Philosophisches Seminar

Wintersemester 2000/2001

Inhalt:

  • Vorlesungen
  • Einführungsveranstaltung
  • Proseminare
  • Seminare
  • Oberseminare
  • Kolloquien
  • Arbeitskreis
  • Zusätzliche Lehrveranstaltung (aktuelle Änderungen)

Sprechstunden der Dozenten: siehe Aushang

Allgemeine Studienberatung: Dietmar Koch, Fakultätsassistent

Mo 10-13, Raum 214

Semestertermine:

Beginn der Vorlesungen: 16.10.

Ende der Vorlesungen: 17.02.

Freisemester: Prof. Dr. Anton Friedrich Koch

Freistellung: PD Dr. Johannes Brachtendorf, PD Dr. Cornelia Klinger,
Prof. Dr. Günther Maluschke

Einführungsabend für Studienanfänger:
Mo 23.10., 18 Uhr c.t., Alte Burse, Raum X

Vorlesungen

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Engels: Ethik und Wissenschaftstheorie der Biowissenschaften

Di 11-13, Kleiner Botanischer Hörsaal (N 11), Beginn: 17.10.

 

 

Die Vorlesung soll in einige der wichtigsten und gegenwärtig meistdiskutierten Gebiete der Bioethik einführen. Dabei werden vor allem Fragestellungen der ökologischen Ethik, der Tierethik und der biomedizinischen Ethik behandelt. In der ökologischen Ethik steht das Verhältnis des Menschen zur nichtmenschlichen Natur im Mittelpunkt der Betrachtung, insbesondere die Frage, mit welchen Argumenten sich Natur- und Umweltschutz am besten und überzeugendsten begründen lassen und wie sich bereits existierendes Naturschutz- und Umweltbewusstsein in die Tat umsetzen lassen. In der Tierethik steht das Verhältnis des Menschen zum Tier im Vordergrund, wie es sich in verschiedenen Kontexten darstellt (Tiere in der Forschung, für die Ernährung, transgene Tiere für die Medikamentenproduktion, Haustiere). Hier wird nach dem moralischen Status des Tieres und seiner Schutzwürdigkeit im Vergleich zu der des Menschen gefragt. Die biomedizinische Ethik befasst sich derzeit vor allem mit den Herausforderungen durch die neuen biologischen und biomedizinischen Technologien, durch welche die dem Menschen ursprünglich von der Natur gesetzten Grenzen hin- ausgeschoben oder teilweise gar überwunden werden, so dass der Mensch nun selbst über ethisch wünschbare und vertretbare Grenzziehungen zu entscheiden hat. Kontexte sind hier u.a. die Fortpflanzungs-, Intensiv- und Transplantationsmedizin. In der Vorlesung sollen am Beispiel aktueller Fragestellungen (Embryonenforschung, Organzüchtung, Xenotransplantation, Klonen usw.) mögliche ethische Argumentationsweisen im Umgang mit diesen Technologien vorgestellt werden. In eine bioethische Beurteilung gehen jedoch immer auch naturphilosophische, philosophisch-anthropologische, wissenschaftstheoretische und wissenschaftshistorische Vorannahmen ein, die ebenfalls Gegenstand der Vorlesung sein werden.

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Figal: Einführung in die Philosophie Martin Heideggers

Mi 16-18, Hörsaal: Alte Physik, Beginn: 18.10.

 

 

Martin Heidegger gehört unzweifelhaft zu den herausragenden Philosophen des 20. Jahrhunderts, wohl bereits zu den Klassikern der Philosophie. Schlüsselfiguren der neueren Philosophie wie Foucault, Derrida, Lévinas und Gadamer sind ohne Heidegger nicht denkbar. Heideggers philosophisches Werk ist äußerst umfangreich und schwierig, so daß eine Vorlesung, die für die Beschäftigung mit ihm anleitend und orientierend sein will, sinnvoll erscheint. Ich werde in der Vorlesung zunächst auf Heideggers philosophische Anfänge eingehen, das Hauptwerk Sein und Zeit nur relativ kurz behandeln und mich dann auf den nach allgemeiner Überzeugung schwer zugänglichen "mittleren" und "späteren" Heidegger konzentrieren. Dabei werden die Beiträge zur Philosophie eine wichtige Rolle spielen. In thematischer Hinsicht bin ich besonders an Heideggers Diagnose der Moderne, seiner "Theologie" und seiner Sprachphilosophie interessiert. Zur begleitenden Lektüre empfehle ich meine im Junius-Verlag erschienene Heidegger-Einführung. Die Vorlesung wird aber deutlich andere Akzente setzen als das Buch.

Frank: Einführung in Kants theoretische Philosophie

Di 16-18, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 17.10.

 

 

Die Vorlesung wird in Kants Hauptwerk, die Kritik der reinen Vernunft, fasslich einführen. Akzente stehen auf dem argumentativen Herzstück, der transzendentalen Deduktion der Kategorien, Kants Lehre vom Selbstbewusstsein als oberstem Grundsatz und auf der Ideenlehre. Von ihr will ich abschliessend eine Brücke zu schlagen versuchen in den zweiten, naturteleologischen Teil der 3. Kritik.

Die beste Vorbereitung besteht in der vorgängigen und begleitenden Lektüre des Texts (nach der Meiner-, Reclam- oder Suhrkamp-Ausgabe). Zwei maßgebliche Forschungsarbeiten zur transzendentalen Deduktion sind Henrichs Buch Identität und Objektivität, Heidelberg 1976, und sein Aufsatz über Die Beweisstruktur von Kants transzendentaler Deduktion, in: G. Prauss (Hg): Kant, Zur Deutung seiner Theorie von Erkennen und Handeln, Köln 1974, 90-104. Zur Ideenlehre und Naturteleologie vgl. die entsprechenden Kommentarpassagen in Kants Schriften zur Ästhetik und Naturphilosophie, Bibliothek Deutscher Klassiker, Frankfurt/M.: Deutscher Klassiker Verlag 1996 (zu spät, nämlich erst im März 2001, auch als Taschenbuch-Ausgabe: stw 1517).

Höffe: Politische Philosophie I: Rechts- und Staatsphilosophie

Di 10-12, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn 17.10.

 

 

Die Vorlesung beginnt mit dem Leitprinzip Gerechtigkeit. Sie wendet sich dann der Frage zu: Ist es gleichgültig, ob die Menschen ihr Zusammenleben rechtsförmig und die Rechtsform staatsförmig organisieren oder auf beides, Rechts- und Staatsform, verzichten? Sofern sich gute, vielleicht sogar moralische Gründe finden lassen, stellt sich die Anschlußfrage, ob die Gründe auch für das Zusammenleben schon rechts- und staatsförmig organisierter Gesellschaften, also für die Koexistenz der Staaten, gelten. Die Vorlesung befaßt sich also mit der Rechts- und Staatsphilosophie sowohl in einzelstaatlicher als auch in zwischenstaatlicher und in weltstaatlicher Perspektive.

 

 

Literatur:

Zur Vorbereitung: O. Höffe: Demokratie im Zeitalter der Globalisierung, München 1999 (Hörerscheine erhältlich im Sekretariat, Alte Burse, Raum. 317).

Weitere Literaturangaben in der Vorlesung.

Keuth: Wissenschaftstheorie I

Do 10-12, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 19.10.

 

 

Die Vorlesung soll die Grenzen erfahrungswissenschaftlicher Erkenntnis zeigen. Untersucht werden: das Problem der Induktion und die deduktive Hypothesenprüfung, Erklärung, Prognose und die Prüfung von Beobachtungssätzen anhand von Sinneswahrnehmungen.

 

Schroeder-Heister: Einführung in die Logik

Mi 8-10, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 18.10.

Die Logik gehört traditionell zum philosophischen Fächerkanon. Aufgrund ihrer Fortschritte seit G. Freges "Begriffsschrift" (1879) ist ihre Bedeutung für die Philosophie gewachsen. Unbestritten ist die Logik zentrale Grundlage der Philosophie der Mathematik und der Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften. Aber auch für das Studium vieler anderer Bereiche der Philosophie sind Logikkenntnisse unerläßlich. (Beispiel: Ohne zu wissen, was - nach traditioneller und moderner Meinung - ein logisch gültiger Schluß ist, läßt sich z. B. die Unterscheidung zwischen synthetischen und analytischen Urteilen und die moderne Diskussion darüber kaum verstehen und verfolgen.)

Themengebiete der Vorlesung sind unter anderem: Formalisierung von Argumenten, Logische Symbolik, Aussagenlogik, Logische Folgerung, Tableaukalküle, Quantorenlogik, Syllogistik. Grundlage ist in wesentlichen Punkten das Skriptum meiner Vorlesung vom WS 1995/96, das über die Internet-Seiten der Philosophie abgerufen werden kann. Weitere Literatur wird in der Vorlesung bekanntgegeben.

Es gilt folgende Regelung zum Scheinerwerb: Die regelmäßige Teilnahme an einer Übungsgruppe ist obligatorisch. Der Schein wird vergeben aufgrund der Bearbeitung von Aufgabenblättern, die nach jeder Vorlesung ausgegeben werden.

 

Übungen zur Vorlesung "Einführung in die Logik"

nach Vereinbarung

Wieland: Natur Kultur Person. Einführung in die philosophische Anthropologie

Mo 11-13, Mi 11-12, Hörsaal: siehe Aushang, Beginn: 18.10.

