Aktuelles
10.04.2026
Tagung: Die Kunst der Paraphrase. Um-schreibung in Kunst und Medien / The Art of Paraphrase. Re-writing in Art and Media
Vom 10. bis 11. April 2026 findet die internationale, interdisziplinäre Tagung „Die Kunst der Paraphrase“ in Tübingen statt.
Als „Wiedergabe des Dargestellten mit anderen Worten“ (RLW II 2007, 169) konstituiert sich die Paraphrase über ihre ausgeprägte Bedeutungsähnlichkeit zum Ursprungsgegenstand. Im Kunstdiskurs eilt ihr daher häufig das negativ behaftete Merkmal der unästhetischen, simplifizierenden Wiederholung voraus. Die literaturwissenschaftliche Instrumentalisierung z. B. in Form einer „Paraphrase-Probe“ (Baßler 1994, 15) als Indikator für die semantische Verständlichkeit eines literarischen Textes steht im Kontrast zur ausbleibenden Untersuchung des Verfahrens selbst.
Die Frage, wie sich etwas „anders sagen [lässt], ohne dennoch Anderes zu sagen“ (HWRh VI 2003, 561), beschäftigte bereits Erasmus im 16. Jahrhundert. Daran anknüpfend fragt die Tagung nach den Inkongruenzen der Paraphrase, die sich gerade aus der Nähe als Differenzkriterium zum Original ergeben. Ziel ist es, den Facettenreichtum dieser Dialektik des Um-schreibens zwischen Bewahrung und Veränderung auszuloten.
Die drei Panels beleuchten das Phänomen der Paraphrase aus unterschiedlichen Perspektiven von poetologischen und sprachtheoretischen Annäherungen über textanalytische Fallstudien literarischer Paraphrastik bis hin zu medien- und diskursanalytischen Untersuchungen ihrer Erscheinungsformen in gegenwärtigen Kontexten.
Defined as a “restatement of what has been represented in different words”, paraphrase is characterised by its pronounced semantic proximity to its source. In the context of art, however, it is often associated with the negative connotation of unaesthetic, reductive repetition. Its use in literary studies, for example as a “paraphrase test” to demonstrate the semantic intelligibility of a literary text, contrasts sharply with the relative lack of research on paraphrase as an independent procedure.
The question of how something can be “said differently, without saying something different” already preoccupied Erasmus in the sixteenth century. Building on this tradition, the workshop will address the incongruences of paraphrasing, which arise precisely from the closeness that differentiates it from the original text. The dialectic of re-writing between preservation and transformation will be explored.
The three panels explore the phenomenon of paraphrase from a range of perspectives, spanning poetological and language-theoretical approaches, textual analyses of literary paraphrase, and media- and discourse-analytical investigations of its manifestations in contemporary contexts.
Termin: 10.–11.04.2026
Veranstaltungsort: Brechtbau (Wilhelmstraße 50, 72074 Tübingen), R. 215
Sprachen: Deutsch und Englisch
Keine Anmeldung erforderlich
Organisation:
Manuel Blank (manuel.blank@student.uni-tuebingen.de),
Serena Bonaldo (serena.bonaldo@uni-tuebingen.de),
Andrea Zeh (andrea.zeh@uni-tuebingen.de)
Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern.