Philosophisches Seminar

Sommersemester 1996

Allgemeine Studienberatung: Fakultätsassistent Dietmar Koch
Mo 11-12.30; Do 10-12, Raum 214

Eventuelle Änderungen gegenüber dem Vorlesungskommentar werden aktuell angeschlagen!

Soweit nicht anders im Kommentar vermerkt, ist die Anmeldung zu den Veranstaltungen nicht erforderlich.

Semestertermine: Beginn der Vorlesungen: 14. Oktober 1996
Ende der Vorlesungen: 15. Februar 1997

Vorlesungsfreie Tage: 01. November 1996
25. Dezember 1996
bis 06. Januar 1997

Einf&uumlhrungsabend f&uumlr Studienanf&aumlnger:
21. Oktober 1996, 18.15, Alte Burse, Raum X


Vorlesungen

Engels: Ethik und und Wissenschaftstheorie der Biowissenschaften

Zeit: Mi 13 - 15, Ort: Auf der Morgenstelle, H&oumlrsaalzentrum, N 2, Beginn: 16.10.

Die Vorlesung soll dazu dienen, in zentrale Problemstellungen der Ethik und der Wissenschaftstheorie der Biowissenschaften einzuf&uumlhren. Im Vorlesungsteil &uumlber die Ethik der Biowissenschaften werden sowohl die ethischen Implikationen biologischer Theorien &uumlber den Menschen und seine Stellung in der Natur als auch Fragen der sog. angewandten Ethik behandelt. Im Teil &uumlber die Wissenschaftstheorie der Biowissenschaften werden die Kl&aumlrung biologischer Grundbegriffe, die Struktur biologischer Erkl&aumlrungen und Prognosen sowie die Positionsbestimmung der Biologie im Verh&aumlltnis zu anderen Naturwissenschaften im Vordergrund stehen. Die Vorlesung richtet sich insbesondere an Studierende der Biologie und Philosophie.

Figal: Friedrich Nietzsche, Eine Einf&uumlhrung

Zeit: Mi 16 - 18, Beginn: 23.10.

Friedrich Nietzsche geh&oumlrt zu den Schl&uumlsselfiguren f&uumlr die Philosophie dieses Jahrhunderts. Obwohl seine philosophische Wirkung - anders als die in Kunst und Literatur - mit Verz&oumlgerung einsetzte, gibt es eine Reihe zentraler Probleme, die heute ohne Rekurs auf Nietzsche nicht mehr er&oumlrtert werden k&oumlnnen. Dazu geh&oumlrt sein Gedanke vom Ende der Metaphysik, die Überlegung zur "Verfl&uumlssigung" sprachlichen Sinns als Vorwegnahme des sogenannten Dekonstruktivismus, seine These &uumlber die Zusammengeh&oumlrigkeit von Rationalit&aumlt und Gewalt und nicht zuletzt alles, was er zur Aufwertung der &aumlsthetischen Erfahrung gesagt hat. Die Vorlesung soll mit den Hauptmotiven von Nietzsches Denken vertraut machen. Sie ist f&uumlr Anf&aumlnger geeignet.

G&oumllz: Grundprobleme der Philosophie - Einf&uumlhrung und Diskussion aktueller Kontroversen

Zeit: Mo 16 - 18, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 21.10.

In dieser Vorlesung geht es zun&aumlchst um Formen philosophischen (und im weiteren Sinn wissenschaftlichen) Denkens und Erkennens und anschließend um inhaltlich besondere zentrale philosophische Themengebiete, bzw. Fragestellungen. Zum ersten Teil geh&oumlren Probleme, die, ohne Anspruch auf Vollst&aumlndigkeit, durch die folgenden Titel angedeutet sind: Wahrheit, Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, Sprache. Zum zweiten Teil geh&oumlren Fragen der philosophischen Ethik, der philosophischen Anthropologie (z.B. menschliches Sein und Bewußtsein, Geist-K&oumlrper-Problem), der Philosophie der Politik sowie Fragen der Ontologie und des Verh&aumlltnisses von Philosophie und Religion, bzw. Theologie.
Abgesehen davon, daß diese Vorlesung zum Teil einf&uumlhrenden Charakter hat, sollen auf die betreffenden Themen bezogene aktuelle Kontroversen diskutiert werden. Es wird versucht zu zeigen, inwiefern Vertreter der gegenw&aumlrtigen philosophischen Diskussion (Analytische Philosophie, Kritische Theorie, Letztbegr&uumlndungstheoretiker, Postmoderne, usw.) sich oft etwas vorschnell &uumlber bew&aumlhrte philosophische Einsichten und Begriffsbildungen hinwegsetzen, so daß deren mitunter etwas spitzfindige Argumentation als Ausdruck einer modernen philosophischen Sophistik betrachtet werden kann.

H&oumlffe: Kant, Kritik der reinen Vernunft

Zeit: Do 10 - 12, Beginn: 17.10

Auf dem H&oumlhepunkt der europ&aumlischen Aufkl&aumlrung entfaltet Kant eine neue Art des Denkens, die kritische Transzendentalphilosophie. Sie hat bis heute eine nicht lediglich historische, sondern auch systematische Bedeutung. Die Vorlesung will in das neue Denken einf&uumlhren, in ihre erste Darstellung, die Kritik der reinen Vernunft. Wir befassen uns zwar auch mit der ber&uumlhmten transzendentalen Deduktion der Kategorien, legen aber ebensoviel Wert auf die transzendentale Ästhetik, die metaphysische Deduktion, die Grunds&aumltze und die transzendentale Dialektik. Wir fragen z.B.: Ist die Welt mathematisch verfaßt? Gibt es transzendentale Prinzipien f&uumlr die Naturwissenschaft? Was sagt die Erkenntnistheorie zur Freiheit?
In der Auseinandersetzung mit Kant lernt man &uumlberhaupt zu philosophieren. Die Vorlesung wendet sich daher auch an Anf&aumlnger. (F&uumlr diese findet ein die Vorlesung begleitendes Proseminar statt - siehe Proseminare, Merle.)

Empfohlene Literatur:
Kant, I.: Kritik der reinen Vernunft, Vorreden zur 1. und zur 2. Auflage und die Einleitung
Zur Orientierung vgl. H&oumlffe, O.: Kant, M&uumlnchen 41996, Teil II

Hoering: Einf&uumlhrung in die Logik

Zeit: Do 14 - 16, Beginn: 24.10.

Ziel der von einem Tutorium mit Übungen begleiteten Vorlesung ist die Einf&uumlhrung in die Elemente der Sprachanalyse und des Aussagen- und Pr&aumldikatenkalk&uumlls. Am Ende des Semesters findet eine Klausur statt, deren erfolgreiches Bestehen Voraussetzung f&uumlr den Erwerb des "Logikscheins" ist. Zum Ein&uumlben des Ableitens steht auch ein Logik-Tutor-Programm zur Verf&uumlgung, das auf PCs l&aumluft. (Eine Übertragung auf andere Systeme ist geplant.)

Literatur:
Hilbert-Ackermann: Grundz&uumlge der theoretischen Logik, Berlin 11926 bis 61972
v. Savigny, E.: Grundkurs im logischen Schließen, M&uumlnchen 1976
Quine, W. v. O.: Methods of Logic, New York, 31972

Keuth: Wissenschaftstheorie I

Zeit: Do 10 - 12, Beginn: 24.10.

Die Vorlesung soll die Grenzen erfahrungswissenschaftlicher Erkenntnis zeigen. Untersucht werden: das Problem der Induktion und die deduktive Hypothesenpr&uumlfung, Erkl&aumlrung, Prognose, die Pr&uumlfung von Beobachtungss&aumltzen anhand von Sinneswahrnehmungen und im Zusammenhang damit der Positivismusstreit.

Koch, A.F.: Hegel, Wissenschaft der Logik

Zeit: (?)Do 18-20, Beginn: 17.10.

