Uni-Tübingen

Alexandra Becker

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Profil auf Academia

Akademischer Werdegang

seit 04/2017
Doktorandin im Fach ‚Deutsche Literatur‘

Promotionsprojekt „Paradiesinszenierungen um 1200“, Betreuung: Professorin Dr. Annette Gerok-Reiter und Professor Dr. Volker Leppin, Universität Tübingen

10/2013 - 03/2017
Masterstudium ‚Deutsche Literatur‘

an der Universität Tübingen

10/2010 - 09/2013
Bachelorstudium der Germanistik (Hauptfach) und Philosophie (Nebenfach)

an der Universität Tübingen

Berufliche Stationen

seit 04/2017
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im GrK 1662 „Religiöses Wissen in der Vormoderne“

an der Universität Tübingen

04/2016 – 03/2017
Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Deutsche Literatur des Mittelalters im europäischen Kontext

an der Universität Tübingen (Prof. Dr. Annette Gerok-Reiter)

10/2014 – 04/2015
Praktikum im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

im Mercedes-Benz Museum Stuttgart

04/2014 – 03/2017
Studentische Hilfskraft für den Masterstudiengang "Deutsche Literatur"

an der Universität Tübingen

11/2013–06/2014
Wissenschaftliches Projekt "Literatur vor Ort. Das Südtirol als mittelalterliche Literaturlandschaft"

mit Exkursion vom 10. bis 14. Juni 2017 (Projektbetreuung und Exkursionsleitung: Dr. Stefan Matter)

03/2013 – 03/2016
Studentische Hilfskraft im DFG-Projekt "Potentiale der Polyphonie im frühen Minnesang"

an der Universität Tübingen

07/2004 – 09/2010
Laborantin im Bereich Umweltanalytik

CHT R. Beitlich GmbH, Tübingen

Vorträge

  • Paradiestopik und Minnethematik in ‚Flore und Blanscheflur‘ und im ‚Tristanroman‘, Kolloquium für Kirchengeschichte I, Evangelisch-Theologische Fakultät, Universität Tübingen, 20. Januar 2020
  • „Materialised Transcendency in the Hereafter: Physicality in Alber’s Vision of Tundalus“, Leeds International Medieval Congress, University of Leeds, 01.-04. Juli 2019
  • „The Emirs‘ Paradise. Encounter of Christian and Non-Christian Courtly Societies in Konrad Fleck‘s Flore und Blanscheflur“, Conference “Religious Encounters: Coexistence – Dialogue – Conflict”, Dormition Abbey Jerusalem, 18.-20. Juni 2019
  • „Paradiesinszenierungen und altorientalische Gartenmodelle“, 23. Tübinger Nachwuchsforum, Universität Tübingen, 4.-5. Mai 2019
  •  „Paradiesinszenierungen im Minnesang. Die Funktion der Paradiesmotivik in der mittelhochdeutschen Liebeslyrik um 1200 am Beispiel Walters von der Vogelweide ‚Lindenlied‘“, 18. Symposium des Mediävistenverbandes in Tübingen, 17.-20. März 2019
  • Wie viel Paradies steckt in der Minnelyrik? Erprobung an Walthers ‚Lindenlied‘, Workshop „Paradies und Sündenfall“, Universität Tübingen, 9.-10. November 2018
  • „Gardens of Paradise in Middle High German Poetry: Transformations of Religious Knowledge in the Literary Adaptation of the Paradise Topos “, University of North Carolina (Chapel Hill, USA), 08.-11. Oktober 2018
  • “Places of Memory – Places of Oblivion: Gardens in Medieval Literature”, Leeds International Medieval Congress, University of Leeds, 02.-05. Juli 2018
  • „Paradiesgärten in mittelhochdeutscher Dichtung um 1200“, Mediävistisches Oberseminar, Universität Tübingen, 24. Januar 2018
  • „Paradiesgärten in mittelhochdeutscher Dichtung – Transformation religiösen Wissens in der literarischen Bearbeitung des Paradies-Topos“, Jahrestagung des GrK 1662, Ellwangen, 9.-11. Oktober 2017

