Philosophisches Seminar

Sommersemester 2000

Inhalt:

Sprechstunden der Dozenten: siehe Aushang

Allgemeine Studienberatung: Dietmar Koch, Fakultätsassistent

Mo 10-13, Raum 214

Semestertermine:

Beginn der Vorlesungen: 2.05.

Ende der Vorlesungen: 29.07.

Freisemester: Prof. Dr. Eberhard Jüngel

Freistellung: Prof. Dr. Günther Maluschke

Einführungsabend für Studienanfänger:
Mo 8.05., 18 Uhr c.t., Alte Burse, Raum X

Vorlesungen

<dl><dt> </dt><dt> Engels: Charles Darwin – Leben, Werk und Rezeption</dt></dl>

Di 11-13 Uhr, Auf der Morgenstelle 1, Kleiner Botanischer Hörsaal (N 11), Beginn: 2.05.

Kaum ein Naturforscher des 19. Jahrhunderts hat unser Natur- und Menschenbild so einschneidend verändert und nachhaltig geprägt wie Charles Darwin (1809-1882). Zur Hervorhebung seiner revolutionären Bedeutung wurde er bereits zu seinen Lebzeiten immer wieder mit so bedeutenden Denkern und Wissenschaftlern wie Kopernikus und Newton verglichen. Mit seiner ”theory of descent with modification by variation and natural selection” gab Darwin einen natürlichen Mechanismus an, der es ermöglichen soll, die Entstehung von Arten und von Zweckmäßigkeit ohne Teleologie zu erklären. Auch der Mensch einschließlich seiner kognitiven und sozialen Fähigkeiten gehört zum Anwendungsbereich der Darwinschen Theorie. Dabei greift Darwin zum Teil auf die philosophische Tradition, vor allem die des Empirismus, zurück. Unsere heutigen Diskussionen über die Frage der Möglichkeit und Grenzen von Evolutionärer Erkenntnistheorie, Evolutionärer Ethik und Soziobiologie sind ohne Darwin nicht denkbar. Bereits im 19. Jahrhundert gab es in verschiedenen Disziplinen und Ländern eine umfangreiche Darwin-Rezep­tion, und es finden sich teilweise diametral entgegengesetzte Weisen der Auslegung seiner Theorie. In der Vorlesung soll ein Überblick über Leben, Werk und Rezeption Darwins gegeben werden.

(Literatur ist beim Begleitseminar angegeben).



Figal: Philosophie der Interpretation

Mi 16-18, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 3.05.

Nietzsches Gedanke, alle Handlungs- und Erkenntnisleistungen, ja alle Äußerungen von Lebendigkeit seien als „Interpretation“ zu begreifen, hat in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit gefunden. Dabei ist durchaus umstritten geblieben, ob ein derart allgemeines Verständnis von Interpretation plausibel ist oder nicht. In der Vorlesung möchte ich, ausgehend von der Konzeption Nietzsches, die Möglichkeiten und Grenzen einer Philosophie der Interpretation zu bestimmen versuchen. Dabei wird es mir auch darum gehen, verschiedene Typen oder Ausprägungen von Interpretation zu unterscheiden. Die Vorlesung kann als Einführung in die Problematik einer mit „Universalitätsanspruch“ auftretenden hermeneutischen Philosophie gehört werden.



Frank: Idealismus und Realismus

Di 16-18, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 2.05.

Die Vorlesung ist systematisch angelegt und bietet auch Anfänger/innen eine Orientierung über zwei kontroverse Grundeinstellungen der neueren Ontologie. Da die Debatte im Kampf der Kantischen Schule mit dem britischen Empirismus virulent wurde, wird auf die Vergegenwärtigung der Debatte, die in der Zeit zwischen den Publikationen des Bischofs Berkeley und Fichtes erstem Einsatz geführt worden war, ein historischer Akzent gesetzt. Den Hauptteil der Vorlesung machen neuere analytische Debatten von Ayer über Putnam und Castañeda zu Colin McGinn aus.



Höffe: Geschichte der Philosophie II: Neuzeit, Gegenwart

Di 18-20, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 9.05.

Im vergangenen Semester wurden die Vorsokratiker, Platon und Aristoteles, die Spätantike sowie das Mittelalter behandelt. Im Sommersemester widmet sich die Vorlesung den Hauptstationen der Philosophie der Neuzeit und Gegenwart: dem Rationalismus und dem Empirismus, Kant, dem Deutschen Idealismus, der Philosophie des 19. und 20. Jahrhunderts sowie den gegenwärtigen Tendenzen in der theoretischen und der praktischen Philosophie. Auch Neueinsteiger sind willkommen.

Nähere Literaturhinweise werden in der Vorlesung bekanntgegeben. Für einen ersten Einblick:

O. Höffe (Hrsg.): Klassiker der Philosophie, Bd.I: Von den Vorsokratikern bis David Hume und Bd. II: Von Kant bis Sartre, München (Beck) 31994 (darin auch Werkausgaben, Hilfsmittel und Sekundärliteratur).



Horn: Platons Ethik

Mo 14-16, 14-täglich, Alte Burse, Raum X, Beginn: 8.05.

Die Vorlesung geht folgenden Fragen nach: Besitzt Platon eine „Ethik“ im modernen Begriffsverständnis? Was ist unter jener von den Sophisten und von Sokrates eingeleiteten und bei Platon offenkundigen Wendung der griechischen Philosophie zur Lebenspraxis zu verstehen? Geht es dabei um Fragen der objektivierenden, unparteilichen, akteurneutralen Beurteilung von Einzelhandlungen und Lebensmodellen? Oder ist eher an eine adressatenbezogene philosophische Konsiliatorik zu denken, die sich am Eigeninteresse bestimmter Individuen orientiert? Was ist nach Platon intrinsisch gut, was nur instrumentell gut? Schließt Platons Modell bereits deontologische und konsequentialistische Theorieelemente in nennenswertem Umfang ein? Kommt seine Position dem Kantischen Moralitätsbegriff – zumindest in einigen Begriffsaspekten – nahe, oder handelt es sich um eine Ethik des strategisch-prudentiellen Typs? Ist Platon konstant als moralischer Intellektualist zu bezeichnen oder lässt sich bei ihm eine Tendenz zum Anti-Intellektualismus ausmachen? Ist er Hedonist oder Anti-Hedonist? Was motiviert nach Platon zu moralisch angemessenem Handeln? Wie deutet er das Verhältnis von Tugend und eudaimonia? Entwirft seine Moralpsychologie das Bild eines rationalen Akteurs, der seine Affekte unterdrückt? Wie stark sind die Veränderungen oder Entwicklungen in Platons Position zu gewichten?

Zur Einführung empfehlenswert:

Taylor, C.C.W. 1998: Platonic Ethics, in: S. Everson (Hg.), Ethics (Companions to Ancient Thought, Bd. 4), Cambridge, 49-76.

Literatur:

Annas, Julia 1999: Platonic Ethics, Old and New, Ithaca/London.

Irwin, Terence H. 1977: Plato’s Moral Theory, Oxford.

ders. 1995: Plato’s Ethics, New York.

Krämer, Hans Joachim 1959, 21967: Arete bei Platon und Aristoteles. Zum Wesen und zur Geschichte der platonischen Ontologie, Heidelberg.



Keuth: Wissenschaftstheorie II

Do 10-12, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 4.05.

Die Vorlesung „Wissenschaftstheorie I“ wird fortgesetzt. Zu den Themen werden zählen: die Interpretation der Wahrscheinlichkeitskalküle, das Determinismus-Indeterminismus-Problem, die Logik der Entdeckung, die Kritik an der Methodologie der empirischen Wissenschaften im „Positivismusstreit“, der Werturteilsstreit.



Schroeder-Heister: Lambda-Kalkül und kombinatorische Logik

Mi 8-10, Hörsaal: siehe Aushang, Morgenstelle, Beginn: 3.05.

Der von A. Church entwickelte Lambda-Kalkül ist wie der Prädikatenkalkül nicht nur technisch, sondern auch begrifflich fundamental für die Logik. In ihm wird der Begriff der Funktion auf eine Weise expliziert, die auch für bestimmte sprachphilosophische Überlegungen interessant ist (Frege!). Letztlich geht es um die Formalisierung der Beziehung zwischen Funktionen bzw. Prädikaten als „offenen“ Operatoren und als „geschlossenen“ Gegenständen. Die Vorlesung ist für die Informatik konzipiert, sollte aber auch von interessierten Studierenden der Philosophie mit Gewinn besucht werden können.



Schroeder-Heister: Logik II

Do 8.30-10, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 4.05.

Behandlung ausgewählter, philosophisch relevanter Gebiete der Logik, die methodisch oder inhaltlich über die elementare Junktoren- und Quantorenlogik hinausgehen. Unter anderem sollen grundlegende Ideen der Temporal- und Modallogik, nichtklassische Logiken sowie verschiedene Deduktionssysteme der Logik (z.B. natürliches Schließen und dialogische Logik) vorgestellt werden. Voraussetzung: Einführung in die Logik.

Zur Vorlesung finden ergänzende Übungen (Hauptseminar) statt. Aufgrund der Bearbeitung von Übungsaufgaben wird ein benoteter Hauptseminarschein ausgestellt.



Wieland: Philosophie des Mittelalters II: Thomas von Aquin bis Nikolaus von Kues

Mo 11-13, Mi 11-12, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 3.05.

Die Veranstaltung setzt die Reihe der Überblicks-Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie fort. Im Sommersemester 2000 geht es um die Periode der Hochscholastik (mit Thomas von

Aquin und Duns Scotus als den leitenden Figuren), um den Nominalismus (mit Wilhelm von Ockham) und die Spätphase der mittelalterlichen Philosophie (mit Nikolaus von Kues). – Die Vorlesung ist so gestaltet, daß sie auch ohne Bezug auf die früheren Vorlesungen verstanden werden kann.

Literatur zum Thema zu Beginn derVorlesung.



Übungen zur Vorlesung

Schroeder-Heister: Übungen zur Vorlesung: Logik II

nach Vereinbarung

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Einführungsveranstaltung



Koch, D.: Einführung in das Studium der Philosophie

Di 11-13, Alte Burse, Raum X, Beginn: 3.05.

Die Einführungsveranstaltung dient der umfassenden Grundorientierung im Philosophiestudium. Sie ist reserviert für Erst- und Zweitsemester im Fach Philosophie.

Aufgabe der Veranstaltung ist es, Kenntnisse zum Studienablauf und zur Studienorganisation zu vermitteln, grundlegende Literatur bekannt zu machen, eine Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten zu geben, vor allem jedoch in geschichtlich wie systematisch bedeutsame Grundpro-bleme und Grundbegrifflichkeiten philosophischen Denkens einzuführen. Dies geschieht anhand von Textauszügen zentraler philosophischer Werke von Parmenides bis Heidegger. (Die Textauszüge werden ausgegeben.)

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Proseminare



Düwell: Friedrich Schiller, Ästhetische Schriften

Mo 18-20, Alte Burse, Raum X, 1. Sitzung: Konferenzraum, Beginn: 8.05.