 

 

Die Vorlesung gibt orientiert an den Leitbegriffen Kultur, Natur, Person eine Einführung in die philosophische Lehre vom Menschen. Diese Einführung ist systematisch aufgebaut, macht jedoch immer wieder auch die historischen Bezüge sichtbar. Eine zentrale Rolle spielt der anthropologische Grundgedanke der Exzentrizität (Plessner). Von ihm aus werden die fundamentalen Dimensionen menschlicher Existenz entfaltet: Gemeinschaft, Sprache, Bewußtsein, Geschichtlichkeit, Leiblichkeit, Tod.

Sprechstunde: Mi 12-13, Theologicum, Raum 26

 

 

Literatur:

G. Haeffner: Philosophische Anthropologie, Stuttgart 21989.

L. Honnefelder (Hg.): Die Einheit des Menschen. Zur Grundfrage der philosophischen Anthropologie, Paderborn 1994.

W. Oelmüller, R. Dölle-Oelmüller: Grundkurs philosophischer Anthropologie, München 1996.

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Einführungsveranstaltung

D. Koch: Einführung in das Studium der Philosophie

Mo 10-12; Alte Burse, Raum X, Beginn: 23.10.

Die Einführungsveranstaltung dient der umfassenden Grundorientierung im Philosophiestudium. Sie ist reserviert für Erst- und Zweitsemester im Fach Philosophie.

Aufgabe der Veranstaltung ist es, Kenntnisse zum Studienablauf und zur Studienorganisation zu vermitteln, grundlegende Literatur bekannt zu machen, eine Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten zu geben, vor allem jedoch in geschichtlich wie systematisch bedeutsame Grundprobleme und Grundbegrifflichkeiten philosophischen Denkens einzuführen. Dies geschieht anhand von Textauszügen zentraler philosophischer Werke von Parmenides bis Heidegger. (Die Textauszüge werden ausgegeben.)

 

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Proseminare

Düwell/Eser: Einführung in die Umweltethik (Veranstaltung des Zentrums Ethik in den Wissenschaften)

Mo 18-20, Konferenzraum, Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Keplerstr. 17, Beginn: 16.10.

 

In den letzten Jahrzehnten ist das Verhältnis des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt Gegenstand zahlreicher Diskussionen in Politik, Recht, Ökonomie und Kulturwissenschaft geworden. Die Umweltethik greift diese Diskussionen auf und reflektiert sie in Auseinandersetzung mit den Kategorien und Grundbegriffen der Moralphilosophie.

Das Proseminar soll in die wichtigsten Fragestellungen und Konzepte der Umweltethik einführen. Durch eine Einführung in die moralphilosophischen Grundfragen der Umweltethik und eine exemplarische Beschäftigung mit konkreten Fragen des Naturschutzes wollen wir uns ein Handwerkszeug für eine fundierte Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen der Umweltethik erarbeiten. Das Proseminar ist bewußt interdisziplinär angelegt. Neben Studierenden der Philosophie sind auch Studierende der Biologie und der Geowissenschaften willkommen. Das Seminar ist auch für Studienanfänger und Studienanfängerinnen geeignet. Die behandelte Literatur wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.

 

Dieses Proseminar findet im Rahmen der Veranstaltung des Zentrums für Ethik in den Wissenschaften statt. Es ist bei dieser Veranstaltung zur Zeit noch offen, ob im Rahmen des Philosophischen Seminars Scheine ausgestellt werden können: siehe Aushang.

Zur Einführung:

Uta Eser/Thomas Potthast: Naturschutzethik. Eine Einführung in die Praxis, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1999.

 

Anton Leist: Ökologische Ethik II: Gerechtigkeit, Ökonomie, Politik. In: Julian Nida-Rümelin (Hg.): Angewandte Ethik. Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Ein Handbuch, Stuttgart: Kröner-Verlag 1996, 386-456.

Düwell/Graumann: Einführung in biologische und philosophische Theorien der Anthropologie (Veranstaltung des Zentrums Ethik in den Wissenschaften)

Mi 16-18, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 18.10.

 

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden zahlreiche anspruchsvolle philosophische Konzepte einer Lehre vom Menschen. Aber auch in der Biologie wurde verschiedentlich der Versuch unternommen, vor dem Hintergrund der empirischen Forschung eine eigene biologisch fundierte Anthropologie zu entwickeln. Heute werden seltener umfassende Entwürfe einer Anthropologie in Angriff genommen. In der Regel spielen jedoch anthropologische Fragen in der Forschungspraxis der Biologie und in verschiedenen philosophischen Diskussionen eine wichtige Rolle. In den Beurteilungen von Forschungen in den Neurowissenschaften und der Humangenetik, in den Diskussionen um das Mensch-Natur-Verhältnis, um bioethische Fragen und um die Grundlagenfragen der Ethik wird immer wieder auch auf anthropologische Fragen Bezug genommen. Viele dieser Diskussionen versteht man besser, wenn man die wichtigsten Konzepte der Anthropologie des 20. Jahrhunderts kennt.

Das Proseminar ist interdisziplinär angelegt und soll in wichtige Ansätze der Anthropologie einführen. Diese Ansätze sollen anhand kurzer ausgewählter Texte erarbeitet werden. Das Prosemi-

nar wendet sich besonders an Studierende der Philosophie und der Biologie, aber auch Studierende anderer Fächer sind willkommen. Es ist auch für Studienanfänger geeignet. Die behandelte Literatur wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.

Scheinvergabe: Referat und schriftliche Ausarbeitung desselben.

 

Zur Einführung:

Werner Schüßler (Hg.): Philosophische Anthropologie, Freiburg/München: Alber-Verlag 2000.

Engels: Erkenntnisfähigkeiten bei Tieren

Mi 8-10, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 18.10.

Die Frage, ob nicht nur der Mensch, sondern auch (andere) Tiere erkennen können, worin die Gemeinsamkeiten und Unterschiede menschlicher und tierlicher Erkenntnisfähigkeiten bestehen und mit welchen Methoden sich dies überprüfen lässt, hat Philosophen und Biologen seit je her beschäftigt. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich mit der Darwinschen Evolutionstheorie die Annahme der Abstammung des Menschen von vormenschlichen Tieren und eines verwandtschaftlichen Zusammenhangs zwischen Tier und Mensch durchgesetzt. Das bedeutet zugleich, dass sich auch die Erkenntnisfähigkeiten des Menschen im Laufe der Evolution allmählich aus vormenschlichen kognitiven Fähigkeiten herausgebildet haben.

Ausgehend von einer Analyse und Explikation der Verwendungsweise von Begriffen wie Erkenntnis, Bewusstsein, Sprache usw. in Philosophie und Biologie sollen die oben genannten Fragen diskutiert werden.

Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist ein Seminarvortrag mit Thesenpapier, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit.

 

Zur Einführung:

Hans-Peter Schütt (Hg.): Die Vernunft der Tiere. Frankfurt am Main: Keip Verlag 1990 (Eine Sammlung philosophischer Texte zum Thema von Platon bis Schopenhauer).

Donald R. Griffin: Wie Tiere denken. München, Wien, Zürich: BLV Verlagsgesellschaft 1985; Marian Stamp Dawkins: Die Entdeckung des tierischen Bewusstseins. Hamburg: Rowohlt 1996.

Frank: Kant, Kritik der reinen Vernunft Interpretationskurs I

Di 14-16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 17.10.

Parallel zur Vorlesung, deren anschließenden Besuch ich den Teilnehmern und Teilnehmerinnen empfehle, soll Kants Hauptwerk nach der 2. (der sog. B-) Auflage von 1787 Passage um Passage in gemeinsamer Anstrengung (also nicht im Vorlesungsstil) erschlossen werden. Endpunkt der Interpretation dieses ersten Teils könnte das Grundsätze-Kapitel (B 294) sein; aber ich glaube nicht, daß wir so weit kommen.

Es ist vorteilhaft, wenn alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen dieselbe Ausgabe benutzen. Ich schlage die neue und verbesserte Edition in Meiners Philosophischer Bibliothek (37 a) vor. Ab März 2001 wird die von Georg Mohr edierte und gründlich kommentierte vierbändige Suhrkamp-Ausgabe (stw 1518) zur Verfügung stehen, die den zuverlässigsten Textstand bietet.

Scheinvergabe: Schriftliche Ausarbeitung einer mündlichen Stunden-Einführung.

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Grundmann: Cicero, Akademische Abhandlungen

Di 10-12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 17.10.

Aus der Antike sind uns bedauerlicherweise nur sehr wenige rein erkenntnistheoretische Schriften überliefert. Das sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß es insbesondere im Hellenismus bereits eine Erkenntnistheorie im modernen Sinne gab. Einer der wichtigsten Klassiker in dieser Disziplin sind Ciceros Akademische Abhandlungen. Das beherrschende Thema dieses Dialogs ist der Streit zwischen Stoikern und Akademischen Skeptikern über die Frage, ob es unfehlbare Wahrheitskriterien (und damit Wissen) gibt. Die Stoiker (im Dialog Lucullus) treten vehement für

die Möglichkeit infalliblen Wissens ein. Cicero versucht dagegen, die Position der Akademischen Skeptiker zu verteidigen. Danach sind alle unsere Kriterien fallibel. Doch obwohl der Skeptiker die Möglichkeit von Wissen bestreitet, ist er nach Cicero weder zur Untätigkeit (apraxia) noch zum Schweigen (und damit auch zur Unfähigkeit, den eigenen Standpunkt zu artikulieren) verurteilt. Auf der Basis von Wahrscheinlichkeitseinsichten versucht Cicero, seinen Skeptizismus mit dem Common sense zu vereinbaren.

