Uni-Tübingen

C 02

Ressourcen und ihre literarische (Re-)Konstruktion im 4. Jh. v. Chr.. Vergangenheit als Ressourcenwissen

Fachklassifizierung

Klassische Philologie/Gräzistik

Alte Geschichte

Projektleitung

Männlein-Robert, Irmgard, Prof. Dr.

Eberhard Karls Universität Tübingen

Philologisches Seminar

Wilhelmstraße 36

72074 Tübingen

Telefonnummer: 07071 29 72367 (Sekr.)

E-Mail-Adresse: irmgard.maennlein-robert[at]uni-tuebingen.de

 

Stanzel, Karl-Heinz, Prof. Dr.

Eberhard Karls Universität Tübingen

Philologisches Seminar

Wilhelmstraße 36

72074 Tübingen

Telefonnummer: 07071 29 76743

E-Mail-Adresse: karl-heinz.stanzel[at]uni-tuebingen.de

 

Meier, Mischa, Prof. Dr.

Eberhard Karls Universität Tübingen

Seminar für Alte Geschichte

Wilhelmstraße 36

72074 Tübingen

Telefonnummer: 07071 29 78520

E-Mail-Adresse: mischa.meier[at]uni-tuebingen.de

DoktorandInnen

und Postdocs

Vidoni, Lena, M.A.

SFB 1070 RessourcenKulturen

Gartenstr. 29

Raum 308

72074 Tübingen
E-Mail-Adresse: lena.vidoni[at]uni-tuebingen.de

 

Mozdzen, Nadja, M.A.

SFB 1070 RessourcenKulturen

Gartenstr. 29

Raum 113

72074 Tübingen

Telefonnummer: 07071 29 73581

E-Mail-Adresse: nadja.mozdzen[at]uni-tuebingen.de

In der ersten Förderphase standen poetische griechische Texte – vor allem Hesiod und Arat – aus unterschiedlichen Perspektiven im Fokus. Dabei ging es zum einen um deren metapoetische Reflexion agrarischer und kultureller Ressourcen, zum anderen um die moderne Bewertung dieser Diskurse. Zentrale Themenfelder waren neben Landwirtschaft, Astronomie und Seefahrt die mythische Erzähltradition und die mythische Präsentation von Ressourcen sowie die Darstellung von Mobilität und Migration.

Im Zentrum der zweiten Förderphase steht die Analyse der literarischen und rhetorischen (Re-) Konstruktion von Ressourcenwissen über die Vergangenheit resp. der Vergangenheit, die als Ressource dient. Konkret wird untersucht, welche Rolle reales, rekonstruiertes oder konstruiertes resp. fiktives historisches Wissen in philosophischen und politischen Diskursen über (soziale) Ordnungskonzepte spielte und wie es generiert wurde. Das Athen des 4. Jh. v. Chr. eignet sich hierfür in besonderem Maße als Untersuchungsgegenstand: In diesem Zeitabschnitt fand in Athen zum einen eine intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen Ordnungsvorstellungen und der (imaginären) eigenen Vergangenheit statt, und die entsprechenden Diskurse sind zum anderen in den Schriftzeugnissen gut dokumentiert. Infolge des Peloponnesischen Krieges kam es zu Beginn des 4. Jh. v. Chr. zu einer Neuordnung der politischen, militärischen und ökonomischen Verhältnisse im griechischen Siedlungsraum. Athen verlor an Einfluss und musste sich sowohl außen- als auch innenpolitisch neu orientieren, blieb aber gleichwohl ein zentraler politischer und kultureller Akteur. Sowohl die philosophisch-theoretische Literatur als auch zahlreiche politische und gerichtliche Reden beziehen sich positiv oder negativ, implizit oder explizit auf diese sozio-kulturellen Dynamiken und das in ihnen enthaltene Wissen stellt eine Ressource im Sinne des SFB 1070 dar. In dem Teilprojekt C02 wird vor allem an der Politeia und den Nomoi Platons sowie an den etwa hundert erhaltenen attischen Reden aus Politik und Gerichtswesen (etwa von Andokides, Lysias, Isokrates, Isaios, Demosthenes, Aischines und Hypereides) untersucht, wie und in welcher Form dieses vermeintliche Wissen um die attische Geschichte zu einer – formbaren – Ressource werden konnte. Gegliedert ist das Teilprojekt in zwei Fallstudien: eine gräzistische (Der ideale Staat: Wissen als Ressource – Wissen um Ressourcen beim Athener Platon (in Politeia und Nomoi)) und eine althistorische (Das alte Athen und die Demokratie – eine imaginierte Ordnung? Ressourcenwissen in politischen Diskursen des 4. Jh. v. Chr.).

Text als Ressource

Ein Film mit Dr. Xenia Herren Text als Ressource

Historisches Wissen kann eine wichtige Ressource für eine Gesellschaft sein. Untersucht werden Texte der griechischen Autoren Platon,
Demosthenes und Lykurgos aus dem 5. und 4. Jahrhundert vor Chr. Sie geben Aufschluss darüber, wie das Wissen um die eigene Vergangenheit
genutzt wurde, um neue politische und philosophische Modelle von Staat und Demokratie zu entwickeln.

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