Friedrich Schillers Schriften zur Ästhetik werden von Philosophen immer wieder mit Skepsis betrachtet. Manche sehen darin eine eher mißratene Zwischenstufe beim Übergang von Kant zu Hegel. Andere widerum vermuten, hier solle die Kunst in den Dienst der Moral gestellt werden. Doch nur wenige werden bestreiten, daß es sich bei Schillers Schriften um einen sehr wichtigen Versuch handelt, das Ästhetische im Spannungsfeld von Moralphilosophie, Geschichtsphilosophie und Anthropologie zu verorten. Gerade weil Schiller seine Ästhetik in diesem weitgespannten Rahmen situiert, kann man aus seinen Schriften so viel über Ästhetik lernen. Im Proseminar wollen wir v.a. die Kallias-Briefe, ‘Über Anmut und Würde’ und ‘Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen’ behandeln. Kenntnisse der Kantischen Ästhetik sind hilfreich, aber keine Teilnahmebedingung. Das Proseminar ist auch für Anfänger geeignet.

Textgrundlage:

Friedrich Schiller, Sämtliche Werke Band 5: Erzählungen, Theoretische Schriften. Auf Grund der Originaldrucke hg. v. G. Fricke und H.G. Göpfert, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 91993.



Engels: Der Status des menschlichen Embryos in Ethik und Biologie

Mi 8-10, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 3.05.

Für die Ethik stellt sich die Frage nach dem Status des menschlichen Embryos als Frage nach seinem moralischen Status: Ab wann beginnt menschliches Leben im Sinne eines um seiner selbst willen schützenswerten Gutes? Beinhaltet diese Schutzwürdigkeit immer ein generelles Tötungsverbot, oder gibt es graduelle Abstufungen der Schutzwürdigkeit in Abhängigkeit vom Entwicklungsstadium? Diese Fragen, die zunächst im Kontext der Debatte um den Schwangerschaftsabbruch relevant waren, gewinnen in der Diskussion um die Entwicklung neuer Technologien in Biologie und Medizin eine brennende Aktualität und beschäftigen auch erneut die Politiker. Kern der ethischen Problematik ist die Verwendung von Embryonen in frühen Entwicklungsstadien für fremdnützige Zwecke. Ist „verbrauchende Embryonenforschung“ ethisch vertretbar, um Methoden der Früherkennung schwerer Erbkrankheiten entwickeln zu können, um die Technik der künstlichen Befruchtung zu verbessern usw.? Darf die Pränataldiagnose „vorverlegt“ werden, indem Embryonen im Reagenzglas erzeugt werden und bereits dort auf ihre Konstitution hin untersucht und ggf. „verworfen“ werden? Dürfen Embryonen zwecks Gewinnung von Gewebe aus embryonalen Stammzellen für die Transplantationsmedizin zerstört werden? In Biologie und Medizin wird der Begriff „Embryo“ in Abhängigkeit von der jeweiligen Disziplin unterschiedlich verwendet. Welche Kriterien werden dabei vorausgesetzt, und gibt es gute Gründe für eine einheitliche Definition?

Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist ein Seminarvortrag, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit.

Literatur zur Einführung:

Carmen Kaminsky: Embryonen, Ethik und Verantwortung. Tübingen: Mohr 1998.

Eve-Marie Engels: „Der moralische Status von Embryonen und Feten – Forschung, Diagnose, Schwangerschaftsabbruch“ in: Marcus Düwell und Dietmar Mieth (Hg.): Ethik in der Humangenetik. Die neueren Entwicklungen der genetischen Frühdiagnostik aus ethischer Perspektive. Tübingen: Francke 1998, S. 272-301.



Figal: Platon, Symposion

Di 14-16, Alte Burse, Raum X, Beginn: 2.05.

Das „Symposion“ ist gewiß einer der schönsten, auch philosophisch wichtigsten Dialoge Platons. In einer Abfolge von Reden geht es um den Versuch zu bestimmen, was Eros ist, und dabei zeigt sich immer deutlicher, daß es hier nicht nur allgemein um eine Grundmacht des menschlichen Lebens, sondern um das eigentümliche Pathos der Philosophie geht. So ist der Text in seinen wichtigsten Passagen eine Darstellung des Platonischen Verständnisses der Philosophie und, damit einhergehend, ein Porträt seiner zentralen Figur, des Sokrates, das zusammen mit dem des „Phaidon“ die bedeutsamste Darstellung dieses Philosophen par excellence ist.

Im Proseminar soll der Dialog gründlich gelesen werden, um so mit Grundgedanken der Platonischen Philosophie vertraut zu machen. Zur Vorbereitung empfehle ich die Lektüre des Dialogs. Griechischkenntnisse sind keine Teilnahmevoraussetzung. Grundsätzlich kann jede Übersetzung benutzt werden. Die Friedrich Schleiermachers halte ich jedoch für die beste.

Scheinvergabe: Hausarbeit.



Grundmann: Quine, Semantik und Ontologie

Di 10-12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 2.05.

W.V.O. Quine (1908*) ist im Bereich der analytischen Philosophie wohl der bedeutendste und einflußreichste amerikanische Philosoph des 20. Jahrhunderts. Nicht nur aus diesem Grunde könnte man ihn den „amerikanischen Wittgenstein“ nennen. Wie kein anderer hat Quine die Sprachphilosophie, Logik, Erkenntnistheorie und Ontologie revolutioniert. Dabei beläßt er es nicht bei spezialwissenschaftlichen Untersuchungen, sondern verknüpft Fragen der verschiedenen Bereiche in systematischer Weise. Er ist also auch ein synthetischer Philosoph. Quines philosophische Positionen sind radikal und provozierend: Er bestreitet die Autonomie der Philosophie gegenüber den Naturwissenschaften; er ist ein radikaler Empirist; er ist skeptisch gegenüber semantischen Intensionen; er verlangt, daß alle Phänomene am Ende durch die Physik erklärbar sein müssen, und leugnet deshalb schließlich sogar die Realität jeglicher Bedeutung (weil Bedeutung seiner Ansicht nach nicht physikalistisch erklärbar ist); und er ist ontologischer Nominalist (gesteht also dem Allgemeinen keine Existenz zu). Wegen ihrer Radikalität sind viele dieser Thesen auf Ablehnung gestoßen. Doch selbst wenn sie uns nicht alle überzeugen sollten, Quines Thesen und Argumente bleiben eine ungemein anregende Herausforderung an unser Denken.

Quines Texte sind nicht immer leicht zu lesen und stellen manchmal auch gewisse technische Anforderungen. Dennoch sind sie auch für den „Einstieg“ in die analytische Philosophie geeignet. Ich werde für das Seminar eine repräsentative Auswahl von „leichteren“ Texten aus seinem (sehr umfangreichen) Werk in einem Reader zusammenstellen, und zwar (soweit möglich) in deutscher Übersetzung. Ein benoteter Schein kann durch eine Stundenvorbereitung plus schriftliche Hausarbeit erworben werden.

Einführende Literatur:

Koppelberg, Dirk: Die Aufhebung der analytischen Philosophie, Frankfurt/M. 1987.

Hookway, Christopher: Quine, Stanford 1988.



Höffe/Scarano: John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit

Mi 14-16, Alte Burse, Raum X, Beginn: 03.05.

Die Theorie der Gerechtigkeit zählt zweifellos zu den einflußreichsten philosophischen Werken des 20. Jahrhunderts. Kaum eines der wichtigen Themen der politischen Philosophie wird von Rawls nicht aufgegriffen. Ob man sich für den Begriff der Gerechtigkeit, die Grundrechte, die moralischen Grundlagen der Demokratie, die Vertragstheorie oder für Methodenfragen der praktischen Philosophie interessiert: auf eine gründliche Lektüre dieses Werkes wird man nicht verzichten können.

Im Proseminar werden wir ausgewählte Teile des Buches lesen und diskutieren. Wenn es die Zeit erlaubt, werfen wir gegen Ende des Semesters einen kurzen Blick auf Rawls‘ Weiterführung der Theorie zum Politischen Liberalismus.

Voraussetzung für den Erwerb eines benoteten Scheins sind die Bereitschaft, ein Referat zu

übernehmen und das Verfassen einer Hausarbeit. „Bloße Teilnehmer“ schreiben ein Protokoll.

Zur Einführung:

O. Höffe (Hrsg.): John Rawls, Eine Theorie der Gerechtigkeit (= Klassiker Auslegen, Bd. 15), Berlin 1998.

Th. Pogge: John Rawls, München 1994.



Hofmann: Einführung in die Ontologie

Do 18-20, Alte Burse, Raum X, Beginn: 4.05.

In der Ontologie lautet eine der Grundfragen, welche Arten oder 'Kategorien' von Dingen im weitesten Sinne des Wortes (oder Gegenständen oder Seienden oder, technisch gesprochen, Entitäten) wir in der Welt annehmen sollen. Zum Beispiel waren Wittgenstein und Russell der Ansicht, daß es in der Welt neben Einzeldingen (Individuen) und Eigenschaften (incl. Relationen) auch Tatsachen geben müsse, d.h. solche Entitäten, die den ontologischen 'Grund' dafür ausmachen, daß wahre Sätze wahr sind. Eine solche Tatsachenontologie ist auch heute nach wie vor brandaktuell und stellt eine der wichtigsten ontologischen Theorien dar. (Andere ontologische Kategorien sind z.B.: Ereignisse, Momente.)

Für Eigenschaften stellt sich uns beispielsweise die Frage, ob sie Universalien oder Klassen oder ... sind. Kann ein und dieselbe Eigenschaft an verschiedenen Einzeldingen und damit an verschiedenen Raumzeit-Stellen vorkommen? Oder liegt da nur Ähnlichkeit vor? Solche und ähnliche Fragen, die seit der Antike gestellt werden, sollen klären, welches die Natur der Entitäten ausmacht, die einer Kategorie zugehören.

Neben den Kategorien, denen wir die verschiedenen Entitäten zuordnen können, geht es dann auch noch um die Frage, was es überhaupt bedeutet, eine Entität (ein Seiendes) zu sein. Können wir noch etwas Informatives darüber aussagen, was allein dazu gehört, eine Entität zu sein, also etwas, das in irgendeinem Sinne existiert oder Sein hat? Dem Sinn dieser profunden ontologischen Frage versuchen wir uns schrittweise und allmählich (zumindest) anzunähern.

Das Proseminar ist durchaus für Anfänger(innen) in der Philosophie geeignet und stellt einen systematischen Einführungskurs dar. Wir beginnen von vorne, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Scheinerwerb: Klausur, schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit für benoteten Schein.

Literatur:

Grossmann, Reinhardt, „The Existence of the World“, Routledge, London, 1992.

(Zur Vorbereitung sehr empfehlenswert: Armstrong, David (1989), „Universals. An Opinionated Introduction“, London, Westview.)



Keuth: Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften

Do 14-16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 4.05.

Wie der englische Titel „Representing and Intervening“ erkennen läßt, gliedert Ian Hacking sein Buch in zwei Teile, „A: Darstellen“ und „B: Eingreifen“. Teil A gilt den Theorien, Teil B den Experimenten. In Teil A werden aber durchaus philosophische Fragen gestellt und unter Überschriften wie „wissenschaftlicher Realismus“, „Positivismus“, „Pragmatismus“, „interner Realismus“ behandelt. Formeln fehlen ganz. Auch in Teil B muß nicht gerechnet werden. Vielmehr werden die Experimente rein verbal beschrieben, aber – und das ist eher selten – unter der Mithilfe von Fachwissenschaftlern. So lassen sich auch ihre Konsequenzen sinnvoller diskutieren.

