Philosophisches Seminar

Sommersemester 2006

Inhalt:

Allgemeine Studienberatung: Dietmar Koch, Fakultätsassistent: Di 10-12, Raum 214

Eventuelle Änderungen gegenüber dem kommentierten Veranstaltungsverzeichnis werden aktuell angeschlagen!

Soweit nicht anders im Kommentar vermerkt, ist die Anmeldung zu den Veranstaltungen nicht erforderlich.

Die Teilnahme an Proseminaren von Studierenden, die die Zwischenprüfung bereits abgelegt haben, bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Seminarleiters.

Sommersemester 2006

Semestertermine: Beginn der Vorlesungen: 24.04.2006

Ende der Vorlesungen: 29.07.2006

Vorlesungsfreie Tage: 25.05.2006 (Christi Himmelfahrt)
5.06. - 9.06.2006 (Pfingstwoche)


Forschungsfreisemester: Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Frank
Prof. Dr. Dr. h.c. Otfried Höffe
Prof. Dr. Albert Newen

Professoren-Vertretungen: PD Dr. Dagmar Fenner
PD Dr. Jürgen Schröder

Orientierungsnachmittag für Studienanfänger im Fach Philosophie

Mittwoch, den 26.04., 15-19 Uhr, Burse, Raum X

Alle Erstsemester und Studienortwechsler im Studienfach Philosophie sind herzlich eingeladen zur Orientierungsveranstaltung. Ziel der Veranstaltung ist es, den Studierenden einen Überblick über die formalen Anforderungen des Philosophiestudiums zu geben und darüber hinaus wichtige Hinweise für das erfolgreiche Studieren und eine vorausschauende Organisation des Studiums zu liefern.

15-16 Uhr Kurzvorträge zu formalen Studienbedingungen und zu allgemeinen Empfehlungen für das Philosophiestudium in Tübingen.

16-18 Uhr Informelle und individuelle Beratung in studentischen Kleingruppen, die von fortgeschrittenen Studierenden geleitet werden.

18-19 Uhr Dozentenvorstellung

gez.: Prof. Dr. Albert Newen (Studiendekan)

Vorlesungen

Brachtendorf: Einführung in die philosophische Ethik

Mo 10-12, Mi 11-12, Hörsaal: siehe Aushang zu Beginn des Semesters, Beginn: 26.04

Die Vorlesung stellt die wichtigsten Ansätze in der philosophischen Ethik von der Antike bis zur Gegenwart dar.

Literatur:
Anzenbacher, A.: Einführung in die Ethik, Düsseldorf 1992.
Ricken, F.: Allgemeine Ethik, Stuttgart 42003.

Engels: Ethik und Wissenschaftstheorie der Biowissenschaften

Di 11-13 Uhr, Großer Botanischer Hörsaal, N10, Auf der Morgenstelle 1, Beginn: 2.05.

Die Vorlesung soll in einige der wichtigsten und gegenwärtig meistdiskutierten Gebiete der Bioethik einführen. Bioethische Fragen betreffen uns alle, sie stellen sich in unserem Alltag im Umgang mit dem Lebendigen, bei unserer Ernährung, vor allem aber auch in Wissenschaft und Technik. In der Vorlesung werden sowohl Fragestellungen der biomedizinischen Ethik (Embryonenforschung, Klonen von Menschen, Gentests, Neuroprothesen und Hirnschrittmacher usw.) als auch solche der Tierethik, der ökologischen Ethik und der Grünen Gentechnik behandelt. In eine bioethische Beurteilung gehen immer auch naturphilosophische, philosophisch-anthropologische, wissenschaftstheoretische u. a. Vorannahmen ein, die ebenfalls Gegenstand der Vorlesung sein werden.

Fenner: Glück und gutes Leben

Do 10-12, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 27.04.

Nach langer Verbannung aus dem philosophischen Diskurs erleben heute Reflexionen über das gute, gelingende oder glückliche Leben eine Renaissance. Für den Hiat zwischen der prudentiellen individualethischen Frage, wie zu leben für den Einzelnen gut ist, und der moralischen sozialethischen Frage, wie wir uns zueinander verhalten sollen, wird in der Regel Kant verantwortlich gemacht. In der Antike jedoch galt nur derjenige als glücklich, der richtig und tugendhaft lebt, so dass eine konzeptuelle Konvergenz zwischen Glück und Moral bestand. Im Gegensatz zu einem solchen an eine bevorzugte Lebensform gekoppelten Erfüllungsglück wurde Glück in der Neuzeit entweder auf das Besitzen äußerer Güter (Wohlstand, Macht) oder ein innerliches Empfindungsglück (sinnliche Lustempfindung) reduziert.
Neben der Darstellung dieser philosophiehistorischen Zusammenhänge stehen folgende systematischen Kernfragen im Zentrum der Vorlesung:
grundlegende Differenz zwischen Glück haben (eutychia) und glücklich sein (eudaimonia)
dominantes und inklusives Glück: Glück als höchstes Ziel oder Begleitphänomen eines bestimmten Lebensprozesses
Wunscherfüllungs- und Zieltheorie des Glücks: Glück als erfolgreiche Realisierung von Wünschen,Zielen oder Lebensplänen
hedonistische Glücksvorstellung und kritische Prüfung
Relationen zwischen den Konzepten gutes Leben, Glück, Sinn, Selbstverwirklichung, Moral und Politik.

Heidelberger: Philosophie der Wahrnehmung

Di 10-12, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 25.04.

Nach meiner bisherigen Planung werde ich im ersten Teil gegenwärtige philosophische Theorien der Wahrnehmung behandeln (Sinnesdatentheorie, Repräsentationalistische Theorie, Direkter Realismus, adverbiale Theorie, externalistische Theorie u. ä.), im zweiten Teil eine historische Übersicht über Wahrnehmungstheorien seit der Neuzeit geben und schließlich im dritten Teil philosophische Fragen aus der Kognitionswissenschaft und evolutionären Psychologie diskutieren, die die Wahrnehmung betreffen.

Vorbereitende Literatur: Einschlägige Artikel aus der Stanford Encyclopedia of Philosophy http://www.science.uva.nl/~seop/

Koch, A. F.: Parmenides und die Folgen. Einführung in die griechische Metaphysik

Do 18-20, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 27.04.

In dieser Vorlesung soll eine Einführung in die klassische griechische Metaphysik in ihren beiden Grundversionen, der Platonischen und der Aristotelischen, gegeben werden. Dabei sollen die Platonische und die Aristotelische Philosophie als konkurrierende und zugleich verwandte Antworten auf die eleatische Herausforderung präsentiert werden. Begonnen wird daher mit einer Interpretation des Lehrgedichts des Parmenides von Elea. Dessen scheinbar weit hergeholte und kontraintuitive Lehre (Leugnung der Vielheit und des Werdens) wird als eine natürliche Folge aus elementaren Prämissen empfohlen. Die Platonische Ideenlehre, wie wir sie aus Platons mittleren und späten Dialogen und aus den Berichten des Aristoteles kennen, und die Lehren des Aristoteles über die Wahrheit, die Substanz und die Bewegung werden sodann als Versuche dargestellt und gewürdigt, die Phänomene (der Vielheit und des Werdens) gegen das eleatische Verdikt zu retten.
Im Handapparat der Seminarbibliothek wird ein Skriptum der Vorlesung zugänglich gemacht.

Schick: Neuzeitliche Metaphysik und Metaphysikkritik. Zur Einführung

Mo 18-20, Burse, Raum X, Beginn: 24.04.

Von Descartes Lehre, die Metaphysik sei die Wurzel des Baums der Wissenschaften, bis zu Nietzsches Diktum, Metaphysik sei ein Irrtum in der Auslegung bestimmter Naturvorgänge, eine Verlegenheit des Intellekts, ist es offensichtlich ein weiter Weg. Die Hauptetappen dieses Wegs ausgehend von den inhaltlichen und methodischen Fragen neuzeitlicher Metaphysik , ihre Probleme, die kritischen Gegenbewegungen zu ihr und ihre Transformationen im Licht der Kritik sollen in dieser Vorlesung vorgestellt werden; zugleich ist sie gedacht als Einladung zur kritischen Reflexion beider Seiten der Metaphysik und ihrer Kritik.

Zur vorbereitenden und begleitenden Lektüre:
Tim Crane / Katalin Farkas (Hg.): Metaphysics. A Guide and Anthology, Oxford 2004.
Panajotis Kondylis: Die neuzeitliche Metaphysikkritik, Stuttgart 1990.
Wilhelm Risse: Metaphysik: Grundthemen und Probleme, München 1973.


Schroeder-Heister/Hamm: Logikprogrammierung

Ort, Termin und Beginn: vgl. Homepage und Vorlesungsankündigungen der Informatik

Es handelt sich um eine Vorlesung in der Informatik, die von Studierenden der Philosophie gehört werden kann, wenn entsprechende Logikkenntnisse vorhanden sind. Sie bietet die Möglichkeit, ein prozedurales Verständnis der Logik kennen zu lernen. Zur Vorlesung wird ein gleichnamiges Seminar angeboten.


Schröder, J.: Theorien zum Wesen der Erkenntnis und zum Verhältnis von Geist und Körper
Die Vorlesung eignet sich auch für Psychologen, die einen Schein erwerben wollen.

Mi 10-12, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 26.04.

Worin besteht Erkenntnis und wie gelangen wir zu ihr? Die traditionelle Antwort auf diese Frage lautet: Erkenntnis ist wahre und gerechtfertigte Überzeugung. Diese Antwort enthält drei Bestandteile: Wahrheit, Rechtfertigung und Überzeugung. Während Wahrheit und Rechtfertigung typische erkenntnistheoretische Begriffe sind, ist der Begriff der Überzeugung sowohl in der Erkenntnistheorie als auch in der Philosophie des Geistes beheimatet. Damit eine Überzeugung überhaupt wahr und gerechtfertigt sein kann, muss sie einen bestimmten Inhalt haben, denn wenn der Inhalt einer Überzeugung nicht feststeht, wissen wir nicht, wie die Welt aussehen muss, damit sie wahr ist, und wir wissen nicht, durch welche anderen Überzeugungen sie gerechtfertigt wäre. Wie aber wird der Inhalt einer Überzeugung festgelegt? Auf diese Frage gibt es in der Philosophie des Geistes verschiedene Antworten. Einige operieren mit dem Grundbegriff der Kausalität, andere mit dem der biologischen Funktion und wieder andere mit dem Begriff einer Isomorphie zwischen einer mentalen Repräsentation, verstanden als materielles Gebilde im Gehirn, und einer bestimmten Struktur außerhalb des Gehirns.
Neben der Frage, wie der Inhalt einer Überzeugung festgelegt wird, stellt sich außerdem die Frage, was Überzeugungen denn eigentlich sind, z. B. wie sie sich zum Körper eines Lebewesens und insbesondere zu dessen Nervensystem verhalten. Ausgehend von Versuchen einer Antwort auf die beiden Fragen, was Überzeugungen sind und wie deren Inhalt festgelegt wird, werden wir uns dann verschiedenen Antworten auf die Frage zuwenden, worin die Rechtfertigung einer Überzeugung besteht. Grundsätzlich lassen sich hier internalistische von externalistischen Antworten unter-scheiden. Die internalistischen verlangen, dass Überzeugungen nur durch andere Überzeugungen gerechtfertigt werden können, während die externalistischen diese Forderung aufgeben.
Die traditionelle Erkenntnistheorie bezieht sich auf die Erkenntnis als Prozess oder Zustand, der jeweils in einzelnen Menschen stattfindet. Diese Auffassung wurde von Karl Popper in Frage gestellt, der eine Erkenntnis ohne erkennendes Subjekt propagierte und der zu diesem Zweck eine eigene Welt von Theorien, Problemen, eine Welt des objektiven Geistes, postuliert hat.
(Für Psychologiestudierende wird am Ende des Semesters eine Klausur angeboten.)

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Übungen zu den Vorlesungen

Fenner: Glück und Gutes Leben

Do 14-16, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 27.04.

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Einführungsveranstaltungen

Heidelberger: Philosophie der Wahrnehmung

Di 10-12 Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 25.04. (Einführungsvorlesung für Erstsemester siehe Kommentar und Vorlesung.)


Neuber: Proseminar: Einführung in die Logik Pflichtkurs für den Logikschein

Mo 16-18, Burse, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 24.04.

Die Lehrveranstaltung bietet eine Einführung in die Aussagen- und Prädikatenlogik. Auf der Grundlage des Kalküls des natürlichen Schließens wird die formale Struktur von Argumentationen behandelt, überdies ein Überblick über die grundlegenden Techniken der Formalisierung von Argumentationen vermittelt. Zusätzlich zur Lehrveranstaltung wird ein Tutorium angeboten. Scheinerwerb: Durch bestandene Klausur am Semesterende.

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Proseminare besonders für das erste Studienjahr

Gerber: Gottlob Frege, Sprachphilosophische Schriften

Mi 10-12, Burse, Schellingzimmer, Beginn 26.04.

Gottlob Frege zählt, neben Wittgenstein, Russell und Husserl, zu den Begründern der modernen, zeitgenössischen Sprachphilosophie. Obschon seine wesentlichen Beiträge in einigen wenigen Aufsätzen bestehen, ist Freges Sprachphilosophie bis heute prägend und fast alle sprachphilo-sophischen Diskussionen und Probleme gehen in der einen oder anderen Weise auf grundlegende Thesen und begriffliche Unterscheidungen Freges zurück. Dies gilt beispielsweise für den engen Zusammenhang von sprachlicher Bedeutung und Wahrheit, den Frege postuliert hat, und der eine zentrale Rolle in den zeitgenössischen Diskussionen gespielt hat und spielt. Dies gilt auch für Freges berühmte Unterscheidung zwischen Sinn und Bedeutung, an die letztlich alle Versuche anknüpfen, unterschiedliche Funktionen der Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks zu unterscheiden, also gewissermaßen eine Binnenstruktur der Bedeutung zu entwickeln.
Der enge begriffliche Zusammenhang zwischen Bedeutung und Wahrheit ist ein Aspekt, der die Diskussionen der zeitgenössischen Sprachphilosophie bestimmt hat. Ein anderer Aspekt ist die Tatsache, dass mit den Entwicklungen der modernen formalen Logik, zu denen Frege selbst mit seiner sogenannten Begriffsschrift einen entscheidenden Beitrag geleistet hat, die systematische Strukturiertheit der Sprache in den Mittelpunkt der philosophischen Untersuchungen rückt. Bei Frege findet diese Entwicklung ihren Ausdruck in seinem ebenso berühmten Kontextprinzip, mit dem er behauptet, dass einzelne Wörter nur im Kontext eines ganzen Satzes eine bestimmte Bedeutung haben.
Wir werden im Seminar die wichtigsten Aufsätze Freges lesen und dabei zentrale Fragen der zeitgenössischen Sprachphilosophie diskutieren. Das Seminar soll deshalb auch eine Einführung in die moderne Sprachphilosophie sein.
Ein benoteter Schein kann aufgrund einer Stundenvorbereitung und einer Hausarbeit erworben werden.

