Philosophisches Seminar

Wintersemester 2004/05

Inhalt:

Allgemeine Studienberatung: Dietmar Koch, Fakultätsassistent: Di 10-12, Raum 214

Soweit nicht anders im Kommentar vermerkt, ist die Anmeldung zu den Veranstaltungen nicht erforderlich.

Die Teilnahme an Proseminaren von Studierenden, die die Zwischenprüfung bereits abgelegt haben, bedarf der ausdrücklichen Zustimmung des Seminarleiters.

Wintersemester 2004/2005 (1.Oktober 2004 31.März 2005):

Semestertermine: Beginn der Vorlesungen: 18.10.2004

Ende der Vorlesungen: 19.02.2005

Vorlesungsfreie Tage: 1.11.2004 (Allerheiligen), 24.12.2004 6.01.2005 (einschl.)

Forschungsfreisemester: Prof. Dr. A. F. Koch, Prof. Dr. A. Newen

Orientierungnachmittag für Studienanfänger im Fach Philosophie Mittwoch, den 20. Oktober 2004 15-19 Uhr, Raum X, Burse

Alle Erstsemester und Studienortwechsler im Studienfach Philosophie sind herzlich eingeladen zur Orientierungsveranstaltung. Ziel der Veranstaltung ist es, den Studierenden einen Überblick über die formalen Anforderungen des Philosophiestudiums zu geben und darüber hinaus wichtige Hinweise für das erfolgreiche Studieren und eine vorausschauende Organisation des Studiums zu liefern.

15-16 Uhr Kurzvorträge zu formalen Studienbedingungen und zu allgemeinen Empfehlungen für das Philosophiestudium in Tübingen.

16-18 Uhr Informelle und individuelle Beratung in studentischen Kleingruppen, die von fortgeschrittenen Studierenden geleitet werden.

18-19 Uhr Dozentenvorstellung

gez.: Prof. Dr. Manfred Frank

(Studiendekan)

Am Mittwoch, den 10. November, um 17:30 Uhr c.t. Änderung! findet eine Informationsveranstaltung zu Fragen des Hauptstudiums, des Bakkalaureatsexamens, des des Magisterexamens und des Staatsexamens Philosophie/Ethik im Raum X der Burse statt.

Hierzu sind alle Studenten und Studentinnen im Hauptstudium herzlich eingeladen.

Vorlesungen

Brachtendorf: Einführung in die Metaphysik

Mo 10-12, Mi 11-12, Hörsaal: Neue Aula, HS 2, Beginn: 27.10.

Metaphysik befragt die Wirklichkeit auf ihre tiefsten Gründe und allgemeinen Strukturen. Sie beansprucht, grundlegender vorzugehen als die Einzelwissenschaften, weshalb ihr traditionell der Titel "Königin der Wissenschaften" zuerkannt wurde. Auch innerhalb des Fächerkanons der Philosophie galt die Metaphysik als Spitzendisziplin, als "prima philosophia".

Mehr als zwei Jahrtausende lang fand der von Platon erstmals formulierte Fundierungsanspruch der Metaphysik allgemeine Anerkennung. Doch mit Immanuel Kant setzte eine kritische Bewegung ein, derzufolge die Metaphysik abzudanken habe, weil sie die ihr traditionell zugedachte Begründungs-leistung gar nicht erbringen könne. Die Lehre vom Sein und von der Substanz müsse ersetzt werden durch Transzendentalphilosophie (Kant), durch einen absoluten Idealismus (Fichte, Hegel) oder durch phänomenologische Analysen (Husserl, Heidegger).

Die Vorlesung hat einführenden Charakter. Sie wird zunächst Grundbegriffe der klassischen Metaphysik erläutern (Seiendes, Substanz, Wesen, Kategorie, etc.) wie sie von Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin, und anderen entwickelt wurden. Danach wird sie den wichtigsten Versuchen der Kritik und Ablösung der Metaphysik nachgehen.

Einführende Literatur:

Disse, J., Kleine Geschichte der abendländischen Metaphysik von Platon bis Hegel, 2001.

Schmidinger, H., Metaphysik: Ein Grundkurs, Stuttgart 2000.

Engels: Ehische Aspekte der Gentechnik bei Pflanze, Tier und Mensch

Di 10-12, Kleiner Botanischer Hörsaal, N11, Auf der Morgenstelle 1, Beginn: 19.10.

Die Gentechnik umfasst alle Methoden der Charakterisierung und Isolierung der Gene eines Organismus sowie deren gezielte Veränderung und Neukombination mit fremdem Erbgut ("rekombinante DNA") auch über die Artgrenzen hinweg, wie sie unter natürlichen Bedingungen oder mittels klassischer Züchtungsmethoden nicht vorkommen. Der direkte Eingriff in das Erbgut von Organismen (Herstellung "transgener" Organismen) erfolgt mit dem Ziel, bestimmte vom Menschen erwünschte Wirkungen hervorzurufen. Die öffentliche Akzeptanz der Gentechnik ist in den einzelnen Anwendungsbereichen sehr unterschiedlich. Während Gentechnik in einigen Bereichen zur Selbstverständlichkeit geworden ist (Pharmazie, z.B. gentechnische Herstellung von Insulin), ist sie in anderen Bereichen umstritten (z.B. Gentechnik in der Landwirtschaft, "gene farming"; z.B. Herstellung transgener Tiere für die Arzneimittelproduktion, "gene pharming", und für die Transplantationsmedizin, Xenotransplantation) oder stößt allgemein auf Ablehnung bis hin zum gesetzlichen Verbot (z.B. Keimbahntherapie beim Menschen). Mit der Gentechnik verbinden sich utopische Hoffnungen wie Schreckensvisionen, die eine Einschätzung der realistischen Möglich-keiten der Gentechnik und ihre sachliche Auseinandersetzung damit erschweren. In der Vorlesung werden verschiedene, bereits realisierte sowie erhoffte Anwendungsbereiche der Gentechnik bei Pflanze, Tier und Mensch vorgestellt und unter ethischen Aspekten reflektiert und diskutiert.

Die Vorlesung richtet sich an Studierende der Philosophie, Biologie, Informatik, Bioinformatik und andere Interessierte.

Frank/Koch, D.: Friedrich Wilhelm Josef Schelling (1775-1854)

Do 20-22, Hörsaal: Kupferbau 24, Beginn: 28.10.

Aus Anlass des 150. Todesjahres Friedrich Wilhelm Josef Schellings (1775 1854) veranstaltet das Philosophische Seminar eine Ringvorlesung. Schelling nicht nur zusammen mit seinen Kommilitonen Hölderlin und Hegel berühmter "Evangelischer Stiftler", sondern auch Sohn der "Alma Mater Tuebingensis" hat unter den Köpfen des "Deutschen Idealismus", den wohl am schwersten greifbaren philosophischen Entwurf hinterlassen. Die Ringvorlesung macht den Versuch, die vielfältigen Seiten und Facetten seiner Philosophie im Zentrum stehen die Bestimmungen Natur, Freiheit, Geschichte, Gott und System zur Darstellung zu bringen, sie auf dem gegenwärtigen Editionsstand seines Werkes neu zu beleuchten und seine philosophischen Ansätze für Antworten auf heutige Fragestellungen fruchtbar zu machen. Dabei wird mit auf dem Prüfstand stehen die These des berühmten Tübinger Philosophen Walter Schulz in seinem einflussreichen Werk "Die Vollendung des Deutschen Idealismus in der Spätphilosophie Schellings", dass Schelling das idealistische Denken zugleich auf einen Höhepunkt geführt wie überwunden habe.

Über die einzelnen Autoren dieser Ringvorlesung und die Themen ihrer Vorträge informiert http://www-ls.informatik.uni-tuebingen.de/logik/psh/forschung/forschung.html heruntergeladen werden.)

Szlezák: Aristoteles, Metaphysik

Do 9.00-11.00, Hörsaal, Hegelbau, Kleiner Übungsraum, Beginn: 28.10.

Im Gegensatz zur Metaphysik-Vorlesung vom SS 2002, die sich vor allem auf die systematische Klärung zentraler Begriffe wie Erste Philosophie, Theologik, Wissenschaft vom Seienden als Seienden, Wissenschaft der ersten Ursachen usw. konzentrierte, wird die für das WS 2004/2005 geplante Vorlesung die unter dem Namen "Ta meta ta physika" überlieferte Sammlung auch in ihrer Ganzheit vorstellen, das Verhältnis der Teile zu einander erörtern und die Lösungen oder Lösungsansätze des Aristoteles im einzelnen besprechen. Im Ausgang vom Aporienbuch (Met. B) wird der enge Anschluss der metaphysischen Frageweise an die Problemstellungen der Akademie (die ganz von Platons mündlich entfalteter Prinzipienlehre bestimmt waren) sichtbar gemacht werden. Vor diesem Hintergrund werden dann die zentralen Interpretationsfragen der Substanzlehre des Aristoteles zur Sprache kommen (gibt es ein individuelles eidos für Aristoteles?, besteht ein Bruch zwischen der Ontologie der Kategorienschrift und der von Met. Z?, wie verhält sich der Unbewegte Beweger zur Welt? etc.).

Ausgegangen wird diesmal vom deutschen Text, von dem aber der Blick immer wieder zum griechischen Original zurückgelenkt werden wird.

Text:

(a) deutsch: Aristoteles, Metaphysik, übersetzt und eingeleitet von Th. A. Szlezák, Berlin 2003.

(b) griechisch: Aristoteles, Metaphysica, ed. W. Jaeger, Oxford 1957 (zahlreiche Repr.) (OCT).

Wimmer: Philosophie und Dichtung

Ringvorlesung: 2st., Di 18-20, Hörsaal: Kupferbau 22, Beginn: 26.10.

Oft leben dichterische Werke aus philosophischen Antrieben, und manchmal nehmen philosophische Werke dichterische Form an. Was bedeutet die dichterische Gestalt für den philosophischen Gedanken? Wo liegt der Gewinn, wo der Verlust? Oder ist es so, wie Platon behauptet, dass Dichtung und Wahrheit, die Liebe zur Dichtung und die Liebe zur Weisheit miteinander unverträglich sind? Die Vorlesung erkundet an exemplarischen Fällen nicht nur Möglichkeiten wechselseitiger Befruchtung, sondern sucht die These zu belegen, dass sich das philosophische Denken mit der dichterischen Form einen Dienst tut, den es sich auf keine andere Weise tun kann.

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Übungen zu den Vorlesungen

Höffe: Methoden der Ethik

Do 12.30-14, Burse, Melanchthonzimmer, Beginn: 21.10.

Matthews: Zur Philosophie Schellings

Fr 12-13, Burse, Melanchthonzimmer, Beginn: 22.10.

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Einführungsveranstaltungen

Koch, D.: Einführung in das Studium der Philosophie

Mo 10-12, Burse, Raum X, Beginn: 18.10.

Die Einführungsveranstaltung dient der umfassenden Grundorientierung im Philosophiestudium. Sie ist reserviert für Erst- und Zweitsemester im Fach Philosophie.

Aufgabe der Veranstaltung ist es, Kenntnisse zum Studienablauf und zur Studienorganisation zu vermitteln, grundlegende Literatur bekannt zu machen, eine Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten zu geben (Tutorium), vor allem jedoch in geschichtlich wie systematisch bedeutsame Grundprobleme und Grundbegrifflichkeiten philosophischen Denkens einzuführen. Dies geschieht anhand von Textauszügen zentraler philosophischer Werke von Parmenides bis Heidegger. (Die Textauszüge werden ausgegeben.)

Schröder, J.: Einführung in die Erkenntnistheorie (Vorlesung: insbesondere für Studienanfänger im Fach Philosophie sowie für Psychologiestudenten)

Mi 10-12, Hörsaal: Alte Archäologie, Beginn: 20.10. Änderung!

Dreh- und Angelpunkt der Erkenntnistheorie ist der Begriff des Wissens. Was ist Wissen und wie gelangen wir zu Wissen? Eine einflussreiche, traditionelle Charakterisierung von Wissen besagt: Wissen ist wahre, gerechtfertigte Überzeugung. Die drei entscheidenden Bestandteile dieser Charakterisierung sind Wahrheit, Rechtfertigung und Überzeugung. Dabei wirft die Frage nach der Rechtfertigung die meisten Schwierigkeiten auf. Es gibt so genannte internalistische und externalistische Theorien der Rechtfertigung. Die internalistischen sehen die Beziehung der Rechtfertigung entweder als eine einseitig gerichtete Beziehung zwischen Überzeugungen, nämlich zwischen Basisüberzeugungen und anderen (Fundationalismus), oder als eine wechselseitige Beziehung zwischen Überzeugungen (Kohärentismus). Die externalistischen machen dagegen geltend, dass Überzeugungen durch Beziehungen zu etwas außerhalb des Systems dieser Überzeugungen gerechtfertigt werden. Dabei stellt sich die Frage, ob eine Überzeugung schon allein dadurch gerechtfertigt sein kann, dass sie durch einen zuverlässigen Prozess erzeugt wurde.

Da Wahrnehmungsüberzeugungen für die Erkenntnistheorie von entscheidender Wichtigkeit sind, spielt hier die Frage, was Wahrnehmung eigentlich ist und wie sie uns mit der Welt verbindet, eine ausgezeichnete Rolle.

Schließlich steht jede Antwort auf die Frage, ob und wie wir Wissen über die Welt erlangen können, immer im Spannungsfeld skeptizistischer Argumente, die unsere Ansprüche auf Wissen in Frage stellen, indem sie auf die Anfälligkeit menschlicher Erkenntnis für Irrtümer hinweisen. Eine Antwort auf die Frage, wie Wissen möglich ist, ist deshalb zugleich immer auch eine Antwort auf den Skeptizismus.

Für die Psychologiestudenten wird am Ende des Semesters eine Klausur angeboten.

Einführende Literatur:
Bieri, P. (1987), Analytische Theorie der Erkenntnis, Frankfurt Athenäum.

Kutschera, F. v. (1982), Grundfragen der Erkenntnistheorie, Berlin: de Gruyter.

Lenk, H. (1998), Einführung in die Erkenntnistheorie, München: Fink.

