Institut für Erziehungswissenschaft

Bachelor of Arts (B. A.) Erziehungswissenschaft

Der Bachelorstudiengang Erziehungswissenschaft ist ein Einfachstudiengang im Hauptfach Erziehungswissenschaft mit einem für alle Studierenden verbindlichen Grundlagenbereich, Forschungsmethoden und zwei wählbaren Studienschwerpunkten (Sozialpädagogik/Sozialarbeit oder Erwachsenenbildung/Weiterbildung). Hinzu kommen zwei verbindliche Beifächer (Psychologie und Soziologie), ein Wahlpflichtfach sowie der Bereich der überfachlichen Qualifikationen.

Dieser Studiengang wurde zum Ende des Sommersemester 2018 aufgehoben.

Für das Wintersemester 2019/2020 sind daher nur Bewerbungen für das fünfte Fachsemester möglich, für das Sommersemester 2020 dann nur noch für das sechste Fachsemester.
Seit dem Wintersemester 2018/19 wird stattdessen neu der Bachelorstudiengang Erziehungswissenschaft und Soziale Arbeit/Erwachsenenbildung angeboten.

Module und Studienverlauf

Das Bachelorstudium Erziehungswissenschaft ist in 16 Module unterteilt, die folgenden Bereichen zugeordnet sind:

Hauptfach Erziehungswissenschaft

Anzahl Module

Grundlagen der Erziehungswissenschaft, Forschungsmethoden und Studienschwerpunkt inkl. Praktikum 11 Module

Ergänzungsbereich

Anzahl Module

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten 1 Modul
Beifach Psychologie 1 Modul
Beifach Soziologie 1 Modul
Wahlpflichfach 1 Modul
Überfachliche Qualifikationen  

Die Module bestehen in der Regel aus mehreren aufeinander bezogenen Lehrveranstaltungen und sind innerhalb eines Semesters studierbar. Ausgenommen hiervon sind die Module des Ergänzungsbereichs, die über mehrere Semester gestreckt sind.

Bachelorprüfung

Die Bachelorprüfung setzt sich aus den folgenden Prüfungsleistungen zusammen:

1. den Prüfungsleistungen in den Modulen,

2. der Bachelorarbeit.

Berufsperspektiven nach einem Bachelorstudium Erziehungswissenschaft

1. Allgemeines

Die Erziehungswissenschaft hat sich im 20. Jahrhundert als Disziplin an den deutschen Universitäten etabliert und ausdifferenziert. Mit der Einführung des Diplomstudienganges Erziehungswissenschaft Ende der 1960er Jahre erfuhr die Erziehungswissenschaft eine deutliche Festigung und Expansion und ist heute eines der größten sozialwissenschaftlichen Studienfächer. Ihr wissenschaftliches Selbstverständnis ist das einer sozialwissenschaftlichen und (empirisch) forschenden Disziplin. Grundlegend geprägt ist die Erziehungswissenschaft aber auch von einer engen Bezugnahme auf die pädagogische Praxis.

Der Bachelorstudiengang setzt die erfolgreiche Tradition des erziehungswissenschaftlichen Diplomstudiengangs fort und nimmt die Überlegungen der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft zu einem „Kerncurriculum Erziehungswissenschaft“ im Rahmen der vor Ort gegebenen Möglichkeiten auf. Das so konzipierte Studium vermittelt daher sowohl fachwissenschaftliche Kenntnisse als auch praktische Fähigkeiten; es bietet eine Einführung in grundlegende Wissensbestände und Arbeitsweisen der Erziehungswissenschaft und integriert Theorie und Praxis durch eine wissenschaftlich vorbereitete, begleitete und nachbereitete Praxisphase. Die enge Theorie-Praxis-Verzahnung wird außerdem durch ein dichtes Netz an Kooperationsbezügen mit der pädagogischen Praxis und durch ein insgesamt 600 Stunden umfassendes Praktikum gewährleistet. Damit bereitet das Bachelorstudium Erziehungswissenschaft auf berufliche Anforderungen vor, die sich in verschiedenen pädagogischen Berufsfeldern stellen.

2. Handlungsformen und Berufsfelder

Die Handlungsformen und Berufsfelder sollen im Folgenden trotz mancher Überschneidungen insbesondere im Hinblick auf die Handlungsformen getrennt nach den Studienschwerpunkten dargestellt werden.

2.1 Sozialpädagogik/Soziale Arbeit

Sozialpädagogik/Soziale Arbeit umfasst alle Berufsfelder, in denen Hilfe und Unterstützung für Menschen bei der Bewältigung belasteter Lebenssituationen und Lebenslagen bereitgestellt werden. Dies gilt sowohl für die Gestaltung von Erziehungs- und Bildungsverläufen wie für weitere soziale Problemstellungen der alltäglichen Lebensführung. Weil sich gesellschaftliche Lebensverhältnisse gewandelt und sich soziale Problemstellungen in den vergangenen Jahrzehnten ausdifferenziert haben, wurden die sozialstaatlichen Hilfen in vielen Bereichen ausgebaut. Dabei hat sich auch das professionelle Hilfe- und Unterstützungssystem der Sozialpädagogik/Sozialen Arbeit stark ausgeweitet und in seinen Berufs- und Arbeitsfeldern deutlich diversifiziert. Im Kern handelt es sich um öffentlich organisierte personenbezogene Dienstleistungen, in denen Bildung und Qualifikation, psychosoziale Versorgung und Beratung, sozialpädagogische Begleitung und Betreuung für Menschen aller Altersgruppen erbracht werden. Als Hilfe und Unterstützung bei der Lebensbewältigung umfasst das Berufsfeld der Sozialpädagogik/Sozialen Arbeit Adressat_innen aller Lebensalter: Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld. Beispielhaft werden im Folgenden einige Tätigkeitsfelder mit ihren Einrichtungen aufgelistet und diesen drei Altersgruppen zugeordnet.