Wir wollen im Seminar gemeinsam der Frage nachgehen, ob es sich bei den Wahrscheinlichkeitsüberlegungen der Akademischen Skepsis nur um rein pragmatische Kriterien handelt oder ob dieser Skeptizismus durch die Hintertür eine konstruktive Theorie fallibler Rechtfertigung einführt. Dazu werden wir den argumentreichen Text sehr genau rekonstruieren und auch einige verwandte akademische Positionen (die vor allem durch Sextus Empiricus überliefert sind) studieren. Das Seminar soll anhand des Textes in erkenntnistheoretische Fragen und Probleme einführen. Es ist also vor allem für Studienanfänger geeignet. Ein benoteter Schein kann durch eine Stundenvorbereitung und eine schriftliche Hausarbeit erworben werden.

 

Textgrundlage:

Marcus Tullius Cicero: Akademische Abhandlungen, lat.-dt. Ausgabe, Hamburg: Meiner (Philosophische Bibliothek 479) 1995.

Höffe/Pinzani: Ethische Aspekte der Globalisierung

Mi 14-16, Alte Burse, Raum X, Beginn 18.10.

 

Die Globalisierung findet nicht nur in der Wirtschaft statt. Sie erstreckt sich auch auf die Politik, die Wissenschaften, das Bildungswesen und die Kultur, nicht zuletzt auf die organisierte Kriminalität und die Bedrohung der Umwelt. Sie wirft ethische Fragen auf, die sich nicht immer durch überlieferte moralische Traditionen und Argumentationsmuster beantworten lassen und fordert die Entwicklung neuer ethischer und rechtsethischer Paradigmen. Insbesondere scheinen geboten: die Bildung einer demokratischen Weltordnung, eine Lösung des Problems der gerechten

Verteilung knapper Ressourcen und Klärungen zur Durchsetzung der Menschenrechte und zur Etablierung eines sozial- und umweltverträglichen Weltmarktes.

 

Literatur:

Zur Vorbereitung: O. Höffe: Demokratie im Zeitalter der Globalisierung, München 1999 (Hörerscheine erhältlich im Sekretariat, Alte Burse, Zi. 317).

K.-J. Kuschel/A. Pinzani/M. Zillinger (Hgg.): Ein Ethos für eine Welt?, Frankfurt/M. 1999.

Nähere Literaturangaben im Seminar.

Hofmann: Saul Kripke, Name und Notwendigkeit

Do 18-20, Alte Burse, Raum X, Beginn: 19.10.

 

Kripkes Text über Semantik (Name) und Metaphysik (Notwendigkeit) ist inzwischen zu einem Klassiker neuerer analytischer Philosophie geworden. Die Unterscheidungen und Grundbegriffe, die Kripke hier einführt, sind grundlegend für viele zentrale Themen der Sprachphilosophie und der Philosophie des Geistes. Kripke gibt sich große Mühe, intuitiv einleuchtende Beispiele anzuführen, anhand derer die wichtigen begrifflichen Unterscheidungen deutlich werden. Der Text beginnt also frisch und neu, von unten, ohne sich in vielen historischen Analysen zu verlieren. Dies ermöglicht es auch den Einsteigern in Philosophie, dem Text ohne große Vorkenntnisse folgen zu können und eine Begrifflichkeit zu erwerben, die in allen Themen der Philosophie erforderlich und nützlich ist.

So versucht Kripke zunächst zu klären, was unter analytisch, apriori, und notwendig zu verstehen ist. Des weiteren werden verschiedene Arten von Definitionen untersucht. Dies führt Kripke auf die wichtige Einsicht der referenzfixierenden Verwendung von Beschreibungen: Wir greifen manchmal mittels einer Beschreibung (der flüssige, trinkbare, klare, manchmal vom Himmel fallende Stoff) eine Sache heraus, ohne daß der Name der Sache (Wasser) damit synonym wäre. Daran anschließend werden Theorien von Eigennamen betrachtet, und Kripke zeigt, daß Eigennamen eine eigene Semantik aufweisen. Zum Schluß beleuchtet Kripke die Frage der Körper-Geist-Identität in semantischer und metaphysischer Hinsicht. Kann es sein, daß ein geistiger Zustand (wie z. B. Schmerz) identisch ist mit einem physischen Zustand (wie z. B. dem Feuern bestimmter Neuronen)? Kripke will zeigen, daß die Semantik von Identitätsaussagen zu einer negativen Antwort führen muß. Da Identitätsaussagen auch in anderen Bereichen der Philosophie eine große Rolle spielen (z. B. in der Ethik: Das Gute ist identisch mit dem so-und-so-Nützlichen), kann man hier ganz Grundlegendes lernen. Das Proseminar ist so konzipiert, daß auch Studienanfänger und Studienanfängerinnen teilnehmen können.

Erwerb eines benoteten Scheines: Schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit.

(Der deutsche Text ist hinreichend, aber wer kann, sollte den englischen Originaltext lesen.)

 

Literatur:

Kripke, Saul: Naming and Necessity, Blackwell, 1972. Auf dt.: Name und Notwendigkeit, Suhrkamp, Frankfurt, 1981.

Keuth: David Hume über Moral und Religion

Do 14-16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 19.10.

 

In den Dialogen über natürliche Religion behandelt Hume die verschiedenen Formen der Gottesbeweise und das Theodizee-Problem. Zur Kritik der verschiedenen Argumente setzt er seine empiristische Erkenntnistheorie ein, in deren Grundgedanken er hier ganz nebenbei einführt. Seine Untersuchung über die Prinzipien der Moral lehnt sich an den dritten Band des Traktats Über die menschliche Natur an. Hier entwirft er eine pragmatische Ethik, in der die Sympathie die grundlegende Emotion ist. Weil der klassische Utilitarismus Benthams und Mills hier anknüpft, spielen seine Argumente noch heute eine wichtige Rolle.

Bedingung für einen benoteten Schein: Referat.

 

Literatur:

David Hume: Dialoge über natürliche Religion, Reclam UB 7692.

David Hume: Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral, Reclam UB 8231.

Koch, D.: Lektürekurs für Erst- und Zweitsemester: Platon, Phaidros

Di 16-18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.10. (in der ersten Sitzung findet eine Vorbesprechung statt)

Der Umgang mit philosophischen Schriften bedarf bestimmter "hand-werklicher" Voraussetzungen: Die Fähigkeit eines begrifflich genauen Lesens, das Vermögen, die spezifische Problemstellung eines Textes herauszupräparieren, die Beherrschung der charakteristischen Begrifflichkeit eines Autors, zudem die stete Beachtung der Differenz von Textauslegung und eigener Sachinterpretation und anderes mehr.

Der Lektürekurs für Erst- und Zweitsemester will über die Demonstration dieser Umgangsweisen hinaus zugleich eine Einführung in die Bewegung philosophischen Denkens selbst sein. Dies soll in Auseinandersetzung mit Platons Dialog Phaidros geschehen. Der Phaidros handelt wie auch sein Schwesterdialog Symposion vom göttlichen Eros und seinem Verhältnis zur Philosophie, vor allem zur Philosophie, wie sie Platon in Gestalt des Sokrates auftreten läßt. Der Text eignet sich nicht nur zur Auseinandersetzung mit Grundgedanken Platons, sondern ist auch einer der faszinierendsten Schriften zur Frage nach der Herkunft und dem Sinn des Philosophierens überhaupt.

Die Veranstaltung ist ausschließlich für Erst- und Zweitsemester im Studienfach Philosophie bestimmt. Studierende in einem höheren Fachsemester können keine Aufnahme finden. Griechischkenntnisse sind nicht vorausgesetzt.

Leistungsnachweise für einen unbenoteten Schein: Übernahme eines Protokolls (Umfang jeweils 2-3 Seiten) oder die mündliche Einführung in eine Textpassage (eine Vorschlagsliste wird zu Beginn des Semesters ausgegeben).

Leistungsnachweis für einen benoteten Schein: Hausarbeit (Höchstumfang: 15 Seiten à 2000 Anschläge; Abgabetermin: bis 31. März 2001); eine Vorschlagsliste zu Hausarbeitsthemen wird zu Beginn des Semesters ausgegeben.

 

Textgrundlage für das Seminar:

Platon: Phaidros. Nach der Übersetzung von Kurt Hildebrandt. Stuttgart 1994 oder nachfolgende Auflagen (Reclam).

Merle: Fichte, Grundlage des Naturrechts

Di 10-13, Alte Burse, Raum X, Beginn: 17.10., Ende: 19.12.

 

Fichtes Grundlage des Naturrechts (1796) verabschiedet sich ein Jahr vor Kants Rechtslehre von der unter den Kantianern damals üblichen Ableitung des Rechtsbegriffs allein aus dem kategorischen Imperativ. Vor allem aber leistet Fichte damit eine erste systematische Anwendung seiner Grundlage der Gesamten Wissenschaftslehre (1794), die sich auch als deren Vertiefung betrachten läßt; dabei wird nämlich das Selbstbewußtsein in der Intersubjektivität und diese wiederum in der Rechtsordnung begründet. Als ideale Rechtsordnung strebt Fichte eine republikanische Synthese der Ansprüche des Individuums und der des Staates an, die sich in einer innovativen Konzeption des Eigentumsrechts, des Widerstandsrechts und des Strafrechts ausdrückt.

 

Literatur:

J.G. Fichte: Grundlage des Naturrechts nach Prinzipien der Wissenschaftslehre, hrsg. v. M. Zahn, Meiner, Hamburg 1960.

M. Kahlo (Hg.): Fichtes Lehre vom Rechtsverhältnis, Klostermann, Frankfurt/M. 1992.

M. Maesschalck: Droit et Création Sociale chez Fichte, Peeters, Louvain 1996.

H.-J. Verweyen: Recht und Sittlichkeit in J. G. Fichtes Gesellschaftslehre, Alber, Freiburg i.Br. 1975.

