eScience-Center

Die virtuelle Forschungsumgebung für die Spacial Humanities

Die Verarbeitung von Text- und Sprachressourcen mit digitalen Werkzeugen steht im deutschsprachigen Raum im Fokus der Digital Humanities. Nicht-textuelle Ausprägungen der Kultur und deren Verortung in Raum und Zeit finden hierbei in der Regel nur wenig Beachtung. Spacialist bietet nun erstmals die Möglichkeit sämtliche Ausprägungen des menschlichen Kulturschaffens miteinander in semantische und analysierbare Beziehungen zu setzen!

Zugleich bieten die integrierten digitalen Methoden, bedrohte Objekte, Räume aber auch immaterielle kulturelle Ausprägungen präzise zu dokumentieren. So werden sie dauerhaft nachhaltig bewahrt und ermöglichen die Bereitstellung zum Forschungszweck.

Spacialist basiert auf einem rollenbasierten Berechtigungsmodell, das auf die Anforderungen jedes Forschungsprojekts zugeschnitten werden kann. Für die Verwendung der Spacialist-Software ist lediglich ein Web-Browser nötig!

+ Funktion

Spacialist ist nun eine modular erweiterbare Anwendungsplattform, die für jedes Forschungsprojekt individuell/separat angepasst und instanziiert werden kann. Basis dieser Plattform ist ein Metamodell, das Objekte, deren Eigenschaften und Beziehungen projektspezifisch definierbar macht. Mithilfe des entwickelten Wekzeugs ThesauRex bietet Spacialist die Möglichkeit kontrollierte mehrsprachige Vokabulare (Thesauri) nach dem XML-basierten W3C-Standard Simple Knowledge Organization System (SKOS) anzulegen, um die Objekte und deren Eigenschaften im Datenmodell zu benennen.

Die Kernfunktionalität von Spacialist besteht aus:

  • einer hierarchischen Datenorganisation.
  • der Möglichkeit, die Datenobjekte mit anpassbaren Bearbeitungsmasken zu erfassen und kollaborativ zu bearbeiten.
  • interaktiven Karten, auf denen Datenobjekte geografisch verortet werden können. Erweiterungsmodule bieten je nach Bedarf zusätzliche Funktionalität, wie beispielsweise Datenanalyse, Literaturverwaltung, Dateiverwaltung und -betrachtung oder ein Geografisches Informationssystem.

+ Ziel

Das Projekt „Spacialist“ wurde von Mitte 2016 bis Ende 2018 durch das Förderprogramm „E-Science Baden-Württemberg – Virtuelle Forschungsumgebungen“ durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg finanziert. Ziel des Projekts war es, für die raum- und objektorientierten Wissenschaften ein Werkzeug zur Verfügung zu stellen, das die standardisierte Erfassung und Analyse sowie eine langfristige Archivierung und Nachnutzbarkeit der Forschungsdaten erlaubt. Ein hoher Standardisierungsgrad sowie eine nachhaltige Vorhaltung der Informationen sind gerade im Bereich der Geisteswissenschaften aufgrund der Unwiederbringlichkeit der Daten von besonderer Bedeutung.

+ Partner

Für die Projektkoordination und die Softwareentwicklung war das eScience-Center der Universität Tübingen verantwortlich. Während der Förderphase wurde unter anderem mit folgenden Partnern kooperiert:

  • Fachbereich Informatik, Arbeitsbereich Informationsdienste (Universität Tübingen)
  • Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Abteilung für Jüngere Urgeschichte und Frühgeschichte (Universität Tübingen)
  • Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg
  • Archäologisches Institut der Universität Göttingen

+ Software

Spacialist ist als Open-Source-Software auf GitHub erhältlich:

Ansprechpartner:

Vinzenz Rosenkranz

spacialistspam prevention@escience.uni-tuebingen.de
Tel.: +49 (7071) 29-73631