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Proseminare

Aschenberg: Einführung in Fragen der Religionsphilosophie

(Fachdidaktisches Proseminar für Studierende des Lehramtsstudiengangs Philosophie/Ethik und für andere an der Thematik Interessierte.)

Mo 8.009.30 (!!!), Burse, Raum X, Beginn: 25.10.

Die Lehrveranstaltung soll in ausgewählte Fragen der Religionsphilosophie einführen, und zwar in solche, die für einschlägige Themen des gymnasialen Ethikunterrichts besonders relevant sind (etwa: Begriff und Funktion von Religion, Gottesbeweise, Theodizee-Problem, Religionskritik, Religion und Moral). Fachdidaktische Aspekte der Thematik werden berücksichtigt.

Qualifizierter Schein: (1) regelmäßige Teilnahme, (2) mündliche Präsentation, (3) schriftliche Hausarbeit.

Literaturhinweise:

S. Grätzel/A. Kreiner: Religionsphilosophie, Stuttgart/Weimar, Metzler, 1999.

N. Hoerster (ed.): Glaube und Vernunft. Texte zur Religionsphilosophie, Stuttgart, Reclam 1985.

Dahlgrün: Theorien der Begriffe Kompaktveranstaltung

Di 1.03.-Fr 4.3., Di - Do 10-13; 15-18; Fr 10-13; 14.30-16 Uhr

Burse, Raum X, Beginn: 1.03.2005, 10 Uhr

Begriffe sind Gedankenteile, die Bausteine unser Denkens. Sie sind die mentalen Repräsentationen, durch die wir die Dinge in unserer Welt klassifizieren. Sie bilden den Stoff sowohl alltäglicher psychologischer Erklärungen als auch kognitionswissenschaftlicher Theoriebildung. Als subpropositionale, rekombinierbare, bedeutungstragende Einheiten haben sie einiges mit den Wörtern natürlicher Sprachen gemein. Zwar sind Begriffe nach der generell realistischen Position, die wir annehmen wollen (und die in substantieller Theoriebildung über Begriffe vorausgesetzt wird), nicht notwendigerweise an Sprachfähigkeit gekoppelt; dennoch ist die Untersuchung der Natur von Begriffen untrennbar mit bedeutungstheoretischen Überlegungen aus der Sprachphilosophie verknüpft.

Wir werden uns in einem Anfangsteil des Proseminars gewisse Grundlagen aus der Bedeutungstheorie und der Philosophy of Mind vergegenwärtigen; danach werden wir uns ein paar ausgesuchten Texten aus der Begriffstheorie zuwenden. Im Einklang mit der Grundannahme des Repräsentationalismus werden wir davon ausgehen, dass unter Begriffen kausal wirksame Zustände zu verstehen sind, die in einem objektiven und unabgeleiteten Sinne die Welt repräsentieren. Neben Philosophen sind auch theoretisch interessierte Studenten aus den Kognitionswissenschaften herzlich willkommen.

Teilnehmer sollten im Laufe des Wintersemesters den einführenden Übersichtsartikel "Concepts and Cognitive Science" von Laurence & Margolis studiert haben (pp. 3-77 der unten genannten Sammlung). Allen Studenten, die zum ersten Mal mit dem Thema psychologischen Repräsentierens in Berührung kommen, sei zum vorherigen Einstieg Kapitel 1 ("The Puzzle of Representation") von Cranes ausgesprochen zugänglich geschriebenem Bändchen ans Herz gelegt.

Details des Seminarplans und die weitere Lektüreauswahl werden spätestens ab Anfang Januar auf den Internetseiten des Philosophischen Seminars und per Aushang bekannt gegeben.

Literatur:

Eric Margolis & Stephen Laurence (ed.), Concepts: Core Readings. Cambridge: MIT Press, 1999.

Tim Crane, The Mechanical Mind: A Philosophical Introduction to Minds, Machines and Mental Representation. London: Routledge, 2003. (2. Aufl.).

Dietrich: Was kann und darf die Ethik? Überlegungen zu einer Ethik der Ethik (EPG 2)

Mi 14-16, Verfügungsgebäude, Wilhelmstr. 19, Raum 1.01, Beginn: 20.10.

Die sog. Angewandte Ethik hat seit den 60er Jahren einen enormen Aufschwung erfahren und sich als Disziplin in Form verschiedener Bereichsethiken wie Bioethik, Medizinethik, Umweltethik, Wirtschaftsethik etc. institutionalisiert. Dabei übernehmen EthikerInnen immer häufiger eine öffentliche Funktion als ExpertInnen in z. B. Ethik-Kommissionen und Ethik-Räten; parallel dazu wird in einer Vielzahl von Studiengängen eine ethische Grundbildung etabliert (z. B. Medizin und Biologie, z. B. das Ethisch Philosophische Gundlagenstudium in den Lehramtsstudiengängen).

Mit dem Wachsen ihrer öffentlichen Funktion ist die Angewandte Ethik aber auch zum Gegenstand der Kritik geworden: Die Angewandte Ethik, so die einen, könne aus prinzipiellen, wissenschafts-theoretischen Gründen gar nicht leisten, was sie verspricht, nämlich eine argumentativ abgesicherte Handlungsorientierung zu bieten. Die Angewandte Ethik, so die anderen, könne zwar eine argumentativ abgesicherte Handlungsorientierung bieten, doch etabliere sie damit entweder eine ethische Expertokratie oder diene insgeheim der Akzeptanzbeschaffung. Und außerdem: Die Angewandte Ethik träte häufig als Kritik der anderen Wissenschaften auf aber müsste sie sich nicht auch selbst der Kritik und 'Ethikfolgenabschätzung' unterziehen?

In dem Seminar werden wir den verschiedenen Kritikansätzen und ihren Erwiderungen nachgehen und versuchen, eine angemessene Erwartungshaltung an die Ethik heraus zu arbeiten. Dies setzt zum einen eine metaethische und fundamentalethische Reflexion des Erkenntnisanspruchs ethischer Aussagen voraus. Zum anderen und sozusagen diesseits einer endgültigen metaethischen Klärung ist angesichts des allgemeinen gesellschaftlichen Orientierungsbedarfs die Frage zu stellen, welche Rolle die Ethik zwischen ethischer Grundbildung und ethischer Expertise einnehmen kann, darf oder sollte. Gibt es ethische oder gar moralische ExpertInnen? Und wenn ja: Worin besteht ihre Expertise und welche gesellschaftliche Autorität können, dürfen oder sollten sie haben? Wie sieht ein Profil ethischer Grundbildung aus? Und welche ethischen Fragen wirft die Ethik selbst auf? Kann Ethik auch schädlich sein? Ist es immer erlaubt, ethisch zu reflektieren?

Voraussetzungen: Grundkenntnisse in Ethik (Proseminar Ethik, EPG 1 Schein o.ä.) sind unbedingt erforderlich. Im Zweifelsfall wird um Rücksprache mit der Dozentin gebeten (Email: izew.epg-tuebingenspam prevention@uni-tuebingen.de.)

Scheinerwerb: Aktive Teilnahme (regelmäßige Teilnahme, Kurzreferat) und Hausarbeit (Fachschein) oder Klausur (EPG)

Literatur zur Einführung:

Ach, Johann S. (2002): Bioethik eine Einführung. In: Martin, Hans-Joachim (Hg.) (2002): Am Ende (-) die Ethik? Begründungs- und Vermittlungsfragen zeitgemäßer Ethik. Münster: LIT. S. 100-121

Gesang, Bernward (Hg.) (2002): Biomedizinische Ethik. Aufgaben, Methoden, Selbstverständnis. Paderborn: Mentis.

Kettner, Matthias (Hg.) (2000): Angewandte Ethik als Politikum. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

In diesem Seminar kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien erworben werden (EPG 2).

Engels: Das Tier in Erkenntnistheorie und Ethik (EPG 2)

Mi 10-12, Verfügungsgebäude, Wilhelmstraße 19, Seminarraum 1.01, Beginn:20.10.

"Wie die Hausfrau, die die Stube gescheuert hat, Sorge trägt, dass die Türe zu ist, damit ja der Hund nicht hereinkomme und das getane Werk durch die Spuren seiner Pfoten entstelle, also wachen die europäischen Denker darüber, dass ihnen keine Tiere in der Ethik herumlaufen Es ist, als hätte Descartes mit seinem Ausspruch, dass die Tiere bloße Maschinen sind, die ganze europäische Philosophie behext." (A. Schweitzer, 1923). Dieses berühmte Zitat A. Schweitzers ließe sich auch um die Erkenntnistheorie erweitern, wenngleich es sowohl in der Ethik als auch in der Erkenntnistheorie Ausnahmen gab. Seit einigen Jahrzehnten haben sich Tiere nun in der Philosophie einen Diskussionsraum erobert. Dies betrifft vor allem die Bioethik, in der sich die Tierethik als eine Bereichsethik der anwendungsbezogenen Ethik etabliert hat. In der Erkenntnistheorie im weiteren Sinne wird nach den Wahrnehmungs- und Erkenntnisleistungen gefragt, die Tiere mit dem Menschen gemeinsam haben, über die sie im Unterschied zum Menschen nicht verfügen oder die sie gegenüber dem Menschen auszeichnen. Wie in der Ethik gibt es auch hier ein breites Spektrum unterschiedlicher Auffassungen. Im Seminar werden Texte gelesen, in denen Tiere aus ethischer und erkenntnistheoretischer Perspektive unter zentraler Berücksichtigung heutiger biologischer Theorien betrachtet werden.

Die Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist neben regelmäßiger Teilnahme ein Seminarvortrag mit Thesenpapier, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit.

Eine Liste der im Seminar zu behandelnden Literatur wird zu Beginn des Semesters verteilt. Auf Wunsch der Seminarteilnehmer/Innen wird ein Reader mit der zu bearbeitenden Literatur zusammen-gestellt.

In diesem Seminar kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien erworben werden (EPG 2).

Geiger: Machiavelli, Morus und die politische Philosophie des Humanismus

Di 10-12, Burse, Raum X, Beginn: 19.10.

Veranstaltungskommentar: siehe Aushang am Schwarzen Brett.

Heidelberger: Einführung in die Logik mit Tutorium

Di 10-12, Hörsaal: Neue Aula, HS 1, Beginn: 26.10.

Das Proseminar, das als Vorlesung abläuft, bietet eine Einführung in die Aussagen- und Prädikatenlogik nebst einem Ausblick in die induktive Logik. Es wird der Kalkül des natürlichen Schließens behandelt und viel Wert auf die Formalisierung von Argumentationen gelegt. Da zum Philosophieren das Begründen gehört und Begründen argumentativ geschieht, ist eine Untersuchung der Möglichkeiten und Grenzen des Argumentierens für die Philosophie unerlässlich, sowohl für das eigene philosophische Argumentieren als auch für die Analyse philosophisch zu untersuchender Texte. Die Logik bietet für eine solche Reflexion das Instrumentarium. Es wird ein Skriptum im Netz bereitgestellt, das den Text von Hoyningen-Huene (s.u.) ergänzt. Es findet ein die Veranstaltung begleitendes Tutorium statt. Das Tutorium ist nicht verpflichtend, wird aber nachdrücklich empfohlen. Scheinerwerb durch zwei bestandene Klausuren.

Text: Skriptum im Netz und Paul Hoyningen-Huene, Formale Logik. Eine philosophische Einführung, Stuttgart: Reclam 1998 (UB Nr. 9692), Euro 8,10.

Heidelberger: Modelle in den Wissenschaften

Mi 10-12, Burse, Raum X, Beginn: 27. 10.

Die Rolle von Modellen, Analogien und Metaphern in den Erfahrungswissenschaften wurde von der Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften jahrzehntelang als rein rhetorisches Ornament abgetan, das über das Wesen der Wissenschaft wenig Aufschluss gibt. Diese Einstellung hat sich in den letzten zwanzig Jahren tiefgreifend geändert. Wir werden verschiedene neue Ansätze, darunter von Cartwright und Giere näher behandeln, einige Vorläufer dieser Debatte wie Campbell und Hesse und auch die Kritiker des Modellbegriffs wie Duhem und die Logischen Empiristen nicht vergessen. Bei der Diskussion des Themas müssen viele andere Themen berücksichtigt werden, so dass das Seminar gleichzeitig auch in allgemeinerer Form in die Wissenschaftsphilosophie einführt. Scheinerwerb durch Referat und Hausarbeit.

Literatur: Ein Reader zum Seminar wird in der ersten Sitzung vorgelegt. Zum Einlesen wird empfohlen: Daniel M. Bailer-Jones, "Models, Metaphors and Analogies", in: Peter Machamer und Michael Silberstein, The Blackwell guide to the philosophy of science, London: Blackwell 2002.

Keul: Philosophie der Menschenrechte. Eine Einführung in die politische Ethik (EPG 1)

Kompaktveranstaltung: 18.02.-20.02.2005, 9.30-18 Uhr, Burse, Raum X

Vorbesprechung 18.10. Änderung! , 13-14 Uhr, Burse, Melanchthonzimmer

Sind die Menschenrechte apriorische Forderungen der praktischen Vernunft oder Ausdruck fundamentaler Interessen, grundlegende Ansprüche, die nur insofern gelten, als die Ansprüche von anderen auch anerkannt werden? Sind sie vorstaatliche Rechte oder konstituieren sie sich in Akten wechselseitiger Anerkennung freier und gleicher Personen? Lässt sich der gängige Unterschied von negativen und positiven Rechten überhaupt halten? Wie lässt sich die Verwirklichung der Menschenrechte, ihre Transformation in Grundrechte also, begrifflich fassen? Ist das Konzept der Volkssouveränität gleichursprünglich mit dem der Menschenrechte oder sind diese ihm notwendig vorgelagert, so dass sie zwar Freiheit und Gleichheit der Bürger garantieren, dem demokratischen Procedere aber insgesamt enthoben sind? Besteht ein Widerspruch zwischen dem historisch-kulturellen Ursprung der Menscherechte und ihrem Anspruch auf universelle Geltung? Ja, sind nur Menschen Träger von Rechten, oder können es auch Gruppen, Minderheiten oder ganze Völker sein? Und wie verhält es sich mit den Rechte zukünftiger Generationen und denen lebendiger und empfindsamer Wesen überhaupt?

