Uni-Tübingen

F01: Transformation durch Bedrohung. Bedrohte Ordnungen und die Entwicklung der spätrömische(n) Monarchie(n)

Das TP soll einen maßgeblichen Beitrag zu den Hauptzielen des SFB leisten, indem es die Ergebnisse der TP C01 und F01 aus den ersten beiden Projektphasen systematisierend zusammenführt und weiterverarbeitet. Ausgehend von aktuellen Diskussionen in der Spätantike- und Frühmittelalterforschung über die Konzeptualisierung des Epochenübergangs soll unter Rückgriff auf das theoretisch-methodische Instrumentarium des SFB versucht werden, das inzwischen in die Diskussion geratene Paradigma der Transformation an einem exemplarischen Untersuchungsgegenstand operationalisierbar zu machen. Bei diesem Gegenstand handelt es sich um die spätrömische(n) Monarchie(n) vom frühen 5. bis zum mittleren 7. Jh. Auf dem Wege der Analyse klar bestimmbarer Phasen Bedrohter Ordnung und ihrer diachronen Verknüpfung sollen der Transformationsprozess der Monarchie(n) aufgearbeitet sowie Wechselwirkungen mit Prozessen historischen, insbesondere sozialen Wandels untersucht werden (TU1). Gleichzeitig soll in einer synchronen Perspektive anhand einer exemplarischen Untersuchung der westgotischen Monarchie (507-711) nach wechselseitigen Beeinflussungen zwischen dem oströmisch-byzantinischen Kaisertum und den Monarchien der poströmischen regna im ehemals weströmischen Gebiet gefragt werden (TU2). Damit soll das TP nicht zuletzt auch ein Desiderat der Spätantikeforschung abdecken; eine umfassende, an systematischen Fragestellungen orientierte Monographie zur spätrömischen bzw. frühbyzantinischen Monarchie existiert bislang nicht. Mit der Entwicklung der spätrömischen Monarchie(n) nimmt das Teilprojekt vornehmlich eine diachrone Perspektive in den Blick; da diese weiterhin im Zeichen der Frage nach Ermöglichungs- und Wirkungsweisen von Mobilisierungsprozessen steht, bleibt es dem Projektbereich F zugeordnet.