Kinder und ihr soziales Umfeld · Kindertageseinrichtungen

· Familienbildung/Familienzentren

· Familien- Erziehungsberatung

· Jugendamt (Allgemeiner Sozialer Dienst)

· Sozialpädagogische Familienhilfe

Jugendliche und ihr soziales Umfeld

· Offene und verbandliche Kinder- und Jugendarbeit

· Schulbezogene Jugendarbeit / Schulsozialarbeit

· Jugendsozialarbeit / arbeitsweltbezogene Jugendarbeit

· Jugendgerichtshilfe/Straffälligenhilfe

· Heimerziehung / Betreutes Jugendwohnen

· Jugendberatung

Erwachsene und ihr soziales Umfeld

· Familien- und Erziehungsberatung

· Suchtberatung / Drogenberatung

· Schuldnerberatung

· Sozialpsychiatrischer Dienst

· Hilfe für wohnungslose Menschen

· Beratung und Vermittlung von Hilfen für ältere Menschen

Die Angebote im Studienschwerpunkt Sozialpädagogik/Soziale Arbeit zielen also auf Unterstützung und Förderung des Aufwachsens und der Bildung von Kindern und Jugendlichen, auf die Sicherung und Verbesserung des Zusammenlebens in der Familie, auf die Integration in soziale Netzwerke und soziale Unterstützungsformen und auf die Sicherstellung der Integration in wesentlichen Lebensbereichen (Erziehung, Beruf, Gesundheit, kulturelle und soziale Teilhabe).

2.2 Erwachsenenbildung/Weiterbildung

Die Erwachsenen- und Weiterbildung reagiert auf den wachsenden Bedarf an wissenschaftlich fundierten pädagogischen Dienstleistungen, der sich aus der Institutionalisierung lebenslangen Lernens ergibt. Berufliche Tätigkeiten in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung zielen darauf, Bildungsprozesse und das Lernen Erwachsener in ihren vielfältigen Formen zu ermöglichen und professionell gestaltete Lernumgebungen zu schaffen. Der Studienschwerpunkt Erwachsenenbildung/ Weiterbildung eröffnet den Absolvent/-innen den Zugang zu entsprechenden Berufs- und Tätigkeitsfeldern. Im Zentrum stehen dabei die Handlungsfelder „Weiterbildungsplanung und Weiterbildungsmanagement“ sowie „Unterstützung von Bildungs- und Lernprozessen Erwachsener“. Weiterbildungsplanung und Weiterbildungsmanagement beinhalten konzeptionelle, planerische und organisatorische Tätigkeiten auf Makroebene, die Unterstützung von Bildungs- und Lernprozessen Erwachsener bezieht sich auf Aufgaben der unmittelbaren Gestaltung von Lehr-/Lernprozessen auf Mikroebene.

Im Handlungsfeld „Weiterbildungsplanung und Weiterbildungsmanagement“ wird v. a. auf folgende Tätigkeiten vorbereitet:

  • Managementaufgaben in Teilbereichen von Organisationen und Einrichtungen
  • Makrodidaktische Planung, Organisation und Koordination von Weiterbildungsangeboten
  • Bedarfserhebung und Evaluation
  • Entwicklung von Curricula und Modellkonzepten sowie von zielgruppenspezifischen Angeboten
  • Auswahl, Anleitung und erwachsenenpädagogische Fortbildung von neben-beruflichen Lehrkräften
  • Weiterbildungsberatung.

Im Handlungsfeld „Unterstützung von Bildungs- und Lernprozessen Erwachsener“ wird v. a. auf folgende Tätigkeiten vorbereitet:

  • Mikrodidaktische Planung, Organisation und Evaluation von Bildungsangeboten
  • Übernahme von Unterrichts- und VermittlungsaufgabenEntwicklung von Lernmaterialien und MedienLernberatung.

Mit Blick auf die o. a. übergreifenden Kompetenzbereiche eröffnen sich Arbeits- und Tätigkeitsfelder in folgenden Bereichen der Erwachsenenbildung/Weiterbildung:

  • Inner- bzw. überbetriebliche Weiterbildung
  • Verbandsarbeit
  • Freiberuflich(e) Trainer-/in in der allgemeinen und beruflichen Erwachsenen- und Weiterbildung
  • Öffentlich geförderte Einrichtungen der Erwachsenen- und Weiterbildung (z.B. Volkshochschulen, kirchliche Bildungswerke)
  • Überregionale Bildungsstätten mit Internatsbetrieb.

Berufseinstieg

Angebote und Ansprechpartner finden Sie auf der Webseite zum Berufseinstieg.
Absolvent/innen können sich mit Fragen zum Berufseinstieg auch an den universitären Career Service http://www.career-service.uni-tuebingen.de wenden.
Aus dem Programm "Erfolgreich Studieren in Tübingen" (ESIT) wurde das Beratungsteam mit Frau Sambeth (Schwerpunkt Orientierungsberatung) und Frau Straßburger (Schwerpunkt Bewerbungstrainings) vergrößert.
Zudem können sich Studierende an das Akademikerteam der Arbeitsagentur Tübingen (tuebingen.akademiker-teamspam prevention@arbeitsagentur.de) wenden. Beide Institutionen bieten Beratung sowie verschiedene Kurse rund um das Thema Berufseinstieg an.