Zum Erwerb eines benoteten Scheines muß ein Referat angefertigt werden.

Literatur:

Ian Hacking, Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften, Stuttgart 1996, Reclam 9442.



Koch, D.: Lektürekurs für Erst- und Zweitsemester: Aristoteles, Nikomachische Ethik

Di 9-11, Alte Burse, Raum X, Beginn: 2.05. (In der ersten Sitzung findet eine Vorbesprechung statt.)

Der Umgang mit philosophischen Schriften bedarf bestimmter »handwerklicher« Voraussetzungen: die Fähigkeit eines begrifflich genauen Lesens, das Vermögen, die spezifische Problemstellung eines Textes herauszupräparieren, die Beherrschung der charakteristischen Begrifflichkeit eines Autors, zudem die stete Beachtung der Differenz von Textauslegung und eigener Sachinterpretation und anderes mehr.

Der Lektürekurs für Erst- und Zweitsemester will über die Demonstration dieser Umgangsweisen hinaus anhand eines der Grundbücher der philosophischen Ethik des Abendlandes – der „Nikomachischen Ethik“ des Aristoteles – in die Eigenart und in den Reichtum philosophischer Probleme und philosophischen Denkens einführen. Die „Nikomachische Ethik“ ist kein enges fachphilosophisches Buch über eine bestimmte Disziplin namens „Ethik“, sondern eine Erörterung dessen, was das »gute Leben« im Lichte philosophischen Wissens ist. Dieses Wissen schließt die Bemühung um das Ganze und um das Höchste ein.

Die Veranstaltung ist ausschließlich für Erst-und Zweitsemester im Studienfach Philosophie bestimmt, Studierende in einem höheren Fachsemester können keine Aufnahme finden. Griechischkenntnisse sind nicht vorausgesetzt.

Leistungsnachweise für einen unbenoteten Schein: Übernahme eines Literaturberichts, eines Protokolls (Umfang: jeweils 2 – 3 Seiten) oder die mündliche Einführung in eine Textpassage; eine Vorschlagsliste wird zu Beginn des Semesters ausgegeben.

Leistungsnachweis für einen benoteten Schein: Hausarbeit (Höchstumfang: 15 Seiten; Abgabetermin: bis 30. September 2000); eine Vorschlagsliste wird zu Beginn des Semesters ausgegeben.

Textgrundlage:

Aristoteles: Nikomachische Ethik. Nach der Übersetzung von Eugen Rolfes bearbeitet von Günther Bien. Felix Meiner Verlag (Hamburg 1995) oder Wissenschaftliche Buchgesellschaft (Darmstadt 1995, Lizenzausgabe).



Merle/Pinzani: Ursprung der Moral: Kant, Schopenhauer, Nietzsche

Di 14-16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 2.05.

Die schottische Moralphilosophie sah den Ursprung der Moral, und zwar sowohl das Prinzip der Moral als auch das Motiv moralischen Handelns, in einem moralischen Sinn (moral sense). Kant bricht radikal mit dieser Tradition: die Moral besteht in einem Gesetz a priori; als kategorischer Imperativ soll sich dieses Gesetz gegen die Neigungen durchsetzen. Als einziges moralisches Gefühl gilt nur noch der Respekt, der mit einer Unterdrückung der sinnlichen Neigungen verbunden ist. Schopenhauer, dann Nietzsche sehen nicht nur den Ursprung der Moral im Gefühl, sondern erklären die Kantische Moral auch unter diesem Gesichtspunkt und verwerfen sie. Für Schopenhauer besteht der Gegensatz zur Selbstsucht nicht im kategorischen Imperativ, sondern im Mitleid mit dem Schmerz der anderen; der kategorische Imperativ wird als theologisches Muster eines autoritären Gottes „entlarvt“. Für Nietzsche stammt die Moral aus der biologisch verwurzelten Unterscheidung zwischen „Gut“ und „Böse“, als Verhalten der Starken bzw. der Schwachen. Erst eine durch die Schwachen als Ressentiment durchgeführte Umkehrung der Moral – sprich: der Verhaltensregeln – zu einer asketischen bzw. Kantischen Moral ermöglicht es, die Moral der Starken als „böse“ und die der Schwachen als „gut“ zu bezeichnen. Kant, Schopenhauer und Nietzsche halten die Moral für die zentrale Frage der Philosophie. Ist aber die Moral eine Sache der Vernunft, des Gefühls oder der biologisch-physischen Verfassung? Das Proseminar wird die angeführten Argumente untersuchen. Es ist auch für Anfänger geeignet.

Werke:

Kant, Immanuel (1785): Grundlegung zur Metaphysik der Sitten.

Schopenhauer, Arthur (1839): Über die Grundlage der Moral.

Nietzsche, Friedrich (1887): Zur Genealogie der Moral.

Sekundärliteratur:

Höffe, O. (Hrsg.) 32000: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Ein kooperativer Kommentar, Frankfurt a.M.: Vittorio Klostermann.

Stegmaier, W. 1994: Nietzsches Genealogie der Moral, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.



Mirbach: Baumgarten, Aesthetica II

Fr 10-12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 5.05.

Im Sommersemester werde ich das Seminar zu Alexander Gottlieb Baumgartens Aesthetica (1750/58) fortsetzen. Wir werden uns mit zentralen Passagen des umfangreichen, bis heute weitgehend noch nicht vom Lateinischen ins Deutsche übertragenen Textes befassen, insbesondere mit denjenigen, in denen Baumgarten seine Bestimmung des Verhältnisses zwischen der Schönheit der individuellen, sinnlichen Erscheinung, der Wahrheit der sinnlichen Erkenntnis und der metaphysischen Vollkommenheit erarbeitet. Auch die Wirkungsgeschichte der Aesthetica, mit der Baumgarten die Ästhetik als philosophische Disziplin im Deutschland des 18. Jahrhunderts überhaupt erst begründet, soll in diesem Semester besonders berücksichtigt werden. ‚Neueinsteiger’ sind selbstverständlich herzlich willkommen! Textgrundlage werden für uns hauptsächlich die von Hans Rudolf Schweizer übersetzten Abschnitte aus der Aesthetica sein, weiteres Textmaterial aus der Schrift selbst sowie zu ihrer Wirkungsgeschichte werden im Seminar zur Verfügung gestellt.

Benoteter Schein: Schriftliche Ausarbeitung eines Sitzungsprotokolls oder Referats oder Hausarbeit.

Text:

Alexander Gottlieb Baumgarten: Theoretische Ästhetik. Die grundlegenden Abschnitte aus der Aesthetica (1750/58). Übersetzt und herausgegeben von Hans Rudolf Schweizer. Lateinisch-Deutsch. Hamburg: Meiner, 2. durchges. Auflage 1988 (Philosophische Bibliothek, Bd. 355).



Rinderle: Personale Identität

Fr 10-13, 14-täglich, Alte Burse, Raum X, Beginn: 5.05.

Aufgrund welcher Kriterien läßt sich einer Person eine Identität in der Zeit zuschreiben? Ist die Erinnerung, ein psychologisches Kriterium (Locke), für die Identität einer Person in der Zeit konstitutiv? Oder ist die Identität einer Person in der Zeit an einen bestimmten Körper, evtl. an das Gehirn, gebunden? Dann würde ihr ein physikalisches Kriterium (Butler, Reid) zugrunde liegen. Oder haben wir eventuell auf die Annahme einer personalen Identität in der Zeit zugunsten einer bloßen Serie, eines bloßen Bündels von verschiedenen Sinneswahrnehmungen (Hume) zu verzichten? Im Proseminar wollen wir die wichtigsten Lösungsversuche des Problems der personalen Identität in der klassischen und in der zeitgenössischen Debatte gemeinsam kennenlernen und überprüfen.

Teilnahmevoraussetzung: Übernahme eines Referats, Englischkenntnisse.

Erwerb eines benoteten Scheines: Hausarbeit.

Literatur:

Alle wichtigen Texte aus der klassischen (Locke, Butler, Reid, Hume) und zeitgenössischen Debatte (Williams, Parfit, Nagel u. a.) finden sich in: John Perry (Hrsg.), Personal Identity, Berkeley 1975. Zur Vertiefung eignen sich die Beiträge in: Harold Noonan (Hrsg.), Personal Identity, Aldershot 1993. Einen guten systematischen und ideengeschichtlichen Überblick gibt: H. Noonan, Personal Identity, London 1989.



Schick: John Locke, Versuch über den menschlichen Verstand und Gottfried Wilhelm Leibniz, Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand - Interpretationskurs II

Di 18-20, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 2.05.

Im zweiten Teil des Kurses werden wir uns - wie bisher in vergleichender Lektüre - mit ausgewählten Themen des jeweils dritten und vierten Buches von „Essay“ und „Nouveaux Essais“, also der Theorie der Namen und der Theorie des Wissens auseinandersetzen. Das vierte Buch des Essays wartet dabei mit dem prima facie überraschenden Befund auf, daß der „Empirist“ Locke intuitives und demonstratives Wissen kennt, das Leibniz’ Vernunftwahrheiten in seiner allgemeinen Struktur und hinsichtlich seiner ausgezeichneten Gewißheit durchaus entspricht. Als tieferer Gegensatz zwischen Lockes und Leibniz’ Erkenntnistheorie wird sich dann die in den jeweiligen Ideen- und Bedeutungstheorien vorbereitete divergierende Konzeption der Erkenntnis von Modi einerseits, Substanzen andererseits erweisen.

Benoteter Schein (für den ganzen Interpretationskurs): Zwei der folgenden Leistungen: mündliches Referat, schriftliche Hausarbeit, Klausur.

Texte:

John Locke: Versuch über den menschlichen Verstand, Band II (Buch III und IV), übersetzt von C. Winckler, 3. Auflage Hamburg 1981.

G.W. Leibniz: Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand (französisch und deutsch), G.W. Leibniz, Philosophische Schriften, Band 3.2, herausgegeben und übersetzt v. Wolf von Engelhardt und Hans Heinz Holz, Frankfurt a.M. 1996.



Schick: Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts – Interpretationskurs I

Mi 16-18, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 3.05.

Hegels Rechtsphilosophie lohnt ein genaues Studium nicht zuletzt aufgrund der bleibenden Aktualität dessen, wovon sie handelt. Von den allgemeinen Rahmenbedingungen rechtlicher Anerkennung, Eigentum und Vertragsverhältnis („Abstraktes Recht“) über die allgemeine Verfassung der subjektiven Einstellungen zu einem solchen Rahmen („Moralität“) bis hin zu konkreten sozialen und politischen Institutionen („Sittlichkeit“) spricht sie von Gegenständen, in denen sich unschwer die Grundzüge auch der heutigen bürgerlichen Gesellschaften wiedererkennen lassen. Zugleich verspricht Hegels Theorie, über Kenntnis, empirische Erhebung und ebenso über moralische Wertungen hinaus, diese Züge, für sich und in ihrem Zusammenhang, dem Begreifen zuzuführen. Hegels Kernthese dazu lautet: Diese Züge lassen sich als Durchführungsbestimmungen der Realisierung des Begriffs der Freiheit erweisen. Um dieses theoretische Programm verstehen und beurteilen zu lernen, werden wir uns im ersten Semester den Begriffen von Freiheit, Wille und freiem Willen selbst zuwenden und auf dieser Grundlage dem freien Willen in seine erste Objektivation folgen. Entsprechend wird unsere Textbasis in diesem ersten Teil des Kurses die Einleitung und den ersten Teil der Grundlinien umfassen. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Benoteter Schein (für den ganzen Interpretationskurs): Zwei der folgenden Leistungen: mündliches Referat, schriftliche Hausarbeit, Protokoll.

