Uni-Tübingen

Sarah Metzger

Kontakt: sarah-isabelle.metzger[at]uni-tuebingen.de

 

Biographie

  • 2010-2016: Studium Lehramt an Gymnasien (Deutsch, Englisch) an der Eberhard Karls Universität Tübingen
  • 2014-2016: studentische Hilfskraft am Deutschen Seminar der Universität Tübingen am Lehrstuhl von Prof. Dr. Claudia Maienborn
  • 2016: erstes Staatsexamen mit den Fächern Deutsch und Englisch (18.02.)
  • 2016: Studium des Masterstudiengang Germanistische Linguistik – Theorie und Empirie an der Eberhard Karls Universität Tübingen
  • 2016: akademische Abschlussprüfung und Verleihung des Grades Master of Arts (30.08.)
  • 2017: Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Gymnasien
  • seit 1.2.2018: wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Eberhard Karls Universität Tübingen/Graduiertenkolleg 1808: Ambiguität – Produktion und Rezeption

 

Forschungsschwerpunkte

  • Ambiguität
  • Lexikalische Semantik

 

Abstract:

"Wörtliche und nicht-wörtliche Lesarten bei stativ-eventiv ambigen Verben" (Arbeitstitel)

Verben wie blockieren, bedecken, ärgern, führen, etc. weisen eine Ambiguität auf, da diese sowohl als Ereignis als auch als Zustand interpretiert werden können:

  1. Die Demonstranten blockierten in Windeseile die Ausfahrt. - Ereignis
  2. Die Container blockierten tagelang die Ausfahrt. - Zustand

Unklar ist jedoch, ob es sich bei diesen Verben primär um Ereignis- oder Zustandsverben handelt (und somit entweder bei der einen oder der anderen Lesart eine Uminterpretation erfolgen muss) oder ob der zugrunde liegende Situationstyp unterspezifiziert ist. Somit stellt sich die Frage, wie der Zusammenhang der beiden Lesarten adäquat erfasst und modelliert werden kann.

Um die Lexikoneinträge der Verben zu erfassen, wurden bereits verschiedene Vorschläge gemacht. So legt Rothmayr (2009) den einzelnen Lesarten unterschiedliche Lexikoneinträge für die Zustands- und die Ereignislesart zugrunde. Dies ist insofern problematisch, dass sich die Bedeutung in der Zustands- und Ereignislesart nicht auffallend unterscheidet. Neuere Lexikontheorien wie Asher (2011) erlauben es hingegen, eine Enumeration einzelner Wortbedeutungen zugunsten einer dynamischen Konfigurierung der Verbbedeutung in Abhängigkeit von Komposition und Kontext zu vermeiden.

Um einen Lexikoneintrag zu entwickeln, der dem kombinatorischen Verhalten eines Verbs gerecht wird, berücksichtigen immer mehr Ansätze die metaphorische Verwendung eines Verbs (Asher & Lascarides 2001; McNally & Spalek 2017; Spalek 2012, 2015). Asher & Lascarides (2001) kommen zu dem Ergebnis, dass die Produktivität von Metaphern wichtige Rückschlüsse hinsichtlich der im Lexikoneintrag festzuhaltenden Informationen eines sprachlichen Ausdrucks zulässt und stets ein Zusammenhang zwischen konventioneller und metaphorischer Ambiguität besteht. Die Herausforderung bei der Entwicklung eines Lexikoneintrags ist es, mittels dessen eine kompositionale Bedeutungsanalyse zuzulassen, ohne einen enormen Anteil an Belegen als figurativ zu deklarieren und zu marginalisieren (Spalek 2015: 37). Ziel des vorliegenden Dissertationsprojektes ist es daher, für stativ/eventiv-ambige Verben vor dem Hintergrund eines dynamischen Lexikonbegriffs eine lexikalische Semantik zu entwickeln, die den Zusammenhang der verschiedenen Lesarten adäquat erfasst. Wichtige Indizien für die im Lexikoneintrag aufzulistenden Informationen sollen hierbei in Anlehnung an Asher & Lascarides (2001), McNally & Spalek (2017) sowie Spalek (2012, 2015) unter Berücksichtigung metaphorischer Verwendungsweisen herausgearbeitet werden.