Osteuropäische Geschichte und Landeskunde

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019-20

Vorlesungen

Geschichte der Raumfahrt (Prof. Dr. Klaus Gestwa)

Veranstaltungsform: Vorlesung
Dozent: Prof. Dr. Klaus Gestwa
Termin: Fr, 12 c.t. - 14 Uhr
Beginn: 25.10.2019
Ort: Hörsaal, OSA Keplerstr. 2
Anmeldung:

Für Teilnehmende aller Semester. Keine Anmeldung erforderlich.

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Inhalt

Den 50. Jahrestag der Mondlandung von Apollo 11 am 21. Juli 1969 bietet den Anlass für die Vorlesung, um in historischer Perspektive die Raumfahrt als technisches, kulturelles und politisches Phänomen zu untersuchen. Dabei geht es weniger um die für Experten zweifellos interessanten technischen Entwicklungen. Erläutert werden vor allem die politischen Hintergründe und wirtschaftliche Ziele, die militärische Pläne und die sozialkulturelle Nutzung von Raketen, Shuttles, Satelliten sowie Raumstationen, um die Einbildungskraft der Menschen zu vereinnahmen, Macht zu demonstrieren und Zukunft zu imaginieren.

Die Vorlesung stellt zunächst die wichtigsten Vordenker der Raumfahrt vor, u.a. Jules Verne, Konstantin Ciolkovskij, Hermann Oberth. Anschließend wird die Militarisierung der Raketen zur zerstörerischen Fernlenkwaffen thematisiert, so der Einsatz der von einem Ingenieursteam um Wernher von Braun entwickelten V-2 zu Ende des Zweiten Weltkriegs. Besondere Bedeutung kommt dem Wettlauf ins All zu, der unter den Bedingungen des Kalten Kriegs zu einem Ersatzschlachtfeld wurde und dafür sorgte, dass die Raketentechnologie enorme Investitionsmittel erhielt. Höhepunkt dieses Raumfahrtbooms waren neben der US-Mondlandung vor allem die sowjetischen Erfolge im Kosmos wie der Sputnik 1957, Jurij Gagarin 1961, Valentina Tereschkova 1963 und die Raumstation Mir 1986.

Neben den beiden Supermächten realisierten weitere Staaten ambitionierte Raumfahrtprogramme, um damit ihre Leistungskraft zu unterstreichen und Prestige zu erwerben. Seit den 1970er Jahren dient beispielsweise die ESA dazu, dem europäischen Einigungsprozess zu kosmischer Sichtbarkeit zu verhelfen. Zuletzt hat China mit spektakulären Erfolgen und großen Visionen Aufmerksamkeit in der Weltöffentlichkeit erzielt.

Zu Ende der Vorlesung wird die Entwicklung der Raumfahrt nach Ende des Kalten Kriegs, die Geschichte der ISS, der Weltraumtourismus und die seit neuestem zu beobachtende Privatisierung der Raumfahrt (z.B. SpaceX von Elon Musk) behandelt. Zudem wird auf populärkulturelle kinematographische Repräsentationen der Raumfahrt eingegangen (Star Treck, Star Wars, Alien sowie die Welle neuer Weltraumfilme).

Einführende Lektüre
  • Karsten Werth: Ersatzkrieg im Weltraum. Das US-Raumfahrtprogramm in der Öffentlichkeit der 1960er Jahre, Frankfurt/Main 2006.
  • Michael J. Neufeld: Wernher von Braun. Visionär des Weltraums, Ingenieur des Krieges, München 2009.
  • Igor J. Polianski/ Matthias Schwartz (Hrsg.): Die Spur des Sputnik. Kulturhistorische Expeditionen ins kosmische Zeitalter, Frankfurt/Main 2009.
  • Douglas Brode/Leah Deyneka (Hrsg.): Myth, Media, and Culture in Star Wars. An Anthology, Lanham 2012.
  • Sarah Bridger: Scientists at War. The Ethics of Cold War Weapons Research, Cambridge, Mass. 2015.
  • Ulli Kulke: '69. Der dramatische Wettlauf zum Mond, Stuttgart 2018.
  • André T. Hensel: Geschichte der Raumfahrt bis 1970. Vom Wettlauf ins All bis zur Mondlandung, Berlin/Heidelberg 2019.