Texte:

G.W.F. Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse. Mit Hegels eigenhändigen Notizen und den mündlichen Zusätzen. G.W.F. Hegel, Werke 7, Frankfurt a. M. 1970.

Ergänzend: G.W.F. Hegel: Der objektive Geist, in: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse, Werke 10, §§ 483-552, Frankfurt a. M. 1970.

Sekundärliteratur:

L. Siep (Hg.): G.W.F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts (Klassiker Auslegen, Bd. 9), Berlin 1997.



Schmidt: Leibniz, Schriften zur Metaphysik – Interpretationskurs I

Fr 14-16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 5.05.

Ziel dieses Interpretationskurses ist es, eine Einführung in die Philosophie von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) zu geben, in deren Zentrum die Idee der Monade und des individuellen Begriffs steht. Mit dem 1686 fertiggestellten „Discours de Métaphysique“ gelang Leibniz erstmals eine prägnante Darstellung seines Systems, das von da an weitgehend unverändert blieb. Diesem Text sowie dem sich daran anschließenden Briefwechsel mit Antoine Arnauld ist das erste Semester dieses Interpretationskurses gewidmet. Weitere Texte werden auszugsweise herangezogen.

Scheinerwerb: je eine Hausabeit oder ein Referat pro Semester.

Text:

G.W. Leibniz: Hauptschriften zur Grundlegung der Philosophie, Teil II, Hamburg: Meiner, 1996.



Waibel: Kant, Kritik der Urteilskraft: Teleologie

Do 16-18, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 4.05.

Kants Teleologie, als zweiter Teil der Kritik der Urteilskraft, hat in den letzten Jahren mit dem Neuentdecken der Naturphilosophie vermehrte Aufmerksamkeit auf sich gezogen. In seinem kritischen Werk sah sich Kant gegenüber seiner Tradition veranlaßt, eine Differenzierung der Verbindlichkeit verschiedener Erkenntnisweisen vorzunehmen. Im Gegensatz zu der auf der Kategorie der Kausalität begründeten Erkenntnis des Naturmechanismus beruhen die verschiedenen Formen der Einheit und der Organisationen der Natur auf dem Begriff der Zweckmäßigkeit der Natur und dessen Modifikationen und vermögen statt konstitutiver bloß regulative Erkenntnis aufzustellen. In gemeinsamer Arbeit im Seminar wollen wir Schritt für Schritt diesen Teil von Kants Naturphilosophie kennenlernen, der auch ein wichtiger Wegbereiter für Kants Nachfolger, die Denker des Deutschen Idealismus, war.

Benoteter Schein: Kurzreferat als Vorbereitung einer Sitzung und Hausarbeit (10-15 Seiten).

Literatur zur Einführung:

Düsing, Klaus 1968: Die Teleologie in Kants Weltbegriff, Bonn.

Frank, Manfred und Véronique Zanetti (Hrsg.) 1996: Immanuel Kant, Schriften zur Ästhetik und Naturphilosophie. Deutscher Klassiker Verlag (135), Frankfurt am Main.

Höffe, Otfried 1996: Immanuel Kant. München.

Kulenkampff, Jens (Hrsg.) 1974: Materialien zu Kants »Kritik der Urteilskraft«, Frankfurt am Main.



Wimmer: Platons frühe Dialoge – Interpretationskurs II

Do 8.30-10, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 4.05.

Fortsetzung der im Wintersemester begonnenen Veranstaltung. Leistungsnachweise durch Referat, Hausarbeit oder mündliche Prüfung.

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Seminare



Brachtendorf: Augustinus, Confessiones

Do 17-19, Raum: siehe Aushang, Beginn: 4.05.

Augustins Confessiones zählen zu den Klassikern der europäischen Geistesgeschichte. Mit diesem Werk begründet Augustinus die Autobiographie als literarisches Genre. Die Confessiones zielen jedoch nicht auf die Darstellung des Individuellen, sondern auf die Bedingungen des Menschseins überhaupt, wie sie in Augustins Lebensweg sichtbar werden. Zudem enthält das Werk eine Fülle reflexiver Partien, an denen sich über ein breites Themenspektrum hinweg Augustins Rezeption und Umformung antik-philosophischer Konzepte erkennen läßt. Zu nennen sind beispielsweise die Analyse des menschlichen Willens, die Erörterung des Verhältnisses von Vernunft und Glaube, die Analyse des Gedächtnisses und des Phänomens „Zeit“.

Wir werden die Confessiones gemeinsam lesen und diskutieren. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft, ein Kurzreferat und/oder ein Sitzungsprotokoll anzufertigen. Benotete Scheine werden durch eine Hausarbeit erworben.

Textausgaben: Augustinus, Confessiones (lateinisch und deutsch), eingeleitet, übersetzt und erläutert von Joseph Bernhart, Ffm 1990 (Insel-Verlag). (Die zweisprachige Ausgabe empfiehlt sich, da wir auch am lateinischen Text arbeiten werden. Eine weniger expressionistische Übersetzung findet sich etwa in der Reclam-Ausgabe (Kurt Flasch) oder in der dtv-Ausgabe (Wilhelm Thimme).)

Sekundärliteratur: Die Confessiones des Augustinus von Hippo. Einführung und Interpretation zu den dreizehn Büchern, hg. v. N. Fischer und C. Mayer, Freiburg 1998.



Braun: Was können wir wissen von einem Schriftsteller? Jean Paul Sartre: Der Idiot der Familie – Kompaktseminar

21.07.-23.07.2000, Heinrich-Fabri-Haus, Auf dem Rucken 35, 89143 Blaubeuren, Tel.: 07344/4529.

Vorbesprechung: 9.05., 14 Uhr, Alte Burse, Raum 308.

„Was kann man heute von einem Menschen wissen?“ Das ist Jean-Paul Sartres Kardinalproblem, beginnend mit dem grossen Werk Das Sein und das Nichts, dem neuen Anlauf Kritik der dialektischen Vernunft und dem letzten, ebenso voluminösen wie ingeniösen Probe am Einzelfall des Begründers des modernen Romans im 19. Jahrhundert Gustave Flaubert. Der Idiot der Familie ist die ausgeführteste, dickleibigste, detailreichste Interpretation, die je einem modernen Schriftsteller gewidmet wurde. Der Phänomenologe mit dem gesellschaftskritischen Blick verficht eine philosophisch fundierte These: er analysiert und klagt zugleich das „l´art pour l´art an, die absolute Kunst um der Kunst, nicht um des Lebens willen, die Kunst der modernen kapitalistischen Industriegesellschaft, die er als Entfremdung brandmarkt, sowohl gesellschaftskritisch als auch psychologisch. Er lässt Flaubert selber sprechen: „Die Kunst flösst mir Schrecken ein“, „was ist das Schöne andres als das Unmögliche“. Die langatmige „existentielle Psychoanalyse“ verfährt an einem geschichtlichen Einzelfall sowohl strukturell, allgemein anthropologisch, als auch historisch. Für den Autor stehen die beiden Methoden keineswegs im Widerspruch, für ihn ergänzen sie sich. Der Idiot der Familie blieb des Philosophen letztes Wort, es wurde sein Meisterwerk, ein Fragment, ein Modell philosophischen wie literarischen Gelingens - auch im Scheitern.

Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über die Inhalte und die Komposition des Werks zu vermitteln. Einführender Überblick über Begriff und Funktion der fünf Teile tut not:

    1. Die Konstitution

    2. Die Personalisation

    3. Elbenon oder die letzte Spirale

    4. Objektive und subjektive Neurose

Das Seminar soll einmünden in eine philosophische und in eine ästhetische Einschätzung dieses Mammutwerks. Referate sind erwünscht. Sie können die Debatte beleben, aber auch Hausarbeiten sind willkommen. Man kann die Referatsthemen in zwei Gruppen einteilen:

Spezielle Themen aus dem Idiot der Familie, wie etwa zu einzelnen Werken Flauberts Éducation sentimentale, Madame Bovary, spezielle Probleme wie etwa das Konzept der „existentiellen Psychoanalyse, Flauberts Frauenhaß, Sartres Thesen zur androgynen Kunst, anthropologische Begründung und Gesellschaftskritik im Idiot der Familie, Sartres ästhetisches Konzept einer „Kunst für das Leben“, Sartres Deutung Flauberts in der Rolle des Idioten der Familie u. a.

Vergleich des Idioten der Familie mit anderen Philosophen/Philosophinnen und Ästhetiker/Ästhetikerinnen wie etwa zu Simone de Beauvoir, Georg Lukács´ Geschichte und Klassenbewußtsein, zur Kritischen Theorie (Adorno, Horkheimer, Marcuse), zum orthodoxen Marxismus-Leninismus, zu Husserls Phänomenologie, zu Heideggers Sein und Zeit, zu Marx, zu Hegel u. a.

Text:

Original:

Jean-Paul Sartre: L´Idiot de la famille. Gustave Flaubert de 1821 à 1857, Éditions Gallimard Paris 1971-1973

Tome 1: Première partie: La constitution.

Tome 2: Deuxième partie: La personalisation.

Tome 3: Deuxième partie: La personalisation, Troisième partie: Elbenhon ou la dernière spirale, Quatrième partie: Névrose obiective et subiective, Éditions Gallimard Paris 1972.

Deutsche Übersetzung:

Gesammelte Werke:

Jean-Paul Sartre: Der Idiot der Familie. Gustave Flaubert 1821-1857, übersetzt von Traugott König, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbek bei Hamburg 1986, in: Gesammelte Werke. In Zusammenarbeit mit dem Autor und Arlette El Kaim-Sartre, herausgegeben von Traugott König, Schriften zur Literatur, Bd. 5-8.

Der Idiot der Familie I: 1. Die Konstitution, Chronologie von Gustave Flaubert 1821-1880, Register der zitierten Werke Gustave Flauberts.

Der Idiot der Familie II: 2. Die Personalisation, Chronologie von Gustave Flaubert 1821-1880, Register der zitierten Werke Gustave Flauberts.

Der Idiot der Familie III: 3. Elbehnon oder Die letzte Spirale, Chronologie von Gustave Flaubert 1821-1880, Register der zitierten Werke Gustave Flauberts.

Der Idiot der Familie IV: IV. Objektive und subjektive Neurose, Chronologie von Gustave Flaubert 1821-1880, Register der zitierten Werke Gustave Flauberts.

Einzelausgabe (Paperback):

Jean-Paul Sartre: Der Idiot der Familie, das neue buch, 5 Bde, Rowohlt 1977-1980.