Mirbach: Karl Philipp Moritz, Über die bildende Nachahmung des Schönen

Fr 10-12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 20.10.

Karl Philipp Moritz Autor u. a. des Anton Reiser (1785-1790) und Herausgeber des Magazins zur Erfahrungsseelenkunde (1783-1793) - veröffentlichte 1788 seine während des Aufenthalts in Rom verfaßte ästhetische Hauptschrift Über die bildende Nachahmung des Schönen. Deren zentrale, für die Geschichte der Ästhetik und Kunsttheorie epochemachende These ist die Autonomie oder Selbstzwecklichkeit des Kunstwerks als in sich selbst Vollendetes, das als durch die künstlerische Tatkraft hervorgebrachte Erscheinung das Ganze der Natur widerspiegelt und vollendet und damit zugleich die höchste Erkenntnisleistung für sich beanspruchen kann.

Wir wollen uns im Seminar diese Schrift 1.) im Zusammenhang mit Moritz weiteren Entwürfen zur Theorie der Kunst (u. a. "Versuch einer Vereinigung aller schönen Künste und Wissenschaften unter dem Begriff des in sich selbst Vollendeten", 1785, "Die metaphysische Schönheitslinie", 1793), 2.) im Hinblick auf ihre philosophischen Voraussetzungen (u. a. Leibniz, Baumgarten, Shaftesbury) und 3.) im Hinblick auf Moritz kritische Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen ästhetischen Debatte (Meier, Sulzer, Mendelssohn) erarbeiten. Abschließend wäre dann auch ein Blick auf Moritz konsequente Anwendung seiner ästhetischen Grundbegriffe in seiner Götterlehre oder Mythologische Dichtungen der Alten (1791) denkbar.

Erwerb eines benoteten Scheins: Schriftliche Ausarbeitung eines Referats oder Sitzungsprotokolls oder eine Hausarbeit.

Texte:

Die Schrift Über die bildende Nachahmung des Schönen sowie die kleineren Entwürfe zur Theorie der Kunst werden als Seminarreader zur Verfügung gestellt, der ab Anfang September in meiner Sprechstunde abgeholt werden können.

Scarano: Habermas, Demokratie- und Rechtstheorie

Mi 18-20, Alte Burse, Raum X, Beginn 18.10.

 

Die Demokratie- und Rechtstheorie von Jürgen Habermas gehört zu den international meistdiskutierten Ansätzen der politischen Philosophie der Gegenwart. Von besonderem Interesse ist seine prozeduralistische Verschränkung von Recht und Demokratie, die starke Auswirkungen sowohl auf die Idee der Menschenrechte als auch auf das Verständnis der Legitimationskraft demokratischer Verfahren hat.

Wir werden die zentralen Teile seines 1992 erschienenen Werkes "Faktizität und Geltung" lesen und diskutieren, uns zuvor jedoch über einige kleinere und leichter zugängliche Abhandlungen dem Gegenstand nähern. Das Proseminar ist auch für Anfänger geeignet. Für einen benoteten Schein sollte ein Thesenpapier erstellt und dieses später zu einer Hausarbeit ausgearbeitet werden.

Literatur:

J. Habermas: Faktizität und Geltung. Beiträge zur Diskurstheorie des Rechts und des demokratischen Rechtsstaats, Frankfurt/M. 1992.

Zwei einführende Texte:

J. Habermas: Vom pragmatischen, ethischen und moralischen Gebrauch der Vernunft, in: Erläuterungen zur Diskursethik, Frankfurt/M. 1991, 100-118.

J. Habermas: Über den internen Zusammenhang von Rechtsstaat und Demokratie, in: Die Einbeziehung des Anderen, Frankfurt/M. 1996, 293-305.

 

 

Schick: G. W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts Interpretationskurs II

Mi 18-20, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 18.10.

 

Im zweiten Teil des Interpretationskurses werden wir uns nach Abschluß der Behandlung des Abstrakten Rechts insbesondere der Theorie von Vertrag und Vertragsbruch mit ausgewählten Abschnitten des zweiten und des dritten Teils der Hegelschen Rechtsphilosophie, die Hegels Theorie von Moralität und Sittlichkeit umfassen, auseinandersetzen. Das nähere Programm wird in Abstimmung mit den Interessen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen gegen Ende des Sommersemesters ausgearbeitet.

Benoteter Schein (für den ganzen Interpretationskurs): Zwei der folgenden Leistungen: mündliches Referat, schriftliche Hausarbeit, Protokoll.

Sprechstunde: Mi 13-14, Alte Burse, Raum 306

 

Texte:

G. W. F. Hegel: Grundlinien der Philosophie des Rechts oder Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse. Mit Hegels eigenhändigen Notizen und den mündlichen Zusätzen. G. W. F. Hegel: Werke 7, Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 1970.

Ergänzend: G. W. F. Hegel: Der objektive Geist, in: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse, Werke 10, §§ 483-552, Frankfurt a. M. 1970.

Sekundärliteratur:

M. Riedel (Hg.): Materialien zu Hegels Rechtsphilosophie, 2 Bde., Frankfurt a. M. 1975.

L. Siep (Hg.): G. W. F. Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts (Klassiker Auslegen Bd. 9), Berlin 1997.

 

 

Schick: John Stuart Mills System der deduktiven und induktiven Logik

Di 18-20, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 17.10.

Mills erstmals 1843 erschienenes System of Logic ist kein Lehrbuch und keine Theorie formaler Logik im heutigen Sinn, sondern, nach Mills eigenem Verständnis, eine umfassende Theorie des Gewinnens und der Sicherung erschlossener Wahrheiten. Im Zentrum des Werks stehen zwei Thesen: 1. Jedes echte Urteil und jeder echte Schluß ist erkenntniserweiternd; 2. alle Erkenntniserweiterung, die nicht unmittelbares Produkt einzelner Erfahrung ist, beruht auf Induktion, d. h. auf der Generalisierung einzelner Erfahrungsbefunde. In konsequenter Entfaltung dieser Thesen kommt Mill zu dem Ergebnis, daß auch Mathematik, Logik und Erkenntnistheorie weder analytische noch apriorische, sondern empirische Wissenschaften sind. Im Seminar werden wir die bedeutungs- und urteilstheoretischen Voraussetzungen dieser Position (Buch I) und die Entwicklung und Begründung der Position in Mills Theorien der syllogistischen Deduktion (Buch II) und der Induktion (Buch III) untersuchen. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt.

Benoteter Schein: Mündliches Referat mit kurzer schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit.

 

Textausgaben:

John Stuart Mill: A System of Logic, Bd. 7 und 8 der Collected Works of John Stuart Mill, Gesamtherausgeber J. M. Robson, London und Toronto 1973.

John Stuart Mill: System der deduktiven und induktiven Logik, Bd. 2-4 der Gesammelten Werke, hg. v. Th. Gomperz, Leipzig 1873.

Da gegenwärtig weder diese noch eine andere deutsche Übersetzung im Buchhandel zu haben ist, wird ein Reader mit Auszügen aus der Gomperz-Ausgabe bereitgestellt, der ab Ende August in meinen Feriensprechstunden abgeholt werden kann.

Sekundärliteratur:

John Skorupski: John Stuart Mill, London und New York 1989.

 

 

Schmidt: Leibniz, Metaphysische Schriften Interpretationskurs II

Fr 14-16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 20.10.

 

Nachdem wir uns im ersten Teil dieses Interpretationskurses durch die Lektüre des Discours de Métaphysique einen Überblick über das Leibnizsche System verschafft haben, soll nun durch die Lektüre einiger kürzerer Texte das Verständnis der Leibnizschen Metaphysik erweitert und vertieft werden. Besondere Beachtung verdienen dabei der (1686/87 geführte) Briefwechsel mit Antoine Arnauld über Kontingenz und Notwendigkeit, substantielle Formen und die Interaktion von Körper und Geist, sowie der (zwischen 1698 und 1706 geführte) Briefwechsel mit Burcher de Volder über (u. a.) Substanz, Kraft und Ausdehnung. Abschließend soll noch ein Blick auf die Monadologie (1714) geworfen werden.

Scheinerwerb: je eine Hausarbeit oder ein Referat pro Semester

 

Text:

G.W. Leibniz: Hauptschriften zur Grundlegung der Philosophie, Teil II, Hamburg: Meiner, 1996

 

 

Wimmer: Platons mittlere Dialoge Interpretationskurs I

Do 8.30-10, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 19.10.

Im ersten Teil des Interpretationskurses werden jene Dialoge behandelt, von denen angenommen wird, dass sie den Übergang von der frühen zur mittleren Schaffensperiode Platons darstellen: Protagoras, Menon, Gorgias und Euthydemos.

Scheinvergabe: Referat oder Prüfungsgespräch sowie Hausarbeit.