Anhand ausgewählter Texte sucht dieses Kompaktseminar in die Philosophie der Menschenrechte einzuführen. Dabei soll die politische Philosophie von Kant ebenso zur Sprache kommen wie die gegenwärtigen Positionen von O. Höffe und J. Habermas, von E. Tugendhat und S. Gosepath, von E.-W. Böckenförde und R. Alexy.

Das Proseminar eignet sich für Studierende aller Fakultäten. Die intensive Beschäftigung mit dem Thema Menschenrechte wird zugleich eine Einführung in Begriffe, Theorien und Argumentations-formen der philosophischen Ethik bieten.

Benoteter Schein: Mitarbeit und Abschlussklausur.

Das Seminar wendet sich an Studierende aller Fächer. In der Veranstaltung kann ein Leistungs-nachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG1).

Keuth: George Berkeleys Idealismus

Do 14-16, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 27.10. Änderung!

George Berkeley verbindet auf einzigartige Weise die Positionen des Empirismus und des Idealismus oder Immaterialismus. Seiner Meinung nach gibt es keine andere Substanz als den Geist oder das, was perzipiert. Das Sein des Geistes besteht im Perzipieren; das Sein aller anderen Dinge besteht im Perzipiertwerden. Das werden wir aus seinem Hauptwerk, der Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis erfahren. Seine Dialoge zwischen Hylas und Philonous werden uns davon überzeugen, dass auch wir im Grunde schon immer dieser Meinung waren. Und sein Versuch über eine neue Theorie des Sehens wird uns zeigen, dass man diese ontologischen Vorstellungen mit einer Theorie des Sehens verbinden kann, wie sie auch ein Realist schreiben könnte.

Literatur:

[1] Berkeley, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis, Meiner PhB 20.

[2] Berkeley, Drei Dialoge zwischen Hylas und Philonous, Meiner PhB 102.

[3] Berkeley, Versuch über eine neue Theorie des Sehens, Meiner PhB 399.

Ein benoteter Schein kann aufgrund eines Referats erworben werden.

Koch, D.: Platon, Symposion: Lektürekurs für Erst- und Zweitsemester

Di 18-20, Burse, Raum X, Beginn: 19.10. (In der ersten Sitzung findet eine Vorbesprechung statt.)

Der Umgang mit philosophischen Schriften bedarf bestimmter "handwerklicher" Voraussetzungen: Die Fähigkeit eines begrifflich genauen Lesens, das Vermögen, die spezifische Problemstellung eines Textes herauszupräparieren, die Beherrschung der charakteristischen Begrifflichkeit eines Autors, zudem die stete Beachtung der Differenz von Textauslegung und eigener Sachinterpretation und anderes mehr.

Der Lektürekurs für Erst- und Zweitsemester will über die Demonstration dieser Umgangsweisen hinaus zusammen mit Platons Dialog "Symposion" auch in die Eigenart und in den Reichtum philosophischer Probleme und philosophischen Denkens einführen.

Platons "Symposion" handelt vom Eros, seinen mannigfachen Verständnisweisen und seinem Verhältnis zur Philosophie, vor allem zur Philosophie, wie sie Platon in der Gestalt des Sokrates auftreten lässt. Der Dialog eignet sich nicht nur zur Auseinandersetzung mit Grundgedanken Platons, sondern er ist auch einer der faszinierendsten Schriften zur Frage nach dem Sinn des Philosophierens.

Die Veranstaltung ist ausschließlich für Erst- und Zweitsemester im Studienfach Philosophie bestimmt. Griechischkenntnisse sind nicht vorausgesetzt.

Leistungsnachweise für einen unbenoteten Schein: Übernahme eines Protokolls (Umfang: 2 - 3 Seiten)

Leistungsnachweis für einen benoteten Schein: Hausarbeit (Höchstumfang: 15 Seiten; Abgabetermin: bis 30. April 2005). Eine Vorschlagsliste wird zu Beginn des Semesters ausgegeben.

Textgrundlage:

Platon, Trinkgelage, Frankfurt/M: Insel Verlag 1997 (2. oder spätere Auflage, Taschenbuch).

Koch, D.: Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra Interpretationskurs I

Do 18-20, Burse, Raum X, Beginn: 21.10. In der ersten Sitzung findet eine Vorbesprechung statt.

In diesem zweisemestrigen Interpretationskurs beschäftigen wir uns mit Friedrich Nietzsches philosophischer Dichtung bzw. dichterischer Philosophie "Also sprach Zarathustra". Wir werden den Versuch machen, uns an die Grundthemen des Denkens Nietzsches das heißt "Wille zur Macht", "Übermensch", "Ewige Wiederkehr des Gleichen" und "Amor Fati" bzw. "Nihilismus" und "Überwindung des Nihilismus" heranzutasten und ihren gegenseitigen Zusammenhang zu erkunden. Zugleich wird es stets mit darum gehen, das Verhältnis von Philosophie und Dichtung ausgehend von Nietzsches Werk zu bestimmen.

Scheinerwerb: eine Hausarbeit pro Semester (Umfang: 10 bis 15 Seiten à 2000 Anschläge). Eine Vorschlagsliste von Hausarbeitsthemen wird zu Beginn ausgegeben. Bitte beachten Sie, dass in einem Interpretationskurs nur benotete Scheine erworben werden können.

Textgrundlage: Friedrich Nietzsche: Sämtliche Werke in Einzelbänden. Kritische Studienausgabe: Band 4: Also sprach Zarathustra (I IV). Herausgegeben von Georgio Colli und Mazzino Montinari. München 1999 [Deutscher Taschenbuchverlag dtv].

Kreß: Hegels Phänomenologie des Geistes Interpretationskurs I

Di 12-14, Burse, Raum X, Beginn: 19.10.

Der Höhenflug des Deutschen Idealismus im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert wurde angetrieben durch die Konkurrenz sich wechselseitig inspirierender und überbietender Systementwürfe. Hegels "Phänomenologie des Geistes", ursprünglich mit dem Untertitel "Wissenschaft der Erfahrung des Bewusstseins" versehen, sollte in sein System der Wissenschaft einleiten und zugleich dessen ersten Teil bilden. Hegel nimmt Fichtes Konzept einer Geschichte des Selbstbewusstseins auf, verwirft jedoch das dort in Anspruch genommene transzendental-philosophische Modell und verbindet die Geschichte des Bewusstseins mit der kollektiven Bildungs- und Realgeschichte zur "Darstellung des erscheinenden Wissens".

Ungeachtet der schon von Hegels Zeitgenossen vorgetragenen Kritik an der schwer verständlichen Sprache und an den irritierenden Inkonsistenzen im Textaufbau wurde die Phänomenologie des Geistes zu einem der wirkungsmächtigsten Texte der Philosophiegeschichte.

Der zweisemestrige Interpretationskurs soll historisch und systematisch in Hegels Denken einführen, wozu auch gelegentliche Seitenblicke auf Kant und die Systementwürfe der Zeitgenossen Hegels erforderlich sind. Im Wintersemester sollen die Einleitung und das Kapitel Bewusstsein gemeinsam analysiert und interpretiert werden; im darauf folgenden Sommersemester das Kapitel Selbstbewusstsein und die Vorrede.

Textgrundlage: G. W. F. Hegel: Phänomenologie des Geistes (vorzugsweise die Meiner-Ausgabe; die Suhrkamp- und die Reclam-Ausgabe sind ebenfalls verwendbar).

Zur Vorbereitung empfohlen:

Hans Friedrich Fulda: Hegel. München 2003.

Als Kommentar empfohlen:

Ludwig Siep: Der Weg der Phänomenologie des Geistes. Ein einführender Kommentar zu Hegels "Differenzschrift" und zur "Phänomenologie des Geistes". Frankfurt/Main 2000.

Weitere Literaturhinweise erfolgen in der Vorbesprechung.

Scheinerwerb: ein Sitzungsprotokoll und ein Referat mit schriftlicher Ausarbeitung bzw. Hausarbeit.

Kreß: Analytische Einführung in die Ethik (EPG 1)

Do 12-14, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 21.10.

Das Proseminar soll in die Grundbegriffe, die Positionen und die Begründungskonzepte der modernen Moraltheorie einführen. Leitend ist dabei die Frage nach dem Wissensstatus moralischer Urteile und Wertungen und die Frage nach dem Verhältnis zwischen praktischem und theoretischem Wissen.

Benoteter Schein: Referat mit schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit.

Gemeinsame Textgrundlage:

Dieter Birnbacher: Analytische Einführung in die Ethik, Berlin 2003 (de Gruyter).

Immanuel Kant: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (Suhrkamp- oder Reclam-Ausgabe).

Weitere Literaturhinweise und Themenvorschläge für Referate werden in der Vorbesprechung gegeben.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagen-studium nach Anlage C, 1. 1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).

Loewe: Gleichheit. Eine Einführung in die Ethik (EPG 1) Kompaktveranstaltung

Sa 8.01.-9.01., 15.01.-16.01.2005, Burse, Raum X

Vorbesprechung: 08.11., 10 Uhr Änderung!, Burse, Melanchthonzimmer

Heute finden in der Ethik Theorien, die von einer ursprünglichen Gleichheit ausgehen, eine breite, fast allgemeine Akzeptanz. Auf einer gewissen, grundlegenden Ebene sollen die Menschen gleich sein. Anders gesagt: Sie sollen als Gleiche anerkannt werden. Trotz dieser Übereinstimmung ist heftig umstritten, welche Konsequenzen diese grundlegende Gleichheit hat. Diese Frage ist insbesondere für Gerechtigkeitstheorien relevant. Die Frage "Gleichheit worin?" findet hier keine einheitliche Antwort, sondern viele miteinander konkurrierende Antworten. Während für einige Autoren die Ressourcengleichheit bestimmend für eine Gleichheitstheorie sein soll, ist es für andere die Gleichheit bestimmter Grundgüter. Für andere ist es die Gleichheit von Wohlergehen, oder von Befähigungen, oder die Chancengleichheit, oder gleiche Chancen zu Wohlergehen, oder nicht zuletzt die Gleichheit des "Zugangs zu Vorteilen".

Das Ziel des Proseminars besteht darin, anhand von Grundfragen der Gleichheitstheorien eine allgemeine Einführung in Begriffe, Theorien und Argumentationsformen der philosophischen Ethik zu geben. Das Seminar ist für Studierende aller Fakultäten geeignet.

Zu Semesterbeginn wird ein Reader mit den Texten bereitgestellt.

Scheinerwerb: Referat mit Ausarbeitung oder Hausarbeit.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagen-studium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).

Mirbach: Theorien des Schönen und der Kunst in der Philosophie der Antike

Interpretationskurs I

Fr 12-14, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 22.10.

In dem auf zwei Semester angelegten Interpretationskurs sollen grundlegende Texte der antiken Ästhetik einerseits zur Frage nach dem Wesen des Schönen, andererseits zur Bestimmung von Wesen und Funktion der Kunst (resp. der verschiedenen Künste) in intensiver Lektüre und textnaher Interpretation erarbeitet werden.

Der Schwerpunkt wird auf der platonischen und neuplatonischen Lehre vom Schönen liegen von Platon werden wir einführend den Dialog Hippias maior behandeln, um dann auch das Symposion und zentrale Stellen in der Politeia in den Blick zu nehmen; bei Plotin konzentrieren wir uns auf die drei Enneaden I 6, III 8 und V 8 doch sollen auch ausgewählte Stellen aus Aristoteles, aus Cicero und dem Kontext der Stoa herangezogen werden. Auf dieser Grundlage kann abschließend das Fortwirken und die Weiterentwicklung der platonischen/plotinischen Lehre vom Schönen in der spätantiken Philosophie, so bei Augustinus (Confessiones) und Dionysius Areopagita (De divinis nominibus), betrachtet werden.

Benoteter Schein: Pro Semester eine schriftliche Hausarbeit.

Textgrundlage:

Außer den genannten Dialogen von Platon werden die für den Interpretationskurs relevanten Texte in einem Reader zusammengestellt, der zu Beginn des Semesters erworben werden kann.

Misselhorn/Schiemann: Was ist der Sinn des Lebens?

Kompaktveranstaltung in Blaubeuren 8.03.-10.03.2005, Vorbesprechung: Burse, Schellingzimmer, Di 19.10. 10:00 Uhr

Wohl kaum jemand ist im Rahmen der Beschäftigung mit der Philosophie noch nicht auf diese Frage gestoßen, sei es als eigenes Motiv, sich mit philosophischen Ansätzen auseinanderzusetzen, oder als eine Vorstellung, die andere Menschen vom Gegenstand der Philosophie haben. Bei der Suche nach den Wurzeln des Problems fällt auf, dass der Sinn des Lebens wie viele philosophischen Fragen erst mit seiner Fragwürdigkeit thematisch geworden ist.

Dabei reicht die Suche nach dem Lebenssinn zwar bis auf die Antike zurück (zum Beispiel das Buch Kohelet im Alten Testament). Explizit thematisiert wird die Frage nach dem Sinn des Lebens jedoch erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Der Verlust religiöser Glaubensgewissheiten und die Rationalisierung grundlegender Lebensvollzüge haben eine Sinnentleerung zur Folge, die die Moderne bisher weder aufzuheben noch auszuhalten vermag.

Das Seminar führt in die ideengeschichtlichen und begrifflichen Voraussetzungen der Thematik ein. Zu seinen Zielen gehört der Versuch, zwischen verschiedenen Typen des Lebenssinns zu unterscheiden. Ist das Leben aus sich selbst heraus sinnvoll, oder bedarf es zur Sinngebung eines lebenstranszendierenden Bezugspunktes? Gefragt werden soll aber auch, ob das Leben nicht auch ohne Sinn lebenswert sein kann. Die Seminargrundlage ist der u.U. um weitere Texte ergänzte Sammelband von C. Fehige, G. Meggle, U. Wessels (Hgs.) "Der Sinn des Lebens" (München: DTV), der zur Anschaffung (24,50 Euro) empfohlen wird.

Müller-Koch: Einführung in die angewandte Ethik (EPG 2)

Do 11-13, Verfügungsgebäude, Wilhelmstr. 19, Seminarraum 1.01, Beginn: 21.10.

