Philosophisches Seminar

Sommersemester 1998

Allgemeine Studienberatung: Fakultätsassistent Dietmar Koch

Mo 11 - 12.30; Mi 9 - 12, Raum 214


Eventuelle Änderungen gegenüber dem Vorlesungskommentar werden aktuell angeschlagen!

Soweit nicht anders im Kommentar vermerkt, ist die Anmeldung zu den Veranstaltungen nicht erforderlich.

Die Teilnahme an Proseminaren von Studierenden, die die Zwischenprüfung bereits abgelegt haben, bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Seminarleiters

Semestertermine:

  • Beginn der Vorlesungen: 20. April 1998
  • Ende der Vorlesungen: 18. Juli 1998

    Vorlesungsfreie Tage:

  • 01. Mai 1998 (Tag der Arbeit)
  • 21. Mai 1996 (Himmelfahrt)
  • 01. Juni 1998 (Pfingstmontag)
  • 02. Juni 1998 (Dienstag nach Pfingsten)
  • 11. Juni 1998 (Fronleichnam)

    Freisemester:

  • Prof.Dr. Günter Figal
  • Prof.Dr. Otfried Höffe

    Freistellung:

  • Prof.Dr. Günther Maluschke
    Einführungsabend für Studienanfänger: 20.April 1998, 18 Uhr c.t., Alte Burse, Raum X

    Vorlesungen

    Engels: Fragestellungen der anwendungsbezogenen Ethik

    Mo 8 - 10, Auf der Morgenstelle 1, Großer Botanischer Hörsaal (N 10), Beginn: 20.04.

    Mit dieser Vorlesung soll in Fragestellungen der anwendungsbezogenen Ethik eingeführt werden. Darunter fallen alle sogenannten "Bindestrichethiken”, die sich seit etwa dreißig Jahren herausgebildet haben, um den wachsenden Herausforderungen der biologischen und medizinischen Wissenschaften zu begegnen, die aber auch dazu dienen, das Verhältnis des Menschen zu seiner eigenen und der übrigen Natur unter den Bedingungen des Handelns im Zeitalter von Industrie und Technik zu bestimmen. Hierzu gehören die Tierethik, die ökologische und Umweltethik, die Ethik der Bio- und Gentechnologie und die biomedizinische Ethik.

    Literatur:
    Ach, Johann S./Quante, Michael, Hrsg. (1997): Hirntod und Organverpflanzung: Ethische, medizinische, psycho-logische und rechtliche Aspekte der Transplantationsmedizin. Stuttgart-Bad Cannstatt:frommann-holzboog
    Beckmann, Jan P., Hrsg. (1996): Fragen und Probleme einer medizinischen Ethik. Berlin: de Gruyter
    Nida-Rümelin, Julian, Hrsg. (1996): Angewandte Ethik - Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Ein Handbuch. Stuttgart: Kröner
    Teutsch, Gotthard, Hrsg. (1987): Mensch und Tier. Lexikon der Tierschutzethik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht
    Literaturlisten mit in den in der Vorlesung behandelten Schriften werden jeweils aktualisiert während des Sommersemesters ausgehändigt.

    Keuth: Die Philosophie Karl Poppers II

    Do 10 - 12, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 23.04.

    Während Popper sich in der "Logik der Forschung” auf die Methodologie konzentrierte und strikte ontologische Abstinenz übte, ändert sich das seit den 50er Jahren. Er befürchtet nun, die mögliche Determiniertheit aller physikalischen Ereignisse schließe die Handlungs- oder Willensfreiheit aus und sei deshalb ein Alptraum, der zum Fatalismus führe. Außerdem schließe sie jede Kreativität aus. Andererseits genügt auch der Indeterminismus nicht, weil er verantwortliches Handeln ausschließt. So postuliert Popper ein Drittes, die plastische Steuerung. Dazu konstruiert er eine zweite Welt mentaler Entitäten und eine dritte Welt objektiver Gedankeninhalte. Der publikumswirksamste Teil seines Werkes ist die politische Philosophie, wie er sie in "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde” und in "Das Elend des Historizismus” formuliert hat. In der "offenen Gesellschaft” kritisiert er vor allem Platon, Hegel und Marx.

    Koch, A.F.: Kant, Kritik der reinen Vernunft

    Do 18 - 20, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 23.04.

    Ziel der Vorlesung ist es, in Kants theoretische Philosophie einzuführen und grundlegende Lehren und Beweise der Kritik der reinen Vernunft durchsichtig zu machen (insbesondere die transzendentale Deduktion der reinen Verstandesbegriffe nach der 2. Auflage der Kritik). Die Vorlesung richtet sich hauptsächlich an Studierende im Grundstudium.

    Schneider: Einführung in die Metaphysik

    Mo 16 - 18, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 20.04.

    Die Vorlesung verfolgt das Ziel, in metaphysisches Denken einzuführen. Sie richtet sich an Studierende vom 1. bis 4. Semester. Wie es die Philosophie nicht gibt, so gibt es auch nicht die Metaphysik. Der bestimmte Artikel benennt nur die philosophische Disziplin: Metaphysik. Diese liegt aber stets in einer Vielfalt metaphysischer Entwürfe vor. Metaphysik ist also eine solche nur ihrem Anspruch nach. Die erste Aufgabe wird sein, auf die Frage "Was ist das - Metaphysik?” eine Antwort zu finden. Eine mit dieser eng verbundene Aufgabe ist die Frage nach der Möglichkeit von Metaphysik. Dabei wird Philosophiehistorisches zur Sprache kommen: Wir werden Metaphysik in ihrem "ersten Anfang”, bei Platon und Aristoteles, in ihrem "zweiten Anfang”, bei Thomas von Aquin und Johannes Duns Scotus und in ihren neuzeitlichen und gegenwärtigen Transformationen, Entwürfen, Interpretationen aufsuchen. Wir verfolgen dabei allerdings auch ein systematisches Interesse. Die Vorlesung will in eine philosophische Disziplin einführen; und hier gilt es, das Ganze im Auge zu behalten. Insofern wendet sie sich ausdrücklich an Studienanfänger der Philosophie. Literatur wird in der ersten Vorlesungsstunde bekannt gegeben. Es besteht die Möglichkeit eines die Vorlesung begleitenden Kolloquiums. Außer den Studentinnen und Studenten der Philosophie sind auch die Studentinnen und Studenten anderer Fächer, besonders der Theologie, zur Teilnahme eingeladen.

    Schroeder-Heister: Modal- und Zeitlogik

    Mi 8 - 10, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 22.04.

    Die Modallogik ist ein zentrales Gebiet der philosophischen Logik, das auch Anwendungen in der mathematischen Logik, der Linguistik und der Informatik hat. Es werden die wichtigsten modallogischen Systeme präsentiert und grundlegende Resultate dargestellt. Mit der Modallogik eng verwandt ist die Zeitlogik, deren elementare Grundzüge ebenfalls vorgestellt werden. Voraussetzung: Logik I.

    Literatur:
    J.P. Burgess, Basic Tense Logic, in: D. Gabbay/F. Guenthner (eds.), Handbook of Philosophical Logic, Bd. II, Kluwer, Dordrecht 1985
    U. Friedrichdorf, Einführung in die klassische und intensionale Logik, Vieweg, Braunschweig 1992

    Wieland: Philosophie der Antike II

    Mo 11 - 13, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 27.04.

    Die Vorlesung will einen Überblick über die großen Strömungen der hellenistischen Philosophie (Stoa, Epikureismus und Skeptiszismus) und über die Grundzüge des Neuplatonismus vermitteln. Die Veranstaltung ist zwar Bestandteil einer Reihe, die einen Überblick über die gesamte Philosophiegeschichte geben will, ist aber als in sich geschlossene Einheit konzipiert.

    Literaturhinweise:
    M. Hossenfelder, Die Philosophie der Antike 3: Stoa, Epikureismus und Skepsis, 1985
    F. Ricken, Philosophie der Antike, 1988
    M. Erler u.a., Philosophie der Antike, Bd. IV: Die hellenistische Philosophie, 1994 (Ueberweg Grundriss der
    Geschichte der Philosophie)



    Übung zur Vorlesung

    Schroeder-Heister: Modal- und Zeitlogik

    nach Vereinbarung


    Einführungsveranstaltungen

    Koch, D.: Einführung in das Studium der Philosophie

    Di 10 - 12, Alte Burse, Raum X, Beginn: 21. 04.

    Die Einführungsveranstaltung dient der umfassenden Grundorientierung im Philosophie-studium. Sie ist reserviert für Erst- und Zweitsemester im Fach Philosophie. Aufgabe der Veranstaltung ist es, Kenntnisse zum Studienablauf und zur Studienorganisation zu vermitteln, grundlegende Literatur bekannt zu machen, eine Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten zu geben, vor allem jedoch in geschichtlich wie systematisch bedeutsame Grundprobleme und Grundbegrifflichkeiten philosophischen Denkens einzuführen. Dies geschieht anhand von Textauszügen zentraler philosophischer Werke von Parmenides bis Heidegger. (Die Textauszüge werden ausgegeben.)

    Koch, D.: Lektürekurs für Erstsemester: Die Fragmente von Parmenides und Heraklit

    Di 8. 30 s.t.! - 10, Alte Burse, Raum X, Beginn: 21. 04.