Literatur:
G. Frege: Die Grundlagen der Arithmetik, Hamburg 1988.
G. Frege: Funktion, Begriff, Bedeutung, herausgegeben und eingeleitet von G. Patzig, Göttingen 1986.
G. Frege: Logische Untersuchungen, herausgegeben und eingeleitet von G. Patzig, Göttingen 1986.
F. v. Kutschera: Gottlob Frege. Eine Einführung in sein Werk, Berlin 1989.

Koch, D.: Einführung in Grundprobleme und Grundbegriffe der Geschichte philosophischen Denkens

Mo 10-12, Burse, Raum X, Beginn: 24.04.

Dieses Proseminar dient der umfassenden Grundorientierung im Philosophiestudium. Es ist vor allem für Erst- und Zweitsemester im Fach Philosophie vorgesehen.
Aufgabe der Veranstaltung ist es, Kenntnisse zum Studienablauf und zur Studienorganisation zu vermitteln, grundlegende Literatur bekannt zu machen, eine Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten zu geben, in erster Linie jedoch in Grundprobleme und Grundbegriffe philosophischen Denkens einzuführen. Dies geschieht anhand von Textauszügen zentraler philosophischer Werke von der Antike bis ins 20. Jahrhundert.

Scheinerwerb: Die Modalitäten zum Erwerb eines benoteten und eines unbenoteten Seminarscheins werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.


Scarano: Handlungstheorie. Eine Einführung

Fr 10.15-12.30, Burse, Raum X, Beginn: 28.04.

Was sind Handlungen? Worin unterscheiden sie sich von anderen Formen menschlichen Verhaltens? Was sind Handlungsgründe? Und was bedeutet es, wenn wir uns in unserem Handeln als frei oder unfrei verstehen? Dies sind Grundfragen der philosophischen Handlungstheorie, deren Beantwor-tung kaum zu unterschätzende Auswirkungen sowohl auf die theoretische als auch auf die praktische Philosophie haben. Beispielsweise hängen davon im Bereich der theoretischen Philosophie die Lösungsmöglichkeiten des sogenannten Leib-Seele-Problems ab. Und im Bereich der praktischen Philosophie gibt es sehr enge Verbindungen einerseits zur Theorie der Rationalität, etwa zur Frage nach der Möglichkeit von Willensschwäche, und andererseits zur Moraltheorie.
In dem dreistündigen Proseminar, das auch für Studienanfänger geeignet ist, wollen wir durch die Lektüre und gemeinsame Diskussion neuerer Texte einen Einblick in die systematischen Debatten zur philosophischen Handlungstheorie gewinnen. Zu Beginn des Semesters ist ein Reader mit den Texten erhältlich. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zum Vortragen eines Thesenpapiers, einen benoteten Schein erhält man durch das zusätzliche Verfassen einer Hausarbeit.



Schick: Der Satz vom zureichenden Grund

Di 12-14, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 25.04.

Der Satz vom zureichenden Grund kann in zwei Richtungen gelesen werden. In der einen bezieht er sich auf das Begründen von Aussagen und wird dann als die Forderung verstanden, eine beliebige Aussage nicht bloß zu behaupten, sondern auch zu begründen. In der anderen Richtung ist er ontologisch verstanden und besagt dann, alles, was ist, sei und sei so, wie es ist, aus zureichendem Grund. In beiden Lesarten wurde und wird der Satz vom zureichenden Grund häufig der Rang eines universal geltenden Grund-Satzes eingeräumt. Was in beiden Versionen die Rede vom Zureichen eines Grundes bedeutet und welche ontologischen und epistemologischen Anschlussfragen im Begriff des Grundes liegen, wollen wir uns in diesem Proseminar anhand von ausgewählten Texten erarbeiten. Die zugehörige Textsammlung wird in den Semesterferien im Handapparat bereitgestellt.

Erwerb eines benoteten Scheins: Referat (mit kurzer schriftlicher Ausarbeitung) oder Hausarbeit.



Schröder, J.: Referenz und Bedeutung: Einführung in die Sprachphilosophie am Beispiel von Eigennamen und Kennzeichnungen

Mi 12-14, Burse, Raum X, Beginn: 27.04.

Wir sprechen, um uns gegenseitig Dinge mitzuteilen und um uns selbst über bestimmte Dinge klar zu werden. Unsere sprachlichen Äußerungen lassen sich in Sätze unterscheiden, die jeweils erfüllt sein können oder nicht. Aussagesätze können beispielsweise wahr oder falsch sein. Diese Sätze enthalten Teile, nämlich die Wörter, von denen sich manche auf bestimmte Ausschnitte der Wirklichkeit beziehen. Solche Wörter, die etwas bezeichnen, lassen sich in zwei Klassen einteilen: allgemeine und singuläre Termini. Die allgemeinen Termini (z. B. Haus, Pferd, Buch) sind solche, mit denen man in einem bestimmten Satz auf jedes Mitglied einer Klasse von Dingen Bezug nehmen kann und bei deren Verwendung man annimmt, dass die bezeichneten Gegenstände bestimmte Eigenschaften haben, z. B. ein Haus zu sein. Außerdem lassen sich mit allgemeinen Termini allgemeine Sätze bilden, wie z. B. Alle Pferde sind Säugetiere. Mit den singulären Termini können wir uns wie mit den allgemeinen Termini ebenfalls auf Einzeldinge beziehen. Allerdings gehen die Ansichten darüber auseinander, wie diese Bezugnahme bei verschiedenen Arten singulärer Termini zustande kommt. Singuläre Termini lassen sich einteilen in Eigennamen (Hans, Paris), Kennzeichnungen (der Mann mit der Lederjacke) und sogenannte deiktische Ausdrücke (sie, dieses). Manche Autoren meinen, dass Eigennamen keine Bedeutung, sondern nur eine Referenz haben. Sie beziehen sich direkt durch einen Taufakt auf einen bestimmten Gegenstand. Andere Autoren halten dagegen, dass Eigennamen versteckte Kennzeichnungen seien und sich über eine bestimmte Bedeutung (z. B. der Erfinder des Periodensystems der Elemente, der Lehrer Alexanders des Großen) auf eine bestimmte Person oder einen Gegenstand beziehen. Im Seminar wollen wir diese Debatte zwischen den Verfechtern der direkten Referenz von Eigennamen und den Befürwortern der Kennzeichnungstheorie verfolgen und uns dabei auch Theorien ansehen, die Elemente beider Positionen miteinander zu verbinden versuchen.

Scheinvergabe: Referat und Hausarbeit
Literatur: Wolf, U. (1993), Eigennamen, Frankfurt: Suhrkamp.

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Proseminare für das gesamte Grundstudium

Aschenberg: Ethik und Moralpädagogik (Kant)
Fachdidaktisches Proseminar für Studierende des Lehramtsstudiengangs Philosophie/Ethik und andere an der Thematik Interessierte.

Mo 8-10, Burse, Raum X, Beginn 24.04.

Die Lehrveranstaltung soll in die philosophische Moralpädagogik Kants einführen. Das geht offenkundig nur im Rahmen einer Verständigung über Grundzüge von Kants Moralphilosophie, so wie diese in den Schriften Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, Kritik der praktischen Vernunft, Metaphysik der Sitten dargelegt ist. Die Berücksichtigung anderer moralpädagogischer Konzepte ist je nach Interessen der Teilnehmer selbstverständlich möglich.
Zugleich sollen didaktische Perspektiven der Thematik im Rahmen des Gymnasialunterrichts berücksichtigt werden: Die Thematik betrifft sowohl Unterrichtseinheiten bzw. Bildungsstandards des Schulfachs Ethik wie Möglichkeiten des sog. fächerverbindenden bzw. -übergreifenden Unterrichtens.

Qualifizierter Schein: (1) regelmäßige Teilnahme, (2) eine mündliche Präsentation, (3) eine schriftliche Hausarbeit.

Literaturhinweise:
Kant: die oben genannten Schriften.
Otfried Höffe: Immanuel Kant, München, Becksche Reihe, zuerst 1983 (als Einführung zu Kant).
Lutz Koch: Kants ethische Didaktik, Würzburg, Ergon-Verlag, 2003 (als Standardwerk zu Kants Moralphilosophie und philosophischer Moralpädagogik).

Bohlken: Einführung in die Ethik: Grundbegriffe und Konzeptionen der Ethik (EPG 1)

Kompaktveranstaltung Sa 1.07.- So 2.07./16.07.-17.07.; 10-16 Uhr, Burse, Raum X
Der Termin für die Vorbesprechung (Ende Mai/Anfang Juni) wird noch bekannt gegeben.

Das Kompaktseminar bietet eine Einführung, die Kenntnisse über die wichtigsten Grundbegriffe und Ansätze innerhalb der Ethik vermitteln soll. Im Anschluss an eine Klärung der Begriffe Moral, Ethik und Sittlichkeit werden wir uns am ersten Wochenende mit den Ansätzen der Kantischen Vernunftethik, der Diskursethik, der Tugendethik und des Utilitarismus beschäftigen. Nachdem damit ein erster Überblick gewonnen ist, sollen weitere Grundbegriffe wie Freiheit, Autonomie, gut/böse, Glück und Würde erörtert werden.
Im Mittelpunkt des zweiten Seminarwochenendes steht das Verhältnis von Allgemeiner Ethik und Anwendungsbezogener (oder auch: Angewandter) Ethik. Um dieses Verhältnis besser zu verstehen, werden wir uns mit Entstehungsbedingungen und Grundfragen der Bioethik, Technikethik und Wirtschaftsethik befassen. Abschließend soll die Verbindung von Ethik und Pädagogik diskutiert werden.
Scheinvoraussetzungen: Scheine können über Referate (Vergabe bei der Vorbesprechung) sowie über Hausarbeiten erworben werden.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung per E-Mail: bohlkenspam prevention@ph-weingarten.de . bis zum 17.04.2006

Textgrundlage:
Annemarie Pieper: Einführung in die Ethik, 5. Aufl. Tübingen/Basel 2003.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).

Bojanowski: Kant, Kritik der praktischen Vernunft (Analytik)

Di 14-16, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 25.04.

So vordringlich die Fragen etwa um Bioethik, soziale Gerechtigkeit oder auch nach dem guten Leben sein mögen, eine verantwortliche Lösung dieser Fragen ist nur auf der Grundlage einer moralphilosophischen Fundamentaltheorie möglich. Kant hat uns eine solche Theorie geliefert. Wer in der Gegenwart Moralphilosophie betreiben will, wird negativ absetzend oder positiv anschließend zu seinem Theorieentwurf Stellung nehmen müssen.
Aus Gründen, die im Laufe des Seminars sichtbar werden, wollen wir uns hauptsächlich auf den ersten Teil (Analytik) der Kritik der praktischen Vernunft beschränken. Das Seminar gliedert sich in drei ungleiche Teile: Durch systematische Argumentationsanalyse werden wir zunächst die Theorie, die Kant in der Analytik der Kritik der praktischen Vernunft entwickelt, rekonstruieren (Sitzungen 1-7). Anschließend soll in einem zweiten Teil diese Theorie anhand zweier ausgewählter Passagen aus Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten um ein prozedurales Element ergänzt werden (Sitzungen 8-10). Danach wird es schließlich vielleicht möglich sein, von der Rekonstruktion zur Evaluation überzugehen: Der dritte und letzte Teil des Seminars wird sich kritisch mit den Standardeinwänden beschäftigen, die gegen Kants Theorie vorgebracht worden sind (Sitzungen 11-13).
Es wird vorausgesetzt, dass jeder Teilnehmer zumindest den ersten Teil der Kritik der praktischen Vernunft vor dem Seminarbeginn gelesen hat. Einen qualifizierten Schein erwirbt, wer entweder eine Hausarbeit schreibt oder während des Semesters zwei Essays im Umfang von jeweils ungefähr 2000 Wörtern verfasst.

Literatur:
Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft (Meiner Ausgabe).
Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Meiner Ausgabe).

Dietrich: Einführung in die Allgemeine Ethik (EPG 1)

Mi 14-16, Verfügungsgebäude, Wilhelmstr. 19, Raum 1.01., Beginn: 26.04.

Das Seminar führt in die Grundlagen der Allgemeinen Ethik ein. Das Ziel ist es, einen systematischen Überblick über Grundbegriffe und Begründungsansätze der Allgemeinen Ethik zu geben, das Verhältnis von Ethik zu den (anderen?) Wissenschaften zu reflektieren und eine theoretische Grundlage für die Bearbeitung konkreter ethischer Fragen zu gewinnen. In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).

Voraussetzungen: keine.
Benoteter Schein: Aktive Mitarbeit und Abschlussklausur oder Hausarbeit.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung bis zum 17.04.
izew.epg-tuebingenspam prevention@uni-tuebingen.de

Engels: Ausgewählte Probleme der Bioethik Begleitseminar zur Vorlesung (EPG 2)

Mi 10-12 Uhr, Wilhelmstr. 19, Raum 1.01, Beginn: 3.05.

