Prof. Dr. Dorothee Kimmich

Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2013/2014

"Geschichten vom Recht" (PS II / Aufbaumodul / GLW 2 Teil III)

Recht und Literatur gehören schon deshalb immer wieder zusammen, weil Autoren auch immer wieder Juristen sind und waren: Cicero, Novalis, Flaubert, Heinrich Heine und Ingeborg Bachman.

Im Seminar wollen wir literarische Texte besprechen, die dem Recht begegnen, die Frage nach seiner Legitimation stellen oder in denen Porotagonisten versuchen, dem Recht zu entgehen.

Wir beginnen mit Schiller, lesen Kleist, Stifter, Kafka, Dürrenmatt, aber auch Texte der Gegenwartsliteratur.

Die literarischen Texte des Seminars sind auf eigene Kosten zu besorgen. Sie werden nirgendwo zum Download angeboten.

Anmeldung: Per Mail.

Sommersemester 2013

"Heinrich von Kleist" (PS II / Aufbaumodul / GLW 2 Teil III)

Mit Kleists Texten werden uns im Sommersemester Erzählungen und Dramen begegnen, die von der „Erschütterung aller Gewißheiten“ (Jochen Schmidt) zeugen, von menschlichen, moralischen, juristischen und metaphysischen Katastrophen.

Gleichzeitig soll das Seminar einen Überblick über die wichtigsten Strömungen der Kleistforschung bieten. Um die Deutung der Texte Kleists ist ein „veritbale[s] wissenschaftliche[s] Kriegsgeschehen[]“ (Franz M. Eybl) entbrannt. Welche Ansätze sind für welche Texte besonders plausibel? Von welchen literaturtheoretischen Prämissen gehen die Lektüren aus?

Die Primärtexte werden nirgendwo zum Download angeboten. Zu Anfang des Semesters erhalten Sie einen Seminarplan – besorgen Sie sich dann die entsprechenden Texte.

Vorab lohnt sich ein Blick in die Prosasammlung, die bei Reclam erschienen ist (Heinrich von Kleist: Sämtliche Erzählungen und andere Prosa).

Anmeldung: Per Mail.

Wintersemester 2012/2013

"Theorien der Autorschaft" (PS II / Aufbaumodul / GLW 2 Teil III)

Der „Tod des Autors“ in den 1960er Jahren hat den Umgang mit Texten wesentlich verändert, neue Zugänge ermöglicht, manche endgültig mit einem Tabu belegt. Während autobiographische Fehlschlüsse so einerseits bei Textanalysen weiterhin methodisch prekär sind, schleicht sich der Autor andererseits, gewissermaßen durch die Hintertür, auf das Schlachtfeld der Theorie zurück. Es interessiert beispielsweise sein Geschlecht (Gender) und sein möglicher Migrationshintergrund, um sein Schreiben verschiedenen Kontexten zuordnen zu können. Nicht zuletzt wirbelt die aktuelle Diskussion um das Urheberrecht alle Fragen auf, die man an das Konzept „Autor“ stellen kann.

In ihrem Band zur „Rückkehr des Autors“ konstatieren Fotis Jannidis u. a.: „Die Geschichte des Autors ist nicht die von einer ungeregelten Autorschaft zu einer disziplinierten, von einer autorunabhängigen zu einer autorzentrierten Konzeption. Zutreffender dürfte eine Beschreibung erst dann sein, wenn sie berücksichtigt, daß es ein Set von Möglichkeiten der Konzeptionierung des Autors gibt, aus denen unter verschiedenen Bedingungen einzelne prämiert werden, ohne daß damit konfligierende Konzepte immer ganz ausgeschlossen wären.“

Im Seminar wollen wir uns mit einer Auswahl an (synchron und diachron verhandelten) Theorien zur Autorschaft auseinandersetzen.

Voraussetzung zur Teilnahme ist die Bereitschaft, sich mit „schwierigen“ Texten auseinanderzusetzen. Empfohlen ist die Teilnahme erst im fortgeschrittenen Grundstudium.

Anmeldung: Per Mail.

Sommersemester 2012

"Friedrich Dürrenmatt" (PS II / GLW 2 Teil III)

(aus für Studierende der Internationalen Literaturen offen)

Friedrich Dürrenmatt ist eine Wiederentdeckung wert, besonders wenn man nach der Leistung spezifischer Textsorten fragt. Drama ist nicht gleich Erzählung, ein Hörspiel ist ein Hörspiel, Autobiographisches ist nicht gleich Fiktion (oder doch?) und Kriminalromane müssen immer auch die in ihrer Form vorausgesetzten Poetologie transzendieren und karikieren.

