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FAIR Richtlinien für Forschungsdaten

Im Jahr 2016 wurden die FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship in Scientific Data veröffentlicht. Die Autoren beabsichtigten, Richtlinien zur Verbesserung der Auffindbarkeit, Zugänglichkeit, Interoperabilität und Wiederverwendung von digitalen Daten zu erstellen. Die Prinzipien betonen die maschinelle Verarbeitbarkeit (d.h. die Fähigkeit von Computersystemen, Daten ohne oder mit minimalen menschlichen Eingriffen zu finden, auf sie zuzugreifen, mit ihnen zu interagieren und sie wiederzuverwenden), da die Forschenden aufgrund des zunehmenden Volumens, der Komplexität und der Erstellungsgeschwindigkeit von Daten zunehmend auf rechnergestützte Datenverarbeitung angewiesen sind. Die Richtlinien helfen Forschern und Dateneigentümern, Daten auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar zu machen. Dies ist nicht nur eine Vorbedingung, um den größtmöglichen Nutzen aus Forschungsdaten zu ziehen, sondern wird von den meisten Fördereinrichtungen zwingend verlangt. 

Im Einzelnen steht FAIR für (Wilkinson et al., 2016; Kraft, A., 2017):

Auffindbarkeit (To be Findable)

F1. (Meta)Daten wird ein global eindeutiger und dauerhaft persistenter Identifier zugewiesen

F2. Daten werden mit umfangreichen Metadaten (vergl. R.1) beschrieben

F3. Metadaten werden in einem durchsuchbaren Verzeichnis registriert oder indiziert

F4. Metadaten enthalten klar und eindeutig den Identifier, der die Daten referenziert

Zugänglichkeit (To be Accessible)

A1.  (Meta)Daten sind über ihren Identifier mithilfe eines standardisierten Kommunikationsprotokolls auffindbar

A1.1 Das Protokoll ist offen, frei und universell implementierbar

A1.2 Das Protokoll unterstützt, wo notwendig, die Authentifizierung und Rechteverwaltung

A2. Metadaten sind/bleiben verfügbar, auch für den Fall, dass die zugehörigen Forschungsdaten nicht mehr vorhanden sind

Interoperabilität (To be Interoperable)

I1. (Meta)-Daten nutzen eine formale, zugängliche, gemeinsam genutzte und breit anwendbare Sprache für die Wissensrepräsentation

I2. (Meta)Daten benutzten Vokabulare, welche den FAIR Prinzipien folgen

I3. (Meta)Daten enthalten qualifizierte Referenzen auf andere (Meta)Daten

Wiederverwendbarkeit (To be Reusable)

R1. (Meta)Daten sind detailliert beschrieben und enthalten präzise, relevante Attribute

R1.1. (Meta)Daten enthalten eine eindeutige, zugreifbare Angabe einer Nutzungslizenz

R1.2. (Meta)Daten enthalten detaillierte Provenienz-Informationen

R1.3. (Meta)Daten entsprechen den fachgebietsrelevanten Community Standards

Weiterführende Informationen und Referenzen:

FORCE11 (2017): The FAIR Data Principles.

Kraft, A. (2017): Die FAIR Data Prinzipien für Forschungsdaten ( ger ).

Swiss National Science Foundation (SNF): Explanation of the FAIR Data Principles ( engl. ) .

Wilkinson, Mark D. et al. (2016): The FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship. In: Scientific Data 3, 160018 EP -. DOI: 10.1038/sdata.2016.18.