Die Vorlesung hat das doppelte Ziel eines &Uumlberblicks &uumlber und einer Einf&uumlhrung in eine philosophische Theorie. Dem ersten Ziel gem&aulmss soll sie &uumlber das Programm und den wesentlichen doktrinalen Gehalt der Wissenschaft einer Logik im ganzen und &uumlber ihre Methode, Argumentation und Thesen an den &aumlusseren und inneren Schnittstellen (Sein/Nichts, Wesen, Begriff, Idee) informieren. Zweitens soll in die Theorie in dem Sinne eingef&uumlhrt werden, dass ein Abschnitt ihres Gedankenganges exemplarisch nachvollzogen wird - naheliegenderweise dann ihr erster Abschnitt (die Logik der Qualit&aumlt) -, so dass fortgeschrittene H&oumlrer in die Lage versetzt werden, den Gedankenfaden aufzunehmen und &uumlber die Vorlesung hinaus fortzuspinnen. Philosophiegeshichtliche Vorkenntnisse (zu Platon, Aristoteles, Kant und Fichte) sind hilfreich, aber nicht notwendig. insofern richtet sich die Vorlesung auch an Anf&aumlnger.

Schroeder-Heister: Modallogik

Zeit: Fr 11 - 13, Beginn: 18.10.

Die Modallogik ist ein zentrales Gebiet der philosophischen Logik, das auch Anwendungen in der mathematischen Logik, der Linguistik und der Informatik hat. Es werden die wichtigsten modallogischen Systeme vorgestellt und grundlegende Resultate pr&aumlsentiert.
Voraussetzung: Logik I

Literatur:
Chellas, B. F.: Modal Logic: An Introduction, Cambridge University Press 1980
Friedrichsdorf, U.: Einf&uumlhrung in die klassische und intensionale Logik, Braunschweig (Vieweg) 1992
Hughes, G. E./Cresswell, M. J.: A Companion to Modal Logic, London (Methuen) 1984

Wieland: Natur-Kultur-Person. Einf&uumlhrung in die philosophische Anthropologie

Zeit: Mo 11 - 13, Beginn: 21.10.

Die Vorlesung gibt eine Einf&uumlhrung in die philosophische Anthropologie und orientiert sich dabei vornehmlich an anthropologischen Grundgedanken der Exzentrizit&aumlt (Plessner). Von ihm ausgehend werden die fundamentalen Dimensionen menschlicher Existenz entfaltet: Gemeinschaft, Sprache, Bewußtsein, Geschichtlichkeit, Leiblichkeit, Tod. Die Vorlesung ist f&uumlr Anf&aumlnger geeignet.

Literatur:
Gadamer, H. G./Vogler, P. (Hrsg.): Neue Anthropologie, 7 Bde., Stuttgart/M&uumlnchen 1972-74
Haeffner, G.: Philosophische Anthropologie, Stuttgart, 2. Aufl. 1989


Einf&uumlhrungsveranstaltung

Koch: Einf&uumlhrung in das Studium der Philosophie

Zeit: 10 - 12, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.10.

Die Einf&uumlhrungsveranstaltung dient der umfassenden Grundorientierung im Philosophiestudium. Sie ist reserviert f&uumlr Erst- und Zweitsemester im Fach Philosophie. Aufgabe der Veranstaltung ist es, Kenntnisse zum Studienablauf und zur Studienorganisation zu vermitteln, grundlegende Literatur bekannt zu machen, eine Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten zu geben, vor allem jedoch in geschichtlich wie systematisch bedeutsame Grundprobleme philosophischen Denkens einzuf&uumlhren. Dies geschieht anhand von Textausz&uumlgen zentraler philosophischer Werke von Parmenides bis Heidegger. (Die Textausz&uumlge werden ausgegeben.)

Koch: Lekt&uumlrekurs f&uumlr Erstsemester - Platon, Symposion

Zeit: Di 8.30 s.t. - 10, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.10.

Der "Lekt&uumlrekurs f&uumlr Erstsemester" ist eine Veranstaltung, die anhand eines bedeutsamen Textes aus der Philosophiegeschichte in Grundprobleme und Grundbegriffe philosophischen Denkens einf&uumlhren will.
Platons Dialog "Symposion" handelt vom Eros, seinen mannigfachen Verst&aumlndnisweisen und dessen Verh&aumlltnis zur Philosophie, vor allem zu der des Sokrates. Der Text eignet sich nicht nur zur Auseinandersetzung mit Grundgedanken Platons, sondern ist auch eine der faszinierendsten Schriften zur Frage nach dem Sinn des Philosophierens &uumlberhaupt.
Die Veranstaltung ist ausschließlich f&uumlr Erstsemester im Studienfach Philosophie vorgesehen.

Textausgaben:
Platon: Trinkgelage, Frankfurt/M. (Insel Verlag), 1985


Proseminare

Engels: Themen und Zielsetzungen angewandter Ethik

Zeit: Di 16 - 18, Ort: Auf der Morgenstelle 28, Geb. E, 3. Stock, H&oumlrsaal N 12, Beginn: 15.10.

Auf der Grundlage ausgew&aumlhlter Literatur soll in Themen und Zielsetzungen der angewandten Ethik eingef&uumlhrt werden. Dabei werden drei Themenkreise im Vordergrund stehen: Fragen der &oumlkologischen Ethik, der Tierschutzethik und der Ethik der Gentechnologie. Zu jedem dieser Themenkomplexe sollen am Beispiel konkreter Probleme verschiedene Argumentationsweisen vorgestellt und diskutiert und ein Katalog m&oumlglicher Beurteilungsmaßst&aumlbe erarbeitet werden. In diesem Zusammenhang soll auch die Frage diskutiert werden, wo die angewandte Ethik anzusiedeln ist, d.h. wie sie sich zur philosophischen Ethik einerseits und zur Lebens- und Wissenschaftspraxis andererseits verh&aumllt.
Eine Literaturliste der zu bearbeitenden Texte wird vor Beginn des Semesters verteilt und kann etwa ab Oktober in meinem B&uumlro, Sigwartstr. 20, 1. Etage, abgeholt werden (Tel. 29 - 77191).
Scheinerwerb: Referat, Hausarbeit

H&oumlffe/Horn: Platon, Theaitetos

Zeit: Mi 14 - 16, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 16.10.

Der Theaitetos ist sachlich einer der interessantesten platonischen Dialoge und zugleich einer der zentralen Texte der antiken Erkenntnistheorie. Gesucht wird in ihm eine Definition von ”episteme” - ein Begriff, mit dessen Übersetzung als Wissen, Wissenschaft oder Erkenntnis die sachlichen Schwierigkeiten bereits beginnen. Drei Vorschl&aumlge werden diskutiert: episteme ist (1) Wahrnehmung, (2) wahre Meinung und (3) wahre Meinung verbunden mit einer Erkl&aumlrung. Die erste Position, hinter der sich der Sensualismus des Protagoras (mitsamt dem Homo-mensura-Satz) verbirgt, erf&aumlhrt eine klare Ablehnung. Daß auch die zweite These zur&uumlckgewiesen wird, liegt zumindest nahe, wenn man an Platons Unterscheidung von episteme und doxa (Meinung) in den fr&uumlheren Dialogen denkt. Die Verwerfung der dritten Position &uumlberrascht hingegen, denn der Dialog Menon scheint eben diese Auffassung zu vertreten. - Wir werden die drei L&oumlsungen ausf&uumlhrlich daraufhin untersuchen, ob sich Platons eigene Auffassung im Text angedeutet findet. Dazu ziehen wir auch Textstellen aus anderen Dialogen heran. Schließlich versuchen wir wenigstens einen knappen Vergleich von Platons Wissensbegriff mit demjenigen einer cartesischen oder zeitgen&oumlssischen Erkenntnistheorie.
Benotete Scheine aufgrund von Referat und Hausarbeit (in der Regel auf Grundlage des Referats); bloße Teilnehmer &uumlbernehmen ein Protokoll. Griechischkenntnisse sind vorteilhaft, werden aber nicht vorausgesetzt.

