Uni-Tübingen

Jonas Borsch, M. A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Doktorand)

Teilprojekt B01: Erdbeben als Bedrohung sozialer Ordnungen. Bedrohungskommunikation in Literatur – Bedrohungskommunikation als Literatur (5. Jh. v. Chr. – 6. Jh. Chr.)

Beruflicher Werdegang

Forschungsschwerpunkte

Dissertationsprojekt im Rahmen des SFB 923

Thema: Erdbeben als Bedrohung sozialer Ordnungen. Bedrohungskommunikation in Literatur – Bedrohungskommunikation als Literatur

Abstract: Die hohe Erdbebenfrequenz in der Antike ist durch literarische und archäologische Zeugnisse vielfältig belegt. Besonders herausragende seismische Großereignisse waren z. B. der Untergang der Stadt Helike 373 v. Chr., das Kampanien-Beben 62 n. Chr. oder die so genannte „kosmische Katastrophe“ von 365 n. Chr. Solche verheerenden Erdbeben führten zu existenziellen Bedrohungssituationen, in denen sich sogar die etablierten religiösen, politischen und sozialen Ordnungen aufzulösen drohten.

Das Projekt B 01 hat zum Ziel, an Erdbeben als gut dokumentierten Beispielen katastrophaler Ereignisse neue, dem spezifischen Charakter der antiken Überlieferung entsprechende Methoden für einen adäquaten Zugriff auf die Zeugnisse zu Kommunikation in Phasen der bedrohten Ordnung zu erarbeiten und exemplarisch anzuwenden. Die Umsetzung dieses Vorhabens erfolgt in zwei eng miteinander verzahnten Einzelstudien, die jeweils einen philologisch-literaturwissenschaftlichen und einen historischen Schwerpunkt aufweisen.

In der historischen Teiluntersuchung soll es mithilfe der Methoden der kulturwissenschaftlich geprägten historischen Katastrophenforschung um die Rekonstruierbarkeit von Ereignissen und insbesondere ihre kommunikativ vermittelten Folgen gehen. Die antike Literatur muss dabei – unter Rückgriff auf die Ergebnisse der ersten Teiluntersuchung – an konkrete Kontexte rückgebunden und gleichzeitig – dazu nur scheinbar im Widerspruch stehend – in einen überzeitlichen Diskurs eingeschrieben werden. Gleichzeitig wird die Untersuchung auch das nichtliterarische Material sowie Vergleichsfälle aus nachantiken Gesellschaften heranziehen, um zu einer theoretischen Fundierung des Zugriffs auf Katastrophen beizutragen.

Ausgehend von dieser Fragestellung soll die zweite Teiluntersuchung mit ihrem spezifischen Instrumentarium zu dem gemeinschaftlichen Ziel beitragen, antike literarische Zeugnisse zu Erdbebenkatastrophen in doppelter Hinsicht ernst zu nehmen: als literarische Produkte und als Informationsquellen zu Situationen akut bedrohter sozialer Ordnungen.

Publikationen

Vorträge

Tagungen, Workshops, Konferenzen

Lehrveranstaltungen