Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

06.06.2019

Projektpräsentation Studienprojekt "Gutes Zusammen Leben" im Rahmen des Institutskolloquiums


Donnerstag, 06.06.2019, 18.15 Uhr

INSTITUTSKOLLOQUIUM: Aktuelle Forschungen: (Neue) Themen der Kulturwissenschaft: Bioökonomie - Die große gesellschaftliche Transformation?

ProjektpräsentationLUI-Master-Studienprojekt "Gutes Zusammen Leben" unter der Leitung von Monique Scheer und Jan Hinrichsen
Ort: Ausstellungsraum des LUI

Worin besteht ein ‚gutes Leben‘? Wer bestimmt, wie ein gutes Leben zu führen ist? Und vor allem: wie und unter welchen Bedingungen kann es von wem gelebt werden?
Das Streben nach persönlichem Glück, Erfüllung, Zufriedenheit, Gesundheit und Unversehrtheit, aber auch nach kollektiver Gerechtigkeit, Formen des guten Zusammenlebens, einem verantwortungsvollen und verantwortbaren Leben scheinen eine ‚conditio sine qua non’ menschlicher Existenz zu sein. Aber: muss man gut leben, um ein gutes Leben zu haben und ist Glück der Schlüssel dazu? Ist ein Glücksempfinden die Voraussetzung für ein Glücklichsein? Ein gutes Leben kann bedeuten, sich regelmäßig angenehme Empfindungen und Erfahrungen zu verschaffen Ein ‚gutes Leben’ kann aber ebenso und gleichzeitig bedeuten, danach zu streben, ein ‚guter Mensch’ zu sein, d.h. ‚richtig‘, ‚verantwortungsvoll’, ‚bewusst’ zu leben. Dann wird das alltägliche Leben zur moralischen Frage und zum Ort der ethischen Reflexion über die Grundsätze des Zusammenlebens.
Damit ist das ‚gute Leben’ stets auch eingebunden in Kontroversen und Machtkämpfe auf lokaler wie globaler EbeneDarf wirklich „jeder nach seiner Façon selig werden“? Welche Ideen gibt es, verschiedene Vorstellungen vom guten Leben nebeneinander und miteinander existieren zu lassen?
Das Studienprojekt positioniert sich im Schnittfeld der kulturwissenschaftlichen Emotions- und Moralforschung und beschäftigt sich mit theoretischen Debatten um die anthropology of the good life, anthropology of ethics und Moralsoziologie sowie der Lektüre von einschlägigen ethnografischen Studien. Diese sollen mit Konzepten zum Gelingen pluralistischer Gesellschaften zusammengedacht werden, etwa mit everyday multiculturalism oder Konvivialität. In eigenen empirischen Studien werden die Studierenden Entwürfen und Verwirklichungen des ‚guten Lebens‘ in Tübingen nachgehen.  

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