Institut für Politikwissenschaft

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16.11.2018

Institutskolloquium: Politik, Macht und Moral: Regulierung moralpolitischer Fragen in säkularen Zeiten

Eva-Maria Euchner (München) am Mittwoch, 21.11.2018, 16 h c.t. im Institut für Politikwissenschaft, Raum 124


Moralpolitische Themen, wie die Regulierung von assistiertem Suizid, Prostitution oder gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, erfuhren außerordentlich hohe politische Aufmerksamkeit in Europa in den vergangenen Jahren. Dies ist aus mehreren Gründen überraschend. Zum einen würde man erwarten, dass fortschreitende Säkularisierungstrends dazu führen, dass Themen, die mit religiösen Werten verbunden sind, weniger konfliktiv diskutiert werden. Zum anderen waren zeitgleich viele Staatenmit der Bewältigung von anderen gravierenden gesellschaftlichen Problemen (u.a.. der Finanz- und Flüchtlingskrise) konfrontiert, die umfangreiche politische Aufmerksamkeit gebunden haben sollte. Vor diesem Hintergrund widmet sich der Vortrag der Frage: Wie lässt sich die starke Politisierung von moralpolitischen Fragen in säkularen Zeiten erklären? Das zentrale Argument ist, dass moralpolitische Fragen Spielball der Politik sind und ihre Politisierung stark von machtpolitischen Erwägungen politischer Parteien geprägt ist. Das Argument wird ausgeführt anhand einer empirischen Analyse von zwei moralpolitischen Themen in vier europäischen Ländern (Deutschland, Österreich, Niederlande und Spanien).

Dr. Eva-Maria Euchnerist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft (Lehrstuhl von Prof. Dr. Knill) der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der vergleichenden Politikfeldanalyse mit Fokus auf moralpolitischen Themen. Sie ist Co-Convener der ECPR Standing Group "Politik und Religion" und veröffentlichte ihre Forschungsergebnisse bereits in ausgezeichneten internationalen Zeitschriften (z.B. Journal of European Public Policy).

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