Hauptseminare

Wissenschaft, Technik und Umwelt im Kalten Krieg (Prof. Dr. Klaus Gestwa)

Veranstaltungsform: Hauptseminar
Dozent: Prof. Dr. Klaus Gestwa
Termin: Di, 10 c.t. - 13 Uhr
Beginn: 22.10.2019
Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: Online-Anmeldung über Campus
Anforderungen:

Die Vorbereitung auf alle Sitzungen durch eine sorgsame Lektüre ausgewählter (oft englischsprachiger) Fachliteratur und Quellen wird erwartet. Eigenständige Recherchearbeit und Diskussionsfreude werden vorausgesetzt. Auf die studentischen Präsentationen und die gemeinsame Seminardiskussion entfällt jeweils die Hälfte der Sitzung.

 
Inhalt

Neben den unversöhnlichen Ideologien von Kommunismus und Kapitalismus ließ vor allem die Entwicklung moderner Technologien den Kalten Krieg zu einem radikalen Zeitalter werden. Auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs entstanden mächtige militärisch-industriell-akademische Komplexe, die als ziemlich beste Feinde durch Modi der Konfrontation, Konkurrenz und Kooperation miteinander verbunden waren. Zudem wurden durch Formen der Wissenschafts- und Technikdiplomatie neue Formen internationaler Abhängigkeit geschaffen.

Im Seminar werden neben der militärisch-zivilen Nutzung moderner Technologie und Wissenschaft die damit einhergehenden massiven Umweltschäden erörtert. Themen der einzelnen Sitzungen sind u.a. die Polarforschung, die Raumfahrt, die Wasser-und Atomkraft, die Computerindustrie und die Ökologiediskurse wie der 1972 veröffentlichte Alarmbericht des Club of Rome.

Einführende Lektüre
  • J. R. McNeill/Corinna R. Unger (Hrsg.): Environmental Histories of the Cold War, Cambridge 2010.
  • Bernd Greiner u.a. (Hrsg.): Macht und Geist im Kalten Krieg, Hamburg 2011.
  • David Reynolds: Science, Technology, and the Cold War, in: Melvyn P. Leffler/Odd Arne Westad (Hrsg.), The Cambridge History of the Cold War, Vol. 3: Endings, New York 2011, S. 378–399.
  • Akira Iriye (Hrsg.), Geschichte der Welt, 1945 bis heute: Die globalisierte Welt, München 2013.
  • Naomi Oreskes/John Krige (Hrsg.), Science and Technology in the Global Cold War, Cambridge/Mass. 2014.

Proseminare

Glaube und Atheismus: Religion, Politik und Gesellschaft in der sowjetischen Geschichte (Alexa von Winning, M.A.)

Veranstaltungsform: Proseminar
Dozentin: Alexa von Winning, M.A.
Termin: Mi, 10 c.t. - 13 Uhr (inkl. Tutorium)
Beginn: 16.10.2018
Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: Online-Anmeldung über Campus
Anforderungen:

Keine Russischkenntnisse notwendig. Lektüre von ca. 50 Seiten Text pro Sitzung (oft in englischer Sprache), aktive Teilnahme an den Diskussionen im Proseminar, Referat oder Übernahme schriftlicher Aufgabe, Klausur, Hausarbeit.

 
Inhalt

Im Jahr 1905 schrieb Lenin: „Die Religion ist das Opium des Volkes. Die Religion ist eine Art von geistigem Fusel, in dem die Sklaven des Kapitals ihr menschliches Antlitz und ihre Ansprüche auf ein halbwegs menschenwürdiges Leben ertränken.“ Als die Bolschewiki mit der Oktoberrevolution 1917 die Macht in Russland übernahmen, wurde diese klassenkämpferische Polemik zur Politik. Staatliche Angriffe richteten sich vor allem gegen die Russisch Orthodoxe Kirche, die größte religiöse Institution des Landes und frühere Staatskirche, aber auch andere Konfessionen sollten ausgemerzt werden und dem „wissenschaftlichen Atheismus“ weichen.