Im Seminar werden Texte zum Einen in Bezug auf diesen Aspekt untersucht. Darüber hinaus diskutieren wir Dürrenmatt als Macht- und Moraltheoretiker, versuchen uns an einer Inventarisierung und Deutung gängiger Topoi und diskutieren im Zusammenhang mit den „Stoffen“ aktuelle Theorien zur Autobiographieforschung.

Literatur zur Vorbereitung (keine letztgültige Lektüreliste!): Grieche sucht Griechin, Justiz, Durcheinandertal, Stoffe, Der Besuch der alten Dame, Die Panne, Der Richter und sein Henker, Der Verdacht, Das Versprechen,

Anmeldung: Per Mail.

Die Texte werden nirgendwo zum Download angeboten. Besorgen Sie sich bitte selbstständig Kopien oder Originale.

Wintersemester 2011/2012

"Literatur 2000-2010" (PS II / GLW2 Teil III)

Mit der Wende zum 21. Jahrhundert lässt sich mit Autoren wie Rilke, Musil und Hofmannsthal kaum mehr etwas Definitives sagen über das Subjekt und die Gesellschaft als seinem diskursiven Kontext. Stattdessen sind Symptome einer „Krise“ zu beobachten, die Wahrnehmung und grundlegende Werte gleichermaßen erfassen, damit Unruhe stiften, aber auch als Befreiung erlebt werden.

Es stellt sich die Frage, ob man für die Literatur ab 2000 eine ähnliche Janusköpfigkeit attestieren darf. Sind wir noch modern? Postmodern oder gar schon post-postmodern? Reaktionär, damit wieder „nur“ modern? Womit setzen sich Texte der letzten zehn Jahre auseinander und vor allem: wie? Welche gesellschaftlichen, natur- oder geisteswissenschaftlichen Diskurse greifen sie auf? Wie können Texte der „nuller Jahre“ überhaupt jenseits subjektiver Vorlieben literaturwissenschaftlich gelesen und adäquat beschrieben werden?

– Neben inhaltlich-diskursiven Überlegungen will das Seminar vor allem die ästhetischen Verfahren der kontemporären Literatur beschreiben. Wir lesen u.a. Texte von Peter Wawerzinek, Wilhelm Genazino und Brigitte Kronauer.


Anmeldung: per Mail
Leistungsnachweise: Hausarbeit, Referat, regelmäßige Teilnahme, 4-malig: Abgabe eines Thesenpapiers zur Sitzungsvorbereitung
Anmerkung: Die literarischen Texte müssen Sie sich eigenständig besorgen (d.h. leihen, kopieren oder kaufen!) – es werden keine Kopiervorlagen zur Verfügung gestellt.

Sommersemester 2011

"Literarische Auseinandersetzungen mit '68" (PS II)

„...ich kenne die Atmosphäre der Zeit. Ich kenne die Typen“, behauptet die Autorin Sophie Dannenberg selbstbewusst in einem Interview zu ihrem Roman Das bleiche Herz der Revolution. Der Text rechnet – satirisch und bissig – mit dem ab, was wir gemeinhin „’68“ nennen.
Dass es durchaus nicht immer einfach ist zu sagen, was genau geschehen ist im Deutschland der späten 60er Jahre, welche Bewertungen das Geschehene zu erfahren hat und welche Konsequenzen die „Revolution ’68“ bis heute hat oder zu haben scheint – all das ist in den letzten Jahren immer wieder Gegenstand verschiedenster Debatten geworden (vgl. Doering-Manteuffel: Nach dem Boom: Perspektiven auf die Zeitgeschichte seit 1970).
Im Seminar wollen wir uns literarischen Auseinandersetzungen mit dem Phänomen und dem Mythos „’68“ widmen; denn auch Literatur über „’68“ konstruiert „’68“ – mit ihren eigenen narratologischen und ästhetischen Mitteln. U.a. lesen wir Texte von Uwe Timm, Peter Schneider, Zoë Jenny und Michel Houellebecq.

Anmeldung: per Mail
Leistungsnachweise: Hausarbeit, Referat, regelmäßige Teilnahme, 14-tägig: Abgabe eines Thesenpapiers zur Sitzungsvorbereitung
Anmerkung: Die literarischen Texte müssen Sie sich eigenständig besorgen (d.h. leihen, kopieren oder kaufen!) – es werden keine Kopiervorlagen zur Verfügung gestellt.

Wintersemester 2010/2011

"Geschlecht und Konstruktion in der Literatur der Jahrhundertwende" (PS II)

Sommersemester 2010

"Unvollständige Familien in der Literatur des Bürgerlichen Realismus" (PS II und EPG II)

Wintersemester 2009/2010

"Adalbert Stifter: Kürzere Erzählungen" (PS II)