    Der Umgang mit philosophischen Schriften bedarf bestimmter "handwerklicher” Voraussetzungen: Die Fähigkeit eines begrifflich genauen Lesens, das Vermögen, die spezifische Problemstellung eines Textes herauszupräparieren, die Beherrschung der charakteristischen Begrifflichkeit eines Autors, die Fähigkeit, die Differenz von Textauslegung und eigener Sachinterpretation zu beachten, und anderes mehr.
    Der Lektürekurs für Erstsemester will über die Demonstration dieser Umgangsweisen hinaus anhand der überlieferten Fragmenten von Parmenides und Heraklit - im Blick auf den geschichtlichen Anfang des abendländischen Philosophierens - in die Eigenart und in den Reichtum philosophischer Probleme und philosophischen Denkens einführen.
    Griechischkenntnisse sind nicht vorausgesetzt, doch zur besseren Erläuterung von griechischen Schlüsselbegriffen werden zweisprachige Textausgaben verwendet.

    Textausgaben:
    Parmenides. (Griechisch u. Deutsch) Übersetzung, Einführung und Interpretation v. K. Riezler. Frankfurt a. M. 1970
    Heraklit. Fragmente (Griechisch u. Deutsch). Hrsg. v. B. Snell. (Sammlung Tusculum) München/Zürich 1995



    Proseminare

    Engels: Grundpositionen der Ethik

    Mi 8 - 10, Ort: Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 22.04.

    Die Ethik oder Moralphilosophie gehört zu den ältesten und wichtigsten philosophischen Disziplinen. Dabei gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Ansätze, die nicht nur im akademischen Diskurs relevant sind, sondern häufig auch als implizite Voraussetzungen unser Denken und Handeln in Lebenswelt und Wissenschaft bestimmen. Am Beispiel ausgewählter Texte soll in die wichtigsten Positionen der Ethik eingeführt werden.

    Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist ein Seminarvortrag, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit.

    Als Textgrundlage dient:
    Birnbacher, Dieter/Norbert Hoerster, Hrsg. (1997): Texte zur Ethik. 10. Aufl. München: dtv
    Höffe, Otfried, Hrsg. (1992): Lexikon der Ethik 4. neubearb. Aufl. München: Beck
    Weitere Literatur wird während des Semesters bekanntgegeben.

    Grundmann: Das Induktionsproblem

    Di 10 - 12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 21.04.

    Induktive Schlüsse sind generalisierende Schlüsse von bislang beobachteten Regularitäten auf streng allgemeine Zusammenhänge. Wenn ich z.B. bislang nur weiße Schwäne beobachtet habe und daraus folgere, daß alle Schwäne weiß sind, dann ziehe ich einen induktiven Schluß. Induktion spielt bei der empirischen Theoriebildung eine zentrale Rolle, auf ihr beruhen aber genauso unsere alltäglichen Erwartungen und Prognosen. Im Unterschied zu deduktiven Schlüssen sind induktive Schlüsse gehaltserweiternd, d.h. es besteht kein logischer Zusammenhang zwischen den Prämissen und ihrer Konklusion. Das macht sie einerseits sehr nützlich: Induktive Schlüsse können unser Wissen offenbar erweitern. Andererseits ergibt sich daraus ihr erkenntnistheoretisch problematischer Status (das Induktionsproblem): Wenn die Wahrheit der Prämissen die Wahrheit der Konklusion nicht logisch garantieren kann, wieso sind wir dann überhaupt gerechtfertigt, solche Schlüsse zu ziehen? Offenbar nur, wenn wir auf irgendeine andere Weise zeigen könnten, daß solche Schlüsse die Wahrheit der Konklusion zumindest wahrscheinlich machen. Doch bereits Hume hat dagegen eingewandt, daß jeder solche Versuch sich zwangsläufig in Zirkularität verstrickt (die Gerechtfertigtkeit von induktiven Schlüssen also bereits voraussetzen muß). Lassen sich induktive Schlüsse also überhaupt rechtfertigen? Wenn man bedenkt, daß die Induktion eines der zentralen Prinzipien menschlicher Erkenntnis ist, wird deutlich, daß die Antwort auf diese Frage von großer Bedeutung ist.
    Im Seminar werden wir das Induktionsproblem in seiner klassischen Form bei Hume studieren und danach eine Reihe von neueren Lösungsvorschlägen diskutieren. Ein Reader mit den einschlägigen (z.T. englischen) Texten kann zu Beginn des Semesters im Seminar erworben werden.

    Bedingung für einen benoteten Schein: Referat und Hausarbeit.

    Hoering: Sinn und Bedeutung bei Frege und seinen Nachfolgern

    Do 8 - 10, Alte Burse, Raum X, Beginn: 23.04.

    Bei Begriffen nach der Farbe zu fragen, wäre so sinnlos wie bei Engeln nach dem Alter. Derartige Kategoriefehler aufzudecken, und damit Scheinfragen aufzulösen, gehört - nicht erst seit Ryle's "The Concept of Mind” - zu den Aufgaben der Philosophie.
    Aber nicht nur das, was man "angewandte Analyse” von Bedeutung und Sprachgebrauch nennen könnte, ist für uns Philosophen wichtig, sondern auch die Klärung tieferliegender Fragen nach dem Verständnis bzw. der (Miß-)Verständlichkeit von Äußerungen und den Korrektur-mechanismen (Rückfragen, Sanktionen), die man bei Unsicherheit in Gang setzen kann.
    KOMPOSITIONALITÄT ist eine zentrale, scheinbar unverzichtbare Forderung, die eine Bedeutungstheorie erfüllen sollte - d.h. die Bedeutung eines komplexen Ausdruckes sollte aus den Bedeutungen seiner Bestandteile zu ermitteln sein. Aber manchmal ist doch auch der Kontext - oder die Situation - in der die Äußerung erfolgte, zu berücksichtigen.

    Scheinvergabe: Referat und Hausarbeit.

    Literatur:
    Frege, Gottlob: Sinn und Bedeutung, z.B. in: G. Patzig (Hrsg.): Funktion, Begriff, Bedeutung, Göttingen 1975
    Lewis, David: Convention, 1986
    Barwise/Etchemendy: Situationen und Einstellungen, Berlin 1987
    Wittgenstein: "Tractatus”

    Keuth: Wissenschaft und Skeptizismus

    Do 14 - 16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 23.04.

    Gibt es sicheres Wissen? Gibt es überhaupt Wissen? Kann man Meinungen rechtfertigen? Gibt es ein Kriterium der Wahrheit? Die Skepsis antwortet auf alle oder zumindest einige dieser Fragen mit "nein”. Das Seminar wird sich vor allem mit einem bestimmten modernen Text auseinandersetzen, der solche Antworten prüft, beginnend mit der antiken Skepsis und endend mit aktuellen Positionen. Zum Erwerb eines benoteten Scheines muß ein Referat angefertigt werden.

    Literatur:
    Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus, Tübingen 1993, UTB 1740

    Koch, A.F.: Kant, Kritik der Urteilskraft - Interpretationskurs I

    Do 16 - 18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 23.04.

    Im ersten Teil des zweisemestrigen Kurses werden wir die Einleitung der Kritik der Urteilskraft sowie die Analytik des Schönen (§§ 1-22) lesen und interpretieren. Im folgenden Wintersemester sollen dann die Analytik und die Dialektik der teleologischen Urteilskraft (§§ 61-78) behandelt werden.

    Literatur wird im Seminar angegeben; ein Handapparat zum Seminar wird eingerichtet.

    Benoteter Schein: Jeweils eine Hausarbeit in jedem der beiden Semester.

    Mirbach: Boethius, Consolatio Philosophiae

    Fr 10 - 12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 24. 04.

    Boethius, römischer Patrizier und bis zu einer ungerechtfertigten Anklage hoher Beamter am Hof des Ostgotenkönigs Theoderich des Großen, "Grenzgänger zwischen Antike und Mittelalter” (Scherer 1993), gilt durch seine Übersetzungen und Kommentare vor allem zu Aristoteles, Cicero und Porphyrios sowie durch seine logischen und theologischen Traktate als einer der bedeutendsten Wegbereiter des mittelalterlichen Denkens im Anschluß an die Philosophie der Antike.
    Seine Trostschrift Consolatio philosophiae, entstanden in den Monaten zwischen Boethius' Verurteilung und seiner Hinrichtung im Jahr 524, sollte "auch heute noch zum Kanon der Weltliteratur gehören” (Held 1990). In der Zusammenführung platonischer, aristotelischer, stoischer und neuplatonischer Gedanken behandelt sie in der Form eines Dialogs zwischen Boethius und der allegorischen Erscheinung der Philosophie, im Wechsel von Prosastücken und eingefügten "carminae”, philosophische Grundfragen wie die nach der menschlichen Glückseligkeit, der Vereinbarkeit von Vorsehung und Willensfreiheit, der Existenz des Bösen und des Verhältnisses zwischen Ewigkeit und Zeit.
    Durch ihre Thematik sowie durch ihre historische "Schlüsselstellung” bietet die Consolatio die Möglichkeit eines zwar nicht ganz einfachen, im Seminar jedoch schrittweise zu erarbeitenden und so gerade auch für Anfänger geeigneten Einstiegs in das Denken der spätantiken und mittelalterlichen Philosophie.

    Benoteter Schein: Schriftliche Ausarbeitung eines Sitzungsprotokolls oder Referats.

