Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung

Zum Hintergrund

Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Bedeutung der Übergangsphase

Der Übergang von der schulischen in die berufliche Erstausbildung, die Ausbildung selbst und der Übergang in eine erste (feste) Berufstätigkeit dürfen in unterschiedlicher Hinsicht nicht unterschätzt werden:

Zum einen spielt dieser Abschnitt für die individuelle Bildungsbiographie und den weiteren Lebensverlauf eine immense Rolle. Zum anderen steht die Anzahl nicht „versorgter“ Lehrstellenbewerber oder auch der Anteil von Personen, die in den Arbeitsmarkt ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder ohne Schulabschluss eintreten, im Fokus bildungspolitischer Debatten. Darüber hinaus versucht eine Vielzahl politischer Reformen und lokaler Initiativen, die Ausbildungslücke zu schließen und Jugendlichen einen erfolgreichen Übergang von der schulischen Ausbildung in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Die Übergangsphase als Gegenstand bildungswissenschaftlicher Forschung

In Anbetracht der hohen Bedeutung des Themas ist es erstaunlich, dass die Datenlage hinsichtlich der Bedingungen und Konsequenzen erfolgreicher (oder nicht erfolgreicher) Übergänge in Ausbildung und Arbeitsmarkt äußerst gering ausfällt. Nur vereinzelt gibt es die Möglichkeit, dass seitens der Politik oder der Wirtschaft eingeführte Maßnahmen wissenschaftlich begleitet oder evaluiert werden können.

Das Netzwerk Bildungsforschung: Ein Programm der Baden-Württemberg Stiftung

Als Reaktion auf diese unbefriedigende empirische Datenlage hat die Baden-Württemberg Stiftung beschlossen, über die Finanzierung des Netzwerks die Forschungsarbeit in diesem Kontext systematisch voran zu bringen. Seit 2011 fördert die Baden-Württemberg Stiftung das Programm, das sich inzwischen in der zweiten Finanzierungsphase befindet. Das Landesinstitut für Schulentwicklung ist von der Baden-Württemberg Stiftung mit der Programmträgerschaft beauftragt.

Selbstverständnis und Struktur des Netzwerks Bildungsforschung

Das Netzwerk Bildungsforschung soll das Fundament einer breiteren Forschungsoffensive im Bereich des Übergangs von der Schule in die berufliche Bildung beziehungsweise den Beruf sein. Als dicht vernetzter Kompetenzpool versucht das Verbundprojekt die Entwicklung dieses Forschungsschwerpunkts in Baden-Württemberg nachhaltig zu beeinflussen. Dabei arbeiten die Mitglieder des Netzwerks Bildungsforschung selbstständig in ihren Forschungsprojekten und stehen zugleich im regelmäßigen Austausch mit dem Netzwerk.

Sollten Sie Interesse haben, sich mit ihrem Projekt mit dem Netzwerk Bildungsforschung zu assoziieren, finden Sie hier weitere Informationen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen forschen im Netzwerk Bildungsforschung gemeinsam zu Übergängen in die berufliche Bildung und den Beruf. Im Rahmen dieser interdisziplinären Ausrichtung werden die einzelnen Fragestellungen sowohl qualitativ als auch quantitativ untersucht. Die Forschung des Netzwerks versteht sich dabei als eine nutzeninspirierte Grundlagenforschung, die Impulse aus der Praxis aufnimmt und ihre evidenzbasierten Erkenntnisse zurück ins Feld gibt. Immer wieder neue interne Ausschreibungen stellen sicher, dass das Netzwerk aktuelle Fragen aus der Praxis rund um Schule, Ausbildung und Beruf adressiert.