Institut für Politikwissenschaft

Aktuell

21.10.2019

Gastvortrag: Olaf Kellerhoff "Menschenrechte unter Druck: Die Situation in Marokko"

Donnerstag, 24. Oktober 2019, 18.00 - 20.00 h c.t. in der Neuen Aula (Großer Senat, 1. OG), Geschwister-Scholl-Platz

Folter, Verschwinden und Geheimgefängnisse. Das war Alltag in den „Jahren des Blei“ unter König Hassan II von Marokko. Sein Sohn Muhammad VI stellte die Menschenrechtsverletzungen seines Vaters an den Pranger: in der ersten Wahrheitskommission der Arabischen Welt (2004-2005) und der bislang einzigen weltweit, in der sich ein bestehendes Regime selbst untersucht, entschädigte er Opfer und versöhnte eine gespaltene Gesellschaft. Seitdem beschreitet das Islamische Königreich in Nordafrika einen beachtlichen Weg zur Verwirklichung der Menschenrechte. Längst ist noch nicht alles Gold. Doch wenn man DostojewskisDiktum, "Den Grad der Zivilisation einer Gesellschaft kann man am Zustand ihrer Gefängnisse ablesen", als Lackmus-Test begreift, so befindet sich Marokko auf einem sehr guten Weg.


Olaf Kellerhoff ist Projektleiter für Marokko und Algerien und seit 2008 für die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit tätig. Nach fünf Jahren als Projektleiter in Pakistan leitete er knapp drei Jahre das Referat Asien und Menschenrechte der Stiftung. 2016 wechselte er nach Rabat, um sich Menschen-und Bürgerrechten, der demokratischen Transformation und der sozialen Marktwirtschaft in den beiden Maghreb-Ländern zu widmen. Er studierte Islam-und Politikwissenschaft in Hamburg. Die Bundeswehr entsandte ihn in diversen Funktionen nach Somalia, in den Kosovo, nach Afghanistan und in den Libanon. Zudem war der gelernte Fotograf fünf Jahre als Journalist tätig.

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