Philosophisches Seminar

Sommersemester 1997

Allgemeine Studienberatung: Fakultätsassistent Dietmar Koch
Mo 11-12.30; Do 10-12, Raum 214

Eventuelle Änderungen gegenüber dem Vorlesungskommentar werden aktuell angeschlagen!

Soweit nicht anders im Kommentar vermerkt, ist die Anmeldung zu den Veranstaltungen nicht erforderlich.

Semestertermine: Beginn der Vorlesungen: 14. April 1997
Ende der Vorlesungen: 12. Juli 1997

Vorlesungsfreie Tage: 01.,08., 19.,20.,28. Mai 1997

Einf&uumlhrungsabend f&uumlr Studienanf&aumlnger:
14 April 1997, 18.00 c.t., Alte Burse, Raum X

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Vorlesungen

Engels:

Evolution&aumlre Erkenntnistheorie Zeit: Mo 9 - 11, Ort: Auf der Morgenstelle, Kleiner Botanischer H&oumlrsaal (N 11), Beginn: 14.04.

Ausgehend von den Ans&aumltzen zu einer evolution&aumlren Erkenntnistheorie im vorigen Jahrhundert bei Charles Darwin und Herbert Spencer sollen in dieser Vorlesung die biologischen bzw. einzelwissenschaftlichen und philosophischen Zielsetzungen heutiger Konzeptionen von Evolution&aumlrer Erkenntnistheorie systematisch vorgestellt und kritisch diskutiert werden. Seit der Entstehung der Evolution&aumlren Erkenntnistheorie in den 70er Jahren dieses Jahrhunderts ist dieses Forschungsprogramm einer vielf&aumlltigen Kritik ausgesetzt worden, die zu seiner Modifikation und Erweiterung f&uumlhrte, wobei hier insbesondere die Einbeziehung entwicklungspsychologischer Aspekte von Bedeutung war. In der Vorlesung soll ein &Uumlberblick &uumlber diese Diskussion gegeben werden.

Frank:

Die fr&uumlhromantische Konstellation Zeit: Di 16 - 18, Ort: siehe Aushang, Beginn: 15.04.

In dieser Vorlesung will ich den auf drei Semester angelegten Zyklus der philosophischen Entwicklung von Kant zur Fr&uumlhromantik abschlie&szligen. Das h&aumltte eigentlich im letzten Sommersemster geschehen sollen, aber Krankheit ri&szlig mich mitten aus dem Vortrag, den ich nun abschlie&szligen will. Dabei wird vor allem von derjenigen Kritik an Reinholds und Fichtes Grundsatzphilosophie die Rede sein, die f&uumlr die philosophischen Anf&aumlnge des Novalis und Friedrich Schlegels zwischen 1795 und '97 unmittelbar relevant geworden sind. Das sind insbesondere die Theorieskizzen von Novalis' altem Hauslehrer C. Chr. E. Schmid, Novalis' Kommilitonen (aus der gemeinsamen Studienzeit bei Reinhold) J. B. Erhard, F. I. Niethammer, F. P. von Herbert und F. C. Forberg. N&uumltzliche Einf&uumlhrungen sind Henrichs Monographie "Der Grund im Bewu&szligtsein. Untersuchungen zu H&oumllderlins Denken (1794-1795)", Stuttgart 1992, mein Text: "Philosophische Grundlagen der Fr&uumlhromantik", in: Athen&aumlum, Jahrbuch f&uumlr Romantik, 4. Jahrgang 1994, 37-130.

Figal:

Nietzsche - eine Einf&uumlhrung, Teil II Zeit: Mi 16-18, Ort: siehe Aushang, Beginn: 16.04.

Im Laufe des Wintersemesters 1996/97 hat sich gezeigt, da&szlig der Stoff, den ich mir f&uumlr die Nietzsche-Vorlesung vorgenommen hatte, in einem Semester nicht zu bew&aumlltigen ist; ich h&aumltte mich auf die Darstellung und Interpretation von Nietzsches Fr&uumlhwerk beschr&aumlnken m&uumlssen. Auf ausdr&uumlcklichen Wunsch der H&oumlrer dieser Vorlesung m&oumlchte ich jedoch die Besch&aumlftigung mit Nietzsche im Sommer fortsetzen. Die Vorlesung wird haupts&aumlchlich den drei gro&szligen Themen des sp&aumlteren Werkes - "Wille zur Macht", "Nihilismus", "Ewige Wiederkunft des Gleichen" - gewidmet sein. Die Vorlesung ist auch f&uumlr H&oumlrer geeignet, die den ersten Teil nicht geh&oumlrt haben. Ich werde am Anfang eine Verbindung zu den wichtigsten Themen des ersten Teils herstellen und keine Vorkenntnisse voraussetzen.

H&oumlffe:

Kant, Kritik der reinen Vernunft II Zeit: Do 10 - 12, Ort: siehe Aushang, Beginn: 17.04.

Die Vorlesung setzt die des Wintersemesters fort. Nach einem R&uumlckblick auf Kants Programm und seine &Aumlsthetik sowie die Analytik geht es jetzt um die Dialektik und die (oft &uumlbergangene) Methodenlehre. Wer erst im Sommersemester einsteigt, lese vorher die im WS behandelten Texte der Kritik der reinen Vernunft und zur Einf&uumlhrung:

Literatur:
H&oumlffe, O.: Kant, Teil II, M&uumlnchen 19944

A. F. Koch:

Von Descartes bis Hume. Einf&uumlhrung in den klassischen Rationalismus und Empirismus Zeit: Do 18 - 20, Ort: siehe Aushang, Beginn: 17.04.

Die Vorlesung soll Studierenden im Grundstudium, insbesondere auch Anf&aumlngern, einen &Uumlberblick &uumlber die klassische Philosophie der fr&uumlhen Neuzeit verschaffen. Descartes, Spinoza und Leibniz, Locke, Berkeley und Hume sollen der Reihe nach vorgestellt werden, wobei das Hauptaugenmerk auf den ontologischen und erkenntnistheoretischen Fragestellungen liegen wird, mittels deren die Lehren der genannten Klassiker aufeinander bezogen und in einem &uumlbergreifenden Diskussionszusammenhang pr&aumlsentiert werden sollen.

Schroeder-Heister:

Lambda-Kalk&uumll und kombinatorische Logik Zeit: Fr 11 - 13, Ort: Morgenstelle (H&oumlrsaal siehe Aushang), Beginn: 18.04.

Der von A. Church entwickelte Lambda-Kalk&uumll ist wie der Pr&aumldikatenkalk&uumll nicht nur technisch, sondern auch begrifflich fundamental f&uumlr die Logik. In ihm wird der Begriff der Funktion auf eine Weise expliziert, die auch f&uumlr bestimmte sprachphilosophische &Uumlberlegungen interessant ist (Frege!). Letztlich geht es um die Formalisierung der Beziehung zwischen Funktionen bzw. Pr&aumldikaten als "offenen" Operatoren und als "geschlossenen" Gegenst&aumlnden. Die Vorlesung ist f&uumlr die Informatik konzipiert, sollte aber auch von interessierten Studierenden der Philosophie mit Gewinn besucht werden k&oumlnnen. F&uumlr letztere biete ich eine spezielle &Uumlbungsgruppe an.
Voraussetzung: Logik-Kenntnisse

Wieland:

Philosophie der Antike I Zeit: Mo 11 - 13, Ort: siehe Aushang, Beginn: 14.04.

Die Vorlesung ist nach dem Muster eines "&Uumlberblicks" angelegt, der die vorsokratische und athenische Philosophie (Sokrates, Platon, Aristoteles) zum Gegenstand hat. Es ist geplant, diese philosophiehistorischen &Uumlberblicks-vorlesungen in den kommenden Sommersemestern fortzuf&uumlhren.

Literatur:
W. R&oumld, Die Philosophie der Antike I:Von Thales bis Demokrit, M&uumlnchen 21988
A. Graeser, Die Philosophie der Antike II: Sophistik und Sokratik, Plato und Aristoteles, M&uumlnchen 1983
F. Ricken, Philosophie der Antike, Stuttgart 1988


&Uumlbungen

Schroeder-Heister:

&Uumlbung zur Vorlesung "Lambda-Kalk&uumll und kombinatorische Logik"(f&uumlr Studierende der Philosophie) Zeit: Fr 9 - 11, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 25.04.

Einf&uumlhrungsveranstaltung

D. Koch:

Einf&uumlhrung in das Studium der Philosophie Zeit: Di 10 - 12, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 15.04.

Die Einf&uumlhrungsveranstaltung dient der umfassenden Grundorientierung im Philosophiestudium. Sie ist reserviert f&uumlr Erst- und Zweitsemester im Fach Philosophie.
Aufgabe der Veranstaltung ist es, Kenntnisse zum Studienablauf und zur Studienorganisation zu vermitteln, grundlegende Literatur bekannt zu machen, eine Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten zu geben, vor allem jedoch in geschichtlich wie systematisch bedeutsame Grundprobleme und Grundbegrifflichkeiten philosophischen Denkens einzuf&uumlhren. Dies geschieht anhand von Textausz&uumlgen zentraler philosophischer Werke von Parmenides bis Heidegger. (Die Textausz&uumlge werden ausgegeben.)

