Institut für Sportwissenschaft

Fachdidaktische Kompetenzentwicklung in der Sportlehrerbildung

Um Kinder und Jugendliche auf ein gesundes, sportlich aktives Leben vorbereiten zu können, benötigen Sportlehrkräfte entsprechende professionelle Kompetenzen. Ausgehend von kompetenztheoretischen Professionalisierungstheorien spielt dabei das fachspezifische Professionswissen (insbesondere das Pedagogical Content Knowledge bzw. PCK) eine besondere Rolle. Das fachspezifische Professionswissen bildet die Grundlage und Reflexionsfolie für den Kern des beruflichen Lehrerhandelns: die Gestaltung von Lehr-Lernsituationen. Es ist grundsätzlich erlern- und vermittelbar und wird in erster Linie im Rahmen der ersten und zweiten Phase der Lehrerbildung erworben.

Unter der Leitung von JProf. Dr. Julia Hapke wird die Entwicklung des fachspezifischen Professionswissens im Verlauf der Sportlehrerbildung durch eine qualitative Längsschnittstudie am Institut für Sportwissenschaft untersucht. Über einen Zeitraum von insgesamt sieben Jahren sollen Gruppendiskussionen mit angehenden Sportlehrkräften zu verschiedenen Zeitpunkten im Verlauf ihrer Ausbildung (von t1: Beginn B.Ed. bis t4: Referendariat) durchgeführt werden. Die erhobenen Daten werden mithilfe inhalts- und diskursanalytischer qualitativer Auswertungsverfahren im Hinblick auf die subjektiven, sozial konstruierten, mentalen Repräsentationen der angehenden Lehrkräfte zur Gestaltung von Lehr-Lernsituationen im Unterrichtsfach Sport analysiert. Dadurch soll ein facettenreiches, detailbezogenes – auch tieferliegende und implizite Strukturen aufdeckendes – Bild von fachspezifischen professionellen Kompetenzen sowie von deren dynamischer Entwicklung gewonnen werden.

Das Projekt wird im Rahmen der intramuralen Projektförderung für Promovierte der Universität Tübingen für 18 Monate gefördert. Dadurch können die ersten Datenerhebungen, die bereits im Januar 2019 stattgefunden haben, weitergeführt werden und es stehen Ressourcen bereit, um eine längerfristige Projektförderung über einen größeren Drittmittelgeber anzubahnen.