Während sich die Allgemeine Ethik auf die Klärung, Prüfung und Begründung der ethischen Grundlagen konzentriert, geht es in der Angewandten Ethik vorrangig um die ethische Reflexion konkreter Handlungskonflikte. Das Seminar führt in einem interdisziplinären Rahmen und anhand von Beispielen aus den Natur-, Sozial- und Literaturwissenschaften in die grundlegenden Begrifflichkeiten und Argumentationsweisen der Angewandten Ethik ein.

Die Angewandte Ethik hat sich mittlerweile in verschiedene Bereichsethiken etwa die Medizin-ethik, die Bioethik, die Naturethik, ausdifferenziert; anhand von konkreten Fällen oder aktuellen Streitfragen sollen im Seminar Probleme der Angewandten Ethik bearbeitet werden. In einzelne Sitzungen sollen Gastreferent/Innen aus den verschiedenen Wissenschaften eingeladen werden.

Benoteter Schein: Aktive Mitarbeit und Klausur (EPG 2-Schein) bzw. Hausarbeit (Fachschein Philosophie.

In diesem Seminar kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien erworben werden (EPG 2).

Rinderle: Werte. Eine Einführung in die philosophische Ethik (EPG 1) Kompaktveranstaltung

Fr 26.11.-27.11. und 10.12.-11.12., Burse, Raum X

Vorbesprechung: Do 28.10., 16 Uhr, Burse, Schellingzimmer Änderung!

Anhand der gemeinsamen Lektüre klassischer und zeitgenössischer Texte (z. B. von Aristoteles, Epikur, Immanuel Kant, John Stuart Mill, Thomas Nagel und Bernard Williams) sollen einige grundlegende Fragen aus der philosophischen Ethik diskutiert werden: Was sind Werte? Welche Werte gibt es? Wie lassen sich Werte begründen? Gibt es einen höchsten Wert, dem sich alle anderen Werte unterordnen? Oder gibt es eine irreduzible Pluralität von Werten? Wie kann man mit Wertkonflikten umgehen? Lassen sich Werte vermitteln oder lernen? Welche Probleme wirft die Werteerziehung in der Schule auf?

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagen-studium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).

Das Proseminar eignet sich für Studierende aller Fakultäten. Einen Schein erhält man durch die Übernahme eines Referats und die Anfertigung eines kurzen Essays im Anschluss an das Seminar.

Literatur wird in der ersten Sitzung angegeben. Für eine erste Orientierung im Bereich der Ethik empfehle ich:

Otfried Höffe, Ethik und Politik, Frankfurt a. M. 1979.

Friedo Ricken, Allgemeine Ethik, 3. Aufl., Berlin 1998.

Robert Spaemann, Moralische Grundbegriffe, München 1991.

Ernst Tugendhat, Vorlesungen über Ethik, Frankfurt a. M. 1993.

Die Teilnehmerzahl für das EPG 1 Proseminar "Werte. Eine Einführung in die philosophische Ethik" im Wintersemester 2004/2005 ist auf 35 begrenzt. Bitte per E-mail anmelden unter: peter.rinderle@t-online.de

Scarano: Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten Interpretationskurs II

Fr 10-12, Burse, Raum X, Beginn: 22.10.

Im zweiten Teil des zweisemestrigen Interpretationskurses werden wir uns zunächst den dritten Abschnitt der Grundlegung vornehmen und dann ausgewählte Sekundärliteratur zu den einzelnen Teilen der Schrift diskutieren.

Bei entsprechenden Vorkenntnissen ist ein Neueinstieg möglich.

Einen benoteten Schein erhält man durch die Erstellung von zwei Thesenpapieren und einer schriftlichen Hausarbeit.

Textgrundlage:

Wir werden im Seminar mit der Edition von Kraft/Schönecker arbeiten, die 1999 bei Meiner erschienen ist.

Schick: Edmund Husserl, Cartesianische Meditationen und andere Schriften Interpretationskurs II

Di 12-14, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 19.10.

Mit den Mitteln des Textreferats, der Detailanalyse zentraler Stellen und des vergleichenden Rückblicks auch über den Text hinaus setzen wir in diesem Semester die erschließende Lektüre von Husserls Cartesianischen Meditationen fort. Ein thematischer Schwerpunkt wird dabei auf Husserls Phänomenologie der Intersubjektivität (V. Meditation) liegen. Die nähere Programmgestaltung wird Ende des Sommersemesters mit den Kursteilnehmern abgestimmt.

Scheinerwerb für den ganzen Interpretationskurs: Ein Stundenprotokoll plus ein Referat oder eine Hausarbeit.

Haupttext: Edmund Husserl: Cartesianische Meditationen. Eine Einleitung in die Phänomenologie, hg. v. E. Ströker, Hamburg "1">31995.

Schmidt: Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus Interpretationskurs II

Fr 14-16, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 22.10.

Wir werden unsere Lektüre des Tractatus logico-philosophicus dieses Semester fortsetzen. Im Zentrum des Seminars werden Wittgensteins Überlegungen zum Verhältnis von Denken und Sprache, zur inneren Struktur der Sprache und zu den Grenzen des Sagbaren stehen.

Scheinerwerb: je eine Hausarbeit oder ein Referat pro Semester

Schröder, J.: Philosophie des Geistes

Do 14-16, Raum X, Beginn: 21.10. Änderung!

Die Grundfrage der zeitgenössischen Philosophie des Geistes lautet "Wie passt der Geist in eine materielle Welt?". Auf diese Frage gibt es prinzipiell zwei Arten von Antworten, dualistische und monistische. Die dualistischen Antworten spalten sich weiter auf in eine substanzdualistische (der Substanzdualismus von Descartes) und eine eigenschaftsdualistische (der Epipänomenalismus). Die monistischen Antworten nehmen entweder an, dass es nur geistige Substanzen und Eigenschaften gibt, oder dass alle Substanzen und Eigenschaften physisch sind. Es gibt also idealistische und materialistische Positionen innerhalb des Monismus. Die idealistischen spielen jedoch in der modernen Diskussion keine wesentliche Rolle. Innerhalb des materialistischen Monismus wurden im 20. Jahrhundert die folgenden spezielleren Antworten diskutiert: 1. Der Geist ist nichts anderes als Verhaltensdispositionen (Behaviourismus); 2. der Geist ist mit Zuständen und Prozessen des Gehirns identisch (Identitätstheorie); 3. das Wesen geistiger Zustände liegt in der funktionalen Rolle bestimmter materieller Zustände (Funktionalismus); 4. geistige Zustände, die wir in unserer Alltagspsychologie annehmen, gibt es gar nicht, sondern nur Gehirnzustände (eliminativer Materialismus). Ziel des Proseminars ist es, einen Überblick über diese verschiedenen Antworten zu geben.

Scheinerwerb: Referat und Hausarbeit.

Einführende Literatur: Schröder, J. (2004), Einführung in die Philosophie des Geistes, Frankfurt: Suhrkamp.

Schröder, J.: Die Philosophie Karl Poppers

Mi 12-14, Burse, Melanchthonzimmer, Beginn: 20.10.

Karl Popper hat in der Wissenschaftsphilosophie des 20. Jahrhunderts einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Mit der Devise "Falsifikation statt Verifikation" brachte er eine der Grundüberzeugungen der logischen Empiristen zu Fall. Wie sich dann aber in der Auseinandersetzung mit Kuhn und Feyerabend herausstellte, lassen sich wissenschaftliche Theorien aber auch nicht endgültig widerlegen ("falsifizieren"), denn man kann eine angebliche Falsifikation auch auf Fehler bei der Beobachtung, bei der Interpretation der Daten oder auf falsche Zusatzannahmen zurückführen, so dass die Kernaussagen einer Theorie unangetastet bleiben. Im Seminar soll einerseits diese Entwicklung nachgezeichnet und andererseits Poppers Beiträge zur evolutionären Erkenntnistheorie, seine Lehre von den drei Welten und seine Überlegungen zum Thema Determinismus-Indeterminismus diskutiert werden.

Scheinerwerb: Referat und Hausarbeit.

Literatur:

Mcgee, B., Popper, Fontana/Collins, 1973.

Schröder, W. M.: Grundfragen der Ethik am Beispiel Wirtschaft (EPG 1)

Mi 19-21, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 27.10.

Ethik reflektiert Moralvorstellungen. Genauerhin erarbeitet und prüft sie Begründungen für mora-lische Urteile. Entlang der Frage nach der Überzeugungskraft moralischer Urteile wird sie zur kritischen Theorie moralischer Argumentation: sie ergründet die formalen und inhaltlichen Voraussetzungen allgemein zustimmbarer Handlungsregeln und Werturteile.

Eine Einführung in solche Reflexion am Beispiel Wirtschaft ist das Ziel des Seminars. Thematisch wird ein Dreischritt vorgesehen: Nach einer Klärung von Moral-Kriterien (1) soll eine Verständigung über Rationalitäts- und Zustimmbarkeitskriterien des Geltungsanspruchs moralischer Sätze folgen (2); als Transfer-Moment bildet dann eine Diskussion zentraler wirtschaftsethischer Fragestellungen den Abschluss (3). Wirtschaftsethik erörtert, welche moralischen Kriterien in ökonomische Entscheidungen und in den Umgang mit ökonomischem Erfolg einzubeziehen sind.

Textgrundlage ist der von Hans Lenk und Matthias Maring edierte Reclam-Band "Wirtschaft und Ethik". Eine ausführliche Literaturliste wird zu Beginn des Semesters bereitgestellt. Einen benoteten Schein erwirbt man durch eine Hausarbeit zu einem zentralen Aspekt der Seminarthematik.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagen-studium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).

Wimmer: Allgemeine Ethik (EPG 1)

Do 10.30-12.00 Uhr, Burse, Raum X, Beginn: 21.10. Änderung: fällt aus!

Das Proseminar führt ein in Begriff und Aufgabe der Ethik, es unterzieht den Begründungsanspruch moralischer Sätze einer kritischen Prüfung, stellt den Begriff der moralischen Entscheidung und Handlung vor und diskutiert Reichweite und Grenzen bestimmter moralischer Prinzipien. Den Debatten im Seminar sowie der Vorbereitung auf die Klausur am Ende des Semesters wird das Handbuch Allgemeine Ethik von Friedo Ricken zugrunde gelegt (Grundkurs 4, Verlag Kohlhammer, 4. Aufl. 2003).

Voraussetzung für einen benoteten Schein ist die erfolgreiche Teilnahme an der Klausur am Semesterende.

In dieser Veranstaltung kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagen-studium nach Anlage C, 1.1., WPO für das Lehramt an Gymnasien, zu ethisch-philosophischen Grundfragen erworben werden (EPG 1).

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Seminare

Brachtendorf: Augustinus, De Trinitate Göttliche Dreifaltigkeit und menschliche Subjektivität

Di 16 -18, Theologicum, Seminarraum 5, Beginn: 26.10.

De Trinitate gilt zu Recht als Augustinus spekulatives Hauptwerk. Ausgehend vom Neuplatonismus entwickelt Augustinus zunächst eine philosophische Begrifflichkeit, die dem Verständnis der Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes dienen soll. Von dort schreitet er weiter zu einer Analyse des menschlichen Geistes. Die Gottebenbildlichkeit des Menschen sieht Augustinus vor allem in der triadischen Struktur des Selbstverhältnisses. Daher nimmt er eine eingehende Untersuchung des menschlichen Selbstbewusstseins vor und entwickelt die erste ausgearbeitete Theorie endlicher Subjektivität. Augustinus Verhältnisbestimmung von Subjektivität und Absolutem lässt sich vergleichen mit dem Ansatz Plotius und den Versuchen des deutschen Idealismus, unterscheidet sich von diesem aber in charakteristischer Weise.

Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft, ein Referat und/oder ein Sitzungsprotokoll anzuferti-gen. Benotete Scheine setzen eine Hausarbeit voraus.

Textausgabe: Corpus Christianorum Series* Latina 50/50a

Gesamtübersetzung:

Des heiligen Kirchenvaters Augustinus fünfzehn Bücher über die Dreieinigkeit, übersetzt von M. Schmaus, 2 Bde., München 1935 (Bibliothek der Kirchenväter, zweite Reihe, Bde. XIII/XIV ).

Teilübersetzung:

De trinitate (lateinisch-deutsch), hg. v. J. Krenzer, Hamburg 2001 (*Menier) (Buch V, VIII, - XI, XIV XV).

Literatur:

Schmaus, M., Die psychlologische Trinitätslehre des Heiligen Augustinus, Nachdruck Münster 1967.

Brachtendorf, J., Die Struktur des menschlichen Geistes nach Augustinus. Selbstreflexion und Erkenntnis Gottes in De Trinitate, Hamburg 2000.

Braun: Nietzsche: Kritisches zur Geschichte der Moral Kompaktveranstaltung

Heinrich-Fabri-Haus, Auf dem Rucken, 89143 Blaubeuren, Tel. 0 73 44/45 29, Fr 18.02.-20.02.2005 Vorbesprechung: Di 26.10., 14 Uhr, Burse, Melanchthonzimmer

"... denn nur als aesthetisches Phänomen ist das Dasein und die Welt ewiggerechtfertigt" (KSA, Bd. 1, S. 47) Die überkommene christlich-metaphysische Moral der "Hinterweltler" demaskiert der schroffe Kritiker der Moral als "Lebensverneinung", er schließt die "Wanderprediger des Sozialis-mus" ein. Nietzsche kritisierte Metaphysik wie Moral. Gegen der übergeschichtlichen Wahrheits-begriff der Metaphysik setzte er die irreduzibel geschichtliche Pluralität von Wahrheitsbegriffen. Er konstruierte eine kritisch vergleichende Geschichte der Morallehren, ohne in wertneutralen Nihilismus zu verfallen, der für Nichts sich entscheidet. Sein kritischer Maßstab ist ausweisbar: Lebensbejahung. Marx entwarf das Projekt einer Kritik der politischen Ökonomie. Die Kritische Theorie der Frankfurter Schule, in der Tradition von Freuds Psychoanalyse, war bemüht, Nietzsche und Marx, die den ersten Blick Unversöhnlichen, in Einklang zu bringen. So dialektisch ist eben die Aufklärung. Bücher haben so ihre Schicksale. Über der Nachgeschichte waltete ein Unstern: die Mythenbildung. Zentrum ist das mysthische imaginäre Hauptwerk "Der Wille zur Macht", ein imaginäres unbeschreibliches phantastisches Projekt des Jugendstils. Die Mythisierung hatte die Schwester Förster-Nietzsche selbst in nationalistischer Gesinnung in die Wege geleitet und den Autor zu dem gemacht, was dem poetisch-gegensystematischen Philosophen des Essays stets widerstrebte, zu einem irrationalistischen Mythenfabrikanten.