Das Proseminar dient der Vertiefung von Themenstellungen der Vorlesung. Für Studierende der Philosophie, Biologie und des EPG 2-Studiums ist die Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises neben regelmäßiger Teilnahme ein Seminarvortrag mit Thesenpapier, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit. Die Anforderungen für Studierende anderer Fächer richten sich nach deren Studienbedingungen.
Eine Liste der im Seminar zu behandelnden Literatur wird zu Beginn des Semesters verteilt.
In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu fach- bzw. berufsethischen Fragen erworben werden (EPG 2).

Fenner: Aristoteles: Über die Seele De anima

Di 14-16, Burse, Raum X, Beginn: 25.04.

Peri psyches/De anmia/Über die Seele gilt als eine der vielen bahnbrechenden Schriften des Aristoteles. Er entwickelt darin die Grundlage und Methodik der Psychologie und liefert eine Analyse der seelischen Vermögen des Wahrnehmens, Erkennens und Strebens, die philosophiegeschichtlich starke Nachwirkung hatte. Seine Studie über die Seele als Prinzip des Lebens bezieht sich auf den lebenden Organismus als Ganzem und verwehrt sich damit von vornherein gegen die dualistische Sichtweise eines Platon oder Descartes. Im Rahmen seines Hylemorphismus existiert die Seele als Form oder Aktualitätsprinzip niemals unabhängig vom Leib (Materie), welchem sie ihrerseits Einheit verleiht. Indem sich Aristoteles zufolge geistig-seelische Tätigkeiten zwar aufgrund ihres Gebundenseins an physiologische Vorgänge in einer physikalischen Sprache beschreiben, aber nur in mentalen Begriffen wie Vorstellung oder Zwecksetzung erklären lassen, vertritt er einen Antireduktionismus.
Ziel des Seminars ist es, dank der gemeinsamen Diskussion Einsicht zu gewinnen in diese bedeutsame Schrift der antiken Philosophie.
Einen benoteten Schein erhält man durch das Verfassen einer Hausarbeit. Von den TeilnehmerInnen wird die Übernahme eines Protokolls erwünscht.

Empfohlene Textausgabe: Aristoteles: Über die Seele, Griechisch-Deutsch, Felix Meiner Verlag, Hamburg 1995.

Geiger: Die Philosophie von Francis Bacon

Di 10-12, Burse, Raum X, Beginn: 25.04.

Mit seinen Ideen zur wissenschaftlichen Methodologie und seinem Verständnis von Wissenschaft als arbeitsteiligem, kooperativem und generationenübergreifendem Projekt gehört Francis Bacon (1561-1626) zu den Gründungsfiguren in der Philosophie der Neuzeit. Wir werden uns in diesem Proseminar mit den Schriften beschäftigen, in denen diese innovativen Ideen ausführlich entwickelt werden (also mit dem Neuen Organon und Neu-Atlantis), aber ebenso mit den früheren Schriften, in denen diese Konzeption in Auseinandersetzung mit der philosophischen Tradition entwickelt wird (eine Auswahl aus den Essays, der Weisheit der Alten, Valerius, Terminus und Advancement of Learning).

Einen benoteten Schein erhält man für eine schriftliche Hausarbeit.
Als gute Einführung kann ich das in der Reihe Denker erschienene Buch von Wolfgang Krohn empfehlen (C.H. Beck 1987).


Gordon: Einführung in die philosophische Ethik (EPG1)

Kompaktveranstaltung, Vorbesprechung am 28.04.,Burse, Schellingzimmer.
22. und 23.07.06 (Sa und So): 9.00-13.00 Uhr und 14.00-17.00 Uhr
29. und 30.07.06 (Sa und So): 9.00-13.00 Uhr und 14.00-17.00 Uhr


Das Seminar gibt auf der Grundlage des Werkes von Hans Krämer Integrative Ethik (1995) einen umfassenden Überblick über die zentralen Themen in der Ethik. Über die kritische Lektüre von Krämers Integrative Ethik hinaus werden ergänzend ausgewählte Texte anderer Autoren untersucht und diskutiert. Die Veranstaltung führt einerseits in die einzelnen Themen der Philosophischen Ethik ein, wobei der jeweilige Kerngedanke herausgearbeitet wird, und erhebt andererseits den Anspruch, das wissenschaftliche Arbeiten zu vermitteln, so dass die Teilnehmer/Innen anschließend in der Lage sein werden, eigenständig philosophische Themen zu bearbeiten.
Das Seminar ist für Studierende aller Fakultäten geeignet. Zu Beginn wird ein Veranstaltungsplan mit einer ausführlichen Literaturliste verteilt.
In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).

Benoteter Schein: Kurzreferat (10 Min.), mündliche Prüfung (20 Min.) und Hausarbeit.
Die Teilnehmerzahl in dieser Veranstaltung ist beschränkt. Eine Anmeldung war bis zum 17.04. erforderlich. E-Mail: john-s.gordonspam prevention@uni-tuebingen.de . Alle Seminarplätze sind vergeben!

Goy: Aristoteles, Physik

Mi 18-20, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 26.04.

Im Proseminar lesen wir Auszüge der Aristotelischen Theorie der Natur und Bewegung. Gegen Parmenides und Zenons Leugnung der Bewegung im Seienden überhaupt behandelt Aristoteles in der Metaphysik oder ersten Philosophie die Dinge, insofern sie unveränderlich zugrundeliegende Substanzen haben, in der Physik oder zweiten Philosophie hingegen die natürlichen Gegenstände, insofern sie der Veränderung, der Bewegung, dem Wandel unterliegen. Im Gegensatz zu künstlich hergestellten Dingen tragen Naturdinge den Anfang der Bewegung in sich selbst. Aristoteles analysiert vier Formen zeitlicher natürlicher Bewegungen, das substantielle Entstehen und Vergehen, das quantitative Wachsen und Schwinden, die qualitative Veränderung von Eigenschaften und die Ortsbewegung, etwa streben die vier einfachsten natürlichen Körper, Feuer, Wasser, Erde und Luft, an den ihnen eigentümlichen kosmologischen Ort. Daneben gibt es eine einzige immerwährende, die ewige Kreisbewegung des Fixsternhimmels. Und noch einmal berührt die Physik eine Frage der Metaphysik, denn die Suche nach einem ersten Anfang der Bewegung überhaupt wird durch die Annahme eines ersten, selbst unbewegten Bewegers beantwortet, der die Kugelschalen des Kosmos in Bewegung setzt: der Aristotelische Gott.
Griechischkenntnisse sind erwünscht.

Scheinerwerb: Hausarbeit
Textausgabe: Eine zufriedenstellende deutsche Übersetzung der Aristotelischen Physik ist ein Desiderat. Wir arbeiten mit der zweisprachigen Ausgabe von H. G. Zekl, 2 Bd., Hamburg: Meiner 1987/8.
Wer kann, benutze englische Übersetzungen, z.B. Wicksteed, P. H./Cornford, F. M., Aristotle's Physics, in: Aristotle in twenty-three volumes, London, 2 vols., 1968/1970 (Loeb edition); Hardie, R. P./Gaye, R. K.: classics.mit.edu/Aristotle/physics.html; bzw. Teilübersetzungen: Charlton, W., Physics Books I and II, Oxford 1983; Hussey, E., Physics Books III and IV, Oxford 1983; Graham, D., Physics Books VIII, Oxford 1999.

Heidelberger: Einführung in die Wissenschaftsphilosophie

Mi 10-12, Forum Scientiarum, Doblerstr. 33, Beginn: 26.04.

Die Naturwissenschaften sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und bestimmen viele Bereiche in unserer Gesellschaft. Weniger gut steht es aber mit dem Wissen darüber, was Wissenschaft eigentlich ausmacht, wie sie so gut funktionieren kann, worauf ihre Geltung beruht und wo ihre Grenzen liegen. Das Proseminar soll zur kritischen Auseinandersetzung mit den Erfahrungswissenschaften anleiten. Es werden nicht nur die klassischen Ansätze der Wissenschaftstheorie wie Induktivismus, Falsifikationismus und kritischer Rationalismus behandelt sowie die Theorien von K. Popper, I. Lakatos, Th. Kuhn, P. Feyerabend vorgestellt, sondern es wird auch auf neuere wissenschaftstheoretische Entwicklungen eingegangen (Bayesscher Ansatz, die Bedeutung des Experiments und der naturwissenschaftlichen Gesetze, die Debatte zwischen Realisten und Anti-Realisten). Besondere Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Teilnehmer aus allen Fakultäten, ausdrücklich auch den naturwissenschaftlichen, sind willkommen! Erwartet wird die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats (das u. U. auch als Gruppenreferat gehalten werden kann).
Scheinerwerb durch Referat und Hausarbeit.

Textgrundlage:
Alan F. Chalmers, Wege der Wissenschaft: Einführung in die Wissenschaftstheorie. 5. Auflage. Berlin/ Heidelberg/ New York: Springer 2001. 19,95 .


Hofmann: Einführung in die Sprachphilosophie

Do 14-16, Burse, Melanchthonzimmer, Beginn: 27.04.

Dieses Proseminar ist eine systematische Einführung in die Sprachphilosophie, die sich an prominenten Positionen in der Sprachphilosophie orientiert. Die Grundfrage lautet schlicht: Was ist sprachliche Bedeutung? Was macht es aus, dass ein sprachlicher Ausdruck diejenige Bedeutung hat, die er hat, und nicht eine andere oder keine? Damit zusammen hängt natürlich die Frage, wie kompetente Sprecher die Bedeutung verstehen. Eine Theorie der Bedeutung sollte auch eine gute Antwort auf diese Frage liefern können. Zunächst werden wir kurz etwas von Frege und Russell lesen, was auch dazu dienen soll, die ersten Grundbegriffe und Unterscheidungen einzuführen. Dann sollen die Ansätze von Ludwig Wittgenstein und Paul Grice in Grundzügen studiert werden. Wittgenstein versucht, sprachliche Bedeutung über den Gebrauch zu verstehen. Grice möchte sprachliche Bedeutung letztlich auf geistige Zustände zurückführen, insbesondere auf (kommunikative) Absichten, was dem Wittgensteinschen Ansatz direkt entgegenläuft. Das Proseminar ist für Erstsemester geeignet.
Ein Reader mit den Texten wird zu Beginn zusammengestellt.

Scheinerwerb: Referat und Hausarbeit.
Literatur:
Lycan, W.G. (1999), Philosophy of Language. A Contemporary Introduction, Routledge, London.
Martinich, A.P. (Hg.), The Philosophy of Language, Oxford University Press, Oxford, 1990.
Taylor, K. (1998), Truth and Meaning, Routledge, London.
Tugendhat, E. (1976), Vorlesungen zur Einführung in sprachanalytische Philosophie, Suhrkamp, Frankfurt a. M.


Keul: Freiheit und Ordnung. Einführung in die politische Ethik (EPG 1)

Kompaktveranstaltung: Mo 31.07.- Mi 2.08., Burse, Raum X, Vorbesprechung: Mi 10.05., 12.15-13.15 Uhr, Burse, Melanchthonzimmer

Freiheit und Ordnung das sind zwei Schlüsselbegriffe der philosophischen Ethik. Gleichwohl ist deren Verhältnis keineswegs eindeutig geklärt. Sind sie einander entgegengesetzt oder verweisen sie notwendig aufeinander? Gründet die zwischenmenschliche Ordnung auf der Freiheit der Individuen oder ist umgekehrt deren Freiheit allein durch eine angemessene Ordnung gewährleistet? Und nicht zuletzt: Wie lässt sich eine gesellschaftliche Ordnung denken, die die Mannigfaltigkeit der Lebensformen nicht beschränkt, sondern allererst zur Geltung bringt?
Anhand ausgewählter Texte aus der philosophischen Tradition, von Aristoteles ausgehend über Kant, Humboldt und Hegel bis hin zu zeitgenössischen Theorien (Habermas und Höffe), werden wir im ersten Teil des Seminars unterschiedliche Vorstellungen des Verhältnisses von Freiheit und Ordnung gemeinsam erarbeiten. Im zweiten Teil des Seminars sollen die erarbeiteten begrifflichen Vorklärungen auf einzelne Praxisfelder angewandt werden. Die Veranstaltung ist für Studierende aller Fakultäten geeignet.
In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).
Benoteter Schein: Mitarbeit und Abschlussklausur.

Die Teilnehmerzahl in dieser Veranstaltung ist beschränkt. Eine Anmeldung ist bis zum 17.04. erforderlich. E-Mail: hans-klaus.keulspam prevention@uni-ulm.de .

Koch, A. F.: Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts Interpretationskurs I

Di 16-18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 2.05.

In diesem zweisemestrigen Kurs lesen und interpretieren wir auszugsweise Hegels Grundlinien der Philosophie des Rechts. Im ersten Teil des Kurses sollen die Einleitung und die ersten beiden Abschnitte des ersten Teils (Das abstrakte Recht) behandelt werden. In der Seminarbibliothek wird ein Handapparat mit Forschungsliteratur eingerichtet. Für den Scheinerwerb sind aktive Mitarbeit (Bereitschaft zur Übernahme eines Stundenprotokolls) und eine Hausarbeit pro Semester erforderlich, von denen eine durch ein Referat ersetzt werden kann.

Koch, D.: Platon, Lysis

Di 18-20, Burse, Raum X, Beginn: 25.04. In der ersten Sitzung findet eine Vorbesprechung statt.

