Philosophisches Seminar

Studienplan Magister

Inhaltsverzeichnis

A. Vorbemerkung
B. Tabellarische Übersicht
C. Studienabschlüsse
D. Studienziele und berufliche Perspektiven
E. Gliederung der Studiengänge, Regelstudienzeit, Meldung zu den Prüfungen und Orientierungsprüfung
F. Fächerkombination
G. Sprachliche Voraussetzungen
H. Lehrveranstaltungen
I. Die eigene Arbeit
K. Prüfungen und Prüfungsvoraussetzungen
L. Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium und Pädagogisches Begleitstudium (Lehramt)
M. Prüfungsordnungen sowie weitere Informations- und Beratungsmöglichkeiten

A. Vorbemerkung

Der Studienplan versucht, den Begriff eines ordnungsgemäßen Studiums mit Inhalt zu füllen. Zweck des Studienplans ist es, den Studierenden eine Orientierungshilfe zu geben, wie in der jeweils vorgesehenen Frist eines Studienganges (Regelstudienzeit) das Studium der Philosophie sinnvoll betrieben und mit einem Examen (Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien, Magisterexamen oder Bakkalaureat) abgeschlossen werden kann.

B. Tabellarische Übersicht über das Studium

Abkürzungen:

PB = Pflichtbereich
WPB = Wahlpflichtbereich
A = Arbeitskreis
AS = Autonomes Seminar
E = Einführung in das Studium der Philosophie
HS = Hauptseminar
L = Lektürekurs für Erstsemester
PS = Proseminar
T = Tutorium
Ü = Übung
V = Vorlesung
SWS = Semesterwochenstunde ( 1 SWS ist eine Unterrichtsstunde pro Woche während der offiziellen Lehrveranstaltungszeit innerhalb eines Semesters; für die Berechnung der SWS wird von zweistündigen Lehrveranstaltungen ausgegangen )

1. Grundstudium
Semester Bereich Hauptfach Nebenfach
1 PB 1 PS + 1 V 1 PS
WPB 2 E / L / PS / T/ Ü / V
= 8 SWS
1 E / L / PS / T / Ü / V
= 4 SWS
2 PB 1 PS + 1V 1 PS
WPB 2 A / AS / PS / T/ Ü / V
= 8 SWS
1 A / AS / PS / T / Ü / V
= 4 SWS WPB
3 PB 1 PS + 1 V 1 PS
WPB 2 A / AS / PS / T/ Ü / V
= 8 SWS
1 A / AS / PS / T / Ü / V
= 4 SWS
4 PB 1 PS + 1V - - -
WPB 2 A / AS / PS / T/ Ü / V
= 6 SWS
2 A / AS / PS / T / Ü / V
= 4 SWS
1-4   = 30 SWS =16 SWS (Soll: 15 SWS)
2. Hauptstudium
Semester Bereich Hauptfach Nebenfach
5 PB 1 HS + 1 V 1 HS
WPB 2 A / AS / HS / T / Ü / V
= 8 SWS
1 A / AS / HS / T / Ü / V
= 4 SWS
6 PB 1 HS + 1 V 1 HS
WPB 2 A / AS / HS / T / Ü / V
= 8 SWS
1 A / AS / HS / T / Ü / V
= 4 SWS
7 PB 1 HS + 1 V 1 HS
WPB 2 A / AS / HS / T / Ü / V
= 8 SWS
1 A / AS / HS / T / Ü / V
= 4 SWS
8 PB 1 HS - - -
WPB 2 A / AS / HS / T / Ü / V
= 6 SWS
1 A / AS / HS / T / Ü / V
= 4 SWS
5-8   = 30 SWS =16 SWS (Soll: 15 SWS)
9   Vorbereitung auf die Magisterprüfung Vorbereitung auf die Magisterprüfung

Es ist zu beachten, daß die in dieser tabellarischen Übersicht gemäß den Prüfungsordnungen aufgelisteten Veranstaltungszahlen und die entsprechenden Zeitangaben (30 bzw. 15 SWS im Hauptfach bzw. Nebenfach für das Grundstudium und das Hauptstudium) Mindestanforderungen darstellen (vgl. Abschnitte I und K).

Für den Staatsexamensstudiengang Philosophie/Ethik gelten im Hauptstudium andere Verhältnisse, z. B. keine Mindeststundenzahl im Hauptstudium (siehe hierzu »Gesetzblatt für Baden-Württemberg 2001/Nr. 6, im Sekretariat des Philosophischen Seminars erhältlich).

Für den Bakkalaureatsstudiengang gelten im Hauptstudium ebenfalls andere Verhältnisse (siehe hierzu die Bakkalaureatsprüfungsordnung, erhältlich im Sekretariat des Philosophischen Seminars). Für das Grundstudium im Bakkalaureatsstudiengang kann der oben aufgeführte Vorschlag für das Magisterstudium zwar als Anhalt genommen werden, es ist jedoch zu beachten, daß die Gesamtstundenzahl an Philosophieveranstaltungen im Bakkalaureatsstudiengang 74 beträgt. Es empfiehlt sich daher eine gleichmäßige Verteilung über die Regelstudienzeit von 6 Semestern, d. h. 12 bzw. 14 Stunden pro Semester (zum Vergleich die Gesamtstundenzahl an Philosophieveranstaltungen im Magisterstudium im Hauptfach: 60).

C. Studienabschlüsse

Das Studium der Philosophie kann als Hauptfach mit einem Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien (Bezeichnung dieses Studiengangs: Philosophie/Ethik) oder mit einer Magisterprüfung (Magister Artium, abgk.: M.A.) oder mit einer Bakkalauretatsprüfung (Bakkalaureus Artium, abgk.: B.A.) abgeschlossen werden. Daran kann sich - mit Ausnahme des Bakkalaureatsabschlusses - die Promotion zum Dr. phil. anschließen. Nach den Magister- und Promotionsordnungen anderer Fakultäten kann Philosophie auch Nebenfach bei einer Magisterprüfung oder Promotion sein sowie gegebenenfalls Beifach in Diplomstudiengängen, z.B. der Biologie, Informatik, Mathematik, Psychologie.

D. Studienziele und berufliche Perspektiven

Ziele des Studiums der Philosophie sind die Kenntnis zentraler Positionen der Philosophiegeschichte und gegenwärtigen Philosophierens, die (schriftliche wie mündliche) Fähigkeit, Texte zu analysieren und zu interpretieren sowie philosophische Probleme zu erkennen, zu ihrer Lösung vorgebrachte Begründungen zu prüfen und zu ihrer Klärung beizutragen. Hierzu leisten Grundkenntnisse der Logik einen wichtigen Beitrag.