Text/Übersetzung:
Zur Anschaffung empfohlen: Platon, Theaitetos, Griechisch/Deutsch, &uumlbersetzt und herausgegeben v. Martens, E., Stuttgart (Reclam) 1981 (aber auch jede andere Textausgabe und Übersetzung)

Literatur:
Zur allgemeinen Einf&uumlhrung: G&oumlrgemanns, H.: Platon, Heidelberg 1994
Moravcsik, J.: Understanding and Knowledge in Plato's Philosophy, in: Neue Hefte f&uumlr Philosophie 15/16 (1979), 53-69
Winter, Carl: Zum episteme-Begriff Platons

Frank Hofmann: Einfuehrung in die Philosophie des Geistes: Bewusstsein

Zeit: Di 10-12, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 15.10.

Was sind Geist und Geistiges? Ist Bewusstsein essentiell fuer ein Wesen mit mentalem Leben? Kann Bewusstsein erklaert werden? Solche Fragen stehen an zentraler Stelle in der modernen (theoretischen) Subjekt-Philosophie. Ich meine: Solange wir kein adaequates Verstaendnis von mentalen Phaenomenen besitzen, wissen wir nicht, was `Weltbezug' fuer Subjekte bedeutet.
Wir wollen verschiedene Theorien des Mentalen betrachten, die in der derzeitigen Philosophie des Geistes eine Rolle spielen oder einen wichtigen Bezugspunkt heutiger Theorien darstellen. Neben Intentionalitaet stellt wohl Bewusstsein dasjenige Phaenomen dar, das sich am hartnaeckigsten einer theoretischen Behandlung widersetzt. Manche (`new mysterianism') wollen sogar eine Erklaerung von Bewusstsein prinzipiell ausschliessen.
Ich schlage daher vor, als einen Schwerpunkt vor allem die Frage anzusetzen, was die verschiedenen Positionen zum Thema Bewusstsein aufbieten koennen.
Es sollen wichtige Aufsaetze besprochen werden, die paradigmatisch diese Positionen vertreten. Dazu gehoeren: Dualismus, Identitaetstheorie(n), Behaviorismus, Funktionalismus, biologischer Naturalismus (Searle), Instrumentalismus (Dennett).
Dabei werden wir versuchen, anhand der Texte auch die grundlegenden Begriffe einzufuehren und zu erklaeren. Das Proseminar soll also die Grundlagen der Philosophie des Geistes bereitstellen, die fuer all diejenigen, die in der analytischen Philosophie weiterarbeiten wollen, unverzichtbar sind.

Scheinerwerb: Hausarbeit oder ausgearbeitetes Referat oder Klausur.

Literatur:
Die Texte werden als Reader zusammengestellt, der zu Beginn des Semesters bestellt werden kann. Zur Vorbereitung kann man sich Orientierung verschaffen in den Textsammlungen bzw. Texten:
Bieri, Peter (Hrsg.), "Analytische Philosophie des Geistes", Hain, Koenigstein/Ts., 1981.
Block, Ned (Hrsg.), "Readings in Philosophy of Psychology", 2 Baende, HUP, Cambr., Mass., 1980/81.
Lycan, William G. (Hrsg.), "Mind and Cognition", Blackwell, Cambr., Mass., 1990.
Brentano, Franz, "Psychologie vom empirischen Standpunkt", Meiner, Leipzig, 1924.
Churchland, Paul, "Matter and Consciousness", MIT Press, Cambr., Mass., 1988_2.

Frank Hofmann: Wahrheit und Referenz

Zeit: Do 18-20, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.10.

Wahrheit ist ein klassisches und zentrales Thema der Philosophie. Kritische philosophische Reflexion ueberprueft die (realistische) Idee des Alltagsverstandes, wonach Wahrheit in einer Uebereinstimmung mit der geistunabhaengig existierenden Wirklichkeit besteht. Die klassische Diskussion um Wahrheit sucht nach einer haltbaren Wahrheitsdefinition und/oder einem Wahrheitskriterium. Eine Schwaeche dieser `aelteren' Diskussion ist jedoch, dass in ihr BEDEUTUNG nicht hinreichend thematisiert wird -- obwohl doch Bedeutung eine unverzichtbare Voraussetzung von Wahrheit ist.
Die `neuere' Diskussion um Wahrheit (seit Tarski vor allem) geht dagegen von dem engen Zusammenhang zwischen Wahrheit und Referenz (Denotation) aus und lokalisiert somit das Thema Wahrheit in der Bedeutungsproblematik. Hierbei geht es -- im ersten Schritt -- um die Frage, ob Wahrheit (fuer Saetze) erklaert werden kann unter Rekurs auf (i) Satzstruktur, (ii) Referenz der einzelnen Terme und (iii) Struktur der geistunabhaengigen Realitaet. Dies fuehrt dann -- in einem zweiten Schritt -- auf die Frage einer Referenz- und Bedeutungstheorie. Kann ein solches realistisches (Fieldsches) Programm durchgefuehrt werden?
Ich schlage vor, dass wir -- nach einer kuerzeren Beschaeftigung mit der aelteren Diskussion -- diese und aehnliche Thesen studieren anhand von Texten, die sich um Tarskis bahnbrechende Aufsaetze (s.u.) gruppieren lassen. Dazu gehoeren vor allem Beitraege von Hartry Field, Hilary Putnam, Donald Davidson. Natuerlich werden wir auch versuchen, uns die Texte von Tarski selbst anzueignen. Als Leitfrage koennte dienen: Kann Tarskis Errungenschaft zur Wahrheitsdefinition genutzt werden zur Durchfuehrung des oben skizzierten realistischen Fieldschen Programms?

Scheinerwerb: Hausarbeit oder ausgearbeitetes Referat oder Klausur

Literatur:
Die Texte werden als Reader zusammengestellt, der zu Beginn des Semesters bestellt werden kann. Vorbereiten kann man sich mit den folgenden Textsammlungen bzw. Texten (besonders empfohlen: Kirkham, Field):
Skirbekk, Gunnar (Hrsg.), "Wahrheitstheorien", Suhrkamp, Frankfurt, 1980.
Field, Hartry, "Tarski's Theory of Truth", Journal of Philosophy 69 (1972), pp. 347-75.
Keuth, Herbert, "Realitaet und Wahrheit", J.C.B. Mohr, Tuebingen, 1978.
Kirkham, Richard L., "Theories of Truth", MIT Press, Cambr., Mass., 1992.
Tarski, Alfred, "The Concept of Truth in Formalized Languages", 1933, in: Tarski, Alfred, "Logic, Semantics, Metamathematics", Claredon, Oxford, 1956.
Tarski, Alfred, "Die semantische Konzeption der Wahrheit und die Grundlagen der Semantik", in: Skirbekk, Gunnar, 1980, pp. 140-188.

Hoering: Antinomien und Paradoxien

Zeit: Do 8 - 10, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.10.

- Literaturliste wird ausgeh&aumlngt -

Keuth: Grundprobleme der Gegenwartsphilosophie

Zeit: Do 14 - 16, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 17.10.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts f&uumlhrten die bisherigen Ertr&aumlge der Philosophie, insbesondere des Idealismus und der Romantik, zu einer starken Ern&uumlchterung. So fanden sich Autoren, die der Philosophie neue Aufgaben stellten. Manche &uumlbertrugen ihr die Analyse der wissenschaftlichen, andere die der nat&uumlrlichen Sprache und wieder andere die Methodologie. Das Proseminar soll die Teilnehmer mit einigen der bedeutendsten modernen Philosophen bekannt machen, z.B. Carnap, Wittgenstein, Popper, Russell, Moore, Goodman, Quine, Austin, Ryle, Strawson.
Scheinerwerb: Referat

Literatur:
Speck, J. (Hrsg.): Grundprobleme der großen Philosophen, Philosophie der Gegenwart I und III. UTB 147 bzw. 463

Koch, A.F.: W.V. Quine. Eine Einf&uumlhrung

Zeit: Di 20-22, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.10.

- Kommentar siehe Aushang -

Merle: Kant, Kritik der reinen Vernunft

Zeit: Di 20 - 22, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 22.10.