Sekundärliteratur:

Sammelbände:

Traugott König: Sartres Flaubert lesen. Essays zu Der Idiot der Familie, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbek bei Hamburg 1980, darin: Traugott König: Von der Neurose zur Absoluten Kunst, Hauke Brunkhorst: Wie man sich zu dem macht, der man ist, Gertrud Koch: Zwitter-Schwestern. Weiblichkeitswahn und Frauenhass. Jean-Paul Sartres Thesen von der an-drogynen Kunst, Klaus Dörner: Die Wiedergeburt der Psychiatrie aus der Philosophie in Sartres Flaubert und die Kritik an Sartre daraus, Manfred Frank, Das Individuum in der Rolle des Idioten. Die hermeneutische Rezeption des Flaubert, Reinhold R. Grimm: Der Idiot der Familie als Herausforderung der Literaturgeschichtsschreibung, Dolf Oehler: Zum gesellschaftlichen Standort der Neurose-Kunst. Sartres Idiot der Familie und Flauberts Éducation sentimentale: Versuch einer vergleichenden Lektüre, Bibliographie

Traugott König (Hrsg.): Sartre. Ein Kongress, rde Reinbek 1988.

Monographien:

Hans Mayer: Anmerkungen zu Sartre, Opuscula, Neske Verlag Pfullingen 1972.

Walter Biemel: Jean-Paul Sartre in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag Reinbek 1962, neubearbeitete und erweiterte Auflage 1980.

Erika Mann/Johannes Ehrhardt: Sartre, SOAK-Einführungen Hannover 1980.

Biographien:

Annie Cohen-Solal: Sartre 1905-1980, aus dem Französischen von Eva Groepler, Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/Main und Wien 1990 (Original: Sartre 1905-1980, Éditions Gallimard Paris 1985).

<dl><dt> </dt><dt> Engels: Charles Darwin – Leben, Werk und Rezeption – Begleitseminar zur Vorlesung</dt><dt> Di 16-18, Morgenstelle, Kleiner Botanischer Hörsaal (N 11), Beginn: 2.05. </dt></dl>

In diesem Seminar sollen einige der in der Vorlesung behandelten Themen vertiefend bearbeitet werden.

Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist ein Seminarvortrag, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit.

Literatur zur Einführung:

Autobiographie: Charles Darwin. Mein Leben 1809-1882. Hrsg. Von seiner Enkelin Nora Barlow. Aus dem Engl.

übers. von Christa Krüger. Frankfurt: Insel Verlag 1993.

Mark Ridley (Hrsg): Darwin lesen. Eine Auswahl aus seinem Werk. München: dtv 1996 (A Darwin Selection. Fontana Press 1987).

Eve-Marie Engels: „Biologische Ideen von Evolution im 19. Jahrhundert und ihre Leitfunktionen“ in: Eve-Marie Engels (Hg.): Die Rezeption von Evolutionstheorien im 19. Jahrhundert. Frankfurt: Suhrkamp 1995.



Engels: Das Klonen von Menschen als Problemfeld der Bioethik

Do 14-16 Uhr, Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Keplerstraße 17, 3. Etage, Konferenzraum, Beginn: 4.05.

Seit der Herstellung des Klonschafs Dolly durch die Zusammenfügung des Zellkerns einer Euterzelle mit einer entkernten Eizelle ist die Klonierung von Menschen wieder in den Mittelpunkt der ethischen Debatten gerückt. Was hier im sog. Tiermodell entwickelt worden ist, wird sich im Prinzip bei entsprechendem Stand der Forschung auch beim Menschen realisieren lassen: die Klonierung durch ungeschlechtliche Vermehrung. Die Darstellungen in den Medien schwanken häufig zwischen Fortschrittsutopien und Horrorszenarien. Neben dieser Methode der Klonierung existieren noch andere Verfahrensweisen, wozu vor allem das sog. „embryo splitting“ gehört, bei dem durch Trennung totipotenter Zellen des Embryos Mehrlinge entstehen. Die Zielsetzungen der Klonierung können sehr unterschiedlich sein, wobei zwischen dem „reproduktven“ und dem „therapeutischen“ Klonen unterschieden wird. Im Seminar soll ein Überblick über die verschiedenen Methoden und Zielsetzungen der Klonierung gewonnen werden und die damit verbundenen ethischen Fragestellungen diskutiert werden.

Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist ein Seminarvortrag, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit.

Literatur zur Einführung:

Johannes Ach, Gerd Brudermüller, Christa Runtenberg (Hgg.): Hello Dolly? Über das Klonen. Frankfurt: Suhrkamp 1998.

Sprechstunde im Sommersemester:

Mi 10.30 - 12.30 Uhr, Sigwartstraße 20.



Figal: Hans-Georg Gadamer, Wahrheit und Methode II

Do 16-18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 4.05.

Auf Wunsch der Teilnehmer an meinem Hauptseminar im Wintersemester 1999/2000 wird die Beschäftigung mit Gadamers Hauptwerk in diesem Semester fortgesetzt. Dabei wird es vor allem um den dritten Teil des Buches gehen, der dem Problem der Sprache gewidmet ist. Zur Ergänzung werden, wenn die Zeit reicht, einschlägige spätere Arbeiten Gadamers herangezogen.

Grundsätzlich sollte es möglich sein, an diesem Seminar auch dann teilzunehmen, wenn man den ersten Teil nicht besucht hat. Wer sich dazu entschließt, sollte sich allerdings gründlich mit den ersten beiden Teilen von „Wahrheit und Methode“ beschäftigt haben. Der Schwierigkeit, daß die Arbeit im Seminar die Diskussion des Wintersemesters voraussetzt, werde ich durch eine ausführlichere Einleitung zu begegnen versuchen, in der ich die wichtigsten Ergebnisse der bis dahin geleisteten Arbeit zusammenfassen möchte.

Hans-Georg Gadamers philosophisches Hauptwerk ist zugleich eines der wichtigsten Bücher der europäischen Philosophie in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts. Die Konzeption, wie Gadamer sie hier entwickelt, ist weltweit von großer Wirkung gewesen. Gadamer hat die wissenschaftstheoretischen Überlegungen Diltheys und die daseinsanalytischen Bemerkungen Heideggers zur Hermeneutik in einem systematischen Zusammenhang ausgearbeitet und so erst dem Programm einer „philosophischen Hermeneutik“ Kontur und Prominenz verschafft. Die Folge war, daß philosophische Hermeneutik, also eine am Begriff des Verstehens orientierte Philosophie, mehr oder weniger mit der Gadamerschen Konzeption identifiziert wurde. Allein das macht die Auseinandersetzung mit Gadamers Buch interessant. Nicht weniger interessant ist allerdings die Frage nach den Besonderheiten und Grenzen von Gadamers Entwurf. Durch ihre Beantwortung könnte man sich allgemein ein klareres Bild von den Möglichkeiten einer hermeneutischen Philosophie verschaffen.

Scheinvergabe: Hausarbeit.

Lektüre: Die ersten beiden Bände von Gadamers „Gesammelten Werken“, die auch als Studienausgabe erhältlich sind.



Frank: Schleiermachers Dialektik II

Mi 18-20, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 3.05.

Gelesen wird vorwiegend der II. „Technische Teil“.



Grundmann: Skeptische Argumente

Mi 10-12, Alte Burse, Raum X, Beginn: 3.05.

Der erkenntnistheoretische Skeptizismus behauptet, daß wir (über einen bestimmten Bereich) kein Wissen haben, weil wir unsere Meinungen (über diesen Bereich) generell nicht rechtfertigen können. Philosophisch interessant wird diese These erst, wenn sie auch rational begründet werden kann. Seit der Antike haben Philosophen höchst unterschiedliche Argumente für den Skeptizismus präsentiert. So läßt sich beispielsweise das antike Begründungstrilemma vom Cartesianischen Skeptizismus, für den skeptische Hypothesen (Dämonhypothese, Traumhypothese) eine wichtige Rolle spielen, und dem Argument der epistemologischen Kluft (zwischen unseren Evidenzen und den durch sie gestützten Meinungen), wie es von Hume, Russell und Ayer vertreten wurde, unterscheiden. Und gegenwärtig gibt es im Bereich der analytischen Erkenntnistheorie eine regelrechte Renaissance des Skeptizismus. Im Seminar werden wir anhand von ausgewählten Beispielen der Antike, Moderne und Gegenwart versuchen, skeptische Argumente zu rekonstruieren und zu klassifizieren. Wir werden außerdem diskutieren, wie überzeugend diese Argumente sind. Wir werden Fragen behandeln wie: Sind die Argumente gültig und sind ihre Prämissen akzeptabel? Läßt sich der Skeptizismus wirklich vermeiden, sobald man den Fallibilismus akzeptiert (wie A. Musgrave meint)? Ist der universelle Skeptizismus selbstwidersprüchlich? Es wird sich zeigen, daß die Beschäftigung mit skeptischen Argumenten nicht fruchtlos ist, wie immer wieder behauptet worden ist, sondern daß sie eine höchst attraktive Methode ist, um unser Verständnis von Rechtfertigung zu klären. Textgrundlage wird neben einer Reihe von neueren Aufsätzen und klassischen Textauszügen der von mir herausgegebene Band Philosophie der Skepsis sein. Scheinbedingung: Stundenvorbereitung plus schriftliche Hausarbeit.

Literatur:

Grundmann, Th./Stüber, K.: Philosophie der Skepsis, Schöningh Paderborn (utb) 1996 (Einleitung lesen!).

Stroud, Barry: The Significance of Philosophical Scepticism, Oxford 1984.

Williams, Michael: Unnatural Doubts, Priceton 1996.

Fogelin, R.: Pyrrhonian Reflections on Knowledge and Justification, Oxford 1994.

Musgrave, A.: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus, Tübingen (utb) 1993.

Barnes, Jonathan: The Toils of Scepticism, Cambridge 1990 (zum antiken Begründungstrilemma).

Striker, Gisela: Esssays on Hellenistic Epistemology and Ethics, Cambridge/MA 1996 (einige gute Artikel zur antiken Skepsis).



Hägler: Martin Heidegger – Ausgewählte Texte – Kompaktseminar

27.07.-30.07.2000, Vorbesprechung: siehe Aushang

Martin Heidegger gilt weithin als der bedeutendste deutsche Philosoph des 20. Jahrhunderts – mit Sicherheit ist er der umstrittenste, nicht nur wegen seiner Haltung zum Nationalsozialismus. Seine Philosophie wird für besonders schwierig, dunkel und tief erachtet. Wir wollen im Kompaktseminar den Versuch wagen, durch kritische Lektüre einiger ausgewählter Texte etwas Licht in das vermeintliche Dunkel Heideggerschen Denkens bringen.

Bekanntschaft mit dem Werk Heideggers gehört ausdrücklich nicht zu den Teilnahmevoraussetzungen. Erwartet wird lediglich die Bereitschaft, einen Text für das Seminar vorzubereiten bzw. ein Referat zu übernehmen.

Scheinvergabe: Ein benoteter Schein wird für ein schriftlich ausgearbeitetes Referat oder eine Hausarbeit vergeben.

Der genaue Termin für die Vorbesprechung zu Semesterbeginn (voraussichtlich 2. Semesterwoche) ist dem Anschlag am Schwarzen Brett zu entnehmen.