D. Koch:

Lekt&uumlrekurs f&uumlr Erstsemester, Die Fragmente von Parmenides und Heraklit Zeit: Di 8. 30 s.t -10, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 15.04.

Der Umgang mit philosophischen Schriften bedarf eines Handwerkzeugs: ein begrifflich genaues Lesen, die Herauspr&aumlparierung der spezifischen Fragestellung und die Beherrschung der charakteristischen Begrifflichkeit eines Autors, die Beachtung der Differenz von Textauslegung und eigener Sachinterpretation und anderes mehr.
Der Lekt&uumlrekurs f&uumlr Erstsemester will &uumlber die Demonstration des Handwerklichen hinaus im Blick auf den geschichtlichen Anfang des Philosophierens mit den &uumlberlieferten Fragmenten von Parmenides und Heraklit in die Eigenart und in den Reichtum philosophischer Probleme und philosophischen Denkens einf&uumlhren.
Griechischkenntnisse sind nicht vorausgesetzt, doch zur besseren Erl&aumluterung von griechischen Schl&uumlsselbegriffen werden zweisprachige Textausgaben verwendet.

Textausgaben
Parmenides (Griechisch u. Deutsch); &Uumlbersetzung, Einf&uumlhrung und Interpretation v. K. Riezler. Frankfurt a. M. 1970
Heraklit. Fragmente (Griechisch u. Deutsch). Hrsg. v. B. Snell. (Sammlung Tusculum) M&uumlnchen/Z&uumlrich 1995


Proseminare

Engels:

Tiere in Wissenschaft und Philosophie Zeit: Di 9 - 11, Ort: Auf der Morgenstelle, Kleiner Botanischer H&oumlrsaal (N 11),Beginn: 15.04.

In diesem Seminar soll die Stellung von Tieren in der Philosophie und in der Wissenschaftspraxis behandelt werden. In einem historischen &Uumlberblick werden zun&aumlchst einmal Texte von Klassikern der Philosophie gelesen, um die unterschiedlichen Einsch&aumltzungen, die Tiere im Laufe der Zeit in Abh&aumlngigkeit von der jeweiligen philosophischen Position erfahren haben, herauszuarbeiten. Im Anschlu&szlig daran soll der Umgang mit Tieren in Wissenschaft und Forschung unter ethischen Aspekten betrachtet werden. In diesem Zusammenhang sollen auch neue technologische M&oumlglichkeiten (Stichworte "transgene Tiere" und Xenotransplantation) diskutiert werden.
Die Bedingungen f&uumlr den Erwerb eines benoteten Leistungsnachweises sind neben regelm&auml&szligiger Teilnahme die &Uumlbernahme eines Referates im Seminar und dessen Ausarbeitung zu einer schriftlichen Hausarbeit, die nach Semesterschluss erfolgen kann.
Eine Liste der im Seminar zu behandelnden Literatur wird zu Beginn des Semesters verteilt.

Figal:

Platons fr&uumlhe Dialoge Zeit: Di 14 - 16, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 15.04.

Platons fr&uumlhe Dialoge sind wohl die beste Einf&uumlhrung ins Philosophieren, die es gibt: sie f&uumlhren vor, wie die Fragestellungen und Denkweisen, die man als philosophisch versteht, sich im Gespr&aumlch entwickeln. Und sie pr&aumlsentieren mit Sokrates eine Figur, die Platon als Urbild des Philosophen verstand. Beides wiederum ist besonders anschaulich, wo Sokrates im Kontrast zu den Sophisten pr&aumlsentiert wird: jenen Intellektuellen also, mit denen ihn vieles verbindet und von denen ihn zugleich sein Philosophieren radikal trennt. Ein Text, an dem sich dies alles gut kennenlernen l&auml&szligt, ist der Dialog "Protagoras". Seiner gr&uumlndlichen Lekt&uumlre und Interpretation soll das Proseminar gewidmet sein.
Als Arbeitsgrundlage empfehle ich die &Uumlbersetzung des "Protagoras" von Friedrich Schleiermacher, am besten in der zweisprachigen Ausgabe von Platons Werken, die bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erschienen ist.

Frank:

Ludwig Feuerbach und der fr&uumlhe Marx Zeit: Mi 18 - 20, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 16.04.

Gelesen werden sollen vor allem Feuerbachs "Kritik der hegelschen Philosophie", seine "Thesen zur Reformation der Philosophie" und seine "Grunds&aumltze der Philosophie der Zukunft" (zug&aumlnglich in der Theorie-Werkausgabe des Suhrkamp Verlags), von Marx die "Philosophisch-&oumlkonomischen Manuskripte", sowie Teile der "Deutschen Ideologie". Die Perspektive, unter der ich dieses Seminar konzipiere, ist ungef&aumlhr entwickelt in meiner Abhandlung "Der unendliche Mangel an Sein. Schellings Hegelkritik und die Anf&aumlnge der Marxschen Dialektik", erschienen unspr&uumlnglich bei Suhrkamp 1975, neu aufgelegt bei Fink: M&uumlnchen, 1992, vor allem auch die Seiten 255 ff und 293 ff.
Qualifizierter Schein: Vorbereitung einer Sitzung und deren schriftliche Aufarbeitung.

Hajos:

&Aumlsthetik als Ethik: Robert Musils Mann ohne Eigenschaften Zeit: Fr 11-13, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 18.04.

Robert Musil ist im (akademischen) Gespr&aumlch. St&aumlndig werfen neue dicke W&aumllzer ihre Schatten auf Vater und Sohn ohne Eigenschaften. Vor diesem Hintergrund werden wir einmal den autorisierten Teil des Romans (die B&aumlnde I und II/1) lesen und auf seinen philosophischen Gehalt hin analysieren.
Was die Sekund&aumlrliteratur betrifft, so werden wir sie selber produzieren. Grundlage f&uumlr die Teilnahme am Proseminar sind die Bereitschaft zu w&oumlchentlicher Lekt&uumlre gekoppelt mit schriftlichem Kommentar sowie die &Uumlbernahme einer Diskussionsleitung. So sollte dann auch die Hausarbeit zwecks Scheinerwerb leichter von der Hand gehen.

Als Einf&uumlhrung empfehle ich Wilfried Berghahn: Robert Musil. Rowohlt Monographie Nr. 81.

H&oumlffe/Horn:

J. L. Mackie, Ethik Zeit: Mi 14 - 16, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 16.04.

Der australische Philosoph J.L. Mackie (1917-1981) hat im Jahr 1977 eine eigene Konzeption der Ethik (einschlie&szliglich der Metaethik) vorgelegt, der man in der gegenw&aumlrtigen Debatte in Zustimmung und Ablehnung eine breite Aufmerksamkeit entgegenbringt. Metaethisch betrachtet, d.h. im Blick auf die sprachphilosophischen, erkenntnistheoretischen und ontologischen Voraussetzungen der Ethik, vertritt Mackie einen Skeptizismus ("Es gibt keine objektiven Werte"). Auf Fragen nach der moralischen Richtigkeit oder Falschheit einer Handlung gibt es nach Mackie also keine &uumlberzeitliche und kultur&uumlbergreifende Antwort. Interessanterweise folgt f&uumlr ihn hieraus nicht, man m&uumlsse auch in konkreten Moralfragen Skeptiker sein. Vielmehr h&aumllt er Erkenntnis in ethischen Fragen f&uumlr m&oumlglich und bietet selbst eine recht konkrete Fassung moralischer Prinzipien. Im Seminar soll diese klar und ansprechend dargestellte, aber auch irritierende Position auf ihre Haltbarkeit untersucht werden.
Scheinerwerb aufgrund eines Referats und einer Hausarbeit.

Text:
Mackie, John L.: Ethik. Die Erfindung des moralisch Richtigen und Falschen, Stuttgart 1981 (engl.: Ethics. Inventing Right and Wrong, Harmondsworth 1977)

Zur Einf&uumlhrung:
Diehl, U.: Sittliche Erkenntnis ohne objektive Werte? in: Logos 3 (1996), 134-167

Hoering:

Funktion und Begriff, Ans&aumltze zur Grundlegung der Logik Zeit: Do 8 - 10, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.04.

Kann man die Logik in einer Weise begr&uumlnden, die nicht selbst schon von logischen Hilfsmitteln Gebrauch macht? Diese Frage stellen, hei&szligt fast sie schon beantworten. Man sollte aber bei dem naheliegenden "Kurzschlu&szlig" nicht stehen bleiben. Wir wollen uns mit Hilfe der Lekt&uumlre klassischer, aber auch modernerer Texte dar&uumlber klar werden, in welcher Weise, mit welcher Berechtigung man von Grundlegungen der Logik sprechen kann.