Zu einem fruchtbaren Philosophieren gehören Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Wissenschaften und Verantwortungsbewußtsein im gesellschaftlichen Kontext philosophischen und wissenschaftlichen Arbeitens. Angesichts der zunehmenden Spezialisierung der Einzelwissenschaften kann die Philosophie die Möglichkeit wahrnehmen, die Fragen nach dem Zusammenhang der Wissenschaften untereinander und nach deren methodischen und normativen Voraussetzungen zu stellen. Außerdem gehört es seit jeher zum Kernbereich der Philosophie, die Strukturen lebensweltlicher Erfahrung zu klären und jene scheinbaren Selbstverständlichkeiten zu durchleuchten, die den wissenschaftlichen wie den nichtwissenschaftlichen Alltag beherrschen.

Vor diesem Hintergrund ist die traditionelle Unterteilung der Philosophie in verschiedene Disziplinen (Logik, Ontologie, Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Philosophie des Geistes, Handlungstheorie, Ethik, Politische Philosophie, Rechts- und Staatsphilosophie, Gesellschaftstheorie, Geschichtsphilosophie, Ästhetik bzw. Kunstgeschichte) nicht dogmatisch als Fächerkanon zu verstehen, sondern als geschichtlich gewachsener Bestand von Sachgebieten, die der Orientierung im reichen Archiv der Philosophiegeschichte erleichtern und die Artikulation eigener systematischer Interessen befördern kann. Zwar sind der Philosophie ihre Themen und Fragestellungen nicht einfach vorgegeben, sondern sie hat sie im Wandel der geistesgeschichtlichen und gesellschaftlichen Umstände stets neu zu erarbeiten. Das schließt aber die Berücksichtigung der Geschichte philosophischer Problemstellungen und Lösungsversuche nicht aus. Deshalb sollen in einem ordentlichen Studium der Philosophie repräsentative Kenntnisse der sachlich und wirkungsgeschichtlich bedeutungsvolleren philosophischen Konzeptionen, z.B. derjenigen Platons, Aristoteles' und Kants, erworben werden.

Das Studium der Philosophie ist - vom Ziel des Lehramts abgesehen - kein Ausbildungsgang, der auf bestimmte Berufsbilder zugeschnitten wäre. Es soll nicht nur spezifische Fachkenntnisse, sondern auch problembezogene analytische und argumentative Fähigkeiten vermitteln. Häufig von Philosophen und Philosophinnen erfolgreich angestrebte berufliche Betätigungsfelder sind Personalberatung und -führung, Erwachsenenbildung, interkulturelle Tätigkeit (z.B. in Goethe-Instituten), Verlags- und Öffentlichkeitsarbeit z.B. in Presse, Rundfunk und Fernsehen sowie Wissenschafts- und sonstiges Management. Die Wege in solche Tätigkeiten sind jedoch nicht vorgebahnt. Entscheidend für den Erfolg wird der persönliche Einsatz sein.

Der Magisterstudiengang ist Studierenden zu empfehlen, die aufgrund ihrer fachlichen Interessen und beruflichen Ziele Philosophie in Verbindung mit Fächern studieren wollen, die sie eher für außerschulische Berufsfelder qualifizieren. In diesem Zusammenhang sei ausdrücklich auf die Möglichkeit hingewiesen, Philosophie mit solchen Fächern zu kombinieren, die nicht den Geisteswissenschaften zuzurechnen sind, wie z.B. Informatik, Jura, Medizin und Naturwissenschaften. Solche Kombinationen liegen auch im Interesse der interdisziplinären Offenheit der Philosophie und sind in Anbetracht der im allgemeinen starken Schwankungen unterliegenden Berufschancen für Geisteswissenschaftler und -wissenschaft-lerinnen sinnvoll. Da es sich bei diesen Kombinationen um eine Verbindung von Fächern handelt, die unterschiedlichen Studiengängen angehören (Staats-examensstudiengang, Diplomstudiengang, Magisterstudiengang), ist in jedem Einzelfall die vorherige Zustimmung der fachlich zuständigen Dekanate einzuholen. Nähere Auskünfte erhält man im Akademischen Beratungszentrum (Wilhelmstraße 11) und in den jeweiligen fachbezogenen Studienberatungsstellen, die an den Seminaren, Instituten oder Dekanaten angesiedelt sind.

Inzwischen bietet auch der höhere Schuldienst wieder eine realistische Berufs-perspektive. Um in Baden-Württemberg als Gymnasiallehrer oder -lehrerin in Philosophie/Ethik im Rahmen einer Zweifächerkombination eingestellt zu werden, muß man zusätzlich zur Philosophie noch ein weiteres Fach aus der Gruppe I der Lehramtsfächer studiert haben (Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik; zu anderen Möglichkeiten siehe hierzu das »Gesetzblatt für Baden Württemberg 2001/Nr. 6, erhältlich im Sekretariat des Philosophischen Seminars).

Außerhalb des Schuldienstes wird der Magisterabschluß im Vergleich zum Staatsexamen als ebenbürtig angesehen. Bei einer geplanten beruflichen Tätigkeit außerhalb Deutschlands ist zu beachten, daß besonders im angloamerikanisch beeinflußten Ausland der M.A. (Master of Arts) als traditioneller Hochschulabschluß höheres Ansehen genießt als das dort weniger bekannte deutsche Staatsexamen.

Die Magisterprüfung bildet neben dem Staatsexamen auch die Voraussetzung für die Zulassung zur Promotion zum Doktor der Philosophie.

Das Philosophische Seminar bietet seit dem Wintersemester 2000/2001 einen weiteren, gänzlich neu konzipierten Studiengang an, den Bakkalaureatsstudiengang Philosophie (Bakkalaureus Artium, B. A.). Die Bakkalaureatsprüfung bildet den berufsqualifizierenden Abschluß des B.A.-Studiengangs im Fach Philosophie. Durch die Prüfung wird die Kenntnis von Grundlagen und wichtigen Forschungsergebnissen in der Philosophie festgestellt. Nach bestandener Bakkalaureatsprüfung verleiht die Fakultät für Philosophie und Geschichte den akademischen Grad »Bakkalaureus Artium« bzw. »Bakkalaurea Artium«.

Die Regelstudienzeit für diesen Studiengang beträgt sechs Semester. Das B.A.-Studium gliedert sich in das Grundstudium von in der Regel vier Semestern, das mit der Zwischenprüfung abschließt, und das Hauptstudium von in der Regel zwei Semestern, das mit der Bakkalaureatsprüfung abschließt. Die Bakkalaureatsprüfung besteht aus studienbegleitenden Prüfungsleistungen sowie einer mündlichen Abschlußprüfung. Eine Mindeststudiendauer besteht - wie auch bei den anderen Studiengängen - nicht.

E. Gliederung der Studiengänge, Regelstudienzeit und Anmeldung zu den Prüfungen

Im Staatsexamensstudiengang (Studiengang für das Lehramt an höheren Schulen) wird - gemäß den Vorgaben desjenigen Bundeslandes, in dem man eingestellt werden möchte - Philosophie bzw. Philosophie/Ethik als Hauptfach zusammen mit einem oder mit zwei weiteren Hauptfächern studiert. Philosophie ist erstes Hauptfach, wenn in ihm die Staatsexamensarbeit (Zulassungsarbeit) angefertigt wird.