Der Umgang mit philosophischen Schriften bedarf bestimmter »handwerklicher« Voraussetzungen: Die Fähigkeit eines begrifflich genauen Lesens, das Vermögen, die spezifische Problemstellung eines Textes herauszupräparieren, die Beherrschung der charakteristischen Begrifflichkeit eines Autors, zudem die stete Beachtung der Differenz von Textauslegung und eigener Sachinterpretation und anderes mehr.
Dieses Proseminar will über die Demonstration dieser Umgangsweisen hinaus zusammen mit Platons frühem Dialog »Lysis« vor allem in die Eigenart und in den Reichtum philosophischer Probleme und philosophischen Denkens der Antike einführen.
Platons »Lysis« handelt von der Frage nach dem Wesen der Freundschaft. Wir werden den Antwortversuchen Platons auf diese Frage nachgehen. Bei den verschiedenen Bemühungen um die Klärung des Phänomens Freundschaft kommt Sokrates mit seinen Dialogpartner auch auf das Gute zu sprechen, das um seiner selbst willen geliebt wird. Was es mit diesem Guten und vor allem mit der Idee des Guten auf sich hat, soll in einem Exkurs in Auseinandersetzung mit dem Sonnen-, Linien- und Höhlengleichnis aus Platons Dialog »Politeia« aufgenommen werden. In einem weiteren Exkurs wenden wir uns in einer Art Kontrastierung und Ergänzung zum »Lysis« dem berühm-ten Bestimmungsversuch des Aristoteles zum Wesen der Freundschaft in der »Nikomachischen Ethik« zu.
Griechischkenntnisse sind nicht vorausgesetzt.

Leistungsnachweise für einen unbenoteten Schein: Übernahme eines Protokolls (Umfang: 2-3 Seiten)

Leistungsnachweis für einen benoteten Schein: Hausarbeit (Umfang: 10 bis 15 Seiten; Abgabetermin: spätestens bis 31.10.). Eine Vorschlagsliste wird zu Beginn des Semesters ausgegeben.

Textgrundlage für das Seminar:
Platon Werke. Übersetzung und Kommentar. Band V 4: Lysis (übersetzt und kommentiert von Michael Bordt). Göttingen 1998 (siehe hierzu die Kopiervorlage im »Seminarapparat: Platon, Lysis, SoSe 2006«, Burse, II. Stock, gegenüber Zimmer 219)

Koch, D.: Martin Heidegger: Sein und Zeit Interpretationskurs II

Do 18-20, Burse, Raum X, Beginn: 27.04.

Martin Heideggers Sein und Zeit ist eines der Schlüsselwerke der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum unserer Auseinandersetzung wird Heideggers verwandelnde Aufnahme der »alten« abendländischen Frage nach dem Sein stehen (Was ist überhaupt Sein?, Wird es in vielfacher Weise ausgesagt? Wie »gibt« es Sein?). Dieser Neuansatz geschieht auf dem Boden eines durch Endlichkeit bestimmten Verstehens und Auslegens von Sein: Wie steht unsere seinsverstehende Endlichkeit mit der Zeitlichkeit von »Sein im Ganzen« zusammen, wenn es dieses Sein überhaupt nur im Verstehen und Auslegen des einzelnen Daseins »gibt«? Bei der versuchten Antwort auf diese Frage wird sich ein ungeheurer Reichtum an Wesensphänomenen und -bezügen erschließen.
Da das Sommersemester den zweiten Teil des Interpretationskurses darstellt, sind weitere Teilnehmer herzlich willkommen, es besteht für diese jedoch keine Möglichkeit eines Scheinerwerbs.

Scheinerwerb: eine Hausarbeit pro Semester (Umfang: 10 bis 15 Seiten à 2000 Anschläge). Eine Vorschlagsliste von Hausarbeitsthemen wird zu Beginn ausgegeben.

Textgrundlage:
Heidegger, Martin: Sein und Zeit (Einzelausgabe; Niemeyer Verlag, Tübingen; beliebige Auflage).


Koridze: Die Intentionalitätstheorien im Mittelalter. Einführung in die Geschichte einer gegenwärtigen Debatte

Mo 18-20, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 24.04.

Was ist die Intentionalität des Denkens? Wie erreicht der Verstand seinen Gegenstand (sprachlich etwa und/oder gedanklich)? Das Thema der Intentionalität des Geistes wurde in den verschiedenen Abschnitten der Philosophiegeschichte intensiv behandelt. Von intentionalen Implikationen bei Aristoteles bis zur ersten scholastischen Explikation und weiter bis hin zum modernen, von Brentano eingeleiteten Wiederaufleben der Fragestellung nach dem intentionalen Charakter des Denkens, die heute das gesteigerte Interesse seitens der Philosophie des Geistes und der Sprachphilosophie erweckt. Die Lehrveranstaltung wird sich hauptsächlich auf die mittelalterlichen Stationen dieser Entwicklung konzentrieren.
Es werden die Intentionalitätstheorien von mittelalterlichen Autoren wie Thomas von Aquin, Heinrich von Gent, Hervaeus Natalis, Petrus Aureoli und Wilhelm von Ockham erarbeitet und diskutiert. Auf die komparative Art wird das Trennende und das Verbindende dieser Ansätze herausgestellt und am Ende der Veranstaltung vor dem Hintergrund des modernen Intentionalitätsverständnisses verortet.

Unbenoteter Schein: Referat, benoteter Schein: Hausarbeit

Literatur:
Aristoteles, Über die Seele, Hamburg: Meiner 1996.
Brentano, F., Psychologie vom empirischen Standpunkt. Ed. Kraus, 2. Bde., Hamburg: Meiner 1974 (Nachdruck von 1874);
Perler, D., (Hrsg.) Ancient and Medieval Theories of Intentionality. Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters, Bd. 76. Leiden: Brill. 2001;
Ders., Theorien der Intentionalität im Mittelalter. Frankfurt am Main: Klostermann, 2002.
Searle, J. R., Intentionality. An Essay in the Philosophy of Mind, London: Cambridge University Press 1983.

Kreß: J. G. Fichte: Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre (1794) Interpretationskurs I

Mo 14-16, Burse, Raum X, Beginn: 24.04.

Fichtes frühe Wissenschaftslehre unternimmt den Versuch, die Kantische Transzendentalphilosophie zu überbieten und das System des Wissens in der Selbstreferenz des Selbstbewusstseins zu fundieren. Was sich aus einer streng kantischen Perspektive leicht als Fehlinterpretation analysieren lässt, markierte philosophiegeschichtlich nichts Geringeres als die Begründung des deutschen Idealismus. Ungeachtet seines eher hölzernen Sprachduktus faszinierte Fichte das Dreigestirn Schelling, Hegel und Hölderlin ebenso wie die bedeutendsten Vertreter der deutschen Romantik.
Das Seminar wird mit Fichtes Schrift Über den Begriff der Wissenschaftslehre einsetzen und gelegentliche Exkurse zu Kant, Reinhold und Jacobi unternehmen. Im zweiten Teil (Wintersemester) sollen Hegels Fichtekritik und neuere Forschungsliteratur hinzugezogen werden. Der Interpre-tationskurs eignet sich als Einstieg in den deutschen Idealismus und die Subjektivitätstheorie.
Ein benoteter Schein kann durch ein Sitzungsprotokoll sowie ein Referat mit Thesenpapier oder einer Hausarbeit erworben werden.

Literatur:
J. G. Fichte: Über den Begriff der Wissenschaftslehre (1794).
Ders.: Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre (1794/95) Beides in: Fichtes Werke, hrsg. v. I. H. Fichte, Nachdruck der Ausgabe Berlin 1845/46, Berlin: de Gruyter 1971, Band I.
Sekundärliteratur: Peter Baumanns, J. G. Fichte. Kritische Gesamtdarstellung seiner Philosophie, Freiburg/München 1990.
Dieter Henrich, Fichtes ursprüngliche Einsicht, Frankfurt/M. 1967.
Peter Rohs, Johann Gottlieb Fichte, München 1991.

Kreß: Einführung in die Ethik und ihre Geschichte (EPG 1)

Di 12-14, Burse, Raum X, Beginn 25.04.

Das Proseminar soll in die Grundbegriffe, die Positionen und die Begründungskonzepte der modernen Moraltheorie und deren Genese einführen. Leitend sind dabei die Frage nach der Fundierung der Ethik, die Frage nach dem Wissensstatus moralischer Urteile und Wertungen und die Frage nach dem Verhältnis zwischen praktischem und theoretischem Wissen. Die zentralen Theorien der Ethik Eudämonismus, Deontologie, Utilitarismus werden anhand von Textpassagen ihrer bedeutendsten Vertreter vorgestellt.
Ein benoteter Schein kann durch ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder eine Hausarbeit erworben werden.

Literatur:
O. Höffe: Lesebuch zur Ethik. Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart; München 1998 (Beck).
Truls Wyller: Geschichte der Ethik. Eine systematische Einführung. Paderborn 2002 (mentis).

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).
Die Teilnehmerzahl in dieser Veranstaltung ist beschränkt. Eine Anmeldung ist bis zum 17.04. erforderlich. E-Mail: angelika.kressspam prevention@uni-tuebingen.de

Loewe: Freiheit. Einführung in die politische Ethik (EPG 1)

Fr 16-19, 14täglich, Burse, Raum X, Beginn: 28.04.

Ziel des Seminars ist die Einführung in Grundbegriffe der philosophischen Ethik und in die vielfältigen Formen des moralischen Argumentierens. Den thematischen Schwerpunkt bilden dabei die mit dem Begriff der Freiheit verbundenen ethisch-politischen Fragestellungen.
Freiheit ist ein wichtiger moralischer Wert, nicht nur in der personalen, sondern auch in der politischen Ethik. Aber es ist alles andere als klar, was sie impliziert und dementsprechend wo die absoluten Grenzen im Gebrauch der politischen Autorität zu ziehen sind. Während einige sich auf die Freiheit als Abwesenheit von Zwang berufen, um einen individuellen Handlungsrahmen abzugrenzen und jegliche staatliche Intervention in denselben als illegitim zu erklären und zu unterbinden, versuchen andere anhand der Freiheit als persönlicher Autonomie Formen von staatlicher Intervention zu legitimieren, die aus der erstgenannten Perspektive nicht annehmbar sind.
Anhand einer Untersuchung der in der gegenwärtigen Diskussion verwendeten Freiheitsbegriffe werden im Seminar verschiedene moralische Argumentationsstrategien und Moraltheorien dargestellt und diskutiert.
Die Veranstaltung ist für Studierende aller Fakultäten geeignet. Zu Beginn des Semesters wird ein Reader bereitgestellt.

Scheinerwerb: Referat mit Ausarbeitung oder Hausarbeit.
In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).
Die Teilnehmerzahl in dieser Veranstaltung ist beschränkt. Eine Anmeldung ist bis zum 17.04. erforderlich. E-Mail: dloewespam prevention@hotmail.com .



Mirbach: Sören Kierkegaard: Stadien auf des Lebens Weg

Kompaktveranstaltung
Sa 24.06.- So 25.06. / Sa 8.07.- So 9.07., Burse, Schellingzimmer, Beginn: 24.06.
Vorbesprechung: Einführung, Literaturhinweise, Vorstellung des Seminarprogramms und Vergabe von Referatthemen Fr 28.04., 12-14 Uhr, Schellingzimmer

Søren Kierkegaard hat das umfangreiche Werk Stadien auf des Lebens Weg im April 1845, zwei Jahre nach dem Erscheinen von Entweder Oder, veröffentlicht. Die Stadien, die, künstlerisch gesehen, ein Meisterwerk in Kierkegaards schriftstellerischem Schaffen (Peter P. Rohde) darstellen, nehmen die Thematik von Entweder Oder wieder auf: Die Unterscheidung von ästhetischer, ethischer und religiöser Existenzform, wobei, nach der Schilderung des Ästhetischen im Abschnitt In vino veritas, einem an Platon angelehnten Symposion, und der Beschreibung des Ethischen im Abschnitt Allerlei über die Ehe, nun der religiösen Existenzsphäre in der Erzählung der Leidensgeschichte des Quidam in dem großen, den Schwerpunkt des Werks bildenden Abschnitt Schuldig? Nicht schuldig? gegenüber Entweder Oder nun ein eigener Raum gegeben wird, in dem die Anerkenntnis der Schuld und die Reue des Einzelnen als Voraussetzung für die Existenz im Glauben erscheint.
Aufgrund des Umfangs, der Komplexität und der Fülle (an biographischen und intertextuellen) Voraussetzungen und Bezügen des Werks ist es sinnvoll, Kierkegaards Stadien in einer durch intensive Lektüre vorbereiteten Kompaktveranstaltung zu behandeln.

Benoteter Schein: Kurzreferat und schriftliche Ausarbeitung.

Misselhorn: Hans-Georg Gadamer, Wahrheit und Methode

Di 10-12, Burse, Schellingzimmer, Beginn 25.04.

In einer Zeit, in der die Geisteswissenschaften unter einer permanenten Legitimationskrise leiden, lohnt es sich, einen Blick in Gadamers Standardwerk zu den Grundlagen und Eigenarten geisteswissenschaftlicher Erkenntnis zu werfen. Freilich setzt sich Gadamer darin gerade nicht zum Ziel, eine strenge Methodik geisteswissenschaftlicher Forschung zu entwerfen. Vielmehr entzieht sich deren Gegenstand seiner Ansicht nach dem Ideal eines strikten Methodenwissens und kann sich nur im Prozess des Verstehens erschließen. Dieser gleicht einem Dialog, in den man nicht nur mit Menschen, sondern auch mit Texten oder Kunstwerken treten kann. Die Situationsgebundenheit eines solchen Prozesses und die Abhängigkeit vom subjektiven Standpunkt, den eigenen Vormeinungen, bilden für Gadamer Gründe für die methodische Unfassbarkeit hermeneutischer Einsicht. Wir wollen im Seminar versuchen, in diesem Zusammenhang wichtige Begriffe wie Wahrheit, Sinn, Erkenntnis, Verstehen, hermeneutischer Zirkel, Horizonterweiterung etc. in ihrem Zusammenhang und ihrer Funktion im Rahmen von Gadamers Ansatz zu begreifen. Falls die Zeit reicht, wollen wir uns auch noch mit der kritischen Rezeption Gadamers (z.B. der Kontroverse mit Apel/Habermas) beschäftigen.

Scheinvergabe: Referat und Hausarbeit

Literatur: Hans-Georg Gadamer: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr Siebeck (Auflage egal).

Müller-Koch: Glück ethische und interdisziplinäre Perspektiven (EPG 2)

Do 11-13, Verfügungsgebäude, Wilhelmstr. 19, Raum 1.01, Beginn: 27.04.