Vorl&aumlufige Literaturliste:
F&oumlllesdal, Dagfinn: Rationale Argumentation, Berlin 1986
Haack, Susan: Philosophy of Logics, 1988
Patzig, G&uumlnther (Hrsg.): Funktion, Begriff, Bedeutung. F&uumlnf logische Studien von Gottlob Frege, G&oumlttingen 1966
Richter, G&uumlnther: Universit&aumlt Bielefeld/ Fakult&aumlt f&uumlr Mathematik/ Projektgruppe Fernstudium/ Autorenkollektiv Mathematisches Vorsemester, Springer 1979
Spencer-Brown, George: Gesetze der Form (Laws of Form), (&Uumlbers.) Frankfurt/M., 1992

Hofmann:

Kausalit&aumlt Zeit: Di 10 - 12, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 15.04.

Ein wichtiger Teil unseres Weltverst&aumlndnisses betrifft die wesentlichen Grundstrukturen der Welt. Als ein zentraler Bestandteil dieser Grundstrukturen wird oft Kausalit&aumlt angesehen. Ereignisse und Objekte bzw. ihre Eigenschaften stehen untereinander in kausalen Beziehungen. So denken wir, da&szlig ganz allgemein betrachtet die Welt einen kausalen Zusammenhang darstellt.
Wir wollen verschiedene Grundprobleme, die das Thema Kausalit&aumlt betreffen, diskutieren und dazu prominente Ans&aumltze betrachten. Was sind kausale Beziehungen? Zwischen welchen Arten von Gegenst&aumlnden k&oumlnnen sie bestehen? Wie k&oumlnnen wir etwas &uumlber Kausalit&aumlt erkennen? Welcher Zusammenhang besteht zwischen kausalen Beziehungen und (kausalen) Gesetzen? Neben klassischen Positionen sollen auch neuere vorgestellt werden.
Das Proseminar soll auch dazu dienen, einen Einstieg in die Ontologie zu gewinnen. Es sollen ontologische Grundbegriffe und -thesen, die im Zusammenhang mit Kausalit&aumlt bald aufkommen, erarbeitet werden. (Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.)
Scheinerwerb: Hausarbeit oder ausgearbeitetes Referat oder Klausur.

Literatur:
Die Texte werden in einer Sammlung zusammengestellt, die zu Beginn des Semesters bestellt werden kann.
Zur Vorbereitung empfohlen:
G. Posch, "Zur Problemlage beim Kausalit&aumltsproblem", in: Kausalit&aumlt, G. Posch (Hrsg.), Reclam, 1981.
D. H. Sanford, "Causation", in: J. Kim, E. Sosa (Hrsg.), A Companion to Metaphysics, Blackwell, 1995.
W. Stegm&uumlller, Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie, Band I, Kap. 7: "Kausalit&aumltsprobleme",Springer, 1969.

Merle:

Kant, Kritik der reinen Vernunft (Teil II) Zeit: Di 16 - 18, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 15.04.

Begleitveranstaltung zur Vorlesung von Prof. H&oumlffe. Fortsetzung aus dem vorigen Semester. Neuaufnahmen sind m&oumlglich.
Benotete Scheine werden aufgrund eines Referats und einer schriftlichen Hausarbeit vergeben.

Mirbach:

&Aumlsthetik im 18. Jahrhundert II Zeit: Mi 20 - 22, Ort: Alte Burse, Raum X; Beginn: 16.04.

"Denn die Sch&oumlnheit ist eins von den gro&szligen Geheimnissen der Natur, deren Wirkung wir sehen und alle empfinden, von deren Wesen aber ein allgemeiner deutlicher Begriff unter die unerfundenen Wahrheiten geh&oumlrt." (Winckelmann, Geschichte der Kunst IV, 2, 1764).
Nachdem wir uns im Wintersemester mit dem Begriff der Sch&oumlnheit und der Auffassung des Wesens und der Funktion der Kunst in der &Aumlsthetik zwischen 1750 und 1790 bei Baumgarten, Meier, Sulzer, Mendelssohn, Shaftesbury, Winckelmann, dem jungen Goethe und Moritz besch&aumlfigt haben, m&oumlchten wir im Sommersemester unsere Lekt&uumlre &aumlsthetischer Schriften des vorkritischen 18. Jahrhunderts fortsetzen. Gegenstand des Seminars sollen zum einen im vergangenen Semester noch nicht behandelte Autoren wie Hamann (Aesthetica in nuce), Herder (Viertes kritisches W&aumlldchen, Plastik), Franz Hemsterhuis (Lettre sur la sculpture) und Heinse (Briefe an die D&uumlsseldorfer Akademie, Ardinghello) sein, zum anderen m&oumlchten wir den Horizont unserer Diskussion auch im Hinblick auf die franz&oumlsische und englische zeitgen&oumlssische &Aumlsthetik erweitern.
Der Besuch meines vorhergegangenen Seminars ist nicht Voraussetzung f&uumlr die Teilnahme, "Neueinsteiger" sind herzlich willkommen!

Scheinerwerb: Schriftliche Ausarbeitung eines Sitzungsprotokolls oder Referats.

Eine genaue Themenliste sowie ein Textreader kann in meiner Sprechstunde, Do 11 - 12, Raum 308, ab dem 6. M&aumlrz abgeholt werden.

Mirbach:

Plotin Zeit: Fr 10 - 12, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 18.04.

"Wo in philosophischem Denken die metaphysischen Grundfragen auf eine f&uumlr das Leben bedeutsame Weise gestellt werden, bewegt man sich in der N&aumlhe Plotins und des Neuplatonismus." (F.-P. Hager, 1981)
Die Philosophie Plotins (um 204 - 270 n. Chr.), dargelegt in insgesamt 54 durch seinen Sch&uumller Porphyrios zusammengestellten Enneaden, seine Metaphysik, Anthropologie und &Aumlsthetik hat ihren Grund und ihr Ziel im "Denken des Einen" (W. Beierwaltes, 1985). Das Eine als &uumlber allem Sein und Denken befindliches h&oumlchstes Prinzip ist der Grund der stufenweise aus ihm entfalteten geistigen, seelischen und sinnenf&aumllligen Wirklichkeit, und es ist das Ziel, in dem der Mensch im Aufstieg &uumlber die sinnliche Wahrnehmung und die begriffliche Erkenntnis seine h&oumlchste und eigentliche Bestimmung erreicht.
Das Seminar, das eine &uumlberschaubare Textauswahl aus dem Gesamt der Enneaden zugrundelegt, ist konzipiert als Einf&uumlhrung in die plotinische Philosophie. Durch ihre historische Stellung und ihre systematische Ganzheit er&oumlffnet sie allererst und paradigmatisch einen Zugang zu einem Verst&aumlndnis dessen, was - in all seinen philosophiegeschichtlichen Ausformungen sowie auch in seiner gegenw&aumlrtigen Relevanz - unter "Neuplatonismus" &uumlberhaupt zu verstehen ist.
Scheinerwerb: Schriftliche Ausarbeitung eines Sitzungsprotokolls oder Referats.

Texte:
Enneaden I 6, II 9, III 2, III 3, III 8, IV 8, V 5, V 8, VI 8, VI 9; s&aumlmtlich in:
Plotin: Ausgew&aumlhlte Schriften, in der &Uumlbersetzung von Richard Harder, teilweise &uumlberarbeitet von Willy Theiler und Rudolf Beutler, hrsg. von Walter Marg, Stuttgart (Reclam) 1973.
(Textausgabe z. Zt. leider vergriffen, falls die Neuausgabe nicht rechtzeitig erscheint, wird ein Reader erstellt, der in meiner Sprechstunde, Do 11 - 12, Raum 308, ab dem 6. M&aumlrz abgeholt werden kann. Ansonsten verweise ich auf die zweisprachige Gesamtausgabe Plotins Schriften, &uumlbersetzt von Richard Harder, die im Seminar zur Verf&uumlgung steht).

Rapp:

Handlungen Zeit: Mi 18 - 20.15, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 16.04.

Das Seminar f&uumlhrt in Grundfragen der zeitgen&oumlssischen Handlungsphilosophie ein. Als Grundlage dienen ausgew&aumlhlte Aufs&aumltze von Autorinnen und Autoren wie Anscombe, Davidson, Chisholm, Thomas v. Aquin u.a. (gr&ouml&szligtenteils liegen &Uumlbersetzungen ins Deutsche vor). Die Texte werden in einem Reader zusammengestellt, der zu Beginn des Seminars erworben werden kann.
Im einzelnen werden folgende Themen behandelt:
· Der Begriff der Handlung
· Handlungen als Ereignisse (Identit&aumlt, Individuation von Handlungen)
· Handlungsbeschreibung (Basis-Handlungen, Ziehharmonika-Effekt, indem-Relation usw.)
· Handlung und Intentionalit&aumlt/Absichtlichkeit
· Handlung und Wissen ("wissen, was man tut")
· Zuschreibbarkeit von Handlungen/Verantwortlichkeit
· Handlungserkl&aumlrung: Gr&uumlnde und Ursachen von Handlungen

Teilnahmevoraussetzungen: keine - au&szliger der Bereitschaft, ein Referat zu &uumlbernehmen.
Voraussetzung f&uumlr den Erwerb eines Scheines: Referat und (Hausarbeit oder Klausur).