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Seminare

Braun: Der Fetischcharakter der Ware (Karl Marx: Das Kapital I, Zur Kritik der politischen Ökonomie) Kompaktseminar

9.02.-11.02.2001, Heinrich-Fabri-Haus, Auf dem Rucken 35, 89143 Blaubeuren, Tel.: 07344/4529

Vorbesprechung: 24.10., 14 Uhr c.t., Melanchthon-Zimmer (Raum 308)

 

 

Wer war Marx? Der Theoretiker totalitärer Verhältnisse? Ein radikaler Demokrat? Auf jeden Fall ein radikaler Kritiker der gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaft. Sein Lebenswerk blieb, nach Raul Rojas treffendem Wort, ein "unvollendetes Projekt", das er beharrlich 40 Jahre lang verfolgte von 1843 bis zu seinem Tod 1883, mit Phasen übersteigerter Produktivität Tag-, vor allem Nachtarbeit bis zur Erschöpfung, auch langen Zeitstrecken resignativer Ermüdung, bis er gegen Ende seines Lebens bitter sich eingestehen mußte, er werde mit der Vollendung seines Lebenswerks scheitern: jenes Programms einer umfassenden radikalen Kritik der gegenwärtigen bürgerlichen, das heißt kapitalistischen Gesellschaft. Er konnte nur einen schmalen Ausschnitt seiner vieltausendseitigen Ausarbeitungen veröffentlichen, denen er in den sechziger Jahren den Namen Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie gab. Den Riesenwust von Manuskripten hinterließ er seinem "dear Fred" Friedrich Engels mit der Bitte, er solle "was draus machen". Die beiden Freunde hatte die preußische Zensurbehörde in "zivilisierte Länder" vertrieben Paris, Brüssel, London: ein Leben im Exil. Im Londoner British Museum fand der Theoretiker ausgiebig Gelegenheit, im wirtschaftlich fortgeschrittensten Land seiner Zeit Literatur im Original zu studieren. Der rastlose workaholic hinterließ Berge von Manuskripten: nulla dies sine linea kein Tag ohne Zeile. Da kam einiges zusammen.

Thema des Seminars ist ein ganz schmaler, gleichwohl fundamentaler Ausschnitt seiner Lebensarbeit: der Anfang des Kapitals, näher die Analyse der Ware, die im Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis gipfelt. Marxens Kernthese: "Das bürgerliche Bewußtsein ist das verkehrte Weltbewußtsein einer verkehrten Welt". In der Warenanalyse versucht der Autor im Ansatz, nicht jedoch in der Durchführung, diese durchschlagende These zu begründen. Die Warenanalyse hat dem Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft die bei weitem größten Schwierigkeiten bereitet. Wiederholt machte er Anläufe: 1859 Zur Kritik der politischen Ökonomie, 1869 die erste Auflage des Kapitals, die französische Übersetzung 1872, die letzte Darstellung 1883. Auch in der letzten Darstellung sind Mängel und Begründungsschwächen nicht zu verkennen. Dennoch bin ich der Ansicht: es ist ein Projekt, woran sich zwar weiterarbeiten läßt, aber nicht ohne revidierende Eingriffe. Ist das Konzept "Fetischcharakter der Ware" eine Totgeburt? Ich meine: nein. Textgrundlage bildet die letzte Darstellung.

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der zweiten Ausgabe der MEGA (Marx/Engels-Gesamtausgabe) haben die komplexe Entstehungsgeschichte der Kritik der politischen Ökonomie in allen ihren Phasen zum erstenmal lückenlos rekonstruiert und auch ediert. Die Zweite Abteilung Kapital und Vorarbeiten ist unentbehrliche Grundlage. Aber sie ist teuer, ein einziger Band kostet in der Gegend von dreihundert Mark, für die allermeisten Studierenden unerschwinglich. Wir müssen uns nach billigem Ersatz umsehen in Gestalt von Bd. 13 und Bd. 23 der MEW (Marx/Engels-Werke). Wir werden uns zu konzentrieren haben vor allem auf "3. Die Wertform oder der Tauschwert", den Abschnitt, der das Geheimnis des Fetischcharakters der Ware im Ursprung enthüllen will. Untersucht werden sollte auch die Wirkungsgeschichte. Georg Lukács hat in seiner 1923 erschienenen Aufsatzsammlung Geschichte und Klassenbewußtsein zuerst die philosophische Relevanz der Warenanalyse erkannt. Das ist und bleibt sein großes Verdienst. Die Sammlung wäre eines gesonderten Referats würdig.

Eine Literaturliste wird in der Vorbesprechung ausgegeben.

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Engels: Ökologische Ethik

Di 16-18, Konferenzraum, Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Keplerstr. 17 (oberste Etage), Beginn: 17.10.

 

 

Die ökologische Ethik ist ein Teilgebiet der anwendungsbezogenen Ethik und macht es sich zur Aufgabe, eine normative Verständigung über die Spielräume und Grenzen menschlichen Handelns im Umgang mit der nichtmenschlichen Natur herbeizuführen. Dabei wird zwischen Naturschutzethik und Umweltethik unterschieden. Beim Naturschutz ist das primäre Schutzobjekt die außermenschliche Natur selbst, also Pflanzen und Tiere in ihrer Vielfalt, in ihrer wechselseitigen Bedeutung füreinander und in ihrer jeweiligen Besonderheit und Seltenheit. Ökosysteme sind durch eine komplexe Vernetzungsstruktur charakterisiert, und Störungen in einem Bereich können die Existenzgrundlage der dort und anderswo beheimateten Pflanzen- und Tierarten tangieren oder gar vernichten. Die Umweltethik fokussiert demgegenüber auf die Natur, insofern diese als überlebensrelevante bzw. überlebensnotwendige Umwelt des Menschen in Erscheinung tritt. Daher stehen hier andere Schutzaspekte und -güter als beim Naturschutz im Vordergrund. Der Schutz von Luft, Boden und Gewässern wird direkt im Hinblick auf die Gesundheit und das Wohlergehen des Menschen postuliert und begründet, d. h. primäres Schutzobjekt und primärer Nutznießer des Umweltschutzes ist der Mensch selbst. Im Seminar sollen einige Hauptpositionen der ökologischen Ethik diskutiert und ihre ethischen Begründungsweisen sowie anthropologischen, naturphilosophischen und biologischen Voraussetzungen herausgearbeitet werden.

Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist ein Seminarvortrag mit Thesenpapier, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit.

 

 

Zur Einführung wird empfohlen:

Uta Eser/Thomas Potthast: Naturschutzethik. Eine Einführung für die Praxis, Baden-Baden 1999; Angelika Krebs (Hg.): Naturethik. Frankfurt/M: Suhrkamp 1997; Konrad Ott/Martin Gorke (Hgg.): Spektrum der Umweltethik. Marburg: Metropolis 2000.

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Engels: Altruismus und Egoismus in philosophischer und biologischer Perspektive

Do 9-11, Konferenzraum, Interfakultäres Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Keplerstr. 17 (oberste Etage), Beginn: 19.10.

 

 

In der Philosophie hat die Diskussion um das Verhältnis von Egoismus und Altruismus eine lange Tradition. Unter Berufung auf anthropologische Grundannahmen wurde die These von der Gleichursprünglichkeit von Egoismus und Altruismus ebenso vertreten wie die der Reduzierbarkeit des Altruismus auf den Egoismus. Neuen Nährboden hat diese Diskussion durch die Soziobiologie und ihren Anspruch der Erklärbarkeit des Altruismus (Kooperationsbereitschaft, Hilfsbereitschaft usw.) bei Tier und Mensch durch die Hypothese vom "egoistischen Gen" gewonnen. Diese besagt, dass sich unsere edelsten Handlungsmotive letztlich auf die Funktionsweise von Genen zurückführen lassen, die uns auf eine Weise bestimmen, dass unser Verhalten und Handeln der Verbreitung unserer Gene nützt.

Im Seminar sollen sowohl Klassiker der Philosophie (Hobbes, de Mandeville, Hutcheson, Butler, Smith, Hume u. a.) als auch soziobiologische Ansätze diskutiert werden.

Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist ein Seminarvortrag mit Thesenpapier, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit. Eine Literaturliste der philosophischen und biologischen Texte wird zu Beginn des Semesters verteilt.

Sprechstunde: Mi 11-12.30

 

 

Zur Einführung in die soziobiologische Theorie:

Heinrich Meier (Hg.): Die Herausforderung der Evolutionsbiologie. 3. Aufl. 1992, München/Zürich: Piper.

Figal: Platon, Philebos

Di 14-16, Alte Burse, Raum X, Beginn. 17.10.

Der Philebos gehört zu den sogenannten Spätdialogen Platons. Orientiert an der Sokratischen Frage nach dem guten Leben wird hier das Verhältnis von Lust und Einsicht erörtert. Das geschieht jedoch in der weiteren Perspektive einer Platonischen Prinzipienlehre, die auch durch die Sekundärüberlieferung, vor allem durch Aristoteles, bekannt ist und, soweit sie Platons philosophische Lehrtätigkeit betrifft, als "ungeschriebene" bezeichnet wird. Der Philebos ist also ein Schlüsseltext für das Verständnis der Platonischen Philosophie. Der Text ist entsprechend schwer und stellt an den Interpreten hohe Anforderungen. Griechisch-Kenntnisse sind zwar keine formale Teilnahmebedingung für das Seminar, aber sie sind doch wünschenswert. Die Arbeit am Text kann sich auf zwei vorzügliche Kommentare stützen: auf Hans-Georg Gadamers immer noch unüberholte Arbeit "Platos dialektische Ethik" (in: Gesammelte Werke Bd. 5; beim Verlag Felix Meiner ist auch eine Separatausgabe erhältlich) und auf den Kommentar von Dorothea Frede (Philebos, Translated with introduction & notes by D. Frede, Indianapolis 1973).

Scheinvergabe: Hausarbeit

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Grundmann/Hofmann: Begriffsanalyse und Intuitionen

Mi 10-12, Alte Burse, Raum X, Beginn: 18.10.