Die Philosophie hat immer wieder versucht, das Glück der Menschen a priori zu bestimmen. Aristoteles beschrieb aufgrund begrifflicher Reflexion drei Lebensformen, in denen verschiedene Arten von Glück als letztes Ziel angenommen werden: das Genussleben, dessen Ziel die Maximierung von Lust ist; das politische Leben, das um der Ehre willen gelebt wird, und die theoretische oder betrachtende Lebensweise, die einem Philosophen angemessen ist.
Zweifel an der Methode, das Glück der Menschen auf diese Weise bestimmen zu wollen, haben ihre Berechtigung; an diesem Punkt können Betrachtungen aus der angewandten Ethik und anderer Disziplinen einsetzen. Soziologische, psychologische und weitere sozialwissenschaftliche Untersuchungen, sowie geschlechterspezifische Untersuchungen können zeigen, dass unter Glück ganz Verschiedenes verstanden wird.
Vor dem Hintergrund philosophischer Überlegungen zum Glück sollen verschiedene ethische, sozialwissenschaftliche, etc. Betrachtungsweisen untersucht werden und Antworten auf u. a. folgende Fragen gesucht werden: Empfinden Menschen Glück in verschiedenen Kulturen verschieden? Was hat Glück mit Moral zu tun? Ist Glück für Männer etwas anderes als für Frauen?
Literatur wird in der ersten Sitzung angegeben.

Benoteter Schein: Aktive Mitarbeit und Klausur (EPG 2-Schein) bzw. Hausarbeit (Fachschein Philosophie).

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu fach- bzw. berufsethischen Fragen erworben werden (EPG 2).

Oberauer: Die Gettierdebatte ist Wissen gerechtfertigte wahre Meinung?

Do 18-20, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 27.04.

Und das ist doch auf alle Weise einfältig, denen, welche die Erkenntnis suchen, zu sagen, sie sei richtige Vorstellung verbunden mit Erkenntnis, gleichviel ob des Unterschiedes oder sonst etwas anderem. Weder also die Wahrnehmung, o Theaitetos, noch die richtige Vorstellung, noch die mit der richtigen Vorstellung verbundene Erklärung kann Erkenntnis sein. (Platon, Theaitetos, 210a-b). Ungeachtet dieser, dem ersten Anschein nach negativen Diagnose Platons hat sich über Jahrhunderte hinweg die These gehalten, die klassische Antike bestimme Wissen als gerechtfertigte wahre Meinung, wider welche Bestimmung Edmund Gettier 1963 in einem einflußreich gewordenen Aufsatz (Is Justified True Belief Knowledge?) zwei Beispiele präsentierte, um das Ungenügen dieser Definition aufzuzeigen. Die Reaktion auf Gettiers Kritik umfaßt ein weites Spektrum, das vom Anführen zusätzlicher Bedingungen, über den generellen Zweifel an der Möglichkeit, einer definitorischen Bestimmung des Wissens, die Entwicklung Gettierresistenter Wissenskonzeptionen, bis hin zu der These reicht, Gettiers Ausführungen würden (nur) zeigen, daß eine Kluft zwischen epistemischer Rechtfertigung und Wahrheit [besteht] (E. Brendel, Wahrheit und Wissen, 176).
Im Proseminar werden zum einen Gettiers Kritik und die Reaktionen auf diese betrachtet. Zum anderen wird auch die Frage zu berücksichtigen sein, ob die darin kritisierte Bestimmung überhaupt eine adäquate Formulierung der klassischen Definition des Wissens ist. Letzteres scheint schon deshalb fragwürdig zu sein, weil Platon das oben angeführte Resultat tatsächlich nicht als negativ bestimmt.
Wegen der für die Philosophie zentralen Stellung sowohl hinsichtlich der Frage nach der Definition des Wissens als auch der Frage nach dem Verhältnis zwischen Antike und Moderne eignet sich die Veranstaltung für Studienanfängerinnen und Studienanfänger.
Die im Seminar behandelten Texte werden zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt.

Scheinvergabe: Hausarbeit (ca. 15 Seiten), schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Klausur.
Zur vorbereitenden Lektüre empfehlen sich:
Peter Bieri, Bedingungen für Wissen. Einleitung, in: ders. (Hg.), Analytische Philosophie der Erkenntnis, Weinheim 41997, 75-84.
Elke Brendel, Wahrheit und Wissen, Paderborn 1999, Kap. 6 und 7.

Rinderle: Aristoteles, Nikomachische Ethik

Fr 10-12, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 28.04.

Im Proseminar sollen die wichtigsten Begriffe, Thesen und Argumente der Nikomachischen Ethik identifiziert und kritisch diskutiert werden. Ein besonderes Augenmerk der Lehrveranstaltung gilt der Einübung in das Handwerk des Interpretierens eines klassischen Texts der praktischen Philosophie.

Teilnahmevoraussetzungen: Übernahme eines Referats
Scheinvergabe: Hausarbeit
Literatur:
Aristoteles, Nikomachische Ethik, übers. v. O. Gigon, 6. Aufl., München 2004.
Bostock, David, Aristotles Ethics, Oxford 2000.
Höffe, Otfried (Hrsg.), Nikomachische Ethik (Reihe Klassiker auslegen), Berlin 1995.
Wolf, Ursula, Aristoteles Nikomachische Ethik, Darmstadt 2002.

Schick: Edmund Husserl, Logische Untersuchungen Interpretationskurs II

Do 12-14, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 27.04.

Nach dem kritischen Vorlauf der Prolegomena werden wir uns im zweiten Teil des Kurses mit ausgewählten Untersuchungen aus dem zweiten Band auseinandersetzen. Die Auswahl wird in Abstimmung mit den Teilnehmer/inne/n getroffen. Sicher werden zu behandeln sein: die Frage nach dem phänomenologischen Charakter der Untersuchungen (in Anlehnung an die Einleitung des Zweiten Bandes), Husserls Thesen zu Unterscheidung und Beziehung von Ausdruck und Bedeutung (in der Ersten Untersuchung) und seine Spezies-Theorie (in der Zweiten Untersuchung).

Erwerb eines benoteten Scheins: Übernahme eines Protokolls plus (wahlweise) eines Referats oder einer Hausarbeit. (Hinweis: Dieser Schein zählt als Interpretationskursschein und ersetzt nicht den einer Übung zur Logik.)
Text: Edmund Husserl: Logische Untersuchungen:
Prolegomena zur reinen Logik
: Husserliana Bd. XVIII;
Untersuchungen zur Phänomenologie und Theorie der Erkenntnis: Husserliana Bd. XIX, 1 und 2.
Einzelveröffentlichung: Logische Untersuchungen (Niemeyer) 1993.
Außerdem veröffentlicht in der Ausgabe E. Husserl: Gesammelte Schriften (Meiner) 1992, Bd. 2-4.

Schröder, J: Was ist eine wissenschaftliche Erklärung?

Do 10-12, Burse, Raum X, Beginn: 27.04.

Wie sehen Erklärungen in verschiedenen Wissenschaften aus? Haben sie alle eine einheitliche Form oder gibt es wesentliche Unterschiede? Hempel und Oppenheim hatten in ihrem klassischen Aufsatz von 1948 die Auffassung vertreten, dass Erklärungen sogenannter singulärer Tatsachen, d.h. von Tatsachen, die sich auf einen bestimmten Zeitpunkt und einen bestimmten Ort beziehen, immer mindestens ein Naturgesetz enthalten und die Form eines (deduktiven oder induktiven) Arguments haben und zwar gleichgültig, in welcher wissenschaftlichen Disziplin sie vorkommen. Eine singuläre Tatsache ist nach dieser Auffassung genau dann erklärt, wenn man zeigen kann, dass ihr Auftreten unter den vorliegenden Umständen wahrscheinlich oder zu erwarten ist. Beide Forderungen, nämlich dass eine akzeptable Erklärung Naturgesetze enthalten und dass sie die Form eines Arguments haben soll, wurden in der Folge kritisiert, die zweite Forderung z. B. dadurch, dass manche Erklärungen unwahrscheinliche Ereignisse erklären. Es gibt nämlich keine Argumente, deren Konklusionen im Hinblick auf ihre Prämissen unwahrscheinlich sind. Auf der anderen Seite wurde von Wesley Salmon die Forderung erhoben, dass die Prämissen eines Erklärungsarguments uns etwas über die Ursache der zu erklärenden Tatsache sagen, eine Forderung, die Hempel wiederum ablehnte. Der Gegensatz, der sich hier zeigt, hat damit zu tun, dass Hempel eine epistemische Auffassung von Erklärungen vertritt, bei der es in erster Linie darauf ankommt, dass das Erklärungsargument korrekt ist, während Salmon eine ontische Auffassung vertritt, nach der eine Tatsache nur dann erklärt ist, wenn die Erklärung etwas über den kausalen Mechanismus sagt, der für das Auftreten der Tatsache verantwortlich ist. Die Einsicht, dass Erklärungen pragmatische Elemente enthalten führte weiterhin zu einer Reformulierung dessen, was erklärt wird. Während Hempel meinte, dass es sich bei der zu erklärenden Tatsache, dem Explanandum, darum handelt, dass ein Ereignis eine bestimmte Eigenschaft hat, wiesen andere Theoretiker darauf hin, dass Erklärungen typischerweise kontrastiv sind, d. h. dass erklärt wird, warum ein Ereignis die Eigenschaft P im Gegensatz zur Eigenschaft Q hat. Gegen Salmons Forderung, dass Erklärungen einen kausalen Mechanismus nennen müssen, wurde geltend gemacht, dass es in der Quantenchemie und in der Linguistik akzeptierte Erklärungen gibt, die nicht kausal sind. Eine ontische Auffassung von Erklärung ist nicht auf die Kausalrelation festgelegt, sondern kann weitere Relationen wie die der Identität und der Realisierung zulassen.
Ziel des Seminars soll es ein, den Verlauf der Diskussion über die verschiedenen Anforderungen an Erklärungen in den Grundzügen zu verfolgen und dabei verschiedene Typen von Erklärungen kennen zu lernen.

Scheinerwerb: Referat und Hausarbeit

Literatur:
Hempel, C. G. (1977), Aspekte wissenschaftlicher Erklärung, Berlin: de Gruyter.
Ruben, D.-H. (1993), Explanation, Oxford: Blackwell.
Salmon, W. (1990), Four decades of scientific explanation, Minneapolis: University of Minesota Press.
Schurz, G. (1988), Erklären und Verstehen in der Wissenschaft, München: Oldenburg.

Schröder, W.: Selbstbestimmung und Imperative. Einführung in die philosophische Ethik am Beispiel von Kants Rechtslehre (EPG 1)

Fr 14-16, Burse, Raum X, Beginn: 28.04.

Zu den Grundthemen der Ethik (als Moraltheorie) gehört die Reflexion auf Pflichten, die Menschen aus Vernunftsicht gegenüber sich selbst und anderen haben. Eine zentrale Bezugsgröße ist dabei das Recht (als Inbegriff des Vermögens, andere zu verpflichten). Denn das Kriterium des Rechts entscheidet über die Grammatik eigener und fremder Freiheit. Wer der Frage nach gerechtem, richtigem Recht nachdenkt, gelangt daher unmittelbar ins thematische Zentrum ethischer Theoriebildung. Insofern taugt solche Reflexion besonders gut als Einleitung in Grundprobleme philosophischer Ethik.
In diesem Sinn nimmt das Proseminar einen modernen Klassiker moralischer Rechtstheorie: Kants Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre zum Leitfaden einer Grundsatzreflexion darüber, unter welchen moralischen Imperativen individuelle und kollektive Selbstbestimmung stehen. Als Textgrundlage ist jede handelsübliche Ausgabe der Kantischen Schrift (Metaphysik der Sitten, I. Teil) geeignet.

Einen benoteten EPG-1-Schein erwirbt man durch eine Hausarbeit zu einem zentralen Aspekt der Seminarthematik.

Referenzliteratur zur Konsultation:
O. Höffe (Hg.): Immanuel Kant, Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre, Berlin 1999.
E. Tugendhat: Vorlesung üb er Ethik, 2. Aufl., Frankfurt a. M. 1994.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).

Wiesing: Einführung in die medizinische Ethik (EPG 2)

Do 14-16, Seminarraum, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Schleichstr.8, Beginn: 27.04.

Das Seminar wendet sich sowohl an Studierende der Medizin als auch der Philosophie. Es ist für Erstsemester geeignet. Es versucht eine Einführung in die Medizinische Ethik. Zunächst sollen in einer Übersicht die derzeit wichtigsten Theorien besprochen werden, in zweiten Teil darauf aufbauend das Arzt-Patient-Verhältnis sowie einzelne Problembereiche.

Scheinvergabe: ausgearbeitetes Referat.

Die Texte orientieren sich an der Zusammenfassung von T.A. Mappes und D. Degrazia: Biomedical Ethics, 5. Aufl., McGraw Hill 2001.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu fach- bzw. berufsethischen Fragen erworben werden (EPG 2).

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Seminare

Brachtendorf: Glück als Ziel menschlichen Handelns nach Thomas v. Aquin

Di 16-18, Ort: siehe Aushang , Beginn: 25.04.

Gibt es ein letztes Ziel in allem, was ein Mensch tut? Ist dieses Ziel das gleiche für alle Menschen? Alle Menschen streben nach Glück, doch worin besteht das Glück? Diese und weitere Fragen der Ethik und der Handlungstheorie erörtert Thomas von Aquin zu Beginn der ersten Hälfte des zweiten Teiles seiner Summa Theologiae. Wir werden im Seminar die ersten Quaestiones des zweiten Teils (STh I-II, q. 1-10) diskutieren.
Bislang gibt es keine deutsche Übersetzung dieses Textes. Eine Arbeitsübersetzung wird zu Beginn des Semesters zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt.

Teilnahmevoraussetzung: Bereitschaft zur Übernahme eines Referates und/oder Sitzungsprotokolls.