 

Das Proseminar wird – anhand von Sekundärliteratur und übersetzter Quellen – die Konfrontation zwischen Glaube und Atheismus bis zum Ende der Sowjetunion 1991 untersuchen. Tatsächlich wandelte sich die anti-religiöse Politik mehrfach und ermöglichte Formen von Kooperation und Adaptation aufseiten der Kirche. Volksfrömmigkeit, Glaube im Untergrund und religiöser Dissenz werden ebenfalls beleuchtet. Bis zur Weihnachtspause werden wir uns auf die russische Orthodoxie konzentrieren. Im Januar werden sich die Studierenden in zwei Gruppen eigenständig mit dem Islam und dem Judentum befassen und mit ihren Ergebnissen jeweils eine Sitzung gestalten.

Einführende Lektüre
  • Nadežda A. Beljakova/ Thomas Bremer/ Katharina Kunter: "Es gibt keinen Gott!". Kirchen und Kommunismus. Eine Konfliktgeschichte, Freiburg/ Basel/ Wien 2016
  • Dominic Erdozain (Hrsg.): The Dangerous God. Christianity and the Soviet Experiment., DeKalb 2017.
  • Victoria Smolin, A Sacred Space is Never Empty, Oxford 2018.

Übungen

Die Friedliche Revolution 1989 in der DDR (Dr. Maria Schubert)

Veranstaltungsform: Übung
Dozentin: Dr. Maria Schubert
Termin:

Die Übung findet als Blockseminar statt.

Einführungssitzung + 1. Sitzung: 18.10–19.10. (Freitag, 16:00–18:00; Samstag, 10:00–16:00)

Blockseminar II: 22.11–23.11. (Freitag, 16:00–20:00; Samstag 10:00–16:00)

Blockseminar III: 10.1.–11.1. (Freitag, 16:00–20:00; Samstag 10:00–16:00).

Beginn: 18.10.2019
Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: Online-Anmeldung über Campus
Anforderungen: Die Teilnahme an allen drei Blockterminen ist Voraussetzung für die Einschreibung. Eine intensive Lektüre von Fachliteratur und Quellen sowie eine engagierte Vorbereitung der Gruppenpräsentationen und aktive Teilnahme an den Diskussionen werden erwartet.
 
Inhalt

Die Filmaufnahmen von jubelnden und sich umarmenden Menschen aus Ost und West an der gerade geöffneten Staatsgrenze in der Nacht des 9./10. Novembers 1989 rufen nach wie vor große Emotionen hervor. Während es viele bis heute als Wunder empfinden, dass sich der Mauerfall so friedlich ereignete, verweisen andere auf die scheinbare Gesetzmäßigkeit eines baldigen Zusammenbruchs des maroden Wirtschaftssystems der DDR. In aktuellen medialen und politischen Diskursen erfährt die Friedliche Revolution wiederum kontroverse Deutungen und wird von verschiedenen Seiten vereinnahmt. 

In der Lehrveranstaltung werden sowohl die innergesellschaftlichen als auch die internationalen Faktoren, die zur Friedlichen Revolution in der DDR führten, näher in den Blick genommen. Wichtige Akteure und der Verlauf des Jahres 1989/1990 stehen dabei im Zentrum. Wir beschäftigen uns mit den zentralen Ergebnissen der zeithistorischen Forschung und ordnen die aktuellen Debatten zur Deutung der Revolutionsjahre historisch ein.

Einführende Lektüre
  • Veronika Albrecht-Birkner: Freiheit in Grenzen. Protestantismus in der DDR, Leipzig 2018.
  • Ilko-Sascha Kowalczuk: Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR, München 2009.
  • Ehrhart Neubert: Unsere Revolution. Die Geschichte der Jahre 1989/90, München/Zürich 2008.
  • Michael Richter: Die Friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90, Göttingen 2009
  • Mary Sarotte: The Collapse. The Accidental Opening of the Berlin Wall, New York 2014.
  • Gerd-Rüdiger Stephan / Daniel Küchenmeister (Hrsg.), „Vorwärts immer, rückwärts nimmer!“ Interne Dokumente zum Zerfall von SED und DDR 1988/89, Berlin 1994; www.jugendopposition.de.

Jagdgeschichte(n). Macht und Tier, Mensch und Natur im Fadenkreuz der Historiographie (Timm Schönfelder, M.A.)

Veranstaltungsform: Übung
Dozent: Timm Schönfelder, M.A.
Termin:

Di, 14 c.t. - 16 Uhr

Beginn: 22.10.2019
Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: Online-Anmeldung über Campus
Anforderungen:

Erwartet wird die Vorbereitung auf alle Sitzungen durch eine sorgsame Lektüre ausgewählter, teils englischsprachiger, Fachliteratur. Eigenständige Recherche und hohe Diskussionsfreude werden vorausgesetzt.