    Text:
    Boethius, Anicius Manlius Severinus: Trost der Philosophie. Consolatio Philosophiae. Lat. - Dt. hrsg. und übersetzt von Ernst Gegenschatz und Olof Gigon. Eingeleitet und erläutert von Olof Gigon. München/Zürich: Artemis, 1990



    Pinzani: Staat und Individuum in Hobbes' Leviathan

    Fr 10 - 12, Alte Burse, Raum X, Beginn: 24.04.

    Können Bürger auf ihre politische Autonomie verzichten? Welchen Freiraum haben sie innerhalb eines Staates, der sich als absolut, d. h. als von (fast) jeglicher Verpflichtung gegen die Bürger gelöst begreift? Was für Menschen sind diejenigen, die bereit sind, sich einem solchen Staat zu unterwerfen, um als Gegenleistung nur die Sicherung ihres Lebens zu bekommen? Was unterscheidet die Bürger einer Demokratie von den Bürgern eines despotischen Staates? Warum und unter welchen Umständen können Despotien Konsens von den Bürgern bekommen?
    Um diese Fragen zu beantworten, werden wir uns in diesem Proseminar Thomas Hobbes zuwenden, der als der Theoretiker des absolutistischen Staats gilt. In seinem Leviathan bietet er sowohl eine Anthropologie, als auch eine Theorie des Staates an, die auf jener beruht. Traditionell wird Hobbes' Position so rekonstruiert: Der Mensch ist ein Wolf für die anderen Menschen; nur ein Staat kann ihn zähmen, der noch skrupelloser als die Individuen ist, die ihn bilden: Die private Gewalt läßt sich nur durch eine größere Gewalt, die staatliche, vermeiden. Dabei soll dem Fürsten alles erlaubt sein. Wirklich alles? Ist Hobbes' Position wirklich so radikal, wie viele Interpreten meinen? Besteht eine notwendige Verbindung zwischen Hobbes' Anthropologie und seiner Staatstheorie? Im Seminar werden wir zunächst versuchen, diese Interpretationsfragen auch anhand der Auseinandersetzung mit einigen traditionellen, teilweise für die politische Theorie wichtige Interpretationen (z. B. Carl Schmitt) zu beantworten, um darüber hinaus den oben gestellten, systematischen Fragen nachzugehen.
    Vom Leviathan werden wir einige Kapiteln aus dem I. und II. Teil analysieren. Eine Literaturliste wird am Anfang des Seminars verteilt. Zur Vorbereitung und zur Kenntnisnahme der Problematik s. die unten angegebene Kurzbibliographie. Zum Erwerb eines benoteten Scheins sind ein Referat und eine Hausarbeit erforderlich.

    Kurzbibliographie:
    Th. Hobbes: Leviathan, hrsg. von I. Fetscher, Frankfurt: Suhrkamp 1984 (Alternative: Leviathan. I. und II. Teil, Stuttgart, Reclam)
    W. Kersting: Thomas Hobbes zur Einführung, Hamburg 1992
    W. Kersting (Hrsg.): Thomas Hobbes, Leviathan (Reihe: Klassiker Auslegen), Berlin 1996
    O. Höffe (Hrsg.): Thomas Hobbes. Anthropologie und Staatsphilosophie, Freiburg (Schweiz) 1981

    Rapp: Aristoteles, Nikomachische Ethik - Interpretationskurs I

    Di 18 - 20, Alte Burse, Raum X, Beginn: 21.04.

    Kommentar: siehe Aushang.

    Rinderle: Einführung in die utilitaristische Ethik

    Di 16 - 18, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 21.04.

    Der Utilitarismus begründet die Forderungen der Moral mit deren Nützlichkeit. Nicht um den Nutzen oder das Glück eines einzelnen Individuums geht es dabei; dem Utilitarismus geht es um den größtmöglichen Nutzen aller lust- und leidensfähigen Kreaturen, Tiere eventuell eingeschlossen. Von einem systematischen Standpunkt aus stellen sich einer utilitaristischen Moraltheorie dabei drei Fragen bzgl. seiner Werttheorie, seines Konsequentialismus und seines Maximierungsgebots: 1. Wie ist der Nutzen näher zu qualifizieren, den wir mit unseren Handlungen mehren sollen? Im Dienste welcher Werte stehen unsere gesellschaftlichen Institutionen? 2. Sind es die Folgen von Einzelhandlungen, oder sind es die Folgen von Handlungsregeln oder von gesellschaftlichen Institutionen, die wir bei der moralisch geforderten Nutzenmaximierung bzw. Leidminimierung betrachten sollten? 3. In welchem Verhältnis steht das moralische Gebot der Nutzenmaximierung zu einer Moral des gesunden Menschenver-standes, die etwa einen Vorrang von individuellen Rechten postuliert? Zuerst wollen wir herausfinden, wie die drei Klassiker des utilitaristischen Denkens, Jeremy Bentham, John Stuart Mill und Henry Sidgwick, diese Fragen beantwortet haben.
    Anschließend wollen wir uns fragen, ob uns ihre Antworten auch überzeugen. Zeitgenössische Kritiker (z. B. John Rawls, Robert Nozick, Bernard Williams) des Utilitarismus beziehen sich wieder auf die drei zentralen Problemfelder: 1. Kommt der moralischen Qualität einer Handlung, eines Handlungsmotivs nicht vielleicht jenseits deren Folgen ein Eigenwert zu? Läßt sich das Rechte (die Moral) vom Guten (von Werten) ableiten, oder kommt dem Rechten ein absoluter Vorrang zu? 2. Gibt es nicht kategorische moralische Gebote und Verbote, die unabhängig von bestimmten Handlungsfolgen begründet werden können? Stellt etwa die Integrität der Person einen Gesichtspunkt dar, welcher gegenüber konsequentialistischen Erwägungen berücksichtigt werden muß? 3. Gilt es neben der Nutzenmaximierung nicht auch, Aspekte der Verteilungsgerechtigkeit zu berücksichtigen? Praktische Relevanz gewinnen diese Fragen gerade dann, wenn wir uns schließlich mit Peter Singer einige ausgewählte Anwendungsgebiete (z. B. Tierethik, Euthanasie, internationale Verteilungsgerechtigkeit) einer utilitaristischen Ethik vor Augen führen wollen. Teilnahmevoraussetzung: Übernahme eines Referats.

    Scheinvergabe: Hausarbeit.

    Literatur:
    1. O. Höffe (Hrsg.): Einführung in die utilitaristische Ethik, 2. Aufl. Tübingen 1992 (zur Vorbereitung der 1. Sitzung: O. Höffe: Einleitung (S. 7 - 51) und J. Bentham: Eine Einführung in die Prinzipien ... (S. 55 - 83))
    2. Textgrundlage außerdem: John Stuart Mill: Der Utilitarismus, Stuttgart: Reclam 1976; Peter Singer: Praktische Ethik, Stuttgart: Reclam 1984; Jonathan Glover (Hrsg.): Utilitarianism and its Critics, New York 1990

    Quarch: Platons Philosophie des Schönen

    Mi 20 -22, Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.04.

    In der Geschichte der europäischen Philosophie ist Platon der erste Denker, von dem eine philosophische Theorie des Schönen überliefert ist. Sie steht im unmittelbaren Kontext sowohl seiner Ideenphilosophie als auch seiner Psychologie. Daher ist sie vorzüglich geeignet, einen Zugang zum Platonischen Denken zu eröffnen.
    Im Zentrum des Seminars soll die Lektüre der Dialoge "Symposion” und "Phaidros” stehen. In beiden Texten entwickelt Platon seine Philosophie des Schönen gemeinsam mit seiner Theorie des Eros. Letztere verdient besondere Aufmerksamkeit, da anhand ihrer deutlich wird, wie sehr Platons philosophisches Denken in unmittelbaren Lebenszusammenhängen und -erfahrungen verankert ist. Zuletzt wird sich zeigen, daß Platons Theorie des Schönen ein zentraler Aspekt seiner Metaphysik der Lebendigkeit ist.
    Aufgrund ihres allgemeinen Zugangs zur Platonischen Philosophie ist die Veranstaltung sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene konzipiert. Griechischkenntnisse sind nicht erforderlich. Zur Vorbereitung ist die Literatur der genannten Dialoge zu empfehlen. Weitere Literatur wird bei Seminarbeginn bekanntgegeben.

    Rinderle: Demokratietheorie

    Do 14 - 16, Alte Burse, Raum X, Beginn: 23. 04.

    Was meinen wir überhaupt, wenn wir den Begriff "Demokratie” verwenden? Auf welches Ideal beziehen wir uns, wenn wir von einem Gemeinwesen - in rechtfertigender bzw. kritischer Absicht - sagen, es sei demokratisch bzw. undemokratisch? Und wie ist dieses Ideal der Demokratie moralisch zu rechtfertigen? Gibt es vielleicht auch Gründe, die gegen die Demokratie als politische Herrschaftsordnung sprechen? Welche Bedeutung kommt der Verfassung innerhalb einer demokratischen Herrschaftsordnung zu? Wie ist die institutionelle Ausgestaltung (repräsentative vs. direkte Demokratie, Wahlrecht, Formen der Partizipation) von einem moralischen Standpunkt aus zu bewerten? Mit welchen Werten (die soziale Gerechtigkeit, der wirtschaftliche Wohlstand, die gesellschaftliche Entwicklung) kann das Ideal der Demokratie unter Umständen in Konflikt treten? Und welches sind zuletzt die gesellschaftlichen Voraussetzungen zur Errichtung einer Demokratie? Welches sind die ethischen Ansprüche an Bürger und Amtsträger einer Demokratie? Diesen Fragen wollen wir im Proseminar anhand neuerer Arbeiten aus der deutschen (Böckernförde, Habermas, Frankenberg), der anglo-amerikanischen (Holmes, Dworkin, Beitz, Harrison) und der französischen (Gauchet, Lefort, Castoriadis) Demokratietheorie nachgehen.Teilnahmevoraussetzung: Übernahme eines Referats.