Engels: Die Darwinsche Revolution im Kontext der Philosophie (EPG 2)
Kompaktveranstaltung Fr 27.07.- Sa 29.07., ganztägig, Wilhelmstraße 19, Raum 1.01
Vorbesprechung: Fr 5.05., 10-12 Uhr, IZEW, Wilhelmstr. 19, Raum 1.01

Der Naturforscher Charles Darwin (1809-1882) hat mit seiner theory of descent with modification through variation and natural selection auf unser Menschen- und Naturbild in Alltag und Wissenschaft entscheidenden und nachhaltigen Einfluss ausgeübt. Seit Darwins ersten Entwürfen seiner Theorie gehörte der Mensch einschließlich seiner geistigen, sozialen und moralischen Fähigkeiten zu ihrem Anwendungsbereich. Dies wirft die Frage nach den Implikationen von Darwins Theorie für klassische philosophische Themen, wie die der philosophischen Anthropologie, der Erkenntnistheorie und der Ethik, auf. Hat Darwin auch hier eine Revolution bewirkt?
Für Studierende der Philosophie, Biologie und des EPG 2-Studiums ist die Bedingungen für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises neben regelmäßiger Teilnahme ein Seminarvortrag mit Thesenpapier, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit. Die Anforderungen für Studierende anderer Fächer richten sich nach deren Studienbedingungen.
Eine Liste der im Seminar zu behandelnden Literatur wird zu Beginn des Semesters verteilt.

Lektüre zur Einführung wird empfohlen:
Eine Autobiographie: Charles Darwin. Mein Leben 1809-1882. Hrsg. Von seiner Enkelin Nora Barlow. Aus dem Engl. übers. von Christa Krüger. Frankfurt: Insel Verlag 1993.
Mark Ridley (Hrsg): Darwin lesen. Eine Auswahl aus seinem Werk. München: dtv 1996 (A Darwin Selection. Fontana Press 1987).
Eve-Marie Engels: Darwins Popularität im Deutschland des 19. Jahrhunderts: Die Herausbildung der Biologie als Leitwissenschaft, in: Achim Barsch und Peter M. Hejl (Hrsg.): Menschenbilder. Zur Pluralisierung der Vorstellung von der menschlichen Natur (1850-1914). Frankfurt: Suhrkamp 2000, S. 91-145.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grund-lagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu fach- bzw. berufsethischen Fragen erworben werden (EPG 2).
Tel. 07071 29-77191; Fax 07071 5211; E-Mail: eve-marie.engelsspam prevention@uni-tuebingen.de

Fenner: Suizid und Suizidbeihilfe: Ethische Probleme (EPG 2)

Mi 16.00-18.15, Burse, Raum X, Beginn: 26.04.

Die Konfrontation mit einem Tod, den jemand vorzeitig für sich selbst wählt und eigenhändig vollzieht, rührt an Grundfragen menschlicher Existenz: Was ist der Sinn oder Wert menschlichen Lebens? Ist das Leben als solches bereits wertvoll oder nur ein Leben von einer bestimmten Qualität? Ist der Suizid überhaupt ein Akt der Freiheit oder nicht vielmehr ein Ausdruck tiefer Verzweiflung in einer ausweglosen Situation?
Die ethischen Stellungnahmen der Philosophen divergieren seit der Antike, und die Straffreiheit des Suizidaktes war lange Zeit keine Selbstverständlichkeit. Wer heute für die ethische Erlaubtheit des Suizids plädiert, hat sich auch die weitergehende Frage nach der ethischen Legitimität der Suizidbeihilfe zu stellen: Wenn jedem Menschen ein Recht auf Selbstbestimmung über sein eigenes Leben und den Zeitpunkt seines Todes zukommt, müsste man nicht auch die Realisierungsbedingungen für dieses Grundrecht bereitstellen? Oder gerät eine institutionalisierte Suizidbeihilfe in Konflikt mit dem Prinzip Fürsorge und ebnet den Weg für gesellschaftliche Fehlentwicklungen der Entsolidarisierung und Verantwortungsreduktion?
Anhand von Argumenten der philosophischen Klassiker (Platon, Aristoteles, Seneca, Thomas von Aquin, Hume, Kant) sollen zunächst mögliche ethische Positionen herausgearbeitet werden. Danach werden einzelne gegenwartsdringliche Fragen unter Miteinbezug neuerer (interdisziplinärer) Texte vertieft.

Einen benoteten Schein erhält man durch das Verfassen einer Hausarbeit. Von den TeilnehmerInnen wird die Übernahme eines Protokolls erwünscht.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu fach- bzw. berufsethischen Fragen erworben werden (EPG 2).

Textgrundlage: Kopiervorlage wird zum Semesterbeginn bereitgestellt.

Figueroa: Francisco de Vitoria. Rechtstheorie und globale Welt

Kompaktveranstaltung
Sa 29.04 - So 30.04. /Sa 6.05.- So 7.05. / Sa 9-12 / 14-17 / 18-22 Uhr, So 9-12; 14-16 Uhr, Burse, Raum X, Beginn: 29.04., 9 Uhr

Die Kompaktveranstaltung sieht vor, den ersten zum Teil modernen Versuch zu verarbeiten, eine für die damals entstehende globale Welt adäquate Rechtstheorie zu entwickeln. Dabei soll gezeigt werden, wie eine vorsichtige Veränderung der tradierten alteuropäischen und mittelalterlichen Rechtstheorie an das Tageslicht kommt. Als zu behandelnden Themen gelten: a) Das Einwanderungsrecht; b) das Niederlassungsrecht; c) das Einbürgerungsrecht; d) das Handelsrecht; e) Vitoria und die Weltwirtschaftsethik; f) Vitoria und der stoische Kosmopolitismus; g) Vitoria und der neuzeitliche Staat. Wünschenswert ist eine aufmerksame Lektüre von Teilen der angegebenen wissenschaftlichen Literatur und die Vorbereitung von einem der angegebenen Behandlungsthemen. Die Teilnehmer können auch von sich aus ein Thema vorschlagen, allerdings soweit es mit dem zu behandelndem Gegenstand sachlich zu tun hat.

Literatur:
Francisco de Vitoria, De Indis Recenter inventis et de Jure belli Hispanorum in Barbaros.
Lateinischer Text nebst deutscher Übersetzung, herausgegeben von: Walter Schätzel, Tübingen 1952.
Ders., De Potestate Civili. Über die staatliche Gewalt. Eingeleitet und übersetzt von: Robert Schnepf, Berlin 1992.
Heinz Eduard Tödt, Theorie und Völkerrecht, in: Georg Picht und Konstanze Eisenbart (Hg.)., Frieden und Völkerrecht, Stuttgart 1973. S. 45.
Antonio Truyol Serra (Hg.), Die Grundsätze des Staatas- und Völkerrechts bei Francisco de Vitoria, Zürich 1947.
Weitere wissenschaftliche Literatur wird während der ersten Sitzung verteilt.

Geiger: Platon, Politikos

Mo 14-16, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 24.04.

Der Politikos, der zu den selten gelesenen Spätdialogen Platons gehört, möchte auf methodisch nachvollziehbare Weise definieren, was ein Staatsmann ist. In dieser Absicht diskutieren die Gesprächsteilnehmer nicht nur einige Grundthemen der politischen Philosophie (Fragen der Klassifikation und der Bewertung von Verfassungen, die Idee der Herrschaft von Gesetzen u. a.), sondern auch Grundfragen der philosophischen Methode, von der man für eine Diskussion dieser Art Gebrauch machen muss.
Den Dialog vor Seminarbeginn bereits gelesen zu haben, ist mehr als willkommen. In diesem Fall ist es zudem so, dass eine Lektüre des Sophistes sehr nützlich wäre, da der Politikos direkt an diesen Dialog anschließt. Wir lesen den Dialog in der Übersetzung von Schleiermacher.
Einen benoteten Schein erhält man für eine schriftliche Hausarbeit.

Gerber: Historische Erklärungen

Mo 16-18, Burse, Schellingzimmer, Beginn 24.04.

Die Geschichtswissenschaft wird in schöner Regelmäßigkeit von teilweise sehr heftigen theoretischen und methodologischen Grundlagendebatten erschüttert. Dabei spielt spätestens seit der Auseinandersetzung um das positivistische Modell einer deduktiv-nomologischen Erklärung, die die wissenschaftstheoretische Wende in der Geschichtsphilosophie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts begleitet hat, das Problem der historischen Erklärung eine prominente Rolle. Und auch wenn in der Geschichtstheorie heute weitgehend Einigkeit darüber herrscht, dass die alte Erklären-versus-Verstehen-Debatte überholt ist, stellt sich nach wie vor, wenn auch unter anderen Vorzeichen, die Frage: Gibt es eine spezifisch historische Art der Erklärung, die sich von naturwissenschaftlichen, aber auch von sozialwissenschaftlichen Erklärungen unterscheidet? Diese Frage nach der Eigenart historischer Erklärungen steht in Verbindung mit dem stets prekären Selbstverständnis der Geschichte als Wissenschaft und verweist auf tiefergehende metaphysische Fragen: Was eigentlich ist Geschichte? Was macht ein vergangenes Ereignis zu einem historischen Ereignis, das in einem spezifisch historischen Zusammenhang steht? Ist das, was wir Geschichte nennen, wie einige jüngere Beiträge zur Debatte meinen, reduzierbar auf einen narrativistisch oder texttheoretisch begründeten Sinnzusammenhang? Oder gibt es doch so etwas wie eine unabhängig und eindeutig bestimmte historische Realität und mithin auch so etwas wie eine historische Wahrheit?
Wir werden uns im Seminar mit allen einflussreichen Modellen einer historischen Erklärung anhand ausgewählter Autoren beschäftigen und dabei auch Beiträge der aktuellen sogenannten kulturgeschichtlichen Debatte diskutieren.

Ein benoteter Schein kann aufgrund einer Stundenvorbereitung und einer Hausarbeit erworben werden.

Anmerkung: Am Seminar können auch interessierte Studierende der Geschichte, die nicht in Philosophie eingeschrieben sind, teilnehmen.

Literatur:
U. Daniel: Kompendium Kulturgeschichte. Theorien, Praxis, Schlüsselwörter, Frankfurt a. Main 2002.
W. J. van der Dussen / L. Rubinoff: Objectivity, Method and Point of View. Essays in the Philosophy of History, New York 1991.
C. Lorenz: Konstruktion der Vergangenheit. Eine Einführung in die Geschichtstheorie, Köln 1997.
A. Suter / M. Hettling: Struktur und Ereignis, Sonderheft 19 von Geschichte und Gesellschaft, Göttingen 2001.

Heidelberger: Interdisziplinäres Seminar zur Wissenschaftsphilosophie

Di 16-18, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 25.04.

Das Seminar hat zwei Ziele: Es soll einerseits ein Forum sein für die Vorstellung und Diskussion von studentischen Arbeiten zur Wissenschaftsphilosophie oder verwandten Gebieten. Andererseits soll ausgewählte neuere wissenschaftsphilosophische Literatur gelesen und gemeinsam diskutiert werden. Thema des Semesters für diesen zweiten Teil ist Max Webers Theorie der Kausalerklärung im Vergleich zu anderen gegenwärtigen Konzeptionen, besonders der von Nancy Cartwright. Weber hat 1904 eine originelle Theorie der Kausalerklärung für die Sozialwissenschaften entwickelt, die erst jetzt verstärkt ins Interesse er Wissenschaftstheorie rückt und neue Perspektiven für die Analyse der Kausalität liefert.

Interessierte Teilnehmer aus allen Fächern sind willkommen.
Wer gerne ein eigenes Thema vorstellen oder zum Semesterthema vortragen möchte, möge sich bitte frühzeitig mit mir in Verbindung setzen.

Scheinerwerb: durch Referat und Hausarbeit.

Literatur:
Fritz Ringer, Max Webers Methodology: The Unification of the Cultural and Social Sciences. Cambridge, Ma.: Harvard University Press 1997. Besonders Kapitel 3 und 4. John L. Mackie, The Cement of the Universe: A Study of Causation. Oxford: Clarendon 1974. Nancy Cartwright, How the Laws of Physics Lie. Oxford: Clarendon 1983.


Hofmann: Normativität und Regelfolgen

Mi 20-22, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 26.04.

Seit Wittgenstein wird versucht, das Verstehen von Bedeutung über Regelfolgen zu erklären. Wer sprachliche Ausdrücke und Äußerungen versteht, folgt einer Regel. Worin besteht ein solches Regelfolgen? Und hat Bedeutung bzw. das Verstehen von Bedeutung wirklich etwas mit Regeln zu tun? Wir wollen im Seminar Wittgenstein und Kripkes Interpretation von Wittgenstein studieren. Anschließend sollen neuere Arbeiten besprochen werden, die sich damit auseinandersetzen, Bedeutung mit und ohne Regeln zu erklären (C. Wright, F. Dretske, J. McDowell u.a.). Dabei wird das Problem der (repräsentationalen) Normativität im Zentrum stehen: Wie kann es sein, dass Ausdrücke (z.B. Prädikate) fälschlicherweise auf Gegenstände angewendet werden, die gar nicht in ihrer Extension liegen?! Wie ist die Natur von Bedeutung zu verstehen, so dass Fehlrepräsentation möglich ist?!
Ein Reader mit den Texten wird zu Beginn zusammengestellt.

Scheinerwerb: Referat und schriftliche Hausarbeit.

Literatur:
Wittgenstein, L. (1971), Philosophische Untersuchungen, Suhrkamp, Frankfurt/M.
Kripke, S. (1989), Wittgenstein on Rules and Private Language, Blackwell, Oxford.
Miller, A., Wright, C. (2002), Rule-Following and Meaning, Acumen, Chesham.