 

 

Quines berühmte Attacke auf die analytisch-synthetische Unterscheidung wird seit einiger Zeit äußerst kritisch beäugt, ja von vielen (Bonjour, Devitt, Peacocke u. a.) als undurchschaubar oder nicht zwingend abgelehnt. Der neue Konsens scheint nun darin zu bestehen, daß die Attacke nicht erfolgreich war. Da sie implizit auch die Unterscheidung zwischen apriori und aposteriori betrifft, wird derzeit versucht, die beiden Unterscheidungen neu zu bestimmen. Ausgangspunkte für diese Ansätze bilden verschiedene Intuitionen: Es scheint einen Unterschied zu geben zwischen demjenigen Wissen um die Bedeutung der eigenen Sprache und den Gehalt der eigenen Gedanken, das wir direkt und nur aufgrund unseres Verstehens besitzen, und demjenigen, das wir erst durch empirische Untersuchungen erlangen können. Kann dann eine Begriffsanalyse nicht doch ein solches direktes, erfahrungsunabhängiges Wissen explizit machen? Des weiteren scheinen Intuitionen einen besonderen Status zu genießen. Vielfach beginnen (beenden?) wir unsere Argumente mit dem Hinweis, daß es doch intuitiv einleuchte. Läßt sich ein solches Vorgehen verstehen und als gerechtfertigt ausweisen? Sowohl zum Begriffs-/Bedeutungswissen als auch zu Intuitionen wollen wir untersuchen, wie der Fluß der erkenntnistheoretischen und semantischen Verhältnisse verläuft. Sind Intuitionen immer der Ausdruck von Begriffs-/Bedeutungswissen? Welche psychologischen Prozesse (imaginative, induktive etc.) sind beteiligt? Anworten auf diese Fragen sind auch zur Klärung metaphysischer Fragen (z. B. des Status des Materialismus) erforderlich.

Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar sind Grundkenntnisse zu Semantik und Erkenntnistheorie.

Scheinerwerb: Hausarbeit für benoteten Schein.

 

 

Literatur:

Frank Jackson: From Metaphysics to Ethics. A Defence of Conceptual Analysis, Clarendon Press, Oxford 1998.

Michael R. DePaul, William Ramsey (Hg.): Rethinking Intuitions, Rowman & Littlefield, Lanham 1998.

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Hägler: Zur Interpretation der Quantentheorie Kompaktseminar

Vorbesprechung: Mo 23.10., 14.00 Uhr, Melanchthon-Zimmer (Raum 308)

Das Kompaktseminar wird nach Absprache am Ende des Wintersemesters stattfinden.

 

 

Die von Werner Heisenberg und Ernst Schrödinger entwickelte Quantenmechanik ist die fundamentale physikalische Theorie der Atome und Teilchen. Sie liegt in ihren Erweiterungen durch Dirac, Feynman, Weinberg und Gell-Mann dem heutigen sogenannten Standardmodell zugrunde, das sich bislang glänzend bewährt hat. Während die Theorie äußerst erfolgreich ist, bleibt ihre weiche oder philosophische Interpretation nach wie vor umstritten. Das Verhalten fundamentaler Teilchen läßt sich offenbar nicht in Modellvorstellungen der klassischen Mechanik beschreiben, denn Elektronen und Photonen zeigen im Experiment eine merkwürdige Doppelnatur als Teilchen und Welle. Ort und Impuls lassen sich niemals zugleich exakt ermitteln oder prognostizieren. Damit scheint der Determinismus der klassischen Physik überwunden zu sein. Wir wollen uns im Kompaktseminar neben der Kopenhagener Interpretation hauptsächlich mit neueren Deutungen der verrückten Quantenphänomene befassen (Bohm, Everett, Hawking, Gell-Mann). Schrödingers Katze soll nicht wieder zu Tode gefoltert werden!

Teilnahmevoraussetzungen: Von den Nicht-Physikern wird Neugier und Interesse erwartet neben der Bereitschaft, sich qualitativ auf einige Resultate der neueren Physik einzulassen. Ansonsten: die Bereitschaft, ein Referat zu übernehmen.

Scheinvergabe: Ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit.

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Hesse: Kant, Kritik der teleologischen Urteilskraft

Mo 15-18, 14-täglich, Alte Burse, Melanchthon-Zimmer (Raum 308), Beginn: 23.10.

 

 

In seiner grundlegenden ersten Kritik, der "Kritik der reinen Vernunft", hat Kant die allgemeinen Bedingungen der Möglichkeit objektiver Erkenntnis herausgearbeitet. Dabei stand ihm in Gestalt der Newtonschen Kraft-Physik das Modell einer mathematisch-empirischen Naturwissenschaft vor Augen, die auf die mechanische Erklärbarkeit aller natürlichen Phänomene setzt und alle Naturteleologie zurückweist. Mit dem zweiten Teil seiner Kritik der Urteilskraft, der "Kritik der teleologischen Urteilskraft" jedoch thematisiert Kant die Unzulänglichkeit dieses Modells: es wird der besonderen Organisationsweise biologischer Organismen nicht gerecht. Das heuristische Prinzip, nichts an einem lebendigen System als umsonst anzusehen, wird von Kant daher als regulative Ergänzung des für alle Erfahrungswissenschaft konstitutiven Prinzips der Kausalität legitimiert.

Kants Unterscheidung von Naturzweck und äußerer Zweckmäßigkeit gewinnt heute im Rahmen ökologischer Theoriebildung wieder Bedeutung. Seine Theorie des Organismus ist aber nicht bloß im Hinblick auf das Selbstverständnis der modernen Biologie von systematischem Interesse, sie bietet auch wirkungsgeschichtlich wichtige Hinweise darauf, wie Naturgesetzlichkeit und Freiheit vermittelt werden können.

Der Text soll in dem Seminar in gemeinsamer Diskussion gründlich interpretiert werden. Grundkenntnisse der "Kritik der reinen Vernunft" sind dafür hilfreich.

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Höffe: Kant, Kritik der praktischen Vernunft

Mi 16-18, Alte Burse, Raum X, Beginn 18.10.

 

 

Die "Kritik der praktischen Vernunft" ist nach der "Grundlegung zur Metaphysik der Sitten" Kants zweite ethische Hauptschrift. Um sich mit seiner Ethik auseinanderzusetzen, widmet man sich meistens der "Grundlegung", ist diese doch durch ihren Ausgang von alltäglich erfahrbaren moralischen Phänomenen etwas leichter zugänglich. Unter systematischen Gesichtspunkten ist jedoch die "Kritik der praktischen Vernunft" ergiebiger. Durch ihre höheren Begründungsansprüche und ihre vielfältige Verknüpfung zu Kants theoretischer Philosophie ist sie jedoch weniger einfach lesbar und wirft schwierige Interpretationsfragen auf. Wir werden die einzelnen Teile der Schrift gründlich lesen, dabei die neuere Sekundärliteratur und auch die Frage nach der Aktualität der Kantischen Ethik nicht aus dem Blick verlieren.

Das Intensivseminar gipfelt in einem zweitägigen Kant-Symposium mit auswärtigen Referenten (15. und 16. Februar 2001).

Voraussetzung für den Erwerb eines benoteten Scheins sind die Bereitschaft, ein Referat zu übernehmen, und das Verfassen einer Hausarbeit. Für einen Teilnahmeschein genügt die Übernahme eines Protokolls. Die Themenliste ist ab September im Sekretariat (Alte Burse, Zi. 317) erhältlich.

 

 

Text:

Alle Ausgaben mit der Paginierung der Akademie-Ausgabe.

Literatur:

L. W. Beck: Kants Kritik der praktischen Vernunft. Ein Kommentar, München 1974.

Zur Einführung: O. Höffe: Immanuel Kant, 6. Aufl., München 2000, bes. Kap. 9 und 11.

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Jüngel: I. Kant, Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

Mi 18-20, Raum: siehe Aushang, Beginn: 18.10.

 

 

Das Seminar soll eine Einführung in Kants Religionsphilosophie geben. Inwiefern "mußte" der Philosoph "das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen" (I. Kant, Vorrede zur 2. Auflage der Kritik der reinen Vernunft)? Zu Grunde gelegt wird Kants Schrift Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. Beigezogen werden Texte aus der Schrift Der Streit der Fakultäten und aus der Kritik der reinen Vernunft.

Sprechstunde: Mo 16.30 Uhr nach vorheriger Anmeldung, Zimmer 321.

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Keuth: Der Pragmatismus

Mi 14-16, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 18.10.

 

 

Der Pragmatismus versteht sich nicht als philosophisches System, sondern als philosophisches Verfahren. Es enthält empiristische wie rationalistische Elemente. Das Seminar wird sich mit einigen zentralen Texten von Pragmatisten der ersten Generation, Peirce, James und Dewey, auseinandersetzen und abschließend noch kurz auf Quine, Davidson und Rorty eingehen.

Bedingung für einen benoteten Schein: Referat.

 

 

Literatur:

Charles Sanders Peirce: Über die Klarheit unserer Gedanken, Einleitung, Übersetzung, Kommentar von Klaus Oehler, Klostermann, Frankfurt/M., 3. Aufl. 1985.

William James: Der Pragmatismus, Meiner Philosophische Bibliothek 297.

John Dewey: Die Erneuerung der Philosophie, Sammlung Junius, ISBN 3-88506-409-X Pick It! .

John P. Murphy: Pragmatism. From Peirce to Davidson, Westview Press, Boulder/San Francisco/Oxford 1990, ISBN 0-8133-7810-9 Pick It! .

