Uni-Tübingen

Ehemalige Forschungsprojekte

 
B5: Syntax und Semantik reorganisierter Sprache und ihre neuronale Architektur (2009-2013)

Sprache ist i.d.R. linkshemisphärisch lateralisiert. Bei frühkindlichen linksseitigen Schädigungen kann das Gehirn Sprache jedoch rechtshemisphärisch reorganisieren. Hinsichtlich der Charakterisierung dieser Reorganisierten Sprache (RS) besteht auf allen linguistischen Beschreibungsebenen ein eklatantes Forschungsdefizit. Das Ziel des Projektes besteht darin, RS auf der Grundlage von spezifisch linguistischen Hypothesen und Methoden zu untersuchen und zu beschreiben und damit einen Beitrag zur Frage der Adaptivität von Sprache zu leisten. Bildgebende Verfahren werden zur Lokalisation der Sprache eingesetzt.

Projektleitung: Dr. Karen Lidzba, Prof. Dr. Susanne Winkler (Website), Prof. Dr. med. Ingeborg Krägeloh-Mann

Beschäftigte: Andreas Konietzko, Nancy Nickisch, Dr. Eleonore Schwilling


C3: Variation und Dynamik nominaler Determination (2009-2014)

Das Projekt untersucht die Variationsbreite und Dynamik nominaler Determinierersysteme in romanischen Sprachen unter semantischen und syntaktischen Gesichtspunkten. Ziel ist die Beschreibung dieser Systeme unter Berücksichtigung ihrer synchronen Variation, insbesondere zwischen schriftlichen und mündlichen Daten, vor dem Hintergrund ihrer historischen Emergenz und Entwicklung.

Projektleitung: Prof. Dr. Johannes Kabatek

Beschäftigte: Albert Wall, Álvaro Sebastián Octavio de Toledo y Huerta


C4: Ambiguitätsphänomene in der Diachronie romanischer Sprachen: Verb und Aktanten /  Ambiguitätsphänomene in der Diachronie und im typologischen Vergleich: Existenz und Lokalisierung (2009-2017)

1. Phase: Das Projekt befasst sich mit Ambiguitätseffekten in der Diachronie romanischer Sprachen im Spannungsfeld des Verbs und seiner Subjekt- bzw. Objektaktanten (personale/lokale Deixis; Numeruskongruenz; Aktantenfunktionen). Einschlägige Wandelprozesse werden in einer diachronischen Corpusauswertung semantisch-kognitiv und pragmatisch analysiert. Insbesondere wird dabei untersucht, wie Ambiguitäten entstehen (sprecherseitige Indirektheit, hörerseitige Reanalyse) und welche Relationen zwischen den Inhalten I1 und I2 der ambigen Ausdrücke jeweils vorliegen (Kontiguität, taxonomische Subordination, Identität).

2. Phase: Das Projekt untersucht dynamische Aspekte der Bedeutungskonstitution bei Existenz- und Lokativkonstruktionen im Hinblick auf das Spannungsverhältnis zwischen universalen Prinzipien und einzelsprachlichen Parametrisierungen. Aus der Verbindung von Studien zur Makrovariation / Typologie und Mikrovariation (Korpusanalysen, Fragebogenstudien) sowie der Verbindung von synchronen und diachronen Analysen sollen Rückschlüsse auf kognitive Prinzipien der Verarbeitung der semantischen Kategorie der EXISTENZ sowie der kompositionalen Natur von Informationsstruktur, Definitheit und Individuenprädikation gezogen werden.

Projektleitung: Prof. Dr. Peter Koch (2009-2014) - in memoriam, Prof. Dr. Gerhard Jäger (2013-2017), Prof. Dr. Esme Winter-Froemel (2013-2016), Prof. Dr. Sarah Dessì Schmid (2015-2017)

Beschäftigte: Markus Ising, Charlotte Coy, Monica Lau, Reinhild Steinberg, Birgit Umbreit, Pritty Patel-Grosz, Natasha Korotkova