Im Magisterstudiengang Philosophie wird Philosophie als erstes Hauptfach zusammen mit einem weiteren Hauptfach oder mit zwei Nebenfächern studiert. Die weiteren Fächer können aus Studiengängen gewählt werden, für die Magisterprüfungsordungen bestehen. Für die Kombination des Magisterstudiengangs Philosophie mit einem Studienfach, das mit Diplom abschließt, ist eine Erlaubnis der betroffenen Fakultäten erforderlich. Das gleiche gilt für die Staatsexamensstudiengänge Jura und Medizin.

Das Staatsexamens- und das Magisterstudium gliedern sich in das Grundstudium von vier Semestern, das mit der Zwischenprüfung abschließt, und das Hauptstudium von fünf Semestern, das mit dem Staatsexamen bzw. mit der Magisterprüfung abschließt. Das Lehrangebot ist auf acht Semester hin zu konzipieren. Teile des achten Semesters und das neunte Semester sind der Anfertigung der philosophischen Staatsexamensarbeit bzw. der philosophischen Magisterarbeit (wenn Philosophie erstes Hauptfach ist) sowie der Vorbereitung auf die jeweilige Fachprüfung gewidmet.

Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester. Eine Verlängerung der Studienzeit wegen des Erwerbs erforderlicher Sprachkenntnisse wird bis zu zwei Semestern nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet, soweit Leistungsnachweise darüber, daß Sprachkenntnisse während der Studienzeit erworben wurden, beigebracht werden. Dies gilt nicht für die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch. Für den Erwerb von Lateinkenntnissen wird im Rahmen der Zwischenprüfung nur eine Fristverlängerung von einem Semester gewährt.

Das Magisterstudium umfaßt Lehrveranstaltungen des Pflicht- und des Wahlpflichtbereichs sowie Lehrveranstaltungen nach freier Wahl der Studierenden. Der zeitliche Umfang des Pflicht- und Wahlpflichtbereichs beträgt für das Studium der Philosophie im Hauptfach 60 Semesterwochenstunden, im Nebenfach 30 Semesterwochenstunden. Die Unterteilung in Pflicht- und Wahlpflichtbereich gilt zudem generell für die Akademische Zwischenprüfung. Diese ist mit Ausnahme des Verzichts auf altsprachliche Voraussetzungen im Bakkalaureatsstudiengang für alle drei angebotenen Studiengänge im Hauptfach gleich (im Magisternebenfach mit entsprechender Reduktion).

Die Belegbögen über den Besuch von Lehrveranstaltungen des Pflicht- und des Wahlpflichtbereichs sind ordnungsgemäß auszufüllen. Die Belegbögen sind Bestandteil des Studienbuches (erhältlich bei der Studentenabteilung der Zentralen Verwaltung, Wilhelmstraße 11) und bei der Anmeldung zur Abschlußprüfung vorzulegen.

Die Anmeldung zur Abschlußprüfung soll so rechtzeitig erfolgen, daß die Regelstudienzeit eingehalten werden kann. Die Anmeldung zum Staatsexamen erfolgt beim Oberschulamt, zur Magisterprüfung im Haupt- oder Nebenfach Philosophie beim Dekanat der Fakultät für Philosophie und Geschichte, Geschäftsstelle Philosophie.

Studierende, die nach dem BAföG gefördert werden, sollten sich rechtzeitig beim Amt für Ausbildungsförderung des Studentenwerks Tübingen über die Höchstdauer der Förderung informieren, da diese nicht unbedingt mit der Regelstudienzeit übereinstimmt. Während der Förderung sollten sie außerdem darauf achten, rechtzeitig die notwendigen fachspezifischen Leistungsnachweise einzuholen.

Über die Förderungshöchstdauer hinaus wird eine Ausbildungsförderung infolge einer Mitwirkung in gesetzlich vorgesehenen Gremien und satzungsmäßigen Organen der Universität sowie in denen der Selbstverwaltung der Studierenden gewährt. Einer Verlängerung der Regelstudienzeit um sechs Monate kann in solchen Fällen auf Antrag, der im Dekanat zu stellen ist, stattgegeben werden.

Alle drei Studiengänge (Magister-, Bakkalaureats- und Lehramtsstudiengang) sind an eine Orientierungsprüfung gebunden. Die Orientierungsprüfung wird bei einer Dreifächerkombination (Hauptfach und zwei Nebenfächer) nur im Hauptfach bzw. in einer Zweifächerkombination nur im 1. Hauptfach abgeschlossen.

Aufgrund der Bedeutung der Orientierungsprüfung für alle drei Studiengänge ist im Folgenden der gesamte Wortlaut der Orientierungsprüfung für das Fach Philosophie hier aufgeführt. Nähere Erläuterungen zu hier erwähnten Typen von Lehrveranstaltungen finden Sie in den darauffolgenden Teilen dieses Studienplanes.

Orientierungsprüfung im Fach Philosophie [Ergänzung zur Zwischenprüfungsordnung]

(1) Die Orientierungsprüfung ist bis zum Ende des zweiten Semesters abzulegen.

(2) Ist Philosophie erstes Hauptfach oder Hauptfach in einer Dreifächerkombination (Hauptfach und zwei Nebenfächer), dann sind als Prüfungsleistung zwei benotete Proseminarscheine aus den Veranstaltungsarten »Übung zur Logik«, »Zweisemestriger Interpretationskurs« oder »Historisch und/oder systematische Einführung in ein philosophisches Fachgebiet (Disziplin)« vorzulegen.
Ist Philosophie zweites Hauptfach und wird Philosophie als Prüfungsfach in der Orientierungsprüfung gewählt, dann ist als Prüfungsleistung ein benoteter Proseminarschein aus den Veranstaltungsarten »Übung zur Logik«, »Zweisemestriger Interpretationskurs« oder »Historisch und/oder systematische Einführung in ein philosophisches Fachgebiet (Disziplin)« vorzulegen. Die zweite Prüfungsleistung muß im ersten Hauptfach erbracht werden.
Ist Philosophie Nebenfach und wird Philosophie als Prüfungsfach in der Orientierungsprüfung gewählt, dann ist als Prüfungsleistung ein benoteter Proseminarschein aus den Veranstaltungsarten »Übung zur Logik« oder »Historisch und/oder systematische Einführung in ein philosophisches Fachgebiet (Disziplin)« vorzulegen. Die zweite Prüfungsleistung muß im Hauptfach erbracht werden.