Klinger: Die Moderne als Thema philosophischer Theoriebildung

Kompaktveranstaltung
Do 29.06.- Sa 1.07., Voranmeldung via e-mail (klinger@iwm.at ) oder bei Frau Ott-Haug
Beginn: 29.06., Burse, Raum 211, 10 Uhr

Bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts wird die Moderne entweder als historisch begrenztes literarisch-ästhetisches Phänomen aufgefasst oder das Wort modern dient als zeitlicher Relationsbegriff zur Bezeichnung der Aktualitätsgrenze. Seitdem ist das Interesse am Themenfeld Moderne und Modernisierung regelrecht explodiert. Selbstverständlich hat sich die Gesellschaftstheorie bereits früher mit der Sache Moderne befasst; aber erst neuerdings wird das bis dahin unter einer ganzen Reihe anderer Titel (wie z.B. bürgerliche Gesellschaft, Kapitalismus, Industrialisierung, Rationalisierung, Urbanisierung, Ausdifferenzierungsprozess usw.) verhandelte Thema auf den Begriff Moderne gebracht. Nicht zuletzt ist es das neu in die Diskussion kommende Konzept Postmoderne, das zur Auseinandersetzung mit der Moderne herausfordert. Während sich unter dem Vorzeichen von Postmoderne die Eventualität einer zeitlichen Grenze, eines Endes der Moderne abzeichnet, findet auf der anderen Seite unter dem Vorzeichen von "Globalisierung" eine räumliche Ausweitung des Modernisierungsprozesses über die Grenzen seines europäisch-westlichen Entstehungshorizonts hinaus statt.
Obwohl beispielsweise noch der 1984 im großen Historischen Wörterbuch der Philosophie erschienene Artikel modern/ die Moderne die Auffassung vertrat, dass der Begriff des Modernen in der Philosophie keine Rolle spiele, ja weitergehend noch, dass der Begriff selbst zu dem der Philosophie in Widerspruch stehe, ist auch innerhalb der Philosophie der letzten beiden Jahrzehnte die Frage nach Wesen und Schicksal der Moderne in den Vordergrund getreten. Das Kompaktseminar nimmt die am Anfang dieser Debatte (1984) entstandenen zwölf Vorlesungen zum philosophischen Diskurs der Moderne von Jürgen Habermas zum Ausgangspunkt und Leitfaden der Reflexion auf die Geschichte der modernen Gesellschaft und der Grundlagen ihres Denkens.

Literatur:
Textgrundlage: Jürgen Habermas, Der philosophische Diskurs der Moderne. Frankfurt: stw 2001.
Zum begriffsgeschichtlichen Hintergrund: Cornelia Klinger, modern/ Moderne/ Modernismus. In: Historisches Wörterbuch ästhetischer Grundbegriffe. Bd. 4. Karlheinz Barck/ Martin Fontius/ Dieter Schlenstedt et al. (Hg.), Stuttgart: Metzler Verlag 2002. S. 121-167 (ab Semesterbeginn als online-text im downloadbereich http://www.uni-tuebingen.de/philosophie/download/ index. htm#klinger).

Teilnahmebedingungen:
Die Kenntnis der Textgrundlage ist die Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.

Referate / Hausarbeiten:
Ein benoteter Schein kann entweder durch ein Referat (inkl. späterer schriftlicher Ausarbeitung) oder durch eine Hausarbeit erworben werden. Die zwölf Kapitel der Textgrundlage bilden zugleich die zwölf Themen, die für Referate/ Hausarbeiten zur Verfügung stehen. Die Anmeldung für ein Referat/ eine Hausarbeit bitte per e-mail: klingerspam prevention@iwm.at . Via e-mail werden auf Wunsch eine Auswahlbibliographie und Bearbeitungshinweise zur Verfügung gestellt.

Koch, A. F.: Aristoteles, Metaphysik X

Do 16-18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 27.04.

Zentraler Gegenstand des Buches Jota (X) der Aristotelischen Metaphysik ist das Eine. Die verschiedenen Bedeutungen der Rede vom Einen, das Verhältnis des Einen zum Wesen (zur ousia), der Gegensatz des Einen und des Vielen und verwandte Themen werden hier behandelt. Wir werden den Text in genauer Lektüre interpretieren. In der Seminarbibliothek wird ein Handapparat mit Forschungsliteratur eingerichtet. Für den Scheinerwerb sind aktive Mitarbeit (Bereitschaft zur Übernahme eines Stundenprotokolls oder Kurzreferats) und eine wissenschaftliche Hausarbeit erforderlich. Griechischkenntnisse sind erwünscht, aber keine notwendige Bedingung der Teilnahme.

Koslowski/Starbatty: Lorenz von Stein und der Sozialstaat

Do 6.07.- Sa 8.07.; 6.07. 13-21; 7.07. 9-21; 8.07. 9-13 Uhr, Gästehaus der Universität, Lessingweg 3
Vorbesprechung: Do 9.02., Nauklerstraße 47, Medienraum, 14 Uhr

Lorenz von Stein (1815-1890) wie Karl Marx in Preußen zeitlebens persona ingrata war einer der bedeutendsten Verwaltungswissenschaftler des 19. Jahrhunderts. Er sah im Gegensatz zu Karl Marx in der sozialen Revolution keinen Ausweg aus dem strukturellen Bürgerkrieg der industriellen Gesellschaft; Stein blieb davon überzeugt, ... den Grundkonflikt zwischen Lohnarbeit und Kapital im Wege der sozialen Reform zu überwinden. Anders als Karl Marx sah er, ...daß weder der Kommunismus noch irgendeine Spielart des Sozialismus dem Fortschritt der Zivilisation eine Basis bieten könnten (Martin Heilmann). Das Seminar wird sich ausgehend von der im ersten Band der Geschichte der sozialen Bewegung in Frankreich von 1789 bis auf unsere Tage (1850) eingearbeiteten Gesellschaftslehre mit seinem Entwurf des socialen Staats beschäftigen. Ein Konzept, das in vielerlei Hinsicht die Chancen und Grenzen des Sozialstaats in Deutschland theoretisch vorweggenommen hat:
Die zehnbändige Verwaltungslehre, die Lehrbücher der Finanzwissenschaft und Nationalökonomie, die drei Auflagen von Steins Handbuch der Verwaltungswissenschaft und die rechts- und sozialphilosophische Streitschrift Gegenwart und Zukunft der Rechts- und Staatswissenschaft Deutschlands dienten der Ausarbeitung dieses Entwurfes. Wir werden anhand ausgewählter Texte die theoretische Fundierung wie den Wandel der wirtschaftsphilosophischen Explikation von Steins Konzeption des Sozialstaats verfolgen. stefan-koslowskispam prevention@arcor.de

Quellen:
Fichte, J. G.: Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre, in: Fichte, I. H. (Hrsg.): Werke, Bd. III, S. 1-385, Berlin 1971.
Hegel, W. F. G.: Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse, in: G. W. F. Hegel, Werke in zwanzig Bänden, Redaktion Moldenhauer, E. u. Michel, K. M. , Bd. 3, Frankfurt a. M., 1970.
Glauben und Wissen oder Reflexionsphilosophie der Subjektivität in der Vollständigkeit ihrer Formen als Kantische, Jacobische und Fichtesche Philosophie, in: Werke, Bd. 2, S. 287-433; Über die wissenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts, seine Stelle in der praktischen Philosophie und sein Verhältnis zu den positiven Rechtswissenschaften, in: Werke, Bd. 2, S. 434-530
Kant, I.: Metaphysik der Sitten, Hamburg 1966.
Kritik der praktischen Vernunft, Hamburg 1974.
Stein, Lorenz v.: Geschichte der socialen Bewegung in Frankreich von 1789 bis auf unsere Tage, Bd. 1, Darmstadt 1959, S. 11-149: Der Begriff der Gesellschaft und die Gesetze ihrer Bewegung;
System der Staatswissenschaft, Teil 2: Die Gesellschaftslehre, Stuttgart u. Augsburg 1856 (Scientia Aalen).
Lehrbuch der Nationalökonomie, 3. Aufl., Erstes Buch. Die Philosophie der Nationalökonomie und des Rechts, Wien 1887, S. 3-85;
Der Begriff der Arbeit und die Principien des Arbeitslohnes in ihrem Verhältniß zu Socialismus und Communismus, in: Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft, Bd. 3, 1846, S. 233 290;
Blicke auf den Socialismus und Communismus in Deutschland und ihre Zukunft, in: Deutsche Vierteljahrsschrift, 1844, S. 1-61.
Demokratie und Aristokratie, in: Die Gegenwart, Bd. 9, 1854, S. 63-101.
Gegenwart und Zukunft der Rechts- und Staatswissenschaft Deutschlands, Stuttgart 1876.
Geschichte der Rechtsphilosophie, in: Taschke, H.: Lorenz von Steins nachgelassene staatsrechtliche und rechtsphilosophische Vorlesungsmanuskripte, Heidelberg 1985, S. 96-193.
Lehrbuch der Finanzwissenschaft, 5. Aufl., Teil I,1., 5. Aufl., 1885, S. 3-27, 148-160.


Kreß: Moralität und Sittlichkeit. Zu Hegels Moralitätskritik (EPG 2)

Mi 14-16, Burse, Schellingzimmer, Beginn 26.04.

Der Frage nach dem Wissensstatus, der Begründbarkeit und der Begründungsform moralischer Urteile können sich moderne Ethiken ebenso wenig entziehen wie der Konfrontation mit dem moralischen Relativismus und Skeptizismus, der das Bemühen um ein stabiles normatives Selbstverständnis von Anfang an begleitet. Während viele Ethikkonzepte den Skeptizismus als einen abzuweisenden oder zu widerlegenden Standpunkt behandeln, sucht Hegel ihn durch Integration zu überwinden.
Ausgehend von Hegels früheren Schriften (Glauben und Wissen; Entwürfe über Religion und Liebe) sollen in dem Seminar die Kapitel über Sittlichkeit und Moralität in der Phänomenologie des Geistes und in der Rechtsphilosophie besprochen werden.
Für eine sinnvolle Teilnahme sind gute Kantkenntnisse unverzichtbar.
Ein benoteter Schein kann durch ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder eine Hausarbeit erworben werden.
Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt. Zur Vorbereitung sei das Kapitel über Kant in Hegels Geschichte der Philosophie empfohlen.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu fach- bzw. berufsethischen Fragen erworben werden (EPG 2).

Merle: Kant, Kritik der Urteilskraft: Die Ästhetische Urteilskraft

Kompaktveranstaltung
Sa 13.05.-So 14.05./Sa 22.07.-So 23.07.; 10-12.30 und 14.30-18 Uhr, Burse, Raum X, Beginn: 10 Uhr
Vorbesprechung: Fr 28.04., 18-19, Burse, Schellingzimmer

Kants Kritik der Urteilskraft erhebt den Anspruch, die Einheit des Systems der reinen Vernunft darzustellen, die in der Kritik der reinen Vernunft und in der Kritik der praktischen Vernunft nur behauptet wurde. Das Prinzip, das dabei die Reflexion der Urteilskraft leitet, ist die Zweckmäßigkeit der Natur. Die Rolle der Urteilskraft als eines reflexiven "Verbindungsmittels" der Moralphilosophie und der theoretischen Philosophie ist aber selber eine doppelte: als ästhetische Urteilskraft bezieht die Urteilskraft die Zweckmäßigkeit der Natur auf das Moralische in uns (das Gefühl des Schönen ist ein Symbol des Sittengesetzes und das Gefühl des Erhabenen verweist auf den Widerstand der Pflicht gegen die Neigungen); als teleologische Urteilskraft bezieht sie sich auf den Zusammenhang der Dinge der Natur miteinander. Schon im frühen deutschen Idealismus und in der Romantik wurde die dritte Kritik als Kants Hauptwerk bzw. als die Erschließung eines neuen philosophischen Themenbereichs und als gleichzeitig in ihrem Einheitsanspruch nicht ausreichend wahrgenommen. Wir werden uns in diesem Proseminar mit der Kritik der ästhetischen Urteilskraft befassen, u. a. mit der berühmten These nach der das Schöne dasjenige ist, was ohne Begriffe, als Objekt eines allgemeinen Wohlgefallens vorgestellt wird.

Texte:
Kant, I.: Kritik der Urteilskraft.
Ausgaben: Akademie Ausgabe Bd. V. oder K. Vorländer (Hrsg.). Hamburg: Meiner Verlag.
Literatur:
Frank, M./ V. Zanetti: Einführender Kommentar zu Kants "Ästhetischen Schriften". Frankfurt a. M. 2001.
Fricke, Ch.: Kants Theorie des reinen Geschmacksurteil. Berlin/New York 1990
Guyer, P.: Kant and the claims of taste. Cambridge, Mass. 1979.
Guyer, P.: Kant and the Experience of Freedom. Cambridge, Mass. 1993.
Kohler, G.: Geschmacksurteil und ästhetische Erfahrung. Berlin/New York 1980.
Recki, B.: Ästhetik der Sitten, Frankfurt a. M. 2001.

Misselhorn: Philosophische Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten der Gestalttheorie

Do 10-12, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 27.04.

Wer kennt sie nicht, den Necker-Würfel, die Hasen-Ente oder Abbildung einer Frau, die bald als schön und jung, bald als altes Weib erscheint? Die Gestalttheorie hat jedoch weit mehr zu bieten als diese Kuriositäten. Sie enthält wichtige philosophische Einsichten über die Beziehung zwischen Teil und Ganzem, für deren Entwicklung Autoren wie Mach, Ehrenfels, Meinong und Husserl eine wichtige Rolle spielen, mit denen wir uns im ersten Teil des Seminars beschäftigen wollen. Wie der zweite Teil erweisen wird, sind gestalttheoretische Ansätze jedoch nicht nur von historischer Bedeutung. Vielmehr leisten sie in neuem Gewand auch heute noch einen wichtigen Beitrag zur Lösung einiger philosophischer Probleme, beispielsweise im Bereich der Moralphilosophie und Gefühlstheorie. Dabei wird insbesondere zu diskutieren sein, in welchem Verhältnis Gestaltrelationen zu anderen Relationsformen wie Supervenienz stehen.

Scheinvergabe: Referat und Hausarbeit

Literatur: Barry Smith (Hg.): Foundations of Gestalt Theory, München/Wien 1988.

Neuber: Der wissenschaftliche Realismus

Mi 16-18, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 26.04.