Nietzsche war ein Philosoph, der das Problem der Aufklärung mit allen Folgen im Gegeneinander des Für und Wider durchdacht hat und vor den schrecklichen Wirkungen nicht zurückgeschreckt ist: "Gott ist tot" eine Welt, die für die Menschen nicht geschaffen ist. Die Rezeptionsgeschichte Nietzsches selbst lässt sich beschreiben als einen offenen, doppelsinnigen Prozess der Aufklärung, dessen Ende offen, nicht ausgemacht ist.

Thema ist Nietzsches kritische Schrift zur Geschichte der Moral: Zur Genealogie der Moral.

Referate können die Debatten beleben. Auch Hausarbeiten sind willkommen. Mögliche Themen werden in der Vorbesprechung angegeben.

Texte:

Drei Editionen sind lesenswert, zum einen die unbezahlbar teure Gesamtausgabe, auf vierzig Bände geplant, zum andern die preiswerte Taschenbuchpublikation und zum dritten die erste kritische Veröffentlichung, die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, die drei Bände, die Karl Schlechta herausgab: 1. Friedrich Nietzsche: Werke. Kritische Gesamtausgabe, begründet von Giorgio Colli u. Mazzino Montinari. Fortgeführt von Volker Gerhardt, Norbert Miller, Wolfgang Müller-Lauter, Karl Pestalozzi, (ca. 40 Bde in 9 Abteilungen), de Gruyter Verlag Berlin/New York 1967 ff. 2. Friedrich Nietzsche: Sämtliche Werke. Kritische Studienausgabe in 15 Bänden (KSA), hrsg. Von Giorgio Colli und Mazzino Montinari auf der Grundlage der Kritischen Gesamtausgabe, dtv München 1988 ff. 3. Friedrich Nietzsche: Werke in drei Bänden, hrsg. Von Karl Schlechta, Karl Hanser Verlag München 1954

Ich empfehle, den Band 5 der Kritischen Studienausgabe anzuschaffen.

Literatur:

Heidegger Martin: Nietzsche, 2 Bände, Pfullingen 1961 (Die Bände enthalten Vorlesungen aus den Jahren 1936 bis 1940).

Löwith, Karl: Nietzsches Philosophie der ewigen Wiederkehr des Gleichen, Stuttgart 1978 (3. Aufl., 1. Aufl. 1935).

Colli Georgio: Nach Nietzsche. Frankfurt/M. 1983, Europäische Verlagsanstalt. 214 S.

Ebersbach Volker: "Lauter unsichtbare Gedankenkatastrophen" Nietzsches tragische Anthro-pologie. Vier Essays mit einer Vorrede, Teil 1. Leipzig 2002, Leipziger Universitätsverlag. 207 S.

Röttges Heinz: Nietzsche und die Dialektik der Aufklärung, Berlin/New York 1972.

Straka Barbara, Gudrun Gorka-Reimus (Hrg.): Artistenmetaphysik, Friedrich Nietzsche in der Kunst der Nachmoderne. Berlin 2000 - Jovis, 200 S.

Jähnig, Dieter: Nietzsches Kritik der historischen Wissenschaften, in: Praxis 6, 1970, S. 223-368.

Janz, Kurt Paul: Friedrich Nietzsche. Biographie, 3 Bände, München/Wien 1978/79.

Engels: Ethische und anthropologische Aspekte der Neurowissenschaften

Kompaktveranstaltung

Vorbesprechung: 25.10., 10.00 Uhr, Wilhelmstraße 19, Erdgeschoss, Raum 0.25

Die Neurowissenschaften und ihre einzelnen Bereiche (Neurologie, Neurochirurgie, kognitive Neurobiologie, Neuropharmakologie, Neurotechnologien) gewinnen in unserem alltäglichen Leben und als Themen der Philosophie zunehmend an Bedeutung. Gehirn und Nervensystem nehmen für unseren Lebensvollzug eine zentrale Stellung ein. Wahrnehmung, Erkenntnis, Sprache, Emotionen, Bewegungs- und Orientierungsvermögen sind Grundbedingungen unserer Existenz, unseres Verhältnisses zu den Mitmenschen und den übrigen Lebewesen und unserer Welterschließung insgesamt. Diese Vermögen sind seit je her ein bevorzugter Gegenstand der Philosophie. Dank ihrer rasanten Erkenntnisfortschritte eröffnen uns nun die Neurowissenschaften Einblicke in die materiellen Strukturen des Gehirns und Nervensystems, die unseren kognitiven, emotiven und sensomotorischen Fähigkeiten zugrunde liegen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Kombi-nation von natürlichen und künstlichen Systemen und Geräten. Damit werden zugleich ethisch relevante anthropologische Fragen nach unserem menschlichen Selbstverständnis, nach der personalen Identität, nach der Entwicklung eines zeitgemäßen Begriffs menschlicher Willens- und Handlungsfreiheit, nach der kognitiven Flexibilität des Menschen und ihrer neuronalen Grundlagen, nach den Bedingungen der Verantwortungsfähigkeit und nach den Risiken des "gläsernen Gehirns" angesichts der Verwendung bildgebender Verfahren aufgeworfen. Diese Themen werden anhand ausgewählter Texte diskutiert. Es soll versucht werden, zu einzelnen Themen einschlägige Experten aus den Neurowissenschaften als Referenten bzw. für die Diskussion zu gewinnen.

Die Bedingung für den Erwerb eines unbenoteten Leistungsnachweises ist neben regelmäßiger Teilnahme ein Seminarvortrag mit Thesenpapier, für einen benoteten Leistungsnachweis eine zusätzliche schriftliche Hausarbeit.

Eine Liste der im Seminar zu behandelnden Literatur wird zu Beginn des Semesters verteilt. Auf Wunsch der SeminarteilnehmerInnen wird ein Reader mit der zu bearbeitenden Literatur erstellt.

Sprechstunde im WS 2004/05:

Mo 10.00-12 Uhr, Verfügungsgebäude, Wilhelmstraße 19, Raum 0.33, Voranmeldung bei Frau Mustafa, Raum 0.31. Tel. 07071 29-77191; Fax 07071 29 5211;

E-Mail: eve-marie.engelsspam prevention@uni-tuebingen.de

Frank: Salomon Maimons Versuch einer neuen Logik 1794 Kompaktveranstaltung

Nach Vereinbarung

Die Veranstaltung werde ich als Kompaktseminar über mehrere Tage verteilt nach Semesterende durchführen. Einige Interessent/Innen der Maimonschen Philosophie haben den Wunsch geäußert, unsere Lektüre des Versuchs über die Transzendentalphilosophie (1789) fortzusetzen und zu vertiefen. Der Text ist von Andreas Berger ins Internet gesetzt worden unter folgender Nummer abrufbar: http://tiss.zdv.uni-tuebingen.de/webroot/fp/fpsfr01_W0304.

Interessent/Innen mögen sich in meiner Sprechstunde anmelden.

Scheine werden vergeben für die schriftliche Ausarbeitung einer Sitzungsvorbereitung.

Geiger: Epikur und Epikureismus in der Antike

Mo 14-16, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 18.10.

Veranstaltungskommentar: siehe Aushang am Schwarzen Brett.

Gerber: Das Gefangenen-Dilemma und andere Probleme der Entscheidungs- und Spieltheorie

Kompaktveranstaltung: Fr 14.01.-16.01.2005, Beginn: 10 Uhr, Burse, Melanchthonzimmer

Vorbesprechung: Mo 6.12., 18 Uhr, Melanchthonzimmer

Die rationale Spieltheorie hat sich in den letzten Jahrzehnten in vielen sozialwissenschaftlichen Disziplinen zu einem weit verbreiteten Instrument der Analyse von kollektiven Entscheidungs-situationen entwickelt. Sie ist aus der älteren rationalen Entscheidungstheorie hervorgegangen. Während die klassische Entscheidungstheorie lediglich den einzelnen Handelnden im Blick hat, beschäftigt sich die Spieltheorie mit Konflikten und Dilemmata in Entscheidungssituationen, bei denen zwei oder mehrere Personen ihre Handlungsstrategie in Abhängigkeit von der mutmaßlichen Strategie der anderen Personen wählen. So beschreibt das berühmte Gefangenen-Dilemma eine Spielsituation, in der die von den Spielern gewählte und aus ihrer jeweiligen individuellen Sicht rationale Handlungsstrategie zu dem unvermeidlichen Ergebnis führt, dass es schließlich keinen Gewinner gibt und aus kollektiver Sicht betrachtet alle die denkbar schlechteste Wahl getroffen haben. Ein echtes Dilemma also: Das Verfolgen von individuell rationalen Strategien führt zu einem kollektiven worst case.

Für die Philosophie stellt die Entscheidungs- und Spieltheorie eine besondere Herausforderung dar. Im positiven Sinne wirft sie die Frage auf, ob und inwiefern das rational choice Paradigma in der praktischen Philosophie, in der Ethik oder in der politischen Philosophie nutzbar gemacht werden kann. Aus einer kritischen Perspektive werden hingegen die begrifflichen Grundlagen der Spieltheorie hinterfragt, insbesondere ihr zweckrationalistisches Verständnis von Rationalität und ihre Auffassungen zu den Voraussetzungen und Möglichkeiten von Kooperation. Wir wollen uns im Seminar zunächst das Szenario des Gefangenen-Dilemmas und unter Umständen auch andere Paradoxa (wie zum Beispiel das Theorem von Arrow) genauer ansehen und vor diesem Hintergrund verschiedene Beiträge zu den begrifflichen Grundlagen der Entscheidungs- und Spieltheorie diskutieren.

Bedingung für einen benoteten Schein: Referat und Hausarbeit.

Literatur:

Hollis, Martin: Soziales Handeln. Eine Einführung in die Philosophie der Sozialwissenschaft, Berlin 1995.

Hollis, Martin/Vossenkuhl, Wilhelm (Hg.): Moralische Entscheidung und rationale Wahl, München 1992.

Nida-Rümelin, Julian (Hg.): Praktische Rationalität. Grundlagenprobleme und ethische Anwendungen des rational choice Paradigmas, Berlin 1994.

Nida-Rümelin, Julian/Schmidt, Thomas: Rationalität in der praktischen Philosophie. Eine Einführung, Berlin 2000.

Kern, Lucian/Nida-Rümelin, Julian: Logik kollektiver Entscheidungen, München 1994.

Tuomela, Raimo: Cooperation. A Philosophical Study, Dordrecht 2000.

Heidelberger/Potthast: "Wissenschaftstheorie und -geschichte der Erfahrungswissenschaften"

Di 16:15-17:45 Änderung!, IZEW, Wilhelmstr. 19/I, Seminarraum 1.01, Beginn: 26.10.

Pflichtkurs für Stipendiaten im GK Bioethik; offen für alle Interessierte.

In diesem Seminar möchten wir eine Einführung in die Wissenschaftsphilosophie für Studierende geben, die in anderen Bereichen, vor allem den Erfahrungswissenschaften, schon fortgeschritten sind. Es werden wichtige Wendepunkte in der Geschichte der Erfahrungswissenschaften behandelt und grundlegendes Handwerkszeug für die Diskussion wissenschaftstheoretischer Fragen vermittelt. Ein Schwerpunkt des Seminars wird auf biowissenschaftlichen Problemen liegen. Scheinerwerb durch Referat und Hausarbeit.

Literatur: Ein Reader zum Seminar wird in der ersten Sitzung vorgelegt. Zum Einlesen wird empfohlen: Alex Rosenberg, Philosophy of science: A contemporary introduction, London: Routledge 2000 und Robert C. Olby et al. (hrsg.), Companion to the history of modern science, London: Routledge 1990.

Hesse: Zum Begriff des Handelns (Aristoteles Hegel Davidson)

Mi 16-19 Änderung!, 14täglich, Schellingzimmer, Beginn: 27.10.

In wenigen Begriffen lässt sich unser Selbst- und Weltverständnis so konzentriert erfassen wie im Begriff des Handelns. Denn nur in der Perspektive von Akteuren stellen sich ethische Probleme, und sogar unser theoretisches Wissen pflegen wir im Rahmen einer bestimmten gesellschaftlichen Wissenschaftspraxis zu gewinnen. Wie wir ein angemessenes Verständnis der Wirklichkeit unseres Handelns ausbilden können, hat die Philosophie daher seit ihren antiken Anfängen beschäftigt und steht gegenwärtig angesichts verbreiteter Versuche, alle intentionalen Phänomene einer naturalisti-schen Deutung zu unterwerfen, einmal wieder in besonderer Schärfe zur Debatte.

Das Seminar will daher Gelegenheit geben, über den Begriff des Handelns in gründlicher Auseinandersetzung mit einschlägigen Texten (bzw. Textauszügen) von drei herausragenden Handlungstheoretikern aus unterschiedlichen Epochen der Philosophiegeschichte nachzudenken. Es handelt sich dabei durchwegs um schwierige Texte, die im Falle von Aristoteles und Hegel zudem Teile größerer Werke sind. Dennoch erwarte ich, dass es im Seminar gelingen wird, ein für die Klärung der Sache zureichendes Verständnis dieser Textauszüge zu erarbeiten, das dem einen oder der anderen vielleicht sogar einen vielversprechenden Zugang zu den betreffenden Autoren eröffnen könnte. Solide Vorkenntnisse sind freilich trotzdem erwünscht und sicherlich nützlich.

Benotete Scheine können aufgrund einer Hausarbeit oder einer Klausur oder einer mündlichen Prüfung erworben werden.

Texte:

Aristoteles, Nikomachische Ethik (Übers. O. Gigon, dtv), insbes. Buch 3, 1-7 und Buch 6, 2-4.

Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts (beliebige Ausgabe), insbesondere §§ 115-132 u. § 132 und/oder Phänomenologie des Geistes (beliebige Ausgabe), insbesondere V.C.a. Das geistige Tierreich und der Betrug, oder die Sache selbst.

Davidson, Handeln, in: ders. Handlung und Ereignis, Frankfurt/M. 1990 (stw), S. 73-98.

Empfehlungen für bestimmte Interpretationsliteratur werden im Seminar selbst gegeben.

Höffe: Zum Begriff der Moral (Aristoteles, Kant, Utilitarismus, Nietzsche, Gegenwart)

Mi 15.15-17.30, Burse, Raum X, Beginn: 20.10.

Für jede, sowohl für die (empirisch-)deskriptive als auch für die (philosophisch-)normative Ethik ist es unverzichtbar, den Begriff der Moral zu klären. Liegt der Kern dessen, was wir unter einer Moral verstehen, in gesellschaftlich sanktionierten Regeln oder nicht eher, wie Aristoteles und in anderer Weise Kant annehmen, in einer besonderen Art des Guten? Wie verhalten sich gutes Leben und Moral, wie Tugend und Imperative zueinander?

In dem dreistündigen Intensivseminar werden wir sowohl klassische als auch neuere Texte zum Begriff der Moral erarbeiten und die Tragfähigkeit der jeweiligen Konzeptionen prüfen.

Bloße Teilnehmer schreiben ein Protokoll; wer einen benoteten Schein erwerben will, hält ein Referat, das eine Woche vorher in zwei Exemplaren abgegeben und nach der betreffenden Sitzung schriftlich ausgearbeitet wird. Ab Ende Juli liegen eine Themen-/Referatliste und eine Literaturliste aus.

Hofmann: Skeptizismus und Erkenntnis

Änderung: fällt aus!

Im Seminar sollen einige wichtige zeitgenössische erkenntnistheoretische Positionen besprochen werden. Skeptische Überlegungen können gut als Herausforderung aufgefasst werden, unser Verständnis von Erkenntnis und epistemischer Rechtfertigung zu klären. In diesem Sinne wollen wir uns einige wichtige skeptische Argumente anschauen und die Antworten untersuchen, die verschiedene erkenntnistheoretische Ansätze dazu anbieten. Externalistische Ansätze (Reliabilismus; Dretske) und internalistische Ansätze (BonJour) sollen verglichen werden, außerdem noch der Ansatz nach Wittgenstein von Crispin Wright.

Zur Vorbereitung empfehle ich die Lektüre der Einleitung in Grundmann, Stüber (Hg.) und des Lexikon-Artikels von Timothy Williamson.

Scheinerwerb: mündliches Referat und schriftliche Hausarbeit.

Literatur:

Th. Grundmann, K. Stüber (Hg.), Philosophie der Skepsis, Schöningh, Paderborn, 1996.

T. Williamson, "Knowledge and scepticism", erscheint demnächst in: The Oxford Handbook of Analytic Philosophy [http://users.ox.ac.uk/~sfop0009].

Kehrer: Geschichte und Hauptlehren der christlichen Religion

Für Studierende des Staatsexamensstudiums "Philosophie/Ethik" zum Erwerb des Hauptseminar-scheins "Hauptlehren des Christentums", Di 8-10, Burse, Schellingzimmer Änderung!, Beginn: 19.10.

Das religionswissenschaftliche Seminar richtet sich auch an Studierende der Philosophie/Ethik. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Behandlung der einzeln Themen religionshistorisch erfolgt und nicht nach der Gültigkeit der einzelnen Hauptlehren fragt. Zum Erwerb eines Seminarscheins ist die Anfertigung einer schriftlichen Arbeit erforderlich, die auch in der ausführlicheren Fassung eines Referats bestehen kann. Eine Übersicht über die einzelnen Sitzungen wird rechtzeitig zu Semesterbeginn vorliegen. Eventuell findet auch ein Tutorium zum Seminar statt.

Keuth: Der Logische Positivismus

Mi 14-16, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 20.10.

Der logische Positivismus bestimmte im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts die Entwick-lung von Erkenntnistheorie und Wissenschaftstheorie. Wegen einiger Übertreibungen, vor allem wegen Wittgensteins Sinnkriterium, wurde er zum Watschenmann derer, die sich nach wahrer Philosophie sehnen. Auch in den angelsächsischen Ländern wurde er kritisiert, aber, wegen der dort verbreiteten empiristischen und pragmatistischen Traditionen, meist fundierter. Leitfaden des Seminars wird deshalb ein englischer Text sein: Oswald Hanfling, Logical Positivism. Zugang zu den Quellen wird uns sein Sammelband Essential Readings in Logical Positivism verschaffen. Die meisten dieser Quellen sind ursprünglich auf Deutsch erschienen und stehen so auch im Philosophischen Seminar zur Verfügung.

Ein benoteter Schein kann aufgrund eines Referats erworben werden.

Literatur:

[1] Oswald Hanfling, Logical Positivism, Blackwell, Oxford 1981.

[2] Oswald Hanfling, Essential Readings in Logical Positivism, Blackwell, Oxford 1981.

Klinger: Was ist Aufklärung (heute) ? Kompaktveranstaltung

Do 16.12.-18.12., 10 Uhr, Raum 211, Voranmeldung bei klingerspam prevention@iwm.at oder bei Frau Ott, Sekretariat.

"Moderne Philosophie ist diejenige Philosophie, die die Frage beantworten will, die vor rund 200 Jahren so unvorsichtig gestellt wurde: 'Was ist Aufklärung?'" (M. Foucault). Im Denken der Aufklärung liegen nicht nur die Grundlagen der modernen Philosophie, sondern darüber hinaus auch die der modernen Wissenschaften und der modernen Gesellschaft. Auf diese Weise kommt die Frage nach der Aufklärung fast der Frage gleich: "Was ist Moderne?" Im Verlauf des 20. Jahrhunderts ist die Moderne zunehmend problematisch, das Projekt der Aufklärung zweifelhaft geworden. Die Aufklärung ist in Verdacht geraten, für so gut wie alle Miseren und Malaisen der Gegenwart verantwortlich zu sein. Zugleich sind die Prinzipien der Aufklärung die Basis der westlichen Gesellschafts-, Rechts- und Wissenssysteme geblieben und sie stellen auch immer noch selbst den Ausgangspunkt für die Frage nach und den Zweifel an der Aufklärung dar.

Das Seminar wird sich dem großen Thema exemplarisch durch die Lektüre von vier kurzen Texten bzw. Textausschnitten her annähern. Die vorherige Kenntnisnahme der Texte wird allen Seminar-teilnehmer/Innen dringend empfohlen:

Immanuel Kant, Was ist Aufklärung? (1784) In: Kants Werke. Gesammelte Schriften. Bd. VIII. Hg. von der Preußischen Akademie der Wissenschaften Berlin: de Gruyter 1912. S. 33-42 (oder eine andere Ausgabe).

Max Horkheimer/Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung. (1947) In: Th. W. Adorno, Gesammelte Schriften. Bd. 3. Frankfurt: suhrkamp 1984. Textausschnitt: "Begriff der Aufklärung" S. 19-60 (oder eine andere Ausgabe).

Michel Foucault, Qu'est-ce que les Lumières? (1984) In: M. Foucault, Dits et écrits 1954-1988. Vol. IV. Paris: Gallimard 1994. S. 562-578 oder in der engl. Übersetz.: What is Enlightenment? In: Paul Rabinow (Ed.), The Foucault Reader. New York: Pantheon Books 1984. S. 32-50.

John Gray, Enlightenment's Wake: Politics and Culture at the Close of the Modern Age. London/New York: Routledge 1995. Textausschnitt: Kapitel 10: "Enlightenment's Wake" S. 144-184.

Koslowski: Nicolaus Cusanus, Idiota de mente Der Laie über den Geist

Kompaktveranstaltung Mo 11.10.-15.10., 9-12, 13-16.30 Uhr, Burse, Schellingzimmer

Nikolaus von Kues, der "vielleicht bedeutendste Philosoph des 15. Jahrhunderts" (Kurt Flasch) gilt als einer der herausragendsten Vertreter des Neuplatonismus im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Er steht für den heute noch geltenden verfassungsrechtlichen Grundsatz der praktischen Konkordanz (Konrad Hesse), die Entdeckung der Koinzidenz einander widersprechender Ereignisse und Prinzipien in Zeit und Raum und damit für die Aufhebung des Widerspruchsprinzips der ratio zu den sublimeren Fähigkeiten des intellectus. Sieht man in ihm einerseits einen Höhepunkt der neupla-tonistischen Philosophie, wird andererseits die Kühnheit seines philosophischen Neuanfangs bewundert: Der Kardinal aus Kues gilt als Wegbereiter Giordano Brunos und Baruch de Spinozas, aber auch als ein lange zu Unrecht vernachlässigter Vorläufer von Nikolaus Kopernikus und Gottfried Wilhelm Leibniz wie des Deutschen Idealismus.

Idiota de mente ist die Zentralschrift der so genannten Laienphilosophie des Cusaners und eines seiner Hauptwerke. Der Kardinal reflektiert hier kritisch die philosophische Überlieferung und seinen eigenen, in ca. zwanzig Jahren zurückgelegten Weg. Der Text beinhaltet zudem eine direkte Attacke auf die gelehrte Philosophie seiner Zeit, vulgo die Scholastik; er entdeckt die Schöpfungen der mens, nämlich Technik und praktische Wissenschaft als neue Wissensprovinzen und weltgestaltende Macht. Nikolaus sucht hier zugleich eine Vermittlung mit dem von ihm zuvor heftig bekämpften Aristoteles und der nominalistischen Theorie. Der im Titel aufgeführte Laie erweist sich als eine hochkomplexe Kunstfigur; er repräsentiert eine neue Form des Denkens und entfaltet auf kürzestem Raum eine neue Weltanschauung. Das Seminar möchte zum einen die Quellen aufspüren, an die Cusanus anknüpft; zum anderen sollen die Zäsuren deutlich werden, mit denen der Kardinal sich von der philosophisch-theologischen Überlieferung absetzt und neue Möglichkeiten der Weltgestaltung fabriziert.

Die Teilnahme am Seminar ermöglicht im Staatsexamensstudiengang "Philosophie/Ethik" den Erwerb des Mittelalterscheins für das Staatsexamen (Hausarbeit oder schriftlich ausgearbeitetes Referat).

Kreß: Adornos Ästhetische Theorie und ihre Rezeption

Mi 14-16, Burse, Melanchthonzimmer, Beginn: 20.10.

Der Negativismus Adornos, der Philosophie geradezu mit Gesellschaftskritik identifiziert, seine eigenwilligen Interpretationen der klassischen Philosophie und seine Kultur- und Technikkritik fanden in den Feuilletons stärkere Resonanz als in den philosophischen Seminaren.

Die erst aus dem Nachlass veröffentlichte Ästhetische Theorie sowie die literatur- und musiktheoretischen Schriften Adornos üben dagegen bis heute nachhaltigen Einfluss in der Kunst-, Literatur- und Musiktheorie aus. In jüngster Zeit ist zu beobachten, dass Adorno für die Reflexion einer Disziplin herangezogen wird, zu der er sich selbst wie könnte es auch anders sein in Distanz hielt, nämlich der Ethik. Während sich die akademische Ethik in immer weitere Spezialgebiete und Begründungskonzepte ausdifferenziert, wächst ein Unbehagen an der technischen Reproduzierbarkeit des Menschen, das sich schwer in Kategorien der kognitiv orientierten Moralphilosophie artikulieren lässt. Die Kritik an einem einseitigen Rationalitätsbegriff und das Programm einer Ästhetik als impliziter Ethik gewinnen damit erneut an Attraktivität.

Im Seminar sollen die einzelnen Kapitel der Ästhetischen Theorie und ihre aktuellen Bezüge in Form von Referaten vorgestellt und diskutiert werden.

Scheinerwerb: Referat mit schriftlicher Ausarbeitung.

Literatur:

Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie, Frankfurt/Main 1970 (bzw. eine spätere Auflage).

Burkhardt Lindner u. W. Martin Lüdke (Hrsg.): Materialien zur ästhetischen Theorie. Th. W. Adornos Konstruktion der Moderne, Frankfurt/M. 1979.

Ludwig von Friedeburg u. Jürgen Habermas (Hrsg.): Adorno-Konferenz 1983, Frankfurt/M. 1983.

Josef Früchtl: Ästhetische Erfahrung und moralisches Urteil. Eine Rehabilitierung, Frankfurt/M 1996.

Christoph Menke: Die Souveränität der Kunst. Ästhetische Erfahrung nach Adorno und Derrida, Frankfurt/M. 2000.

Martin Seel: Ethisch-ästhetische Studien, Frankfurt/M 1996.

Wolfgang Welsch: Grenzgänge der Ästhetik, Stuttgart 1996.

Themenvorschläge für Referate sowie weitere Literaturhinweise werden in der Vorbesprechung gegeben.

Misselhorn: Apriori-Rechtfertigung

Do 10-12, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 19.10.

Verfügt die Philosophie über eine eigenständige Rechtfertigungsmethode? Diese für das Verständnis der Aufgaben, Reichweite und Möglichkeit philosophischer Erkenntnis zentrale Frage hat Philo-sophInnen von jeher beschäftigt. Was zeichnet eine solche Rechtfertigungsmethode aus, wenn es sie gibt? Die klassische Antwort ist, dass sie unabhängig von der Erfahrung oder a priori vorgehen muss. Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ist die apriorische Auffassung der Philosophie jedoch schwer unter Beschuss geraten. Aber: Totgesagte leben bekanntlich länger! So sind in jüngster Zeit diverse neue Ansätze apriorischer Rechtfertigung vorgestellt worden, die keineswegs nur alten Wein in neuen Schläuchen präsentieren, sondern interessante und detailliert ausgearbeitete Konzeptionen auf dem Stand der neuesten philosophischen Theoriebildung darstellen. Mit diesen Ansätzen wollen wir uns im Seminar schwerpunktmäßig beschäftigen. Dabei müssen wir uns u.a. auf die Suche nach einer tragfähigen Definition apriorischer Rechtfertigung begeben, verschiedene Theorien über die Möglichkeit und Funktionsweise apriorischer Erkenntnis prüfen und die Beziehung zwischen Apriorität und anderen Phänomenen wie Notwendigkeit, Analytizität, Gewissheit oder Unmittelbarkeit untersuchen. Natürlich ist auch die Auseinandersetzung mit den GegnerInnen apriorischer Rechtfertigung zu thematisieren. Wir werden größtenteils Texte aus den angegebenen Sammelbänden studieren.

