nicht) vergleichbar?

Diese Fragen haben die Forschung zur Sowjetunion der letzten zwei Jahrzehnte nachhaltig mitbestimmt. Das Seminar will auf Grundlage theoretischer Texte zu Subjektivierung und Selbsttechniken diese Forschungsdiskussion aufgreifen und für verschiedene Konstellationen (z.B. Generation, Ethnizität, Geschlecht, soziale Gruppen) reflektieren. Letzteres soll vor allem in der dritten Stunde der Seminarsitzungen in Rückgriff auf staatliche Propaganda, Tagebücher, sowjetische Literatur und Briefe erfolgen.

Einführende Literatur

Jochen Hellbeck & Peter Fritzsche, The New Man in Stalinist Russia and Nazi Germany, in: Beyond Totalitarianism. Stalinism and Nazism Compared, hrsg. von Sheila Fitzpatrick / Michael Geyer, Cambridge 2008, S. 302-344; Lew Kopelew, Und schuf mir einen Götzen. Lehrjahre eines Kommunisten, Göttingen 1996 [1979]; Anna Krylova, The Tenacious Liberal Subject in Soviet Studies, in: Kritika 1,1 (2000), S. 119-146; Fyodor Mochulsky, Gulag Boss. A Soviet Memoir, Oxford 2011; Stepan Podlubny, Ein Tagebuch aus Moskau, 1931-1939, hrsg. von Jochen Hellbeck, München 1996; Donald Raleigh, Soviet Baby Boomers. An Oral History of Russia’s Cold War Generation, Oxford 2012; Alexey Yurchak, Everything Was Forever Until It Was No More. The Last Soviet Generation, Princeton 2006.

Jugoslawien 1991/92: Krise, Zerfall, Konflikt (Daniela Simon, Lorena Popović, Luka Babić)

Veranstaltungsform: Hauptseminar
Dozent*innen: Daniela Simon, Lorena Popović, Luka Babić
Termin 2 st., Do 10-12 Uhr
Beginn: 21.04.2022
Ort: Seminarraum des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (Mohlstr. 18)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal
 
Inhalt

2022 jährt sich der 30. Jahrestag der Auflösung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Durch das Ende des Sozialismus im Osten- und Südosten Europas ab 1989 veränderte sich die politische Landschaft Europas nachhaltig. In Jugoslawien führten die interethnischen sowie die politischen und ökonomischen Konflikte zwischen den einzelnen Republiken und Provinzen zu den ersten Kriegen innerhalb Europas seit 1945. Angestoßen durch die Unabhängigkeitserklärungen Sloweniens und Kroatiens 1991 verließen 1992 auch die Teilrepubliken Bosnien und Herzegowina sowie Mazedonien auf Grundlage des Selbstbestimmungsrechts der Völker die sozialistische Föderation. Die seit 1974 geltende Verfassung hatte jeder der sechs Teilrepubliken weitreichende Autonomie mit eigenem Parlament, Regierung und Verfassung garantiert. Die autonomen Provinzen Kosovo und Vojvodina erhielten einen Sitz im achtköpfigen jugoslawischen Präsidium. Wie konnte es dennoch zum blutigen Zerfall Jugoslawiens mit 150.000-200.000 Todesopfern und ca. 4,5 Millionen Geflüchteten und Vertriebenen kommen?

In diesem Hauptseminar erarbeiten wir gemeinsam die Hintergründe des Zusammenbruchs der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und richten besonderes Augenmerk auf die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationsprozesse. Das Lernziel ist die Erörterung von Grundfragen der Geschichte Jugoslawiens und seiner Nachfolgestaaten durch die Auseinandersetzung mit den Geschehnissen von 1991/92.

