Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Aktuelle Studienprojekte

 

Ankündigung für das Studienprojekt WiSe 2018/19 – WiSe 2019/20

Monique Scheer, Jan Hinrichsen: Gutes Zusammen Leben
(WiSe 2018/19 – WiSe 2019/20)

Worin besteht ein ‚gutes Leben‘? Wer bestimmt, wie ein gutes Leben zu führen ist? Und vor allem: wie und unter welchen Bedingungen kann es von wem gelebt werden?
Das Streben nach persönlichem Glück, Erfüllung, Zufriedenheit, Gesundheit und Unversehrtheit, aber auch nach kollektiver Gerechtigkeit, Formen des guten Zusammenlebens, einem verantwortungsvollen und verantwortbaren Leben scheinen eine ‚conditio sine qua non’ menschlicher Existenz zu sein. Aber: muss man gut leben, um ein gutes Leben zu haben und ist Glück der Schlüssel dazu? Ist ein Glücksempfinden die Voraussetzung für ein Glücklichsein? Ein gutes Leben kann bedeuten, sich regelmäßig angenehme Empfindungen und Erfahrungen zu verschaffen Ein ‚gutes Leben’ kann aber ebenso und gleichzeitig bedeuten, danach zu streben, ein ‚guter Mensch’ zu sein, d.h. ‚richtig‘, ‚verantwortungsvoll’, ‚bewusst’ zu leben. Dann wird das alltägliche Leben zur moralischen Frage und zum Ort der ethischen Reflexion über die Grundsätze des Zusammenlebens.
Damit ist das ‚gute Leben’ stets auch eingebunden in Kontroversen und Machtkämpfe auf lokaler wie globaler EbeneDarf wirklich „jeder nach seiner Façon selig werden“? Welche Ideen gibt es, verschiedene Vorstellungen vom guten Leben nebeneinander und miteinander existieren zu lassen?
Das Studienprojekt positioniert sich im Schnittfeld der kulturwissenschaftlichen Emotions- und Moralforschung und beschäftigt sich mit theoretischen Debatten um die anthropology of the good life, anthropology of ethics und Moralsoziologie sowie der Lektüre von einschlägigen ethnografischen Studien. Diese sollen mit Konzepten zum Gelingen pluralistischer Gesellschaften zusammengedacht werden, etwa mit everyday multiculturalism oder Konvivialität. In eigenen empirischen Studien werden die Studierenden Entwürfen und Verwirklichungen des ‚guten Lebens‘ in Tübingen nachgehen.

Karin Bürkert: Gesammelte Arbeitskultur – Arbeiten mit Sammlungen (WiSe 2017/18 bis WiSe 2018/19)

Wie wurden arbeitende Menschen und deren Arbeitspraxis im 20. Jahrhundert dar- und ausgestellt? Wie lassen sich historische Sammlungsbestände mit gegenwärtigen Tendenzen in der Arbeitswelt in Bezug setzen? Objekte und Darstellungsweisen von Arbeit variieren stark: Immer stehen sie mit technologischen und strukturellen Veränderungsprozessen sowie mit gesellschaftspolitischen Zielen in Verbindung.
In Kooperation mit Museen und Archiven werden im Projekt unterschiedliche Sammlungsbestände zum Thema „Arbeit“ zum Ausgangspunkt der Forschungsarbeit gemacht. Ihre Fotos, Objekte und Dokumente werden zum Sprechen und mit der heutigen Arbeitswelt in Verbindung gebracht. Sie erzählen von Wandel und Technisierung, Geschlechter- und Körpergeschichte, Arbeitspraxis und -alltag, Protesten und Ritualen.
Das Studienprojekt ist als Forschungsvorhaben angelegt. Es nimmt die unterschiedlichen Archive und Sammlungsbestände zum Ausgangspunkt und führt die Ergebnisse öffentlichkeitswirksam in einer Ausstellung und einer Webseite zusammen.