    Scheinvergabe: Hausarbeit.

    Literatur:
    Ulrich K. Preuß (Hrsg.): Zum Begriff der Verfassung. Die Ordnung des Politischen. Philosophie der Gegenwart, Fischer Taschenbuch 1994 (zur Vorbereitung der 1. Sitzung: Texte von Böckernförde: "Die verfassungsgebende Gewalt des Volkes” und Habermas: "Über den internen Zusammenhang von Rechtsstaat und Demokratie”)
    Ulrich Rödel (Hrsg.): Autonome Gesellschaft und libertäre Demokratie, Frankfurt: Suhrkamp 1990 (frz. Beiträge)
    Charles Beitz: Political Equality. An Essay in Democratic Theory, Princeton: University Press 1989
    Ross Harrison: Democracy, London: Routledge 1993



    Schick: Wahrheitstheorien - eine Einführung

    Di 14 - 16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 21.04.

    Theorien der Wahrheit befassen sich mit drei Fragen: 1. Was ist Wahrheit? (Die Definitionsfrage); 2. Wovon lassen sich "wahr” bzw. "falsch” aussagen? (Die Trägerfrage); 3. Woran entscheidet sich Wahrheit? (Die Kriterienfrage); Wahrheitstheorien unterscheiden sich dabei nicht nur in ihren Antworten auf diese Fragen, sondern auch in den Ansichten über deren Sinn und ihr Verhältnis zueinander. Anhand ausgewählter Texte des 20. Jahrhunderts werden wir einige grundlegende Positionen zu diesen Fragekomplexen kennenlernen. Unseren Ausgangspunkt wird die klassische Opposition zwischen Korrespondenz- und Kohärenztheorie der Wahrheit bilden, während der zweite Teil des Semesters Redundanz- und Konsenstheorien der Wahrheit gewidmet sein wird.

    Scheinerwerb: Schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit oder schriftlich ausgearbeitetes Protokoll.

    Literatur:
    Wichtigste Textgrundlage wird der folgende Sammelband sein: Gunnar Skirbekk (Hrsg.): Wahrheitstheorien. Eine Auswahl aus den Diskussionen über Wahrheit im 20. Jahrhundert, Frankfurt/M. 1996 (7. Auflage)
    Zur weiteren Orientierung empfohlen: L.B. Puntel: Wahrheitstheorien in der neueren Philosophie, Darmstadt 1978 (3. Auflage 1993)

    Schick, Mirbach: Hegels Ästhetik - Interpretationskurs II

    Di 18 - 20, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 21.04.

    Im zweiten Teil dieses Interpretationskurses wird Hegels Entfaltung des Begriffs des Kunstschönen oder des Ideals im Zentrum stehen. Das genaue Studium des Hegelschen Textes soll durch Ausblicke auf andere Theorien der Ästhetik sowie durch Interpretations-Beispiele ergänzt werden.

    Scheinerwerb: Schriftliche Ausarbeitung eines Referats oder eines Sitzungsprotokolls.

    Texte:
    Hegel: Vorlesungen über die Ästhetik, Erster Teil, Drittes Kapitel: "Das Kunstschöne oder das Ideal”. Ausgabe: G.W.F. Hegel: Werke in zwanzig Bänden, Bd. 13, Redaktion E. Moldenhauer und K.M. Michel, Frankfurt/M. 1970, S. 202-385
    Hegel: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse (1830), Dritter Teil, Dritte Abteilung, §§ 553-563. Ausgabe: G.W.F. Hegel: Werke in zwanzig Bänden, Bd. 10, Redaktion E. Moldenhauer und K.M. Michel, Frankfurt/M. 1970

    Schick: Aristoteles, Lehre vom Beweis oder Zweite Analytik

    Do 12 - 14, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 23.04.

    In dieser Schrift entwickelt Aristoteles seine Theorie des Wissens oder der Wissenschaften im allgemeinen. Die leitende Frage, was für Wissen - im Unterschied zu Meinungen, Glauben und Wahrnehmen - konstitutiv sei, beantwortet er mit dem Hinweis auf den beweisenden Charakter von Wissenschaft: Wissen ist Wissen von Gründen und aus (wahren) Gründen. Was diese These besagt, welche Konsequenzen sie hat und wie Aristoteles sie begründet, wollen wir in gemeinsamer Textarbeit herausfinden. Dabei wird es auch darum gehen, mit Seitenblicken auf andere - aristotelische und moderne - Schriften eine Reihe von Termini zu klären, die für die Wissenschaftstheorie grundlegend geworden sind: "Axiom”, "Definition”, "Hypothese”, "Deduktion”, "Induktion”.
    Da wir den Text in deutscher Übersetzung lesen, sind Griechischkenntnisse nicht vorausgesetzt.

    Scheinerwerb: Schriftliche Ausarbeitung eines Referats oder eines Protokolls.

    Text:
    Aristoteles: Lehre vom Beweis oder Zweite Analytik (Organon IV), übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Eugen Rolfes, mit neuer Einleitung und Bibliographie von Otfried Höffe, Hamburg 1990
    Zur weiteren Orientierung empfohlen:
    J. Barnes, M. Schofield, R. Srobji (Hrsg.): Articles on Aristotle, Bd. 1 (Science), London 1975
    E. Berti (Hrsg.): Aristotle on Science, 1981
    The Posterior Analytics; Proceedings of the Eigth Symposium aristotelicum held in Padua, Padua/New York 1981
    O. Höffe: Aristoteles (Becksche Reihe: Denker), München 1996

    Schmidt, A.: Spinoza, Ethik - Interpretationskurs I

    Fr 14 -16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 24.04.

    "Wenn man anfängt zu philosophieren, so muß man zuerst Spinozist sein. Die Seele muß baden in diesem Äther der einen Substanz, in der alles, was man für wahr gehalten hat, untergegangen ist. Es ist diese Negation alles Besonderen, zu der jeder Philosoph gekommen sein muß”, schreibt Hegel. Es dürfte sich also lohnen, Spinozas Hauptwerk, die Ethik (1677), im Detail zu lesen. Spinoza beschäftigt sich darin 'ordine geometrico' mit dem Wesen der einen Substanz, mit dem Geist und seinem Verhältnis zu den materiellen Dingen, mit den Affekten und mit der menschlichen Freiheit und Unfreiheit, um schließlich Folgerungen für eine Konzeption richtiger Lebensführung zu ziehen.

    Scheinerwerb: Hausarbeit.

    Text: Benedictus de Spinoza: Die Ethik, Stuttgart, Reclam 1990 (zweisprachig)

    Schmidt, V.: Einführung in die philosophische Anthropologie

    Do 18 - 20, Alte Burse, Raum X, Beginn: 23.04.

    Die philosophische Frage nach dem Menschen zieht sich als implizites Thema durch die gesamte Philosophiegeschichte. Paradigmatisch läßt sich das am besten anhand einiger Textstellen aus der Ethik und der Politik des Aristoteles studieren. Allerdings ist der Rückbezug auf Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung erst durch Kant zu einem zentralen Zweck des Philosophierens (in weltbürgerlicher Bedeutung) geworden. Während dann im 19. Jahrhundert die traditionellen Vorstellungen von der "Natur” oder dem "Wesen” des Menschen durch den Zerfall sinnstiftender religiöser oder metaphysischer Weltbilder erschüttert wurden, versucht die vor allem durch Plessner und Gehlen geprägte philosophische Anthropologie des 20. Jahrhunderts ein Bild vom Menschen im Zusammenspiel mit den entwickelten Natur- und Humanwissenschaften zu entwerfen. Das Seminar möchte einen Überblick über die historischen Wandlungen in der philosophischen Frage nach dem Menschen vermitteln.

    Scheinerwerb: Schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Klausur oder Hausarbeit.

    Literatur:
    Aristoteles: Nikomachische Ethik, I. und X. Buch
    ders.: Politik, I. Buch
    I. Kant: Logikvorlesung, Einleitung, III. Abschnitt (A 19ff.)
    ders.: Kritik der reinen Vernunft, B 832ff. und B 866-869
    H. Plessner: Die Aufgabe der philosophischen Anthropologie, in: Zwischen Philosophie und Gesellschaft, Ffm. 1979
    ders.: Die Stufen des Organischen und der Mensch, in: Ges. Schr. Bd. IV, Ffm 1980
    A. Gehlen: Das Bild des Menschen im Lichte der modernen Anthropologie, in: Anthropologische und sozialpsychologische Untersuchungen, Hamburg 1986
    ders.: Der Mensch, Wiesbaden 1972
    H. Fahrenbach: Artikel "Mensch”, in: Handbuch philosophischer Grundbegriffe, hrsg. von H. Krings, München 1973, Bd. 2, S. 888ff.
    W. Kamlah: Philosophische Anthropologie, Zürich 1972
    Weiterführende Literatur wird zu Semesteranfang bekanntgegeben.

    Wimmer: Die Philosophie des Parmenides

    Mi 16 - 20, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 22.04.

    Termine: 29.4./6.5./3.6./17.6./1.7./15.7.