(3) Diese Prüfungsleistungen können einmal im darauffolgenden Semester wiederholt werden. Wer diese Prüfungsleistungen nicht spätestens bis zum Ende des dritten Semesters erfolgreich abgelegt hat, verliert den Prüfungsanspruch, es sei denn, die Fristüberschreitung ist vom Studierenden nicht zu vertreten.
Für Studierende, die mit einem Kind unter 3 Jahre, für das ihnen die Personensorge zusteht, im selben Haushalt leben und es überwiegend allein versorgen, kann die Frist um bis zu zwei Semester verlängert werden. Diese Berechtigung erlischt mit dem Ablauf des Semesters, in dem diese Voraussetzungen entfallen. Die Berechtigung erlischt spätestens mit Ablauf des Semesters, in dem das Kind sein 3. Lebensjahr vollendet hat. Der Studierende hat die entsprechenden Nachweise zu führen; er ist verpflichtet, Änderungen in den Voraussetzungen unverzüglich mitzuteilen.
Für Studierende, die wegen länger andauernder Krankheit oder wegen länger andauernder oder ständiger körperlicher Behinderung nicht in der Lage sind, die Lehrveranstaltungen regelmäßig zu besuchen oder die erwarteten Studienleistungen zu erbringen, kann die Frist um bis zu zwei Semester verlängert werden. Der Studierende hat insbesondere ärztliche Atteste vorzulegen; die Universität kann in Zweifelsfällen die Vorlage eines Attestes eines von ihr benannten Arztes oder eines Amtsarztes verlangen. Über Fristverlängerungen entscheidet der Prüfungsausschuß auf schriftlichen Antrag.

(4) Der Studierende erhält auf schriftlichen Antrag eine Bescheinigung.

Die Orientierungsprüfung wird bei demjenigen Prüfungsamt abgelegt, das in einer Dreifächerkombination für das Hauptfach zuständig ist bzw. in einer Zweifächerkombination für das 1. Hauptfach.
Die Vorlage der Leistungsnachweise zur Ablegung der Orientierungsprüfung im Fach Philosophie erfolgt beim Fakultäts- und Seminarassistenten, Raum 214, dienstags 10 bis 12 Uhr.

Die Ablegung im Wintersemester kann erfolgen vom 1. Oktober bis 31. März, im Sommersemester vom 1. April bis 30. September.

F. Fächerkombination

  1. Staatsexamen
    Philosophie/Ethik als Staatsexamensstudiengang (Lehramt an Gymnasien) kann in Baden-Württemberg und somit auch in Tübingen als Hauptfach in Verbindung mit Deutsch, Englisch, Französisch oder Mathematik als weiterem Hauptfach gewählt werden.
    Das Staatsexamen besteht aus einer wissenschaftlichen Arbeit (Zulassungsar- beit, wenn Philosophie/Ethik 1. Hauptfach ist) in einem der gewählten Hauptfächer sowie aus einer vierstündigen Klausur und einer mündlichen Prüfung von ca. 70 Minuten Dauer (siehe hierzu das »Gesetzblatt für Baden Württemberg 2001/Nr. 6, im Sekretariat des Philosophischen Seminars erhältlich).

  2. Magisterprüfung
    Die Magisterprüfung mit Philosophie als Hauptfach kann zusammen mit einem zweiten Hauptfach oder zusammen mit zwei Nebenfächern abgelegt werden. Als zweites Hauptfach bzw. als Nebenfächer können grundsätzlich alle Fächer gewählt werden (zur Differenzierung vgl. Abschnitt E, 2. Absatz). Die Magisterprüfung im ersten Hauptfach besteht aus einer Magisterarbeit, in der die Fähigkeit zu eigenständigem wissenschaftlichen Arbeiten gezeigt werden soll, aus einer Klausur und einer mündlichen Prüfung. Im zweiten Hauptfach bzw. in den Nebenfächern müssen eine Klausur geschrieben und eine mündliche Prüfung abgelegt werden. Die Magisterarbeit kann auch als arbeitsteilige Gemeinschaftsarbeit angefertigt werden (für die genaueren Bestimmungen hierzu vgl. § 13 der Magisterprüfungsordnung). Für die Voraussetzungen, die zur Prüfungsanmeldung erfüllt sein müssen, und für weitere Einzelheiten ist die Magisterprüfungsordnung zu Rate zu ziehen.

  3. Bakkalaureatsprüfung
    Aufgrund des ganz anders gearteten, weitgehend modularen Aufbaus des Bakkalaureatsstudiengangs (Noten von bestimmten Leistungsnachweisen, die während des Studiums erworben wurden, gehen als Bestandteil in die Endnote ein) sei hierzu auf die Bakkalaureatsprüfungsordnung verwiesen (erhältlich im Sekretariat des Philosophischen Seminars).

G. Sprachliche Voraussetzungen

  1. Studienziel Staatsexamen Philosophie/Ethik
    Nachzuweisen ist das Latinum oder das Graecum. Soweit diese Kenntnisse nicht durch das Reifezeugnis nachgewiesen sind, kann der Nachweis bis spätestens zum Zeitpunkt der Zwischenprüfung erbracht werden. Kurse zum Erwerb des Latinums führt das Philologische Seminar durch, Graecum-Kurse bieten das Philologische Seminar und die Evangelisch-Theologische Fakultät an.

  2. Studienziel Magisterprüfung
    Jeder Bewerber, jede Bewerberin muß über gute rezeptive Kenntnis mindestens zweier Fremdsprachen (alter und neuer) verfügen. Das Latinum oder das Graecum ist spätestens bis zur Zwischenprüfung nachzuweisen, und zwar sowohl, wenn Philosophie als Hauptfach, als auch, wenn Philosophie als Nebenfach gewählt wurde. Ausländische Bewerber und Bewerberinnen müssen ausreichende deutsche Sprachkenntnisse besitzen und dies nachweisen. Von jedem Studierenden wird die Beherrschung der englischen Sprache erwartet. Die Kenntnis einer zweiten modernen Fremdsprache - in der Regel des Französischen, Italienischen oder Spanischen - ist höchst zweckmäßig.

  3. Studienziel Bakkalaureatsprüfung
    Für die Bakkalaureatsprüfung müssen gute Kenntnisse mindestens zweier Fremdsprachen (alter oder neuer), nachgewiesen werden (durch Abiturzeugnis oder entsprechende Dokumente). Bei den neuen Fremdsprachen sollte es sich in der Regel um Englisch oder Französisch handeln.
    Wie schon in Abschnitt E bemerkt, wird eine Verlängerung der Studienzeit wegen des Erwerbs erforderlicher Sprachkenntnisse bis zu zwei Semestern nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet, soweit Leistungsnachweise darüber, daß die Sprachkenntnisse während der Studienzeit erworben wurden, beigebracht werden. Dies gilt nicht für die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch, deren Kenntnisse schon vor Studienbeginn erworben werden müssen. Für den Erwerb von Lateinkenntnissen wird nur eine Fristverlängerung von einem Semester gewährt. Eine Verlängerung der Förderungshöchstdauer nach dem BAföG ist mit solchen Fristverlängerungen nicht verbunden.

