Institut für Medienwissenschaft

21.07.2015

Marie Goslich - Pionierin des modernen Fotojournalismus. Eine Ausstellung im Rahmen des Kooperationsprojekts Medienpraxis.

Ausstellung vom 02.08. bis 20.09.2015 im Schönbuchmuseum Dettenhausen.

Landfahrer nächtigen am Straßenrand, Frauen tragen Körbe voller Wäsche und Kinder spielen am See – der Masterstudiengang Medienwissenschaft der Universität Tübingen präsentiert ab dem 2. August 2015 das Werk der Fotojournalistin Marie Goslich im Schönbuchmuseum Dettenhausen: Über 70 Fotografien sowie Zeitschriftenartikel erzählen vom Alltag der Menschen im späten Deutschen Kaiserreich.

Ein Semester lang beschäftigten sich 25 Studentinnen und Studenten mit den Bildern Marie Goslichs. Die Masterstudierenden hatten es sich als Seminarziel gesetzt, das Werk der Fotojournalistin zu erschließen und auszustellen. Unter der Leitung von Ulrich Hägele wählten die Seminarteilnehmer Fotografien aus, schrieben Begleittexte, konzipierten einen Katalog sowie einen Internetauftritt.

Partner des Projekts ist das Schönbuchmuseum Dettenhausen. Vom 2. August bis zum 20. September 2015 können dort sowohl Landschaftsszenerien als auch Fotografien von Kindern, Freizeitsportlern, Landfahrern sowie Frauen und Männern bei der Arbeit aus dem Werk Goslichs betrachtet werden. Neben Exponaten wie einem antiken Fotoapparat ist ein Videointerview mit Krystyna Kauffmann Teil der Ausstellung. Die Berliner Kulturwissenschaftlerin hat die Arbeit von Marie Goslich intensiv erforscht und ihre Bilder und Texte der Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Marie Goslich (1859–1938) widmete sich der Fotografie, als der Bildjournalismus noch am Anfang stand. Erst seit den 1890er Jahren konnten fotografische Abbildungen überhaupt abgedruckt werden. Goslich eignete sich die aufwendige Technik des Fotografierens bereits vor dem Ersten Weltkrieg an und machte Aufnahmen für illustrierte Zeitschriften und Journale. Dabei richtete sie ihren Blick vor allem auf Situationen aus dem Alltag, auf Frauen und Männer aus der Arbeiterklasse, aber auch auf die Menschen, die am Rande der Gesellschaft standen: Tagelöhner, Obdachlose und Vagabunden. Ihre Fotomotive fand sie in Berlin und Potsdam sowie in der weitläufigen Havellandschaft im ländlichen Brandenburg. Goslich gehört damit zu den Pionieren des modernen Bildjournalismus und der Dokumentarfotografie. Zudem verfasste sie auch ihre eigenen Textbeiträge: Insgesamt sind über 250 Artikel bekannt, die sie in regionalen und überregionalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichte.

Während des Nationalsozialismus wurde Marie Goslich 1938 in die Landesheilanstalt Meseritz-Obrawalde eingewiesen. Die Umstände ihres Todes sind bis heute ungeklärt.

Hier gibts das Faltblatt als PDF.

Und hier die Einladungskarte.

Hier geht es zur Webseite: www.marie-goslich-im-schoenbuchmuseum.de

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