Einführende Literatur

Marie-Janine Calic: Geschichte Jugoslawiens, München 2018; Dejan Djokic (Hrsg.): Yugoslavism. Histories of a Failed Idea, 1918–1992, London 2003; Holm Sundhaussen: Jugoslawien und seine Nachfolgestaaten 1943–2011. Eine ungewöhnliche Geschichte des Gewöhnlichen, Wien u.a. 2012; Sabrina P: Ramet: The Three Yugoslavias. State-Building and Legitimation 1918–2005, Washington 2006.

Proseminare

Russland und Asien im 18. Jahrhundert (Ingrid Schierle)

Veranstaltungsform: Proseminar
Dozentin: Ingrid Schierle
Termin 3 st., Mi 10-13 Uhr (inkl. Tutorium)
Beginn: 20.04.2022
Ort: Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (Raum 29)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal
Voraussetzungen: Keine Russischkenntnisse notwendig.
Leistungsanforderungen: Lektüre von ca. 40 Seiten Text pro Sitzung. Aktive Teilnahme an den Diskussionen im Proseminar. Klausur, Hausarbeit.
 
Inhalt

Im 18. Jahrhundert bewegte die Frage „Wo endet Europa, wo beginnt Asien“ nicht nur die Kartographen. Das kontinentale Argument als kulturelle Grenze wurde vor allem für Russland bedeutsam: Was bedeutete „Asien“ in Russland, das sich als europäische Großmacht verstand und zugleich immer weiter in Asien expandierte?

Das Proseminar führt in die Methoden und Fragestellungen der Geschichte der Neuzeit ein. Inhaltlich wird es sowohl um den asiatischen Teil des Russländischen Imperiums als auch um die wechselseitigen Beziehungen zu asiatischen Nachbarstaaten, in erster Linie zu China, gehen. Wir verfolgen die Diskussion um den Ural als Grenze, als deren Ergebnis das Russländische Imperium in einen europäischen und einen asiatischen Teil kartographisch gegliedert wurde. Wir begeben uns auf die Spuren von Kosaken und Forschungsreisenden in Sibirien und im Fernen Osten. Außerdem steht die Analyse der russisch-chinesischen Verträge von Nerčinsk (1689) und Kjachta (1727) sowie der Berichte russischer Gesandtschaften nach China auf dem Programm. Abschließend werden wir überprüfen, ob die These Jürgen Osterhammels von der „Entzauberung Asiens“ im 18. Jahrhundert auch auf das Russländische Imperium zutrifft.

Einführende Literatur

Gregory Afinogenov: Spies and Scholars. Chinese Secrets and Imperial Russia’s Quest for World Power, Cambridge/London 2020; Giulia Cecere: Wo Europa endet. Die Grenze zwischen Europa und Asien im 18. Jahrhundert, in: Christof Dipper / Ute Schneider: Kartenwelten. Der Raum und seine Repräsentation in der Neuzeit, Darmstadt 2006, S. 127-145; Andreas Kappeler: Rußland als Vielvölkerreich: Entstehung, Geschichte, Zerfall, München 2008; Jürgen Osterhammel: Die Entzauberung Asiens. Europa und die asiatischen Reiche im 18. Jahrhundert, München 1998; Andreas Renner: Peter der Große und Russlands Fenster nach Asien, in: Historische Zeitschrift 306 (2018), S. 71-96; Sören Urbansky: Beyond the Steppe Frontier. A History of the Sino-Russian Border, Princeton/ Oxford 2020.

Übungen

Körper, Krankheit, Kommunismus: Gesundheitspolitik und Alltagserfahrungen in der Sowjetunion (GM1: Einführung in das wissenschaftliche Lesen und Schreiben) (Alexa von Winning)

Veranstaltungsform: Übung
Dozentin: Dr. Alexa von Winning
Termin

3 st., Mo 13-16 Uhr

Beginn: 25.04.2022
Ort: Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (Raum 29)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal
Bemerkungen: Diese Veranstaltung ist speziell für die Studieneingangsphase konzipiert und sollte daher möglichst im ersten Fachsemester besucht werden. Keine Russischkenntnisse notwendig. Die Übung ist zweistündig konzipiert, die dritte Stunde ist vorgesehen für Einzelbesprechungen von schriftlichen Arbeiten.
 
Inhalt

Mit der Einführung einer kostenlosen und universellen Gesundheitsversorgung in den 1930er Jahren nahm die Sowjetunion weltweit eine Vorreiterrolle ein. Es entstand ein flächendeckendes Netz aus medizinischen Einrichtungen und das Land konnte im internationalen Vergleich hohe Prokopfraten von Ärzt:innen und Krankenhausbetten vorweisen. Während die Propaganda diese Errungenschaft feierte, kämpfte die sowjetische Bevölkerung im Alltag mit zahlreichen Schwierigkeiten. Als unter Gorbatschow eine schonungslose Bestandsaufnahme der sowjetischen Realität möglich wurde, kamen viele Missstände ans Licht. Enthüllungen zu fehlenden Medikamenten, Krankenhausbetten ohne Wasseranschluss und Abtreibungen ohne Betäubung erschütterten das Vertrauen der Bevölkerung und den Mythos des fortschrittlichsten Gesundheitssystems der Welt.

 

Am Beispiel der sowjetischen Gesundheitspolitik bietet die Übung eine Einführung in wissenschaftliches Lesen und Schreiben. Wissenschaftliches Argumentieren ist zentraler Bestandteil des Geschichtsstudiums. Auf Grundlage von Texten, die gemeinsam gelesen und analysiert werden, lernen Sie in dieser Übung grundlegende Verfahren wissenschaftlichen Argumentierens. Sie verfassen Essays, für die Sie inhaltliches und methodisches, aber auch sprachliches und stilistisches Feedback erhalten. Der abschließende Essay am Ende der Veranstaltung wird als Modulprüfung in Grundmodul 1 angerechnet.

Einführende Lektüre

Frances L. Bernstein/Christopher Burton/Dan Healey (Hrsg.): Soviet Medicine. Culture, Practice, and Science, DeKalb 2010; Mark G. Fields, Soviet Medicine, in: Roger Cooter/John Pickstone (Hrsg.): Companion to Medicine in the Twentieth Century, London 2003, S. 51–66.

Über/Leben im Staatssozialismus. Texte und Quellen zu Politik und Alltag in der Sowjetunion, 1917-1945 (Maike Lehmann)

Veranstaltungsform: Übung
Dozentin: Dr. Maike Lehmann
Termin

2 st., Di 16-18 Uhr

Beginn: 26.04.2022
Ort: Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (Raum 29)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal
Anforderungen: Keine Russischkenntnisse notwendig. Leistungsnachweise: Aktive Teilnahme und eine Diskussionsleitung zu einer ausgewählten Quelle.
 
Inhalt

Die Übung will die gesellschaftlichen Umwälzungen im Zuge des Aufbaus des Sozialismus in der Sowjetunion vornehmlich anhand von Quellen und flankierenden Hintergrundtexten in den Blick nehmen. Es werden verschiedene Stimmen zum sowjetischen Projekt diskutiert: vom Bürgerkriegshelden zum Parteiführer, von der Bäuerin zum Arbeiter, dem ausländischen Journalisten zur Avantgarde-Künstlerin, dem orthodoxen Gläubigen und der zentralasiatischen Muslima, bis hin zum degradierten Adligen, aufstrebenden Aktivisten und Lagerinsassen.

Die Quellen und Texte korrespondieren mehrheitlich mit dem Programm der Vorlesung ‚Das große Experiment. Die Geschichte der Sowjetunion, 1917-1945‘. Die Übung kann aber auch unabhängig von der Vorlesung besucht werden.