 
Inhalt

Jüngst ist die Jagd zum Politikum geworden. An der Frage, ob Wölfe in Deutschland zum Abschuss freigegeben werden sollen, entzündete sich auch eine grundlegende Kritik am weidmännischen Selbstverständnis. Dabei wird das Ausgreifen wilder Tiere in urbane Siedlungsräume vielerorts als Bedrohung wahrgenommen. Diese Verunsicherung belebt überkommene Klischees und idealisierte Naturvorstellungen wieder. Die Komplexität des Problems entzieht sich jedoch einfachen Lösungen. Vor diesem Hintergrund diskutiert die Übung den gewandelten Stellenwert des Tieres in der Gesellschaft, um daraus historisch fundiertes Orientierungswissen zu generieren.

Mithilfe des methodisch-theoretischen Rüstzeugs der Human-Animal Studies wollen wir die Wildtierjagd in ihrer Vielfalt vom späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart betrachten. Wenngleich der geographische Schwerpunkt auf Europa liegt, werden auch indigene und koloniale Jagdpraktiken in den Blick genommen. Über das Mensch-Tier-Verhältnis hinaus untersuchen wir Repräsentationsformen von Macht, Männlichkeit, Gewalt und Unterdrückung. Während die noch sehr jungen Human-Animal Studies auf oft ebenso provokante wie innovative Weise etablierte Disziplingrenzen überwinden, handelt es sich bei der Jagd um eine der ältesten Kulturpraktiken der Menschheit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde sie zunehmend verwissenschaftlicht und staatlich reglementiert. Dabei ersetzte die Sportjagd vielerorts die Jagd zum reinen Nahrungserwerb. Das trifft bis heute auf deutlichen Protest von Tierschützern.

Die Geschichte der Jagd eröffnet ein umfangreiches gesellschaftliches Panorama. Ihre Traditionen und Ideologien wollen wir konsequent dekonstruieren.

Einführende Lektüre
  • Roland Borgards/ Esther Köhring/ Alexander Kling  (Hrsg.): Texte zur Tiertheorie, Stuttgart 2015.
  • Matt Cartmill, A View to a Death in the Morning. Hunting and Nature through History, Cambridge/ London 1993.
  • Peter Dinzelbacher (Hrsg.), Mensch und Tier in der Geschichte Europas, Stuttgart 2000.
  • Gabriela Kompatscher et al., Human-Animal Studies, Münster / New York 2017.
  • Carl Alexander Krethlow (Hrsg.): Hofjagd, Weidwerk, Wilderei. Kulturgeschichte der Jagd im 19. Jahrhundert, Paderborn 2015.
  • Mensch und Tier. [Themenheft] Aus Politik und Zeitgeschichte 8–9 (2012) (Online-Zugriff).
  • Edward I. Steinhart: Black Poachers. White Hunters. A Social History of Hunting in Colonial Kenya, Oxford et al. 2006.
  • Helmut Suter: Honeckers letzter Hirsch. Jagd und Macht in der DDR, Berlin 2018.
  • Markus Wild, Tierphilosophie zur Einführung, Hamburg ³2013.

Russland und Asien im 18. und 19. Jahrhundert (Ingrid Schierle)

Veranstaltungsform: Übung
Dozentin: Ingrid Schierle
Termin: Di, 16 c.t. - 18 Uhr
Beginn: 22.10.2019
Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: Online-Anmeldung über Campus
Anforderungen: Keine Russischkenntnisse notwendig
 
Inhalt

Im 18. Jahrhundert bewegte die Frage „Wo endet Europa, wo beginnt Asien“ nicht nur die Kartographen. Das kontinentale Argument als kulturelle Grenze wurde vor allem für Russland bedeutsam: Was bedeutete „Asien“ in Russland, das sich als europäische Großmacht verstand und zugleich seine asiatischen Grenzen immer weiter ausdehnte?

