Uni-Tübingen

Aktuelles

Charity for and by the Poor

Publikation von Dr. Laura Dierksmeier

Als Spanien im Laufe des 16. Jahrhundert Lateinamerika kolonisierte, verfolgten spanische Missionare unterschiedliche Strategien, um die einheimische Bevölkerung zum katholischen Glauben zu bekehren. Dazu gehörte das Gründen von Schulen, Chören und karitativen Bruderschaften.

In ihrer Studie untersucht Laura Dierksmeier, wie die Franziskaner in Mexiko umfassendes Netzwerk aus lokalen Bruderschaften und zugehörigen sozialen Einrichtungen aufbauten. Sie zeigt auf, wie die franziskanische Missionsanweisung, die Werke der Barmherzigkeit durch Akte der Wohltätigkeit zu verwirklichen, nicht nur die Ziele, die Verwaltung und die Arbeit der einheimischen Bruderschaften inspirierte, sondern auch ihre Krankenhaus- und Waisenversorgung sowie ihre Beiträge zur moralischen Ökonomie: zum Beispiel durch die Freilassung von Schuldgefangenen und den Geldverleih an Arme.

Durch eine Analyse von Dokumenten der Bruderschaften sowie von Rechtsstreitigkeiten, Testamenten, Missionskorrespondenz und Pfarrakten argumentiert Dierksmeier, dass die Bruderschaften zu einer wesentlichen Institution wurden, um die Bevölkerung während Epidemien zu unterstützen, die verschiedenen einheimischen Klassen des ehemaligen Aztekenreiches gesellschaftlich zu integrieren und die indigene Selbstverwaltung innerhalb religiöser Kreise zu stärken.

Die von den Franziskanern gegründeten Bruderschaften bauten soziale Strukturen auf, in denen die Armen nicht nur Empfänger von Unterstützung, sondern durch ihre freiwillige Teilnahme auch selbstermächtigte Akteure der Gemeinschaftspflege sein konnten; daher der Titel der Arbeit: Charity for and by the Poor.

Link zum Buch

Pressemitteilung (29.07.2020)


Pressemitteilung: Museumsbesuch auf dem Sofa

Im virtuellen Museum des Sonderforschungsbereichs RessourcenKulturen reisen Besucher um die Welt und durch die Zeit

29.04.2020

Was haben über 3000 Jahre alte Kunstgegenstände aus der Königsgruft von Qaṭna im heutigen Syrien, der ca. 1000 Jahre alte Wall im nordeuropäischen Haithabu und die mittelalterlichen Burgen Staufeneck und Ramsberg im Filstal gemeinsam? Sie alle repräsentieren Macht. Und sie alle sind Teil der Ausstellung „Symbole der Macht - (Un)sichtbare Repräsentation“ im virtuellen Museum des Sonderforschungsbereichs RessourcenKulturen an der Universität Tübingen, das seit März online zu besichtigen ist.  
 
Drei „Räume“ erwarten die Besucher: Man kann durch die Ausstellung schlendern, sich interessante Objekte, wie Donut-Steine aus dem Iran, antike Zisternen auf Mittelmeerinseln und Wikingerkatzen in der Schausammlung ansehen oder man klickt sich durch die vielen Projekte im Depot, in denen der Sonderforschungsbereich aktiv ist. An einer Timeline entlang können Projekte von der Altsteinzeit bis in die Gegenwart durchwandert werden, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Archäologie, Ethnologie, Geschichts- und Geowissenschaft, sowie vielen Fachrichtungen mehr, interdisziplinär arbeiten.
 
„Die Idee für das Museum entstand vor etwa zwei Jahren“, sagt Professor Thomas Thiemeyer, der die Projektgruppe rund um das virtuelle Museum geleitet hat. „Wir möchten nicht nur das Fachpublikum ansprechen, sondern einer breiteren Öffentlichkeit zeigen, wie Wissenschaft arbeitet und wie wir über die Analyse von Fundstücken, die zum Teil tausende Jahre alt sind, zu neuen Erkenntnissen kommen, die auch heute relevant sind.“ „Es war natürlich auch eine Herausforderung, mit den über 60 Mitgliedern unseres Sonderforschungsbereichs an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten“, meint Dr. Sandra Teuber, die wissenschaftliche Koordinatorin des SFB 1070 und ergänzt: „Das Beeindruckende war aber, dass wirklich alle sich mit Ihren Ideen, Fotos, Videos und Texten eingebracht haben, und das neben ihrer eigentlichen Forschung.“
 
Das virtuelle Museum des Sonderforschungsbereichs 1070 RessourcenKulturen macht den  Museumsbesuch von zu Hause aus möglich und ist damit gerade jetzt der richtige „Besuchertipp“.