H. Lehrveranstaltungen

Während des Philosophiestudiums werden verschiedene Arten von Lehrveranstaltungen angeboten, und zwar solche, die für alle Semester, andere, die für das Grundstudium oder auch nur für das erste Semester, wieder andere, die für das Hauptstudium, und schließlich solche, die für Fortgeschrittene und Promovenden konzipiert sind.

Speziell für solche, die das Studium der Philosophie beginnen, werden zwei Veranstaltungen angeboten, deren Besuch zwar nicht verpflichtend ist, aber dringend empfohlen wird: Einführung in das Studium der Philosophie und Lektürekurs für Erst- und Zweitsemester (Proseminar, ausschließlich reserviert für Erst- und Zweitsemester; »Proseminar« siehe unten). Die »Einführunsveranstaltung« dient der umfassenden Grundorientierung im Philosophiestudium. Sie ist reserviert für Erst- und Zweitsemester. Aufgabe der Veranstaltung ist es, Kenntnisse zum Studienablauf und zur Studienorganisation zu vermitteln, grundlegende Literatur bekannt zu machen, im Rahmen eines Tutoriums (Begleitveranstaltung) eine Anleitung zu wissenschaftlichem Arbeiten zu geben, vor allem jedoch in geschichtlich wie systematisch bedeutsame Grundprobleme philosophischen Denkens einzuführen. Der »Lektürekurs für Erst- und Zweitsemester« macht mit wichtigen klassischen Texten vertraut und gibt Anleitung für ihre Interpretation und ihren Bezug zu aktuellen philosophischen Diskussionen.

Für Studierende aller Semester sind in der Regel Vorlesungen geeignet sowie sogenannte »Übungen«, die der Dozent bzw. die Dozentin zusätzlich zur Vorlesung anbietet.

Vorlesungen geben in der Regel einen Überblick über eine Epoche der Philosophiegeschichte oder das Werk eines Philosophen bzw. einer Philosophin oder über einen philosophischen Sachbereich sowie über den entsprechenden Forschungsstand. Für die Teilnahme sind keine Formalitäten erforderlich. Allerdings können durch den Vorlesungsbesuch auch keine Scheine erworben werden. Es ist sinnvoll und erwünscht, daß die Studierenden sich nicht mit dem Anhören und Nachschreiben der Vorlesung begnügen, sondern sich zur Vorbereitung und Vertiefung mit den besprochenen Texten und mit der herangezogenen Literatur vertraut machen. Empfehlungen dazu geben die Lehrenden in der Vorlesung selbst, vorab aber auch schon in den »Kommentierten Veranstaltungsverzeichnis«, die einige Wochen vor Semesterbeginn in der Burse erworben werden können.

Die zu einer Vorlesung angebotenen Übungen sollen den Studierenden Gelegenheit geben, sich eingehender mit Texten und Problemen zu befassen und sich darüber mündlich oder schriftlich auszusprechen.

Während Übungen von den Lehrenden selbst angeleitet werden, werden Tutorien von erfahrenen Studierenden höherer Semester im Auftrag durchgeführt. Sie haben wie jene die Aufgabe, die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu vertiefen und den Austausch darüber anzuregen. So bieten Tutorien ein Übungsfeld für Diskussionen in kleinem Kreis.

Proseminare sind in der Regel Studierenden im Grundstudium vorbehalten, in denen sie in das wissenschaftliche Arbeiten und in begrenzte Sachbereiche eingeführt werden. Der erfolgreiche Besuch eines Proseminars wird durch einen mit ausreichend oder besser benoteten Schein attestiert. Gegenstand der Benotung ist die Eigenarbeit an speziellen Themen, die in unterschiedlicher, zuvor vom Veranstalter in dem »Kommentierten Veranstaltungsverzeichnis« angegebenen Form geschieht: entweder als schriftliche Hausarbeit (Regelfall), Klausur, Referat oder Prüfungsgespräch.

Eine für das Philosophiestudium in Tübingen besondere Proseminarform verdient eigens hervorgehoben zu werden: der Zweisemestrige Interpretationskurs. Dieser Kurs hat vor allem die Aufgabe, mit klassischen Texten der Philosophie sowie den Möglichkeiten und Problemen ihrer Interpretation vertraut zu machen. Der Interpretationskurs ist dann erfolgreich absolviert, wenn zwei mindestens mit ausreichend bewertete Prüfungsleistungen erbracht werden (in der Regel Hausarbeit bzw. schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Klausur). Eine Hausarbeit kann durch zwei Essays von jeweils halbem Umfang ersetzt werden. Der Seminarleiter bzw. die Seminarleiterin gibt zu Beginn der Veranstaltung die für die Beteiligten verbindliche Regelung bekannt.

Es wird dringend empfohlen, die in einem Pro-, Haupt- oder Oberseminar angefertigten Arbeiten in der Sprechstunde des oder der Lehrenden zu besprechen. Für die fruchtbare und erfolgreiche Mitarbeit in einem Seminar - gleichgültig, ob Pro-, Haupt- oder Oberseminar - ist sowohl die Vorarbeit als auch die Nacharbeit von großer Bedeutung. Das »Kommentierte Veranstaltungsverzeichnis« enthält in der Regel Hinweise für die Vorbereitung auf das jeweiligen Seminare.

Hauptseminare werden Studierenden im Hauptstudium angeboten. Ihr Ziel ist deren Anleitung zu selbständigem wissenschaftlichen Arbeiten. Voraussetzung für die Aufnahme in Hauptseminare ist in der Regel die bestandene Zwischenprüfung (Ausnahmen von der Regel kann der Seminarleiter zulassen). Auch hier können Leistungsnachweise durch die Vorlage einer Hausarbeit oder eines schriftlich ausgearbeiteten Referates oder durch eine Klausur bzw. ein Prüfungsgespräch erbracht werden.

In den Oberseminaren und den Kolloquien (für Fortgeschrittene und Doktoranden bzw. Doktorandinnen) werden Probleme der Forschung intensiver und detaillierter behandelt, als dies in Hauptseminaren im allgemeinen möglich ist. Es können hier auch Ergebnisse von Forschungen der Teilnehmenden (Magisterarbeit, Dissertation) besprochen werden. Die Teilnahme ist nur nach Rücksprache mit dem Seminarleiter bzw. der Seminarleiterin möglich. Arbeitskreise widmen sich über mehrere Semester hinweg einer speziellen Thematik. Autonome Seminare unterliegen studentischer Initiative und Leitung. In Zusammenarbeit mit einer Dozentin oder einem Dozenten kann in solchen Seminaren im Grund- und im Hauptstudium je ein Schein erworben werden.

I. Die eigene Arbeit

Der Besuch von Lehrveranstaltungen nimmt im Studium nur den kleineren Teil der notwendigen Arbeitszeit in Anspruch. Einen größeren Zeitaufwand hingegen erfordert eigenständige Arbeit im Zusammenhang mit Lehrveranstaltungen oder auch unabhängig von ihnen. Davon sollte der Umstand nicht ablenken, daß auch die Prüfungsordnungen nur eine relativ kleine Zahl von Vorlesungen und Seminaren förmlich zu Pflichtveranstaltungen machen und nur der erfolgreiche Besuch von Seminaren bei der Meldung zur Abschlußprüfung durch Scheine nachgewiesen werden muß.