 

 

 

Merle: Theorien des Strafrechts Kompaktseminar

15.12.-17.12., Alte Burse, Raum X, Vorbesprechung: siehe Aushang

 

 

Der Begriff des Verbrechers und der Strafe setzt die Zurechnungsfähigkeit des Verbrechers vo- raus. Das Verbrechen als schwere Rechtsverletzung und Gefährdung der Rechtssicherheit kann aber nicht etwa durch die Strafe - rückgängig gemacht werden. Die Strafe kann immerhin einen oder mehreren der folgenden Zwecke u. a. verfolgen: der Wiedervergeltung des Verbrechens, der Abschreckung künftiger Verbrechen, der Abschreckung künftiger rückfälliger Verbrecher. Wie werden klassische Texte der philosophischen Straftheorien der drei entsprechenden Traditionen lesen: die Rechtfertigung der Strafe kann der Retributivismus (Kant, Hegel), die Generalprävention (Bentham und der Utilitarismus) oder die Spezialprävention heißen. Auch die neueren sogenannten Mischtheorien der Strafe werden untersucht, die diese Rechtfertigungen zu kombinieren versuchen.

Scheinvergabe: Referat und Hausarbeit

Sprechstunde: Di 15-16, Alte Burse, Raum 322

 

 

Literatur:

Ch. Beitz, J. Cohen, M. Cohen u. A. J. Simmons: Punishment, Princeton University Press 1995.

 

 

H. L. A. Hart: Punishment and Responsibility, Oxford University Press 1968.

O. Höffe: Gibt es ein interkulturelles Strafrecht?, Frankfurt/M.: Suhrkamp 1999.

J.-C. Wolf: Verhütung oder Vergeltung?, Freiburg i.Br.: Alber 1992.

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Schmidt: J. G. Fichte, Darstellung der Wissenschaftslehre von 1801/02

Mi 12-14, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 18.10.

 

 

In Fichtes unermüdlichen Versuchen, die Wissenschaftslehre in immer neuen Versionen darzustellen, nimmt die (erst posthum veröffentliche) Fassung von 1801/1802 einen privilegierten Ort ein. Dieser Text läßt sich nämlich als das erste Zeugnis der (noch kaum erschlossenen) Spätphilosophie Fichtes betrachten, in der - so scheint es zumindest - die Subjektivität nicht mehr die Stellung des ersten Prinzips einnimmt, sondern sich im Rahmen einer Reflexion auf die Bedingungen von Wissen als bloße Erscheinung eines Absoluten erweist, das nur durch die Selbstaufhebung der Subjektivität als solches noch erfaßbar ist. Da der Text ausgesprochen schwierig ist, soll eine geduldige und detaillierte Lektüre des Textes im Zentrum des Seminars stehen.

Scheinerwerb: schriftliche Hausarbeit

Sprechstunde: Fr 16-17, Alte Burse, Raum 307

 

 

Text: J. G. Fichte: Darstellung der Wissenschaftslehre. Aus den Jahren 1801/02; Hamburg: Meiner 1977.

 

 

 

Schneider: Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles

NEU : Fr 16-18; Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 20.10.

 

 

Die Summa contra Gentiles des Thomas von Aquin wird allgemein als sein philosophisches Hauptwerk bezeichnet, obwohl es der Intention nach keine philosophische Summe ist, sondern das Ziel verfolgt: "die Wahrheit, die der katholische Glaube bekennt, nach unserem Vermögen darzulegen und dabei entgegenstehende Irrtümer auszuschließen" (S.c.g. I2). In Frage steht daher gleich zu Beginn des Werks die Bestimmung des Verhältnisses zwischen Theologie und Philosophie; denn wie jedes mittelalterliche Werk, so steht auch dieses im Kontext einer christlichen Intellektualität, die das Denken der mittelalterlichen Autoren prägt. Insofern bietet das Werk mit seinen theologischen Implikationen zugleich eine Reflexion über die Möglichkeit des philosophischen Denkens. Es legt eine umfassende Gesamtsicht der Möglichkeiten und Begrenztheiten der menschlichen Vernunft dar. Die Summa contra Gentiles ist in vier Bücher eingeteilt, die wiederum in Kapitel gegliedert sind. In ihr geht es um die Darlegung jener Wahrheit, die "der Glaube bekennt und die Vernunft erforscht", und zwar unter Heranziehung von "Beweisgründen und Wahrscheinlichkeitsgründen", durch die die "Wahrheit bestätigt und der Gegner überzeugt wird" (Bücher I-III). Im IV. Buch ist von jener Wahrheit zu sprechen, die "über die Vernunft hinausgeht" (S.c.g. 19). Die Summa contra Gentiles strukturiert sich nach einem Schema, das auch für das andere Hauptwerk des Thomas, die Summa Theologiae, von Bedeutung ist: Die gesamte Absicht zielt darauf, "auf dem Wege der Vernunft" das zu verfolgen, was die menschliche Vernunft von Gott erforschen kann. So ist erstens eine Betrachtung über das anzustellen, was "Gott an ihm selbst zukommt" (Buch I); zweitens die Betrachtung über den "Hervorgang der Geschöpfe aus ihm" (Buch II); drittens die Betrachtung über die "Hinordnung der Geschöpfe zum ihm als zu ihrem Ziel" (Buch III). Das IV. Buch befaßt sich mit Fragen der Trinität, der Christologie, der Sakramentenlehre, der Auferstehung. Von besonderem Interesse ist das Schema des Hervorgangs der Geschöpfe aus Gott und der Rückkehr zu ihm. Die Summa contra Gentiles gehört zu dem unverzichtbaren Bestand des Erbes der mittelalterlichen Philosophie und Theologie.

Da es sich um einen umfangreichen Text handelt, werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach im kommenden Semester seine Lektüre und Interpretation fortsetzen. Eingeladen sind insbesondere Studierende der Philosophie und Theologie; Studierende anderer Fächer sind herzlich willkommen. Das Seminar richtet sich an Fortgeschrittene, aber auch an Anfänger der Philosophie. Kenntnisse des Lateinischen sind erwünscht, aber keine Bedingung der Teilnahme. Ein qualifizierter Seminarschein kann auf Grund regelmäßiger und tatkräftiger Mitarbeit und einer Hausarbeit erworben werden. Literatur wird in der ersten Seminarsitzung bekanntgegeben.

 

 

Textgrundlage:

Thomas von Aquin: Summe gegen die Heiden. Summa contra Gentiles, lat.-dt., hrsg. und übers. v. K. Albert/P. Engelhardt, 5 Bde., Darmstadt 1974ff.

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Schroeder-Heister: Induktive Verfahren

Do 8-10, Alte Burse, Raum X, Beginn: 19.10.

Das Seminar richtet sich an Studierende der Informatik. Es behandelt induktive Verfahren, die im Rahmen der Künstliche-Intelligenz-Forschung entwickelt worden sind. Da Induktion aber auch fundamentales philosophisches und wissenschaftstheoretisches Thema darstellt, ist das Seminar auch für Studierende der Philosophie einschlägig. Voraussetzung sind Grundkenntnisse in Logik. Aufgrund eines Referats mit schriftlicher Ausarbeitung kann ein Philosophie-Seminarschein vergeben werden.

 

 

Das Seminar wird mit der Vorlesung "Logikprogrammierung" von Dr. R. Kahle kombiniert. Die Vorträge der Teilnehmer finden ab Januar 2001 statt. Für genauere Informationen vgl. die Internet-Seite des Seminars.

 

 

Steinmann: Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen
Formen II

Do 18-20, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 19.10.

 

 

Das Seminar setzt die Beschäftigung mit Cassirer vom letzten Semester fort, versteht sich aber nicht als direkte Weiterführung und steht daher allen Neueinsteigern offen. Cassirers Werk soll nun als Ausgangspunkt für eine systematische Frage genommen werden, die Frage nach dem Status der Transzendentalphilosophie im gegenwärtigen Denken. Transzendental ist eine Theorie, die von der Annahme notwendiger logischer Bedingungen der Erfahrung oder des Denkens ausgeht. Dabei ist es in der Gegenwart fraglich geworden, inwieweit angesichts der Geschichtlichkeit oder auch der Sprachlichkeit des Wissens überhaupt von der Notwendigkeit solcher Bedingungen gesprochen werden kann. Cassirers Ansatz kann als Versuch gesehen werden, auf diese Frage zu reagieren und einen formalen Begriff des Transzendentalen zu entwickeln, der die Notwendigkeit in die Prozessualität des Denkens selbst zurücknimmt. Dieser Versuch ist in seinen Möglichkeiten, aber auch in seinen Grenzen zu diskutieren und mit anderen transzendentalphilosophischen Ansätzen zu vergleichen. Das Seminar hat in dieser Hinsicht einführenden Charakter und soll das Spektrum eines sich an Kant orientierenden Denkens in der Gegenwart zumindest ausschnitthaft verdeutlichen.

Bedingungen für den Scheinerwerb: Hausarbeit.

 

 

Textgrundlage:

Ernst Cassirer: Philosophie der symbolischen Formen. Weitere Texte werden im Seminar angegeben.

 

 

 

Wiesing/Marckmann: Philosophische Theorien der Medizinethik I

Do 14-16, Alte Burse, Raum X, Beginn: 19.10.

 

 

Das auf zwei Semester angelegte Seminar versucht einen Überblick über die in der medizinischen Ehtik derzeit diskutierten Theorien zu geben. An der medizinischen Ethik als einem Fallbeispiel angewandter Ethik soll überdies untersucht werden, welchen Einfluß angewandte Ethiken auf die Theoriebildung genommen haben. Die Literatur wird in der Vorbesprechung bekanntgegeben.

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Wimmer: Zhuangzi (Dschuang Dse)

Do 10.30-12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 19.10.