Der wissenschaftliche Realismus ist die Auffassung, dass die von erfolgreichen wissenschaftlichen Theorien beschriebenen theoretischen Entitäten wirklich existieren. Demnach sind Protonen, Moleküle und elektromagnetische Felder ebenso real wie Tische, Bäume und Pferde. Es liegt auf der Hand, dass diese Auffassung zu Diskussionen Anlass gibt. Insbesondere von empiristischer Seite wird gegen den wissenschaftlichen Realismus eingewandt, dass er vor allem erkenntnistheoretisch sehr viel mehr vorgibt, als er letztlich einzulösen vermag. Diese Kritik ist in jüngerer Zeit durchaus ernst genommen worden, was sich u. a. in der Herausbildung bestimmter gemäßigter Formen des wissenschaftlichen Realismus wie dem Entitäten-Realismus und den verschiedenen Spielarten des strukturellen Realismus dokumentiert. Ziel dieses Seminars ist es, einen Überblick über die verschiedenen Argumente für und gegen den wissenschaftlichen Realismus herzustellen, wobei der Diskussionsschwerpunkt auf den neueren Tendenzen und Strömungen im Kontext der um den wissenschaftlichen Realismus geführten Debatte liegen soll.

Benoteter Schein: Referat und Hausarbeit

Einführende Literatur:
Richard Boyd, Scientific Realism, in: Stanford Encyclopedia of Philosophy (June 2002),
plato.stanford.edu/archives/sum2002/entries/scientific-realism/.
Anjan Chakravartty, Semirealism, in: Studies in History and Philosophy of Science 29 (1998), S. 391-408.

Rinderle: Musikästhetik

Do 16-18, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 27.04.

Im Mittelpunkt des Seminars sollen neuere Ansätze vornehmlich aus der Musikphilosophie analytischer Provenienz zur Erklärung der Expressivität von Musik stehen: Warum sagen wir häufig, ein Musikstück sei traurig oder fröhlich? Auf welche Weise kann Musik Emotionen ausdrücken? Finden sich die Emotionen nur im Komponisten, Interpreten oder Zuhörer? Oder lassen sie sich vielleicht der Musik selbst zuschreiben, und was könnte das heißen? Welchen Beitrag leistet die Form zur Expressivität eines Musikstücks?

Teilnahmevoraussetzungen: Grundkenntnisse in der Philosophie der Kunst, Übernahme eines Referats.
Scheinvergabe: Hausarbeit
Literatur:
Budd, Malcolm, Music and the Emotions, London 1985.
Kivy, Peter, The Corded Shell. Reflections on Musical Expression, Princeton 1980.
Kivy, Peter, New Essays on Musical Understanding, Oxford 2001.
Levinson, Jerrold, The Pleasures of Aesthetics, Ithaca 1996.
Ridley, Aaron, Music, Value, and the Passions, 1995.
Scruton, Roger, The Aesthetics of Music, Oxford 1997.

Schmidt: Realismus und Antirealismus

Fr 14-16, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 28.04.

Realisten gehen davon aus, dass es eine Realität unabhängig von Sprachen, Begriffsschemata, Rechtfertigungsverfahren, kognitiven Zuständen oder ähnlichem gibt, während Antirealisten dies bestreiten entweder grundsätzlich oder für einen bestimmten Gegenstandsbereich. So verstanden ist die Realismus-Antirealismus-Debatte so alt wie die Philosophie selbst. In der neueren Diskussion wird dieser Gegensatz jedoch bevorzugt als eine Frage nach der korrekten Bestimmung des Wahrheitsprädikats behandelt: Sind die Wahrheitsbedingungen von Sätzen verifikationstranszendent (wie der Realist meint) oder nicht (wie der Antirealist meint)? Ist Wahrheit ein epistemischer Begriff oder nicht? Gilt das Prinzip der Zweiwertigkeit von Propositionen universell oder nicht? Diesen Fragen soll im Seminar anhand der Lektüre einschlägiger Texte von Michael Dummett und Hilary Putnam nachgegangen werden.

Scheinerwerb: Hausarbeit oder Referat.

Schröder, J.: Lakatos, Kuhn und Feyerabend als Kritiker Poppers.

Do 13-16, Burse Raum X, Beginn: 27.04.

Wissenschaftliche Erkenntnis wurde von Popper als eine fortgesetzte Annäherung an die Wahrheit beschrieben. Der Erkenntnisfortschritt vollziehe sich in wiederholten Zyklen der Aufstellung einer kühnen Theorie zur Erklärung bestimmter Phänomene, der Prüfung dieser Theorie, ihrer Widerlegung und des Entwurfs einer neuen Theorie zur Erklärung der Phänomene, mit denen die alte Theorie Schwierigkeiten hatte. Diese Auffassung wurde von verschiedenen Wissenschaftstheoretikern im Kreis um Popper kritisiert. Imre Lakatos meinte beispielsweise, dass sich keine Theorie endgültig widerlegen lasse und dass der Fortschritt in den Wissenschaften besser durch den Begriff des progressiven Forschungsprogramms als durch Poppers Zyklus zu beschreiben sei. Außerdem teilte er Poppers Vorstellung nicht, dass sich die Wissenschaften der Wahrheit immer mehr annäherten, sondern dass es von den Vorlieben der kreativsten Forscher abhängt, in welche Richtung sich eine wissenschaftliche Disziplin jeweils entwickelt.
Thomas Kuhn kritisierte Popper dafür, dass dieser zu großen Wert auf die logischen Beziehungen zwischen Theorien gelegt und dabei die Bedeutung psychologischer und soziologischer Faktoren wie das Wertsystem der Wissenschaftler und die wissenschaftlichen Institutionen nicht genügend gewürdigt habe. Poppers Beschreibung des wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses beziehe sich nur auf die revolutionären Phasen in den Wissenschaften, nicht aber auf die Phasen dazwischen, in denen die Wissenschaftler eine bestimmte Grundtheorie nicht in Frage stellen. Schließlich seien Theorien, die verschiedenen sogenannten Paradigmen angehören, nicht miteinander vergleichbar (inkommensurabel), so dass man gar nicht sagen könne, die eine sei ein Fortschritt gegenüber der anderen.
Für Paul Feyerabend ist das Ziel der Wissenschaft nicht die progressive Annäherung an die Wahrheit, sondern das Erreichen höherer Stufen des Verstehens der Welt und möglicherweise einer besseren Lebensform. Feyerabend wirft Popper und den kritischen Rationalisten vor, dass für sie Rationalität in der Anwendung der immer gleichen methodologischen Regeln besteht. Stattdessen wird das Ziel eines höheren Verstehens der Welt nach Feyerabend besser dadurch erreicht, dass man überhaupt keine Regel mechanisch anwendet, sondern situationsangemessene Entscheidungen trifft. Wie Kuhn hält auch Feyerabend Theorien, die verschiedene Grundbegriffe enthalten, für inkommensurabel, weil die Bedeutung der jeweiligen Beobachtungssätze von der jeweils zu prüfenden Theorie beeinflußt wird.
In diesem Seminar wollen wir zunächst die Besonderheiten der Positionen von Lakatos, Kuhn und Feyerabend herausarbeiten und uns dann fragen, inwiefern die einzelnen Kritikpunkte stichhaltig sind.

Scheinerwerb: Referat und Hausarbeit
Literatur:
Paul Feyerabend 1981b: Problems of Empiricism, Cambridge, England.
Paul Feyerabend 1986: Wider den Methodenzwang, Frankfurt a. M.
Paul Feyerabend 1999: Knowledge, science and relativism, Cambridge, England.
Thomas Kuhn 1988: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, 9. Aufl., Frankfurt a. M.
Thomas Kuhn 1997: Die Entstehung des Neuen, 5. Aufl., Frankfurt a. M.
Imre Lakatos 1978: The methodology of scientific research programmes, Cambridge, England.

Schroeder-Heister: Logikprogrammierung Seminar zur Vorlesung

Ort, Termin und Beginn: vgl. homepage und Vorlesungsankündigungen der Informatik

Dies ist ein Seminar zur gleichnamigen Vorlesung. Studierende der Philosophie, die über entsprechende Voraussetzungen in Logik verfügen (z. B. Mathematische Logik I oder gegebenenfalls auch der Logik-Grundkurs) können teilnehmen und aufgrund eines Referats einen Hauptseminarschein erwerben. Die Logikprogrammierung ist eine Anwendung der Logik, in der prozedurale Aspekte im Vordergrund stehen. Es wird gezeigt, welche Möglichkeiten ein Fragment der Prädikatenlogik (das sog. Horn-Klausel-Fragment) bietet, einen Gegenstandsbereich zu beschreiben, und wie es möglich ist, Fragen über diesen Bereich mit den logischen Mitteln der Programmiersprache PROLOG zu beantworten. Es geht im Seminar um die theoretischen Grundlagen dieses Ansatzes, nicht um Programmiertechnik.



Schroeder-Heister/ Xing: Classical Philosophers of China

Mo 10-12, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 24.04.

Dieses Seminar wird von Professor Taotao Xing in englischer Sprache abgehalten. Taotao Xing ist Philosophieprofessor an der Universität Beijing und im Sommersemester 2006 Gastprofessor am Seminar für Sinologie und Koreanistik. Peter Schroeder-Heister (der mit Taotao Xing im Bereich der philosophischen Logik zusammenarbeitet) tritt offiziell als Mitveranstalter auf, damit nach dem Sommersemester ein Ansprechpartner vorhanden ist (z.B. für die Weiterleitung von Seminararbeiten etc.). Je nach Teilnehmerzahl kann ein Schein erworben werden durch Referat oder Hausarbeit.
Kommentar von Prof. Xing:
This is an introduction to important theories and viewpoints of the Pre-Qin Chinese philosophers who flourished between the 6th century and the 3rd century B.C. It is generally recognized that philosophy of this period, forming the basis and origin of all later developments, is crucial to understanding the whole Chinese philosophy and hence the whole culture. The course is intended to display, based on a reading into the original scriptures, the basic ideas of Confucianism, Taoism, Mohism and the School of Names. Furthermore, it tries to render the ideas in a way that they appear as logically understandable and coherent, contrary to the long-standing view that the Chinese philosophy does not fit into or is beyond the (Western) framework of logic.
Taotao Xing hält zwei weitere Veranstaltungen am Seminar für Sinologie und Koreanistik ab, die philosophisch einschlägig sind:
Vorlesung in Englisch: Chinese responses to the proposal of a global ethic Hauptseminar in Chinese: Chinese logic and Chinese way of thinking.

Zu beiden Veranstaltungen sind Studierende der Philosophie eingeladen. Bitte dazu die Ankündigungen der Sinologie beachten.

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Oberseminare

Koch, A. F.: Probleme der Ersten Philosophie Doktorandenkolloquium

Di 20 s.t.-22.15, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 2.05.

Das Oberseminar soll Doktoranden die Möglichkeit geben, Themen im Zusammenhang mit ihren Projekten zur Diskussion zu stellen. Im übrigen werden wir uns mit der kritischen Rezeption von Theorieangeboten beschäftigen, die möglichst für viele verschiedene philosophische Vorhaben fruchtbar gemacht werden können. Nach der Lektüre von Wilfrid Sellars, Science and Metaphysics. Variations on Kantian Themes (1968), und von John McDowell, Mind and World (1994), in den vergangenen Semestern wird auch dieses Mal wieder ein Text aus dem Bereich der gegenwärtigen analytischen Philosophie im Mittelpunkt stehen.

Sprechstunde: Di 14-15

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Kolloquien

Brachtendorf: Heidegger: Sein und Zeit II Kolloquium für Fortgeschrittene

Mi 18-20, 14täglich, Ort: siehe Aushang, Beginn: 26.04.

Dies ist die Fortsetzung des Kolloquiums vom WS 05/06. Wir behandeln nun den zweiten Abschnitt von Sein und Zeit.


Kümmel: Erinnern und Vergessen

Fr 18-20, Burse, Melanchthonzimmer, Beginn: 28.04.

Schroeder-Heister: Logik- und Sprachtheorie
Termin und Ort nach Vereinbarung (bitte Ankündigungen auf der Homepage des Dozenten beachten).

Besprechung von Forschungsarbeiten sowie gelegentlich Gastvorträge. Interessierte können sich durch e-mail an den Dozenten (psh@informatik.uni-tuebingen.de ) in den Einladungsverteiler eintragen lassen.

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Arbeitskreise

Hoering: Lernprogramme (insbesondere für Logik)

Di 20-22, Burse, Computerpool, Beginn: 25.04.

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Einrichtungen

Computer Pool

Das Philosophische Seminar teilt sich mit dem Kunsthistorischen Institut (KHI) und dem Institut für Erziehungswissenschaften (IFE) einen Computer-Pool. Dieser befindet sich im 2. Stock der Alten Burse, Raum 208. Einen Account kann bei Frau Ott, Raum 213, beantragt werden.

Cafete

Ihr seid herzlich eingeladen

Wenn die Müdigkeit zuschlägt, der Hunger den Magen quält, die Stimmbänder vertrocknen oder Ihr einfach nur ein paar entspannte Momente genießen wollt:

Komm in die Cafete und labe Dich an den Getränken oder nimm Dir eine Kleinigkeit zum Essen.

Du findest uns im 2. Stock der Burse.

PS.: Wir freuen uns über jeden neuen Helfer, der noch ein bisschen Zeit und Lust hat.

Der Fachschaftsrat

Der Fachschaftsrat der Philosophie ist die Vertretung aller Studierenden der Philosophie ("Fachschaft"). Er vertritt Deine Interessen in den Gremien der universitären Selbstverwaltung (so etwa im Fakultätsrat und in der Studienkommission). Als zentrale Aufgabe nehmen wir darüber hinaus die Betreuung der Anfänger/innen wahr und sorgen so nebenbei auch für ein kulturelles Angebot in der Burse.

Über unsere Arbeit informieren wir am Schwarzen Brett vor Raum X und im Internet (http://www.FS-Philo.de). Wenn Du uns ansprechen willst oder Lust hast, mit uns zusammen die Uni mitzugestalten, dann komm einfach in unsere Sitzungen.

Wir treffen uns jeden Mittwoch ab 20 Uhr c.t. in der Cafete.