eScience-Center

Forschungsdatenmanagement an der Universität Tübingen


Forschungsdaten sind so mannigfaltig wie die Forschungsthemen und Wissenschaftsbereiche der Universität Tübingen selbst. Wir bezeichnen als Forschungsdaten jene digitalen Daten, die im Laufe von wissenschaftlichen Forschungsaktivitäten erfasst, erzeugt oder als Nachweise im Rahmen des Forschungsprozesses verwendet werden. 

Forschungsdaten können numerische Daten aus Experimenten, Messungen und Simulationen in komplexen Tabellenformaten sein, aber auch Interviewdaten, Audio- und Videoaufnahmen, Transkriptionen, Quellenerschließungen, Bildinformationen und vieles andere mehr. Somit sind alle Materialien und Daten, die in digitaler Form vorliegen und für die Forschung benutzt werden, für eine langfristige Aufbewahrung in Form von Repositorien geeignet. Dies ist unabhängig von einer möglichen öffentlichen Bereitstellung der Daten (Open Data).

Langfristig sollten Sie Ihre Forschungsdaten in einer sicheren technischen Umgebung aufbewahren. Das eScience-Center unterstützt Sie dabei unter Anwendung von Standards, der Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben und der Wahrung des Urheberrechts.

Wozu braucht man Forschungsdatenmanagement?

Forschungsdatenmanagement ist die Voraussetzung für Nachnutzbarkeit und Archivierung von wissenschaftlichen Daten. 

Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RFII) betont die immer größer werdende Notwendigkeit des digitalen Wandels in der Politik und besonders auch in den Wissenschaften. Dabei sollen Strukturen, Prozesse und Förder- und Finanzierungen aktiv angepasst werden.

„Ein leistungsfähiges Management von Forschungsdaten ist hierfür grundlegend wichtig, es ist der Schlüssel für Wissenschaft und für Innovation.“ ( RFII - Leistung aus Vielfalt (2016) ).

Das eScience-Center der Universität berät WissenschaftlerInnen in allen Fragen zum Forschungsdatenmanagement, bei Ermittlung und Kontakt zu fachspezifischen Infrastrukturen und bei Integration der Themen in Projektanträge (Datenmanagementplan).

Für das Forschungsdatenmanagement gelten folgende Leitlinien:

  • Grundsätzlich fördert die Universität Tübingen einen freien Zugang zu Forschungsdaten unter Berücksichtigung vor allem ethischer und rechtlicher Rahmenbedingungen.
  • Forschungsdatenmanagement umfasst den gesamten Lebenszyklus von Daten. Beginnend bei der Projektplanung über Datenerzeugung, Datenhaltung, Metadatenbeschreibung und Dokumentation. Dazu gehört auch die bewusste Entscheidung, welche Daten aus dem Forschungsprozess langfristig zu bewahren sind.
  • Die Verantwortung für die Forschungsdaten und die Einhaltung disziplinspezifischer Standards liegt bei den Wissenschaftlern als Produzenten. Die Institute und Fachbereiche werden aufgefordert für eine Koordination des Forschungsdatenmanagements in ihren Einflussbereichen Sorge zu tragen

Zum Thema Forschungsdatenmanagment haben Karen Hanson, Alisa Surkis und Karen Yacobucci eine kurze Geschichte zusammengestellt, die in ähnlicher Form fast jedem Wissenschaftler auf seinem Lebensweg und im Umgang mit Forschungsdaten schon einmal begegnet ist. Genau das sollte nicht passieren, wenn ein Forscher einen Antrag auf Datenaustausch stellt bzw. Interesse an der Nachnutzung von Forschungsdaten bekundet. Die Themen im kurzen Videoclip umfassen Speicherung, Dokumentation und Dateiformate. 

Hanson, Karen; Surkis, Alisa; Yacobucci, Karen: Data Sharing and Management Snafu in 3 Short Acts. https://doi.org/10.5446/31036.

Wo kann ich meine Forschungsdaten speichern, bewahren und nachnutzen?

Ein Forschungsdatenrepositorium kann Forschungsdaten speichern, bewahren und somit nachnutzbar machen. Wesentliche Grundlagen Systems  sind die effiziente Archivierung, die Möglichkeit der Nachnutzung über eine detaillierte Such- und Zugriffsarchitektur und die effizienten Verwaltung der eingelieferten digitalen Objekte. Das Forschungsdatenrepositorium FDAT bietet WissenschaftlerInnen der Universität diverse Dienstleistungen sowie die nötige technische Ausstattung für die Langzeitarchivierung und Nachnutzung von Forschungsdaten an.

Obwohl dieses Repositorium in erster Linie die lokalen Einrichtungen der Geistes- und Sozialwissenschaften unterstützen möchte, steht es grundsätzlich allen Wissenschaftsdisziplinen an der Universität Tübingen zur Verfügung.

Zum Forschungsdatenarchiv

Wie finde und zitiere ich Forschungsdaten?

Forschungsdaten finden

Das DataCite Search Portal, aber auch Google können direkt für die Suche nach Forschungsdatensätzen genutzt werden. Beide Portale ermöglichen geeignete Forschungsdaten in unterschiedlichen Repositorien über aussagekräftige Suchbegriffe/Schlagwörter zu identifizieren. Gleichzeitig erhalten Sie hier schon die erste Unterstützung, wie diese Daten in der eigenen Forschungsarbeit behandelt werden dürfen und wie diese zitiert werden.

Sind Sie auf der Suche nach einem geeigneten (Fach-)Repositorium, um Ihre Forschungsdaten zu veröffentlichen, dann bietet ihnen das Verzeichnis re3data.org (Registry of Research Data Repositories) wesentliche Repositorien aus allen wissenschaftlichen Disziplinen an. Sie werden auch FDAT, das Forschungsdatenrepositorium der Universität Tübingen dort finden.

Zusätzlich können Sie mit dem RIsources Tool der Deutschen Forschungsgemeinschaft nach passenden Forschungsdateninfrastrukturen in ganz Deutschland suchen. 

Forschungsdaten zitieren

Hinweise zur korrekten Zitationsweise von Forschungsdaten finden Sie zum Beispiel bei Data Cite.

F.A.I.R.

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