Einführende Lektüre

Choi Chatterjee et al. (Hrsg.)), Everyday Life in Russia Past and Present, Bloomington 2015; Sheila Fitzpatrick, Everyday Stalinism. Ordinary Life in Extraordinary Times. Soviet Russia in the 1930s, Oxford 1999; Julia Obertreis, Tränen des Sozialismus. Wohnen in Leningrad zwischen Alltag und Utopie 1917-1937, Köln 2004; Yuri Slezkine, Das Haus der Regierung. Eine Saga der Russischen Revolution, München 2018.

Casting the Caucasus: Tourism, Travel, and Leisure at the Edge of Empire (Ben Bamberger)

Veranstaltungsform: Übung
Dozent: Ben Bamberger, PhD
Termin

2 st., Do 10-12

Beginn: 21.04.2022
Ort: Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (Raum 29)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal
 
Inhalt

Since the nineteenth century, the Caucasus has been one of the most popular destinations for Russian tourists seeking rest. From the snowcapped peaks of Svaneti to the healing springs of Piatigorsk, the rocky beaches of Abkhazia to the vineyards of Kakheti, the Caucasus emerged as a key site for rest and recuperation, made famous in the stories and poetry of Alexander Pushkin, Mikhail Lermontov, and many others. In this course, we will examine how leisure – whether tanning on a beach or trekking through mountain passes, was serious business that helped to create the Caucasus as we know it.

We will engage a wide variety of sources in our examination of tourist practices, including literature, periodicals, and films. The core of this course will focus on the Soviet experience, and the ways that tourism and travel were a fundamental part of the Soviet experiment. In doing so, we will examine the continuity of tourist practices and the ways that tourism was linked to the project of empire in the region. Students will develop stronger analytical skills and the ability to critically read primary source texts by connecting them to larger themes like modernity, gender, nation, and empire. Course assignments will primarily involve essays in English.

Einführende Lektüre

Susan Layton, Russian Literature and Empire: Conquest of the Caucasus from Pushkin to Tolstoy, Cambridge 1994; Diane Koenker, Club Red: Vacation Travel and the Soviet Dream, Ithaca 2013; Anne Gorsuch, All This is Your World: Soviet Tourism at Home and Abroad after Stalin, Oxford 2011; On land and on sea (Na sushe i na more), 1929-1941; Alexander Pushkin, A Journey to Arzrum, selected others.

Russisch für Historiker (Kurs 2) (Ingrid Schierle)

Veranstaltungsform: Übung
Dozentin: Ingrid Schierle
Termin 4 st., Mo 16 -18 Uhr, Do 16-18 Uhr
Beginn: 21.04.2022
Ort: Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (Raum 29)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal 
Voraussetzungen: Russischkenntnisse sind notwendig
 
Inhalt

Der Kurs wendet sich an alle, die sich für russische Geschichte interessieren. Auf dem Programm steht eine intensive Lektüre von Quellen und Literatur zur russisch-sowjetischen Geschichte.

Literatur

Die Texte werden ausgegeben.

Grundlagentexte der russisch-sowjetischen Geschichte: Die 1990er Jahre (Ingrid Schierle)

Veranstaltungsform: Übung
Dozentin: Ingrid Schierle
Termin

2 st., Mi 16-18 Uhr

Beginn: 20.04.2022
Ort: Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (Raum 29)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal
Bemerkungen: Russischkenntnisse sind notwendig
 
Inhalt

Die Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion werden oft als „wilde 1990er“ („lichie devjanostye“) und eine Phase des dramatischen wirtschaftlichen Niedergangs, der Armut, Kriminalität und Korruption beschrieben. Eine andere Sichtweise sucht diese gängige Etikettierung als Propagandaformulierung („propagandistskij štamp“) zu entlarven und betont den gesellschaftlichen Aufbruch dieser Übergangszeit als „Erfahrung der Freiheit“ („opyt svobody“).

In der Übung nähern wir uns diesem Jahrzehnt der Transformation über seine Sprache und Rhetorik. Die Auswahl der Textsorten, die wir besprechen und übersetzen werden, reicht von Zeitungsartikeln, wissenschaftlichen Beiträgen, Reden, „offenen Briefen“ von Personen des kulturellen Lebens, soziologischen Umfragen bis hin zu Liedtexten.

Ziel ist es, anhand der kritischen Lektüre der Texte in Grundfragen der Forschung zur Umbruchphase der 1990er Jahre einzuführen und ein russisch-deutsches Glossar zu erstellen.

Literatur

Die Texte werden ausgegeben. Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen: Dossiers zu den 1990er Jahren: www.dekoder.org/de/dossier/wilde-1990er-jahre-aufloesung-sowjetunion.

Einführung in die Geschichte der Ukraine (17.-18. Jahrhundert) (Ingrid Schierle)

Veranstaltungsform: Übung
Dozentin: Ingrid Schierle
Termin 2 st., Do 14-16 Uhr
Beginn: 21.04.2022
Ort: Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (Raum 29)
Anmeldung: Online-Anmeldung über das alma-Portal 
 
Inhalt

Die Teilregionen der heutigen Ukraine gehörten im Laufe der Geschichte zu 14 verschiedenen Staaten. Im Zentrum der Übung wird das Zeitalter der Kosaken, der „freien Krieger“ und Wehrbauern, in der ukrainischen Geschichte des 17.-18. Jahrhunderts stehen.

Mitte des 17. Jahrhunderts bildete sich im Gebiet der heutigen Ukraine ein Herrschaftsverband der Kosaken, das sogenannte Hetmanat, heraus, das sich gegen die polnische Herrschaft erhob. Diese Heeresorganisation mit einem gewählten Anführer, dem Hetman, an der Spitze wurde zum politischen Akteur, der in Auseinandersetzung mit Polen-Litauen und dem Moskauer Reich im 17. und mit dem Russländischen Reich im 18. Jahrhundert um Autonomie rang.

Am Beispiel des Hetmanats und seiner egalitären Militärorganisation werden wir zunächst Strukturprinzipien frühneuzeitlicher Herrschaftsbildungen und Traditionen ukrainischer Staatlichkeit analysieren. In einem weiteren Schritt werden wir das Zeitalter der Kosaken als Fallbeispiel konkurrierender Erinnerungsnarrative besprechen.

Literatur

Andreas Kappeler, Kleine Geschichte der Ukraine, 5. aktualisierte und überarbeitete Auflage, München 2019; Ders., Ungleiche Brüder. Russen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München 2017; Ders., Das historische Erbe der Ukraine: Schichten und Elemente: Ein Essay, in: Osteuropa 71 (2021), S. 85-108; Zenon Kohut, Russian Centralism and Ukrainian Autonomy: Imperial absorption of the Hetmanate, 1760s - 1830s, Cambridge, Mass. 1988; Carsten Kuhmke, Führer und Geführte bei den Zaporoger Kosaken. Struktur und Geschichte kosakischer Verbände im polnisch-litauischen Grenzland (1550-1648), Wiesbaden 1993; Serhii Plokhy, The Cossacks and Religion in Early Modem Ukraine, Oxford 2001.

Kolloquium / Oberseminar

Kolloquium: Neuere Forschungen zur Osteuropäischen Geschichte (Maike Lehmann)

Veranstaltungsform: Kolloquium
Dozentin: Dr. Maike Lehmann
Termin 2 st., Mo 18-20 Uhr
Beginn: 25.04.2022
Ort:

Großer Übungsraum des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde (R. 29)

Voraussetzungen: Für alle, die sich für Osteuropäische Geschichte interessieren. Keine Anmeldung erforderlich. ECTS-Punkte können durch regelmäßigen Besuch und die Abfassung eines Essays erworben werden.
 
Inhalt

Im Rahmen des Kolloquiums werden interessante neue Studien erörtert und aktuelle Forschungsdiskussionen besprochen.