Literatur:

Zur ersten Annäherung: Moser, Paul K.: Artikel 'A Priori Knowledge', in : The Routledge Encyclopdia of Philosophy.

Weiterführend:

Boghossian, Paul/Peacocke, Christopher: New Essays on the A Priori, Oxford 2000.

Casullo, Albert: A Priori Knowledge, Aldershot 1999.

Hanson, Philip/Hunter, Bruce: Return of the A Priori, Calgary 1992.

Moser, Paul K.: A Priori Knowledge, Oxford 1987.

Rinderle: Philosophischer Anarchismus Kompaktveranstaltung

Fr 29.10., 25.11. und 17.12., 18.12., Burse, Schellingzimmer

Anmeldung per E-mail bis zum 20. Oktober an peter.rinderlespam prevention@t-online.de

Der Anarchist zweifelt an der Legitimität politischer Herrschaft bzw. an der Autorität des Staates. Im Unterschied zum politischen Anarchismus leiten jüngere Vertreter eines philosophischen Anarchismus daraus jedoch kein moralisches Recht (oder gar eine Pflicht) zur Beseitigung des Staates ab. Mit dem Zweifel an einem Herrschaftsrecht des Staates geht in der Regel aber eine Ablehnung einer allgemeinen moralischen Bürgerpflicht zum Rechtsgehorsam einher. Folgende Fragen sollen im Mittelpunkt des Seminars stehen: Wie lassen sich Begriffe wie "Legitimität" bzw. "politische Autorität" verstehen? Auf welche Argumente stützt sich der Anarchist, und welche Varianten des philosophischen Anarchismus muss man unterscheiden? Lassen sich die Zweifel des Anarchisten zurückweisen? Welche Implikationen haben diese Zweifel, und welche haben sie nicht? Korreliert ein Recht zur politischen Herrschaft notwendig mit einer Pflicht zum Rechtsgehorsam?

Teilnahmevoraussetzungen: Grundkenntnisse in der politischen Philosophie.

Scheinvergabe: Übernahme eines Referats, Hausarbeit.

Literatur:

Copp, David: "The Idea of a Legitimate State"; in: Philosophy & Public Affairs 28 (1999), 3-45. Morris, C. W., An Essay on the Modern State, Cambridge 1998.

Simmons, A. J., Justification and Legitimation, Cambridge 2001.

Wolff, R. P., In Defense of Anarchism, New York 1970.

Scarano: Ernst Tugendhat: Ethische Schriften

Mo 16.15-18.30, Burse, Schellingzimmer, Beginn 25.10.

Die ethischen Schriften Ernst Tugendhats gehören zu den einflussreichsten Beiträgen der gegenwärtigen moraltheoretischen Debatten. In dem arbeitsintensiven dreistündigen Seminar werden wir uns zunächst mit neueren Abhandlungen befassen und uns dann den "Vorlesungen zur Ethik" sowie dem "Dialog in Leticia" zuwenden. Im Mittelpunkt unserer Diskussion stehen Tugendhats Bestimmung des "formalen Begriffs der Moral", seine Konzeption von Moralbegründung und seine Auseinandersetzung mit dem Kontraktualismus.

Einen Teilnahmeschein erhält man durch die Übernahme eines Thesenpapiers, einen benoteten Schein durch das zusätzliche Verfassen einer Hausarbeit.

Literatur:

Ernst Tugendhat: "Wie sollen wir Moral verstehen?", in: Aufsätze 1992-2000, Frankfurt/M. 2001, 163-184.

ders.: Dialog in Leticia, Frankfurt/M. 1997.

ders.: Vorlesungen über Ethik, Frankfurt/M. 1993.

ders.: Probleme der Ethik, Stuttgart 1984.

Schick: David Lewis: On the plurality of worlds

Di 18-20, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 19.10.

Worüber reden wir eigentlich, wenn wir etwas als möglich oder unmöglich, als notwendig oder kontingent qualifizieren? Eine gängige Antwort lautet: Wir reden dann davon, was in wenigstens einer, in keiner, in jeder oder nicht in jeder möglichen Welt der Fall ist. Die nächste Frage ist dann, was das eigentlich ist eine mögliche Welt, und ob oder in welchem Sinn es so etwas überhaupt gibt. In dieser Frage bezieht David Lewis entschieden die Position des modalen Realismus, eine Position, die sich in der These zusammenfasst: Die Welt, in der wir leben, ist nur eine aus einer Vielzahl von Welten, und wir, ihre Bewohner, sind nur eine verschwindende Minderheit der Bewohner aller dieser Welten. Wie er diese These, die zunächst weniger nach "science" als nach "fiction" klingt, entwickelt, gegen Einwände und Alternativkonzeptionen verteidigt und welche Lösung sein Realismus für die Frage der Identität eines Individuums über mögliche Welten hinweg bereithält, wollen wir in diesem Seminar studieren.

Scheinwerb: Mündliches Referat mit kurzer schriftlicher Ausarbeitung oder Hausarbeit.

Text: David Lewis: On the plurality of worlds, Oxford 1986.

Zur ersten Orientierung in der einschlägigen Diskussion eignet sich die kleine Aufsatzsammlung "Possible Worlds and Possibilia" in: S. Laurence/C. Macdonald (Hg.): Contemporary Readings in the Foundations of Metaphysics, Oxford 1998.

Schiemann: Unentscheidbarkeit Das Problem der Theorienvielfalt

Di 20-22, Burse, Raum X, Beginn: 19.10. Änderung: fällt aus!

Alternative Theorien gehen von verschiedenen Grundbegriffen und Gesetzen aus, beziehen sich aber auf den gleichen Gegenstand. Ein historisches Beispiel wäre die Newtonsche Mechanik und die Einsteinsche Relativitätstheorie. Alternative Theorien lassen sich aber auch systematisch konstruie-ren. Kann es unmöglich sein, zwischen alternativen Theorien eine Entscheidung zu treffen? Welche wissenschaftsphilosophischen Folgerungen müssten aus einer nicht behebbaren Theorienvielfalt gezogen werden?

Das Seminar stellt die derzeitigen Standardantworten zusammen und prüft ihre Stichhaltigkeit. Sie lassen sich in drei Hauptgruppen gliedern: Teils halten sie das historische Phänomen theoretischer Alternativen für eine vorübergehende Erscheinung, teils führen sie es auf grundsätzliche Aspekte des Zusammenhangs von Theorie und Erfahrung zurück, und teils sehen sie in ihm den Ausdruck einer prinzipiellen Uneindeutigkeit intertheoretischer Relationen. Seminargrundlage werden vor allem Texte aus den Themenbereichen der Inkommensurabilität, der empirischen Unterbestimmtheit und der Falsifizierbarkeit von Theorien sein.

Schmidt: Über den Begriff der Wahrheit

Mi 12-14, Burse, Raum X, Beginn: 20.10.

Schon Pilatus fragte: "Was ist Wahrheit?" (Joh.18.38). Wir werden unsere Hände jedoch nicht in Unschuld waschen, sondern diesem Thema im Seminar näher nachgehen. Diskutiert werden Fragen wie: Was ist Wahrheit? Von welchen Entitäten lässt sich sagen, dass sie wahr oder falsch sind? Wie kann das Vorliegen von Wahrheit festgestellt werden? Im Seminar sollen verschiedene Ansätze dazu diskutiert werden. Eine wichtige Rolle wird dabei voraussichtlich William Alston: A Realist Conception of Truth, Ithaca & London, 1996 spielen. Näheres zur Lektüreliste in der ersten Stunde.

Scheinerwerb: Hausarbeit oder Referat.

Schneider: Liber de causis

Mo 16-18, Burse, Raum X, Beginn: 25.10.

Der Liber de causis ist das Grundbuch der abendländischen Metaphysik. Sein Autor ist unbekannt; wahrscheinlich ist er im Umkreis des Al-Kindi entstanden. Er hat also eine arabische Herkunft und gehört nach den Ergebnissen der neueren Forschung in die Tradition der sogenannten Plotiniana Arabica. Insofern stellt er eine der Vermittlungsstationen der Philosophie Platons an das europäische Mittelalter dar. Nach der Erkenntnis des Thomas von Aquin bietet der Liber de causis Auszüge aus der Elementatio theologica des Proklos. Im lateinischen Mittelalter ist er häufig kommentiert worden; so von Thomas, von Aegidius Romanus, Heinrich von Ghent u.a.. Im ganzen gesehen ist der Liber de causis oder auch so lautet ein anderer Titel über das reine Gute eine systematische Darstellung der Entstehung der Welt, vom Ersten Einen Guten über die Intelligenzen bis zur materiellen Welt.

Scheinerwerb: regelmäßige Mitarbeit und Hausarbeit

Textgrundlage: Liber de causis: Fidora, A./A. Niederberger, Von Bagdad nach Toledo. Das "Buch der Ursachen" und seine Rezeption im Mittelalter, lat.-dt. Text, Kommentar und Wirkungsgeschichte des Liber de causis. Mit einem Geleitwort v. M. Lutz-Bachmann, Mainz 2001.

Liber de causis, ed. O. Bardenhewer, Die pseudo-aristotelische Schrift über das reine Gute, bekannt unter dem Namen Liber de causis, Freiburg i. Br. 1882.

Schröder, J.: Philosophie der Biologie

Do 18-21, Burse, Schellingzimmer, Beginn. 21.10.

Die Philosophie der Biologie beinhaltet zum einen die Anwendung philosophischer Analyse auf biologische Begriffe, Theorien und Erklärungen, zum anderen die Anwendung biologischer Gedanken auf philosophische Fragestellungen. In der einen Perspektive werden beispielsweise Überlegungen zum Status der natürlichen Selektion als Schlüsselmechanismus der Evolution angestellt. Handelt es sich beim "Überleben der Tüchtigsten" um eine Tautologie und wenn nicht, worin genau besteht der Erkenntniswert dieses Prinzips? Eine andere Frage betrifft das Verhältnis zwischen Mendelschen Genen und Abschnitten auf den Chromosomen. Lassen sich Gene auf DNS-Moleküle reduzieren oder nicht? Was sind eigentlich die Entitäten, an denen die Selektion ansetzt? Mögliche Antworten umfassen: Gene, Organismen und ganze Arten. Beim Artbegriff selbst gibt es die Interpretation, dass Arten Individuen sind, die entstehen und vergehen und eine besondere Einheit bilden, dass sie also nicht Klassen von Individuen sind. Wenn Biologen von der Funktion von Organen sprechen und von der Angepasstheit von Lebewesen an ihre Umwelt, scheinen sie Begriffe zu verwenden, für die es in der Physik kein Analogon gibt. Wie ist diese Besonderheit der Biologie zu interpretieren?

In der anderen Richtung, bei der Anwendung biologischer Ideen auf Probleme der Philosophie, gibt es zum einen Versuche der Erhellung menschlicher Erkenntnis durch die evolutionäre Erkenntnistheorie und zum anderen Versuche der Erklärung menschlicher Moralität, von Kooperation und altruistischem Verhalten und der Entstehung von Werten.

Im Seminar sollen ausgewählte Fragestellungen aus beiden Perspektiven behandelt werden.

Scheinerwerb: Referat und Hausarbeit

Literatur: Ruse, M. (1988), Philosophy of biology today, Albany: SUNY Press.

Schroeder-Heister: Beweistheoretische Semantik

Termin und Ort nach Vereinbarung

Bitte Ankündigungen in der Vorlesung und auf der homepage des Dozenten beachten.

Dieses Seminar kann nur in Kombination mit der Vorlesung besucht werden. Es werden die Themen der Vorlesung vertieft, insbesondere durch Lektüre grundlegender Texte. Genaueres wird zu Beginn der Vorlesung bekannt gegeben. Möglicherweise findet das Seminar in kompakter Form in der zweiten Semesterhälfte statt, um auf den Stoff aus der Vorlesung zurückgreifen zu können. Ein qualifizierter Seminarschein kann durch Übernahme eines Referats, das schriftlich ausgearbeitet wird, erworben werden.

Tugendhat: Wittgenstein: "Das blaue Buch"

Di, Do 16-18, Burse, Raum X Änderung, Beginn: 19.10.

Der Text ist die deutsche Übersetzung bei Suhrkamp (stw 313). Ich teile ihn in eine Reihe von Abschnitten ein, und im Seminar soll jeder Abschnitt gründlich und kritisch diskutiert werden, jeweils nach Einführung durch einen der Teilnehmer oder durch mich. Bleibt noch Zeit übrig, soll sich eine Erörterung des Privatsprachen-Arguments in den "Philosophischen Untersuchungen" (§§ 243 ff.) anschließen.

Benoteter Schein: Die Ausarbeitung einer Diskussionseinführung oder eine Hausarbeit.

Utz Hegels "Lehre vom Begriff" (1816)

Textstücke: "Vom Begriff im Allgemeinen", erster Abschnitt: "Die Subjektivität", Schlußkapitel: "Die absolute Idee"
Di 20-22, Burse, Melanchthonzimmer, Beginn: 19.10.

Das dritte Buch der "Wissenschaft der Logik" ist in Hegels eigener Sicht ganz ohne Zweifel deren Höhepunkt und krönender Abschluß. Die Hegelinterpretation hat damit nicht immer übereingestimmt und befand statt dessen oft die Wesenslogik für den weitaus interessanteren und stringenteren Teil des Werks. Das Seminar soll helfen, Status und Bedeutung des Begriffs im hegelschen Denken zu klären, seine Selbstentfaltung im Gang der "Lehre vom Begriff" zu verstehen und die Relevanz des Entwurfs für aktuelle philosophische Fragestellungen auszuloten. Mögliche Themen sind dabei die Subjektivität, die Freiheit, die Wahrheit, die Idealität oder auch die dialektische Methode, die Hegel alle in einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Begriff stellt.

