Exzellenzcluster – Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen

Forschung im Cluster

Mikrobielle Gemeinschaften („Mikrobiome“) besiedeln die Oberflächen des menschlichen Körpers und beeinflussen dessen Gesundheit durch komplexe metabolische und immun-modulatorische Aktivitäten. Das Mikrobiom ist aber auch ein Reservoir für fakultative Pathogene, die die meisten schweren Blutstrominfektionen auslösen. Die weltweite Zunahme antibiotikaresistenter bakterieller Pathogene (ARBPs) und das Zurückfahren der industriellen Antibiotikaentwicklung gefährden die medizinischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts und lassen eine künftige post-antibiotische Ära befürchten. Es ist daher von größter Bedeutung, die ARBP-Entstehung und Mikrobiombesiedlung einzudämmen. Die vielfach verwendeten Breitbandantibiotika schädigen jedoch das Mikrobiom als Ganzes und begünstigen die ARBP-Verbreitung. Ein Paradigmenwechsel in der Infektionskontrolle ist nötig: Der undifferenzierte Einsatz von Antibiotika muss gestoppt und zielgerichtete Wirkstoffe, die sich positiv auf Mikrobiome auswirken, müssen entwickelt werden. Nützliche Bakterien können Pathogene in Schach halten, aber die entsprechenden Mechanismen sind bislang kaum verstanden und nutzbar.

Die Wissenschaftler des Exzellenzclusters "Kontrolle von Mikroorganismen zu Bekämpfung von Infektionen" (CMFI) wollen die Mechanismen der Wechselwirkung zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien aufklären, um sie langfristig für gezielte therapeutische Interventionen nutzbar zu machen.

Unsere Forschungsbereiche sind: