Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Matthias Klückmann

An/Als was arbeiten Sie?

Kein Mensch ist gleich dem anderen. Wir alle unterscheiden uns auf die eine oder andere Art und Weise. Diese Unterschiede bewusst zu machen und von diesen Unterschieden zu profitieren, sind die Aufgaben eines Diversity Managers/einer Diversity Managerin. Dieses Ziel verfolgt das Diversity Management in Unternehmen - so wie beispielsweise ich -  in Verwaltungen und Institutionen. Diversity oder Vielfalt wird dabei häufig als Zusammentreffen gängiger Aspekte, die Menschen unterscheiden können, verstanden. Zu den sogenannten Kerndimensionen zählen Geschlecht, Nationalität und Ethnizität, Alter, Religion und Weltanschauung, sexuelle Orientierung und Identität, physische und geistige Fähigkeiten sowie soziale Herkunft. Die Arbeit des Diversity Managements reicht von operativen Tätigkeiten wie beispielsweise der Kommunikation zu diesen genannten Themen oder Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen um Diskriminierung zu verhindern und Offenheit in der jeweiligen Organisationskultur zu ermöglichen bis zur strategischen Beratung der jeweiligen Leitungsfunktionen.

Was hat das mit EKW zu tun?

Auf den Punkt bringt es der schwedische Sozialanthropologe Ulf Hannerz mit seiner Feststellung "Diversity is our Business". Das Verstehen unterschiedlicher Perspektiven und Lebenswelten ist eine der grundsätzlichen Intentionen der Empirischen Kulturwissenschaft. Mit diesem Selbstverständnis ist schon die wichtigste Voraussetzung für eine Tätigkeit im Diversity Management gegeben. Denn EKWler beschäftigen sich nicht nur thematisch mit den verschiedensten sozialen Gruppen - sie kennen auch die Mechanismen von Inklusion und Exklusion, die es zu überwinden gilt, damit Vielfalt für alle zu einem Gewinn werden kann. Und nicht zuletzt ist es das Instrumentarium kulturwissenschaftlicher Analyse, das es EKWlerInnen ermöglicht, organisationskulturelle Barrieren für Vielfalt zu erkennen und zu überwinden.