Uni-Tübingen

Elisabeth Schedel

Kontakt: elisabeth-marianne.schedel(a.t.)uni-tuebingen.de

Eröffnung des Verfahrens: 30. Juni 2020

  

Biographie

  • 2008 - 2015: Studium der Lateinischen und Griechischen Philologie sowie Anglistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen und der Durham University (UK).
  • 2014: Erstes Staatsexamen im Fach Anglistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen.
  • 2015: Erstes Staatsexamen in den Fächern Lateinische und Griechische Philologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen.
  • seit 09/2016: Wissenschaftliche Angestellte und Doktorandin im Graduiertenkolleg 1808: Ambiguität – Produktion und Rezeption
  • Seit 2017: Mitglied der Tübingen Working Grup "Narrative Dynamics in Latin Literature", Universität Tübingen

 

Forschungsschwerpunkte

  • Silius Italicus
  • Ambiguität
  • Erzähltheorie, Narratologie
  • Epos

 

Abstract:

"Ambiguities of War. Studies in the Narrativity of Silius Italicus Punica." (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit dem epischen Großgedicht Punica des Silius Italicus, das auf über 12.000 Versen und in 17 Büchern die Geschehnisse des Zweiten Punischen Krieges behandelt.

Nachdem sich die Silius-Forschung der letzten Jahre in zwei Lager gespalten hatte, wonach die Punica entweder als ‚optimistische‘ Fortsetzung der vergilischen Aeneis, oder ‚pessimistisch‘ in der Nachfolge des lucanischen bellum civile gelesen werden können, soll in dieser Arbeit gezeigt werden, dass diese stark divergierenden Forschungsergebnisse dem so in der Forschung noch nicht untersuchten Ambiguitätscharakter der Punica geschuldet sind. Es wird dabei der Frage nachgegangen, auf welche Weise der eine Text die beiden sich gegenseitig ausschließenden, aber doch gleich plausiblen und kohärenten Interpretationen zulässt, welche Textstrategien also Hinweise auf mögliche Rezeptionsangebote geben. Antworten auf diese Frage verspricht eine interdisziplinäre Verbindung strukturalistisch narratologischer Ansätze mit neueren kognitionstheoretischen Modellen. Im Zentrum der Betrachtung steht dabei insbesondere die aus der analytischen Philosophie in die Narratologie übertragene Theorie der möglichen Welten. Ziel ist es herauszuarbeiten, dass den in der tatsächlichen Textwelt als real dargestellten Ereignissen alternative, virtuell-mögliche Handlungsverläufe entgegenstehen, die es dem Leser unmöglich machen zu entscheiden, welche seiner Interpretationen letztendlich die endgültig ‚richtige‘ ist.

Eine der narrativen Strategien, die die auf der Theorie der möglichen Welten basierende narrative Ambiguität erklärbar machen, ist, so der theoretische Zugang, das in einem lateinischen Epos innovativ multiperspektivische Erzählen, genauer: die komplexen Perspektivenprofile in den Punica. Außerdem wird die literarische Ambiguität bedingt durch die Phänomene Intertextualität und Referentialität. Es sollen deshalb als Teil des close-reading die ambiguitätsauslösenden und -auflösenden, eventuell sogar vereindeutigenden Bezüge aufgedeckt werden, die Silius durch die Er­öff­nung all seiner intertextuellen Referenzräume schafft.

 

Lehre

  • 2018
    • Lektüreübung mitmetrischem Schwerpunkt: Vergil, Aeneis 7&8, Eberhard Karls Universität Tübingen
  • SoSe 2016
    • Lektüreübung mit metrischem Schwerpunkt: Vergil, Aeneis 12, Eberhard Karls Universität Tübingen

 

Vorträge

2016

  • Aspekte der Ambiguität in Silius Italicus‘ Punica. 15. July 2016, University of Tübingen.
  •  Erzählter Krieg. Studien zu Silius Italicus‘ narrativer Technik. 27. October 2016, University of Tübingen.
  • ‚Entweder‘/‘Oder‘ – ‚Sowohl‘/‘Als auch‘? Silius Italicus‘ Punica als mehrdeutiger Text. 2. December 2016, University of Tübingen.

2017           

  • ‚Entweder‘/‘Oder‘ – ‚Sowohl‘/‘Als auch‘? Silius Italicus‘ Punica als mehrdeutiger Text. Tagung 38. Metageitnia. 21. January 2017, University of Bern (Switzerland)
  • Poster “Ambiguities of War. Studies in the Narrativity of Silius Italicus’ Punica”. 11. July 2017, University of Tübingen.
  • Wie die Muse nach Rom kam. Raumnarratologische Überlegungen zu Livius Andronicus‘ Musenfragment. Workshop „Towards a Digital Narratology of Space“, 15. December 2017, University of Tübingen.

  • Die Bedeutung textstrategischer Ambiguität für das narrative Schema der Spannung/suspense in Silius Italicus‘ Punica. Tagung 39. Metageitnia, 12. January 2018, University of Straßburg.

2018

  • Wiederholung und Closure. Narrative Ambiguitätserzeugung in Silius Italicus‘ Punica. GRK-Tage 2018, 24. February 2018, Kirchberg convent/Sulz am Neckar.
  • Ambiguous Combat. Narrative Structures at the End of Silius Italicus’ Battle of Ticinus. International Graduate and Early Career Workshop “Ambiguity in Antiquity”, 02. March 2018, University of Tübingen.
  • Poster "Informational Gaps on the Macro- and the Microlevel in Silius Italicus' Punica." 16.-17.11.2018, Workshop "Ambiguity as (Information) Gaps: Processes of Creation and Resolution", University of Tübingen.
  • "Hannibal ambiguus. A Narratological Approach to Hannibal’s Status as “True Hero” or “Feminized Loser” in Silius Italicus' Punica”, 08.12.2018, Tandemvortrag mit Professor Alison Keith, University of Tübingen

 

Symposia and Workshops (Organisation)

2018

  • International Graduate and Early Career Workshop “Ambiguity in Antiquity”. 02-03. March 2018, University of Tübingen, together with Sonja Borchers an Anna Schwetz

 

Publikationen