Workshops und Tagungen

  • Workshop „Paradies und Sündenfall“, DFG Graduiertenkolleg 1662 ‚Religiöses Wissen im vormodernen Europa (800-1800)‘, Tübingen, 9.-10. November 2018, gemeinsam mit Dr. Beatrice von Lüpke

Lehrveranstaltungen

  • HS/OS „Paradiesinszenierungen um 1200“ (in der höfischen Dichtung), (zusammen mit Prof. Annette Gerok-Reiter), WiSe 2018/19
  • Interdisziplinäre Übung „Zwischen Höllenqualen und Himmelsfreuden. Die Visio Tnugdali und ihre mittelhochdeutsche Adaption Albers von Windberg“ (zusammen mit Maximilian Nix, Mittelalterliche Geschichte), WiSe 2018/19

Projekte

  • Wissenschaftliches Projekt „Literatur vor Ort. Das Südtirol als mittelalterliche Literaturlandschaft“ mit Exkursion (Projektbetreuung und Exkursionsleitung: Dr. Stefan Matter), 11/2013-06/2014

Forschungsprojekt im Rahmen des GrK 1662

Paradiesinszenierungen um 1200

Funktion für die Minnedarstellung in der höfischen Dichtung

Bereits in vorchristlicher Zeit wurde mit dem Begriff ‚Paradies‘ eine Park- oder Gartenanlage bezeichnet. Diese Bedeutung verbindet sich in der jüdisch-christlichen Tradition mit der Vorstellung eines idyllisch-schönen Ortes, den Gott für die ersten Menschen schuf. Im zweiten Schöpfungsbericht der Bibel wird das Paradies als ein Garten (in) Eden beschrieben, der dem Menschen eine sorglose Existenz, ein Leben in Harmonie mit Tier und Natur sowie in unmittelbarer Gottesnähe erlaubt. Nach dem Sündenfall gilt das Paradies jedoch als für alle Zeiten unzugänglich und wird somit zu einem Sehnsuchtsort, an den sich der Glaube an ein irdisches Paradies sowie die Hoffnung auf das endzeitliche Paradies anschließen.

Diese Vorstellung entfacht auch die literarisch-künstlerische Produktion und wird zu einem Bezugspunkt für die Ausgestaltung idealer Räume. So erzählt die profane mittelhochdeutsche Literatur von zahlreichen anderen Paradiesen, kunstvoll angelegten Gärten ebenso wie naturgegebenen Ideallandschaften, die die Idealität des Ortes aufgreifen oder nachahmen, ohne diese jedoch zu erreichen, und die jeweils eine Vielzahl religiöser sowie weltlicher Aspekte bergen.

Das Forschungsprojekt nimmt diese (Schein-)Paradiese in den Blick, um nachzuvollziehen, welche Transformationen religiösen Wissens in den literarischen Bearbeitungen der Paradiesvorstellung erfolgen und welche Funktionen die Adaptationen in literarischen Kontexten übernehmen. Es soll zudem aufgezeigt werden, ob sich eine eigene Ästhetik des Paradiesischen ableiten lässt, die zugleich auf den religiösen Gehalt zurückwirkt. So sollen Interferenzen zwischen geistlichen und weltlichen Deutungsebenen offengelegt und die Dynamik der Transformationsprozesse erfasst werden.

Das Konzept des ‚religiösen Wissens‘ dient dem Forschungsvorhaben als Leitkategorie, um die Bedeutungsebenen der Paradiesinszenierungen in der höfischen Dichtung um 1200 herauszuarbeiten. Im Zentrum stehen dabei der Minnesang und die höfische Epik als zwei zentrale Gattungen der mittelalterlichen Literatur, die einen größeren, gattungsvergleichenden Zusammenhang ermöglichen, um so die Dynamik der Transformationsprozesse zu erfassen.