    Parmenides ist der erste der vorsokratischen Philosophen, von denen uns größere Textbestände erhalten geblieben sind. Sein Philosophieren hat im abendländischen Denken die Bahn gebrochen für die Frage nach dem Sein sowie die Möglichkeit und die Grenzen menschlicher Erkenntnis. Parmenides stellt seine Lehre als himmlische Offenbarung dar und bekundet damit ihren außerordentlichen Geltungsanspruch. Außerdem trägt er sie in dichterischer Form, in Versen vor, wodurch wohl ebenfalls ihre Erlesenheit gezeigt werden soll (wobei das Dichterische und das Argumentative nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen). Parmenides wurde so zum Vater der Ontologie und der Erkenntniskritik.
    Das Proseminar soll zunächst in Aufbau und Fragestellung des parmenideischen Textes - gemeinhin, wenn auch nicht glücklich, als 'Lehrgedicht' bezeichnet - einführen. Im zweiten, größeren Teil des Seminars wird dann, anhand einschlägiger Kommentare und Monographien ins einzelne gehend, der unstrittige und der strittige Stand der Deutung des Textes erarbeitet. Die hierzu notwendigen bibliographischen Angaben erfolgen in der ersten Sitzung. Außerdem wird ein Semesterapparat zur Verfügung stehen. Kenntnisse des Griechischen sind sehr erwünscht, wenn auch nicht unbedingt erforderlich.
    Ein benoteter Schein wird dadurch erworben, daß man zu einer bestimmten Textpassage die zuvor angegebenen Kommentare vergleicht, deren Auffassungen im Seminar vorträgt und den Vortrag zusammen mit den relevanten Ergebnissen der Seminardiskussion am Ende des Semesters in schriftlicher Form einreicht.
    Die preiswerteste Ausgabe ist die im Reclam-Verlag erschienene Parmenides: Über das Sein (Griechisch/Deutsch), hrsg. v. Hans von Steuben, Stuttgart 181, 1995 (Nr. 7739; 9,-- DM). Aber auch andere Ausgaben, bspw. innerhalb von Gesamtausgaben der Vorsokratiker (Diels/Kranz; J. Mansfeld; Kirk/Raven/Schofield), sind ebenso brauchbar.


    Seminare

    Braun: Grundrisse einer besseren Welt. Die Philosophie Ernst Blochs als offenes utopisches System - Kompaktseminar: 17.7.; 14 Uhr - 19.7.1998, Henry-Fabri-Haus, Blaubeuren

    Vorbesprechung: Di 28.04., 15 Uhr, Raum 308

    "Das Prinzip Hoffnung” in seinen fünf Teilen stehen zur Debatte.

  • Der phänomenologische Zugang zu typischen Alltagsphantasien nach Lebensaltern: Kleine Tagträume.
  • Die philosophische Grundlegung: Das antizipierende Bewußtsein in seinen vier Stadien (Anthropologie des Nicht-Bewußtseins, Ontologie des Noch-Nicht-Seins, Gesellschaftsutopie, allumfassend kosmische Naturutopie).
  • Ästhetischer Übergang von der Grundlegung zur Konstruktion der Utopien: Wunschbilder im Spiegel.
  • Die Konstruktion der noch nicht vorhandenen Ziele: Grundrisse einer besseren Welt (die überraschende Vielfalt der Utopien: medizinische, soziale, technische, architektonische, geographische, kosmologische).
  • Die utopische Identität des Menschen und der Welt: Wunschbilder des erfüllten Augenblicks mit der äußersten suggestiven Sinnintention Heimat.
    Wie sich von selbst versteht, kann nicht alles gleichermaßen erörtert werden. Eine repräsentative Auswahl ist das Gebot, die ihre Schwerpunkte in Referaten hat. Ein Überblick über das Ganze soll erarbeitet werden: Begriff und Funktion des Hauptwerks wie der fünf Teile, welche die Struktur in je eigenen Lichtreflexen aufblitzen lassen. Blochs utopisches Unternehmen ist ein System, das derart sich öffnet, daß es jegliche systematische Form sprengt: die Utopie des Systems. Seine Philosophie ist eine paradox gebrochene Metaphysik der Utopie kosmisch ausgreifender Art: Naturalisierung des Menschen - Humanisierung der Natur.
    Referate sind erwünscht: zur kritischen Analyse des Vorworts, zu einzelnen der fünf Teile, zur strukturelleren Komposition des Ganzen, zum philosophischen finale furioso des Buchs und zum Vergleich mit anderen Werken Blochs wie etwa "Geist und Utopie” und "Experimentum Mundi” sowie zu anderen Positionen wie etwa Benjamin, Adorno, Habermas und anderen. Referate in Thesenform beleben den Unterricht.

    Text:
    Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung. In fünf Teilen, suhrkamp taschenbuch wissenschaft Frankfurt/M. 1985 u ö.
    Literatur:
    Burghart Schmidt: Kritik der reinen Utopie. Eine philosophische Untersuchung, J.B. Metzler Verlag Stuttgart/ Weimar
    Hans-Heinz Holz: Logos spermaticos. Ernst Blochs Philosophie der unfertigen Welt, Luchterhand Verlag Darmstadt/Neuwied 1975
    Jörg Zimmer: Die Kritik der Erinnerung, Metaphysik, Ontologie und geschichtliche Erkenntnis in der Philosophie Ernst Blochs, Dinter Verlag Köln 1993
    Eberhard Braun: Grundrisse einer besseren Welt. Beiträge zur politischen Philosophie der Hoffnung, Talheimer Verlag Mössingen-Talheim 1997
    Materialien zu Ernst Blochs "Prinzip Hoffnung”, hrsg. und eingeleitet von Burghart Schmidt, stw Frankfurt/M. 1978
    Seminar: Zur Philosphie Ernst Blochs. Hrsg. und eingeleitet von Burghart Schmidt, stw Frankfurt/M. 1983
    Peter Zudeick: Der Hintern des Teufels. Ernst Bloch - Leben und Werk, Elster Verlag Moos/Baden-Baden 1985
    Bloch-Almanach. Periodicum des Ernst-Bloch-Archivs des Kulturbüros der Stadt Ludwigshafen/Rhein, hrsg. von Karlheinz Weigand, 1. - 16. Folge, Ludwigshafen/Mössingen-Talheim 1981-1997
    Bloch-Jahrbücher

    Engels: Charles Darwin (1) - Leben und Werk

    Di 9 - 12, Alte Burse, Raum 308, Beginn: 21. 04.

    Kaum ein Naturforscher des 19. Jahrhunderts hat unser Natur- und Menschenbild so einschneidend verändert und nachhaltig geprägt wie Charles Darwin (1809-1882). Zur Hervorhebung seiner revolutionären Bedeutung wurde er bereits zu seinen Lebzeiten immer wieder mit bedeutenden Denkern und Wissenschaftlern verglichen, deren außerordentliche Rolle seit langem anerkannt war, wie Kopernikus und Newton. Mit seiner "theory of descent with modification by variation and natural selection” deckte Darwin einen natürlichen Mechanismus auf, der es ermöglicht, die Entstehung von Arten und von Zweckmäßigkeit ohne Teleologie zu erklären. Auch der Mensch einschließlich seiner kognitiven und sozialen Fähigkeiten gehört zum Anwendungsbereich der Darwinschen Theorie, wobei Darwin zum Teil auf die philosophische Tradition zurückgreift. Unsere heutigen Diskussionen über die Frage der Möglichkeit und Grenzen von evolutionärer Erkenntnistheorie und Soziobiologie sind ohne Darwin nicht denkbar. Das Seminar ist auf zwei Semester hin angelegt. Im SS soll Darwins Leben und Werk besprochen werden, im darauffolgenden WS die Darwin-Rezeption in verschiedenen Disziplinen und Wissenschaften.

    Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist ein Seminarvortrag, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit.

    Literatur:
    Autobiographie: Charles Darwin. Mein Leben 1809-1882. Hrsg. von seiner Enkelin Nora Barlow. Aus dem Engl. übers. von Christa Krüger. Frankfurt: Insel Verlag 1993
    Ridley, Mark, Hrsg. (1996): Darwin lesen. Eine Auswahl aus seinem Werk. München: dtv (A Darwin Selection. Fontana Press 1987)
    Eine detaillierte Literaturliste kann ab Mitte März in meinem Büro, Sigwartstr. 20, abgeholt werden. Dort befindet sich auch eine Präsenzbibliothek mit den wichtigsten Schriften Darwins und weiterer Literatur.

    Frank: Einführung in die philosophische Argumentation

    Di 14 - 16, Alte Burse, Raum X, Beginn: 21.04.

    Von den logisch basierten und von den empirisch arbeitenden Wissenschaften unterscheidet sich die Philosophie dadurch, daß sie für ihre Überzeugungen argumentiert. Was aber ist ein Argument? Es gibt - grob gesagt - zwei Auffassungen, die wir in diesem Seminar diskutieren wollen. Eine glaubt, Argumentation auf die logische Gültigkeit eines Schlußverfahrens (oder Syllogismus) zurückführen zu können. Die andere hält die Logik nur für eine notwendige Bedingung 'substantieller Argumente', deren Überzeugungskraft also noch eine außerlogische, wenn auch vernünftige Ursache haben muß. Auf vielfachen Wunsch von Studierenden und im Blick auf die Unterbesetzung unseres Lehrangebotes durch Seminare (zwei Professsoren haben Forschungssemester, zwei Assistenten fallen aus oder werden vertreten) habe ich mich entschlossen, die ursprünglich als Vorlesung angekündigte Veranstaltung als Seminar anzubieten. Qualifizierte Scheine werden vergeben für die schriftliche Ausarbeiteitung von mündlichen Sitzungs-Einleitungen, die auch in Kleingruppen vorbereitet werden können.