Hesse: Theorien der Kausalität – Kompaktseminar

Vorbesprechung: Mo 8.05., 14-16, Alte Burse, Raum 308

In seinem Novum Organum stellt Francis Bacon die Idee einer völlig neuen Erfahrungswissenschaft von der Natur vor. Natur wird hier als Ursache-Wirkungs-Zusammenhang entworfen, den sich menschliches Handeln zunutze machen kann. Auch für die klassischen Erkenntnistheoretiker des 18. Jahrhunderts, Hume und Kant, steht fest, daß naturwissenschaftliches Erfahrungswissen wesentlich Kausalwissen sein muß. Diese Ansicht wird jedoch von einer Reihe neuerer Autoren (beispielweise von Russell bis Bartelborth) zurückgewiesen. Wir wollen uns in dem Seminar ausführlich auf diese Debatte einlassen. Zu diesem Zweck sind zunächst die Positionen Humes und Kants zu erarbeiten. (Grundkenntnisse der einschlägigen Texte sollten die Teilnehmer daher schon mitbringen, auch wenn wir sie mit Hilfe von Referaten auffrischen werden.) Dann werden wir uns mit neueren Positionen auseinandersetzen, bei deren Auswahl die Mitwirkung der Teilnehmer erwünscht ist.

Scheinerwerb: durch Hausarbeit oder schriftlich ausgearbeitetes Referat.



Höffe: Politische Philosophie der Neuzeit: Hobbes, Leviathan – Rousseau, Gesellschaftsvertrag Mi 16-18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 3.05.

Hobbes und Rousseau sind zwei Hauptfiguren der klassischen Vertragstheorie, an denen sich die Vielfalt dieser Argumentationsform exemplarisch illustrieren läßt. Beide Autoren gehen von einer Anthropologie aus und versuchen auf dieser Grundlage mit Hilfe der Vertragstheorie eine Rechts- und Staatsordnung zu legitimieren. Sowohl in den anthropologischen Grundannahmen als auch bei der Durchführung des vertragstheoretischen Arguments unterscheiden sich jedoch die beiden Theorien. Es ist interessant zu sehen, wie sich diese Unterschiede auch in ihren Staatsvorstellungen niederschlagen. Obwohl beide Autoren dem Staat eine weitgehende Macht über das Individuum zuweisen, schlagen sie zwei grundverschiedene Regierungsarten vor: Rousseau eine repräsentative Demokratie, Hobbes - eventuell - einen Absolutismus.

Voraussetzung für den Erwerb eines benoteten Scheins sind die Bereitschaft, ein Referat zu übernehmen, und das Verfassen einer Hausarbeit. „Bloße Teilnehmer“ schreiben ein Protokoll.

Zur Einführung:

O. Höffe: Zur vertragstheoretischen Begründung politischer Gerechtigkeit: Hobbes, Kant und Rawls im Vergleich, in: Ethik und Politik, Frankfurt/M. 31987, 195-226.

W. Kersting (Hrsg.): Thomas Hobbes, Leviathan (= Klassiker Auslegen, Bd. 5), Berlin 1996.

R. Brandt/K. Herb (Hrsg.): Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag, oder die Prinzipien des Staatsrechts (= Klassiker Auslegen, Bd. 20), Berlin 2000 (erscheint im Februar).



Hofmann: Intentionalität und Verhalten

Di 18-20, Alte Burse, Raum X, Beginn: 2.05.

Verhalten wird in unserem Alltag über die Zuschreibung von Meinungen und Wünschen erklärt, nach dem klassischen Aristotelischen Praktischen Syllogismus. Sie machte sich ein Brötchen und aß es, weil sie Hunger hatte (Wunsch) und weil sie glaubte, ein Brötchen zu machen und zu essen würde ihren Hunger stillen (Meinung).

Eine solche Handlungserklärung wirft nun eine Reihe von Fragen auf: Welches ist das Explanandum? Handelt es sich um eine Körperbewegung (wie Davidson meint) oder um eine davon verschiedene Tatsache (wie Dretske meint)? Hier geht es also zunächst um die Bestimmung der richtigen Verhaltensbegriffe, um die Festlegung der wichtigsten Grundgrößen, die für die Beschreibung von Verhalten relevant sind. Eine weitere Frage ist, ob und wie semantischer Gehalt (von Meinungen oder anderen mentalen Zuständen) in die Verhaltenserklärung eingeht. Ist der semantische Gehalt kausal wirksam und wenn ja, wie? Hier berühren sich Philosophie des Geistes und Handlungstheorie. Wenn semantischer Gehalt nicht (in irgendeiner Weise) kausal wirksam wäre, dann drohte, daß er nicht mehr theoretisch ernstgenommen werden müßte. Die alte Alltagspraxis des Praktischen Syllogismus wäre damit grundsätzlich fragwürdig.

Wir wollen uns also im Seminar die wichtigsten Grundbegriffe zur Beschreibung von Verhalten aneignen und die Rolle von semantischem Gehalt für die Verhaltenserklärung analysieren. Eine Textsammlung wird am Anfang des Semesters bereitgestellt.

Scheinvergabe: Hausarbeit.

Literatur zur Vorbereitung:

Fred Dretske (1988), Explaining Behavior, MIT Press, Cambr.

John Heil, Alfred Mele (1995), Mental Causation, Clarendon Press, Oxford.



Horn: Platon, Gorgias – Kompaktseminar

15.06.-17.06., Vorbesprechung: 22.05., 16 Uhr, Alte Burse, Raum 308

Im Dialog Gorgias setzt sich Platon mit dem Anspruch der zeitgenössischen Rhetorik auseinander, in Fragen einer Bestimmung zentraler Güter und der angemessenen Lebensführung kompetent zu sein. Was Platon seinen Sokrates gegen seine drei sophistischen Gesprächspartner einwenden läßt, ist für die weitere Geschichte der Moralphilosophie von einiger Bedeutung:

(1) Sokrates fordert ein Fachwissen von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, von ‘gut’ und ‘schlecht’, wie es die Rhetorik nicht besitzt. (2) Er entwirft einen intellektualistischen Willensbegriff, demzufolge „Wollen“ für ein Streben gemäß der richtigen Einsicht zu reservieren sein soll; Rhetoren und Tyrannen handeln folglich dem entgegen, was sie tatsächlich wollen. (3) Er vertritt die berühmte These „Unrecht leiden ist besser als Unrecht tun“ und verteidigt sie gegen die Auffassung, eine Befriedigung möglichst großer Begierden sei vorziehenswert. Und (4) vertritt Sokrates die Ansicht, zentrale Glücksvoraussetzung sei eine von inneren Konflikten freie, wohlgeordnete Seele. Im Seminar sollen diese Überzeugungen vor dem Hintergrund neuerer Forschungen auf ihre genaue Bedeutung hin untersucht werden.

Text:

Platon, Gorgias, Stuttgart (Reclam).

Literatur:

Dodds, Eric R. 1959: Plato, Gorgias, Oxford.

Irwin, Terence H. 1980: Plato’s Gorgias, New York.

White, F.C. 1990: The Good in Plato’s Gorgias, in: Phronesis 35, 117-127.

Zeyl, Donald J. 1987: Plato’s Gorgias, Indianapolis.



Keuth: Thomas Kuhn, Studien zur Struktur der Wissenschaftsgeschichte

Mi 14-16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 3.05.

Kuhns Buch „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ hat zu einer Verlagerung des Interesses von den logischen zu den historischen Aspekten der Wissenschaftstheorie geführt. Seine These, in der normalen Wissenschaft gebe es so etwas wie eine Widerlegung gar nicht, fand vor allem in den „weichen Wissenschaften“ großen Anklang und sein Begriff „Paradigma“ wird inflationär verwendet, selbst in der Theologie. Nun hat Kuhn sich in manchen Aufsätzen („Die Entstehung des Neuen“) differenzierter geäußert und sein Interesse hat sich von der Wissenschaftstheorie zu allgemeinen Evolutionsprozessen verschoben. Es gibt inzwischen auch eine Arbeit über seine Wissenschaftsphilosophie, die unter seiner Mitwirkung entstanden ist.

Zum Erwerb eines benoteten Scheines muß ein Referat angefertigt werden.

Literatur:

Kuhn, Thomas S., Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Frankfurt a.M. 1967 stw 25.

Kuhn, Thomas S, Die Entstehung des Neuen. Studien zur Struktur der Wissenschaftsgeschichte, Suhrkamp: Frankfurt am Main 1977.

Hoyningen-Huene, Paul, Die Wissenschaftsphilosophie Thomas Kuhns, Braunschweig 1989.



Klinger: Monotheismus – Monarchie – Monogamie. Erläuterungen zu Begriff und Geschichte des Patriarchats – Kompaktseminar:

29.06.-1.07.2000, 10 Uhr, Alte Burse, Raum 211

Anmeldung im Sekretariat bei Frau Ott, Raum 213.

Das Brockhaus Conversationslexikon von 1817 benennt folgende Grundlagen der abendländischen Gesellschaft seit dem Mittelalter: Monotheismus, monarchische Verfassung und Monogamie. Über weite Strecken der politischen Theoriebildung des Abendlandes wurde ein Zusammenhang zwischen „Haus“ und „Staat“ angenommen, indem die Familie als Ursprung und Ausgangspunkt komplexerer Gesellschaftsformen angesehen oder indem eine Art Entsprechungsverhältnis zwischen den verschiedenen Herrschaftsformen (Hausvater-Landesvater-Gottvater) hergestellt wurde. Allgemein stellt Verwandschaft (kinship) ein wichtiges Organisationsprinzip traditionaler Gesellschaften dar. Philosophisch betrachtet, bedeutet Patriarchat eine hierarchische Ordnungskonzeption, die das Sein vor dem Werden, die Dauer vor der Zeit, den Ursprung, die Herkunft vor der Zukunft privilegiert und mit einer Herrschaft des Mannes über die Frau

ebenso verbunden ist, wie mit der Herrschaft der Alten über die Jungen, des Vater über die Söhne. Mit der Entwicklung moderner Gesellschaften verändert sich dieser gesamte Vorstellungshorizont tiefgreifend. Während die Institutionen der öffentlichen und der politischen Ordnung auf neue Grundlagen gestellt werden, bleiben in der Privatsphäre der Familie patriarchale Strukturen noch über einen längeren Zeitraum in Kraft. Die feministische Gesellschaftstheorie hat den Begriff besonders in den siebziger Jahren zur Analyse männlicher Vorherrschaft benutzt, ohne ihn jedoch in größere historische Zusammenhänge zu stellen. In den letzten Jahren wurde der Begriff in der feministischen Theorie als allzu universalistisch und fundamentalistisch kritisiert. Auf diese Weise ist ein wichtiger Ansatzpunkt für eine umfassende Gesellschaftsanalyse in Vergessenheit geraten, bevor er richtig entwickelt werden konnte. Ziel der geplanten Lehrveranstaltung ist es, die historischen und theoretischen Spuren dieses Konzeptes wieder aufzunehmen.

Leistungsnachweis: durch Referat oder Hausarbeit.

Literatur:

Zeitschrift Sociology 23/2, 1989. [Darin die Aufsätze von Joan Acker (S. 235-240), Silvia Walby (S. 213-234) und Malcolm Waters (S.193-211)].

Ernest Bornemann, Das Patriachat. Ursprung und Zukunft unseres Herrschaftssystems. Frankfurt 1979.

Zillah Eisenstein, Global Obscenities: Patriarchy, Capitalism, and the Lure of Cyberfantasy. New York: NYU Press 1998.

Margaret Ezell, The Patriarch’s Wife: Literary Evidence and the History of the Family. Chapel Hill: University of North Carolina Press 1987.

Sir Robert Filmer, Patriarchy and Other Writings. Ed. by Johann P. Sommerville. Cambridge University Press 1991.

Julie Hardwick, The Practice of Patriarchy: Gender, Politics and Household Authority in Early Modern France. University Park: Penn State Press 1998.