Schick:

Kantische Antinomien - Hegelsche Antworten Zeit: Di 18 - 20, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 15.04.

Da&szlig sich die Vernunft notwendig in Widerspr&uumlche verstrickt, wenn sie versucht, zum Bedingten das Unbedingte aufzufinden, d. h. ihre Erkenntnis dieses und jenes Wirklichen zur abschlie&szligenden Einheit einer Erkenntnis der Welt zu bringen, ist das Nachweisziel des Antinomien-Kapitels der Kritik der reinen Vernunft. Daran w&aumlre vielleicht nichts merkw&uumlrdig, wenn Kant diesen Versuch nicht zugleich als echtes Bed&uumlrfnis der Vernunft festgehalten h&aumltte. Seine L&oumlsung, dieses Bed&uumlrfnis der Vernunft als subjektiv notwendige und doch nicht objektivit&aumltsf&aumlhige, nicht einzul&oumlsende Leitregel des Vernunftgebrauchs zu denken, war f&uumlr Hegel ein unannehmbarer, weil selbst widerspr&uumlchlicher Vorschlag. Auch diese Zur&uumlckweisung w&aumlre vielleicht nicht weiter merkw&uumlrdig, wenn nicht Hegel seinerseits die Notwendigkeit der Antinomien best&aumltigt und in einer Hinsicht sogar versch&aumlrft h&aumltte.
Um Kant und Hegel in diesem Punkt besser zu verstehen, werden wir im Seminar a) die Argumentationen, die die vier Antinomien konstituieren, b) Kants Einsch&aumltzung und Konsequenzen und c) Hegels Einsch&aumltzung von beidem untersuchen.
Scheine: Schriftliche Fassung eines Referats oder Hausarbeit.

Texte:
Kant: Kritik der reinen Vernunft (2. Auflage 1787), Elementarlehre II. Teil, 2. Abt., 2. Buch, 2. Hauptst&uumlck: Die Antinomie der reinen Vernunft (B 432 - 595);
Hegel: a) Logik f&uumlr die Mittelklasse: Anhang &uumlber die Antinomien (Bd. 4, S. 184-92);
Wissenschaft der Logik, Seinslogik, Anmerkung 2 zu "Die reine Quantit&aumlt" (Bd. 5, S. 216-227);
Wissenschaft der Logik, Seinslogik, Anmerkung 2 zu "Der quantitative unendliche Progre&szlig" (Bd. 5, S. 271-276);
Wissenschaft der Logik, Logik des Begriffs, Darstellung der 3. Antinomie im Abschnitt "Teleologie" (Bd. 6, S. 441-445);
Vorlesungen &uumlber die Geschichte der Philosophie, Kant (Bd. 20, S. 356 -359);
Band- und Seitenangaben beziehen sich auf folgende Ausgabe: G.W.F. Hegel: Werke (in 20 B&aumlnden), auf der Grundlage der Werke von 1832-45 neu edierte Ausgabe, Redaktion Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel, Frankfurt/M. (Suhrkamp).

A. Schmidt:

J. G. Fichte, Die Bestimmung des Menschen Zeit: Fr 14 - 16, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 18.04.

Fichtes Schrift von 1800 entwickelt drei philosophische Positionen, die Realit&aumlt und Freiheit unterschiedlich in Beziehung setzen: eine naturalistische Position, in der Freiheit zum Schein wird, eine idealistische Position, die die Realit&aumlt zum Verschwinden bringt, und schlie&szliglich - Fichtes eigener Standpunkt - eine Position, in der die sittliche Freiheit einen Zugang zu einer neuen Realit&aumlt er&oumlffnet. Als 'popul&aumlre' Schrift eignet sich dieser Text gut, um in die Philosophie Fichtes einzuf&uumlhren.
Scheinerwerb: schriftliche Hausarbeit.

V. Schmidt:

Theorien &aumlsthetischer Erfahrung (Kant, Gadamer, Adorno und neuere Theorien) Zeit: Mi 14 - 16, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 16.04.

Nach der kantischen "Kritik der Urteilskraft" und im Zuge des gesellschaftlichen Autonomisierungsprozesses der K&uumlnste geh&oumlrt die Frage nach Strukturen und Funktionen &aumlsthetischer Erfahrung zu den Schl&uumlsselthemen der philosophischen &Aumlsthetik. Ob deshalb die die Tradition leitende Frage nach dem Wahrheitswert der Kunst gegen&uumlber anderen Erkenntnisformen und damit zusammenh&aumlngend die Verortung des Sch&oumlnen im Ganzen des Seienden obsolet geworden ist, bleibt strittig. Jedenfalls scheinen sich neuere Analysen des &aumlsthetischen Rezeptionsgeschehens daran messen lassen zu m&uumlssen, ob sie angesichts der tiefgreifenden Transformationen des Kunstbegriffs in der Moderne die bedeutungsgenerativen Funktionen der &aumlsthetischen Erfahrung zu erfassen verm&oumlgen. Im Proseminar soll diese Entwicklung anhand daf&uumlr ma&szliggeblicher &aumlsthetischer Theorien (von Kant, Gadamer und Adorno) sowie ausgew&aumlhlter Sekund&aumlrliteratur untersucht werden. Zur Einf&uumlhrung in die Thematik wird R&uumldiger Bubners Aufsatz "&Uumlber einige Bedingungen gegenw&aumlrtiger &Aumlsthetik" (in: ders., &Aumlsthetische Erfahrung, Ffm. 1989) empfohlen.
Scheinerwerb: Schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Klausur oder Hausarbeit.

Literatur:
Immanuel Kant, Kritik der Urteilskraft (besonders §§ 1 - 22)
Hans-Georg Gadamer, Wahrheit und Methode, 5. erw. Auflage T&uumlbingen 1986 (bes. S. 48 -61 und 87 - 106)
-, Dichten und Deuten, in: Kleine Schriften II, T&uumlbingen 1967, S. 9ff.
Th. W. Adorno, &Aumlsthetische Theorie, Ffm. 1970 (bes. S. 334 - 387)
-, Rede &uumlber Lyrik und Gesellschaft, in: Noten zur Literatur, Ffm. 1981, S. 48ff.
Martin Seel, Kunst, Wahrheit, Welterschlie&szligung, in: F. Koppe (Hg.), Perspektiven der Kunstphilosophie, Ffm. 1991, S. 36ff.
Christoph Menke, Umrisse einer &Aumlsthetik der Negativit&aumlt, in: F. Koppe (Hg.), Perspektiven der Kunstphilosophie, Ffm. 1991, S. 199ff.

Soldati:

Einf&uumlhrung in die analytische Sprachphilosophie Zeit: Do 18 - 20, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.04.

Wir verwenden sprachliche Ausdr&uumlcke, um unsere &Uumlberzeugungen zu kommunizieren. Behaupte ich: "Der Schnee ist wei&szlig", so teile ich mit, da&szlig ich glaube, da&szlig der Schnee wei&szlig ist. Es entstehen hiermit mindestens drei Beziehungen. Erstens, die Beziehung zwischen meiner &Uumlberzeugung und meiner &Aumlu&szligerung: die &Aumlu&szligerung dr&uumlckt meine &Uumlberzeugung aus. Zweitens, die Beziehung zwischen der &Aumlu&szligerung und dem, was in der Welt besteht, wenn sie wahr ist: die &Aumlu&szligerung repr&aumlsentiert einen Sachverhalt. Drittens, die Beziehung zwischen meiner &Aumlu&szligerung und dem, was sie bei meinem Gespr&aumlchspartner bewirkt: der Gespr&aumlchspartner versteht meine &Aumlu&szligerung. Ausdr&uumlcken, Repr&aumlsentieren und Verstehen liefern also die Grundlagen der sprachlichen Kommunikation.
In diesem einf&uumlhrenden Proseminar werden wir die Grundtexte der modernen Sprachphilosophie lesen. Dabei handelt es sich u.a. um Texte von: Frege, Husserl, Russell, Carnap, Quine, Davidson, Dummett, Austin, Grice, Searle, und Kripke. Nicht alle Philosophie, auch nicht alle analytische Philosophie, ist Sprachphilosophie. Wer sich aber f&uumlr die analytische Philosophie der Gegenwart interessiert, mu&szlig diese Texte kennen.
Bedingung f&uumlr die Teilnahme an dem Proseminar ist die &Uumlbernahme eines Referats.
Qualifikation f&uumlr einen Schein: Hausarbeit oder Klausur.

Literatur zur Einf&uumlhrung:
Devitt, Michael & Sterelny, K. 1987: Language and Reality. An Introduction to the Philosophy of Language. Cambridge (MA): MIT Press.
Blackburn, Simon 1984: Spreading the Word. Groundings in the Philosophy of Language. Oxford: Oxford University Press. (anspruchsvoller)

Wimmer:

Kant, Religion innerhalb der Grenzen der blo&szligen Vernunft Zeit: Mi 16 - 18, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 16.04.