 

 

In Fortsetzung der Beschäftigung mit dem philosophischen Daoismus wird das Werk des neben Laozi bedeutendsten Daoisten der klassischen Antike Chinas behandelt.

Scheinvergabe: Referat oder Prüfungsgespräch oder Hausarbeit.

 

 

Literatur:

Victor H. Mair (Hg.): Zhuangzi (dt. Untertitel: Das klassische Buch daoistischer Weisheit ). Frankfurt/M.: Wolfgang Krüger Verlag 1998.

Burton Watson (Hg.): The Complete Works of Chuang Tzu. New York: Columbia University Press 1968 u. ö.

 

 

 

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Oberseminare

 

Figal: Dialektik II Kompaktseminar für Doktoranden und Examenskandidaten

nach Vereinbarung

Teilnahme nur nach persönlicher Anmeldung.

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Frank: Ned Block über Bewusstsein: Oberseminar für Doktoranden/Doktorandinnen

Mi 20-22, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 18.10.

 

 

Ned Block, Professor an NYU, ist ein Hauptvertreter der bewusstseinsfreundlichen Fraktion der Philosophy of Mind und arbeitet an einer Monographie über das Thema. Er wird mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Kolloquiums an einigen Tagen Ende Januar über Texte diskutieren, die rechtzeitig als Reader vorliegen, die in meinem Seminar gekauft werden können.

 

 

 

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Höffe: Neuerscheinungen zur politischen Philosophie und Vorstellung eigener Projekte Oberseminar/Doktorandenkolloquium

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Do 15-19, Termine und Ort werden noch bekanntgegeben

 

 

Es werden eigene Projekte vorgestellt und neue Literatur zur Politischen Philosophie diskutiert. Neuteilnahme nur nach Rücksprache in der Sprechstunde möglich.

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Keuth: Perspectives on Quine

Mi 10-12, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 18.10.

 

 

Willard Van Orman Quine ist einer der bedeutendsten Logiker des 20. Jahrhunderts. Zugleich ist er wohl der bedeutendste Vertreter des jüngeren Pragmatismus. Das Seminar wird sich mit Kritiken zahlreicher Autoren aus verschiedenen Disziplinen an Quines Philosophie und mit Quines Antworten auseinandersetzen.

Bedingung für einen benoteten Schein: Referat.

 

 

Literatur:

Robert Barrett und Roger Gibson (Hgg.): Perspectives on Quine, Blackwell, Cambridge, Mass., ISBN: 0-631-19178-X Pick It! .

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Kolloquien

 

Fahrenbach: Kolloquium

nach Vereinbarung

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Kümmel: Gedächtnis und Erinnerung

Fr 18-20, Alte Burse, Melanchthon-Zimmer (Raum 308), Beginn: 27.10.

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Schroeder-Heister: Logik und Sprachtheorie

Di 18-20, Sand 13, Raum: siehe Aushang, Beginn: 17.10.

Besprechung von aktuellen Publikationen, Examensarbeiten sowie Gastvorträge. Wer interessiert ist, möge eine mail an kahlespam prevention@informatik.uni-tuebingen.de senden mit der Bitte, auf den Einladungsverteiler gesetzt zu werden.

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Wimmer: Doktoranden/Doktorandinnen-Kolloquium

Do 14-17.30, 14-täglich, Ethikzentrum, Keplerstraße 17, Beginn: 2.11.

 

 

 

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Arbeitskreis

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Hoering: Lernprogramm (insbesondere für Logik)

Di 19-21, Alte Burse, Computerpool, Beginn: 24.10.

 

 

Seit einiger Zeit gibt es ein Tutor-Programm zum Einüben des logischen Ableitens in Formalismen der Aussagen-, Prädikaten- und Modallogik, das im Rahmen dieses Arbeitskreises entwickelt worden ist. Dieses Programm wurde zunächst in Pascal für IBM-kompatible Rechner geschrieben; für seine Portierung auf andere Plattformen stellen wir Versionen in TCL/TK her. Neue Mitglieder, die bereits Kenntnisse in diesen Sprachen besitzen, oder stark motiviert sind, sich einzuarbeiten, sind herzlich willkommen.

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Zusätzliche Lehrveranstaltungen

<dl><dt>PD Dr. Schneider: neuer Termin für das Seminar "Thomas von Aquin: Summa contra Gentiles": Fr 16-18; Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 20.10.</dt></dl>

Heidelberger: Geschichte der Wissenschaftstheorie seit dem 19. Jahrhundert - Vorlesung

Mo 14-16, Neue Aula, Hörsaal 1, Beginn: 23.10.

Es werden wichtige Stationen der Entwicklung der Wissenschaftsphilosophie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zu unserer Gegenwart ausgewählt und dargestellt. Ich bemühe mich darum, den (natur-)wissenschaftlichen Kontext der Zeit jeweils mit einzubeziehen und Verbindungen zu unserer gegenwärtigen Problemsituation herzustellen. Wer will, kann in der begleitenden Übung passende Texte lesen und diskutieren.

 

Heidelberger: Geschichte der Wissenschaftstheorie seit dem 19. Jahrhundert - Proseminar (Übung zur gleichnamigen Vorlesung)

Di 10-12, Alte Physik, Übungsraum 2, Beginn: 24.10.

Dieses Proseminar begleitet die gleichnamige Vorlesung. Zu den einzelnen Themen der Vorlesung werden passende Texte gelesen und diskutiert. Die Teilnahme an der Vorlesung ist natürlich sinnvoll und mit Nachdruck empfohlen, aber nicht verpflichtend.

 

Heidelberger: Philosophische Aspekte des Kognitivismus - Hauptseminar

Mo 16-18, Alte Burse, Raum X, Beginn: 23.10.

In diesem Seminar sollen grundlegende Ideen der Kognitionswissenschaft die für Philosophen und auch Psychologen interessant sind, diskutiert werden. Dabei will ich auch den Bezug zur Biologie nicht ausser Acht lassen. Der Themenplan wird in der ersten Sitzung festgelegt; eigene Wünsche können (und sollen) eingebracht werden. Es gibt gute neuere Sammelbände zu diesem Themenkomplex, aus denen wir uns Texte zur Diskussion auswählen.

 

Heidelberger: Der Begriff des Organismus - Hauptseminar

Di 12-14, Alte Burse, Konferenzraum, Beginn: 24.10.

Es sollen historische und gegenwärtige Organismus-Konzeptionen vergleichend analysiert werden mit dem Ziel, die Grenze der Versuche zu ermitteln, Lebewesen mechanistisch zu deuten. Wir beginnen mit der Theorie des Organismus von Aristoteles aus De anima, die bis zur Ablösung des aristotelischen durch das mechanistische Weltbild verbindlich blieb. Dessen Grenzen versuchen Kant, Driesch, Plessner, Jonas zu überschreiten. Ins Blickfeld sollen dann auch die Systemtheorie von Bertalanffy kommen, sowie die Autopoiesis-Lehre von Maturana. Schliesslich werden einschlägige wissenschaftstheoretische Überlegungen der Gegenwart zur Sprache kommen. Der Themenplan wird in der ersten Sitzung festgelegt; eigene Themenwünsche sind sehr willkommen.

 

D. Koch: Die Philosophie Martin Heideggers (Periode des Ereignis-Denkens) - Interpretationskurs

Di 18 - 20 Uhr, Alte Burse, Raum X, Beginn: 17. 10. (in der ersten Sitzung findet eine Vorbesprechung statt)

In diesem Interpretationskurs werden wir uns - will man eine grobe Kennzeichnung verwenden - mit der zweiten Periode der Philosophie Martin Heideggers auseinandersetzen, das heißt mit der geschichtlichen Konzeption des Verhältnisses von Denken und Sein, wie sie seit Mitte dreißiger Jahre maßgebend war. Im Zentrum wird die Klärung des Schlüsselbegriffs »Ereignis« stehen. Dies soll anhand von mehreren, meist kleineren Publikationen geschehen, also nicht anhand des erst 1989 veröffentlichten Manuskripts »Beiträge zur Philosophie. Vom Ereignis« (1936 - 1938). Dieses Manuskript stellt eine erste Ausarbeitung der Ereignis-Konzeption dar, hat aber noch nicht den ausgereiften Charakter und Stil, wie spätere, zur Veröffentlichung bestimmte Schriften.

Wir beginnen mit dem Vortrag »Was ist das - die Philosophie?«. Die Arbeit soll fortgesetzt werden mit den Schriften »Über den Humanismus«, »Die Frage nach der Technik«, »Überlieferte Sprache und technische Sprache«, »Gelassenheit«, »Was heißt Denken?« (Vortrag), »Der Satz der Identität« usf.

Kenntnisse über die erste Periode - also diejenige des Werkes »Sein und Zeit« (1928) und seines Umfeldes - sind wünschenswert, aber keine Teilnahmevoraussetzung.

Für diese Veranstaltung sei gleichzeitig verwiesen auf die Vorlesung von Prof. Figal »Einführung in die Philosophie Martin Heideggers«.

Textgrundlage zu Beginn:
Martin Heidegger: »Was ist das - die Philosophie?« (Pfullingen 1992, 10. Auflage)

Scheinerwerb:
eine Hausarbeit pro Semester (Umfang: 10 bis 15 Seiten à 2000 Anschläge). Eine Hausarbeit kann durch ein Protokoll (Umfang: vier bis fünf Seiten) und ein Kurzreferat (Einführung in eine Textpassage) ersetzt werden. Eine Vorschlagsliste von Hausarbeitsthemen wird zu Beginn ausgegeben. Bitte beachten Sie, daß in einem Interpretationskurs nur benotete Scheine erworben werden können.