Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Anna Szepesi: Kindstuch-Textilie aus der ungarndeutschen Aussteuer in der Baranya des 20. Jahrhunderts (Arbeitstitel)

Erstbetreuer: Prof. Dr. Reinhard Johler/Tübingen
Zweitbetreuer: Prof. Dr. Gerhard Seewann/ Pécs

Die Untersuchung nähert sich an das Kindstuch, an ein Objekt der repräsentativen Wollgewebe-Textilienkultur des multiethnischen Gebiets Südost-Transdanubiens mit der Methode der Objektbiographie an. Die vom örtlichen Weber angefertigte apotropäische Textilie, die zum Tragen des Nachkommens - der die Kontinuität des Einzelnen und der Gesellschaft repräsentiert – diente, gehörte zur ungarndeutschen Aussteuer.
Zentrale Fragestellungen der Arbeit sind, wie das Ding als Akteur an der Schnittstelle des untersuchten Raum- und Zeit-Intervalls zugegen ist, ob es sich infolge der gesellschaftlichen Wandlungen, in den Vorgängen interkultureller Beziehungen ändert.
Welche Ordnungsvorstellungen, Geschlechterkonfigurationen sind im Kindstuch kodiert, welches ein Textil der Braut-Aussteuer ist, aber welche auch der Sohn, der das Elternhaus verlässt, in seiner Aussteuer erhält. Welche Rolle hat das Kindstuch auf dem Gebiet der Identitätsbildung und Körperlichkeit des Einzelnen, bzw. der Gesellschaft?
Das Quellenmaterial der qualitativen Dinganalyse wird durch die Erinnerungen und Erfahrungen der älteren Personen, ihren lang besessenen Kindstuch Textilien, Familienphotos und archivalische Quellen dargestellt.

Kurzvita

Anna Szepesi M. A., Jg.1961, hat Sprach- und Kunstgeschichte am Eötvös Lóránd Universität in Budapest studiert. Sie betätigt sich auf dem Gebiet der visuellen Künste und Kultur, als Forscherin und Ausstellungskuratorin. Seit 2012 ist ihre Promotion am Ludwig-Uhland Institut für Empirische Kulturwissenschaft im Gange.

Kontakt

anna1999spam prevention@hu.inter.net