Als Begleitveranstaltung zur Vorlesung von Prof. H&oumlffe wird das Proseminar die Gelegenheit bieten, einzelne Textpassagen der Kritik der reinen Vernunft genauer anzuschauen, verst&aumlndlich zu machen und zu vertiefen.
Dieses Proseminar eignet sich deshalb besonders gut f&uumlr Anf&aumlnger. Benotete Scheine werden aufgrund eines Referats und einer schriftlichen Hausarbeit vergeben.

Quarch: Platon: Menon

Zeit: Mi 20 - 22, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 23.10.

Das Philosophieren f&aumlngt im eigentlichen Sinne mit Platon an. Deshalb ist eine Besch&aumlftigung mit der Platonischen Philosophie der ideale Einstieg in das Philosophiestudium. Einen Platon-Dialog interpretieren heißt, sich in das philosophische Denken hineinzufinden. Im Nachvollzug der gedanklichen Bewegung des Textes k&oumlnnen Leserin und Leser auf eine lebendige Weise Philosophie erfahren. Eben das ist das Ziel des angezeigten Proseminars.
Der Dialog ”Menon” eignet sich sehr gut f&uumlr einen Einstieg in die Platonische Philosophie. Seine Kernfrage ist die das gesamte Platonische Oeuvre durchziehende Frage nach dem guten Leben. In ihrem Verfolg weitet Platon den Blick auf zentrale Themen seines Denkens: die Ideenphilosophie, die Theorie des Lernens als ”Wiedererinnerung”, die Unterscheidung der verschiedenen Formen des Verstehens. Dadurch hat der ”Menon” den Charakter einer geistigen Keimzelle, in der vieles angelegt ist, was in den großen Dialogen ”Phaidon” und ”Politeia” weiterentwickelt und ausgef&uumlhrt wird. Insofern bildet er eine Schaltstelle zwischen dem Platonischen Fr&uumlhwerk und den Mitteldialogen. Da dieser Schaltstelle ein wichtiger Schritt in der gedanklichen Bewegung von Platons Philosophie entspricht, l&aumldt der Dialog wie wenig andere zum engagierten Nachvollzug des Gedankens ein.
Das Proseminar richtet sich vornehmlich an Studierende im Grundstudium. Griechischkenntnisse sind nicht erforderlich.

Literatur:
Als Textgrundlage ist der entsprechende Band einer der g&aumlngigen mehrb&aumlndigen Platonausgaben zu empfehlen. Am geeignetsten ist noch immer die zweisprachige Edition mit der Übersetzung von Friedrich Schleiermacher, die sowohl bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft als auch im Insel-Verlag vorliegt.

Zur Einf&uumlhrung in Platons Philosophie:
Figal, G.: Sokrates, M&uumlnchen 1995
Friedl&aumlnder, P.: Platon, Bd. 1+2, Berlin 2. Aufl. 1954-1960
Gadamer, H.-G.: Plato im Dialog. Gesammelte Werke Bd. 7, T&uumlbingen 1991
G&oumlrgemann, H.: Platon, Heidelberg 1994
Guthrie, W.K.C.: A History of Greek Philosophy, Vol. IV, Cambridge 1978
Havelock, E.A.: Preface to Plato, Oxford 1963
Kr&aumlmer, H. J.: Plato and the foundation of metaphysics, New York 1990
Kr&uumlger, G.: Einsicht und Leidenschaft, Frankfurt 5. Aufl. 1983
Natorp, P.: Platons Ideenlehre, Hamburg 1994 (Nachdruck der 2. Aufl. von 1921)
Reale, G.: Zu einer neuen Interpretation Platons, Paderborn u.a. 1993
Robinson, R.: Plato’s earlier Dialectic, Oxford 2. Aufl. 1953
Szlezák, T.A.: Platon lesen, Stuttgart 1993
Wieland, W.: Platon und die Formen des Wissens, G&oumlttingen 1982

Wimmer: Kant, Prolegomena

Zeit: Mi 16 - 18, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 24.10.

Kant hat die "Prolegomena zu einer jeden k&uumlnftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten k&oumlnnen" nach Ver&oumlffentlichung der ersten Auflage der "Kritik der reinen Vernunft" verfaßt und 1793 publiziert, um in sein Hauptwerk einzuf&uumlhren. Dadurch wird man nach seinen eigenen Worten "in den Stand gesetzt, das Ganze zu &uumlbersehen, die Hauptpunkte, worauf es bei dieser Wissenschaft [n&aumlmlich einer kritisch zu begr&uumlndenden Metaphysik] ankommt, st&uumlckweise zu pr&uumlfen und manches dem Vortrage nach besser einzurichten, als es in der ersten Ausfertigung des Werkes [gemeint ist die Kritik der reinen Vernunft] geschehen konnte". Wer sich Kants epochemachendem kritischen Hauptwerk n&aumlhern m&oumlchte, tut somit gut daran, sich der Prolegomena zu bedienen. Scheinerwerb: schriftlich ausgearbeitetes Referat oder m&uumlndliche Pr&uumlfung oder Hausarbeit

Text
Empfohlen wird die bei Reclam erschienene Ausgabe der Prolegomena (Reclam-Tb. Nr. 2468). Aber jede andere Ausgabe ist ebenso brauchbar.


Interpretationskurse

Figal: Theoretische und praktische Philosophie bei Aristoteles II

Zeit: Di 14 - 16, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.10.

In diesem zweiten Teil des Kurses sollen vor allem ausgew&aumlhlte Passagen aus der "Metaphysik" behandelt werden. Die Teilnahme ist grunds&aumltzlich Absolventen des ersten Teils vorbehalten.
Scheinerwerb: Hausarbeit bzw. Klausur

Koch, A.F.: Hegel, Ph&aumlnomenologie des Geistes

Zeit: Di 16-18, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.10.

- Kommentar siehe Aushang -

Merle: Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts

Zeit: Mo 18 - 20, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 21.10.

Anders als es der Titel vermuten l&aumlßt, handelt es sich bei Hegels Grundlinien zur Philosophie des Rechts um keine reine Rechtsphilosophie. Das Buch ist vielmehr als eine umfassende Staatsphilosophie konzipiert und bildet im System das politische Bindeglied zwischen einer Ph&aumlnomenologie des Einzelsubjekts und der Geschichte. Es verbindet als Zentrum der Geistphilosophie auch Naturphilosophie und Logik. Hegel selbst hat seine Grundlinien als den einzig m&oumlglichen Weg gesehen, den Polis- und Staatsgedanken der Antike mit der selbstreflexiven Subjektphilosophie der Moderne zu verbinden. Der linke Fl&uumlgel der Junghegelianer hat dagegen Hegels Rechtsphilosophie als den konservativen Inbegriff preußischer Staatsphilosophie apostrophiert.
Entstanden sind die Grundlinien aus der Auseinandersetzung Hegels mit dem modernen Naturrecht. Insbesondere die Diskussion zeitgen&oumlssischer Rechtsbegr&uumlndungsstrategien motiviert den Aufbau sowie die Begriffsbildung des Systems. Die Kantische Rechtsphilosophie spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Mehr noch haben allerdings die Fichteschen Umformungen des Rechtsgedankens auf die Formulierung der Grundlinien gewirkt. In der Analyse dieser Wirkungszusammenh&aumlnge wird entsprechend auch der Schwerpunkt des Seminars liegen.
Benotete Scheine werden aufgrund eines Referats und einer schriftlichen Hausarbeit vergeben.

Textausgabe:
Hegel, G.W.F.: Grundlinien der Philosophie des Rechts, hg. v. J. Hoffmeister, Hamburg.

Sekund&aumlrliteratur:
Riedel, M. (Hg.): Materialien zu Hegels Rechtsphilosophie, Frankfurt a.M. 1975.
Stern, R. (Hg.): G.W.F. Hegel. Critical Assessments, London u. New York 1993, Bd. IV.

Rapp: Descartes, “Meditationen &uumlber die Erste Philosophie” und “Abhandlung &uumlber die Methode, seine Vernunft richtig zu leiten und die Wahrheit in den Wissenschaften zu suchen”

Zeit: Di 18 - 20 Uhr, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.10.