    Gelesen werden (mindestens) folgende Standard-Texte:
    Stephen Toulmin: The Uses of Argument, Cambridge 1958, paperback edition 1964, 61983 (dt. Übersetzung UTB)
    Jürgen Habermas: Wahrheitstheorien, in: Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt/M. 1984 (seither auch als stw), 127-186, vor allem 161ff.
    Jay F. Rosenberg: The Practice of Philosophy. A Handbook for Beginners, Englewood Cliffs, New Jersey 1984 (deutsche Übersetzung bei V. Klostermann)
    Gilber Harmann: Thought, Princeton University Press, 1973
    Dagfinn Føllesdal, Lars Walløe, Jon Elster: Rationale Argumentation. Ein Grundkurs in Argumentations- und Wissenschaftstheorie, Berlin/New York (de Gruyter) 1988

    Grundmann: Der Schluß auf die beste Erklärung

    Mi 10 - 12, Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.04.

    Wenn wir am Strand Fußabdrücke im nassen Sand entdecken, dann schließen wir daraus, daß hier eine Person vor nicht allzu langer Zeit entlanggegangen ist. Der Physiker schließt aus bestimmten experimentellen Beobachtungen auf bestimmte mikrophysikalische Prozesse. In beiden Fällen spricht man von einem Schluß auf die beste Erklärung (Abduktion), weil in ihnen von den Evidenzen auf die beste sie erklärende Hypothese geschlossen wird. Schlüsse dieser Art kommen überall vor, sowohl im Alltagsleben als auch in den Wissenschaften. Sie sind insbesondere dann unvermeidbar, wenn wir Wissen über Unbeobachtbares auf Beobachtungen stützen wollen.
    Was ist eine Erklärung? Welche Kriterien gelten für die Auswahl einer bestimmten unter vielen möglichen Erklärungen? Sind Schlüsse auf die beste Erklärung erkenntnistheoretisch legitim, obwohl sie gehaltserweiternd sind? In welchem Verhältnis stehen sie zur enumerativen Induktion? Mit diesen Grundlagenfragen werden wir uns im Seminar nach einem kurzen Rückblick auf Peirce, der als Entdecker der Abduktion gilt, ausführlich beschäftigen. Außerdem werden wir untersuchen, ob Schlüsse auf die beste Erklärung ein geeignetes Mittel sind, um traditionelle erkenntnistheoretische Probleme zu lösen (Rechtfertigung des ontologischen Realismus, Widerlegung des Außenweltskeptizismus). Ein Reader mit den einschlägigen Texten kann zu Beginn des Semesters im Seminar erworben werden. Bedingung für einen benoteten Scheinvergabe: Referat und Hausarbeit.

    Literatur:
    T. Bartelborth: Begründungsstrategien, Berlin 1996, Kap. IV. A., S. 136-154
    G. Harman: Change in View. Principles of Reasoning, MIT Press 1986
    P. Lipton: Inference to Best Explanation, London 1991
    D.-H. Rubin: Explanation, Oxford
    J. Vogel: "Cartesian Skepticism and Inference to the Best Explanation”, in: Journal of Philosophy 87 (1990), S. 658-666

    Hägler: Kommunitarismus (MacIntyre und andere) - Kompaktseminar

    nach Vereinbarung - eine Vorbesprechung findet am Semesteranfang statt.

    Kommentar zur Veranstaltung: siehe Aushang


    Hesse: Hegel Grundlinien der Philosophie des Rechts, Hauptseminar

    Mo 16 - 18, Alte Burse, Raum X, Beginn 20.04.

    Das, was vernünftig sei, auch wirklich sei, und was wirklich, auch vernünftig, ist die Leitidee, an der sich Hegels Theorie gesellschaftlicher Institutionen orientiert. Er entwickelt sie in seiner Rechtsphilosophie in kritischer Wendung gegen das neuzeitliche Naturrecht und die Kantische Moralphilosophie sowie in Auseinandersetzung mit der politischen Ökonomie seiner Zeit. Das Hegelsche Konzept der Vermittlung von bürgerlicher Gesellschaft und Staat ist zwar konkret auf die preußischen Gegebenheiten zugeschnitten und stieß alsbald auf die Kritik von Marx und seinen Nachfolgern, scheint aber in seiner Grundstruktur auch noch auf die heutigen Rechtsstaaten anwendbar zu sein.
    Ziel des Seminars ist es, die Aktualität des Hegelschen Ansatzes zu prüfen. Dieses Unternehmen setzt die genaue Erarbeitung des Textes voraus. Vor allem die Paragraphen der Einleitung sind nicht leicht zu verstehen und sollen daher im ersten Teil des Seminars in gemeinsamer Interpretationsarbeit erschlossen werden. Die Diskussion der wichtigsten Passagen des weiteren Textes kann dann durch Kurzreferate der Teilnehmer erleichtert werden. Die Bereitschaft zur Übernahme eines solchen Referats ist daher sehr erwünscht.

    Für einen qualifizierten Schein ist die ausführliche Ausarbeitung eines derartigen Referats bzw. eine Hausarbeit erforderlich.

    Text:
    Die Rechtsphilosophie ist in verschiedenen Ausgaben (bei Suhrkamp, Meiner, Reclam) zugänglich, die alle benutzt werden können.
    Sekundärliteratur:
    L. Siep (Hg.), G.W.F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts, in der Reihe "Klassiker auslegen”, Berlin 1977
    Weitere Literatur wird im Seminar besprochen.

    Hoering: Philosophie der Mathematik, Alternative Systeme der Mengenlehre und Analysis

    Do 10 - 12, Alte Burse, Raum X, Beginn: 23.04.

    Im Hintergrund unserer Bemühungen steht Ockham und die Fragen: Wieviel Mathematik braucht der Mensch? - Wieviel Analysis braucht der Physiker?

    Wir lesen Arbeiten von Vopenka, Robinson, Feferman, Myzielski, Hoering u.a.

    Scheinvergabe: Referat und Hausarbeit.

    Hoering: Politische Logik, die Logik politischer Entscheidungen

    Do 16 -18, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 23.04.

    Zu den Grundaufgaben der Politik gehört der Ausgleich zwischen verschiedenen Wertsystemen - individuellen und kollektiven - in allen möglichen Gegenüberstellungen.
    Insofern die Systeme einander widersprechen, kann man es als logische Aufgabe betrachten sie verträglich zu machen, bzw. Regeln hierfür zu finden. Wir werden uns (naheliegenderweise) mit Literatur aus den Gebieten des Utilitarismus, der Demokratie-Theorie, und der Politik-Wissenschaften zu befassen.

    Scheinvergabe: Referat und Hausarbeit.

    Literatur (Auswahl):
    Höffe, Otfried: Einführung in die utilitaristische Ethik, München 1975
    Schulz-Wistokat: Demokratie und rationale Entscheidungsfähigkeit ..., Göttingen 1996
    Kern/Nida-Rümelin: Logik kollektiver Entscheidungen, München 1994
    Abromeit, Heidrun: Die politische Logik wirtschaftlichen Handelns, Berlin 1992

    Horn: Kant, Kritik der praktischen Vernunft

    Mi 16 - 18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.04.

    Die Kritik der praktischen Vernunft (1788) ist nach der Grundlegung (1785) Kants zweite Hauptschrift zur "reinen”, also nicht-empirischen Moralphilosophie. Man wendet oft gegen sie ein, Kant unterwerfe hier seine ethischen Intuitionen einem starren systematischen Schema von Elementar- und Methodenlehre, Analytik und Dialektik sowie insbesondere einer "Deduktion.” Andererseits erweist sich die Schrift als vollkommen unentbehrlich zum Verständnis des Kategorischen Imperativs, zudem für die Lehre vom "Faktum der Vernunft”, mit der Kant erläutert, inwiefern reine Vernunft bereits von sich aus handlungsmotivierend sein soll. Natürlich nehmen wir im Seminar auch die Konzeption des "höchsten Guts” in Augenschein und sehen uns genauer an, wie sich aus der geforderten Verbindung von Tugend und Glückseligkeit die berühmte Kantische Postulatenlehre ergibt. Wenigstens am Rande sollten wir neben der Grundlegung auch die moralphilosophischen Spätschriften Kants im Blick behalten.

    Text:
    Alle Ausgaben (überraschend preiswert ist die Ausgabe des Könemann-Verlags, Köln 1995: ISBN 3-89508-072-1 Pick It! ).
    Literatur:
    L.W. Beck: Kants 'Kritik der praktischen Vernunft'. Ein Kommentar, München 1974
    M. Willaschek: Praktische Vernunft. Handlungstheorie und Moralbegründung bei Kant, Stuttgart/Weimar 1992

    Jüngel: Die Theologie und Philosophie des jungen Schleiermacher

    Mi 18 - 20, Raum: siehe Aushang, Beginn: 22.04.

    Das Seminar soll Gelegenheit bieten, anhand der "Rede über die Religion ...” in die theologische und philosophische Gedankenwelt des jungen Schleiermacher einzuführen. Andere Texte Schleiermachers werden hinzugezogen.

    Keuth: Entwicklungen des kritischen Rationalismus

    Mi 14 -16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 22.04.

