Uni-Tübingen

Timo Stahlkopf

M.A.

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Akademischer Werdegang

März 2017
Master of Arts im Studiengang Deutsche Literatur

10/2014 – 03/2017
Studium der deutschen Literatur

an der Eberhard Karls Universität Tübingen

September 2014
Bachelor of Arts im Studiengang Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften

10/2011 – 09/2014
Studium der Germanistik, Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften und der Philosophie

an der Technischen Universität Dresden und der Palacký-Universität Olomouc

Berufliche Stationen

seit April 2017
Kollegiat im DFG-Graduiertenkolleg 1662 „Religiöses Wissen im vormodernen Europa (800-1800)“

mit einer Arbeit zu religiösem Wissen und naturwissenschaftlicher Episteme in Friedrich Gottlieb Klopstocks Dichtung

12/2015 – 03/2017
Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Prof. Dr. Jörg Robert (Literaturgeschichte der Frühen Neuzeit)

an der Eberhard Karls Universität Tübingen

09/2013 – 09/2014
Studentische Hilfskraft im vom Staatsministerium für Kultur und Medien geförderten Drittmittelprojekt

Der Erste Weltkrieg und seine Nachwirkungen in der regionalen Literatur und Publizistik Böhmens und Mährens

Religiöses Wissen und Naturwissenschaft im Werk Friedrich Gottlieb Klopstocks

Die religiös motivierte Lyrik Friedrich Gottlieb Klopstocks steht im Spannungsfeld von religiösem Wissen und naturwissenschaftlicher Erkenntnis. Die Dissertation beschäftigt sich mit der Frage, wie jenes religiöse Wissen, das im 18. Jahrhundert noch selbstverständlich zur Weltdeutung herangezogen wird, mit Thesen, Methoden und Erkenntnissen einer ‚neuen‘ Naturwissenschaft verbunden wird. Ferner soll untersucht werden, wie insbesondere kosmologische Fragestellungen, die aufgrund der empirisch-induktiven Methoden der Naturwissenschaften zunehmend seriös diskutiert werden konnten und die zunächst einmal im partiellen Widerspruch zum religiös-tradierten Wissen stehen, im Werk Klopstocks assimiliert werden. In diesem Zusammenhang geht die Arbeit der Frage nach, welche Transfer- und Transformationsprozesse sich in der Dichtung Klopstocks identifizieren lassen, die der sich anbahnenden Ausdifferenzierung von Natur- und Geisteswissenschaften widerstreben. Die Arbeitshypothese lautet dahingehend, dass das durch die gesamte frühe Neuzeit handlungsleitende religiöse Wissen keineswegs einfach von den ‚neuen‘ Naturwissenschaften verdrängt und im Zuge der Säkularisation obsolet wird. Anhand der Dichtung Klopstocks soll vielmehr gezeigt werden, wie sich die Literatur des 18. Jahrhunderts gerade darum bemüht, das phänomenal Neue der naturwissenschaftlichen Erkenntnis mit bekannten Narrativen des kulturellen und religiösen Wissens zu erzählen und so zu erklären. Dabei steht gleichsam die Frage im Fokus des Interesses, wie Literatur in einer zunehmend disparater werdenden Welt produktive Sinnstiftung leisten kann, indem sie eine religiöse Deutung eben jener naturwissenschaftlichen Erkenntnisse unternimmt. Ich frage in diesem Zusammenhang nach Dynamisierungsprozessen, die durch die Korrelation von Offenbarungswissen, religiösem Wissen und zeitgenössischer Naturwissenschaft produktiv auf die einzelnen Komplexe zurückwirken und so zur Herausbildung einer modernen Wissensgesellschaft beitragen.