Das Seminar soll durch gr&uumlndliche Lekt&uumlre der beiden Texte "Discours de la méthode/Abhandlung &uumlber die Methode ..." und "Meditationes de prima philosophia/Meditationen &uumlber die Erste Philosophie" in die Metaphysik und Methodenlehre Descartes´ einf&uumlhren. Gegen Schluß soll außerdem auf zwei bis drei moderne Kontroversen eingegangen werden, die heutzutage im Anschluß an Descartes´ Philosophie gef&uumlhrt werden.
Die "Abhandlung &uumlber die Methode" entwickelt grundlegende methodische Regeln, mit deren Hilfe es m&oumlglich sein soll, die bestehende Wissenschaft rational umzubauen. Ziel ist, daß nur das "vollkommen Erkannte, das nicht in Zweifel gezogen werden kann", akzeptiert wird. Dies hat auch Konsequenzen f&uumlr moralische Fragen; doch bevor die theoretische Rechtfertigung der Moral abgeschlossen ist, sind die Regeln einer "provisorischen Moral" zu beachten.
Die "Meditationen" behandeln in sehr konzentrierter Form i.) das Prinzip des methodischen Zweifels, ii.) den Grundsatz, daß &uumlber die Existenz eines denkenden Subjekts kein Zweifel bestehen kann (das ber&uumlhmte "cogito, ergo sum"), iii.) die Theorie der angeborenen Ideen und der Idee von Gott, iv.) die These, daß alles wahr sein muß, was man als "klar und distinkt" einsehen kann, v.) den sogenannten "ontologischen Gottesbeweis", vi.) die Trennung von einer denkenden und einer ausgedehnten Substanz (Cartesianischer "Dualismus") und die Konsequenzen dieser Unterscheidung f&uumlr das Verh&aumlltnis von Geist und K&oumlrper ("Leib-Seele"/"mind-body"-Problem).
Teilnahmevoraussetzung: Übernahme eines Referats
Scheinerwerb: Hausarbeit oder Klausur

Textausgabe/Übersetzung:
Descartes, René: Philosophische Schriften in einem Band, franz&oumlsischer bzw. lateinischer Text mit deutscher Übersetzung, Hamburg (Meiner) 1996 (DM 39,80)

Empfohlene Literatur:
Cottingham, J. (ed.): Cambridge Companion to Descartes
Kenny, A.: Descartes. A Study of His Philosophy
R&oumld, W.: Descartes. Die Genese des Cartesianischen Rationalismus


Seminare

Braun: Kritische Theorie (Zeitschrift f&uumlr Sozialforschung)

Kompaktveranstaltung 17.1. - 19.1.97, Blaubeuren, Henri-Fabri-Haus, Vorbesprechung: 22.10., 15.00 Uhr, Alte Burse, Raum 308

- Kommentar siehe Aushang -

Engels: Der Begriff des Angeborenen in Biologie und Philosophie

Zeit: Di 11 - 13, Ort: Auf der Morgenstelle 28, Kleiner Botanischer H&oumlrsaal, N 11, Beginn: 15.10.

Der Begriff des Angeborenen in seit jeher einer der zentralsten und umstrittensten Begriffe in Biologie und Philosophie. Er wurde nicht nur hinsichtlich seiner Inhalte - was gilt jeweils als angeboren? - sondern auch in bezug auf die Bewertung des Angeborenen sehr unterschiedlich ausgelegt. W&aumlhrend die einen das Angeborene mit dem Nat&uumlrlichen identifizieren und es damit gegebenenfalls auch als Maßstab f&uumlr unser Handeln postulieren, gilt es den anderen als gesellschaftliche Konstruktion, die mit dem Ziel der Durchsetzung bestimmter Interessen erfunden wurde, oder als schicksalhafte Komponente des eigenen Lebens, gegen die es immer wieder erneut zu rebellieren gilt. Auch das Verh&aumlltnis von Angeborenem und durch (individuelle) Erfahrung Erworbenem sowie die Überpr&uumlfbarkeit beider wurde sehr unterschiedlich bestimmt.
Im Seminar werden anhand ausgew&aumlhlter Texte aus Biologie und Philosophie Fragestellungen im Umkreis dieser Themen behandelt. Eine Literaturliste wird vor Beginn des Semesters verteilt und kann etwa ab Oktober in meinem B&uumlro, Sigwartstr. 20, 1. Etage, abgeholt werden (Tel. 29 - 77191).
Scheinerwerb: Referat, Hausarbeit

Figal: Heideggers Sprachphilosophie

Zeit: Do 14 - 16, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 24.10.

Zwar ist das Thema der Sprache schon in Heideggers Philosophie der zwanziger Jahre pr&aumlsent. Doch erst ab der Mitte der dreißiger Jahre wird es zentral, um dann die Sp&aumltphilosophie ganz zu pr&aumlgen. Die einschl&aumlgigen Arbeiten gelten als schwierig, ihnen wird nicht selten raunende Esoterik nachgesagt. Aber es sollte m&oumlglich sein, bei hinreichend genauer Lekt&uumlre zu sehen, daß man es hier mit einem durchaus nachvollziehbaren Gedankenzusammenhang zu tun hat. Dem Seminar werden Aufs&aumltze aus den beiden B&aumlnden: Vortr&aumlge und Aufs&aumltze, Pfullingen 1954, und Unterwegs zur Sprache, Pfullingen 1959 (Gesamtausgabe Bd. 12, Frankfurt/M. 1985) zugrunde liegen.
Scheinerwerb: Hausarbeit

Frank: Sartres fr&uumlhe ph&aumlnomenologische Studien

Zeit: Mi 18 - 20, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 16.10.

Einige Einsichten des fr&uumlhen Sartre, die noch tief in der klassischen ph&aumlnomenologischen Tradition verwurzelt sind, h&aumltten verdient, selbst im Ged&aumlchtnis der Philosophy of Mind erhalten zu bleiben, die stattdessen entweder das Rad neu erfindet oder ihren Karren in einen Sumpf f&uumlhrt, dessen Undurchdringlichkeit von Sartre schon sehr klug analysiert worden war.
Ich empfehle als Textbasis alle Beitr&aumlge, die in dem Rowohlt-Band ”Die Transzendenz des Ego und andere Essays" enthalten sind, daneben aber auch die Monographie ”Das Imagin&aumlre” sowie den Vortrag vor der franz&oumlsischen Philosophiegesellschaft ”Selbstbewußtsein und Selbsterkenntnis” (von 1947). Alle diese Texte sind bei Rowohlt zug&aumlnglich, auch wenn die Qualit&aumlt der Übersetzung hie und da sehr zu w&uumlnschen &uumlbrig l&aumlßt. Wer immer des Franz&oumlsischen leidlich m&aumlchtig ist, sollte sich daher aufraffen, die obendrein billigeren franz&oumlsischen Originale als Arbeitsgrundlage zu w&aumlhlen. Der Text ”Conscience de soi et Connaissance de soi” ist in meiner Anthologie ”Selbstbewußtseinstheorien von Fichte bis Sartre” (stw 964) wieder abgedruckt und ausf&uumlhrlich kommentiert.
Teilnahmevoraussetzung: Übernahme einer Sitzungsvorbereitung (auch Gruppenarbeit) mit schriftlicher Ausarbeitung
Scheinerwerb: Hausarbeit

H&aumlgler: Gadamer, Wahrheit und Methode

Kompaktveranstaltung nach Vereinbarung Vorbesprechung am 17.10., Raum 308, 20 Uhr

- Kommentar siehe Aushang -

H&oumlffe: John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit

Zeit: Mi 16 s.t. - 18.30, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 16.10.