In der Übung wird es sowohl um den asiatischen Teil des Imperiums als auch um die wechselseitigen Beziehungen zu asiatischen Nachbarstaaten, in erster Linie zu China und dem Osmanischen Reich, gehen. Wir verfolgen die Diskussion um den Ural als Grenze, in deren Ergebnis das Reich in einen europäischen und einen asiatischen Teil kartographisch gegliedert wurde und diskutieren den Umgang mit dem mongolischen Erbe der Selbstherrschaft im Zuge der Inkorporierung von Khanaten seit dem 16. Jahrhundert. Auf internationaler Ebene begeben wir uns auf die Spuren von Reisenden, Händlern, Missionaren und Gesandten auf der Seidenstraße und anderen Wegen in die asiatischen Reiche. Abschließend werden wir überprüfen, ob die These Jürgen Osterhammels von der „Entzauberung Asiens“ im 18. Jahrhundert auch auf das Russische Reich zutrifft.

Einführende Lektüre
  • Giulia Cecere: Wo Europa endet. Die Grenze zwischen Europa und Asien im 18. Jahrhundert, in: Christof Dipper/ Ute Schneider: Kartenwelten. Der Raum und seine Repräsentation in der Neuzeit, Darmstadt 2006, S. 127–145.
  • Otto Hoetzsch, Russland in Asien. Geschichte einer Expansion, Stuttgart 1966.
  • Andreas Kappeler: Rußland als Vielvölkerreich: Entstehung, Geschichte, Zerfall. München 2008.
  • Jürgen Osterhammel: Die Entzauberung Asiens. Europa und die asiatischen Reiche im 18. Jahrhundert, München 1998.
  • Andreas Renner: Peter der Große und Russlands Fenster nach Asien, in: Historische Zeitschrift 306 (2018), S. 71–96.
  • Viktor Taki, Tsar and Sultan: Russian Encounters with the Ottoman Empire, London 2016.

Vom „Rückständigkeitstopos“ zum „Lebensraum im Osten“. Parameter und Institutionen der deutschen „Ostforschung“ (Ingrid Schierle)

Veranstaltungsform:

Übung
Dozentin: Ingrid Schierle
Termin: Do, 10 c.t. - 13 Uhr
Beginn: 17.10.2019.

Im Rahmen der Übung ist eine Exkursion in das Institut für Auslandsbeziehungen (Stuttgart) am 23. Januar 2020 geplant.

Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: Online-Anmeldung über Campus
Anforderungen: Keine Kenntnisse osteuropäischer Sprachen notwendig
 
Inhalt

Die Entwicklung der Russlandkunde in Deutschland ist eng mit der Geschichte der Universität Tübingen verwoben. Hier machten Professoren nach Aufenthalten in Sankt Petersburg, Moskau oder Sibirien Russland zum Thema ihrer Vorlesungen. In der Übung verfolgen wir das Bild, das die Spezialisten entwarfen und das im 18. und 19. Jahrhundert vom Topos der „zivilisatorischen Rückständigkeit“ Russlands geprägt war. In einem zweiten Schritt diskutieren wir den Beitrag der „Ostforschung“ zu nationalsozialistischen Ideologemen wie dem „Lebensraum im Osten“ und dem „Volksdeutschtum“. Auf einer dritten Ebene geht es um die Tätigkeit der Ostexperten in SS-Sondereinheiten bei der Besetzung weiter Teile Osteuropas im Zweiten Weltkrieg.

Im Rahmen der Übung ist eine Exkursion nach Stuttgart geplant, die mit den Bibliotheksbeständen des Instituts für Auslandsbeziehungen zur Geschichte des Auslandsdeutschtums bekannt machen soll.

Einführende Literatur
  • Dietrich Beyrau: Ein unauffälliges Drama. Die Zeitschrift Osteuropa im Nationalsozialismus, in: Osteuropa 55 (2005), S. 57–86.
  • Alexander Brückner: Die Europäisierung Rußlands: Land und Volk, Gotha 1888.
  • Gabriele Camphausen: Das Rußlandbild in der deutschen Geschichtswissenschaft 1933 bis 1945, in: Hans-Erich Volkmann (Hrsg.), Das Rußlandbild im Dritten Reich, Köln, Weimar, Wien 1994, S. 257–283.
  • Dietrich Geyer: Ostforschung im Dritten Reich: Bemerkungen zu einem Persilschein in Langfassung, in: Osteuropa 51 (2001), S. 733–739.
  • Ingo Haar: Historiker im Nationalsozialismus. Deutsche Geschichtswissenschaft und der „Volkstumskampf“ im Osten, Göttingen 2002.
  • Katharina Kucher/ Corinna Kuhr-Korolev/ Tetiana Sebta/ Nataliia Sinkevych: Kriegsbeute in Tübingen. Eine Urkunde Peters des Großen, Seilschaften der Osteuropaforscher und die Restitution, in: Osteuropa 66 (2016), S. 149–167
  • Stefan Lehr: Ein fast vergessener "Osteinsatz". Deutsche Archivare im Generalgouvernement und im Reichskommissariat Ukraine, Düsseldorf 2007.
  • Eduard Mühle: 'Ostforschung'. Beobachtungen zu Aufstieg und Niedergang eines geschichtswissenschaftlichen Paradigmas, in: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 46 (1997), S. 317–350. 