 

Zum Museum: https://museum-ressourcenkulturen.de  
Zur Pressemitteilung klicken Sie bitte: hier
Download: 2020-04-29_Virtuelles_Museum_SFB


News from Paola and her team

We are still in Duhok, Iraqi Kurdistan. We came here 6 weeks ago for our last study season (Project B07). The airport is closed at the moment, but we hope it will be re-opened by the end of the month, so that we can fly safely home as soon as possible.

We are all well, we try to make the best use of the time we have left here.


Mesa Redonda & Siete Arroyos Fieldwork

The A02 team spent some time at Mesa Redonda and Siete Arroyos (Villaverde, Spain) doing fieldwork, prior to the Covid-19 shut down in Spain and the new measures taken in Germany. We are happy that they returned to Germany safely and are now working remotely from home. Still, we are looking forward too hear about their results and stories from the field!


Das S-Projekt des SFB 1070 RessourcenKulturen unterstützt Folding@home

Folding@home ist ein globales Projet zur Erforschung von Mechanismen der Proteinfaltung. Dies ist für viele medizinische Themen wie Alzheimer, Krebs und aktuell das Corona-Virus von großer Wichtigkeit. Mit den starken Workstations des SFB 1070 für das maschinelle Lernen wird damit ein Beitrag zur Datenanalyse im Großrechnerverbund geleistet.


Arbeitstreffen mit Hobbyforschern im Allgäu

Nach intensiven archäologischen und bodenkundlichen Geländearbeiten im Allgäu gilt es nun im Teilprojekt B 02, die genau untersuchten Fundstellen in einen regionalen Kontext einzubetten. Wie dicht war die bronzezeitliche Besiedlung (ca. 2200 - 800 v. u. z.) des Westallgäus und gab es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede im Ausmaß und in der Art der damaligen Landutzung im Vergleich etwa zur Baar oder zum Hegau?

Gerade in einer Region wie dem Allgäu, das bisher kaum im Blick systematischer Forschungen gestanden hat, ist die lokale Orts- und Quellenkenntnis von geschichtlich-archäologisch Interessierten unverzichtbar. Deshalb organisierte das Teilprojekt am 07. März 2020 ein Treffen mit einigen ehrenamtlichen Denkmalpflegern und Heimatforschern in Leutkirch im Allgäu. Zusätzlich zur Recherche in Bibliotheken und Archiven ergeben sich aus dieser Zusammenarbeit wichtige Hinweise zu weiteren Fundstellen und somit zur prähistorischen Besiedlung in der Region. Gleichzeitig wird vor Ort nicht nur das Bewusstsein für das gemeinsame kulturelle Erbe gestärkt, sondern auch Nähe zur universitären Forschung geschaffen.


Liebe - Gewalt - Intrigen

Was haben der Teppich von Bayeux, die Iwein-Fresken der Burg Rodenegg oder der Runenstein von Stora Hammars gemeinsam? Sie sind Bildquellen, die ganz besondere Zugänge zur Vergangenheit erlauben: Der Inhalt einer Abbildung ist genauso spannend wie die Entstehungs- oder Rezeptionsumstände oder das Material, auf/ aus dem sie geschaffen wurden.

Die Analyse von Bildquellen macht daher die Zusammenarbeit verschiedenster Disziplinen notwendig. Bei den Iwein-Fresken beispielsweise stellen sich Fragen der kunsthistorischen Analyse genauso wie ihrer literaturwissenschaftlichen Interpretation, der historischen Kontextualisierung der Entstehung oder dem Standort auf der Burg aus baugeschichtlicher wie archäologischer Perspektive.

Solchen Fragen gingen Valerie Palmowski und Jonas Froehlich mit Studierenden der Geschichtswissenschaft und Archäologie im Wintersemester nach. Der disziplinübergreifende Ansatz der Veranstaltung "Liebe - Gewalt - Intrigen". Interdisziplinäre Interpretation "lebendiger" Bildquellen war für Lehrende wie Studierende gleichermaßen fordernd, spannend und aufschlussreich. Einen Höhepunkt bildete die kleine Exkursion in die Tübinger Altstadt - Bildquellenanalyse vor Ort!