Ein normales Studium verlangt einen ähnlich hohen Zeit- und Arbeitsaufwand wie eine Berufstätigkeit. Die veranstaltungsfreie Zeit (Semesterferien) ist also nicht nur Freizeit, sondern Teil der Studienzeit, in der Vorlesungen nachgearbeitet und die Pro-, Haupt- und Oberseminare sowie Prüfungen vorbereitet werden sollen.

Die eigenverantwortliche Arbeitsgestaltung kann allerdings Probleme mit sich bringen. Um sie zu entschärfen, ist es hilfreich, einen individuellen Studienplan aufzustellen. Er soll die Anforderungen der Prüfungsordnungen in zwei bzw. drei Fächern mit den eigenen Fähigkeiten und Interessen in Einklang bringen.

Der individuelle Studienplan soll die Anforderungen der Prüfungsordnungen so auf die verschiedenen Semester des Gesamtstudiums verteilen, daß keine Überlastung eintritt. Dabei sind folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen:
a) Besuch von Vorlesungen und Seminaren des Pflichtbereichs;
b) Erwerb und Vertiefung von Sprachkenntnissen;
c) der Erwerb von Überblickswissen und Spezialkenntnissen.

Bei der individuellen Studienplanung für die einzelnen Semester ist zu berücksichtigen, daß die verschiedenen Lehrveranstaltungen ein unterschiedliches Maß an eigener Arbeit verlangen. Bei Vorlesungen genügt es im allgemeinen, wenn während der Vorlesungszeit so viel Zeit für Vorbereitung und Nacharbeit aufgewandt wird, wie das Hören selbst in Anspruch nimmt. Eine zweistündige Vorlesung belastet das wöchentliche Zeitbudget also mit insgesamt vier Stunden. Übungen zu einer Vorlesung beanspruchen die doppelte bis dreifache Zeit, Seminare die vier- bis sechsfache.

Hausarbeiten und schriftlich ausgearbeitete Referate des Grundstudiums sollten bis zum Wiederbeginn der Vorlesungen eingereicht werden. Sie sollten im Grundstudium 10 bis 15 Seiten, im Hauptstudium 15 bis 25 Seiten umfassen und 15 bzw. 25 Seiten nicht überschreiten. Dabei ist von 2000 Anschlägen pro Seite auszugehen.

Sinnvolles Studium und sinnvolle Studienplangestaltung werden durch die In-anspruchnahme der Studienberatung sehr erleichtert. Am Philosophischem Seminar liegt die Studienberatung in der Hand des Fakultäts- und Seminarassistenten. Aber auch der Studiendekan, alle Lehrenden sowie Vertreter und Vertreterinnen der studentischen Fachschaft stehen zur Beratung zur Verfügung. Die Beratungszeiten des Fakultäts- und Seminarassistenten sind an der Tür des Zimmers 214 angeschlagen, die Sprechstunden der übrigen Lehrenden entnehme man den Angaben am »Schwarzen Brett«.

K. Prüfungen und Prüfungsvoraussetzungen

Sowohl im Magister-, im Lehramtsstudiengang Philosophie/Ethik und im Bakkalaureatsstudiengang wird das Grundstudium durch die Zwischenprüfung abgeschlossen. Das Hauptstudium wird im Magisterstudiengang durch die Magisterprüfung, im Lehramtsstudiengang durch das Staatsexamen und im Bakkalaureat durch eine mündliche Bakkalaureatsprüfung abgeschlossen. Anforderungen und Verlauf der Zwischenprüfung und der Abschlußprüfungen sind durch Prüfungsordnungen genau geregelt (alle Prüfungsordnungen sind im Sekretariat des Philosophischen Seminars erhältlich). Es empfiehlt sich, diese möglichst früh zur Kenntnis zu nehmen und Unklarheiten im Gespräch mit dem Studienberater (Fakultäts- und Seminassistent), zu klären. Im folgenden wird eine kurze Übersicht über die wichtigsten Bestimmungen und ihre Handhabung gegeben.

1. Zwischenprüfung

Außer durch die Anforderungen im Bereich der Fremdsprachen (im Bakkalaureatsstudiengang wird keine »alte« Sprache verlangt) und den Stundenbelegen (im Bakkalaureatsstudiengang wird nur ein Stundenbeleg von 74 Semesterwochenstunden am Ende des Studiums verlangt) unterscheiden sich die Bedingungen der Zwischenprüfung im Fach Philosophie für das Staatsexamen, für den Magisterabschluß (Hauptfach) und den Bakkalaureatsabschluß nicht. Die Zwischenprüfung schließt das Grundstudium ab. Sie soll in der Regel bis zum Ende des 4. Fachsemesters und muß bis zum Ende des 6. Fachsemesters abgeschlossen sein (zu Verlängerungsmöglichkeiten siehe die Bemerkungen in Abschnitt E). Teil der Zwischenprüfung ist die oben ausführlich dargestellte Orientierungsprüfung. Die Anforderungen der Zwischenprüfung gelten als erfüllt, wenn die Belegung der Veranstaltungen des Pflicht- und des Wahlpflichtbereichs nachgewiesen ist und die erforderlichen Proseminarscheine vorgelegt sind. - Zu den Leistungsanforderungen im einzelnen:

a ) Philosophie als Hauptfach: Das Grundstudium gliedert sich in einen Pflichtbereich, der 16 Semesterwochenstunden und einen Wahlpflichtbereich, der 14 Semesterwochenstunden umfaßt, so daß für das Grundstudium insgesamt (auf vier Semester verteilt) 30 Semesterwochenstunden als Mindeststundenzahl festgesetzt sind (gilt, wie oben erwähnt, nicht für den Bakkalaureatsstudiengang). Der Pflichtbereich umfaßt vier Vorlesungen und vier Proseminare. Von den weiter unten aufgezählten Proseminaren sind die ersten drei mit qualifiziertem (d.h. mindestens mit ausreichend benoteten) Schein zu erwerben, und zwar aufgrund einer schriftlichen Seminararbeit (Referat, Hausarbeit oder Klausur) oder aufgrund einer mündlichen Prüfung. Mindestens eine Seminararbeit ist in Form einer Hausarbeit vorzulegen. Es handelt sich um folgende Proseminare:

  1. Übung zur Logik;
  2. zweisemestriger Interpretationskurs (zu den Ausführungsbestimmungen siehe Abschnitt H zum Stichwort "Proseminar");
  3. historische und/oder systematische Einführung in ein philosophisches Fachgebiet (Disziplin);
  4. ein weiteres Proseminar nach freier Wahl mit Teilnahmeschein (unbenotet).