Pavla Miller, Transformations of Patriarchy in the West, 1500 to 1900. Bloomington: Indiana University Press 1998.

Kate Millett, Sexus und Herrschaft. Die Tyrannei des Mannes in unserer Gesellschaft. Reinbek: rororo Sachbuch 1985.

Mary Murray, The Law of the Father? Patriarchy in the Transition from Feudalism to Capitalism. London/New York: Routledge 1995.

Walby, Sylvia, Theorizing Patriarchy. Oxford/Cambridge: Blackwell 1900.



Koch, A.F.: Wahrheit und Subjektivität

Di 16-18, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 2.05.

Die sprachanalytische Philosophie ist seit ihren „reinen“ Anfängen bei Frege und Wittgenstein (und ihrer frühen weltanschaulich motivierten Verwertung im Logischen Empirismus) mehr und mehr zu einer anglophonen Angelegenheit geworden. Ausnahmen wie Tugendhats Vorlesungsbände von 1976 bzw. 1979 bestätigen die Regel. Gegenwärtig ist eine weitere Ausnahme im Erscheinen, deren theoretischer Tiefgang, argumentative Kraft, doktrinale Originalität und systematischer Zuschnitt ihresgleichen suchen: Hans-Peter Falks Untersuchung über Wahrheit und Subjektivität. In Beziehung auf die Debatten der letzten Jahrzehnte bringt Falk die Theorie der Wahrheit und der Bedeutung mit der Erkenntnistheorie und der Philosophie des Mentalen in einen einleuchtenden Zusammenhang, der es erlaubt, das realistische Moment der Wahrheit mit ihrem kognitiven Moment zu versöhnen. Es resultiert eine Erste Philosophie, in der sich die Theorie der Wahrheit und die Theorie der Subjektivität wechselseitig stützen.

Wir werden im Seminar die ersten beiden Teile des dreiteiligen Buches („Wahrheit und Bedeutung“ bzw. „Subjektivität“) diskutieren und dabei möglichst auch die von Falk behandelten Autoren (Field, Loar, Quine, Davidson, Wittgenstein u.a.) unabhängig vom Falkschen Text zu ihrem Recht kommen lassen. Falls das Buch nicht rechtzeitig zum Sommersemester erscheint, werden die zu behandelnden Textpassagen als Typoskript im Handapparat zum Seminar zur Verfügung gestellt. Für einen benoteten Schein ist eine schriftliche Hausarbeit anzufertigen.



Koch, A.F.: Hegel, Die Idee II

Di 20-22, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 2.05.

Thema des Seminars ist das Schlußkapitel der Hegelschen Wissenschaft der Logik: „Die absolute Idee“. Wir werden in genauer, von Referaten angeleiteter Lektüre den Text des Kapitels durchgehen und, falls die Zeit reicht, den Übergang von der Logik zur Realphilosophie anhand der entsprechenden Paragraphen der Enzyklopädie (§§ 236-261) untersuchen. Die Veranstaltung setzt ein Seminar über die ersten beiden Kapitel der Logik der Idee fort. Neue Teilnehmer mit hinreichenden Vorkenntnissen zur Hegelschen Logik sind willkommen.

Für einen benoteten Schein ist eine schriftliche Hausarbeit anzufertigen.



Kümmel: Zur Behandlung von Gegensatzstrukturen und Alternativen im vorsokratischen Denken

Do 10-12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 4.05.

Obwohl Gegensatzstrukturen die menschliche Denk- und Wahrnehmungsweise von vornherein bestimmen und in sprachlichen Oppositionen ihren Niederschlag finden, ist die Frage, wie Alternativen und Gegensätze ausgearbeitet und in welcher Richtung sie weiterentwickelt werden können, nicht bereits mitbeantwortet. Folgende Annahmen sind zu prüfen:

1. Die Thesen, z. B. über den „Ursprung“ (arché), werden an getrennten Orten und in getrennten Schulen entwickelt. Ihr Verhältnis zueinander ist zunächst noch nicht mit ausgearbeitet. Doxographien versuchen eine erste Gruppierung und Systematisierung des vorliegenden Materials.

2. Es werden Alternativen gebildet und Positionen ausdrücklich als Gegenpositionen ausgearbeitet, z. B. Heraklit und Parmenides mit historisch fraglichem Bezug; Platon und die Sophisten in ausdrücklich vollzogener Abgrenzung. Alternativbildungen dieser Art stellen bewußt Einseitigkeiten her und ignorieren die „andere Seite“ der Sache. Die Vorstellung, derart gebildete Alternativen seien letztlich entscheidbar, geht vom Gedanken einer in sich widerspruchsfreien Einheit aus, die es zu finden gilt. Geschichtlich sich herausbildende Alternativen bleiben jedoch in der Regel unentscheidbar. Da keine Position die andere aus dem Felde schlagen kann, kommt es zu Wiederholungen derselben Konstellationen in historischer Abwandlung.

3. Vermittlungspositionen können mit einem von außen herangetragenen Ordnungssystem arbeiten (Klassifikation, Architektonik) oder in Form einer Dialektik die Gegensätze zu versöhnen versuchen. Geht man jedoch von der Einsicht in die Unentscheidbarkeit von Alternativen aus und davon, daß der ausgeschlossene Widerspruch zurückkehrt, so muß eine logisch anders gewendete Lösung auf 2. Stufe ins Auge gefaßt werden. Dilemma, Aporie, Antinomie und Paradoxon bilden dafür den Ausgangspunkt.

4. Ein nicht mehr aufhebbarer Gegensatz wurde herkömmlich zumeist im Sinne eines Dualismus interpretiert. Demgegenüber stellt sich heute die Aufgabe, ihn im Sinne einer „Koexistenz des Unvereinbaren und unvereinbar Bleibenden“ weiter zu entwickeln. Das einfachste Schema zur Ausarbeitung einer nicht mehr aufhebbaren Differenz ist der polare Gegensatz, z. B. männlich/weiblich etc. Weitergehend ist das Verbinden des Heterogenen in Form einer leib-seelischen Verkörperung. Die „Individualisierung“ des Gegensatzes macht ihn selbstrückbezüglich und verändert damit das ganze Feld.



Merle: Eigentumstheorien

Di 20-22 Uhr, Raum X, Beginn: 2.05.

Die Frage nach dem Privateigentum, dessen Rechtfertigung, Ursprung und Umfang betrifft nur auf den ersten Blick ein Randgebiet der Rechtsphilosophie. Vielmehr steht sie im Mittelpunkt jeder Rechtsauffassung. Das Eigentum ist nicht lediglich ein individuelles und abstraktes Recht, sondern seine Definition hängt immer auch mit der Verteilungsgerechtigkeit in der Rechtsgemeinschaft zusammen. Das Eigentumsrecht hat etwa eine direkte Tragweite nicht nur für den Umfang der individuellen Freiheiten, sondern auch für den der Wirtschafts- und Sozialrechte, des Notrechts usw. Das Eigentumsrecht entsteht aus der Vermittlung des legitimen Anspruchs auf individuelle Freiheit mit der der Rechtsordnung zugrundeliegenden Gleichheit der Bürger angesichts der Grundrechte. Die neuere Debatte über das Eigentumsrecht und die Verteilungsgerechtigkeit (Nozick, Hayek, Dworkin, Waldron etc.) knüpft direkt an die klassische Diskussion an. Aus diesem Grund wird das Proseminar drei Schwerpunkte haben: Lockes Theorie des Eigentumserwerbs durch Arbeit, die Kantische Philosophie und den Utilitarismus (Bentham, Mill, Sidgwick).

Literatur:

Brandt, Rainer (1974): Eigentumstheorien von Grotius bis Kant, Stuttgart/Bad-Cannstatt: Frommann-Holzboog.

Brocker, Manfred (1992): Arbeit und Eigentum. Der Paradigmenwechsel in der neuzeitlichen Eigentumstheorie, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Merle, Jean-Christophe (1997): Justice et Progrès. Contribution à une Doctrine du Droit économique et social, Paris: Presses Universitaires de France.

Waldron, Jeremy (21990): The Right to Private Property, Oxford: Clarendon Press.



Rapp: Aristoteles, Topik

Mi 18-20, Alte Burse, Raum X, Beginn: 3.05.

Die Topik des Aristoteles gehört zu jenen Texten, die häufig zitiert, aber offenbar nur selten gelesen werden. Aristoteles entfaltet darin seine „Dialektik“, eine Methode, durch die es möglich sein soll, jedes vorgelegte Problem aus jedem beliebigen Sachbereich zu erörtern. Ein System von sogenannten „Topoi“ – Argumentationsmustern – soll den Dialektiker dazu befähigen, zu jedem Problem anerkannte Sätze als Prämissen aufzufinden und daraus eine angestrebte Schlußfolgerung deduktiv herzuleiten. Wer dieses dialektische Verfahren beherrscht und sich darauf versteht, eine jede Sache „nach beiden Seiten hin“ zu prüfen, der sieht auch besser, was eine philosophische These Haltbares an sich hat. Umstritten ist in der Forschung, ob Aristoteles dieses Verfahren als hinreichend für die Etablierung philosophischer Sätze ansieht ober ob es sich nur um eine Vorübung zur eigentlichen Philosophie handelt.

Griechischkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Benotete Scheine werden aufgrund eines Referats und einer schriftlichen Hausarbeit vergeben.

Eine griechische Ausgabe des Textes liegt in der Reihe "Oxford Classical Texts" vor. Eine deutsche Übersetzung ist in der Philosophischen Bibliothek, Verlag F. Meiner, Hamburg, erhältlich.

Teilnehmer des Seminars können eine in Tübingen entstandene, bisher noch unpublizierte Neuübersetzung der Topik zum Kopienpreis erwerben.



Schmidt: J.G. Fichte, Das System der Sittenlehre

Mi 12-14, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 3.05.

Die „Sittenlehre“ von 1798 gehört zu den Texten der Fichteschen Frühphilosophie, die Fichte während seiner Lehrtätigkeit in Jena (1794-99) entwickelte. Sie stellt nicht nur Fichtes Beitrag zur Moralphilosophie im engeren Sinn dar, sondern nimmt auch eine herausgehobene Stellung im Gesamtsystem ein. Fichtes Wissenschaftslehre basiert nämlich auf der Überzeugung, daß die praktische Vernunft der theoretischen Vernunft übergeordnet ist und die Rolle eines absoluten Prinzips einnehmen kann. Die Untersuchungen zum Wesen praktischer Selbstbestimmung, wie sie sich in der „Sittenlehre“ finden, liefern daher zugleich einen privilegierten Zugang zu Fichtes Wissenschaftslehre überhaupt.

Scheinerwerb: schriftliche Hausarbeit

Text:

J.G. Fichte: Das System der Sittenlehre, Hamburg: Meiner, 1963.



Schneider: Aristoteles, De interpretatione

Mo 16-18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 8.05.

Ggenstand des Seminars ist eine der einflußreichsten Schriften des Aristoteles in der Geschichte der Philosophie. De interpretatione oder besser gesagt Peri hermeneias wird zwar gemeinhin dem Organon, den logischen Schriften des Aristoteles zugeordnet; aber in der Tradition ihrer Deutung schon bald als eine eigenständige Schrift behandelt. In ihr gehe es – so lautet die traditionelle, von den Aristoteleskommentatoren A.M.S. Boethius und Ammonius stammende Erklärung – um den „logos apophantikos“: die „aussagende Rede“. Aristoteles diskutiert in dieser Schrift den Zusammenhang von Sprache und Wirklichkeit. Entsprechend werden sprachphilosophische, metaphysische und logische Aspekte erörtert.