Der englische Sprachraum verdankt John Rawls das wichtigste Werk zur politischen Ethik des zwanzigsten Jahrhunderts: Eine Theorie der Gerechtigkeit (1971). Die weltweite Rehabilitierung der praktischen Philosophie, die auch heute noch anhaltende Konjunktur der Ethik einschließlich ihrer angewandten Teildisziplinen, ist maßgeblich von Rawls’ monumentalem Werk angestoßen worden.
Um nur einige zentrale Leistungen des Buches zu nennen: Rawls aktualisiert das vorher bereits totgesagte vertragstheoretische Argument der neuzeitlichen politischen Philosophie; er f&uumlhrt einen Paradigmenwechsel in der amerikanischen Debatte herbei: vom Utilitarismus zum Kantianismus und von der metaethischen zur normativen Diskussion; und er bezieht in die traditionelle philosophische Thematik auch Beitr&aumlge der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ein, darunter etwa Ergebnisse der Spieltheorie und der G&uumltertheorie.
Das Intensivseminar gipfelt in einem Rawls-Symposium mit ausw&aumlrtigen Referenten.
Jeder Teilnehmer tr&aumlgt sich vorab oder in der ersten Sitzung f&uumlr ein Protokoll ein (f&uumlr einen unbenoteten Schein) oder f&uumlr ein Referat, das anschließend, sp&aumltestens bis 15. M&aumlrz, ausgearbeitet wird (f&uumlr einen benoteten Schein).
Themen und Literaturliste im Sekretariat (Zi. 317) erh&aumlltlich.

Textgrundlage:
Rawls, John: Eine Theorie der Gerechtigkeit, Frankfurt/M. 1975

Zur Einf&uumlhrung:
H&oumlffe, O. (Hrsg.): Über John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit, Frankfurt/M. 1977 (besonders die Texte von Hart, Barry, H&oumlffe)

Hoering: Neuere Arbeiten zur Wissenschaftstheorie

Zeit: Do 10 - 12, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.10.

Keuth: Zur Wissenschaftstheorie des kritischen Rationalismus

Zeit: Mi 14 - 16, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 16.10.

Karl Popper hat die Thesen des neoempiristischen "Wiener Kreises" zum Verh&aumlltnis von Theorie und Erfahrung weiterentwickelt. Seither war Poppers "kritischer Rationalismus" selbst Gegenstand der Kritik aus verschiedenen Richtungen und hat sich, darauf reagierend, weiterentwickelt. Das Seminar wird sich mit sp&aumlteren Beitr&aumlgen Poppers zur Wissenschaftstheorie und mit Reformulierungen des kritischen Rationalismus durch andre Autoren besch&aumlftigen. Es setzt die Überlegungen des gleichnamigen Seminars aus dem SS 96 fort. Die Kenntnis der dort behandelten Probleme ist aber nicht Voraussetzung der Teilnahme im WS 96/97.
Scheinerwerb: Referat

Literatur:
Gillies, Donald: Philosophy of Science in the Twentieth Century, Padstow 1993
Miller, David: Critical Rationalism. A Restatement and Defense, Chicago 1994
O'Hear, Anthony: Karl Popper, London/New York 1992
Popper, Karl: Realism and the Aim of Science, London 1983
ders.: Quantum Theory and the Schism in Physics, Totowa 1982
ders.: Vermutungen und Widerlegungen, T&uumlbingen 1994
ders.: The Myth of the Framework, London 1994

Klinger: Zur theoretischen Aufl&oumlsung der Geschlechterdifferenzen im ´Postfeminismus´

Kompaktveranstaltung, Do 16.1. - 19.1.1997, Beginn: 11.00 Uhr

In den letzten Jahren zeichnet sich eine "folgenreiche Umbruchphase inner-halb des Feminismus" (A. Maihofer) ab. Die lange Zeit lebhafte und eigentlich ungel&oumlst gebliebene Diskussion um Gleichheit oder Differenz zwischen Frau und Mann ist abgel&oumlst worden durch eine Diskussion um Charakter und Stellenwert der Geschlechterdifferenz und die Frage nach den Differenzen zwischen Frauen. Diese Debatte f&uumlhrt zu einer Neubewertung der sex/gender-Unterscheidung, des feministischen Erkenntnisstandpunkts und anderer grundlegender Bestandteile feministischer Theorie und Politik. Es entsteht ein Austausch bzw. eine Auseinandersetzung zwischen feministischen Denkans&aumltzen und postkolonialer bzw. postmoderner Theorie. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Überschneidung zwischen Rassen-, Klassen- und Geschlechterverh&aumlltnissen und nach der Position und den Artikulationsm&oumlglichkeiten des Subjekts (der Befreiung).
Die Lehrveranstaltung hat das Ziel, anhand der gemeinsamen Lekt&uumlre neuerer Texte die M&oumlglichkeiten und Probleme dieser derzeit in vollem Gang befindlichen und sehr kontrovers gef&uumlhrten Debatte zu erkunden.
Scheinerwerb: Referat oder Hausarbeit

Literatur:
Benhabib, Seyla/Butler, Judith/Drucilla, Cornell/Fraser, Nancy: Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart, Frankfurt/M (Fischer Zeitschriften) 1993
Bordo, Susan: Feminism, Postmodernism and Gender-Scepticism, in: Nicholson, Linda/Fraser, Nancy (Eds.): Feminism/Postmodernism, London/New York (Routledge) 1990, S. 133-156
Gildemeister, Regine/Wetterer, Angelika: Wie Geschlechter gemacht werden, in: Knapp, Gudrun-Axeli/Wetterer, Angelika (Hrsg.): Traditionen, Br&uumlche, Freiburg (Kore) 1992, S. 201-254
Hekman, Susan J.: Gender and Knowledge: Elements of a Postmodern Feminism, London (Polity Pr.) 1990, Kap. 3: Subject/Object, S. 62-104
de Lauretis, Teresa: Eccentric Subjects: Feminist Theory and Historical Consciousness, in: Feminist Studies 16/1, spring 1990, S. 115-150
Maihofer, Andrea: Geschlecht als Existenzweise. Einige kritische Anmerkungen zu aktuellen Versuchen zu einem neuen Verst&aumlndnis von ´Geschlecht´, in: Institut f&uumlr Sozialforschung Frankfurt (Hrsg).: Geschlechterverh&aumlltnisse und Politik, Frankfurt/M 1994, S. 168-187
Narayan, Uma: The Project of Feminist Epistemology: Perspectives from a Nonwestern Feminist, in: Jaggar, Alison M./Bordo, Susan (Eds.): Gender/Body/Knowledge: Feminist Reconstructions of Being and Knowing, New Brunswick/London (Rutgers UP) 1989, S. 256-269
di Stefano, Christine: Dilemmas of Difference: Feminism, Modernity and Postmodernism, in: Nicholson, Linda/Fraser, Nancy (Eds.): Feminism/Postmodernism, London/New York (Routledge) 1990, S. 63-82

Koch, A.F.: Spionoza, Ethik I (&Uumlber Gott)

Zeit: Do 16-18, Ort: Alte Burse, Konf.'raum, Beginn: 17.10.

- Kommentar siehe Aushang -

K&uumlmmel: Moderne Sophistik

Zeit: Do 10 - 12, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 17.10.

Die antike Sophistik war schon zu ihrer Zeit eine ”moderne” Denkbewegung - ihrer Zeit so weit voraus, daß der philosophische Gehalt ihrer ”S&aumltze” erst allm&aumlhlich gesch&oumlpft und in seiner ganzen Tragweite realisiert werden konnte. Heutige Buchtitel wie ”Die Sophistik als Avantgarde normalen Lebens” (Th. Buchheim), ”Moderne Sophistik” (Neue Hefte f&uumlr Philosophie, Bd. 10/1976) u.a. belegen die Renaissance sophistischen Denkens in der Gegenwart. Lyotards ”Der Widerstreit” f&uumlhrt an Beispielen sophistische Denkfiguren und ihre logischen und ethischen Implikationen vor. Mit der von Platon vollzogenen Abwertung der Sophisten (vgl. den Vorspann zum Dialog ”Sophistes”) kann es also nicht mehr sein Bewenden haben. Was k&oumlnnen wir heute von ihnen lernen, bzw. mit ihnen denken, hinausgehend noch &uumlber das, was wir bereits zu denken verm&oumlgen?
Scheinerwerb: Hausarbeit

Maluschke: Die politische Philosophie des Thomas Hobbes

Zeit: Do 16 - 18, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.10.