    Der Entwurf des kritischen Rationalismus in Poppers "Logik der Forschung” wurde in mehr als sechs Jahrzehnten oft kritisiert und in mancher Hinsicht modifiziert. Das Seminar setzt sich in erster Linie mit einer Monographie und einem Sammelband zu diesem Thema auseinander.

    Zum Erwerb eines benoteten Scheines muß ein Referat angefertigt werden.

    Literatur:
    Karl Müller, Friedrich Stadler, Friedrich Wallner (Hrsg.): Versuche und Widerlegungen. Offene Probleme im Werk Karl Poppers, Geyer-Edition, Wien-Salzburg 1986, ISBN 3-85090-122-X Pick It!
    David Miller: Critical Rationalism. A Restatement and Defence, Open Court, Chicago and La Salle 1994, ISBN 0-8126-9197-0 Pick It! bzw. 0-8126-9198-9 Pick It! (pbk.)

    Klinger: Nietzsche wiedergelesen. Postmoderne und feministische Perspektiven

    Kompaktseminar

    Zeit und Raum: siehe Aushang zu Anfang des Semesters, Anmeldung bei Frau Ott, Sekretariat

    Die Theorien von Marx, Freud und Nietzsche gelten als die drei wirkungsmächtigsten Ansätze zur Kritik des abendländischen Denkens und der westlichen Kultur. Während sich feministische Theoriebildung in ihrem Streben nach Veränderung der überlieferten, männlich dominierten Denk- und Gesellschaftsordnung bereits früh und intensiv sowohl an Marx als auch an Freud orientiert hat, ist das Verhältnis zu Nietzsches Denken äußerst komplex und ambivalent. Obwohl die Frauenbewegung um die Jahrhundertwende sich lebhaft mit Nietzsche ausein-andergesetzt hat, hat sein entschiedener Anti-Feminismus einer breiteren theoretischen Rezeption im neueren Feminimus lange entgegengestanden. Erst im Zuge der Nietzsche-'Renaissance' im Kontext postmoderner Theorie (in der Nachfolge Foucaults bis zu Derrida und Deleuze) entsteht ein neues feministisches Interesse an Nietzsches radikaler Wissens- und Moralkritik, ebenso wie an seinem "Stil” und seiner Schreibweise.

    Leistungsnachweis: Referat oder Hausarbeit.

    Literaturhinweise:

    Quellen:
    Friedrich Nietzsche: Zur Genealogie der Moral, in: Sämtliche Werke, Hg. v. G. Colli/M. Montinari. Krit. Studienausgabe, München/Berlin: dtv De Gruyter 1980, Bd. 5 S. 245-412. [Oder andere Ausgabe]
    Klaus Goch (Hrsg.): Friedrich Nietzsche, Über Frauen, Insel Verlag, Frankfurt/M. 1992

    Forschung:
    Peter Burgard (Ed.): Nietzsche and the Feminine. Charlottesville, University Press of Virginia 1994
    Carol Diethe: Nietzsche's Women, Beyond the Whip. (Monographien und Texte zur Nietzsche-Forschung, Bd. 31) Berlin: De Gruyter 1996
    Jacques Derrida: Sporen. Die Stiele Nietzsches, in: W. Hamacher (Hrsg.): Nietzsche aus Frankreich, Frankfurt/Berlin 1986, S. 129-168
    Gilles Deleuze: Nietzsche und die Philosophie, Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 1991
    Michael Foucault: Nietzsche, die Genealogie, die Historie, in: M. Foucault, Von der Subversion des Wissens, hrsg. v. W. Seitter, Frankfurt, Fischer TB 1993
    Kelly Oliver: Womanizing Nietzsche, Philosophy's Relation to the 'Feminine'. London/New York: Routledge 1995
    Paul Patton (Ed.): Nietzsche, Feminism and Political Theory, London/New York: Routledge 1983

    Koch, A.F.: Die Hegelsche Begriffslogik (Teil II)

    Di 16 - 18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 21.04.

    Dies ist die Fortsetzung eines Seminars, das im Wintersemester 1997/98 begonnen hat. Wir werden mit der Arbeit am Text im zweiten Kapitel ("Das Urteil”) des ersten Abschnittes ("Die Subjektivität”) wieder einsetzen. Neue Teilnehmer sind willkommen, sofern sie sich mit der schwierigen Materie anderweitig vertraut gemacht haben.

    Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Stundenprotokolls.

    Benoteter Schein: Hausarbeit.

    Koch, A.F.: Robert Brandon, Making it Explicit

    Di 20 - 22, Ort: Alte Burse, Raum X, Beginn: 21.04.

    Ziel des Seminars ist es, einen herausragenden Vertreter der analytischen Philosophie mit seinem (bis dato) Hauptwerk vorzustellen, in dem die Programmformel: "Sprachliche Bedeutung in Gebrauch” zu einer semantischen Theorie ausgearbeitet wird, die der Kategorie der Inferenz (Schlußfolgerung)Vorrang gegenüber der Kategorie der Repräsentation einräumt:

    Robert Brandon, Making it Explicit. Reasoning, Representing, and Discursive Commitment, Cambridge 1994.

    Zur Einführung in die Thematik sei empfohlen: Brandon, "Precis of 'Making It Explicit'”, in: Philosophy and Phenomenological Research 57(1), März 1997, S. 153-156 (weitere Artikel zur Sache im selben Heft).

    Benoteter Schein: Hausarbeit.

    Kümmel: Aspekte einer Wege-Logik

    Do 10 -12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 23.04.

    Im mythischen und religiösen Denken sind "Wege” mit der menschlichen Lebenssituation überhaupt verknüpft und an bestimmte Lebensläufe bzw. Lebensformen gebunden, die man typisieren kann, aber auch individuell auslegen muß.
    Das Seminar geht aus von Wege-Konzeptionen im frühgriechischen Denken (Wege des festen Landes (hódos), des Meeres (póros) und der Luft (kéleuthos); vgl. dazu Otfrid Becker: Das Bild des Weges und verwandte Vorstellungen im frühgriechischen Denken, Darmstadt 1937 und eine soeben abgeschlossene, von mir betreute Dissertation von Frau E. Gogos). Nicht alles davon ist eingegangen in die philosophischen Wege des Suchens (Parmenides, Heraklit, Sokrates; vgl. dazu Georgios D. Farandos: Die Wege des Suchens bei Heraklit und Parmenides, Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 1982) und der Methode (Platon, Aristoteles), die schließlich eine wissenschaftliche Form angenommen hat.
    Die sprachlichen und mythischen Kontexte lassen eine Vielfalt von unterschiedlich strukturierten Wegebeschreibungen zu, die später in verschiedener Richtung auf theoria, auf historia und schließlich auf den methodos und die damit verbundene Wahrheitsfrage hin weitergeführt worden sind. Dabei zeigt es sich, daß eine ursprünglich sehr viel reichere Wege-Logik in zunehmende Engführungen geraten ist und aus diesen wiederum befreit werden muß.
    Im Seminar kommt es darauf an, die mit den "Wegen” verbundene Entwicklung noch einmal rückwärts zu lesen, um anhand dieser Problematik das gesamte logische Feld wieder reichhaltiger zu instrumentieren. Wege haben zu tun mit Alternativen, mit Dilemmata und Aporien. Entsprechend kann eine Logik der Wege nicht lediglich unter Aspekten der Entscheidbarkeit oder Vermittelbarkeit thematisiert werden und muß wesentlich komplexere Figuren (Kreis, Spirale, Scheideweg, Kreuzweg, Labyrinth, Weg im Weglosen usw.) in sich aufnehmen. Es läßt sich zeigen, daß auch die Logik der Alternativen paradoxlogische Konsequenzen hat und die Paradoxlogik umgekehrt ein Entweder-Oder zeitigt. Die Analyse dieser von verschiedenen Seiten her beleuchteten Strukturgesetzlichkeit zielt ab auf eine Form von Logik, die den beiden Seiten der Münze gleichermaßen gerecht wird. Die Wege-Logik verspricht in diesem Sinne einen reichen logischen Gewinn.
    Nebenbei: Die wachsende Anzahl der Bücher, die eine Wege-Metaphorik in ihren Titel aufnehmen, spricht für die Aktualität des Themas, die über die im Seminar vor allem untersuchten formalen Aspekte weit hinausreicht.

    Scheinerwerb: Hausarbeit.

    Rapp: Aristoteles' "Physik”

    Mi 18 - 20, Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.04.

    Kommentar: siehe Aushang.

    Schroeder-Heister: Leibniz, Texte zur Logik

    Do 8 - 10, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 23.04.

    Leibniz entwickelte grundlegende Ideen zum Begriff des Logikkalküls, die leider überwiegend erst sehr spät aus seinem Nachlaß publiziert wurden und damit in der Logikgeschichte nicht wirksam werden konnten. Ihre Lektüre ist jedoch gerade vom modernen Standpunkt der Logik aus höchst anregend und lohnenswert. Im Seminar sollen die wichtigsten Leibnizschen Ansätze zur Kalkülisierung der Logik diskutiert werden. Grundkenntnisse in formaler Logik sind wünschenswert. Auch Lateinkenntnisse können nutzbringend eingebracht werden.

    Literatur:
    G.W. Leibniz: Fragmente zur Logik. Ausgewählt, übersetzt und erläutert von F. Schmidt, Berlin Akademie-Verlag 1960

    Waibel: Probleme der Begründung systematischer Philosophie nach Kant - Fichtes Wissenschaftslehre von 1794/95 und ihre frühen Kritiker

    Mi 14 - 16, Alte Burse, Raum X, Beginn: 22.04.