Unter diesen vier Proseminaren muß mindestens ein Proseminar aus der antiken und ein Proseminar aus der neuzeitlichen Philosophie sein. Entsprechende Seminarscheine, die an anderen Universitäten erworben wurden, werden anerkannt.

Was die genannten vier Vorlesungen des Pflichtbereichs betrifft, so ist je eine mindestens zweistündige Grundvorlesung aus den folgenden vier Gruppen zu belegen:

1. Theoretische Philosophie:
Erkenntnistheorie
oder Wissenschaftstheorie
oder Ontologie
oder Sprachphilosophie
oder Ästhetik bzw. Kunstphilosophie

2. Praktische Philosophie:
Ethik
oder Sozialphilosophie
oder Politische Theorie
oder Rechts- und Staatsphilosophie
oder Geschichtsphilosophie
oder Religionsphilosophie
oder Philosophische Anthropologie

3. Geschichte der Philosophie

4. Allgemeine Einführung in die Philosophie oder Philosophie der Gegenwart

Die 14 Semesterwochenstunden des Wahlpflichtbereichs können nach eigenem Interesse frei ausgewählt werden. In Ausnahmefällen können nach Rücksprache mit dem Seminarleiter bzw. der Seminarleiterin während des Grundstudiums auch schon Hauptseminare besucht werden. Dort erworbene Scheine werden auf die Erfordernisse zur Zwischenprüfung angerechnet, können dann aber im Hauptstudium keine Verwendung mehr finden.

b) Philosophie als Nebenfach (gibt es nur als Magisternebenfach)

Auch hier gliedert sich das Grundstudium in einen Pflichtbereich, der aber nur 6 Semesterwochenstunden, und einen Wahlpflichtbereich, der 10 Semesterwochenstunden umfaßt, so daß für das Grundstudium insgesamt (auf vier Semester nach freier Wahl verteilt) 16 (die Prüfungsordnung spricht von 15 Semesterwochenstunden, die als Mindestzahl festgesetzt sind). Der Pflichtbereich umfaßt drei Proseminare, wovon die weiter unten genannten ersten beiden mit qualifiziertem Schein absolviert werden müssen, und zwar aufgrund einer schriftlichen Arbeit oder aufgrund einer mündlichen Prüfung. Mindestens eine Seminararbeit ist in schriftlicher Form (Referat, Hausarbeit oder Klausur) abzuleisten. Es handelt sich um folgende Proseminare:

  1. Übung zur Logik;
  2. historische und/oder systematische Einführung in ein philosophisches Fachgebiet (Disziplin);
  3. ein weiteres Proseminar nach freier Wahl mit Teilnahmeschein (unbenotet).
2. Die Abschlußprüfung

Das Hauptstudium der Philosophie wird im Lehramtsstudiengang mit dem Staatsexamen, im Magisterstudiengang mit der Magisterprüfung und im Bakkalaureatsstudiengang durch eine mündliche Prüfung abgeschlossen. Die Abschlußprüfung soll in der Regelstudienzeit von neun - beim Bakkalaurest von sechs - Semestern abgelegt werden. Der Antrag auf Zulassung zur Abschlußprüfung kann gestellt werden, sobald die erforderlichen Voraussetzungen und Studienleistungen nachgewiesen werden können. Hierzu sind die Bestimmungen der entsprechenden Prüfungsordnungen zu beachten. Für die Meldung zum Staatsexamen setzt das Oberschulamt zweimal im Jahr bestimmte Fristen; sie sind am »Schwarzen Brett« angeschlagen. Die Prüfungsleistungen bestehen im Magisterstudiengang und im Staatsexamensstudiengang aus einer schriftlichen Hausarbeit bzw. Zulassungsarbeit im ersten Hauptfach sowie aus je einer schriftlichen und mündlichen Prüfung in allen gewählten Fächern. Die Zulassungsarbeit zum Staatsexamen bzw. die Magisterarbeit ist grundsätzlich als erste Prüfungsleistung zu erbringen. Die weiteren Prüfungen beginnen erst nach Abschluß des Begutachtungsverfahrens für die Zulassungsarbeit bzw. die Magisterarbeit. Die Reihenfolge der Prüfungsfächer ist beliebig. Innerhalb des einzelnen Fachs findet jedoch die Klausur vor der mündlichen Prüfung statt.

Durch die Zulassungs- bzw. die Magisterarbeit sollen die Bewerber und Bewerberinnen zeigen, daß sie einen Gegenstand ihres Hauptfachs mit wissenschaftlichen Methoden selbständig bearbeiten und die Ergebnisse klar darstellen können. Das Thema wird von einem Professor oder Privatdozenten bzw. einer Professorin oder Privatdozentin nach Absprache mit dem Bewerber bzw. der Bewerberin gestellt und muß nach einer Bearbeitungszeit von höchstens sechs Monaten eingereicht werden (Zulassungsarbeit im Staatsexamen: vier Monate). Die Arbeit wird von jener Person, die das Thema stellte, und von einem weiteren Berichterstatter bzw. einer weiteren Berichterstatterin begutachtet.

In jedem Haupt- und Nebenfach (Magister) ist eine vierstündige Klausur zu schreiben, bei der von den Fachprüfern jeweils drei Aufgaben zur Wahl gestellt werden. Dabei werden die von den Bewerbern und Bewerberinnen angegebenen Schwerpunkte berücksichtigt, die jedoch nicht mit dem thematischen Schwerpunkt der Abschlußarbeit identisch sein dürfen. Die Klausuren werden von zwei Fachprüfern bzw. -prüferinnen bewertet.

In jedem Fach (Magister) ist eine mündliche Prüfung abzulegen (Hauptfach ca. 60 Minuten, Nebenfach ca. 30 Minuten). In der mündlichen Prüfung werden die von den Bewerbern und Bewerberinnen angegebenen Schwerpunktgebiete berücksichtigt, die sich jedoch nicht mit den thematischen Bereichen der Abschlußarbeit und der Klausur des betreffenden Fachs überschneiden dürfen. - Zu den Leistungsanforderungen im einzelnen:

a) Philosophie als Hauptfach (Magister)
Auch das Hauptstudium gliedert sich in einen Pflichtbereich, der 14 Semesterwochenstunden, und einen Wahlpflichtbereich, der 16 Semesterwochenstunden umfaßt, so daß sich auch für das Hauptstudium insgesamt (auf vier Semester nach freier Wahl verteilt) 30 Semesterwochenstunden als Mindeststundenzahl ergeben. Der Pflichtbereich umfaßt vier Hauptseminare und drei Vorlesungen. Drei der vier Hauptseminare müssen erfolgreich abgeschlossen werden (d.h. drei mindestens mit »ausreichend« benotete Scheine), und zwar aufgrund einer schriftlichen Arbeit (Referat, Hausarbeit oder Klausur) oder aufgrund einer mündlichen Prüfung. Mindestens eine Seminararbeit ist als Hausarbeit vorzulegen. Zwei Hauptseminare sind aus Textseminaren mit sich nicht überschneidender Thematik und zwei aus Seminaren über systematische Disziplinen der Philosophie, davon eines über das Verhältnis Philosophie und Wissenschaften, zu wählen.

