Yuzhong Chen

Kontakt: yuzhong.chenspam prevention@student.uni-tuebingen.de

Projektbeschreibung

Ästhetik des Hexameters: Zur Vollendung des deutschen Hexameters an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert bei Goethe, Schiller und Hölderlin

Die vorhandenen Forschungen zum Hexameter sind vorwiegend Metrenforschung oder Gattungsuntersuchung. Selbstverständlich gibt es stilistische Untersuchungen zur Dichtkunst der drei Dichter, aber eine Analyse zum Stilwandel der Hexameterdichtung bei Goethe, Schiller und Hölderlin im literaturgeschichtlichen Kontext der deutschen Lyrik und deren Anverwandlung von antiken Metren bleibt eine Forschungslücke. Im diesem Sinne bedeutet „Vollendung des deutschen Hexameters“ zweierlei: erstens bedeutet es, wie die drei Dichter dieses Versmaß auf eigene Weise meisterhaft genutzt haben und zweitens wie sich diese literarische Entwicklung von Goethe bis Hölderlin vollzogen hat. Meine Forschung ist daher nicht nur ein Beitrag zur Metrenuntersuchung, sondern versteht sich auch als eine ästhetische Sprach- und Stilanalyse, die aufzuzeigen versucht, dass hinter dem Stilwandel schließlich ein Sprachwandel steckt.

In meiner Forschung stehen die hexametrischen Gedichte (da der Pentameter mit dem Hexameter sehr nah verwandt ist und normalerweise nur mit dem Hexameter zusammen verwendet wird, um ein elegisches Distichon zu bilden, wird hier der Pentameter als eine Variante des Hexameters angesehen und mit untersucht) von Goethe, Schiller und Hölderlin im Zentrum stehen. Erstens sollen ihre Gedichte miteinander verglichen werden, um die Unterschiede zwischen ihnen herauszufinden und um eine Entwicklungslinie zu erkennen und herauszuarbeiten. Zweitens sollen ihre Gedichte mit den relevanten Texten von Klopstock, Voß und den Gebrüdern Schlegel etc. und ggf. sogar mit damaligen Übersetzungen aus dem Griechischen und Lateinischen verglichen werden, um zu erkennen, inwiefern diese Ansätze und Texte die drei Dichter beeinflusst haben. Die Gedichte sollen auch mit relevanten antiken Werken im Original verglichen werden, um mithilfe der Ergebnisse der beiden anderen Vergleiche den potentiellen Stil- und Sprachwandel zu beweisen.

(Die Arbeit wurde am 07. September 2018 an der Philosophischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen als Dissertation im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft unter dem Titel "Hölderlins Archipelagus. Mythos, Philosophie, Gattungspoetik" eingereicht.)