Christopher Seiberlich

Christopher Seiberlich ist seit August 2017 Doktorand am Seminar für Zeitgeschichte.


Wissenschaftlicher Werdegang

Seit 2019
Promotionsstipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung

Seit 2017
Doktorand am Seminar für Zeitgeschichte (Prof. Dr. Jan Eckel)

2016
Staatsexamen in Geschichte und Germanistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Staatsexamensarbeit: Die »aktive Außenpolitik« Schwedens unter der Regierung Palme I (1969–1976)

2013
Studium der Geschichte, Germanistik und Theaterstudien an der Göteborgs Universitet

2009 - 2012 und 2014 - 2016
Studium der Geschichte, Germanistik und Lateinischen Philologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

2010 - 2012 und 2014 - 2016
Tutor für Alte Geschichte, studentische Hilfskraft in der Neueren deutschen Literatur sowie Mentor für die Staatsexamensvorbereitung in der Neueren deutschen Literatur

2012 - 2016
Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes


Forschung

Aktuelle Projekte

Dissertationsprojekt:

Die Sozialdemokratie und die postkoloniale Ordnung der Welt (Arbeitstitel)

Betreuer: Prof. Dr. Jan Eckel

Zwischen 1969 und 1974 wurden in Europa neun sozialdemokratisch geführte Regierungen gebildet, die allesamt eine außenpolitische Erneuerung proklamierten, den Willen zur Übernahme »internationaler Verantwortung« bekundeten und mit der bisherigen Außenpolitik ihrer Länder brachen. Als besonders wichtiges Feld der Profilierung und Neuausrichtung stellte sich die Politik gegenüber dem globalen Süden heraus.

Das Dissertationsprojekt möchte erforschen, wie Regierungen in den »langen siebziger Jahren« sozialdemokratische Außenpolitik neu gestalteten, indem sie sich mit den Themen und Problemen der entstehenden postkolonialen Ordnung auseinandersetzten. Hierzu untersucht es die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland, der Niederlande und Schwedens von 1969 bis in die frühen 1980er Jahre anhand des Ringens um eine neue Weltwirtschaftsordnung und anhand der Politik gegenüber dem südlichen Afrika. Die Dissertation fragt nach gewandelten Diagnosen und Beobachtungen, aus denen sich die außenpolitischen Aufbrüche speisten, nach der Übersetzung dieser Ideen in politisches Handeln sowie nach den Wirkungen, Folgen und Reichweiten der Außenpolitik.

Das Promotionsvorhaben verbindet die Geschichte der Sozialdemokratie mit der Geschichte der Nord-Süd-Beziehungen. Darüber hinaus leistet es einen Beitrag zu Diskussionen über die Transformation der internationalen Ordnung seit den 1970er Jahren, indem es neu entstehende Politikfelder, Veränderungen im Auftreten und der medialen Inszenierung außenpolitischer Akteure sowie die Überlagerung von Kaltem Krieg und Dekolonisierung beleuchtet. Schließlich trägt das Projekt zur Verortung der 1970er und 1980er Jahre in der Zeitgeschichte bei, indem es Annahmen über den »Beginn der Gegenwart« überprüft, vergangene Zukunftsvorstellungen analysiert und zeitgenössisch denkbare, aber »abgebrochene Wege« in die Zukunft offenlegt.


Publikationen

Aufsätze

  • »Ausgleich zu Hause und draußen«. Solidaritätsrhetorik und die Neukonzeption der westdeutschen und schwedischen Außenpolitik in den 1970er-Jahren, in: Archiv für Sozialgeschichte 60 (2020), S. 213–235.

Tagungsberichte

  • Solidarity and Humanitarianism in the Global South between Decolonization and the Cold War (1960s-1980s), Berlin 28.-29.09.2020, in: H-Soz-Kult, 20.11.2020.

  • Perceptions of Apartheid in Western Europe 1960-1990, Hamburg 13.-15.09.2018, in: H-Soz-Kult, 07.11.2018.

  • Dieser Tagungsbericht ist in deutscher Übersetzung erschienen: Perceptions of Apartheid in Western Europe 1960-1990, in: Zeitgeschichte in Hamburg 2018, hrsg. von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Hamburg 2019, S. 100-108.

Rezensionen

  • Rezension zu: Steffen Fiebrig / Jürgen Dinkel / Frank Reichherzer (Hrsg.): Nord/Süd. Perspektiven auf eine globale Konstellation. Berlin / Boston 2020, in: sehepunkte 21 (2021), Nr. 4.

  • Rezension zu: Rother, Bernd; Larres, Klaus (Hrsg.): Willy Brandt and International Relations. Europe, the USA, and Latin America, 1974-1992. London 2018, in: H-Soz-Kult, 04.06.2019.