    Die Nachkantianer verstanden systematische Philosophie in der konsequentesten Durchführung als System der Philosophie, wodurch philosophisches Wissen vor allem kohärenztheoretisch begründet wurde. Damit verband sich der weitergehende Anspruch, Philosophie als Wissenschaft aller Wissenschaften durchzuführen.
    Im Seminar soll in Grundzügen Fichtes Begriff systematischer Philosophie und die Architektonik seines frühen Systementwurfs erarbeitet werden, um sodann die früh geübte Kritik an seiner Theorie kennen und bewerten zu lernen. Es war vor allem das Begründungsprinzip von Fichtes Wissenschaftslehre, das absolute Ich, das sehr bald der Kritik und/oder Überbietungsversuchen unterzogen wurde (Hölderlin, Schelling, Sinclair, Zwilling), während das zentrale Theorem der Einbildungskraft in der theoretischen Durchführung der Wissenschaftslehre Zuspruch und Anerkennung fand (Sinclair, Zwilling, Hölderlin, Novalis). Das bedeutendste Dokument der Umsetzung von Fichtes Theorem der Einbildungskraft liegt in Hölderlins Poetologie (Verfahrungsweise des poëtischen Geistes) vor, der wir uns gegen Ende des Seminars zuwenden wollen.

    Kenntnisse der frühen Wissenschaftslehre Fichtes sind erwünscht, werden aber nicht vorausgesetzt.

    Scheinerwerb: Kurzreferat als Vorbereitung einer Sitzung und Hausarbeit (8-10 Seiten).

    Quellen und Literatur (in Auswahl):
    Fichte: Über den Begriff der Wissenschaftslehre oder der sogenannten Philosophie (1794)
    Fichte: Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre (1794/95)
    Hölderlin: Brief an Hegel vom 26. Januar 1795 - Urtheil und Seyn - Brief an den Bruder vom 2. Juni 1796 - Über die Verfahrungsweise des poëtischen Geistes (1800)*
    Novalis: Fichte-Studien (1795/96)*
    Schelling: Vom Ich als Princip der Philosophie oder über das Unbedingte im menschlichen Wissen (1795)
    Sinclair: Philosophische Raisonnements (1795/96)*
    Zwilling: Briefkonzept an einen Jenenser Professor - Über das Alles (1796)*
    M. Frank: Eine Einführung in Schellings Philosophie, Frankfurt/Main 1985
    H. Hegel: Isaac von Sinclair zwischen Fichte, Hölderlin und Hegel, Frankfurt/M. 1971.
    R.-P. Horstmann: Die Grenzen der Vernunft. Eine Untersuchung zu Zielen und Motiven des Deutschen Idealismus, Frankfurt/M. 1991
    Chr. Jamme/D. Henrich: Jacob Zwillings Nachlaß. Eine Rekonstruktion. (Hegel-Studien, 28), Bonn 1986.
    F. Lönker: Welt in der Welt. Eine Untersuchung zu Hölderlins "Verfahrungsweise des poetischen Geistes”, Göttingen 1989
    *Kopiervorlage der fraglichen Textpassagen ab dem 1.3.1998 im Handapparat des Seminars

    Wieland/Hoenen/Nijmegen: Nikolaus von Kues, Lektüre ausgewählter Texte zum Problem der Transzendenz und Immanenz

    Do 18 - 20, Raum: siehe Aushang, Beginn: 23.04., weitere Sitzungen nach Vereinbarung.

    Nikolaus von Kues deutet in seinen Werken die Mannigfaltigkeit des Seins als Ausdruck einer ursprünglichen geistigen Einheit. Diese Dialektik von Einheit und Vielheit kommt im menschlichen Denken zum Bewußtsein: im Denken des Anderen erkennt die verständige Seele sich selbst, und je mehr sie auf das Andere zugeht, um so mehr kehrt sie in ihre eigene geistige Einheit ein. Immanenz und Transzendenz stehen einander nicht gegenüber, sondern sind aufeinander bezogen. Der höchste Grad der Immanenz entspricht dem höchsten Grad der Transzendenz. Mit seinem Verständnis der Immanenz und Transzendenz hat Cusanus sich von der gängigen mittelalterlichen Tradition des Bonaventura, Thomas v. Aquin und Wilhelm von Ockham getrennt und eine Lehre entwickelt, der später bei Goethe, Fichte und Schelling eine zentrale Bedeutung zuerkannt werden sollte, wenn auch hier keine direkten historischen Bezüge vorliegen. Auch in weiteren Punkten geht Cusanus über seine Zeit hinaus. Das von ihm verwendete philosophische Vokabular, die Struktur der Argumentation, die erörterten Themen und der Aufbau der Schriften gehören eher der Neuzeit an als dem vom akademischen Unterricht geprägten Mittelalter. Im Seminar werden die wichtigsten Texte des Cusanus zum Problem der Immanenz und Transzendenz gemeinsam gelesen und vor dem Hintergrund des mittelalterlichen Denkens untersucht, um so den eigenen Beitrag des Cusanus herauszuarbeiten. Die philosophische Interpretation der Texte wird sich auf eine philologisch-historische Hermeneutik stützen, die die Texte aus dem historischen Kontext heraus verstehen will. Dabei wird auch auf die nichthistorische Konvergenz zwischen Cusanus und dem Deutschen Idealismus eingegangen und auf die Fragen, wie sie verstanden werden kann, und was sie für unser Verständnis der Geschichte der Philosophie bedeutet.

    Texte:
    Nikolaus von Kues: De docta ignorantia, Buch 1 und 2, hrsg. v. P. Wilpert/H.G. Senger, Hamburg: Felix Meiner 1979 (Buch 1) und 1977 (Buch 2) PhB 264a-b
    Nikolaus von Kues: De aequalitate, in: ders., Philosophisch-theologische Schriften, Bd. 3, hrsg. v. L. Gabriel, Wien: Herder 1967, S. 357-417
    Weitere Quellentexte werden bei den Sitzungen zur Verfügung gestellt.


    Oberseminare

    Frank: Neueste analytische Texte zur Theorie von (Selbst-)Bewußtsein, Oberseminar für Doktorand(inn)en

    Mi 20 - 22, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 22.04.

    Die Fortsetzung unserer alten Tradition wird diesmal fokussiert durch Gastvortragende und Diskussionspartner, die Hauptvertreter der Philosophy of Mind sind: nämlich Sydney Shoemaker und (mutmaßlich) Tyler Burge.

    Keuth: Zufall, Wahrscheinlichkeit, Kausalität

    Mi 10 - 12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 22.04.

    Der Determinismus postuliert, daß jedes Ereignis eine Ursache hat, die Quantenmechanik, daß manche Ereignisse streng zufällig sind, bei ihnen also die Zuschreibung einer Wahrscheinlichkeit nicht bloß Ausdruck mangelnden Wissens ist. Wann ist aber ein Ereignis zufällig und wann ist es probabilistisch verursacht?

    Zum Erwerb eines benoteten Scheines muß ein Referat angefertigt werden.

    Literatur:
    Patrick Suppes: Probabilistic Metaphysics, Blackwell, Oxford 1984, ISBN 0-631-13332-1 Pick It!
    Ellery Eells: Probabilistic Causality, Cambridge UP 1996, ISBN 0-521-39244-6 Pick It!


    Kolloquien

    Fahrenbach: Kolloquium

    nach Vereinbarung

    Kümmel: Hermeneutische Philosophie

    Fr 18 -20, Alte Burse, Raum 308, Beginn: 24.04.

    Schroeder-Heister: Logik und Sprachtheorie

    nach Vereinbarung

    Behandlung neuerer Forschungsarbeiten. Interessierte mögen sich per e-mail melden (psh@informatik.uni-tuebingen.de ) - sie erhalten dann jeweils Einladungen zu den Terminen.

    Szlezák: Aristoteles, Texte zur Theologie und Anthropologie

    Do 18.15 - 20.30, Theologicum, Liebermeisterstr.12, Raum: siehe Aushang, Beginn: 30.04.

    Anhand einer Auswahl von Texten (von den von Aristoteles selbst veröffentlichten Werken wie "Peri philosophias” und "Protreptikos” über die naturwissenschaftlichen Schriften (z.B. "De caela” bis hin zur 'Theologie' in Buch Lambda der "Metaphysik”) soll der aristotelische Gottesbegriff erarbeitet werden. Der kosmologische Aspekt (Gott als Unbewegter Beweger des Kosmos), der ontologische (Gott als reine Energeia, als erste Substanz und als sich selbst denkender Nus) und der anthropologische (Gott als Ziel der 'theoria') werden sowohl je für sich, dann aber vor allem in ihrer gegenseitigen Verflechtung thematisiert. - Voraussetzung für die Teilnahme sind Griechischkenntnisse mindestens auf dem Niveau des Graecums.

    Ein benoteteter Hauptseminar-Schein kann erworben werden nach Anfertigung eines schrift-lichen Referats bzw. Hausarbeit.

    Wimmer:Doktorand(inn)en-Kolloquium

    Do 9.30 - 13.00, 14-täglich, Ethikzentrum, Keplerstr. 17, Beginn 23.04.



    Arbeitskreis

    Hoering: Automatisches Beweisen

    Di 19 - 21, Alte Burse, Computer-Pool, Beginn: 28.04.