In der Buchreihe RessourcenKulturen ist nun der neuste Band erschienen:

Exchange, Destruction, and a Transitioning Society. Interregional Exchange in the Southern Levant from the Late Bronze Age to the Iron I von Jesse Michael Millek.

In der Dissertation, die gleichzeitig den 9. Band der Buchreihe RessourcenKulturen darstellt, geht es um Folgendes:

The end of the Late Bronze Age ca. 1200 BC in the Eastern Mediterranean is traditionally viewed as an end point. Great empires collapsed, prominent cities were destroyed, interregional exchange disappeared, and writing systems were all but lost in most of the Eastern Mediterranean. The goal of this volume is to examine one key aspect of the transition from the Late Bronze Age to the Iron I in the Southern Levant, the development and changes in interregional exchange both over time and regionally.

Twelve non-local types of material culture were collected into a database in order to track the development of interregional exchange over the course of the LBA to the Iron I. With this data, this volume explores what affect, if any, did changes in interregional exchange have on the ‘collapse’ of the LBA societies in the Southern Levant. Another key aspect of this work is an examination of the supposed wave of destruction which took the Southern Levant by storm to see if these events might have affected trade and contributed to the transitions during the end of the LBA into the Iron I. In all this work seeks to understand what changes took place in interregional exchange, how might destruction have affected this, and was this the cause for the transition to the Iron I.

Um eine möglichst weite Verbreitung der Ergebnisse des SFB zu gewährleisten, sind die Bände nicht nur in gedruckter Form, sondern auch als OpenAccess-Download verfügbar.
 


Das virtuelle Museum des SFB 1070 ist nun online!

Das virtuelle Museum zeigt Ihnen, wie wir durch die Analyse der materiellen Kultur neue Erkenntnisse gewinnen. Unser Museum ist in drei spannende Räume unterteilt: das Depot, in dem die 21 Teilprojekte präsentiert werden, die Sammlung in der erklärt wird, was wir tun und wie wir mit einzelnen Objekten aus unserer Forschung arbeiten, und wechselnde Ausstellungen zu aktuellen SFB-Forschungsthemen. Die aktuelle Ausstellung beschäftigt sich mit dem Thema: "Symbole der Macht - (Un)sichtbare Repräsentation".

Klicken sie auf das Bild oder folgen sie dem Link


Und da ist er ...

          ... der neue SFB-Bus ...

                    ... gekennzeichnet und fahrbereit!

 


Die Öffentlichkeitsarbeit des SFB 1070 RessourcenKulturen ist beispielhaft!

Anlässlich des 50. Jubiläums der „Sonderforschungsbereiche" veröffentlichte die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG ein Dossier darüber im DFG-Magazin. Aus deutschlandweit 260 Sonderforschungsbereichen wurden sieben ausgewählt, deren erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit als beispielhaft angesehen wird, darunter auch unser SFB 1070 RessourcenKulturen. Das erfüllt uns mit Stolz und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Unter den Veranstaltungen, die die DFG als Beispiel für eine erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit nannte, waren die Ausstellung „Fluch und Segen von Ressourcen - Forschung, Fakten und Klischees“, die von Oktober 2015 bis Januar 2016 im Museum der Universität im Schloss Hohentübingen stattfand, die Kinder-Uni Tübingen, in deren Rahmen die Teilnehmer bronzezeitliche Ressourcen spielerisch entdeckten und die letztjährigen Projekttage an Tübinger Schulen. Unter dem Titel „Die Welt ist unser Feld“ gaben Ethnologen des SFB 1070 interaktiv Einblicke in ihre Arbeit. Der SFB 1070 RessourcenKulturen wird neben sechs anderen Sonderforschungsbereichen an der Universität Tübingen seit 2013 von der DFG gefördert und befindet sich somit bereits in der zweiten von bis zu drei Förderperioden. In 21 Teilprojekten arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Gebieten der Archäologie, Philologie, den Geschichtswissenschaften, Empirischen Kulturwissenschaften und der Ethnologie gemeinsam an der Neukonzeptualisierung eines Ressourcenbegriffs. Die DFG unterstützt den SFB 1070 RessourcenKulturen dabei mit Personalmitteln, Investitionen in wissenschaftliche Geräte und Mitteln für Reisen, Kolloquien, Gastprofessuren, internationale Kooperationen, Öffentlichkeitsarbeit, Gleichstellungsmaßnahmen und die Nachwuchsförderung. Wir gratulieren der DFG recht herzlich zu diesem Jubiläum und möchten uns für die Ermöglichung unserer Forschung im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1070 RessourcenKulturen bedanken.