Die Veranstaltung knüpft lose an das Seminar zur "Wesenslogik" von Prof. Dr. A.F. Koch an und soll in ähnlicher Vorgehensweise textnah eine detaillierte Interpretation erarbeiten. Dennoch eignet sich das Seminar auch für Teilnehmer, die eine allgemeineres Interesse am Hegelschen Denken haben oder sogar einen ersten Zugang dazu finden wollen. Denn im Begriff artikuliert sich für Hegel die Grundbestimmung seiner "Logik" wie auch seiner Philosophie im ganzen, samt deren Methode. Es mag also eine durchaus sinnvolle Herangehensweise sein, mit dem Resultat zu beginnen, um sich dann mit dem Verständnis der Gesamtgestalt und des Ziels der Gedankenentwicklung auch den davorliegenden Teilen des Werks zuzuwenden. Dergestalt setzt das Seminar kein Vorwissen voraus, erfordert allerdings die Bereitschaft zur intensiven Durcharbeitung des Textes.

Literatur zur Einführung:

F.C. Beiser, Hg., The Cambridge Companion to Hegel, Cambridge 1993; A.F. Koch u.a., Hg., Der Begriff als die Wahrheit. Zum Anspruch der Hegelschen .Subjektiven Logik., Paderborn 2003; Ders. u.a., Hg., G.W.F. Hegel: Wissenschaft der Logik (Klassiker auslegen; 27), Berlin 2002.

Wimmer: Platon und Parmenides II

Änderung: Do 10.00-12:00, Schellingzimmer, Beginn: 28.10. Änderung!

Nachdem im vergangenen Sommersemester das Lehrgedicht des Parmenides behandelt wurde, widmet sich der zweite Teil des Seminars Platons Dialog Parmenides. Es handelt sich bei diesem Dialog um einen der späteren und durchaus schwierigeren Werke Platons. In einem ersten Schritt erarbeiten wir uns anhand des Textes selbst (in deutscher Übersetzung, aber mit ständigem Bezug auf den griechischen Originaltext [Griechisch-Kenntnisse werden jedoch nicht vorausgesetzt]) eine grundlegende Kenntnis seines Aufbaus sowie seiner Thesen und der für sie vorgetragenen Argumente. In einem zweiten Schritt vertiefen wir den Zugang zum Werk mit Hilfe einschlägiger Kommentare, die im Semesterapparat zur Verfügung stehen werden. Empfohlen wird die zweisprachige Textausgabe bei Reclam (Nr. 8386); aber auch andere zweisprachige Ausgaben sind willkommen.

Wegen der neuen Thematik ist ein Eintritt ins Seminar auch jetzt noch möglich. Die Teilnahme am ersten Teil im SS 2004 ist also keine Voraussetzung für die Teilnahme an diesem zweiten Teil.

Benotete Scheine werden für die Ausarbeitung eines Referats oder für eine Hausarbeit vergeben.

Wimmer/Groß: Das Tötungs- und Ehebruchsverbot des Dekalogs in philosophischer, exege-tischer und theologischer Betrachtung (EPG 2)

Mi 16-18, Theologicum, Seminarraum, Liebermeisterstraße 12, Beginn: 20.10.

Schon in den jüdischen und den christlichen Heiligen Schriften finden sich sowohl in Bezug auf die Reichweite der Geltung der Gebote des Dekalogs als auch in Bezug auf die Art ihrer Begründung Unterschiede z.B. universalistischer Geltungsanspruch versus auf die jeweilige Glaubensgemein-schaft eingeschränkte Geltung, Vernunftbegründung (Autonomie) versus göttliche Gesetzgebung (Theonomie) , deren Ursachen und Auswirkungen zu erhellen eine der Aufgaben des Seminars darstellt. Was bleibt von der alttestamentlichen Inszenierung des Dekalogs, wenn dessen Gebote als vernunftgemäß einsichtige und aus sich heraus verpflichtende Normen interpretiert werden? Im Mittelpunkt der Analysen sollen das Tötungs- und das Ehebruchsverbot stehen, wobei sowohl die jüdisch-christliche Auslegungsgeschichte zu berücksichtigen als auch die systematische Begründungsproblematik zu reflektieren sind. Darüber hinaus wird die Frage gestellt, ob und ggf. wie die sich aus dem biblischen Gottesverständnis ergebende Möglichkeit von göttlicher Vergebung und moralischer Umkehr theologisch und philosophisch verstanden und gerechtfertigt werden kann.

Zu Beginn des Seminars werden eine Liste der zu behandelnden Themen und Texte ausgegeben und die Texte sowohl im Semesterapparat von Herrn Wimmer in der Burse als auch in der Bibliothek des Theologischen Seminars zur Verfügung stehen. Als benoteter Leistungsnachweis kommt ein ausgearbeitetes Referat oder eine Hausarbeit in Frage.

In diesem Seminar kann ein Leistungsnachweis für das Ethisch-Philosophische Grundlagenstudium nach Anlage C, 1.2., WPO für das Lehramt an Gymnasien erworben werden (EPG 2). Die Veranstaltung ist aber auch als Hauptseminar im Rahmen des Diplomstudiengangs Theologie und des Staatsexamensstudiums Katholische Religion geeignet.

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Oberseminare

Frank/Hofmann: Neue analytische Texte zum Selbstbewusstseins (Lowe, Moran u.a.

Mo 20-23, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 18.10.

Wir wollen im Oberseminar neuere analytische Literatur studieren, im Umkreis der Philosophie des Geistes, unter Berücksichtigung der Klassiker. Das Oberseminar ist offen für alle gut vorgebildeten Interessenten und Interessentinnen.

Höffe: Neuerscheinungen zur Ethik und Vorstellung eigener Projekte (Forschungskolloquium) Termin nach Vereinbarung.

Es werden eigene Projekte der Teilnehmer vorgestellt und neuere Literatur zu Moraltheorie und Ethik diskutiert. Neuteilnahme nur nach rechtzeitiger Rücksprache in der Sprechstunde möglich.

Keuth: Carnap: Der logische Aufbau der Welt

Mi 9-12, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 27.10.

Carnap versucht, das Programm des logischen Positivismus zu realisieren und anhand von Begriffen, die sich auf unmittelbar Gegebenes beziehen, die Begriffe aller wissenschaftlichen Disziplinen zu konstruieren. Dabei geht er aus von Elementarerlebnissen, der Gesamtheit aller uns in einem Augenblick unmittelbar gegebenen Eindrücke, und versucht, allein mit Hilfe der Relation der Ähnlichkeitserinnerung (zwischen Elementarerlebnissen) alle Begriffe zu konstituieren. Zwar hat er diese Vorstellung schon Anfang der dreißiger Jahre aufgegeben, aber es lohnt vielleicht, zu prüfen, wie weit ein methodischer Solipsismus durchzuhalten ist.

Ein benoteter Schein kann aufgrund eines Referats erworben werden.

Literatur:

Rudolf Carnap: Der logische Aufbau der Welt, 1928, 2. Aufl., Meiner, Hamburg 1961.

Kolloquien

Brachtendorf: Kolloquium für Fortgeschrittene

Termin: n.V., Vorbesprechung: 20.10., 20 Uhr, Theologicum, Liebermeisterstr. 12, Seminarraum 6

Gegenstand des Kolloquiums ist die Religionsphilosophie Sören Kierkegaards, insbesondere seine Schriften: "Philosophische Brocken", sowie "Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift". Kierkegaard setzt sich hier kritisch mit der Idee einer philosophischen Religionsbegründung auseinander, wie sie für die Aufklärung, aber auch für Hegel charakteristisch ist. Sein Hauptgesprächspartner ist G. E. Lessing, der meinte, eine so wichtige Frage wie diejenige nach Gott und dem Heil des Menschen sei nicht auf der schwachen Basis bloß historischer Offenbarungsansprüche zu behandeln, sondern erfordere Vernunfteinsicht. Dagegen verneint Kierkegaard eine solche Vernunftreligion und gelangt aus religiöser Perspektive zu einer dezidierten Vernunftkritik. Damit hat Kierkegaard nicht nur die Existenzphilosophie begründet, sondern auch Einfluss auf die Theologie (K. Barth) gewonnen.

Engels: Kolloquium für DoktorandInnen, ExamenskandidatInnen u. a. Abschlüsse

Kompaktveranstaltung, Vorbesprechung: 29.10., 14 Uhr, Wilhelmstraße 19, EG, Raum 0.25

Kümmel: Gedächtnis und Erinnerung

Fr 18-20, Burse, Melanchthonzimmer, Beginn: 29.10.

Newen: Sprache, Denken, Bewusstsein: Kolloquium für Absolventinnen und Absolventen (Magister und Promotion)

Do 14-16, 14täglich, Burse, Melanchthonzimmer, Beginn: 28.10., Vorbesprechung: Mi, 20.10. 14-15 Uhr Änderung!

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, die bereits eine Magisterarbeit übernommen haben oder eine solche im Laufe des Wintersemesters im Bereich der theoretischen Philosophie in Angriff nehmen möchten sowie an Doktoranden. Ziel des Seminars ist es, einerseits denjenigen, die noch auf Themensuche sind, Vorschläge für Projekte zu machen, die dann durch eine gezielte Literaturarbeit so ausgearbeitet werden, dass daraus eine Magisterarbeit entsteht, andererseits den Teilnehmers die Möglichkeit zu geben, jeweils einen Vortrag zu den laufenden Arbeiten zu halten, um so eine kritische Diskussion zu ermöglichen.

Schroeder-Heister: Logik und Sprachtheorie

Termin und Ort nach Vereinbarung

Bitte Ankündigungen auf der homepage des Dozenten beachten.

Besprechung von Forschungsarbeiten sowie gelegentlich Gastvorträge. Interessierte können sich durch e-mail an den Dozenten (pshspam prevention@informatik.uni-tuebingen.de) in den Einladungsverteiler eintra-gen lassen.

Szlezák: Aristoteles, Nikomachische Ethik (Im Rahmen der Philipp-Melanchthon-Stiftung)

Do 18.00-20.30, Theologicum, Beginn: 28.10.

Anhand einer Auswahl zentraler Kapitel sollen die Denkformen und die Ergebnisse der auf die Verwirklichung der menschenmöglichen Eudaimonie zielenden Ethik des Aristoteles erörtert werden. Der weitgehenden Übereinstimmung mit Platon (bei programmatischer Gegnerschaft in einigen prinzipiellen Fragen) wird gebührende Beachtung geschenkt werden. Die Seelenlehre und Anthropologie des Aristoteles als Grundlage seiner ethischen Theorie wird diskutiert, ebenso wie seine Theorie der Freundschaft und der Lust. Ausgegangen wird wie immer vom griechischen Text, die Erörterung der Sachfragen kann, je nach Problem, unter ideengeschichtlichen, philosophisch-systematischen oder theologischen Gesichtspunkten erfolgen.

Griechischer Text:

Ar. Ethica Nicomachea rec. I. Bywater 1984 (Reprints) (OCT).

Deutsche Übersetzung mit Kommentar: F. Dirlmeier, Berlin 1956 (Nachdrucke).

Franz. Übersetzung mit Kommentar: R.A. Gauthier J.Y. Jolif, 2 Bde., 2. Aufl. 1970.

Szlezák: Texte zur platonischen Dialektik II

Fr 18.00-20.30, Hegelbau, Konferenzzimmer, Beginn: 29.10.

Nach der Auswertung der Angaben zur Dialektik in der Politeia im SS 2004 wenden wir uns nun-mehr den relevanten Passagen in den späten Dialogen zu. Danach ist an eine Auseinandersetzung mit der aristotelischen Kritik der platonischen Dialektik und ihrer Denkmittel (z.B. der Dihairesis) gedacht. Ausgegangen wird vom griechischen Text, die Benützung von Übersetzungen und Kom-mentaren ist freilich unerlässlich. Griechischkenntnisse mindestens auf dem Niveau des Graecums sind Bedingung für die Teilnahme. Das Colloquium ist offen auch für Interessenten, die im Sommersemester noch nicht dabei waren.

Wimmer: Doktoranden/Doktorandinnen-Kolloquium

Termin und Ort: nach Vereinbarung

Arbeitskreise

Hoering: Lernprogramme (insbesondere für Logik)

Di 19-21, Burse, Computerpool, Beginn: 26.10.

Seit einiger Zeit gibt es ein Tutor-Programm zum Einüben des logischen Ableitens in Formalismen der Aussagen-, Prädikaten- und Modallogik, das im Rahmen dieses Arbeitskreises entwickelt worden ist. Dieses Programm wurde zunächst in Pascal für IBM-kompatible Rechner geschrieben; für seine Portierung auf andere Plattformen stellen wir Versionen in C++ her. Neue Mitglieder, die bereits Kenntnisse in diesen Sprachen besitzen oder stark motiviert sind, sich einzuarbeiten, sind herzlich willkommen.

Koch, D.: Hermeneutische Phänomenologie

Mi 12-14, Burse, Schellingzimmer, Beginn: 20.10.

Der Arbeitskreis "Hermeneutische Phänomenologie" geht auf eine Initiative von Studierenden zurück. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der hermeneutischen Phänomenologie, so wie sie sich in der ersten systematischen Ausarbeitung in Martin Heideggers »Sein und Zeit« darstellt, vor allem aber mit der Weiterentwicklung bzw. der Veränderung dieses philosophischen Ansatzes in der gereiften Periode der heideggerschen Philosophie dem sogenannten "Ereignis-Denken" von Mitte der dreißiger bis zu Beginn der siebziger Jahre.

Im Wintersemester beschäftigen wir uns mit Heideggers Abhandlung "Der Satz vom Grund" (Textgrundlage: M. Heidegger, Der Satz vom Grund, Klett-Cotta, Stuttgart, irgendeine Auflage). Diese Schrift hervorgegangen aus einer Vorlesung aus dem Wintersemester 1956/57 ist Heideggers kritische Auseinandersetzung mit der Antwort der neuzeitlichen Philosophie, auf die Begründungsfrage, so wie sie sich im Satz vom Grund manifestiert. Der Arbeitskreis ist für alle an der Sache der hermeneutischen Phänomenologie interessierten und engagierten Studierenden offen.