Prof. Dr. Dorothee Kimmich

Wintersemester 2018/19

Leitfaden für Prüfungsleistungen

Den Leitfaden für Prüfungsleistungen - dieser betrifft insbesondere auch die formale Gestaltung der Hausarbeit - können Sie hier herunterladen.

Die Frist für die Einreichung der Hausarbeiten im Wintersemester 2018/19 ist der 15. April 2019.

Aktuelle Lehrveranstaltungen

OS: Robert Walser

„Ich schreibe das Prosastück, das mir hier entstehen zu wollen scheint, in stiller Mitternacht, und ich schreibe es für die Katz, will sagen, für den Tagesgebrauch.“ Schreiben für die Katz: So könnte die Poetologie von Robert Walser lauten. Was die „Katz“ sein könnte, gilt es allerdings erst herauszufinden. 

Robert Walser wurde erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Seine Biographie, aber auch die Publikationsgeschichte seiner Werke haben zu dieser späten Rezeption beigetragen. Mittlerweile ist Walsers Werk sorgfältig ediert und umfassend kommentiert. Walser wurde mit Kafka verglichen, Walter Benjamin, Thomas Mann, Alfred Polgar und viele andere waren Bewunderer seiner eigenwilligen Prosa. Walsers Texte sind oft komisch und unheimlich zugleich, sie verschränken Vertrautes und Fremdes auf provozierende Weise. Sie stellen eine Herausforderung für das methodische Herangehen dar und lassen sich nicht umstandslos in die Literatur der Moderne einordnen.

Die Texte Robert Walsers stellen für die literaturwissenschaftliche Betrachtung immer noch eine Herausforderung dar.

 

OS: Erinnerungstheorien von Aristoteles bis Assmann

Die Reflexion über Erinnerung ist ein konstitutiver Teil der Kulturwissenschaften und der Kulturtheorie geworden. Gedächtnis und Erinnerung gehören heute zu den Schlüsselkategorien der Geistes- und Sozialwissenschaften.

Für die Konjunktur dieses Forschungsfeldes in den vergangenen drei Jahrzehnten werden dabei meist als Gründe genannt: Historische Transformationsprozesse (Generationenwechsel, insbesondere bei der Generation der Überlebenden des Holocaust, Ende des Kalten Krieges) und der rasante Wandel der Medientechnologien (technische, elektronische und digitale Revolutionen im 20. Jahrhundert).

Die Bedeutung von Erinnerung und die Definition von Kultur sind eng miteinander verbunden. Wir sprechen von „Erinnerungskulturen”. Erinnerung und Gedächtnis bedürfen der Vermittlung. Erinnerung kann individuell oder kollektiv sein, spontan oder institutionalisiert. Sie können an Orte, an Texte, an Rituale, an Musik und an Personen gebunden sein.

Theorien und Konzepte von Erinnerung und Gedächtnis haben nicht nur die Wissenschaften, sondern auch die politische Öffentlichkeit nachhaltig geprägt.

 

VL: Moderne

Die Vorlesung bietet einen einführenden Überblick über Literatur- und Kulturgeschichte der klassischen Moderne. Ein Schwerpunkt wird auf der Entwicklung und Bedeutung der modernen europäischen Großstadt liegen: Die modernen Metropolen Paris, Wien und Berlin werden nicht nur zu den Zentren des literarischen Lebens, vielmehr sind sie auch die Orte, an denen die wissenschaftlichen, medientechnischen und sozialen Veränderungen stattfinden. Sie bilden in mehrfacher Hinsicht den „Kontext” der literarischen Jahrhundertwende. Ein weiterer Schwerpunkt der Darstellung liegt auf den Entwicklungen in den Naturwissenschaften seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie haben entscheidend zur Entstehung eines neuen Weltbildes, eines neuen Menschenbildes und damit auch zur Entstehung einer modernen Ästhetik und Kunst beigetragen. Es wird dann vor allem die Literatur der „Wiener Moderne” (z. B. Hugo Hofmannsthal, Ein Brief, die Essays von Herrmann Bahr, Arthur Schnitzlers Dramen und Prosawerke und Robert Musils Novellen) vorgestellt und analysiert. Weiter werden repräsentative Texte von Rainer Maria Rilke, Thomas Mann, Alfred Döblin und Franz Kafka erarbeitet. Neben den eher literaturgeschichtlichen Aspekten werden auch philosophische und kulturgeschichtliche Entwicklungen berücksichtigt (dazu Texte von u. a. Ernst Mach, Sigmund Freud, Georg Simmel, Walter Benjamin, Siegfried Kracauer).