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25.03.2026

Staufermedaille für Tübinger Sprachwissenschaftler

Emeritus Hubert Klausmann für Verdienste um südwestdeutsche Dialekte ausgezeichnet

Hubert Klausmann (rechts) erhält die Staufermedaille in Gold, verliehen von Ministerpräsident Wilfried Kreschmann.

Professor Dr. Hubert Klausmann, Emeritus des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft (LUI) der Universität Tübingen, hat die Staufermedaille in Gold des Landes Baden-Württemberg erhalten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann würdigte damit Klausmanns Einsatz für die Dokumentation, Erforschung und Pflege der Dialekte, insbesondere die Dialekte Südwestdeutschlands. Die Staufermedaille ist eine persönliche Auszeichnung des Ministerpräsidenten für Verdienste um das Land, seine Bevölkerung und das Gemeinwohl, die mit einem außerordentlichen Engagement einhergehen.


Dokumentation sprachlicher Vielfalt und Originalität

„Professor Dr. Hubert Klausmann ist der Sprachforscher, wenn es um Dialekt in Baden-Württemberg geht“, sagte Ministerpräsident Kretschmann bei der Verleihung am 18. März 2026 in der Villa Reitzenstein. „Er ‚schaut den Menschen im Land aufs Maul‘ und sammelt, dokumentiert und wertet seit Jahrzehnten aus, wo und wie im Land ‚gschwätzt‘ wird. Er hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die sprachliche Vielfalt und Originalität bei uns in Baden-Württemberg zu dokumentieren“, so Kretschmann. Dabei habe Klausmann immer wieder deutlich gemacht: Dialekt oder regional eingefärbt zu sprechen, sei völlig normal. Vor allem das Alemannische in Baden-Württemberg, in Vorarlberg, Liechtenstein und Bayern, später dann die bis dahin weniger erforschten vor allem fränkischen Dialekte im Norden Baden-Württembergs, aber auch die Familiennamen im Land hätten sein großes wissenschaftliches Interesse geweckt. Er habe dazu umfangreich publiziert und Vorträge gehalten. Hervorzuheben sei der von der Tübinger Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland online veröffentlichte:„Sprechende Sprachatlas von Baden-Württemberg“. Der Ministerpräsident betonte: „Durch seine Art, Menschen mitzunehmen und für sein Fach zu begeistern, macht Professor Klausmann Forschungsergebnisse einem breiten, nichtakademischen Publikum verständlich.“

Der hauptberufliche Lehrer Hubert Klausmann hat sich im Jahr 2000 an der Universität Bayreuth habilitiert. Ab 2009 war er in Teilabordnung am Tübinger LUI tätig, wo er 2014 zum außerplanmäßigen Professor für volkskundliche Dialektologie ernannte wurde und die wissenschaftliche Leitung der Arbeitsstelle „Sprache in Südwestdeutschland“ übernahm. Im April 2025 stellte Klausmann zusammen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann eine Dialektstrategie für Baden-Württemberg vor. Zudem ist er Mitglied im Beraterkreis Dialekt der Landesregierung.

Digitalisierung historischer Stimmaufnahmen aus dem Alltag

Mit dem Projekt „Sprachalltag II“ widmete sich Professor Klausmann der Digitalisierung des:Arno-Ruoff-Archivs. Das Archiv beherbergt weit über 1.000 historische Tonbandaufnahmen sowie deren Transkripte. Die Aufnahmen stammen aus den 1950er-Jahren und konservieren die Stimmen von Sprechenden aus über 500 Orten in Baden-Württemberg, in Bayerisch-Schwaben, Vorarlberg und Liechtenstein. Ziel war unter anderem die Online-Veröffentlichung von fünf Bänden eines Sprachatlasses sowie eines digitalen, „sprechenden“ Sprachatlasses von Baden-Württemberg. „Es ist faszinierend, dort nachzuhören oder nachzuschlagen, welche Ausdrücke und Wörter es bei uns im Land für ein und dieselbe Sache gibt“, unterstrich der Ministerpräsident.

Nach einer Pressemitteilung des Landes