Was die drei Vorlesungen des Pflichtbereichs betrifft, so empfiehlt sich ihre Wahl unter Berücksichtigung der fachlichen Schwerpunktbildung. Die Prüfungsordnung für das Staatsexamen ersetzt diese Empfehlung durch die entsprechende Vorschrift. Die 16 Semesterwochenstunden des Wahlpflichtbereichs können eigenen Interessen gemäß belegt werden.

b) Philosophie als Nebenfach (Magister)
Der Pflichtbereich umfaßt hier vier, der Wahlpflichtbereich zwölf, insgesamt also 16 (die Studienordnung spricht von 15 Semesterwochenstunden. Es sind zwei Hauptseminarscheine zu erwerben: ein qualifizierter Schein und ein Teilnahmeschein. Die Veranstaltungen des Wahlpflichtbereichs können nach eigenem Interesse aus dem Lehrangebot frei gewählt werden.

c) Philosophie als Hauptfach (Staatsexamen)
Für den Staatsexamensstudiengang Philosophie/Ethik sei an dieser Stelle auf die Seiten 206 f., 242 f. und 253 f. des »Gesetzblatts für Baden-Württemberg 2001/Nr. 6« (erhältlich im Sekretariat des Philosophischen Seminars) verwiesen. Dort finden sich detaillierte Ausführungen zu den einzelnen Anforderungen.

d) Philosophie als Hauptfach (Bakkalaureat)
Der Bakkalaureatsstudiengang hat im Bereich der Abschlußprüfung einen anderen Charakter als der Magister- oder der Staatsexamensstudiengang. Der Aufbau ist zum größten Teil »modular«, d. h. es gehen Bestandteile der benoteten Leistungsnachweise, die während des Studiums erworben wurden, in die Abschlußnote ein. Dieser studienbegleitende Prüfungsteil besteht aus der Anrechnung von vier in Seminaren erworbenen benoteten Scheinen (zwei Proseminare und zwei Hauptseminare). Die zwei Hauptseminare bestehen aus Textseminaren mit sich nicht überschneidender Thematik. Von diesen Hauptseminarscheinen muß einer durch eine Hausarbeit erworben werden, die mindestens 25 Seiten umfaßt (eine Seite à 2000 Anschläge). Dieser Schein wird doppelt gewichtet. Der mündliche Prüfungsteil, der eigentliche Abschluß des Bakkalaureatsstudiums, besteht aus 60 minütigen Prüfung.

L. Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium, Pädagogisches Begleitstudium und Praxissemester (Lehramt)

Für Studierende mit dem Studienziel des Staatsexamens schließt das für eine Anstellung in Baden-Württemberg geforderte Fachstudium ein Begleitstudium in Pädagogik, ein Ethisch-Philosophisches Grundlagenstudium sowie ein Praxissemester ein. (Die für eine Anstellung in anderen Bundesländern geforderte pädagogische Ausbildung ist beim Akademischen Beratungszentrum der Universität oder direkt bei den entsprechenden Kultusministerien zu erfragen.) Die einzelnen Ausführungen zum Pädagogischen Begleitstudium und zum Ethisch-Philosophischen Grundlagenstudium können dem »Gesetzblatt für Baden-Württemberg 2001/Nr. 6« (erhältlich im Sekretariat des Philosophischen Seminars) entnommen werden.

Zurück zum Seitenanfang

Zurück zur Startseite des Philosophischen Seminars

M. Prüfungsordnungen sowie weitere Informations- und Beratungsmöglichkeiten

Die erwähnten Prüfungsordnungen für das Fach Philosophie in allen drei Studiengängen sind im Sekretariat des Philosophischen Seminars (Zimmer 213) erhältlich.

Das »Kommentierte Veranstaltungsverzeichnis« des Philosophischen Seminars kann vor Beginn eines jeden Semesters bei der Bibliotheksaufsicht erworben werden. Ergänzungen und Änderungen zum »Kommentierten Veranstaltungsverzeichnis« sowie die Sprechstunden der Lehrenden finden sich am »Schwarzen Brett«.

Allgemeine Studien- und Berufsberatung
Akademisches Beratungszentrum der Universität Tübingen
Wilhelmstraße 11, 72074 Tübingen,
Tel. 07071 / 297 7729 oder 297 2555
Berufsberatung für Studierende
Wilhelmstraße 11, 72074 Tübingen

Sekretariat des Philosophischen Seminars
Frau Uschi Wiedmaier
Bursagasse 1, 72070 Tübingen
Tel. 07071 / 297 2405
Zimmer 213

Fachbezogene Studienberatung:
Fakultäts- und Seminarassistent Dietmar Koch
Dekanat der Fakultät für Philosophie und Geschichte
Geschäftsstelle Philosophie
Bursagasse 1, 72070 Tübingen
Tel. 07071 / 297 6852
Zimmer 214
Sprechzeiten: siehe Aushang

Spezielle Studienberatungen für Anfänger und Anfängerinnen finden zu Beginn der Vorlesungszeit durch den Fakultäts- und Seminarassistenten sowie durch die studentische Fachschaft statt (z.B. im Rahmen eines AnfängerInnen-Cafés oder eines AnfängerInnen-Wochenendes, etc.). Ort und Zeit werden rechtzeitig durch Aushang am »Schwarzen Brett« oder im Eingangsbereich der Burse bekannt gemacht.

Prüfungsangelegenheiten:
Für die Abwicklung der universitären Prüfungsangelegenheiten (alle Prüfungsangelegenheiten außer dem Staatsexamensstudiengang Philosophie/Ethik) ist das Dekanat der Fakultät für Philosophie und Geschichte (Fakultäts- und Seminarassistent Herr Dietmar Koch) zuständig, für die Anmeldung zum Staatsexamen und seine Abwicklung das Prüfungsamt des Oberschulamtes: Landeslehrerprüfungsamt

Außenstelle beim Oberschulamt Tübingen
Postfach 2160, 72011 Tübingen
Dienstgebäude: Keplerstraße 2

Die Anerkennung von anderen, zum Beispiel an ausländischen Universitäten erbrachten Prüfungsleistungen obliegt in Zweifelsfällen dem Magisterprüfungsausschuß, dessen Vorsitz der jeweilige Dekan bzw. Prodekan innehat. Anträge sind in diesen und anderen Angelegenheiten nach Rücksprache mit dem Fakultäts- und Seminarassistenten an den Dekan zu richten.

Für die Ausbildungsförderung nach BAföG ist das Amt für Ausbildungsförderung beim Studentenwerk Tübingen, AöR, zuständig:
Karlstraße 11, 72072 Tübingen

Dieser Studienplan ist ab 1. 10. 1996 gültig. (5. überarbeitete Auflage)