Die Hobbessche Philosophie - insbesondere seine politische Theorie - war und ist in h&oumlchstem Maße umstritten. Dem eigenen Anspruch nach ist Hobbes der wahre Begr&uumlnder der politischen Philosophie als Wissenschaft, und er macht damit Aristoteles, der die politische Philosophie zu einer eigenst&aumlndigen Disziplin gemacht hat, diesen Titel streitig (denn f&uumlr Hobbes ist das ganze Denkgeb&aumlude des Aristoteles nur "geschw&aumltzige Philosophie").
Grundlegend f&uumlr ein angemessenes Verst&aumlndnis der Hobbesschen Staatsphilosophie sind die von Hobbes entwickelten Konzeptionen von Wissenschaft und Anthropologie. Textgrundlage ist das staatsphilosophische Hauptwerk "Der Leviathan"; erg&aumlnzend werden im Bedarfsfall die Werke "Vom B&uumlrger" und "The Elements of Law" herangezogen.

Text:
Hobbes, Thomas: Leviathan, Übersetzt und herausgegeben von Mayer, P.J., Stuttgart (Reclam) 1985

Literatur:
Gauthier, D. P.: The Logic of Leviathan. The Moral and Political Theory of Thomas Hobbes, Oxford 1969
H&oumlffe, Otfried (Hrsg.): Thomas Hobbes. Anthropologie und Staatsphilosophie, Freiburg/Schweiz 1981
Strauss, L.: Hobbes´ politische Wissenschaft, Neuwied/Berlin 1965
T&oumlnnies, F.: Thomas Hobbes. Leben und Lehre. Neudruck der 3. Auflage, Stuttgart-Bad Cannstatt 1971
Weiß, U.: Das politische System von Thomas Hobbes, Stuttgart-Bad Cannstatt 1980
Willms, B.: Die Antwort des Leviathan. Thomas Hobbes´ politische Theorie, Neuwied/Berlin 1970
ders.: Thomas Hobbes. Das Reich des Leviathan, M&uumlnchen/Z&uumlrich 1987

Rapp/Soldati: Philosophie der Gef&uumlhle

Zeit: Mi 18 - 20, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 23.10.

Man kann nicht glauben, ohne etwas zu glauben, man kann nicht w&uumlnschen, ohne etwas zu w&uumlnschen, man kann sich nicht f&uumlrchten, ohne sich vor etwas zu f&uumlrchten. Immer gibt es etwas, worauf sich der Glaube, der Wunsch, die Furcht richten. Man nennt solche Zust&aumlnde intentional, sie haben eine Ausrichtung auf etwas, sie repr&aumlsentieren etwas. Brentano meinte, daß jedes mentale Ph&aumlnomen intentional ist. Aber was repr&aumlsentieren Gef&uumlhle? K&oumlnnen Gef&uumlhle wahr oder falsch sein? Kann ein Schmerz wahr oder falsch sein? Gibt es etwas, worauf ein Schmerz gerichtet ist?
Von den Überzeugungen eines Menschen verlangen wir, daß sie einen bestimmten Grad an rationaler Koh&aumlrenz erf&uumlllen. Es ist fraglich, ob wir jemandem, der systematisch inkoh&aumlrent ist, &uumlberhaupt Überzeugungen zuschreiben w&uumlrden. Wie steht es mit den Gef&uumlhlen? Gibt es eine Rationalit&aumlt der Gef&uumlhle? Entscheidet das Subjekt kraft seiner eigent&uumlmlichen Autorit&aumlt &uumlber die eigenen Gef&uumlhle allein?
Dies sind die Kernfragen der Philosophischen Theorie der Gef&uumlhle. Wir werden zuerst einige klassische Texte dazu studieren (u.a. Aristoteles, Descartes, Locke, Hume, James, Brentano, Wittgenstein), um uns danach auf einige neuere Arbeiten zu konzentrieren.
Teilnahmevoraussetzung: Übernahme eines Referats
Scheinerwerb: Hausarbeit oder Klausur

Literatur:
Die Texte werden in einem Reader gesammelt, der zu Beginn des Seminars zu bestellen ist. Zur Vorbereitung kann man lesen:
Alston, W. P.: Emotion and Feeling, in: Encyclopedia of Philosophy, ed. by Edwards. P., New York/London (Macmillan) 1967
Kenny, A.: Action, Emotion and Will, London (Routledge) 1963, Kapitel 1 bis 3.

Schroeder-Heister: Begriffsschrift und Principia Mathematica: Logische Grundlagen

Zeit: Fr 9 - 11, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 18.10. (Vorbesprechung)

Freges "Begriffsschrift" und Whitehead & Russells "Principia Mathematica" haben die Ausrichtung der modernen Logik maßgeblich bestimmt. Der Frege-Text soll ganz, aus den Principia sollen die Einleitungen sowie die wichtigsten Passagen aus Teil I gelesen werden.
Voraussetzung: Logik I

Textgrundlage:
Frege, G.: Begriffsschrift, eine der arithmetischen nachgebildete Formelsprache des reinen Denkens, Halle 1879
Whitehead, A. N./Russell, B.: Principia Mathematica, Cambridge 1910 ff. (Teilreprint Cambridge 1967)

Schroeder-Heister/Oestermeier: Wissenschaftstheoretische Grundprobleme der Psychologie

Zeit: Fr 14 - 16, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 18.10. (Vorbesprechung)

Die Psychologie ist eine Wissenschaft, in der die Diskussion methodischer Probleme und unterschiedlicher Erkl&aumlrungsans&aumltze einen großen Stellenwert einnimmt. Die Vielfalt der Probleme wird durch die folgenden Stichworte nur angedeutet: Introspektion, Behaviourismus, &oumlkologische Validit&aumlt, Computermodellierung kognitiver Prozesse, rationale Analyse und biologische Erkl&aumlrungsans&aumltze.
In einem historischen Teil des Seminars sollen einige der wichtigsten Kontroversen der letzten hundert Jahre nachvollzogen werden, wobei u.a. darauf geachtet werden wird, wie stark verzerrt Behaviouristen die Introspektionisten und Kognitivisten die Behaviouristen dargestellt haben.
Ein systematischer Schwerpunkt des Seminars wird die Frage sein, inwieweit psychologische Erkl&aumlrungen ohne Aussagen &uumlber mentale Repr&aumlsentationen und Prozesse auskommen.

Literatur:
Anderson, John R.: The Adaptive Charakter of Thought, Hillsdale 1991
B&uumlhler, Karl: Die Krise der Psychologie, Jena 1927
Cosmides, Leda/Tooby, John: Beyond intuition and instinct blindness: toward an evolutionary rigorous cognitive science. In: Cognition, 50, 1994, S. 41 - 77
Kosslyn, Stephen M./Koenig, Olivier: Wet Mind, The New Cognitive Neuroscience, New York 1992

Soldati/Stechow/Haas-Spohn: Subjektive Bedeutung

Zeit: Fr 11 - 13, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 18.10.

Die Theorie der direkten Referenz besagt, daß der Beitrag von indexikalischen Ausdr&uumlcken, Eigennamen und - mutatis mutandis - Substanzw&oumlrtern zur ausgedr&uumlckten Proposition nur aus dem Gegenstand besteht, den die Ausdr&uumlcke jeweils bezeichnen und nicht aus ihrem Sinn oder Intension.
Diese Theorie hat jedoch Probleme damit, den kognitiven Gehalt von S&aumltzen mit solchen Ausdr&uumlcken angemessen zu beschreiben. Probleme ergeben sich zum einen bei der Semantik propositionaler Einstellungen, aber auch bereits dann, wenn es darum geht, Intuitionen hinsichtlich der potentiellen Informativit&aumlt von Äußerungen zu erfassen.
Die Arbeiten von Kripke, Putnam und Kaplan haben gezeigt, daß man modale Begriffe wie Notwendigkeit und Kontingenz und epistemische Begriffe wie Informativit&aumlt oder Apriorit&aumlt auseinanderhalten muß. Damit wird aber auch klar, daß der Begriff der ausgedr&uumlckten Proposition kein epistemischer Begriff ist und den kognitiven Gehalt, die subjektive Bedeutung, die Äußerungen von S&aumltzen f&uumlr einzelne Sprecher oder H&oumlrer haben, nicht erfassen kann. Der Begriff des kognitiven Gehalts muß also anders und neu expliziert werden.
Im Seminar werden Kripke, Naming and Necessity (1972) und Putnam, The Meaning of "Meaning" (1975) (in Philosophical Papers, Vol. 2) vorausgesetzt. Besprochen werden u.a. Texte von Perry, Kaplan, Lewis und Stalnaker.
Scheinerwerb: Hausarbeit

Szlezák: Platon, Symposion

Zeit: Mo 18.15 - 20.30, Ort: Philologisches Seminar, Konferenzzimmer. Beginn: 14.10.

