Uni-Tübingen

Mariam Hammami

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Akademischer Werdegang

seit 04/2017
Doktorandin im Fach Kunstgeschichte

an der Eberhard Karls Universität Tübingen Betreuung: Prof. Dr. Anna Pawlak, Prof. Dr. Jörg Robert

10/2015
Magistra Artium

Thema der Magisterarbeit: "Christliche Bildthemen in den 'Großen Landschaften' Pieter Bruegels d. Ä."

04/2013-03/2015
MainCampus academicus-Stipendiatin der Stiftung Polytechnische Gesellschaft

10/2008-10/2015
Studium der Kunstgeschichte, Geschichte, Klassischen Archäologie, Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft sowie Philosophie

an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Berufliche Stationen

seit 04/2017
Kollegiatin im Graduiertenkolleg 1662 "Religiöses Wissen im vormodernen Europa (800–1800)"

an der Eberhard Karls Universität Tübingen

11/2015–03/2017
Wissenschaftliche Hilfskraft

am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz

12/2013 – 02/2015
Mitarbeit an der Jubiläums-Ausstellung der Goethe-Universität Frankfurt am Main "Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität"

Museum Giersch, Frankfurt am Main

11/2012 – 09/2014
Tutorin für mittelalterliche Geschichte am Historischen Seminar

an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main

05/2012 – 08/2012
Praktikum

im Historischen Museum Frankfurt am Main

05/2012–10/2015
Studentische Hilfskraft

am Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz

Publikationen

  • „Wahrheitsansprüche in Bild und Text. Die Figur der Veritas auf Titelblättern religiöser Schriften aus Antwerpen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts“, in: Annette Gerok-Reiter / Anne Mariss / Markus Thome (Hgg.): Aushandlungen religiösen Wissens – Verfahren, Synergien und produktive Konkurrenzen in der Vormoderne. Negotiated Religious Knowledge – Methods, Interactions and Productive Rivalries in Premodern Times, Tübingen 2019 (im Druck).
  • „Begriffliche und historische Grundlagen“, in: Eveline G. Bouwers: Gotteslästerung in Europa. Religionsvergehen und Religionskritik seit 1500. Materialien für den Unterricht, Schwalbach 2017, S. 23–37.
  • „‚Die Vermessung der Welt‘. Globus nach der Weltkarte der Maʾmūn-Geographen, in: Charlotte Trümpler (Hg.): Ich sehe wunderbare Dinge. 100 Jahre Sammlungen der Goethe-Universität (Kat. Ausst. Frankfurt am Main, 2014/15), Frankfurt am Main 2014, S. 348f.

Vorträge

  • „Hybris der Vernunft: Sehen und Erkennen im Triumphus Veritatis (1579) nach Maerten de Vos“, Jahrestagung des Arbeitskreises Niederländische Kunst- und Kulturgeschichte, Stuttgart, 3.–5.10.2019
  • „Die (Un-)Sichtbarkeit der Wahrheit. Der Triumphus Veritatis von Maerten de Vos“, Interdisziplinärer Workshop „Verkörperte Konzepte. Personifikationen als Träger religiösen Wissens in Kunst und Literatur der Vormoderne“, Tübingen, 22.–23.11.2018
  • „Veritatis Imago. Truth and her Enemies in Netherlandish Prints (ca. 1570–1650)“, Vortrag an der University of North Carolina, Chapel Hill (USA), 11.10.2018
  • „Wahrheitsansprüche in Bild und Text: Die Figur der Veritas auf Titelblättern religiöser Schriften im 17. Jahrhundert“, Tagung „Wissenskulturen der Vormoderne: Autorisierungen – Remediationen – Transfers“, Berlin, 3.–5.5.2018
  • „Veritas filia rei publicae? Die Niederländische Republik als Schützerin von Religion und Wahrheit in der Druckgrafik des Achtzigjährigen Kriegs“, Tagung „Organisierte Confessio. Institutionalisierung religiöser Wahrnehmung im 17. Jahrhundert“, Hildesheim, 22.–24.3.2018
  • „Veritas und ihre Widersacher: Die Wahrheit und ihre Gegner als Thema der Druckgrafik in den konfessionellen Konflikten“, Winterschool „Luther und die Künste“, Tübingen, 4.–6.10.2017
  • „Bildliche Konzepte der Wahrheit im Zeitalter der Konfessionalisierung“, Interdisziplinäre Tagung „Kunst der Reformation – Reformation der Kunst?“, Tübingen, 23.–25.3.2017

Veritatis imago. Die Wahrheit und ihre Gegner als Thema der niederländischen Druckgrafik im Zeitalter der Konfessionalisierung (Arbeitstitel)

Die Reformation und die Herausbildung verschiedener christlicher Konfessionen bedeuteten auch das Entstehen konkurrierender religiöser Wahrheitsansprüche. Gerade in den Niederlanden, wo sich die Entwicklung konfessioneller Pluralität unter großen Spannungen vollzog und aufs Engste mit der politischen Situation verbunden war, zeigte sich die große Sprengkraft dieser Wahrheitskonflikte, die im Aufstand gegen die habsburgische Herrschaft, in der Abspaltung der nördlichen Provinzen und der Formierung der niederländischen reformierten Kirche gipfelten.

In der niederländischen Kunst wird die Brisanz dieses Streits um die Wahrheit ab dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts auch im immer häufigeren Auftreten der Veritas, der personifizierten Wahrheit, anschaulich. Besonders vielfältige Beispiele dafür finden sich in der Druckgrafik. So erscheint Veritas in zahlreichen religiösen und politischen Allegorien, etwa in Flugschriften und Grafikserien und auf Titelblättern theologischer und historiographischer Schriften.

Fast immer wird die Wahrheit dabei von Verbündeten begleitet oder Feinden gegenübergestellt, die jeweils aus Figurationen anderer abstrakter Konzepte (etwa Frieden und Gerechtigkeit, Sünde, Heuchelei und Häresie) oder Darstellungen historischer Personen (etwa Johannes Calvin und Wilhelm von Oranien) bestehen können. Mit diesen Bildlösungen wurden nicht nur politisch-religiöse Entwicklungen und Ereignisse reflektiert und kommentiert, sondern auch die jeweiligen Wahrheitskonzepte näher bestimmt und kontextualisiert.

Das Dissertationsprojekt nimmt diese bildlichen Konzeptualisierungen von Wahrheit und deren Verbindung mit den religiös-politischen Konflikten in den Niederlanden in der Zeit zwischen 1570 und 1650 in den Blick und fragt danach, wie die Bilder an den Aushandlungsprozessen um Konzepte von „Wahrheit“ beteiligt waren. Die methodische Grundlage dafür bilden ikonographisch-ikonologische Analysen der ausgewählten Werke. Untersucht werden soll, was dabei jeweils unter „Wahrheit“ verstanden wurde, welche Inhalte, Streitfragen und Ereignisse mittels der Wahrheitsfigur reflektiert, mit welchen ästhetischen Mitteln diese bildlichen Konzeptualisierungen von Wahrheit geleistet wurden und ob sich dabei zugleich Aspekte der Reflexion über Möglichkeiten und Grenzen der Visualisierung eines so komplexen und abstrakten Konzepts wie „Wahrheit“ ausmachen lassen.