Russisch für Historiker (Kurs 2): Lektüre von Texten zur russisch-sowjetischen Geschichte (Ingrid Schierle)

Veranstaltungsform: Übung
Dozentin: Ingrid Schierle
Termin Mo, 16 c.t. - 18 Uhr; Do, 14 c.t. - 16 Uhr
Beginn: 17.10.2019
Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: Online-Anmeldung über Campus
Anforderungen:

Grundkenntnisse des Russischen notwendig.

 
Inhalt

Der Kurs wendet sich an alle, die sich für russische Geschichte interessieren. Auf dem Programm steht eine intensive Lektüre von Quellen und Literatur zur russisch-sowjetischen Geschichte.

Literatur

Die Texte werden ausgegeben.

Grundlagentexte zur russischen Geschichte (Ingrid Schierle)

Veranstaltungsform: Übung
Dozentin: Ingrid Schierle
Termin:

Mi, 16 c.t. - 18 Uhr

Beginn: 16.10.2019
Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: Online-Anmeldung über Campus
Anforderungen:

Russischkenntnisse werden vorausgesetzt.

 
Inhalt

Die Übung führt ein in die Lektüre von Quellen zur sowjetischen Geschichte. Auf dem Programm stehen ausgewählte Beispiele verschiedener Textsorten wie Belletristik, Publizistik, Tagebücher, Briefwechsel, politische Reden, Reiseberichte, Autobiographien und Schulbücher.  Ziel ist es, anhand einer kritischen Lektüre der Texte in Grundfragen und Forschungsdiskussionen der sowjetischen Geschichte einzuführen.

Literatur

Die Texte werden ausgegeben.

Kolloquium / Oberseminar

Kolloquium: Neuere Forschungen zur Osteuropäischen Geschichte (Prof. Dr. Klaus Gestwa)

Veranstaltungsform: Kolloquium
Dozent: Prof. Dr. Klaus Gestwa
Termin Montag, 18 c.t. – 20 Uhr
Beginn: 21.10.2019
Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: keine Anmeldung erforderlich
Leistungsnachweis:

ECTS-Punkte können durch regelmäßigen Besuch und die Abfassung eines Essays erworben werden.

 
Inhalt

Für alle, die sich für Osteuropäische Geschichte interessieren. Im Rahmen des Kolloquiums finden Vorträge statt, in denen laufenden oder gerade abgeschlossene Studien zur Diskussion gestellt werden.

Oberseminar für fortgeschrittene Studierende, Examenskandidat*innen und Doktorand*innen (Prof. Dr. Klaus Gestwa)

Veranstaltungsform: Oberseminar
Dozent: Prof. Dr. Klaus Gestwa
Termin Termine nach Vereinbarung
Ort: R. 28 (gr. Übungsraum) im Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde
Anmeldung: keine Anmeldung erforderlich
Bemerkungen: Für fortgeschrittene Studierende, Examenskandidat/innen und Promovierende. Keine Anmeldung erforderlich.
 
Inhalt

Im Oberseminar stellen Examenskandidat/innen und Promovierende ihre Studien zur Diskussion. Es finden Studientage und Kompaktsitzungen statt, auf denen ausgewählte Fachliteratur und Filme gemeinsam erörtert werden.

Des Weiteren gibt es Sitzungen zur Vorbereitung auf die mündlichen Staatsexamensprüfungen und zur Abfassung der wissenschaftlichen Arbeit (Zulassungsarbeit).

Das Programm und die jeweiligen Termine werden zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.