Platons Symposion ist ein Meisterwerk der griechischen fiktionalen Prosa und zugleich einer der wichtigsten Texte zum platonischen Philosophiebegriff. Das heikle Verh&aumlltnis von Dichtung und Philosophie in diesem Dialog - was Philosophie bedeuten kann, wird im Rahmen des quasi-historischen Portr&aumlts einer individuellen Figur (Sokrates) mimetisch verdeutlicht - f&uumlhrt auf die allgemeinen Fragen der Hermeneutik der platonischen Dialoge. Im Zentrum der Interpretation wird aber Platons Theorie des Eros und sein Begriff der "Ideen" stehen. Ausgegangen wird vom griechischen Text: Griechischkenntnisse mindestens auf dem Niveau des Graecums sind daher vorausgesetzt.
Scheinerwerb: schriftlich ausgearbeitetes Referat aus einem der o.g. Themenkreise


Oberseminare

Figal (zusammen mit Prof. Dr. E. J&uumlngel): Martin Heidegger, Ph&aumlnomenologie der Religion

Zeit: Di 18 - 20, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 22.10.

Heideggers religionsphilosophische Entw&uumlrfe und Vorlesungen aus den Jahren 1918-1921 sind Schl&uumlsseltexte f&uumlr das Verst&aumlndnis seines Philosophierens. In der Auseinandersetzung mit Paulus und Augustinus entwickelt Heidegger Grundmotive einer Konzeption des Daseins und der Zeitlichkeit. Doch sind Heideggers Entw&uumlrfe und Vorlesungen nicht bloß unter dem Gesichtspunkt einer Rekonstruktion seiner philosophischen Anf&aumlnge von Interesse. Sie geh&oumlren zu den wenigen bedeutenden religionsphilosophischen Texten dieses Jahrhunderts. Sie veranlassen die Frage nach dem Stellenwert religi&oumlser Erfahrung f&uumlr die philosophische Auslegung unserer Weise zu sein. Und sie geben Anlaß dar&uumlber nachzudenken, was philosophische Beschreibungen und Analysen des religi&oumlsen Erfahrens f&uumlr dessen Selbstverst&aumlndnis austragen k&oumlnnen.
Die Veranstaltung setzt Vertrautheit mit der Philosophie Heideggers voraus. Voraussetzung f&uumlr die Teilnahme ist die pers&oumlnliche Anmeldung bei einem der beiden Seminarleiter.

Text:
Heidegger, Martin: Ph&aumlnomenologie des religi&oumlsen Lebens (Gesamtausgabe, Bd. 60). Hrsg. v. Jung, M./Regehly, M./Strube, C., Frankfurt/M. 1995

Frank: Oberseminar (Kolloquium) f&uumlr Doktorand(inn)en

Zeit: Mi 20 - 22, Ort, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 16.10.

Gemeinsame Lekt&uumlre neuerer Theorien zur Philosophy of Mind.

H&oumlffe: Neuerscheinungen zur theoretischen Philosophie Kants

nach Vereinbarung und nach pers&oumlnlicher Anmeldung (wie im SS 96 - f&uumlr Doktoranden und Examenskandidaten)
Termine, jeweils Fr 15 - 19: 18.10., 15.11., 6.12., 10.1. und 31.1.

In diesem Semester werden wie im n&aumlchsten Sommersemester einige neuere Publikationen zu Kant, insbesondere zur Kritik der reinen Vernunft diskutiert. Eine erste Literaturliste ist ab 15. September im Sekretariat (Zi. 317) erh&aumlltlich. Der Ort und die genauen Termine werden noch bekannt gegeben.

Keuth: Poppers Thesen zum Leib-Seele-Problem und zur dritten Welt objektiver Gedankeninhalte

Zeit: Mi 10 - 12, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 16.10.

In den f&uumlnfziger Jahren vertritt Popper einen interaktionistischen Leib-Seele-Dualismus. Er unterstellt eine "erste Welt" physikalischer K&oumlrper und Zust&aumlnde und eine "zweite Welt" geistiger und seelischer Zust&aumlnde. Zwischen beiden vermutet er Wechselwirkungen. Sp&aumlter f&uumlgt er eine "dritte Welt" objektiver Gedankeninhalte hinzu. Ihre Gegenst&aumlnde interagieren unmittelbar mit denen der zweiten Welt und &uumlber diese mittelbar auch mit denen der ersten. Diese Annahmen scheinen ihm erforderlich zur Erkl&aumlrung des Erkenntnisfortschritts und zur L&oumlsung des Problems der Willensfreiheit.
Scheinerwerb: Referat

Literatur:
Popper: Conjectures and Refutations, London 1963
ders.: Objektive Erkenntnis, Hamburg 1993
ders.: The Open Universe, Totowa 1982
ders.: Knowledge and the Body-Mind-Problem, London & New York 1994
Popper/Eccles: Das Ich und sein Gehirn, M&uumlnchen 1989
Schilpp (Ed.): The Philosophy of Karl Popper, vol. 1,2, La Salle 1974

K&uumlmmel: Hermeneutische Philosophie (O. F. Bollnow)

Zeit: Fr 19 - 21, Ort: Alte Burse, Raum 308, Beginn: 25.10.

Kolloquien

Colloquium philosophicum

Siehe Aushang

Fahrenbach: Kolloquium

nach Vereinbarung

Schroeder-Heister: Logik und Sprachtheorie

nach Vereinbarung

Szlezák: Zur Geschichte des antiken Platonismus

Zeit: Do 18.15 - 20.30, Ort: Philologisches Seminar, Konferenzzimmer. Beginn: 17.10.

Anhand der Textsammlung von D&oumlrrie (siehe unten), die jedoch von Fall zu Fall durch weitere Testimonien erg&aumlnzt werden kann, soll zun&aumlchst die Eigenart des "Platonismus" der ersten Sch&uumllergeneration (Speusippos. Xenokrates, z.T. auch Aristoteles) herausgearbeitet werden, mit stetem Blick nach "vorne", d.h. auf den "neuen" Platonismus der Kaiserzeit.

Literatur:
D&oumlrrie, H.: Der Platonismus in der Antike, Bd. 1, 1987
Kr&aumlmer, H.: Die Ältere Akademie, in: Ueberweg-Flashar: Die Philosophie der Antike, Bd. 3 (Ältere Akademie - Aristoteles - Peripatos), hrsg. von Flashar, H., Basel/Stuttgart 1983, S. 1-174
Merlan, Ph.: From Platonism to Neoplatonism, 3 rd. ed., The Hague 1968

Wimmer: Doktorandenkolloquium

Zeit: Do 9.20 - 13.00, Ort: Ethik-Zentrum, Keplerstr. 17, Beginn: 24.10.

Arbeitskreis

Hoering: Automatisches Beweisen

Do 19-21; Alte Burse, Raum 208 (Computer-Pool); Beginn: 18.4.

Seit einiger Zeit gibt es ein Tutor-Programm zum Ein&uumlben des logischen Ableitens in Formalismen der Aussagen-, Pr&aumldikaten- und Modallogik, das im Rahmen dieses Arbeitskreises entwickelt worden ist. Dieses Programm wurde zun&aumlchst in Pascal f&uumlr IBM-kompatible Rechner geschrieben; f&uumlr seine Portierung auf andere Plattformen stellen wir Versionen in C++ und Java her.
Neue Mitglieder, die bereits Kenntnisse in diesen Sprachen besitzen, sind herzlich willkommen.