Kants Religionslehre erw&aumlchst aus seinen erkenntnistheoretischen und ethischen Grundannahmen. Deshalb sollen diese zun&aumlchst erhoben werden, und zwar anhand der einschl&aumlgigen Passagen der Methodenlehre der "Kritik der reinen Vernunft" und der Er&oumlrterungen zum sog. "h&oumlchsten Gut" in der "Kritik der praktischen Vernunft". Hieran wird sich die Detailanalyse von Kants Religionsschrift anschlie&szligen. Den Abschlu&szlig des Seminars bildet der Versuch einer kritischen Stellungnahme zur Religionsauffassung Kants.
Leistungsnachweis: Referat oder Hausarbeit

Textausgabe:
z.B. Reclam Nr. 1231


Interpretationskurse

A. F. Koch:

Hegel, Ph&aumlnomenologie des Geistes (Teil II) Zeit: Di 16 - 18, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 15.04.

In diesem zweiten Teil des Kurses wird die Interpretation der Anfangskapitel der Hegelschen "Ph&aumlnomenologie" fortgesetzt. Vorbehaltlich anderer Vereinbarungen mit den Teilnehmern im ersten Teil des Kurses werden wir den Abschnitt "B. Selbstbewu&szligtsein" (= Kapitel IV , "Zur Wahrheit der Gewi&szligheit seiner selbst") behandeln.
Scheinerwerb: Hausarbeit

A. F. Koch:

Aristoteles, Metaphysik (Teil I) Zeit: Do 16 - 18, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 17.04.

Aristoteles' Lehre von der Substanz, der Wirklichkeit und M&oumlglichkeit (T&aumltigkeit und Verm&oumlgen) und schlie&szliglich der Wahrheit findet sich in ausgereifter Form in den B&uumlchern VII - IX (, , ) der "Metaphysik". Wir werden im ersten Teil des Interpretationskurses das Buch und im kommenden Wintersemester die B&uumlcher und (gegebenenfalls selektiv) behandeln. Der Kurs richtet sich an Studierende im Grundstudium, insbesondere auch an Anf&aumlnger. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft, ein Stundenprotokoll zu &uumlbernehmen.
Scheinerwerb: Hausarbeit

Textausgaben/&Uumlbersetzungen/Kommentare:
Aristoteles' Metaphysik in der &Uumlbersetzung von Hermann Bonitz. Griechisch-deutsch, herausgegeben von Horst Seidl, Hamburg (Meiner) 1980, zweiter Halbband
Frede, Michael und G&uumlnther Patzig: Aristoteles 'Metaphysik Z'. Text, &Uumlbersetzung und Kommentar, 2 Bde., M&uumlnchen 1988

Literatur:
H&oumlffe, Otfried: Aristoteles, M&uumlnchen 1996
Rapp, Christof (Hg.): Aristoteles, Metaphysik. Die Substanzb&uumlcher (, , ), Berlin 1996
Schmitz, Hermann: Die Ideenlehre des Aristoteles, Bd. I, Aristoteles, 1. Teil, Kommentar zum 7. Buch der Metaphysik, Bonn 1985

Merle:

Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts (Teil II) Zeit: Mi 10 - 12, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 16. 4.

In diesem zweiten Teil des Interpretationskurses soll die "Sittlichkeit" (§§142-360) behandelt werden. Neuaufnahmen sind ausnahmsweise m&oumlglich (dann kann aber nur ein Seminarschein erworben werden!). Benotete Scheine werden aufgrund eines Referats und einer schriftlichen Hausarbeit vergeben.

Rapp:

Descartes, "Meditationen &uumlber die Erste Philosophie" und "Abhandlung &uumlber die Methode, seine Vernunft richtig zu leiten und die Wahrheit in der Wissenschaft zu suchen" Zeit: Di 18 - 20, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 15.4.

Fortsetzung aus dem Wintersemester. Die Aufnahme neuer Teilnehmer ist nicht m&oumlglich.

Schick:

John Locke, Versuch &uumlber den menschlichen Verstand, Teil II Zeit: Mo 18 - 20, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 14.04.

Im zweiten Teil dieses Kurses behandeln wir 1. Lockes Bedeutungstheorie und deren erkenntnistheoretische Konsequenzen, besonders hinsichtlich seiner &Uumlberlegungen zu den allgemeinen Namen f&uumlr Arten und Gattungen (Buch III) und 2. seine Antworten auf die Leitfragen des Essays nach den Graden, Grenzen und Sicherheiten des Wissens (Buch IV).
Scheinerwerb: Schriftliche Fassung eines Referats oder Hausarbeit; Voraussetzung: Besuch des Kurses, Teil I.

Text:
Locke, John: Versuch &uumlber den menschlichen Verstand, Buch III und IV (Band 2 der Meiner-Ausgabe, Hamburg 1988).

Sekund&aumlrliteratur:
Guyer, Paul: Locke's Philosophy of Language, in: V. Chappell (Hg.): The Cambridge Companion to Locke, Cambridge 1994, S. 115-145
Woolhouse, Roger: Locke, Minneapolis 1983, Kap. 2 (S. 57-90)
Die Aufs&aumltze Nr. 82-84, 92 und 103 in: Ashcraft, R. (Hg.): John Locke: Critical Assessments, Bd. IV, London, New York 1991


Seminare

Braun:

Theodor W. Adorno, &Aumlsthetische Theorie. Kompaktseminar Fr 13.6. - So 15.6., Fabri-Haus Blaubeuren
Vorbesprechung: Di 22.4., 15.00 Uhr, Alte Burse, Raum 308

Ein einziges Werk ist Gegenstand: Theodor W. Adornos nachgelassenes, Fragment gebliebenes Werk "&Aumlsthetische Theorie". Ziel ist, das Opus in den einzelnen systematischen Problemen immanent zu beleuchten, das Ganze in Augenschein zu nehmen und kritisch mit anderen Bem&uumlhungen zu vergleichen.
Kurze Referate sind Bestandteil, um die Debatte in Gang zu setzen und zu beleben: zu spezifischen Problemen des Werks und zu Vergleichen mit anderen &Aumlsthetikern.

Text:
Adorno, Theodor W.: &Aumlsthetische Theorie, hg. von Adorno, Gretel und Tiedemann, Rolf, Frankfurt/Main (stb) 11973 u.&ouml.
Literatur wird in der Vorbesprechung bekanntgegeben.

Engels:

Diskussion neuerer bioethischer Literatur Zeit: Do 13 - 15, Ort: Auf der Morgenstelle 28, Geb. E, H&oumlrsaal N 13,Beginn: 17.04.

Das Seminar richtet sich an Studierende, die einen &Uumlberblick &uumlber aktuelle Publikationen und laufende Arbeiten und Projekte in den verschiedenen bioethischen Bereichen (Tierethik, &oumlkologische Ethik, Ethik der Gen- und Biotechnologie, Evolution&aumlre Ethik usw.) gewinnen wollen. Die Themenauswahl richtet sich nach der Zusammensetzung der TeilnehmerInnen und wird daher erst zu Beginn des Semesters getroffen. Es wird erwartet, da&szlig die TeilnehmerInnen jeweils das Referat eines Textes oder Themas &uumlbernehmen. Willkommen ist auch die Vorstellung eigener laufender Arbeiten.
Die Bedingungen f&uumlr den Erwerb eines benoteten Leistungsnachweises sind neben regelm&auml&szligiger Teilnahme die &Uumlbernahme eines Referates im Seminar und dessen Ausarbeitung zu einer schriftlichen Hausarbeit, die nach Semesterschluss erfolgen kann.

Figal:

Kierkegaard, Die Krankheit zum Tode Zeit: Do 14 - 16, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.04.

Kierkegaards Schrift, der dieses Seminar gewidmet sein soll, ist in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Zum einen kann sie als die reifste Darstellung von Kierkegaards Bestimmung des christlichen Glaubens und seiner Bedingungen gelten; was der "religi&oumlse Schriftsteller" gewollt hat, ist hier am deutlichsten ausgearbeitet. Au&szligerdem ist so ein Beitrag zur klassischen Frage der Ethik nach dem guten oder gl&uumlckenden Leben entstanden: f&uumlr Kierkegaards Abhandlung ist dabei charakteristisch, da&szlig die M&oumlglichkeit eines solchen Lebens "negativistisch" (M. Theunissen), das hei&szligt in der Darstellung seines Scheiterns er&oumlrtert wird. Und schlie&szliglich ist Kierkegaards Analyse des "Selbst" in der "Krankheit zum Tode" eine differenzierte und eindringliche Bestimmung des menschlichen Seins, die eine ihr entsprechende Wirkungsgeschichte in der Daseinsanalyse Heideggers und anderen existenzialphilosophischen Konzeptionen dieses Jahrhunderts, etwa bei Sartre und Camus, gehabt hat.
Die am meisten verbreitete deutsche &Uumlbersetzung von Kierkegaards Schrift ist von E. Hirsch; sie ist als G&uumltersloher Taschenbuch erh&aumlltlich. Wegen der sprachlichen Eigent&uumlmlichkeiten dieser &Uumlbersetzung ist es jedoch empfehlenswert, auch andere, H. Rochol (Meiner), W. Rest (Wissenschaftl. Buchgesellschaft, dtv; vergriffen) oder L. Richter (EVA) heranzuziehen.

Zur Einf&uumlhrung verweise ich auf meinen Beitrag zu dem von Fr. Niew&oumlhner herausgegebenen Band "Klassiker der Religionsphilosophie" (Beck). Unverzichtbar aus der Forschungsliteratur sind die beiden Studien von Michael Theunissen: "Das Selbst auf dem Grund der Verzweiflung" (Anton Hain) und "Der Begriff Verzweiflung" (suhrkamp taschenbuch wissenschaft).

H&aumlgler:

Der Verlust der Tugend (MacIntyre) Kompaktseminar nach Vereinbarung

(Informieren Sie sich am Schwarzen Brett, ob das Seminar stattfindet!)

H&oumlffe:

Wissenschaftsphilosophie der fr&uumlhen Neuzeit: Bacon (Neues Organon; Neu-Atlantis), Descartes (Abhandlung &uumlber die Methode), Rousseau (Abhandlung/Diskurs &uumlber Kunst und Wissenschaft) Zeit: Mi 16 - 18, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 16.04.
2. H&aumllfte als Kompaktseminar (n&aumlheres siehe Aushang)

In der fr&uumlhen Neuzeit &aumlndern sich die (Natur-)Wissenschaften grundlegend: hinsichtlich der Intention, der zugeh&oumlrigen Methode und der Einsch&aumltzung ihres praktisch-moralischen Wertes. Der bis Kant und &uumlber ihn hinaus hochgesch&aumltzte Bacon gibt Thesen vor (statt blo&szligen Nachdenkens: Experimente, statt nutzenfreier Erkenntnis: Dienst am Gemeinwohl), Descartes greift sie auf und erweitert sie, Rousseau stellt einiges in Frage. Blo&szlige Teilnehmer schreiben ein Protokoll; f&uumlr benotete Scheine: ein Referat, das anschlie&szligend schriftlich ausgearbeitet wird.

Texte:
Bacon, F.: Neues Organon der Wissenschaften, Darmstadt 1994
ders.: Neu-Atlantis, Stuttgart 1982
Rousseau, J.-J.: &Uumlber Kunst und Wissenschaft (1750), in: ders.: Schriften zur Kulturkritik, Hamburg ²1971.

Hoering:

Spieltheorie Zeit: Do 10 - 12, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.04.

Nicht jeder Philosoph wei&szlig, was ein Erwartungswert ist, obwohl die meisten etwas von Pascals Idee einer Wette um die Existenz Gottes geh&oumlrt haben d&uumlrften, bei der gerade dieser Begriff zentral ist. Die "Werte" von Spielen mit Zufallsstrategien kann man als verallgemeinerte Erwartungswerte auffassen. Derartige Spiele haben nicht nur Relevanz f&uumlr &oumlkonomische, sondern auch f&uumlr ethische Fragen. Auf diesem Hintergrund halten wir gerade die neueren Entwicklungen der Spieltheorie f&uumlr interessant. In unserer Veranstaltung behandeln wir ein gemeinsames Werk der beiden "grand old men" auf diesem Gebiet (das mit einem Nobelpreis gew&uumlrdigt wurde) und eine konkurrierende Idee: die evolution&aumlre Spieltheorie, die, so hei&szligt es, realit&aumltsn&aumlher und begrifflich einfacher sein soll.

Literatur:
Weibull, Joergen W.: Evolutionary Game Theory, 1996 Cambridge, Mass.
Selten, Reinhard & Harsanyi, John,C.: A General Theory of Equilibrium Selection, 1992 Cambridge, Mass.
Cressman, Ros: The Stability Concept of Evolutionary Game Theory, a Dynamic Approach, Berlin 1992

Hoering:

Wahrheitstheorien Zeit: Do 14 - 16, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 17.04.

Die Wahrheitstheorie, auf die man als erste kommt, ist nat&uumlrlich die Korrespondenztheorie. Sie geht von einer klaren Trennung von Sprache und Welt aus. Diese ist aber schon im Falle der geschachtelten Anwendung von Wahrheits- (evtl. auch von Glaubens- und Wissens-) Pr&aumldikaten nicht mehr gegeben. Hier treten schnell zirkul&aumlre Beziehungen auf, deren Behandlung raffiniertere Methoden verlangt. Daf&uumlr liegen einige interessante neue Ans&aumltze in der Literatur vor. Auch hier gilt: Nicht alle Zirkel sind sch&aumldlich, sondern einige sind ausgesprochen fruchtbar - insbesondere diejenigen, die in die Form von induktiven Definitionen gebracht werden k&oumlnnen.

Literatur:
Barwise, Moss: Vicious Circles, On the mathematics of non-wellfounded phenomena, 1992
Barwise, Etchemendy: The Liar, an Essay on Truth and Circularity, 4.Aufl. Oxford 1989
Martin, R.L.(Hsg): Recent Essays on Truth and Paradox, Oxford 1984, darin insbesondere der folgende Aufsatz: Gupta, Anil: Truth and Paradox
Gupta,A., Belnap,N.: The Revision theory of Truth, Cambridge, Mass. 1993
Yaqub, Alladin, M.: The liar speaks the Truth, A Defense of the Revision Theory of Truth, Oxford 1993
Herzberger, Hans G.: Naive Semantics and the Liar Paradox, The Journal of Philosophy Bd 79, S. 479-497, 1982

J&uumlngel/Evers:

Theologische Sch&oumlpfungsaussagen und naturwissenschaftliche Kosmologie Zeit: Do 18 - 20, Ort: siehe Aushang, Beginn: 17.04.

Die biblischen Sch&oumlpfungsberichte und das christliche Credo bekennen Gott als den Sch&oumlpfer des Himmels und der Erde. Schon bald wurde dieses Bekenntnis interpretiert in Auseinandersetzung mit kosmologischen Vorstellungen der Antike. Mit der kopernikanischen Wende und den sich anschlie&szligenden physikalisch-mathematischen Modellen der Entwicklung des Kosmos begannen empirische und philosophische Kosmologie sich zunehmend zu dissoziieren.
Angesichts der (scheinbaren?) Divergenz von christlicher Sch&oumlpfungslehre und moderner wissenschaftlicher Kosmologie soll in der Soziet&aumlt den Voraussetzungen und Perspektiven eines theologisch reflektierten Umgangs mit naturwissenschaftlicher Welterkenntnis nachgegangen werden. Dazu sollen ausgew&aumlhlte Texte zur antiken Kosmologie, zur kopernikanischen Wende sowie zu Grundkonzeptionen moderner Weltentstehungstheorien intensiv gelesen und unter theologischer Fragestellung diskutiert werden.
Anmeldung: bis 15. April mit Formblatt im Sekretariat des Inst. f&uumlr Hermeneutik, Zi 321.

Literatur:
Platon, Timaios
Aristoteles, Physik, Buch IV
Hans Blumenberg, Die Genesis der kopernikanischen Welt, Frankfurt/M. 2. Aufl. 1989
Stephen Toulmin, The Return to Cosmology. Postmodern Science and the Theology of Nature, Berkeley 1982
Bernulf Kanitschneider, Kosmologie. Geschichte und Systematik in philosophischer Perspektive, Stuttgart 1984
Jens Dietmar Colditz, Kosmos als Sch&oumlpfung. Die Bedeutung der creatio ex nihilo vor dem Anspruch moderner Kosmologie, Regensburg 1994

Klinger:

&Aumlsthetische Politik - Politische &Aumlsthetik Kompaktseminar 19.06. - 22.06.97

Die Frage nach dem Verh&aumlltnis zwischen der Sph&aumlre des Sozialen und Politischen und der &aumlsthetischen Sph&aumlre von Kunst und Medien geh&oumlrt zu den problematischsten und interessantesten Themen der politischen Kultur im 20. Jahrhundert. Das Spektrum reicht von der Idee der Avantgarde, die in der Kunst den utopischen Vorschein gesellschaftlicher Befreiung gesehen hatte, &uumlber die Kritik an &uumlberkommenen Repr&aumlsentationsverh&aumlltnissen im Namen bestimmter sozialer Emanzipationsbewegungen (Proletariat, Frauen usw.), &uumlber die ber&uumlchtigte Surrogatfunktion des &Aumlsthetischen im Dienste totalit&aumlrer Politik im Sinne einer "&Aumlsthetisierung der Politik", bis hin zu den Versuchen einer Entdramatisierung des Verh&aumlltnisses von Kunst und Gesellschaft, die in der Gegenwart zu einer Distanzierung von den &uumlberkommenen Wahrheits- und Heilsanspr&uumlchen des &Aumlsthetischen f&uumlhren, wie sie mit der Tradition der Moderne verbunden waren.
Ziel der Lehrveranstaltung ist es, einige Aspekte der vielf&aumlltigen und vielschichtigen Verh&aumlltnisbestimmungen von Kunst und Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Moderne und Postmoderne nachzuzeichnen.

Literaturhinweise:
Walter Benjamin, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: ders., Gesammelte Schriften. Hg. v. Rolf Tiedemann/ Hermann Schweppenh&aumluser. Frankfurt: Suhrkamp 1974. Bd. 1,2.
Franz Dr&oumlge/ Michael M&uumlller, Die Macht der Sch&oumlnheit. Avantgarde und Faschismus oder Die Geburt der Massenkultur. Hamburg: Europ&aumlische Verlagsanstalt 1995. Teil III, S. 171-211; Teil IV, S. 229-298.
Boris Groys, Gesamtkunstwerk Stalin. Die gespaltene Kultur in der Sowjetunion. M&uumlnchen: Hanser 1988, S. 7-38
Martha Rosler, Place, Position, Power, Politics. In: The Subversive Imagination: Artists, Society and Social Responsibility. Ed. by Carol Becker, New York/ London: Routledge 1994, S. 55-76
Silke Wenk/ Sigrid Schade, Inszenierungen des Sehens: Kunst, Geschichte und Geschlechterdifferenz, in: Genus. Zur Geschlechterdifferenz in den Kulturwissenschaften. Hg. v. Hadumont Bu&szligmann/ Renate Hof. Stuttgart: Kr&oumlner 1995, S. 340-407.
Martin Seel, Die Kunst der Entzweiung. Zum Begriff der &aumlsthetischen Rationalit&aumlt. Frankfurt: Suhrkamp 1985, Kap. I (S. 9-72), Kap. IVc (S. 325-333).
Gianni Vattimo, Das Ende der Moderne. Stuttgart 1990. Teil II: Die Wahrheit der Kunst, S. 55-119.
Stephen Davies (Ed.), Art and the Messages: Meaning, Morality and Society. University Park: Penn State Press 1997.

A. F. Koch:

Donald Davidson. Eine Einf&uumlhrung in seine Theorie der Bedeutung, der Erkenntnis und des Bewu&szligtseins Zeit: Di 20 - 22, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 15.04.

In einer Reihe von Seminarveranstaltungen m&oumlchte ich Klassiker der zeitgen&oumlssischen analytischen Philosophie vorstellen. Insofern steht dieses Seminar in Kontinuit&aumlt zu einem Proseminar &uumlber Quines Philosophie im Wintersemester 1996/97.
Scheinerwerb: Hausarbeit

Wir werden beginnen mit der genauen Lekt&uumlre und Diskussion von Davidsons grundlegendem bedeutungstheoretischen Aufsatz "Truth and Meaning" (1967, in: Davidson, "Inquiries into Truth and Interpretation", Oxford 1984). Vorgesehen ist ferner die Behandlung folgender Texte:
"Radical Interpretation (1973), ebd.
"On the Very Idea of a Conceptual Scheme" (1974), ebd.
"Actions, Reasons, and Causes" (1963, in: Davidson, "Essays on Actions and Events", Oxford 1980)
"Causal Relations" (1967), ebd.
"Mental Events" (1970), ebd.
"Meaning, Truth and Evidence", in deutscher &Uumlbersetzung in: Davidson, Der Mythos des Subjektiven, Stuttgart 1993

K&uumlmmel:

Zum Verh&aumlltnis von Leben, Logik und Metaphysik in der G&oumlttinger Diltheyschule (Georg Misch, Josef K&oumlnig, Hans Lipps, Herman Nohl) Zeit: Do 10 - 12, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 17.04.

Die fr&uumlhe Lebensphilosophie hat nach Meinung der "G&oumlttinger" 'Leben' und 'Logik' in einen Gegensatz gebracht und damit unfruchtbare Antithesen geschaffen, deren &Uumlberwindung allererst eine produktive Weiterentwicklung des lebensphilosophischen Gedankengutes erm&oumlglicht. Georg Mischs G&oumlttinger Vorlesungen aus den Jahren 1927/28 bis 1933/34: "Der Aufbau der Logik auf dem Boden der Philosophie des Lebens. G&oumlttinger Vorlesungen &uumlber Logik und Einleitung in die Theorie des Wissens" (erst neuerdings - in Teilen - ediert im Verlag Karl Alber Freiburg/M&uumlnchen 1994) unternimmt es demgegen&uumlber, das Gebiet der Logik auf das des Lebens und der gesprochenen Sprache zu erweitern und dabei auch die in der aristotelischen Logik &uumlbergangenen Strukturelemente des Logischen (Heraklits zwei-seitiger Logos-Begriff, die Logik des Ausdrucksverhaltens, des nicht-diskursiven, sog. evozierenden Redens u. a. mehr) in den Blick zu r&uumlcken. Auf diese Weise wird es m&oumlglich, das 'Unaussagbare' bzw. das 'Metaphysische' in seiner Verbindlichkeit f&uumlr eine "umfassende Theorie des Wissens" anzuerkennen und geltend zu machen. Hans Lipps - urspr&uumlnglich von der Naturwissenschaft herkommend - fa&szligt seine analog ausgerichteten logischen Untersuchungen unter dem leicht mi&szligverst&aumlndlichen Titel einer "hermeneutischen Logik" zusammen (Hans Lipps, Untersuchungen zu einer hermeneutischen Logik. Vittorio Klostermann Verlag Frankfurt a. M. 11938, 41976, Werke Bd. II). Zu beiden Ans&aumltzen gibt O. F. Bollnow eine hilfreiche Einf&uumlhrung (Studien zur Hermeneutik Band II: Zur hermeneutischen Logik von Georg Misch und Hans Lipps. Verlag Karl Alber Freiburg/M&uumlnchen 1983).
Ich werde der Diskussion des angesprochenen Themenbereichs eine eigene Abhandlung zugrundelegen und dabei auch noch auf weitere Schriften von Georg Misch und Josef K&oumlnig Bezug nehmen, die nicht mehr ohne weiteres zug&aumlnglich sind.

Maluschke:

Kants Rechts- und Staatsphilosophie Zeit: Do 16 - 18, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.04.

Die kantische Rechts- und Staatsphilosophie galt lange Zeit als ein Alterswerk, dem allzusehr die schwindende Arbeitskraft ihres Verfassers anzumerken sei. Erst in neuerer Zeit wird dem Werk die Aufmerksamkeit zuteil, die es verdient hat. Es ist wohl kaum &uumlbertrieben zu sagen, da&szlig kein anderes Werk die Konzeption des Rechtsliberalismus so konsequent dargelegt hat wie die kantische Rechtsphilosophie. Hauptaufgaben von Recht und Staat ist die Sicherung von Freiheit und Friede; dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch Teil I ('Das Privatrecht') und Teil II, 1. Abschnitt ('Das Staatsrecht'). Im 2. und 3. Abschnitt von Teil II ('Das V&oumllkerrecht' und 'Das Weltb&uumlrgerrecht') scheint Kant bisweilen utopischen Tr&aumlumereien zu verfallen.

Text:
Immanuel Kant, Metaphysische Anfangsgr&uumlnde der Rechtslehre. Metaphysik der Sitten, Erster Teil, neu herausgegeben von Bernd Ludwig, Hamburg 1986

Literatur:
S. Goyard-Fabre, Kant et le problème du droit, Paris 1975
W. Kersting, Wohlgeordnete Freiheit. I. Kants Rechts- und Staatsphilosophie, Berlin 1983
K. K&uumlhl, Eigentumsordnung. Zur Aktualit&aumlt der Kantischen Rechts- und Eigentumstheorie, Freiburg, 1984
B. Ludwig, Kants Rechtslehre, Hamburg 1987
J. G. Murphy, Kant: The Philosophy of Right, London 1970
P. Riley, Kant´s Political Philosophy, Totowa 1983
S. M. Shell, The Rights of Reason. A Study of Kant´s Philosophy and Politics, Toronto 1980
Symposium on Kantian Legal Theory, in: Columbia Law Review, Vol. 87 (1987), S. 419-591

Schneider:

Naturphilosophie in der Antike Zeit: Mo 16 - 18, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 14.04.

Das Seminar befa&szligt sich mit der Frage, was das ist: Natur? Anhand ausgew&aumlhlter Texte von den Vorsokratikern &uumlber Platon bis zu Aristoteles m&oumlchte ich diese Frage er&oumlrtern. Einer der bedeutungsvollen Aspekte wird dabei sein, wie das Verh&aumlltnis zwischen Mensch und Natur zu bestimmen ist. Von gleicher Tragweite ist die Frage nach dem "Wie" der Aneignung der Frage nach dem, was Natur bedeutet: Ist diese Frage eine metaphysische, physikalische, biologische, erkenntnistheoretische, ethische, politische, usw.? Um was geht es dabei?
Texte, Literatur, Gliederung, Themen, Vorgehen usw. werden in der ersten Seminarsitzung besprochen.
Ein qualifizierter Seminarschein kann aufgrund regelm&auml&szligiger Mitarbeit und einer schriftlichen Hausarbeit erworben werden.

Texte:
Kirk, G. S./Raven, J. E./Schofield, M. (Hg.): Die vorsokratischen Philosophen. Einf&uumlhrung, Texte und Kommentare, ins Deutsche &uumlbersetzt von H&uumllser, K., Stuttgart/Weimar 1994
Platon: S&aumlmtliche Werke, nach der &Uumlbersetzung Schleiermachers, erg&aumlnzt durch &Uumlbersetzungen von F. Susemihl und anderen, hg. von H&uumllser, K., Bd. VIII: Timaios, Kritias, griechisch und deutsch, Frankfurt/Main 1991
Aristoteles: Physikvorlesung, &uumlbersetzt von Wagner, H. (=Aristoteles Werke in deutscher &Uumlbersetzung, hg. von Flashar, H., Bd. 11), Darmstadt 1983

Soldati/ Hofmann:

Philosophie des Geistes II Zeit: Fr 14 - 16, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 18.04.

Im Zentrum der Philosophie des Geistes steht die Frage nach dem Bewu&szligtsein. Eine Weise, diese Frage genauer zu verstehen, besteht darin, das hier angesprochene Bewu&szligtsein als das grundlegende geistige Ph&aumlnomen aufzufassen, das im Erleben vorliegt: Wenn wir wahrnehmen, f&uumlhlen oder phantasieren, dann erleben wir (etwas). Man sagt auch: Wir befinden uns dann in Zust&aumlnden, die Erlebnisqualit&aumlten oder QUALIA aufweisen. Typische Qualia sind Schmerz- und Farb-Empfindungen.
Wir wollen uns mit Fragen zu diesen Qualia besch&aumlftigen. Was sind sie, wie k&oumlnnen wir etwas &uumlber sie erkennen, wie sprechen und denken wir &uumlber sie? Welche Rolle spielen sie beim Denken und Handeln? Was ist ihre neurologische Basis? Verschiedene neuere philosophische Ans&aumltze und Theorien, die dazu Antworten anbieten, sollen besprochen werden. Damit soll ein Kernbereich des Mentalen philosophisch erschlossen werden.
Bedingung zur Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft zur &Uumlbernahme eines Referats. Scheinerwerb: Hausarbeit oder Klausur.

Literatur:
Reader-Bestellung in der ersten Woche. Zur Vorbereitung empfohlen:
J. Kim 1996: Philosophy of Mind, Blackwell, Kap. 7: "Consciousness", und/oder
D. Braddon-Mitchell, F. Jackson 1996: Philosophy of Mind and
Cognition, Oxford, Blackwell, Kap. 8, SS. 122-142, und/oder
N. Block, "Qualia", in: S. Guttenplan (Hrsg.) 1994: A Companion
to the Philosophy of Mind, Blackwell, SS. 514-520.


Oberseminare

Colloquium philosophicum

Verantwortlich: Prof. Dr. Otfried H&oumlffe

Montag, 5. Mai 1997, 20 Uhr c.t.
Antrittsvorlesung
Prof. Dr. Anton Friedrich Koch
Absolutes Wissen?

Als Fortsetzung und Erg&aumlnzung des Themas der Studium Generale-Ringvorlesung "Philosophie und Politik" vom Wintersemester 1996/97

Montag, 2. Juni 1997, 20 Uhr c.t.
Prof. Dr. Volker Gerhardt, Humboldt Universit&aumlt zu Berlin
(Titel siehe Plakataushang)

Montag, 7. Juli 1997, 20 Uhr c.t.
Prof. Dr. Herbert Keuth, Universit&aumlt T&uumlbingen
Aufkl&aumlrung, Recht und Politik

Bitte entnehmen Sie den Ort der Veranstaltung den Plakaten, die ca. drei Wochen vor dem Vortrag aush&aumlngen.

Figal/E. A. Schmidt:

Apollon und Dionysos im 19. Jahrhundert Zeit: Di 20 - 22, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 15.04.

Ausgehend von Nietzsches Buch &uumlber die Geburt der Trag&oumldie wollen wir, orientiert an den beiden G&oumlttergestalten Apollon und Dionysos, Texte aus der philologischen und mythengeschichtlichen Forschung sowie poetische Texte lesen, die als Vorgeschichte von Nietzsches Auseinandersetzung mit der griechischen Kultur, besonders der Trag&oumldie gelten k&oumlnnen.
Teilnahmebedingung ist die pers&oumlnliche Anmeldung bei einem der beiden Seminarleiter.

Frank:

Close reading von Novalis´ Fichte-Studien Zeit: Di 14 - 16, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 15.04.

Hier geht es, wie der Titel sagt, um eine extrem textnahe Lekt&uumlre der Fichte-Studien (1795-96), die in der philosophischen Forschung nie wirklich aus der N&aumlhe aufgeschlossen worden sind, aber den Gegenstand eines von der DFG unterst&uumltzten Projekts darstellen, das ich zusammen mit Frau Violetta Waibel durchf&uumlhre. Eingeladen sind alle guten Kenner(innen) der sogenannten M&uumlnchner Konstellationsforschung und Teilnehmer(innen) fr&uumlherer gemeinsamer Forschungen &uumlber den Zerfallsproze&szlig von Reinholds Grundsatzphilosophie. Ich erwarte von allem Teilnehmer(inne)n spontane Textvorbereitungen von Woche zu Woche ohne festen Plan, damit wir uns f&uumlr die Lekt&uumlre genau die Zeit nehmen k&oumlnnen, die wir tats&aumlchlich brauchen. Zur Mitarbeit k&oumlnnen auch aufwendige Studien &uumlber die Quellen des Novalis geh&oumlren.
F&uumlr die Ausarbeitung einer solchen Vorbereitung wird ein Schein vergeben.

Frank:

Oberseminar f&uumlr Doktorand(inn)en Zeit: Mi 20 - 22, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 16.04.

Neueste Texte zur analytischen Selbstbewu&szligtseinsdiskussion.

H&oumlffe:

Oberseminar f&uumlr Doktoranden: Neuere Kant-Literatur Zeit: n.V.

Das Oberseminar setzt das des Wintersemesters fort; f&uumlr neue Teilnehmer wenig sinnvoll; auf jeden Fall: vorherige pers&oumlnliche Anmeldung.
Termine: jeweils Fr: 18.4., 16.5., 27.6.

K&uumlmmel:

Hermeneutische Philosophie (Bollnow, Misch, H. Lipps) Zeit: Fr 18 - 20, Ort: Alte Burse, Raum 308, Beginn: 18.04.

Schroeder-Heister:

Logik und Sprachtheorie nach Vereinbarung


Kolloquien

Fahrenbach:

Kolloquium (nach Vereinbarung)

Szlezák:

Zur Geschichte des antiken Platonismus II Zeit: Do 18.15 - 20.30, Ort: Philologisches Seminar, Konferenzzimmer, Beginn: 17.04.

Das Colloquium setzt die Betrachtung historisch signifikanter Texte vom WS 96/97 fort (die Teilnahme an diesem ersten Teil ist jedoch nicht Voraussetzung f&uumlr die Zulassung). Die zu interpretierenden Texte finden sich &uumlberwiegend in der Sammlung von H. D&oumlrrie/ M. Baltes: Der Platonismus in der Antike, Bd. 2 und 3, Stuttgart 1996 u. 1993.
Der Schwerpunkt wird bei der Hermeneutik und der Prinzipienlehre des sog. Mittelplatonismus liegen. Da vom griechischen Text ausgegangen wird, sind Griechischkenntnisse mindestens auf dem Niveau des Graecums erforderlich.
Ein benoteter (Hauptseminar-) Schein kann durch ein schriftlich einzureichendes Referat (bzw. Hausarbeit) erworben werden.

Wimmer:

Doktorandenkolloquium Zeit: Do 9.30 - 13, Ort: Ethikzentrum, Keplerstr. 17, Beginn: 17.04.


Arbeitskreis

Hoering:

Automatisches Beweisen Do 19-21; Alte Burse, Raum 208 (Computer-Pool); Beginn: 17.04.

Seit einiger Zeit gibt es ein Tutor-Programm zum Ein&uumlben des logischen Ableitens in Formalismen der Aussagen-, Pr&aumldikaten- und Modallogik, das im Rahmen dieses Arbeitskreises entwickelt worden ist. Dieses Programm wurde zun&aumlchst in Pascal f&uumlr IBM-kompatible Rechner geschrieben; f&uumlr seine Portierung auf andere Plattformen stellen wir Versionen in C++ und Java her.
Neue Mitglieder, die bereits Kenntnisse in diesen Sprachen besitzen, sind herzlich willkommen.