Das Seminar verfolgt zwei Ziele: 1.) Eine eingehende Diskussion von Peri hermeneias und 2.) unter Einbeziehung der Deutung dieser Schrift in der Kommentarliste des lateinischen Mittelalters, vor allem bei Thomas von Aquin und Johannes Duns Scotus.

Ein qualifizierter Seminarschein kann durch rege Mitarbeit und durch eine Hausarbeit erworben werden. Sprachkenntnisse des Griechischen und Lateinischen sind erwünscht, aber nicht notwendige Bedingung der Teilnahme.

Text:

Aristoteles: Categoriae et liber de interpretatione, ed. L. Minio-Pauluello, Oxford 1974.

Aristoteles: Aristoteles. Werke in Deutscher Übersetzung, Band 1, Teil II: Peri Hermeneias, übers. und erl. v. H. Weidemann, Berlin 1994.



Soldati: Selbstwissen – Kompaktseminar

Termin: siehe Aushang

In diesem Kompaktseminar werden wir einige neuere Texte über Selbstwissen und Selbstbewußtsein lesen und diskutieren.

Bedingung für die Teilnahme ist die Übernahme eines Referats (vgl. Aushang, Anfang des Semesters. Qualifikation: Hausarbeit.

Genauere Auskünfte über den Verlauf des Kompaktseminars sind Anfang des Sommersemesters am Schwarzen Brett des Philosophischen Seminars zu finden.



Steinmann: Cassirer, Philosophie der symbolischen Formen

Do 18-20, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 4.05.

Die Theorie der symbolischen Formen ist einer der weitgehendsten Ansätze systematischen Philosophierens im 20. Jahrhundert. Sie erhebt den Anspruch, mit dem Vorgang der Symbolisierung das einheitliche Prinzip zu bestimmen, das die unterschiedlichen Erscheinungsweisen des menschlichen Geistes trägt und durchdringt. Damit weitet sie die neukantische Erkenntnistheorie auf eine umfassende Kulturtheorie hin aus und versteht Sprache, Mythus und wissenschaftliche Erkenntnis als Ausdruck einer ihnen gemeinsamen geistigen Produktivität. Die Bedeutung dieses Schrittes der Weiterentwicklung transzendentaler Philosophie wird in der Forschung gegenwärtig neu entdeckt.

Das umfangreiche Werk gliedert sich in drei Bände auf, die den genannten Bereichen von Sprache, Mythus und Erkenntnis gewidmet sind. Das Seminar soll zunächst die Grundthesen und die Systemarchitektur des Ansatzes rekonstruieren und versteht sich als Beginn einer weitergehenden Beschäftigung mit Cassirer, die im folgenden Semester durch Hinzuziehung seiner Debatte mit Heidegger ergänzt werden soll. Es setzt Kenntnisse der Kantischen Philosophie voraus, steht aber auch all denen offen, die sich in kulturwissenschaftlicher oder semiotischer Hinsicht für Cassirer interessieren.

Scheinerwerb: durch Hausarbeit mit oder ohne Referat.

Textausgaben: Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt oder Primus Verlag, jeweils als fünfbändige Ausgabe, mit wichtigen Einzelaufsätzen und Index.

Zur Einführung: Braun/Holzhey/Orth, Über Ernst Cassirers Philosophie der symbolischen Formen, Frankfurt/M. 1988 (stw 705).



Wieland: Der Glücksbegriff bei Thomas von Aquin

Di 16-18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 2.05.

Thomas von Aquin stellt sein ausgereiftes Glückskonzept in der Summa theologiae I-II 1-5 dar. Dieser Text bildet die Grundlage des Seminars und der Seminardiskussion. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Textanalyse. Diese wird begleitet durch ergänzende Kurzreferate, die einschlägige Problemkonstellationen in den Blick nehmen oder Paralleltexte präsentieren sollen.

Die wichtigsten Texte (lat.-deutsch) stehen Interessenten ab Anfang Februar in meinem Sekretariat (Theologicum, Zimmer 27) zur Verfügung; dort liegt ab diesem Zeitpunkt auch eine Liste mit Referatthemen aus.

Literaturhinweis:

Dennis J.M. Bradley, Aquinas on the Twofold Good. Reason and Human Happiness in Aquinas‘ Moral Science, Washington 1997.



Wimmer: Laotse, Tao Te King

Do 10.30-12.00, Alte Burse, Raum X, Beginn: 4.05.

Bei Laotses Tao Te King handelt es sich um die Grundschrift des altchinesischen philosophischen Taoismus. Anhand von Übersetzungen und Kommentaren wird ein solides Grundverständnis dieser zu Recht berühmten Schrift erarbeitet.

Leistungsnachweis: Referat, Hausarbeit oder Klausur.

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Oberseminare



Figal: Dialektik: Oberseminar für Doktoranden und Examenskandidaten – Kompaktseminar Termin: 5.05.-7.05.2000 in Heiligkreuztal

Die Teilnahme ist nur nach persönlicher Rücksprache mit mir möglich.



Frank: Neuerscheinungen der analytischen Philosophie – Oberseminar für Doktoranden/Doktorandinnen

Mi 20-22, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 3.05.

Tyler Burge hat zugesagt, gegen Ende des Semesters für eine Woche in unser Kolloquium zu kommen, um mit uns über einige seiner Papers und jüngere Ansichten zur Philosophie des Geistes und insbes. des Selbstbewußtseins (über das er gerade ein Buch schreibt) zu diskutieren. Das Kolloquium dient – wie schon frühere im Blick auf andere Autoren – der Vorbereitung auf diese Begegnung.



Höffe: Neuerscheinungen zur politischen Philosophie und Vorstellung eigener Arbeiten

Oberseminar/Doktorandenkolloquium

Do 15.30-19.00 (Die genauen Termine und der Ort werden noch bekanntgegeben)

Neben der Vorstellung eigener Projekte diskutieren wir neue Literatur zur Politischen Philosophie. Neue Interessenten melden sich in der Sprechstunde an.

<dl><dt> </dt><dt> Keuth: Induktion: Prozesse des Schließens, Lernens und Entdeckens</dt></dl>

Mi 10-12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 3.05.

Meist wird Induktion als Verfahren zur Rechtfertigung von Hypothesen diskutiert – mit den bekannten negativen Resultaten. Das Seminar wird sich mit Induktion als Verfahren der Hypothesenbildung beschäftigen.

Zum Erwerb eines benoteten Scheines muß ein Referat angefertigt werden.

Literatur::

Holland, John H. et al., Processes of Inference, Learning and Discovery, Cambridge Mass./London 1989, ISBN 0-262-58096-9.

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Kolloquien



Fahrenbach: Kolloquium

nach Vereinbarung

Kümmel: Logik des Orts

Fr 18-20, Alte Burse, Raum 308, Beginn: 12.05.

Schroeder-Heister: Logik und Sprachtheorie

Di 18-20, Wilhelm-Schickard-Institut für Informatik, Sand 13, Raum 107, Beginn: 2.05.

Besprechung von Forschungsarbeiten. Außerdem finden die Gastvorträge der DFG-Forschergruppe „Logik in der Philosophie“ in diesem Rahmen statt. Interessierte, die regelmäßig entsprechende Einladungen erhalten möchten, mögen eine e-mail an kahlespam prevention@informatik.uni-tuebingen.de schicken.

Szlezák: Aristoteles, Metaphysik H und (

Do 18-20, Philologisches Seminar, Konferenzzimmer, Beginn: 4.05.

Im Buch H bietet Aristoteles eine Zusammenfassung, Präzisierung und Fortführung der in Buch Z erarbeiteten Theorie der Substanz, bevor er in Buch ( zur Lehre von dynamis und energeia fortschreitet. Es ist daher sinnvoll, wenn sich die Teilnehmer dieses Kolloquiums zur Vorbereitung auch mit Buch Z vertraut machen (zumindest den Hauptpunkten nach). Ausgegangen wird grundsätzlich vom griechischen Text (ed. W. Jaeger, OCT). Gute Griechischkenntnisse (zumindest aber Kenntnisse auf dem Niveau des Graecums) sind daher Voraussetzung für die Teilnahme.

Wimmer: Doktoranden-/Doktorandinnenkolloquium

Do 14-17.30, 14-täglich, Ethikzentrum, Keplerstraße 17, Beginn: 4.05.

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Arbeitskreis



Hoering: Lernprogramme (insbesondere für Logik)

Di 19-21, Alte Burse, Computer-Pool, Beginn: 2.05.

Seit einiger Zeit gibt es ein Tutor-Programm zum Einüben des logischen Ableitens in Formalismen der Aussagen-, Prädikaten- und Modallogik, das im Rahmen dieses Arbeitskreises entwickelt worden ist. Dieses Programm wurde zunächst in Pascal für IBM-kompatible Rechner geschrieben; für seine Portierung auf andere Plattformen stellen wir Versionen in TCL/TK her. Neue Mitglieder, die bereits Kenntnisse in diesen Sprachen besitzen, oder stark motiviert sind sich einzuarbeiten, sind herzlich willkommen.

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Autonomes Seminar



Dinger u.a.: Sigmund Freud, Lustprinzip und Todestrieb

Do 14-16, Alte Burse, Raum X, Beginn: 4.05.

Sigmund Freud, der Begründer der „therapeutischen Philosophie“ genannt Psychoanalyse, ist zweifellos der bedeutendste und wirkmächtigste Denker des 20. Jahrhunderts. Selbst solchen, die sich als Kenner seines Werkes und seiner Wirkungsgeschichte bezeichnen, dürfte es schwerfallen, die einschlägige Literatur auch nur halbwegs zu überblicken und einzuordnen.

Ziel des Seminars ist es, Freud nicht nur als Begründer einer neuen Wissenschaft und Erfinder einer neuen therapeutischen Methode zu betrachten, sondern auch als bedeutenden Kultur- und Gesellschaftskritiker. Auch ist die Erkenntnis zu gewinnen, daß die Psychoanalyse in ihrer originalen, äußerst unbequemen Freudschen Lesart mit den vielen ‚freundlichen‘ Versionen der Psychoanalyse (etwa der C.G. Jungs) nichts, aber auch rein gar nichts gemein hat.

Der Erwerb eines benoteten Seminarscheins ist durch die freundliche Unterstützung von Herrn Wimmer gewährleistet.

Im Seminar wollen wir folgende Texte besprechen: 1. Abriss der Psychoanalyse, 2. Jenseits des Lustprinzips, 3. Das Ich und das Es.

Texte:

Sigmund Freud, Abriss der Psychoanalyse, Frankfurt am Main 1994.

Ders., Das Ich und das Es, Frankfurt am Main 1992.

Literatur:

Hans-Martin Lohmann, Freud zur Einführung, Hamburg 1986.

Ders. (Hg.), Das Unbehagen in der Psychonanalyse. Eine Streitschrift, Frankfurt/Paris 1983.

Alfred Schöpf, Sigmund Freud, München 1982.

Rolf Vogt, Psychoanalyse zwischen Mythos und Aufklärung oder Das Rätsel der Sphinx, Frankfurt/New York 1986.